Unser Arbeitgeberpräsident über die Notwendigkeit von Gaskraftwerken, den Wegfall der E-Auto-Prämie und über seine Sorgen zur nordrhein-westfälischen Bildungspolitik

Arnd Kirchhoff, der Präsident von Unternehmer NRW, spricht in der Rheinischen Post über die Notwendigkeit von Gaskraftwerken, die Hürden bei deren Bau, den Wegfall der E-Auto-Prämie, über seine Sorgen zur nordrhein-westfälischen Bildungspolitik und die Höhe des Bürgergelds.

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Fachkräfteoffensive 2024: Heere Ziele und große Herausforderungen in Düsseldorf und NRW

Minister Karl-Josef Laumann Foto: Ralph Sondermann

Arbeitsminister Karl-Josef Laumann hat gemeinsam mit Roland Schüßler, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Nordrhein-Westfalen der Bundesagentur für Arbeit, in Düsseldorf die aktuellen Herausforderungen und arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen bei der Sicherung von Arbeits- und Fachkräften vorgestellt.

Besonders junge Menschen, denen der Weg in Ausbildung schwerfällt, werden in diesem Jahr in Nordrhein-Westfalen mithilfe von Übergangslotsen noch gezielter unterstützt. 2-3 Lotsen werden in Düsseldorfer Schulen unterwegs sein.

Außerdem sollen zudem arbeitsfähige Personen im Bürgergeldbezug schnell und erfolgreich auf den Arbeitsmarkt vermittelt werden. Gemeinsam mit den Arbeitgebern sollen auch die Bemühungen verstärkt werden, um noch mehr Menschen mit Behinderung eine Chance auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu eröffnen.

Arbeitsminister Karl-Josef Laumann: „Der Mangel an Arbeits- und Fachkräften ist allgegenwärtig. Wir brauchen jede und jeden auf dem Arbeitsmarkt, um die Herausforderungen der Zeit von Klimaschutz bis zur Sicherung der Pflege in einer alternden Gesellschaft zu stemmen. Auch die Transformation unserer Wirtschaft wird nur mit ausreichend Fachkräften erfolgreich zu meistern sein. Vor etwa einem Jahr haben wir als Landesregierung im Schulterschluss mit unseren Arbeitsmarktpartnern die Fachkräfteoffensive NRW gestartet. Seitdem haben wir einiges auf den Weg gebracht. Die Sicherung von ausreichend Arbeits- und Fachkräften ist jedoch eine Daueraufgabe. Deswegen entwickeln wir die Fachkräfteoffensive kontinuierlich weiter und unterstützen dabei, dass Arbeitsuchende und Arbeitgeber zusammenfinden.“

Roland Schüßler, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Nordrhein-Westfalen der Bundesagentur für Arbeit: „Der Arbeitsmarkt in Nordrhein-Westfalen bleibt weiter robust, trotz der Herausforderungen, vor denen viele Wirtschaftsbetriebe derzeit stehen. Ein wichtiges Thema ist dabei für die Wirtschaft die Fachkräftesicherung. Um Unternehmen bei dieser zentralen Herausforderung zu unterstützen, ist die Fachkräfteoffensive NRW der richtige Weg. Zusammen mit unseren Arbeits- und Ausbildungsmarktpartnerinnen und -partnern unterstützen wir als Arbeitsagenturen und Jobcenter dabei die Landesregierung nach Kräften. Am Ausbildungsmarkt bündeln wir die Aktivitäten der Landesinitiative „Kein Abschluss ohne Anschluss“ (KAoA) und lokale Angebote in den Jugendberufsagenturen. Mit unseren Partnerinnen und Partnern haben wir hier unsere Möglichkeiten eng verzahnt, damit wir junge Menschen noch zielgerichteter beim Übergang von der Schule in den Beruf, sowie Unternehmen bei der Suche nach den passenden Auszubildenden noch besser unterstützen können. Auch für die Integration geflüchteter Menschen haben wir eine enge Verzahnung unter uns als Akteure am Arbeitsmarkt geschaffen. Insbesondere bei den wichtigen Themen Bildung, Spracherwerb und Anerkennung kooperieren wir eng. Für mich ist die zentrale Botschaft: Jede und jeder wird gebraucht, zusammen mit unseren Netzwerkpartnern schaffen wir individuelle Perspektiven für den Weg in den Arbeits- oder Ausbildungsmarkt.“

Junge Menschen im Übergangssystem in Ausbildung führen

Rund 10.000 Schülerinnen und Schüler in Nordrhein-Westfalen, die sich in Bildungsgängen der Ausbildungsvorbereitung an Berufskollegs befinden, werden fortan von über 130 Übergangslotsen bei der Suche nach Ausbildungs- und Praktikumsstellen unterstützt. Damit sollen die Übergänge in Ausbildung deutlich beschleunigt und erhöht werden. Die Lotsen werden ihre Arbeit im Wesentlichen vor Ort in den Berufskollegs umsetzen.

Schülerinnen und Schüler in den Berufskollegs, die Interesse haben, am Programm teilzunehmen, können sich direkt an die Lotsen oder an ihre Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer wenden. Eine Kontaktaufnahme zu den Bildungsträgern, die das Lotsenprogramm umsetzen, ist ebenso möglich. Betriebe und Unternehmen, die auf der Suche nach Auszubildenden sind oder Praktikumsstellen anbieten möchten, können sich ebenfalls an die Berufskollegs in ihrer Region, ihre zuständige Kammer oder an die Bildungsträger wenden (Liste der Bildungsträger). 

Die Übergangslotsen ergänzen bestehende Coaching- und Unterstützungsprogramme wie „Ausbildungswege NRW“ und die „Berufseinstiegsbegleitung“, die ebenfalls jungen Menschen beim Übergang in den Beruf helfen. Für all diese Angebote stellt das Land insgesamt über 870 Coaches, Lotsen und Begleiter zur Verfügung und investiert dafür – insgesamt über 55 Millionen Euro pro Jahr.

Vermittlungsoffensive für Arbeitsuchende im Leistungsbezug

Noch immer sind mehr als 700.000 Menschen in Nordrhein-Westfalen ohne Arbeit. Knapp 300.000 davon sind langzeitarbeitslos. Gleichzeitig gibt es nach wie vor viele freie Stellen am Arbeitsmarkt. Deshalb hat die Landesregierung gemeinsam mit den 18 kommunalen Jobcentern in Nordrhein-Westfalen eine Vermittlungsoffensive gestartet.

„Es ist unser Ziel, arbeitsuchende Menschen im Leistungsbezug schnell erfolgreich in Arbeit zu vermitteln. Die Leistungsberechtigten sollen von den Jobcentern schnellstmöglich zu einem persönlichen Gespräch eingeladen werden und konkrete Angebote zur Integration in Arbeit oder Ausbildung unterbreitet bekommen. Es ist eine Frage der Gerechtigkeit, dass diejenigen, die arbeiten können, auch arbeiten gehen. Wir sollten daher erwarten, dass diese Angebote auch genutzt werden. Ansonsten laufen wir Gefahr, dass die Menschen irgendwann das Vertrauen in den Sozialstaat verlieren. Das wäre fatal”, so Minister Laumann. 

Mehr Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen

In Nordrhein-Westfalen sind etwa 50.000 schwerbehinderte Menschen arbeitslos gemeldet. Davon hat etwa die Hälfte eine abgeschlossene Berufsausbildung oder eine akademische Ausbildung. Die Landesregierung hat das Ziel, gemeinsam mit den Unternehmen verstärkt dafür zu sorgen, dass noch mehr Menschen mit Behinderung eine Chance auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt erhalten. Hierfür wird derzeit eine Vereinbarung zwischen den Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern, den Unterstützungssystemen und der Landesregierung erarbeitet. Denn: Menschen mit Behinderung können einen wichtigen Beitrag zum Erfolg eines Unternehmens leisten.

Roland Schüßler, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Nordrhein-Westfalen der Bundesagentur für Arbeit. Archivfoto: Regionaldirektion NRW 

Kommentar

Gut gemeint ist die Fachkräfteoffensive der Landesregierung allemal und die Unternehmerschaft Düsseldorf wird ihr Möglichstes tun, um die Initiative zu unterstützen: unter anderem mit Aktivitäten der Beruflichen Orientierung unserer Stiftung Pro Ausbildung und passgenauen Infos an unsere Mitgliedsbetriebe. Gleichwohl sind es auch heere Ziele, die die Herren Laumann und Schüßler im Pressegespräch ins Rennen geworfen haben.

In erster Linie liegt das am Qualifikationsmismatch in Düsseldorf und Umgebung. Es kann schwierig sein, die Bedürfnisse der Betriebe mit den vorhandenen Qualifikationen der Arbeitskräfte in Einklang zu bringen. Eine gezielte Begleitung der Schülerinnen und Schüler in den ausgewählten BK-Klassen wird notwendig sein – die zwei oder drei Bildungslotsen in Düsseldorf können da nur der berühmte „Tropfen auf den heißen Stein“ sein, denn: die Jugendlichen dort haben Talente, aber auch Defizite. Hier hilft eigentlich nur eine 1:1-Begleitung in der Schule und im Betrieb. Doch, dies wird niemand leisten können.

Eine weitere Herausforderungen sind die wirtschaftlichen Bedingungen. Die in diesem Jahr prognostizierten konjunkturellen Schwankungen und wirtschaftliche Unsicherheiten können die Wirksamkeit der Fachkräfteoffensive negativ beeinflussen. Die kleinen und mittelständischen Unternehmen werden kaum Ressourcen haben, sich um diese Thematik zu kümmern. In erster Linie wird es darum gehen, Aufträge hereinzuholen und diese abzuarbeiten.

Und dann haben wir noch eine dritte Hürde: das Bürgergeld! Es soll in diesem Jahr erhöht werden. Arbeitgeberverbände befürchten, dass Menschen im Niedriglohnsektor dann lieber Bürgergeld beziehen, als Geld zu verdienen. Gesamtmetall-Präsident Stefan Wolf sagte in der Bild: „Je nach individueller Situation kann es sich in der Metall- und Elektroindustrie beispielsweise dann in den zwei unteren Gehaltsstufen nicht mehr lohnen, jeden Tag arbeiten zu gehen. Der Abstand zum Bürgergeld, ohne arbeiten zu müssen, ist dann einfach zu gering“, so Wolf. Und Arbeitgeberpräsident Dr. Rainer Dulger erklärte: Mit dem Bürgergeld „werden keine Brücken ins Arbeitsleben, sondern in das Sozialtransfersystem geschlagen. Das ist kein Zeichen von Fairness und Respekt gegenüber den arbeitenden Menschen in diesem Land. Uns als Sozialpartner geht es darum, alle Menschen dazu zu befähigen, dauerhaft auf eigenen Beinen zu stehen. Jeder Einzelne muss die Chance erhalten, sich mit seinen jeweils eigenen Fähigkeiten in die Gesellschaft und auch in die Arbeitswelt einzubringen.“

boot 2024: Ankunft des Pontons verschiebt sich wegen Hochwasser

Wenn der Schiffskran „Big Willi“ seine Arbeit verrichtet, hat die heiße Vorbereitungsphase für die boot Düsseldorf begonnen. 

Das Hochwasser in Düsseldorf bereitet auch unserer Weltmesse „boot Düsseldorf 2024“ sehr große Probleme. Die Kolleginnen und Kollegen schrieben uns: „Aufgrund des anhaltend hohen Pegels des Rheins verschiebt sich leider die Ankunft des Pontons/Lastschiff mit den Yachten in Düsseldorf. Es wird demnach nicht am 8. Januar ankommen, sondern voraussichtlich erst am 11.1.2024“.

Die boot steht mit einer Fläche von 220.000 Quadratmetern in 16 Messehallen in den Startlöchern. boot Chef Petros Michelidakis freut sich: „Die boot 2024 wird eine Schau der Superlative. Wir haben spektakuläre Weltpremieren bei Motorbooten und Segelyachten an Bord. Insgesamt liegen in Düsseldorf fast 1.100 Boote vor Anker. Die Superboathalle 5 ist weltweit einzigartig und steuert schon seit der boot 2020 auf einem enormen Erfolgskurs. Hier ist alles dabei, was bei luxuriösen Tendern Rang und Namen hat. Auch unser Heimathafen für die Luxusyachten in der Halle 6 erstrahlt in vollem Glanz. Und das Angebot in den Segelhallen 15 und 16 mit den internationalen Marktführern der Segelbranche ist unübertroffen.“ Auch die weiteren Bootshallen 1, 3, 4, 7a und 9 seien bis an den Rand gefüllt mit Booten, Yachten und Tendern, berichtet Michelidakis. Über 1.500 Ausstellerinnen und Aussteller werden vom 20. bis 28. Januar die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt in die Weltmetropole des Wassersports verwandeln. An neun Messetagen zündet an den Ständen, Bühnen und Mitmachaktionen ein Feuerwerk an Innovationen, Ideen und Aktionen.

Destination Seaside: hier werden Urlaubsträume wahr

Für alle Fans des Urlaubs am Wasser ist der Besuch der boot 2024 wie ein Ausflug in sommerliche Gefilde. Die Destination Seaside in den Hallen 13 und 14 lockt mit Anbietern aus den traumhaftesten Wassersportregionen der Welt. Zauberhafte Länderpräsentationen z.B. aus Ägypten, Indonesien, Kroatien, Mauritius, Trinidad und Tobago oder Zypern laden zum Träumen von der kommenden Urlaubssaison ein. Namhafte Charteranbieter zeigen die Einzigartigkeit eines Urlaubs auf dem Wasser mit Segelyachten und Motorbooten. Auch das sanfte Dahingleiten mit dem Hausboot über die Flüsse und Seen Mitteleuropas erfreut sich in den vergangenen Jahren wachsender Beliebtheit und die Besichtigung der Boote ist ein attraktiver Anziehungspunkt in der Destination Seaside.

Dive Center: Abtauchen in faszinierende Unterwasserwelten

Abtauchen und Eintauchen in faszinierende Unterwasserwelten lockt in den Tauchhallen 11, 12 und dem Norden der Halle 13. Die Hersteller und Händler bringen ihre innovativen Ideen und aktuelle Ausrüstung für den Tauchsport mit nach Düsseldorf und laden die Sportler zum Shoppen auf der Messe ein. Zusätzlich können alle Einsteiger und Profis im Schnupperbecken und dem futuristischen Tauchturm in der Halle 12 abtauchen. Die spannenden Tauchslots wie z.B. Schnuppertauchen für Einsteiger, Mermaiding – das Tauchen wie eine Meerjungfrau, Tauchworkshops für Fortgeschrittene oder das Apnoetauchen mit nur einem Atemzug können ab Dezember auf boot.de gebucht werden.

Segelhallen mit kompletten Flotten und Premieren

Segelyachten und -boote in Hülle und Fülle liegen in den Hallen 15 und 16 vor Anker. Die Global Player sind mit ihren kompletten Flotten und Premieren ebenso an Bord wie Newcomer und innovative Start-Ups. Fast 100 Herstellerinnen und Hersteller bilden ein komplettes Bild der Branche ab. Segelsportler treffen sich im Sailing Center und an der Bühne in der Halle 15. Umgeben von verschiedenen Klassenvereinigungen bietet es eine einzigartige Plattform für alle Segelfans und die Großen der internationalen Segelszene geben sich hier die Klinke in die Hand. Mit dabei sind sowohl Legenden wie Segel-Urgestein Burghard Pieske als auch aktuelle Shooting-Stars wie die Niederländerin Rosalin Kuipper.

Action pur beim Trendsportfestival in der Halle 17

Pure Action gibt es in der Halle 17 beim Trendsportfestival der boot. Hier trifft sich die Surfszene in all ihren Facetten. 40 Hersteller und Händler zeigen hier die neuesten Trends beim Wingsurfen und -foilen, Wakeboarden, Pumpfoilen, SUP oder dem klassischen Windsurfen. Zahlreiche Mitmachaktionen, online buchbar auf boot.de, locken die Aktiven ins Surfrevier der boot auf dem 60×20 Meter großen Actionpool. Bei spannenden Contests zeigen die Profis an den boot Wochenenden, was auf einem schmalen Brett alles so geht.

Für Familien: gemütliche Paddeltour und alte Boots-Schätzchen

Familien mit kleineren Kindern genießen dagegen eine Auszeit bei einer ruhigen Kanutour durch eine kanadisch anmutende Waldkulisse in der World of Paddling oder besichtigen die klassisch-schönen Boots-Schätzchen im Classic Forum in der Halle 14. Hier gibt es auch tolle Einblicke in den spannenden Alltag der Wasserschutzpolizei, inklusive Besichtigung des größten Wapo-Bootes NRWs, oder in die unverzichtbare Arbeit der Seenotretter auf Nord- und Ostsee.

Online-Tickets für boot.club Mitglieder ab 19,00 €

Online-Tickets für die boot Düsseldorf 2024 gibt es zum Preis von 21,00 € und 19,00 € für boot.club, caravan.club und ADAC-Mitglieder, vor Ort an den Kassen kosten die Eintrittskarten 29,00 €.

Aktuelle Informationen zur boot Düsseldorf 2024 bietet die Website www.boot.de u.a. mit einer umfangreichen Datenbank und Suchmaschine nach Ausstellerinnen und Ausstellern, Händlern, Produkten und Marken.

Die weltgrößte Yacht- und Wassersportmesse

Mit fast 237.000 Besuchern aus über 60 Ländern und mehr als 1.500 Ausstellern aus 68 Nationen auf 220.000 Quadratmetern in den Hallen 1 bis 17 ist die boot Düsseldorf vom 20. bis 28. Januar 2024 die größte Yacht- und Wassersportmesse der Welt. Sowohl Segler als auch Motorbootfahrer finden hier eine große Vielfalt an Booten, Jollen, Superboats oder Luxusyachten. Die beliebten Wassersportarten Tauchen, Surfen, Kitesurfen, Stand Up Paddling, Skimboarden oder Kanu fahren gibt es auf der boot in allen Facetten und mit dem entsprechenden Equipment. Attraktive Bühnenprogramme mit den Stars der Szene, aktuelle Trends und ein hochkarätiger Mix aus Workshops und Mitmachaktionen, sowohl für den Freizeitsportler als auch für Experten, machen die Messe weltweit einzigartig. Doch auch der Meeresschutz und innovative, nachhaltige Technologien stehen auf der boot 2024 im Fokus. In Zusammenarbeit mit der European Boating Industry (EBI) bietet das blue innovation dock ein einzigartiges Dialogformat mit politischer, wirtschaftlicher, technologischer und medialer Expertise in der Halle 10. Außerdem werden wieder zwei Leuchttürme für den Schutz der Ozeane an Bord sein. Der prestigeträchtige „ocean tribute“ Award mit den Partnern Fürst Albert II. Stiftung und Deutsche Meeresstiftung sowie die „love your ocean“-Kampagne mit ihrem Stand in der Halle 11.

43% der Betriebe nutzen Online-Bewerbungsverfahren – 17% nutzen One-Klick-Bewerbung – 16% verwenden Bewerbungs-Apps – Tipps vom Düsseldorfer Experten Matthias Wiesmann

Heute noch eine Seltenheit: eine Bäckerei bewirbt Bewerbungen in 2 Minuten per Voice und Smartphone-Verfahren. Screenshot: Unternehmerschaft Düsseldorf

Die meisten Unternehmen bevorzugen heute Bewerbungen per Email. Laut einer Umfrage des Branchenverbandes BITKOM sind es 99% aller Betriebe. Gleichzeitig ermöglichen drei Viertel (73 Prozent) weiterhin die Einreichung einer klassischen Bewerbungsmappe auf Papier.

43 Prozent bieten die Bewerbung via Online-Tool an, indem Interessierte durch den Prozess geführt werden. Gerade einmal 17 Prozent setzen auf eine One-Klick-Bewerbung in Business-Netzwerken. Dabei müssen viele relevante Informationen nicht noch einmal neu eingegeben werden, da sie automatisch aus dem eigenen Profil übertragen werden. 16 Prozent der Unternehmen verwenden Bewerbungs-Apps auf dem Smartphone.

Das sind Ergebnisse einer repräsentativen Befragung von 853 Unternehmen aller Branchen im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. „Zu viele Unternehmen setzen noch auf Bewerbungsverfahren wie vor 20 Jahren. Der Wettbewerb um die besten Fachkräfte beginnt bereits mit einem niedrigschwelligen Bewerbungsprozess“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder.

8 von 10 Unternehmen (80 Prozent) finden Bewerberinnen und Bewerber mit Hilfe von Stellenangeboten, häufiger genannt werden nur Initiativbewerbungen (95 Prozent). Zwei Drittel (64 Prozent) setzen auf Übernahmen aus Praktika. Fast jedes zweite Unternehmen (47 Prozent) nutzt die Ansprache auf Karrieremessen, 32 Prozent suchen über Headhunter und 28 Prozent rekrutieren neue Beschäftigte über Active Sourcing, also durch die gezielte Suche und Ansprache auf Social Media oder in Business-Netzwerken wie LinkedIn oder Xing. Ein Fünftel (21 Prozent) übernimmt Beschäftigte aus Projekten oder aus Tätigkeiten als Freelancer. So gut wie keine Rolle spielen hingegen Bootcamps oder Crash-Kurse, die digitale Kompetenzen vermitteln. Nur jedes hundertste Unternehmen (1 Prozent) findet dort neue Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter.

Matthias Wiesmann, Geschäftsführer „die personalisten“

Zu den Ergebnissen haben wir unser Mitglied Matthias Wiesmann, Geschäftsführer „die personalisten“, befragt. Das Unternehmen hat vier Standorte in Düsseldorf, Münster, Frankfurt und Gummersbach und verarbeitet jährlich Bewerbungen in fünfstelliger Anzahl. Matthias Wiesmann gegenüber unserer Redaktion: „Der größte Teil sind heute niederschwellig und unkompliziert einzureichende Bewerbungen. Entweder per einfacher Übersendung ausschließlich eines Lebenslaufs auf dem eigenen Karriereportal oder über angeschlossene Stellenbörsen und Social-Media-Kanäle, die ihrerseits 1-Click-Bewerbungen ermöglichen. Dabei gilt: Je einfacher, desto erfolgreicher, denn viele Bewerber nutzen mittlerweile mobile Endgeräte für die Bewerbung. Die Zeiten von Bewerbungsmappen und verschachtelten Bewerbungsportalen sind definitiv vorbei.“

Terminhinweis: Das Recruiting in der digitalen Welt ist auch Thema der Work & Culture am 7. März 2024. Die Konferenz zur digitalen Arbeitswelt des Bitkom findet im Rahmen der zweitägigen TRANSFORM in der Station Berlin statt. Darüber hinaus geht es um Fachkräftesicherung, New Work & New Leadership, Künstliche Intelligenz in der Arbeitswelt, Nachhaltigkeit & Corporate Digital Responsibility sowie Gleichstellung und Diversität. Dazu kommen digitale Vordenkerinnen und Vordenker, HR-Führungskräfte, Startups, Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zusammen. Alle Informationen unter www.work-culture.de.

ifo: Ökonomen erwarten 2024 weltweit weniger Inflation

Quelle: ifo institut

Wirtschaftsexpertinnen und -experten aus aller Welt erwarten einen Rückgang der Inflationsraten in den kommenden Jahren. Das geht hervor aus dem Economic Experts Survey, einer vierteljährlichen Umfrage des ifo Instituts und des Instituts für Schweizer Wirtschaftspolitik. Demnach wird die Inflationsrate im Jahre 2024 weltweit 5,0 Prozent erreichen, im kommenden Jahr dann 4,4 Prozent und 2027 noch 3,6 Prozent. In Deutschland werden für dieses Jahr 3,4 Prozent erwartet, in Österreich 4,8 und in der Schweiz 2,0 Prozent. „Im Vergleich zum vorherigen Jahr sind die Inflationserwartungen für dieses Jahr deutlich geringer“, sagt ifo-Forscher Niklas Potrafke.

In Westeuropa (3,1 Prozent) und Nordamerika (3,2 Prozent) liegen die Inflationserwartungen für 2024 deutlich unter dem weltweiten Durchschnitt. Hier sind die Inflationserwartungen für 2024 im Vergleich zur Umfrage im letzten Quartal um 0,2 und 0,1 Prozentpunkte gesunken. Für das Jahr 2027 erwarten die Expertinnen und Experten noch 2,1 Prozent Inflation für Westeuropa und 2,4 Prozent für Nordamerika.

Zu den Regionen mit besonders hohen Inflationserwartungen zählen Südamerika (29,1 Prozent) und weite Teile Afrikas. An der Umfrage vom 7. bis zum 21. Dezember 2023 teilgenommen haben 1.431 Expertinnen und Experten aus 124 Ländern.

Reales Minus im Einzelhandel

Foto: Deichmann

Der Einzelhandel in Deutschland hat nach einer Schätzung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im Jahr 2023 real (preisbereinigt) 3,1 % weniger Umsatz und nominal (nicht preisbereinigt) 2,4 % mehr Umsatz erwirtschaftet als im Jahr 2022. Im Vergleich zu 2021, als der bisher höchste Umsatz seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 1994 erzielt wurde, sank der reale Jahresumsatz 2023 voraussichtlich um 3,8 %. Während der Corona-Pandemie im Jahr 2020 hatte der deutsche Einzelhandel, unter anderem getragen durch den Internet- und Versandhandel, einen hohen realen Umsatzzuwachs von 4,8 % erzielt, 2021 war der Umsatz nochmals um real 0,6 % gestiegen. Im Gegensatz hierzu war die reale Umsatzentwicklung 2022 und 2023 aufgrund der hohen Preissteigerungen rückläufig. Damit lagen die realen Umsätze im Jahr 2023 noch 1,6 % über dem Vor-Corona-Niveau des Jahres 2019.

Weihnachtsgeschäft im November 2023: Umsatz real 2,4 % niedriger als im Vorjahresmonat

In den vergangenen Jahren hat sich ein Teil des Weihnachtsgeschäfts durch Sonderaktionen wie den „Black Friday“ oder den „Cyber Monday“ in den November vorverlagert. Im November 2023 setzten die Einzelhandelsunternehmen nach vorläufigen Ergebnissen kalender- und saisonbereinigt allerdings real 2,5 % und nominal 2,6 % weniger um als im Oktober 2023, in dem das größte reale Umsatzplus seit über einem Jahr erzielt worden war (revidiert +1,3 % zum Vormonat und +0,2 % zum Vorjahresmonat). Im Vorjahresvergleich sank der reale Umsatz im November 2023 gegenüber November 2022 um 2,4 %, nominal stieg er allerdings um 0,1 %. Die Differenz zwischen den nominalen und realen Ergebnissen spiegelt das gestiegene Preisniveau im Einzelhandel wider, wobei sich der Preisauftrieb in der zweiten Jahreshälfte 2023 deutlich verlangsamte.

Reale Umsätze im Lebensmitteleinzelhandel auf niedrigstem Niveau der vergangenen Jahre

Die Auswirkungen des höheren Preisniveaus zeigten sich besonders im Einzelhandel mit Lebensmitteln. Nachdem die realen Umsätze in diesem Bereich im Dezember 2022 auf einen Tiefstand gesunken waren, bewegten sie sich im Jahresverlauf 2023 in etwa auf dem im Vergleich zu den Corona-Jahren niedrigen Niveau des Jahres 2015. Im November 2023 ging der Umsatz im Lebensmitteleinzelhandel gegenüber dem Vormonat real um 0,5 % und nominal um 0,1 % zurück. Damit lag der reale Umsatz um 1,9 % über dem Tiefstand vom Dezember 2022. Im Vergleich zum Vorjahresmonat November 2022 ging der reale Umsatz im November 2023 um 0,7 % zurück, während der nominale Umsatz um 4,3 % stieg.

Umsatzentwicklung im Einzelhandel mit Nicht-Lebensmitteln sowie im Internet- und Versandhandel ebenfalls deutlich rückläufig

Der reale Umsatz im Einzelhandel mit Nicht-Lebensmitteln sank im November 2023 um 3,6 % gegenüber dem Vormonat und um 3,1 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Im Internet- und Versandhandel ging der reale Umsatz im November um 2,8 % zum Vormonat zurück und lag damit um 3,5 % unter dem Niveau des Vorjahresmonats November 2022. Im Gegensatz hierzu erzielte der Einzelhandel mit Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren im November 2023 mit einem realen Plus von 2,0 % zum Vormonat und 2,6 % zum Vorjahresmonat einen deutlichen Zuwachs. Bereits im Oktober 2023 waren die realen Umsätze der Branche besonders stark gestiegen (+5,0 % zum Vormonat und +6,3 % zum Vorjahresmonat, revidiertes Ergebnis).

Weitere Informationen:

Weitere Ergebnisse bietet auch die Themenseite „Groß- und Einzelhandel“ im Internetangebot des Statistischen Bundesamtes. Tabellen mit aktuellen Ergebnissen zum Umsatz und zur Beschäftigung im Einzelhandel bietet auch die Themenseite „Konjunkturindikatoren“.

Das Statistische Bundesamt berücksichtigt verspätete Mitteilungen der befragten Erhebungseinheiten und aktualisiert deshalb monatlich die ersten nachgewiesenen Ergebnisse. Die Revisionstabellen geben Auskunft über die Auswirkungen der Aktualisierungen auf die Ergebnisse.

Der Einzelhandelsumsatz ist auch im Dashboard Deutschland (www.dashboard-deutschland.de) verfügbar. In diesem Datenportal bündelt das Statistische Bundesamt hochaktuelle Indikatoren der amtlichen Statistik und weiterer Datenanbieter zu den Themen Wirtschaft und Finanzen sowie Gesundheit und Mobilität. Mit dem „Pulsmesser Wirtschaft“ steht dort auch ein Tool zur Konjunkturbeobachtung in Echtzeit bereit.

Globale Automobilzuliefererstudie: bis 2030 massive Herausforderungen für Autoindustrie – Marktwachstum durch neue Technologien von über 30 Prozent bis 2030 erwartet

Wachstumspotenzial der Automobilzuliefererindustrie je nach Segment. Quelle: ots

Seit Tagen spricht man in der Autoindustrie nur noch von den aktuellen Ergebnissen der „Global Automotive Supplier Study 2023“, für die 600 Automobilzulieferer durch die Unternehmensberatung Roland Berger und die Investmentbank Lazard analysiert wurden. Die viel beachtete Studie prognostiziert sehr große Veränderungen in den Themenbereichen der regionalen Aufstellung sowie der Komponenten- und Kundenportfolios. Wir haben uns die konkreten Ergebnisse angeschaut.

Und, wenn dies nicht schon genug wäre, ist von einer Spaltung der im betreffenden Segment aktiven Unternehmen in zwei Lager die Rede: Auf der einen Seite stehen neue, hochprofitable Firmen, die vor allem die Themen Batterie, Halbleiter und Software besetzen. Sie treten in Konkurrenz zu klassischen Zulieferern, die ihr angestammtes Portfolio aus den Feldern Industrie und Konsumgüter erweitern müssen.

Dabei wachsen sie im Automobilbereich stark und erzielen über alle Geschäftsfelder hinweg sehr hohe EBIT-Margen. Sind es 2022 im Batteriesegment noch ca. 10 Prozent, erzielten Unternehmen im Halbleiter-Geschäft ca. 30 Prozent und bei Software sogar ca. 35 Prozent EBIT-Marge. Auf der anderen Seite stehen die traditionellen Automobilzulieferer.

Die Rekordergebnisse aus dem letzten Jahrzehnt sind hier passé. Die neue Normalität sind EBIT-Margen von 5 Prozent oder weniger (4,6% in 2022). Das zeigt die neueste Publikation „Global Automotive Supplier Study 2023“ von der Unternehmensberatung Roland Berger und der Investmentbank Lazard, die 600 Automobilzulieferer analysiert.

„Im Vergleich schneiden die neuen Konkurrenten mit innovativen Hard- und Software-Lösungen deutlich besser ab“, unterstreicht Felix Mogge, Partner bei Roland Berger. „Das liegt nicht nur am jeweiligen Produkt, sondern auch daran, dass sie flexibel auf Marktentwicklungen sowie Kundenanforderungen reagieren und Kapital in für sie attraktive Wachstumssegmente investieren können.“

Neue Technologien sorgen für Wachstum

Neben diesen neuen Konkurrenten zählen asiatische Zulieferer momentan zu den Gewinnern im Markt. Sie wachsen zum einen mit ihren Automobilherstellern aus Fernost durch den Anstieg lokaler Produktionszahlen. Zum anderen profitieren sie stark von der Elektrifizierung des Antriebsstrangs sowie der Digitalisierung – Technologien, auf die sich Hersteller in Asien bereits länger konzentrieren und die dort stärker nachgefragt werden als in anderen Regionen. Auch global dürften asiatische OEMs zukünftig Marktanteile gewinnen und ihre Zulieferer mitziehen.

Insgesamt bleibt der Zulieferermarkt ein Wachstumsgeschäft, jedoch mit anderen Komponenten, bei anderen Kunden und für andere Zulieferer als heute. Bis 2030 wird er um mehr als 30 Prozent auf insgesamt 1,3 Billionen US-Dollar zulegen, was einem jährlichen Wachstum von 4 Prozent entspricht. Hersteller mechanischer Standardkomponenten und von Technologien rund um den Verbrennungsmotor werden in diesem Zeitraum hingegen deutlich über 10 Prozent des heutigen Marktvolumens einbüßen.

„Zulieferer aus Europa und den USA sollten sich zunehmend an den neuen, schnell wachsenden Herstellern von batterieelektrischen Fahrzeugen aus Asien ausrichten“, sagt Christian Kames, Automobilexperte und Co-Head DACH bei Lazard Financial Advisory. „Um im globalen Wettbewerb zu bestehen, werden ein ausreichender finanzieller Spielraum sowie die Größe des Unternehmens immer wichtiger. Daher ist mit einer Zunahme von M&A-Transaktionen und strategischen Kooperationen zu rechnen.“

Drei Erfolgskriterien für Zulieferer – innovativ, flexibel, international

Besonders traditionelle Zulieferer aus Europa und Nordamerika investieren momentan insgesamt zu wenig, um notwendige Innovationen zu fördern. Ihnen setzen Volumenschwankungen, fehlende Skaleneffekte bei der Produktion, hohe Rohstoff- und Energiepreise, der Preisdruck der Hersteller, Fachkräftemangel sowie steigende Zinsen zu.

Um gegenüber der asiatischen Konkurrenz bestehen zu können, sind allerdings ebendiese Investitionen in Innovationen erfolgsentscheidend. Denn nur mithilfe einer internationalen und auf Innovation ausgerichteten Strategie können Unternehmen ihr Geschäftsmodell flexibel an neue Technologien anpassen. „Viele Zulieferer benötigen dezidierte Leistungsprogramme, um ihre Margen zu stabilisieren und das Unternehmen gegen zukünftige Unsicherheiten abzusichern“, empfiehlt Mogge. „Sie sollten alle Aktivitäten, jedoch spezifisch im Hinblick auf Produktportfolio, Produktionsstandorte und Lieferkettenstrukturen, überdenken.“

Die Studie können Sie hier herunterladen: https://ots.de/vtivtD

Ernst & Young: Mehrheit rechnet für 2024 mit Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage in Deutschland

Henrik Ahlers, Vorsitzender der Geschäftsführung bei EY

Kein Ende des Krisenmodus in Sicht? Mehr als die Hälfte der Verbraucherinnen und Verbraucher (54 Prozent) rechnet für 2024 mit einer weiteren Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage in Deutschland. Von einer Verbesserung gehen nur 15 Prozent aus, 31 Prozent rechnen mit einer gleichbleibenden Situation. Das sind Ergebnisse einer Studie der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY. Basis der Studie ist eine repräsentative Umfrage unter mehr als 1.000 Verbraucherinnen und Verbrauchern in Deutschland. EY sitzt im GAP15 in Düsseldorf.

Ihre eigene finanzielle und wirtschaftliche Lage bewerten die Befragten zwiegespalten. Die gute Nachricht: Die Zufriedenheit mit der eigenen Finanzsituation hat sich in den vergangenen zwölf Monaten nicht weiter verschlechtert – ein Viertel (25 Prozent) der Verbraucherinnen und Verbraucher hierzulande bewertet die eigene finanzielle Situation positiv, 23 Prozent negativ. Die schlechte Nachricht: Die Zufriedenheit ist damit unverändert auf dem niedrigsten Niveau seit der Finanzkrise 2008.

Henrik Ahlers, Vorsitzender der Geschäftsführung bei EY: „Die Kosten für Lebensmittel, Heizung und zahlreiche Dienstleistung sind 2023 noch einmal deutlich gestiegen. Für viele Menschen in Deutschland wird der Krisenmodus zum neuen Normalzustand. Was allerdings Hoffnung machen kann: Aktuell sinkt die Inflation wieder stärker. Damit stieg die Kaufkraft der Verbraucherinnen und Verbraucher im vergangenen Quartal erstmals wieder, die Löhne legten stärker zu als die Verbraucherpreise.“

Die Hälfte der Menschen schränkt sich stark oder sehr stark ein – nur noch die Hälfte blickt optimistisch in die Zukunft

Allerdings: Viele Menschen in Deutschland haben in den vergangenen Jahren deutliche Einbußen beim verfügbaren Einkommen hinnehmen müssen. Insgesamt gibt mehr als ein Drittel (35 Prozent) an, dass sie sich beispielsweise beim Griff ins Supermarktregal sehr stark oder stark einschränken müssen. Bei den Frauen sagen dies 39 Prozent, bei den Männern sind es 30 Prozent. Insgesamt haben sogar neun von zehn Befragten ihr Einkaufsverhalten aufgrund der Inflation verändert. Den Rotstift setzen die Menschen dabei vor allem bei größeren Einzelanschaffungen wie Autos, Küchen und Möbeln an (57 Prozent). Etwas mehr als die Hälfte (51 Prozent) will die Ausgaben bei Unterhaltungselektronik zurückfahren, beim Renovieren zu sparen geben 43 Prozent der Befragten an.

Immerhin: Der Anteil der Befragten, die insgesamt eher optimistisch in die Zukunft blicken, ist im Vergleich zum Vorjahr leicht – von 44 auf 49 Prozent – gestiegen. Damit sind die Pessimisten mit einem Anteil von 51 Prozent allerdings immer noch leicht in der Überzahl. Zum Vergleich: Ende 2019, also vor dem Ausbruch der Pandemie, lag der Anteil der Optimisten noch bei 75 Prozent, also erheblich höher. Ahlers: „Die Vielzahl an schweren Krisen, die sich in den vergangenen Jahren abgelöst bzw. überlappt haben, hat Spuren hinterlassen. Es ist zwar wichtig, realistisch auf den Zustand der Welt zu schauen und damit umzugehen. Aber wir müssen auch aufpassen, dass wir Deutschen nicht zur depressiven Nation werden und Chancen und positive Entwicklungen aus dem Blick verlieren.“

Zwar seien die derzeitigen Herausforderungen, mit denen Deutschland konfrontiert sei, groß, aber – so Ahlers weiter: „Jammern hilft nicht, wir haben es in vielerlei Hinsicht selbst in der Hand, wie gut es uns hierzulande in der kommenden Dekade geht.“ Der Weg sei dabei klar: „Wir müssen entrümpeln, und mehr Innovationen wagen.“ Deutschland sei nicht der kranke Mann Europas, betont Ahlers: „Aktuell sind wir mit Sicherheit kein Wachstumsmotor und Innovationstreiber mehr. Dies kann sich allerdings wieder ändern, wenn wir unsere Hausaufgaben machen und die Baustellen in den Bereichen Bildung, Infrastruktur und Digitalisierung endlich in den Griff kriegen.“ Es werde zwar auf vielen Ebenen über die Notwendigkeit von Transformation und Innovation gesprochen, „allerdings scheinen wir in Deutschland den Mut zu echter Veränderung nicht aufzubringen, weil wir immer noch dazu neigen, uns auf alten Lorbeeren auszuruhen“, so Ahlers.

Gefühlte Arbeitsplatzsicherheit ist gestiegen

Trotz der aktuellen Krisenstimmung bei vielen Menschen: Um ihren Arbeitsplatz machen sich nach wie vor relativ wenige Bundesbürgerinnen und -bürger akute Sorgen. Mehr als die Hälfte (52 Prozent) hält ihren Job für sehr sicher, mehr als ein weiteres Drittel (37 Prozent) beurteilt die Jobsicherheit als „eher sicher“. Damit schätzen fast neun von zehn Beschäftigten hierzulande ihren Arbeitsplatz insgesamt als sicher ein. Sorgen machen sich die Menschen hierzulande aber trotzdem: Vor allem über die Auswirkungen der Flüchtlingskrise (59 Prozent, plus vier Prozentpunkte) und Kriege im Ausland (wie im Vorjahr 58 Prozent).

Ahlers: „Angesichts unsicherer Konjunkturprognosen fahren die Unternehmen aktuell auf Sicht – und werden sich bei Neueinstellungen verständlicherweise zurückhalten. Eine aus Sicht der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wenig erfreuliche Entwicklung.“ Wie sich technische Entwicklungen – allen voran Künstliche Intelligenz – auf den Arbeitsmarkt auswirken werden, sei ebenfalls nicht absehbar, so Ahlers weiter. „Dass trotzdem die Arbeitsplatzsicherheit des Großteils der Angestellten hierzulande enorm hoch und im Vergleich zum Vorjahr sogar gestiegen ist, ist ein positives Signal und kann gar nicht hoch genug bewertet werden – auch weil dies eine wichtige Grundvoraussetzung für sozialen Frieden in unserem Land und die Zustimmung zu unserer demokratischen Verfassung ist. Umso wichtiger ist es, dass wir mit den notwendigen Änderungen und Reformen nicht erst dann beginnen, wenn die Arbeitslosenzahlen in die Höhe gehen, sondern die Transformation unseres Landes jetzt beherzt angehen.“

„Räum-Deinen-Schreibtisch-auf-Tag“: Mit 5S in fünf Schritten zu einem ordentlichen Arbeitsplatz

Am 8. Januar 2024 steht der “ Räum-Deinen-Schreibtisch-auf-Tag “ an.* Ein Anlass, den Arbeitsplatz zu sortieren und mit frischem Elan ins neue Jahr zu starten. Zum Aufräumen hat sich weltweit für Büroangestellte in Unternehmen und im Homeoffice die aus Japan stammende 5S-Methode bewährt. Der Experte erklärt, wie es funktioniert.

5S steht für: Sortiere aus, Stelle ordentlich hin, Säubere, Sauberkeit bewahren und Selbstdisziplin üben. „5S ist eine zuverlässige Methode aus der Produktion zur Organisierung von Arbeitsplätzen und Steigerung der Produktivität. Sie kann auch im Büro oder im Homeoffice genutzt werden“, so Ralph Conrad, wissenschaftlicher Mitarbeiter am ifaa – Institut für angewandte Arbeitswissenschaft in Düsseldorf.

So funktionierts

Schritt 1: Sortiere aus. Was wird benötigt und was nicht? Durchforsten Sie Schreibtisch, Schränke und Ablagen und schauen Sie, was entsorgt werden kann. Damit verschaffen Sie sich einen räumlichen Überblick und reduzieren Ablenkungen am Arbeitsplatz.

Schritt 2:Stelle ordentlich hin. Nach dem Sortieren folgt das Systematisieren. Ein klar strukturierter Arbeitsplatz fördert die Effizienz und sorgt dafür, dass benötigte Gegenstände leicht zu finden sind. Die Anwendung von Ablage- und Ordnungssystemen erleichtert den Arbeitsalltag.

Schritt 3: Säubere. Ein sauberer Arbeitsplatz trägt nicht nur zum Wohlbefinden bei, sondern verbessert auch die Sicherheit und verhindert Verluste von Dokumenten oder Materialien. Am „Räum-Deinen-Schreibtisch-auf-Tag“ ist es Zeit, Staub zu wischen, Oberflächen zu reinigen und damit frisch ins neue Jahr zu starten.

Schritt 4: Sauberkeit bewahren. Es gilt den aufgeräumten Zustand beizubehalten. „Nutzen Sie klare Richtlinien und Standards für die Organisation am Arbeitsplatz, um langfristig Ordnung und Effizienz zu gewährleisten,“ rät der Experte.

Schritt 5: Selbstdisziplin üben. Auch wenn es manchmal schwerfällt: Selbstdisziplin ist der Schlüssel zur langfristigen Aufrechterhaltung eines aufgeräumten Arbeitsplatzes. Dazu gehören regelmäßige Aufräumgewohnheiten.

Großer Nutzen innerhalb kurzer Zeit

Unternehmen, die die 5S-Methode einführen, profitieren von einer gesteigerten Produktivität, verbesserten Arbeitsabläufen und einem positiven Arbeitsumfeld. Der „Räum-Deinen-Schreibtisch-auf-Tag “ bietet eine hervorragende Gelegenheit, diese Vorteile zu nutzen und das Jahr mit einem organisierten und effizienten Büro zu beginnen. Eine aufgeräumte Umgebung fördert auch die Kreativität und Zufriedenheit am Arbeitsplatz.

Weitere Informationen zur Methode:

https://www.arbeitswissenschaft.net/angebote-produkte/ifaa-lexikon/5s-5a

*eine Initiative aus den USA („National Clean off Your Desk Day“, der immer auf den zweiten Montag im Januar fällt),

Konjunktur: Betriebe gehen mit vorsichtiger Zuversicht ins neue Jahr – fast 60% hoffen auf eine „“gleichbleibende“ oder sogar „bessere“ Geschäftslage – dennoch bleiben die Problemlagen groß

Präsident Arndt Kirchhoff

59% der Unternehmen in der nordrhein-westfälischen Metall- und Elektroindustrie hoffen in den kommenden sechs Monaten auf gleichbleibende und bessere Geschäfte. Der Rest (41%) befürchten schlechtere Geschäfte. Dies ist das Ergebnis einer Umfrage des Arbeitgeberverbandes Metall NRW. Die Zahlen sind zwar schlechter als im Vorjahr, aber es gibt in den Betrieben dennoch Anzeichen einer vorsichtigen Zuversicht. Wir fassen die Ergebnisse nachfolgend zusammen.

Von Christoph Sochart

Etwas über die Hälfte der Unternehmen bleiben bei den Geschäftserwartungen zuversichtlich. Der Trend bei den Aufträgen ist ähnlich: 58% rechnen im Inland mit einer gleichbleibenden bzw. besseren Auftragslage – auf das Ausland bezogen sagen dies 71%. Mit einer schlechteren Auftragslage rechnen 42% (Inland) bzw. 29% (Ausland). Der Präsident von METALL NRW, Arndt G. Kirchhoff, bezeichnete die Ergebnisse der Umfrage seines Verbandes gleichwohl „mehr als ernüchternd“. Sie seien nicht nur Ausdruck der größtenteils hausgemachten strukturellen Krise des Industriestandorts Deutschland. Immer sichtbarer werde, dass die Wettbewerbsfähigkeit des Landes auf dem Spiel stehe. Die Zeit für einen wirtschaftspolitischen Kurswechsel sei mehr als reif.

Geschäftslage:

62% der Unternehmen in NRW bezeichnen die aktuelle Geschäftslage als „gut“ bzw. „befriedigend“. Im Vorjahr sagten dies noch 84%. Als „schlecht“ bezeichnen 38% (Vorjahr: 16%) die aktuelle Lage. 59% der befragten Betriebe schätzen die Geschäftslage in den kommenden sechs Monaten als „gleichbleibend“ oder „besser“ ein (Vorjahr 61%). 41% befürchten eine schlechtere Geschäftsflage, fast unverändert gegenüber dem Vorjahr.

Auftragslage:

Fast jedes zweite Unternehmen sagt, dass die aktuelle Auftragslage inlandsbezogen „schlecht“ ist (47%). Auslandsbezogen sagen dies 42%. Im Vorjahr sagten dies nur 21% bzw. 22%. 53% der Unternehmen bezeichnen die Auftragslage als „gut“ oder „befriedigend“ im Inland, im Ausland 58%.

58% der Unternehmen hoffen in den kommenden sechs Monaten auf eine „gleichbleibende“ oder sogar „gute“ Auftragslage im Inland (Vorjahr: 62%). Zu 42% schätzen die Unternehmen die zukünftige Auftragslage im Inland als „schlecht“ ein – bezogen auf das Ausland sagt dies nur jede dritte Unternehmen. 71% erhoffen sich in 2024 eine gleichbleibende bis bessere Auftragslage im Ausland.

Ertragslage:

65%  aller Betriebe sagen, ihre Ertragslage sei „gut“ oder „befriedigend“ (Vorjahr: drei Viertel). 35% erklären in der Befragung, die Ertragslage sei „schlecht“. Im Vorjahr sagten dies nur 26%. Die Ertragserwartungen in den kommenden sechs Monaten bezeichnen 46% als „schlecht“ (Vorjahr: 45%), mehr als die Hälfte der Unternehmen (54%) als „gleichbleibend“ oder sogar „besser“ (Vorjahr: 55%).

Entwicklung der Beschäftigung:

Bei 58% der befragten Unternehmen bleibt die Zahl der Arbeitsplätze in den kommenden sechs Monaten in 2024 unverändert und 15% planen sogar mehr Menschen ein. Für die vergangenen sechs Monate sagten dies allerdings noch 25%.

19% der Betriebe rechnen mit Entlassungen (letzte sechs Monate waren es nur 15%) und sogar 33% rechnen in den ersten Monaten mit Kurzarbeit, 8% mit Mehrarbeit. In den letzten sechs Monaten waren es nur 22% mit Kurzarbeit und 13% rechneten mit Mehrarbeit.

Ausbildung:

Die Betriebe stehen weiterhin zur Ausbildung! 72% werden ihre Zahlen nicht verändern, 14% sogar erhöhen. 14% rechnen aber auch mit einer Abnahme.

Investitionen:

Fast 60% der Betriebe werden gleichbleibend oder sogar steigend im Inland investieren (Ausland: 67%). Ihre Inventionen zurückfahren im Inland werden 41% (Vorjahr: 27%), im Ausland 33% (23%).