Update Ausstellungen in Düsseldorf

Jörg Immendorf, Für alle Lieben in der Welt, 1966. Foto: Screenshot www.kunstpalast.de

Düsseldorf ist Wirtschaftsstandort – und Kulturstadt. Beides gehört für uns eng zusammen. Denn Kunst und Kultur sind nicht nur Ausdruck gesellschaftlicher Vielfalt und kreativer Freiheit. Sie sind auch ein wichtiger Standortfaktor.

Kunstförderung ist deshalb immer auch Wirtschaftsförderung. Zum einen sind Künstlerinnen und Künstler selbst Unternehmerinnen und Unternehmer – häufig als Solo-Selbstständige oder kleine Unternehmen. Auch Galerien, Kulturveranstalter und viele weitere Akteure der Kreativwirtschaft sind Unternehmen, die Wertschöpfung schaffen und Arbeitsplätze sichern.

Zum anderen brauchen Unternehmen ein Umfeld, in dem sich Fach- und Führungskräfte nicht nur gut arbeiten, sondern auch gut leben und ihre Freizeit attraktiv gestalten können. Eine lebendige Kunst- und Kulturszene macht einen Wirtschaftsstandort interessanter – für Menschen, die hier arbeiten, ebenso wie für Unternehmen, die Fachkräfte gewinnen und halten wollen.

Deshalb lohnt sich ein Blick auf das, was Düsseldorf in den kommenden Monaten kulturell zu bieten hat.


Von Christoph Sochart


„Made in Düsseldorf #8“: In Szene gesetzt

Im Kunstpalast startet heute (21. August 2026) die achte Ausgabe der Ausstellungsreihe „Made in Düsseldorf“. Unter dem Titel „In Szene gesetzt“ werden Fotografien, Filme, Toninstallationen und Skulpturen aus der Kunstsammlung der Stadtsparkasse Düsseldorf präsentiert.

Im Mittelpunkt steht eine spannende Frage: Wie wirklich ist das, was wir sehen, hören und wahrnehmen?

Die beteiligten Künstlerinnen und Künstler hinterfragen die Möglichkeiten und Grenzen verschiedener Medien, Realität abzubilden. Dabei werden Fotografie, Film, Ton und Skulptur selbst zum Thema. Die Werke zeigen, wie Wirklichkeit konstruiert, verändert und interpretiert werden kann – und eröffnen damit neue Perspektiven auf unsere eigene Wahrnehmung.

Zu sehen sind Arbeiten von Jan Dibbets, Simon Dybbroe Møller, Andreas Gefeller, Gudrun Kemsa, Sophie Meuresch, Steven Pippin, Barbara Probst, Amanda Ross-Ho und Juergen Staack.

„Made in Düsseldorf“ ist eine Ausstellungsreihe der Stadtsparkasse Düsseldorf in Kooperation mit dem Kunstpalast. Sie stellt zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler vor, die durch ihr Studium, ihren Wohnort oder ihre künstlerische Arbeit mit Düsseldorf und dem Rheinland verbunden sind.

Kuratiert wird die achte Ausstellung von Esther Breinig.

Niki de Saint Phalle. Foto: Screenshot www.kunstpalast.de

Niki de Saint Phalle: Kunst mit gesellschaftlicher Sprengkraft

Ab 10. September 2026 widmet sich der Kunstpalast mit „DREAM MACHINE“ der französisch-amerikanischen Künstlerin Niki de Saint Phalle. Weltbekannt wurde sie unter anderem durch ihre farbenfrohen, voluminösen Nana-Figuren.

Die Ausstellung blickt auf vier Jahrzehnte ihres Schaffens und insbesondere auf ihren künstlerischen Kampf gegen Strukturen, die die Selbstbestimmung von Frauen einschränken – vor allem über den eigenen Körper.

Zu sehen sind unter anderem ihre berühmten Schießbilder, Frauenfiguren, Happenings und Filme sowie Modelle von Großplastiken. Auch ihr künstlerisches Umfeld und ihre Zusammenarbeit mit Künstlern wie Jean Tinguely und Robert Rauschenberg werden beleuchtet. Ergänzt wird die Ausstellung durch Werke von Zeitgenossinnen wie Yayoi Kusama, Dorothy Iannone und Alina Szapocznikow.

Mehr als 100 Werke zeigen die gesellschaftliche Sprengkraft von Niki de Saint Phalles Kunst ebenso wie ihre Sehnsucht nach Harmonie. Damit ist die Ausstellung nicht nur ein Rückblick auf eine außergewöhnliche Künstlerinnenkarriere, sondern auch eine Auseinandersetzung mit Fragen, die bis heute aktuell sind.

Die Ausstellung entsteht in Kooperation mit dem Nationalmuseum in Wrocław sowie in enger Zusammenarbeit mit der Niki Charitable Art Foundation San Diego und dem Sprengel Museum Hannover. Kuratorin ist Heike van den Valentyn.

Franz Marc: Auf der Suche nach einer besseren Welt

Nur zwei Tage später, am 12. September 2026, startet in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen K20 die Ausstellung „Franz Marc. Die Suche nach einer besseren Welt“.

Die ikonischen Tierbilder und eindrucksvollen Naturdarstellungen des Künstlers stehen im Mittelpunkt. Die erste umfangreiche Einzelausstellung zu Franz Marc seit 20 Jahren bietet die Gelegenheit, rund 120 Meisterwerke aus allen Schaffensphasen an einem Ort zu erleben.

Leuchtende Farben, Tiere und Natur sind dabei ebenso wichtige Themen wie Marcs Entwicklung hin zu zunehmend abstrakten Kompositionen. Dank zahlreicher nationaler und internationaler öffentlicher und privater Leihgeber konnten Gemälde und Arbeiten auf Papier zusammengeführt werden, die die gesamte Bandbreite seines nur wenige Jahre währenden, aber außergewöhnlich produktiven Schaffens zeigen.

Zwei Düsseldorfer Künstler von Weltformat

Und auch zwei Künstler, die eng mit Düsseldorf verbunden sind, bekommen in den kommenden Monaten große Bühnen.

Jörg Immendorff ist ab 25. September 2026 im Kunstpalast zu sehen. Die Ausstellung beleuchtet sämtliche Phasen seines Schaffens – von den Anfängen an der Kunstakademie bis zu seinen letzten Arbeiten im Düsseldorfer Atelier.

Rund 100 Exponate zeigen großformatige Gemäldeserien, Holz- und Bronzeskulpturen sowie bislang nicht gezeigte Zeichnungen und Archivmaterial. Dabei geht es nicht nur um die künstlerische Entwicklung Immendorffs. Die Ausstellung fragt auch nach der Rolle des Künstlers in der Gesellschaft und nach den politischen und persönlichen Widersprüchen, die sein Werk geprägt haben.

Wer die Ausstellung nicht allein entdecken möchte, kann sie auch im Rahmen einer Privatführung erleben – als individuelles Kulturangebot, als Geburtstagsgeschenk oder beispielsweise als Team-Event. Eine 60-minütige deutschsprachige Führung kostet 93 Euro zuzüglich Eintritt und kann für Gruppen mit bis zu 20 Personen gebucht werden.

Ab 14. November 2026 folgt schließlich im K21 der Kunstsammlung NRW eine Ausstellung mit Werken von Thomas Schütte, einem weiteren Düsseldorfer Künstler von internationalem Rang.

Kultur ist Standortqualität

Die kommenden Monate zeigen damit eindrucksvoll, welche kulturelle Vielfalt Düsseldorf zu bieten hat. Von zeitgenössischer Fotografie über Niki de Saint Phalle und Franz Marc bis hin zu Jörg Immendorff und Thomas Schütte reicht das Spektrum.

Für uns ist das mehr als ein Freizeitangebot. Eine Stadt, in der Menschen gerne leben, arbeiten und ihre Freizeit verbringen, ist ein attraktiver Wirtschaftsstandort. Deshalb gehören Wirtschaftsförderung, Standortqualität und Kulturförderung für uns zusammen.