Bauindustrie in der Region begrüßt „Renovierungswelle“ der EU-Kommission

Mit den Plä­nen der EU-Kom­mis­si­on könn­ten in Euro­pa bis 2030 ca. 35 Mio. Gebäu­de reno­viert und somit 160.000 zusätz­li­che Arbeits­plät­ze in der Bau­wirt­schaft geschaf­fen wer­den. Das ist ein gutes Signal für die Bau­wirt­schaft in Zei­ten von Coro­na“, sag­te Die­ter Babiel, Haupt­ge­schäfts­füh­rer der BAUINDUSTRIE, zur Vor­stel­lung der Kom­mis­si­ons­stra­te­gie zur „Reno­vie­rungs­wel­le“. „Zugleich ist es ein wich­ti­ger Schritt, damit die EU ihre kli­ma­po­li­ti­schen Zie­le errei­chen kann. Das wird ohne deut­li­che Anstren­gun­gen im Gebäu­de­sek­tor nicht funk­tio­nie­ren.“ Die Ver­knüp­fung wirt­schaft­li­cher Anrei­ze mit den Zie­len des Kli­ma­schut­zes sei rich­tig, um nach­hal­tig zu inves­tie­ren.

Aller­dings sei es aus Sicht der BAUINDUSTRIE frag­lich, ob die vor­ge­schla­ge­nen Maß­nah­men wirk­lich aus­rei­chen, um die fäl­li­ge Umori­en­tie­rung der euro­päi­schen Gebäu­de­wirt­schaft in Rich­tung Ener­gie­ef­fi­zi­enz zu bewir­ken. „Wir haben in den letz­ten Jah­ren bereits Mil­li­ar­den an För­der­mit­teln aus­ge­schüt­tet, ohne dass die Sanie­rungs­ra­te auch nur annä­hernd in den erfor­der­li­chen Bereich gebracht wer­den konn­te“, so Babiel wei­ter. „Offen­bar sind die Hemm­nis­se für Gebäu­de­be­sit­zer nicht flä­chen­de­ckend über­wun­den.“

Vor die­sem Hin­ter­grund sei eine grund­sätz­lich ande­re Her­an­ge­hens­wei­se erfor­der­lich. „Gebäu­de­sa­nie­rung muss eine leicht erhält­li­che und leicht umsetz­ba­re Maß­nah­me wer­den“, betont Babiel. Unter dem Stich­wort „Seri­el­les Sanie­ren“ müss­ten Kon­zep­te ent­wi­ckelt und dafür För­der­pro­gram­me umge­strickt wer­den in Rich­tung Indus­trie­för­de­rung. „Wir müs­sen die Klein­tei­lig­keit der Umset­zung über­win­den, wenn wir signi­fi­kan­te Erfol­ge erzie­len wol­len.“ Hier müss­ten end­lich wirk­sa­me, bau­in­dus­tri­el­le Kon­zep­te mit umfas­sen­den Ser­vice­pa­ke­ten vor­an­ge­trie­ben wer­den. Bis­lang sei­en För­der­pro­gram­me zu sehr auf Objekt­för­de­rung am Ein­zel­ge­bäu­de aus­ge­rich­tet und über­wän­den nicht das Hemm­nis auf­wän­di­ger und klein­tei­li­ger Indi­vi­dual­maß­nah­men. Ergän­zend müs­se die För­der­struk­tur auf neue, ein­fa­che anwend­ba­re seri­el­le Her­an­ge­hens­wei­sen aus­ge­rich­tet wer­den. Ein sys­te­ma­ti­sches Indus­trie­för­der­pro­gramm wür­de ent­spre­chen­de Ange­bots­struk­tu­ren schaf­fen.

Aus­drück­lich befür­wor­tet wer­de das Auf­set­zen einer inte­grier­ten Stra­te­gie mit sowohl quar­tiers- wie auch sek­tor­über­grei­fen­den Ansät­zen. Wei­te­re Effi­zi­enz­ge­win­ne wür­den durch ein kon­se­quen­tes, ganz­heit­li­ches Zusam­men­den­ken von Gebäu­de­tech­no­lo­gie, erneu­er­ba­rer Ener­gie­ver­sor­gung und Digi­ta­li­sie­rung (KI) erwar­tet.