Von Innovation zu Umsetzung: Warum Düsseldorf im November zum Zentrum der Medizintechnik wird

Alle Fotos: MESSE/Tillmann; Infos: www.medica.de.

Von Christoph Sochart

Es gibt Termine im Kalender, die man sich schon vorher notiert, weil man weiß, dass sie etwas bewegen. Für mich gehören die MEDICA und die COMPAMED dazu. Vom 16. bis 19. November 2026 treffen sich beide wieder auf dem Messegelände in unserer Stadt, und wer die Entwicklung der letzten Jahre verfolgt hat, spürt, dass hier gerade etwas Grundlegendes passiert.

Die Veranstalter sagen es selbst treffend: Die Gesundheitswirtschaft steht unter wachsendem Druck, Innovation schneller und konsequenter in die Versorgung zu bringen. Genau darauf zielen die beiden Messen mit neuen Themen, Formaten und Netzwerkangeboten ab. Die MEDICA gliedert ihr Angebot nun in fünf klar definierte Bereiche, von der klinischen Diagnostik über digitale Medizin und künstliche Intelligenz bis zu integrierter Versorgung und globaler Gesundheit. Ich finde diese Ausrichtung überzeugend, weil sie sich an dem orientiert, was Kliniken und Patientinnen und Patienten wirklich brauchen. Carmen Berger, die seit Oktober 2025 die Verantwortung für MEDICA und COMPAMED trägt, begründet das mit dem Feedback der Community. Das zeigt Respekt vor den Menschen, die diese Plattform täglich nutzen.

Besonders gefällt mir der Gedanke, dass Innovation nicht allein auf Bühnen stattfindet, sondern im Austausch. Die neue Wearable Technologies Conference Europe, die erstmals in Düsseldorf stattfindet, und die 1st German Health Resilience Conference bringen Themen zusammen, die unsere Gesellschaft gerade sehr beschäftigen: vernetzte Prävention und die Widerstandsfähigkeit unserer Gesundheitssysteme gegenüber Krisen, von Cyberangriffen bis zu stabilen Lieferketten. Dazu kommen Formate wie „Women in Health“, kuratierte Roundtables für politische und kommunale Entscheider und eine Investors Lounge für Start-ups. Wer dort ins Gespräch kommt, kann aus einer Begegnung schnell eine Kooperation machen.

Ein Blick hinter die Kulissen der Zulieferindustrie zeigt, wie viel Präzision hinter jedem Medizinprodukt steckt. Henkel stellt dazu im Vorfeld der Messe fünf neue lichthärtende Klebstoffe für Medizingeräte vor: Loctite AA 3914, AA 3915, AA 3917, AA 3937 und AA 3964. Sie sind so formuliert, dass sie die Anforderungen der EU-Medizinprodukteverordnung hinsichtlich endokriner Disruptoren, CMR-Stoffen und TPO erfüllen, und sie enthalten jeweils weniger als 0,1 Gewichtsprozent dieser Stoffe. Dr. Julia Kurtz, Director Marketing & Strategy Industrial Adhesives bei Henkel, beschreibt den Anspruch so: Innovation soll aus der Perspektive der Herausforderungen der Kunden entstehen. Genau diese Haltung wünsche ich mir in unserer ganzen Region. Dass Henkel das neue Portfolio auch auf der COMPAMED präsentiert, unterstreicht die Verbindung zwischen Forschung, Fertigung und Versorgung, die die Messe ausmacht.

Was mich an beiden Meldungen am meisten beeindruckt, ist der Gedanke der Umsetzung. Ideen allein verändern wenig. Erst wenn sie regulatorisch tragfähig, fertigungstauglich und im Alltag verlässlich sind, erreichen sie Menschen. Diese Verbindung von Innovation, Regulierung und Praxis ist genau das, was auch unsere Unternehmerschaft in Düsseldorf ausmacht.

Die MEDICA und die COMPAMED zeigen, was möglich ist, wenn Unternehmen, Forschung, Verbände und Politik zusammenkommen. Im vergangenen Jahr zählten beide Messen rund 5.300 ausstellende Unternehmen aus 70 Nationen und 78.000 Fachbesucher aus 165 Ländern. Düsseldorf kann stolz darauf sein, diesen Rahmen zu bieten.