Urlaub vorbei? So gelingt der Wiedereinstieg in den Job

Dr. Catharina Stahn; Foto: ifaa

(cs) Die Koffer sind ausgepackt, die Urlaubserholung ist noch frisch – und schon wartet das volle E-Mail-Postfach. Nach den Ferien fällt der Start in den Arbeitsalltag vielen Beschäftigten nicht leicht. Ein strukturierter Wiedereinstieg kann helfen, die Erholung mitzunehmen und Schritt für Schritt wieder in den Arbeitsmodus zu kommen.

Der erste Arbeitstag nach dem Urlaub hat oft zwei Seiten: Einerseits sind die Akkus aufgeladen, andererseits wartet eine Menge Arbeit. Hunderte E-Mails, volle Terminkalender und liegen gebliebene Aufgaben können schnell für Stress sorgen. „Nach einer Erholungsphase stehen Konzentration und Leistungsfähigkeit nicht unmittelbar wieder vollständig zur Verfügung. Ein strukturierter Wiedereinstieg hilft, den Übergang in den Arbeitsalltag zu erleichtern“, erklärt Dr. Catharina Stahn, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Düsseldorfer ifaa – Institut für angewandte Arbeitswissenschaft.

Erst orientieren, dann loslegen

Die Expertin empfiehlt, nicht sofort jede neue Nachricht und jede offene Aufgabe abzuarbeiten. Sinnvoller sei es, sich zunächst einen Überblick zu verschaffen: Was ist während der Abwesenheit passiert? Welche Aufgaben sind wirklich dringend? Und was kann noch warten?

Auch der Terminkalender sollte möglichst nicht vom ersten Tag an überquellen. Weniger Meetings schaffen Zeit für Orientierung und Planung. Größere Aufgaben können in überschaubare Schritte aufgeteilt werden. So lässt sich vermeiden, dass gleich zu Beginn das Gefühl entsteht, von der Arbeit überrollt zu werden.

Hilfreich ist außerdem, Prioritäten aktiv zu setzen. Nicht jede neu eingehende E-Mail ist automatisch wichtiger als eine bereits geplante Aufgabe. Regelmäßige Pausen gehören ebenfalls zu einem guten Neustart. Sie helfen dabei, die Leistungsfähigkeit über den Arbeitstag hinweg zu stabilisieren.

Ein kleiner, aber praktischer Tipp: Wenn es organisatorisch möglich ist, muss der Wiedereinstieg nicht unbedingt an einem Montag erfolgen. Ein Start zur Wochenmitte verkürzt die erste Arbeitswoche und kann den Übergang erleichtern.

Auch Führungskräfte sind gefragt

Nicht nur Beschäftigte können etwas für einen gelungenen Neustart tun. Auch Führungskräfte haben Einfluss darauf, wie gut die Rückkehr gelingt. Wer nach dem Urlaub zunächst Zeit zum Ankommen gibt, klare Prioritäten vermittelt und realistische Erwartungen formuliert, schafft gute Voraussetzungen.

Ebenso wichtig ist ein gut gesteuerter Informationsfluss. Nach einer längeren Abwesenheit müssen Beschäftigte nicht zwangsläufig jede Nachricht und jedes Detail der vergangenen Wochen sofort nacharbeiten. Entscheidend ist, die wesentlichen Informationen zu bündeln und unnötige Informationsflut zu vermeiden.

Erholung nicht sofort wieder aufbrauchen

Ein gelungener Wiedereinstieg bedeutet deshalb vor allem: sich nicht zu viel auf einmal vorzunehmen. Wer sich Zeit für Orientierung nimmt, Aufgaben priorisiert und bewusst Pausen einplant, kann die positiven Effekte des Urlaubs länger in den Alltag hineintragen.

Und auch nach den ersten Arbeitstagen lohnt sich der Blick auf die Freizeit. Eine aktive und bewusste Gestaltung der freien Zeit hilft dabei, den eigenen „Akku“ immer wieder aufzuladen. Denn Erholung sollte nicht nur einmal im Jahr stattfinden – sondern möglichst regelmäßig ihren Platz im Alltag bekommen.