Warum ElectronicPartner sein Geschäftsmodell neu erfindet

Der EP:-Vorstand im Journalisten-Gespräch: Matthias Assmann, Patrick van Tent und Greta Ziob. Foto: EP:

(cs) Der Elektronikhandel steht unter Druck – und einer der wichtigsten Player der Branche reagiert jetzt mit einer klaren strategischen Neuausrichtung. Die ElectronicPartner-Gruppe, deren Zentrale sich in Düsseldorf befindet und die Mitglied der Unternehmerschaft Düsseldorf ist, will sich neu erfinden: weg vom reinen Produktverkauf, hin zu mehr Marge, mehr Kundennähe und langfristig mehr Zukunftsfähigkeit. Unser Podcast-Team „Düsseldorfer Wirtschaft“/ „GE:wirtschaftet“ sprach mit den Vorständen Matthias Assmann, Patrick van Tent und Greta Ziob. Unsere Online-Redaktion fasst das Gespräch an dieser Stelle zusammen.

Stabil – aber unter Zugzwang

Mit einem Zentralumsatz von rund 1,2 Milliarden Euro blickt ElectronicPartner auf ein wirtschaftlich solides Jahr 2025 zurück. Der Umsatz blieb im dritten Jahr in Folge stabil, in Deutschland gab es ein leichtes Plus von 1,4 Prozent. Auch europaweit zeigt sich die Gruppe robust, mit Zuwächsen etwa in der Schweiz.

Doch die Botschaft von Finanzvorständin Greta Ziob war eindeutig: Stabilität reicht nicht mehr. „Gezielte Dynamisierung“ lautet das neue Leitmotiv – eine vorsichtige Formulierung für einen tiefgreifenden Wandel.

Der Kunde rückt ins Zentrum

Besonders deutlich wurde das neue Vorstandsmitglied Patrick van Tent. Seine Analyse: Der klassische Verkauf von Elektronikgeräten allein hat keine Zukunft mehr. Die Antwort darauf ist ein Paradigmenwechsel.

Statt den Händler in den Mittelpunkt zu stellen, soll künftig der Kunde die zentrale Rolle spielen. ElectronicPartner will sich zum Anbieter von Komplettlösungen entwickeln – mit stärkerer Kundenbindung, neuen Serviceangeboten und engerer Zusammenarbeit mit Lieferanten.

Das Ziel: höhere Margen für die angeschlossenen Händler und eine stärkere Position im Wettbewerb. Auch die Online-Plattform und das stationäre Markenerlebnis sollen gezielt ausgebaut werden. Marketing wird dabei zum strategischen Treiber, nicht nur zur Begleitmaßnahme.

Wenn der Fernseher plötzlich zu lange hält

Warum dieser Wandel notwendig ist, machte Vorstand Matthias Assmann mit einem einfachen, aber prägnanten Beispiel deutlich: „Der Fernseher hält heute so lange wie eine Waschmaschine.“ Was früher ein regelmäßig nachgefragtes Produkt war, wird zunehmend zur langlebigen Anschaffung.

Gleichzeitig verändern sich Nutzung und Nachfrage grundlegend. Smartphones, Streaming und vernetzte Geräte verdrängen klassische Konsummuster. Für den Fachhandel bedeutet das: Weniger Austauschzyklen, mehr Beratungsbedarf – und neue Geschäftsmodelle.

Assmann setzt dabei nicht auf eine radikale Neuerfindung, sondern auf die Stärken des Netzwerks: Know-how bündeln, Kompetenzen teilen und den Fachhandel gezielt weiterentwickeln.

Unterschiedliche Dynamiken im Portfolio

Ein Blick auf die Marken zeigt, wie heterogen die Entwicklung ist:

  • Die Fachhandelslinie EP: wächst leicht und behauptet sich besser als der Markt
  • Die Großflächenmarke MEDIMAX steht unter Druck und muss sich neu positionieren
  • Das Technologie-Netzwerk comTeam wächst dynamisch – getrieben von Digitalisierung und KI
  • Mit WENDEpunkt erschließt die Gruppe gezielt Zukunftsfelder rund um erneuerbare Energien

Gerade letzteres zeigt, wohin die strategische Reise gehen könnte: weg vom reinen Geräteverkauf, hin zu integrierten Lösungen – von Photovoltaik bis Energiemanagement.

Transformation aus Düsseldorf

Dass dieser Wandel von Düsseldorf ausgeht, ist kein Zufall. Die Stadt ist nicht nur Sitz der Unternehmenszentrale, sondern auch ein bedeutender Standort für mittelständische Netzwerke. Als Mitglied der Unternehmerschaft Düsseldorf ist ElectronicPartner eng in die regionale Wirtschaft eingebunden – und steht exemplarisch für viele Unternehmen, die sich aktuell neu ausrichten müssen.

Unser Kurz-Kommentar: Der Aufbruch hat begonnen

ElectronicPartner steht vor einer anspruchsvollen Aufgabe: ein bewährtes Verbundmodell in eine digitale, serviceorientierte Zukunft zu überführen – ohne seine mittelständischen Wurzeln zu verlieren.

Die Richtung ist klar: mehr Zusammenarbeit, mehr Kundenzentrierung, mehr unternehmerischer Mut. Oder, wie es intern formuliert wurde: Stabilität ist kein Selbstzweck. Wer nicht wächst, schrumpft.

Die kommenden Jahre werden zeigen, ob aus dieser Neuausrichtung tatsächlich ein nachhaltiger Wettbewerbsvorteil entsteht. Klar ist schon jetzt: Der Wandel hat begonnen – und er wird tiefgreifend sein.

„Volle Hütte“ beim Frühjahreskongress von EP: in Neuss. Foto: Christoph Sochart

Düsseldorfer Flughafen trotzt schwierigem Marktumfeld – Wachstum, Investitionen und klare Zukunftspläne

Lars Redeligx (rechts), Vorsitzender der Flughafengeschäftsführung und Pradeep Pinakatt, kaufmännischer Geschäftsführer und Arbeitsdirektor des Düsseldorfer Flughafens, vor der neuen Hauptfeuerwache des Airports. Foto: Christoph Sochart

(cs) Der Düsseldorfer Flughafen hat auf seiner Jahrespressekonferenz die Verkehrs- und Geschäftszahlen für das Jahr 2025 vorgestellt – und sendet trotz eines anspruchsvollen Marktumfelds ein deutlich positives Signal. Mehr Passagiere, ein stark verbessertes Ergebnis und Investitionen auf Rekordniveau zeigen: Der Airport bleibt auf Wachstumskurs und treibt seine Entwicklung zur „Destination of Excellence“ konsequent voran.

Mit rund 21 Millionen Passagieren verzeichnete Nordrhein-Westfalens größter Flughafen ein Plus von knapp fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im Durchschnitt nutzten täglich etwa 57.600 Reisende den Airport, an Spitzentagen waren es sogar mehr als 80.000. Auch die Zahl der Flugbewegungen stieg weiter an – auf über 159.900 Starts und Landungen.

Für Flughafengeschäftsführer Lars Redeligx ist diese Entwicklung ein klares Signal: „Dass wir im zweiten Jahr in Folge um rund eine Million Passagiere wachsen, ist ein starkes Zeichen für die Attraktivität unseres Airports. Für uns ist das Bestätigung und Auftrag zugleich.“ Besonders gefragt bleiben klassische Urlaubsdestinationen wie Spanien, die Türkei, Griechenland und Italien. Insgesamt verbinden im aktuellen Sommerflugplan mehr als 60 Airlines Düsseldorf mit über 160 Zielen weltweit.

Auch wirtschaftlich konnte der Flughafen deutlich zulegen. Der Jahresüberschuss stieg um knapp 50 Prozent auf 20,2 Millionen Euro. Gleichzeitig investierte der Airport mit 94,6 Millionen Euro so viel wie nie zuvor. Die Umsatzerlöse liegen bei 467,2 Millionen Euro. Zudem gelang es, die Nettoverbindlichkeiten um rund 37 Millionen Euro zu reduzieren. Das noch bestehende NRW-Corona-Darlehen soll bis Ende 2026 vollständig zurückgezahlt werden.

„Wir wachsen, wir investieren und wir tun dies auf einer soliden wirtschaftlichen Grundlage“, betont Pradeep Pinakatt, kaufmännischer Geschäftsführer. Gerade vor dem Hintergrund geopolitischer Unsicherheiten und wirtschaftlicher Herausforderungen sei das ein starkes Signal – für Mitarbeitende, Partner und die gesamte Region.

Ein zentraler Baustein der Zukunftsstrategie ist der Masterplan 2045. Rund eine Milliarde Euro will der Flughafen in den kommenden zwei Jahrzehnten investieren – in Infrastruktur, Nachhaltigkeit und Qualität. Bereits kurzfristig sichtbar wird dieser Anspruch etwa mit der neuen Hauptfeuerwache, die noch in diesem Jahr in Betrieb geht und modernste Technik mit einem nachhaltigen Energiekonzept verbindet.

Auch im Bereich Energie setzt der Airport neue Maßstäbe: Eine Photovoltaik-Großanlage mit rund 40.000 Modulen soll künftig mehr als 15 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr erzeugen. Ergänzt wird sie durch Batteriespeicher, um die Energie effizient zu nutzen. Parallel plant der Flughafen den Bau eines neuen Tanklagers mit Gleisanschluss – ein wichtiger Schritt für die Versorgung mit nachhaltigen Kraftstoffen.

Für Passagiere sind viele Verbesserungen bereits heute spürbar. Die neue „Rhein Lounge“ ist teilweise eröffnet und bietet mit regionalen Akzenten und Blick auf das Vorfeld eine deutlich höhere Aufenthaltsqualität. Auch die neue VIP-Lounge setzt auf Komfort, Ruhe und Diskretion. Beide Bereiche sollen im Laufe des Sommers vollständig fertiggestellt werden. Darüber hinaus wird das Retail- und Gastronomieangebot grundlegend modernisiert – bis Anfang 2027 sollen 24 neue Konzepte hinzukommen.

Weitere Maßnahmen betreffen die Modernisierung der Sanitäranlagen, den Ausbau automatisierter Prozesse wie Self-Bag-Drop und Boarding sowie die Optimierung des Services für Fluggäste mit Behinderung. Schon heute können Reisende ihre Check-in-Zeiten vorab reservieren und Wartezeiten online einsehen – ein Service, der weiter ausgebaut werden soll.

Auch wirtschaftlich bleibt der Flughafen ein Schwergewicht für Nordrhein-Westfalen: Rund 20.000 Menschen arbeiten am Standort. Zwischen 2022 und 2025 wurden Aufträge im Wert von über 750 Millionen Euro an Unternehmen in der Region vergeben. Insgesamt generieren die am Airport tätigen Unternehmen eine jährliche Bruttowertschöpfung von mehr als vier Milliarden Euro.

Mit Blick auf 2026 stehen weitere Investitionen und Modernisierungen an – darunter der Umbau von Flugsteig B und zusätzliche Maßnahmen im Bereich Service und Hygiene. Gleichzeitig wirft ein besonderes Jubiläum seine Schatten voraus: Im kommenden Jahr feiert der Düsseldorfer Flughafen sein 100-jähriges Bestehen.

Die Botschaft der Jahrespressekonferenz ist klar: Trotz schwieriger Rahmenbedingungen bleibt der Düsseldorfer Airport auf Kurs – wirtschaftlich stabil, strategisch ambitioniert und mit einem klaren Fokus auf Qualität, Nachhaltigkeit und Wachstum.

Lars Redeligx (links), Vorsitzender der Flughafengeschäftsführung und Pradeep Pinakatt, kaufmännischer Geschäftsführer und Arbeitsdirektor des Düsseldorfer Flughafens. Foto: Christoph Sochart

Neue Feuerwache am Düsseldorfer Flughafen: Hightech für den Ernstfall

Die neue Feuerwache an unserem Flughafen. die vermutlich modernste Flughafenwache in Europa. Foto: Christoph Sochart

(cs) Eigentlich dürfen „Externe“ noch gar nicht rein, aber für uns wurde heute eine Ausnahme gemacht: wir durften uns die neue Feuerwache des Düsseldorfer Flughafens anschauen und mit dem Feuerwehrchef exklusiv sprechen.

Während unseres Besuchs am Flughafen wurde deutlich: Die neue Feuerwache ist weit mehr als nur ein Gebäude – sie ist ein hochmodernes Sicherheitszentrum, das Maßstäbe für europäische Flughäfen setzen dürfte. Noch vor der offiziellen Inbetriebnahme an diesem Wochenende konnten wir uns vor Ort ein Bild machen – inklusive Praxistests der Anlagen, bei denen alles auf Herz und Nieren geprüft wurde.

Die Leitstelle der neuen Wache. Foto: Christoph Sochart

Ob Sprungschachtanlage oder Rutschstange: Jedes Detail muss im Ernstfall reibungslos funktionieren. Denn Zeit ist hier der entscheidende Faktor. Das Ziel ist ehrgeizig – und beeindruckend zugleich: Innerhalb von nur 130 Sekunden soll die Flughafenfeuerwehr jeden Punkt des Geländes erreichen können.

Die neue Feuerwache, die im Rahmen der Jahrespressekonferenz vorgestellt wurde, entsteht rund 30 Jahre nach dem verheerenden Brand am Flughafen – ein Ereignis, das die Sicherheitsstandards nachhaltig geprägt hat. Mit einem Investitionsvolumen von rund 65 Millionen Euro setzt der Flughafen nun auf modernste Technik und eine Infrastruktur, die sowohl leistungsfähig als auch nachhaltig ist.

Der „Panther“ – das zur Zeit modernste Fahrzeug der Feuerwache am Flughafen. Foto: Christoph Sochart

Ein besonderes Highlight ist der Fuhrpark: Das größte Einsatzfahrzeug trägt den Namen „Panther“. Aus seinem Werferarm können bis zu 6000 Liter Löschmittel pro Minute auf einen Brandherd abgegeben werden – eine enorme Schlagkraft, die im Ernstfall Leben retten kann.

Neben der technischen Ausstattung überzeugt auch das Gesamtkonzept der Feuerwache durch hohe Nachhaltigkeitsstandards. Energieeffizienz und moderne Bauweise gehen hier Hand in Hand mit maximaler Einsatzbereitschaft.

Am Düsseldorfer Airport ist die Feuerwehr 24 Stunden am Tag im Dienst. Ihr Aufgabenbereich erstreckt sich vom Flugzeug- und Gebäudebrandschutz über technische Hilfsleistungen, Unterstützung bei Gefahrgutunfällen bis hin zum Rettungsdienst für den gesamten Airportbereich. Als Betreiber trägt die Flughafen Düsseldorf GmbH die Verantwortung für das Rettungs- und Feuerlöschwesen am Airport.

Die Inbetriebnahme erfolgt bereits an diesem Wochenende, während die offizielle Eröffnung im Mai im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung geplant ist. Schon jetzt steht fest: Mit dieser neuen Feuerwache ist der Düsseldorfer Flughafen bestens für zukünftige Herausforderungen gerüstet.

Foto: Christoph Sochart

Neuer BLOG-Beitrag: PAARE IM HOMEOFFICE BEKOMMEN MEHR KINDER

(cs) Früher hieß es: Kinder kommen, wenn die Umstände stimmen. Heute scheint es eher zu heißen: Kinder kommen, wenn das WLAN stabil ist. Eine neue Studie des IFO-Institut legt nahe, dass schon ein einziger Homeoffice-Tag pro Woche die Geburtenrate messbar anhebt. Vierzehn Prozent mehr Nachwuchs – das ist keine Kleinigkeit, sondern fast schon eine stille demografische […]

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Podcastfolge 196: Stipendium TidA – Talente in der Ausbildung

Christina Moeser Foto: Frank Wiedemeier

(ud) Die duale Ausbildung ist seit Jahrzehnten ein zentraler Pfeiler der deutschen Wirtschaft und gilt international als echtes Erfolgsmodell. Sie verbindet Theorie und Praxis, schafft Fachkräfte von morgen und bietet jungen Menschen hervorragende Karrierechancen. Dennoch standen Förderprogramme lange Zeit vor allem Studierenden offen – Auszubildende blieben oft außen vor. Genau hier setzt das Stipendium TidA – Talente in der Ausbildung –  gezielt an und setzt Auszubildende in den Fokus. In dieser Folge spricht Christina Moeser mit Cornelia Werner von der Stiftung der Deutschen Wirtschaft. Gemeinsam werfen sie einen Blick auf das Ausbildungsstipendium TidA – und damit auf die große Bedeutung von Auszubildenden für unsere Wirtschaft. Wir sprechen darüber, wie wichtig Engagement schon in der Ausbildung ist, welche Chancen Programme wie TidA eröffnen und warum die duale Ausbildung gerade heute ein entscheidender Erfolgsfaktor für Unternehmen und junge Menschen gleichermaßen ist. Diesen Podcast gibt es überall dort zu hören, wo es gute Podcasts gibt und aufwww.unternehmerschaft.de. Gemacht wird der Podcast von der Unternehmerschaft Düsseldorf in Kooperation mit den Streamboxstudios.

DÜSSELDORF BOOMT! Mega-Projekte, Milliarden-Pläne und so sieht die Zukunft der Rhein-Metropole aus

Quellen: Landeshauptstadt Düsseldorf, Midstad, Catella, die developer/UNStudio, MIPIM 2026

(cs) Unsere Stadt boomt. Dies zeigen eindrucksvoll auch die aktuellen Entwicklungen und Zukunftsprojekte des Wirtschaftsstandorts Düsseldorf

Innenstadt im Wandel: Lebendige Mischung statt monofunktionaler Flächen
Im Zentrum der Düsseldorfer Stadtentwicklungsstrategie steht die konsequente Weiterentwicklung zentraler Innenstadtlagen. Wohnen, Arbeiten, Handel und Kultur sollen näher zusammenrücken – und so eine wirklich lebendige Innenstadt entstehen lassen. Nachhaltige Entwicklung soll dabei kein Selbstzweck sein, sondern das Fundament für langfristige Wertbeständigkeit und stabile Perspektiven.

Leuchtturmprojekte dieser Strategie sind zwei besonders prominente Vorhaben: Die Tuchtinsel von Midstad an der Ecke Schadowstraße/Berliner Allee sowie das Mixed-Use-Projekt Kreuzstraße/Steinstraße der B & L Group in Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro ingenhoven associates.

Die Tuchtinsel hat dabei eine besondere Geschichte: Das Areal verdankt seinen Namen der traditionsreichen Düsseldorfer Kaufmannsfamilie Tucht und besteht aus drei zentral gelegenen Grundstücken, die wie eine Insel von der Berliner Allee umschlossen werden.

Midstad hat zuletzt die letzte Lücke im Ensemble geschlossen und bereitet nun ein kooperatives Wettbewerbsverfahren vor, in dem neben Fachplanerinnen und -planern auch Bürgerinnen und Bürger einbezogen werden sollen. Der offizielle Start des Wettbewerbs ist noch für dieses Jahr vorgesehen.

Drei Großprojekte, die Düsseldorf prägen werden
Neben diesen Leuchtturmprojekten der Innenstadt gibt es eine Reihe von Vorhaben, die den Stadtgrundriss in den kommenden Jahren spürbar verändern werden:

KöTower – Direkt an der Königsallee entsteht mit dem KöTower ein 17-geschossiges Bürogebäude, das die Tradition eines Bestandsobjekts aus den 1960er Jahren in ein nachhaltiges und zeitgemäßes Hochhaus überführt. Kurz vor Weihnachten 2025 erteilte die Stadt die Baugenehmigung, RKW Architektur+ fungiert dabei als Planer und zugleich als Ankermieterin. Mit 1.800 Quadratmetern begrünter Dachgärten, 200 verschiedenen Pflanzenarten und Photovoltaik wird hier eines der nachhaltigsten Gebäude der Düsseldorfer Innenstadt entstehen – mit Fertigstellung bis 2028.

LeCoeur – Das Hines-Projekt an der Königsallee, entworfen von RKW Architektur+ und Pickard Chilton, zählt bereits zu den architektonischen Highlights der aktuellen Stadtentwicklung. Ein flexibles Einzelhandels- und Bürogebäude, das den Anspruch der Kö an zeitgemäße urbane Qualität einlöst.

New Heart on the Block – Das Hochhausensemble von die developer und UNStudio, entwickelt mit einer Höhenstaffelung von 90 bis 120 Metern, soll als städtebauliches und architektonisches Wahrzeichen im Norden Düsseldorfs wirken. Der Nutzungsmix umfasst rund 37.000 Quadratmeter Büro- und Gewerbefläche sowie weitere Wohnflächen  – ein echter urbaner Knotenpunkt mit direktem Anschluss an Fußwege und Radwege am Kennedydamm.

Industrielle Stärke als Rückgrat der Wirtschaft
Düsseldorf versteht sich nicht nur als Metropole der Bürotürme und Promenaden. Auch industrielle Stärke bleibt ein wichtiger Baustein wirtschaftlicher Resilienz: Die Stadt setzt auf den Erhalt und die Modernisierung von Industrieflächen und schafft Entwicklungsperspektiven für internationale Unternehmen. Erweiterungsinvestitionen globaler Konzerne wie Mercedes Benz oder Komatsu Germany Mining unterstreichen dieses Vertrauen. Auch das frühere Valourec-Gelände gehört zu den Industrieflächen, die künftig zukunftssicher entwickelt werden sollen.

Infrastruktur und Mobilität als Werttreiber
Infrastruktur, Mobilität und digitale Vernetzung bilden das Fundament für Produktivität und internationale Wettbewerbsfähigkeit – mit dem Versprechen, den Standort Düsseldorf weiterhin effizient und gut erreichbar zu gestalten. Zugleich sollen neue Quartiere sozial ausgewogen und durchgrünt sein – eine Stadt, die ökonomisch stark ist und gleichzeitig menschliche Maßstäbe wahrt.

Kellers Botschaft: Flächen bekommen Bedeutung
Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller fasste die Strategie in klare Worte: „Wir transformieren Flächen in funktionierende Stadtbausteine und entwickeln Gebäude zu urbanen Ankerpunkten. Wir verbinden Infrastruktur mit Lebensqualität und sichern Wertschöpfung durch nachhaltige Qualität. Wir geben Flächen Bedeutung. Düsseldorf wächst, investiert und entwickelt sich weiter – mit einem klaren Bild davon, was eine zukunftsfähige Stadt ausmacht.”

Quellen: Landeshauptstadt Düsseldorf, Midstad, Catella, die developer/UNStudio, MIPIM 2026, RKW

CYCLINGWORLD EUROPE Urban Hub: Fahrradkultur mitten in der Düsseldorfer Innenstadt

(cs) Mit dem neuen Urban Hub der CYCLINGWORLD EUROPE kommt Europas Ausstellung „für feinste Fahrradkultur“ erstmals direkt in die Düsseldorfer Innenstadt. Vom 20. bis 22. März 2026 wird damit nicht nur das AREAL BÖHLER zum Treffpunkt der internationalen Bike-Szene – auch der Gustaf-Gründgens-Platz verwandelt sich an diesem Wochenende in ein lebendiges Zentrum rund um Fahrrad und E-Bike.

Direkt im Herzen von Düsseldorf – zwischen Düsseldorfer Schauspielhaus und Kö-Bogen II – erwartet Besucherinnen und Besucher ein abwechslungsreiches Programm mit Ausstellungsständen, Aktionen, Testmöglichkeiten und Entertainment. Ob E-Bike, Urban Mobility, Design oder Lifestyle: Der Urban Hub zeigt, wie vielfältig und modern Fahrradkultur heute sein kann.

Eingeladen sind Radfans, Marken, Händler und Stadtbewohner gleichermaßen – „zum Erleben, Testen und Entdecken“, heisst es in der Mitteilung an unsere Redaktion. Wer also Lust auf Probefahrten in urbaner Umgebung hat, neue Produkte kennenlernen oder einfach die besondere Atmosphäre der CYCLINGWORLD EUROPE erleben möchte, könnte hier genau richtig sein.

Mit dem Urban Hub bringt die CYCLINGWORLD EUROPE das, was sie ausmacht – Innovation, Design, Leidenschaft und Community – direkt dorthin, wo die Menschen sind: in die City.

Öffnungszeiten Urban Hub

  • Freitag, 20. März 2026: 12:00 – 18:00 Uhr
  • Samstag, 21. März 2026: 10:00 – 18:00 Uhr
  • Sonntag, 22. März 2026: 10:00 – 17:00 Uhr

Der Urban Hub ergänzt die parallele Ausstellung im AREAL BÖHLER (20.-22.03.2026) und bringt die Welt der modernen Fahrradkultur direkt ins urbane Leben der Stadt. Ein Treffpunkt für alle, die urbane Mobilität leben und erleben wollen.

Young Talents feiern Abschluss bei TEEKANNE

Foto: TEEKANNE/Social Media

(cs) Bei der Düsseldorfer Teemarke Teekanne, Mitglied in der Unternehmerschaft Düsseldorf, gehört sie zu den Höhepunkten des Jahres: die Abschlussfeier des Nachwuchsprogramms „Young Talents“. In diesem Jahr konnten insgesamt sechs junge Fachkräfte ihre Ausbildung beziehungsweise ihr duales Studium erfolgreich abschließen – ein wichtiger Schritt sowohl für die Absolventinnen und Absolventen als auch für das Unternehmen selbst. Teekanne berichtete zunächst in ihren Social-Media-Accounts darüber.

Drei der Nachwuchskräfte beendeten ihre technische Ausbildung bei der Tochterfirma Teepack. Die frisch ausgebildeten Industriemechaniker und Mechatroniker überzeugten dabei mit handwerklichem Geschick und großem Engagement während ihrer Ausbildungszeit.

Auch im kaufmännischen Bereich gab es Grund zum Feiern: Justin Schiffer schloss seine Ausbildung zum Industriekaufmann bei Teekanne mit einem herausragenden Ergebnis ab.

Ein besonderes Novum gab es in diesem Jahr im akademischen Nachwuchsprogramm. Erstmals erreichten zwei dual Studierende ihren Bachelorabschluss: Greta Brünger und Richard Mark S. Während ihres Studiums brachten sie sich bereits mit eigenen Initiativen ein.

So entstand unter anderem das Projekt „Campus Connect“, das in Zusammenarbeit mit regionalen Unternehmen aus Düsseldorf und Neuss sowie der FOM Hochschule für Oekonomie & Management (eine der grössten privaten Hochschule, deren Quelle bei den Arbeitgeberverbänden liegen) umgesetzt wurde. Darüber hinaus übernahmen die beiden eigenständig das Projektmanagement für den neuen Imagefilm des Young-Talents-Programms.

Für das Unternehmen zeigt sich damit einmal mehr, wie schnell sich junge Talente in den ersten Jahren ihres Berufslebens entwickeln können. Die steile Lernkurve und das Engagement des Nachwuchses seien jedes Jahr aufs Neue beeindruckend, heißt es aus dem Unternehmen. Umso größer ist die Freude darüber, viele der Absolventinnen und Absolventen auch künftig innerhalb der Teekanne-Welt begleiten zu können.

Quelle: TEEKANNE/Social Media

Zu hohe Kosten und Bürokratie: Arbeitgeber fordern Kurswechsel in der Wirtschaftspolitik

Oliver Zander Foto: GESAMTMETALL

(cs) Wenn man Bürokratie abbauen will, muss man auch Bürokraten abbauen, wenn man Wachstum will, muss man Reformen durchsetzen. Gesamtmetall-Hauptgeschäftsführer Oliver Zander rechnet damit, dass die M+E-Industrie dieses Jahr noch einmal viele Arbeitsplätze verliert. Im Gespräch mit den Zeitungen der Funke Mediengruppe redet er Klartext. Unserer Redaktion liegt das komplette Interview vor. Zander sieht Deutschland in einer tiefen Industriekrise. Um Arbeitsplätze und Wettbewerbsfähigkeit zu sichern, fordert er umfassende wirtschaftliche Reformen, weniger Bürokratie und Veränderungen bei Sozialabgaben, Arbeitszeit und Rentensystem.

Wichtigste Punkte des Interviews

1. Schwere Krise der Industrie

  • Die Branche befindet sich seit zwei Jahren in einer Rezession.

  • Seit 2018 sind bereits 270.000 Arbeitsplätze verloren gegangen.

  • 2026 könnten bis zu 150.000 weitere Jobs wegfallen.

  • Zander spricht von einer begonnenen Deindustrialisierung in Deutschland.

2. Deutschland verliert an Wettbewerbsfähigkeit

  • Gründe laut Zander:

    • hohe Energiekosten

    • hohe Unternehmenssteuern

    • hohe Sozialabgaben

    • zu viel Bürokratie

  • Dadurch werde zu wenig in Deutschland investiert.

3. Besonders betroffene Branchen

  • Automobilindustrie

  • Maschinenbau

  • inzwischen auch Elektroindustrie

  • Wachstum gibt es nur im Rüstungsbereich, der aber zu klein ist, um Verluste auszugleichen.

4. Arbeitsmarkt-Paradox

  • Trotz Fachkräftemangel steigen Arbeitslosenzahlen, weil Firmen wegen der schlechten Lage weniger einstellen.

  • Langfristig könnten durch viele Renteneintritte wieder Chancen für junge Menschen entstehen.

5. Kritik am Mindestlohn

  • Der Mindestlohn sei stark gestiegen (seit 2015 etwa +72 %).

  • Dadurch werde einfache Arbeit teuer und Anreize für Ausbildung sinken, so Zander.

6. Hohe Steuern und Abgaben

  • Viele Arbeitnehmer geben über 40–50 % ihres Einkommens ab.

  • Ohne Reformen könnten Sozialabgaben bis 2035 auf 50 % steigen.

7. Forderung nach Reformen
Zander fordert:

  • Bürokratieabbau (auch weniger Personal in Verwaltungen)

  • effizientere Sozialversicherungssysteme

  • stabile Sozialabgaben (max. 40 %)

  • höheres Renteneintrittsalter statt Rente mit 63

  • mehr Arbeitsstunden, um Wachstum zu fördern.

8. Politische Warnung

  • Viele Bürger seien frustriert über die wirtschaftliche Lage.

  • Die Regierung müsse schnell Reformen liefern, sonst wachse die politische Unzufriedenheit.

Quelle: GESAMTMETALL

Firmenpleiten auf Höchststand seit Jahren – Zahl der Insolvenzen steigt weiter

(cs) Die wirtschaftliche Lage vieler Unternehmen in Deutschland bleibt angespannt. Im Jahr 2025 haben die deutschen Amtsgerichte 24.064 beantragte Unternehmensinsolvenzen registriert. Das sind 10,3 Prozent mehr als im Jahr zuvor, wie das Statistisches Bundesamt unserer Redaktion in einer Presseinformation mitteilt.

Damit setzt sich ein deutlicher Trend fort: Bereits 2023 und 2024 war die Zahl der Firmenpleiten um jeweils mehr als 20 Prozent gestiegen. Zuletzt hatte es ähnlich viele Unternehmensinsolvenzen im Jahr 2014 gegeben. Während der Finanz- und Wirtschaftskrise 2009 lag der Wert sogar noch deutlich höher – damals meldeten 32.687 Unternehmen Insolvenz an.

Weniger Großinsolvenzen

Die Forderungen der Gläubiger aus den Insolvenzen beliefen sich 2025 auf rund 47,9 Milliarden Euro. Das ist weniger als im Jahr zuvor, als sie bei etwa 58,1 Milliarden Euro lagen.

Der Grund: 2025 gab es weniger sogenannte Großinsolvenzen mit Forderungen von mindestens 25 Millionen Euro. Die Zahl dieser großen Fälle sank um 15,6 Prozent. 2024 hatten mehrere wirtschaftlich bedeutende Unternehmen Insolvenz angemeldet und die Gesamtsumme der Forderungen entsprechend erhöht.

Transport- und Logistikbranche besonders betroffen

Besonders häufig betroffen waren Unternehmen aus dem Bereich Verkehr und Lagerei. Dort gab es 133 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen – der höchste Wert aller Branchen.

Ebenfalls stark betroffen waren:

  • das Gastgewerbe mit 108 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen
  • das Baugewerbe mit 104 Fällen
  • Dienstleister wie Zeitarbeitsfirmen mit 100 Insolvenzen

Insgesamt lag die durchschnittliche Insolvenzhäufigkeit in Deutschland bei 69 Fällen je 10.000 Unternehmen.

Auch zum Jahresende mehr Pleiten

Der Trend setzte sich auch im Dezember 2025 fort. In diesem Monat meldeten die Amtsgerichte 2.037 Unternehmensinsolvenzen – ein Anstieg von 13,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.

Die Forderungen der Gläubiger beliefen sich dabei auf 3,6 Milliarden Euro, nachdem sie im Dezember 2024 noch rund 5,8 Milliarden Euro betragen hatten.

Mehr Privatinsolvenzen

Nicht nur Unternehmen, auch Privatpersonen geraten häufiger in finanzielle Schwierigkeiten. Im Jahr 2025 wurden 77.219 Verbraucherinsolvenzen registriert – 8,4 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Allein im Dezember meldeten 6.278 Verbraucherinnen und Verbraucher Insolvenz an. Das entspricht einem Plus von 12,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Statistik zeigt nur einen Teil der Geschäftsaufgaben

Die Insolvenzstatistik erfasst allerdings nur Unternehmen, die tatsächlich ein Insolvenzverfahren durchlaufen. Geschäftsaufgaben aus anderen Gründen, etwa freiwillige Betriebsschließungen oder frühzeitige Geschäftsaufgaben vor finanziellen Problemen, werden darin nicht berücksichtigt.

Trotzdem zeigt die Entwicklung klar: Die wirtschaftliche Lage bleibt für viele Betriebe schwierig – und die Zahl der Insolvenzen steigt weiter.