Usbekistan: Hoher Besuch bei unserem Außenhandelsverband

Der Außenhandelsverband Nordrhein-Westfalen (AHV NRW e. V.) freut sich, dass der außerordentliche und bevollmächtigte Botschafter der Republik Usbekistan, S.E. Herr Nabijon Kasimov, am 24.08.2023 Nordrhein-Westfalen bereisen wird. Begleitet wird er durch Herrn Mirgiyos Azimov, Leiter der Wirtschafts- und Handelsabteilung der Botschaft der Republik Usbekistan.

Der AHV NRW lädt Sie herzlich zu einem informellen Round Table Usbekistan ein, der am Donnerstag, 24.08.2023, 15:30 Uhr bis 17:00 Uhr, im Industrie-Club Gelsenkirchen, Zeppelinallee 51, 45883 Gelsenkirchen, stattfinden wird. Aktiv mit eingebunden ist das Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen. Im direkten Anschluss gibt es einen Imbiss, bei dem weitere Gespräche miteinander geführt werden können.

Zielgruppe sind Industrie- und Handelsunternehmen sowie Dienstleister aus dem Bereich Logistik, Personalgewinnung, Finanzierung sowie Rechtsberatung, die sich aus erster Hand informieren möchten über:

1) Investitionsmöglichkeiten in Usbekistan(u.a. Rohstoffaufbereitung)

2) Einkauf von Produkten aus Usbekistan(u.a. Vorprodukte für die Industrie)

3) Export von Waren und Dienstleistungen(Konsum-und Investitionsgüter)

4) Gewinnung von Fachkräften aus Usbekistan für Deutschland

Die Teilnahme ist kostenfrei, jedoch anmeldepflichtig. Anmeldungen sind ausschließlich nur über die AHV NRW Geschäftsstelle möglich: andreas.muehlberg@ahv.nrw

Meilenstein: 100 Sharing-Stationen

Stellten am Gustaf-Gründgens-Platz die 100. Sharing-Station vor: Mobilitätsdezernent Jochen Kral, Katharina Metzker, Leiterin des Amtes für Verkehrsmanagement, und Dr. David Rüdiger, Connected Mobility Düsseldorf (v.r.). Foto: Landeshauptstadt Düsseldorf; Michael Gstettenbauer

Mit 100 markierten Parkflächen für das sichere und ordentliche Abstellen von Leih-Rädern, Leih-Scootern und Leih-Mopeds hat die Landeshauptstadt Düsseldorf seit Anfang 2021 das bislang größte Sharing-Stations-Netzwerk Nordrhein-Westfalens aufgebaut. Dies wurde an der 100. Sharing-Station mit einem Informations- und Fahrsicherheitstag auf dem Gustaf-Gründgens-Platz gefeiert.

„In den vergangenen zwei Jahren ist es uns gelungen, das Scooter-Parken in der Innenstadt zu regulieren und stadtverträglich zu gestalten“, sagte Jochen Kral, Umwelt- und Mobilitätsdezernent der Landeshauptstadt Düsseldorf mit Hinblick auf das Stationsprinzip und die stadtspezifischen und markanten Stationen. Er führte aus, dass die verkehrliche Situation sich erheblich verbessert habe. Dies zeige sich auch an einem deutlichen Rückgang der Beschwerden.

Bislang deckt das engmaschige Netzwerk mit einer Stationsdichte von 35 Stationen pro Quadratkilometer flächendeckend die Stadtteile Altstadt, Carlstadt und Stadtmitte ab. Der weitere Ausbau für das restliche Stadtgebiet folgt, wie Jochen Kral näher erläutert: „In den kommenden Monaten und Jahren wollen wir uns weiter nach außen arbeiten und Sharing-Stationen an strategisch entscheidenden Orten errichten. Dazu zählen besonders die Stadtteilzentren sowie die Haltepunkte des öffentlichen Personennahverkehrs und andere Orte öffentlichen Interesses.“ Dies stärke inter- und multimodale Wegeketten sowie den ÖPNV.

Grundlage für die effiziente Steuerung von E-Scootern und ähnlichen Fahrzeugen ist eine moderne IT- und Datenbank-Architektur. Die Stadttochter Connected Mobility Düsseldorf GmbH (CMD), die im Auftrag der Landeshauptstadt die Sharing-Stationen plant und realisiert, hat eine smarte Datenanalyse-Plattform entwickelt. „Unsere Datenanalyse-Plattform erfasst, verwaltet und visualisiert Daten der verschiedenen Sharing-Anbieter und anderen Quellen. So können wir Parkvorgänge automatisiert überwachen und unsachgemäßes Abstellen beispielsweise auf Brücken oder in Rheinnähe verhindern“, erklärte Dr. David Rüdiger, technischer Geschäftsführer der CMD, und ergänzt: „Die Auswertung der Daten liefert zudem wertvolle Erkenntnisse für die Planung und den Betrieb des Netzwerkes.“

Am Informations- und Fahrsicherheitstag konnten sich die Menschen über das bestehende Netzwerk mit den aktuellen Standorten sowie den künftigen Ausbau informieren. Der Fokus der Veranstaltung lag auf Fahrsicherheitsthemen. Gemeinsam mit der Düsseldorfer Verkehrswacht und den Sharing-Anbietern Bolt, Check, Lime, Tier und Voi bot die CMD verschiedene Informations- und Aktionsangebote an, wie beispielsweise einen Parcours für E-Scooter, bei dem die Teilnehmenden die Regeln für die Teilnahme am Straßenverkehr sowie relevante Sicherheitsaspekte spielerisch erlernen konnten. Viele Besucherinnen und Besucher nutzen die Chance und nahmen am angebotenen Seh- und Reaktionstest teil oder probierten den E-Scooter-Simulator aus.

Aktuell besteht das Netzwerk aus rund 100 Sharing-Stationen. Bis 2030 wird es mehrere hundert Sharing-Stationen im gesamten Stadtgebiet geben, die zusammen mit den parallel im Aufbau befindlichen Netzwerk an Mobilitätsstationen ein leistungsstarkes Netzwerk an neuer, effizienter Mobilität bieten.

Ein Video zu diesem Thema wird im Laufe des morgigen Dienstag, 15. August, auf Youtube veröffentlicht unter: www.youtube.com/stadtduesseldorf.

DKV-Report 2023: Deutsche lassen ihre Gesundheit sitzen

Der aktuelle DKV-Report zeigt eine Reihe besorgniserregender gesundheitlicher Entwicklungen. Die Deutschen sitzen von Jahr zu Jahr immer länger, weniger als 4 von 10 der Befragten erreichen die kombinierten Bewegungsempfehlungen aus Ausdauer und Muskelaktivität und die Ergebnisse zum psychischen Wohlbefinden sind beunruhigend. 

Bereits zum siebten Mal haben die DKV Deutsche Krankenversicherung AG und die Deutsche Sporthochschule Köln unter der wissenschaftlichen Leitung von Ingo Froböse das Gesundheits- und Bewegungsverhalten der Deutschen in einer repräsentativen Umfrage untersucht. Besonders eindrücklich: Jede Deutsche bzw. jeder Deutsche sitzt durchschnittlich 9,2 Stunden am Tag und damit noch einmal eine halbe Stunde mehr als während der Pandemie (2021: 8,7). Bei den 18- bis 29-Jährigen sind es sogar mehr als 10 Stunden.

Noch nicht einmal jeder Fünfte erfüllt die Kriterien eines gesunden Lebensstils

Nur 17 Prozent der Befragten erreichen den Benchmark für ein rundum gesundes Leben in allen fünf Lebensbereichen: körperliche Aktivität, Ernährung, Rauchen, Alkohol und Stressempfinden. Das heißt, sie bewegen sich ausreichend, sie ernähren sich ausgewogen, verzichten auf Nikotin und Alkohol und können mit ihrem Stressaufkommen gut umgehen. Damit leben im Vergleich zu 2021 zwar wieder mehr Menschen ein rundum gesundes Leben (2021: 11 Prozent), dennoch bleibt das Niveau niedrig.

Frauen haben dabei die Nase vorn: Während jede fünfte Frau (20 Prozent) alle Benchmarks meistert, schafft das nur jeder siebte Mann (14 Prozent). Die Auswertung nach Bundesländern zeigt, dass die Einwohnerinnen und Einwohner von Rheinland-Pfalz/Saarland und Baden-Württemberg am häufigsten alle Benchmarks erreichen (beide 21 Prozent). Das Schlusslicht bildet Nordrhein-Westfalen: Nur jeder achte Bürger erreicht hier alle Benchmarks für einen gesunden Lebensstil (12 Prozent). „Die Ergebnisse des DKV-Reports zeigen deutlich: Die Deutschen lassen ihre Gesundheit sitzen. Nicht einmal jeder fünfte Deutsche erfüllt die Kriterien für ein gesundes Leben. Als Krankenversicherer sehen wir, welche Folgen ein ungesunder Lebensstil hat“, fasst Clemens Muth, Vorstandsvorsitzender der DKV, die Ergebnisse zusammen und ergänzt: „Regelmäßige Bewegung, ausgewogene Ernährung und ausreichend Regeneration sind neben Nichtrauchen und sozialen Kontakten, die besten Zutaten für ein gesundes Leben.“

Die Deutschen bleiben auf ihren Stühlen kleben

Die Sitzzeiten steigen ungebremst weiter an: In den letzten sieben Jahren hat sich die durchschnittliche Sitzzeit an Werktagen eines jeden Deutschen kontinuierlich gesteigert. Im Jahr 2023 lag diese pro Tag bei 554 Minuten und hat sich damit seit der letzten Befragung um eine halbe Stunde verlängert (2021: 523 Minuten). Im Osten wird dabei weniger gesessen als im Westen. Am wenigsten sitzen die Einwohnerinnen und Einwohner in Brandenburg (8,4 Stunden). Nordrhein-Westfalen hält mit fast 10 Stunden werktäglicher Sitzzeit erneut den Negativrekord. „Eine Verminderung der täglichen Sitzzeiten durch Bewegung reduziert das Sterberisiko erheblich“, erläutert Ingo Froböse, Professor an der Deutschen Sporthochschule in Köln, und appelliert: „Lass Deine Gesundheit nicht sitzen!“

Mehr als jeder Zweite verfehlt gesunden Umgang mit Stress

Knapp mehr als die Hälfte der Befragten erreicht den Benchmark Stress – trotz einer Verbesserung zu 2021 – weiterhin nicht. (2023: 48 Prozent, 2021: 40 Prozent). 28 Prozent empfinden die Stressbelastung als hoch beziehungsweise sehr hoch. Letzteres ist vor allem bei Frauen (32 Prozent) stark ausgeprägt und dies häufiger als bei Männern (25 Prozent). Auch das Alter spielt eine Rolle: Die Menschen in der sogenannten „Rushhour des Lebens“, im Alter zwischen 30 und 45 Jahren, erreichen bei der Auswertung nach Altersgruppen am wenigsten häufig den Benchmark Stress. In der Lebensphase in der Beruf, Kinderbetreuung und Pflege von Angehörigen häufig aufeinandertreffen, bleibt wenig Zeit, um die Stressbelastung zu kompensieren. Deshalb ist es nicht überraschend, aber umso alarmierender: Nur 35 Prozent der 30- bis 45-Jährigen erreichen den Benchmark Stress und nur 10 Prozent führen ein rundum gesundes Leben.

25 Prozent der Befragten weisen ein kritisches psychisches Wohlbefinden auf

Der durchschnittliche Wert des subjektiven Wohlbefindens unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des diesjährigen DKV-Reports liegt bei 62 von 100 möglichen Prozentpunkten (Frauen 61, Männer 64). Jeder vierte Befragte gibt jedoch mit weniger als 50 Prozentpunkten ein niedriges subjektives psychisches Wohlbefinden an; ein Wert, der von Wissenschaftlern nicht nur als kritisch eingestuft wird, sondern auch als erster Hinweis für die Entwicklung einer Depression angesehen werden kann. Mit anteilig 29 Prozent erreichen Frauen häufiger ein niedrigeres subjektives Wohlbefinden als die männlichen Befragten mit 22 Prozent. Ein möglicher Weg hin zu mehr Wohlbefinden ist regelmäßige Bewegung. Auch die Ergebnisse des DKV-Reports deuten darauf hin, dass es einen positiven Zusammenhang zwischen ausreichender Bewegung und subjektivem Wohlbefinden gibt: Wer sich wohl fühlt, bewegt sich mehr bzw. wer sich mehr bewegt, fühlt sich wohler.

Zu wenige erreichen die Empfehlungswerte der Weltgesundheitsorganisation WHO für Bewegung und Muskeltraining

Den Benchmark Aktivität (ausdauerorientierte Bewegung) schaffen rund 72 Prozent (2021: 70 Prozent; 2018: 69 Prozent), die im diesjährigen DKV-Report zum ersten Mal erfasste Empfehlung der WHO für Muskelaktivität (mindestens zweimal pro Woche), allerdings nur 40 Prozent der Befragten. „Dabei profitieren vor allem die Älteren stark von einem regelmäßigen Muskeltraining, denn ab dem 30. Lebensjahr geht die Muskulatur ohne Training stetig zurück. Mit Muskeltraining können wir dagegen arbeiten und damit sogar einen wichtigen Schutzfaktor gegen Pflegebedürftigkeit im Alter aufbauen“, erklärt Ingo Froböse. Nur 38 Prozent erreichen die kombinierten Bewegungsempfehlungen von Ausdauer- und Muskelaktivität. Dabei gelten Bewegung im Alltag sowie ein strukturiertes Ausdauer- und Muskeltraining zu den wertvollsten und effektivsten Strategien gegen viele chronische Lebensstil-Erkrankungen wie Diabetes Typ 2, Herz-Kreislauf- sowie verschiedene Krebs-, muskuloskelettale (z.B. Arthrose, Osteoporose) und auch psychische Erkrankungen wie zum Beispiel Depression.

Bewusstes Atmen und aktive Arbeitspausen bieten ungenutztes Potenzial zur Regeneration

Pausen und bewusstes Atmen bieten viel Potential zum Erhalt der Gesundheit. „Jeder Mensch benötigt Zeit zur Regeneration und zum Durchatmen“, betont Clemens Muth. Aber nur ein gutes Fünftel (23 Prozent) aller Befragten steuert bewusst die Atmung in konkreten Situationen. Frauen nutzen dabei eine bewusste und kontrollierte Atmung häufiger als Männer (28 Prozent versus 18 Prozent). Das Gleiche gilt für aktive Erholungspausen im Arbeitsalltag: Aktivitäten, wie zum Beispiel Spazieren gehen (70 Prozent), Ausgleichübungen/Sport (67 Prozent) oder auch Entspannungstechniken (47 Prozent) werden zwar häufig als sehr gut bzw. gut bewertet – genutzt werden sie aber nur selten: Nur 19 Prozent gehen Spazieren, 5 Prozent machen Ausgleichsübungen/Sport und lediglich 4 Prozent nutzen Entspannungstechnik häufig im Arbeitsalltag.

Die aktuellen Umfrageergebnisse des DKV-Reports verdeutlichen die Notwendigkeit für ganzheitliche Präventionsstrategien. „Ohne vollumfassende, koordinierte Maßnahmen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft steuern wir geradewegs auf eine gesundheits- und sozial-ökonomische Krise zu“, warnt Ingo Froböse. „Bewegung muss wieder zu einer ganz alltäglichen Routine werden und Sport – in all seiner Vielfältigkeit – wieder einen Platz im Zentrum der Gesellschaft einnehmen.“

Über den DKV-Report

Im Auftrag der DKV Deutsche Krankenversicherung AG hat das Institut für Bewegungstherapie und bewegungsorientierte Prävention und Rehabilitation der Deutschen Sporthochschule Köln in Zusammenarbeit mit dem Institut für Sportwissenschaften der Julius-Maximilians-Universität Würzburg die seit mehr als 13 Jahren etablierte Studienreihe auch 2023 erneut realisiert und ausgewertet. Das Meinungsforschungsinstitut Ipsos hat hierzu im Zeitraum vom 13. Februar bis zum 16. März 2023 insgesamt 2.800 Menschen bundesweit im Rahmen von leitfaden- und computergestützten Telefoninterviews repräsentativ zu ihren Lebensgewohnheiten befragt. Pro Bundesland wurden mindestens 200 Bürgerinnen und Bürger interviewt (Rheinland-Pfalz und Saarland sowie Niedersachsen und Bremen wurden zusammengefasst).

Unter www.ergo.com/DKV-Report steht der diesjährige DKV-Report und die Präsentation zur Medienkonferenz vom 14. August 2023 zum Download bereit.

Rheinmetall liefert luftgestütztes Aufklärungssystem in die Ukraine

Die Einsatzerfahrungen aus dem Ukrainekrieg zeigen, welche entscheidende Rolle Aufklärungsergebnissen in Echtzeit für die Operationsführung zufällt. Genau für diesen Einsatzzweck wurde die LUNA NG entwickelt. Foto: Rheinmetall

Rheinmetall hat einen weiteren Meilenstein mit seiner Aufklärungsdrohne LUNA NG erreicht. Die „Luftgestützte Unbemannte Nahaufklärungsausstattung der nächsten Generation“ (LUNA NG) wird nun in den Ukraine-Einsatz gehen. Noch im laufenden Jahr 2023 wird der Düsseldorfer Technologiekonzern den ukrainischen Streitkräften im Auftrag der Bundesrepublik Deutschland ein System zur luftgestützten Aufklärung ausliefern, teilte uns das Unternehmen am Montag Nachmittag mit.

Der jetzt darüber erteilte Auftrag beläuft sich auf einen niedrigen zweistelligen MioEUR-Wert. Rheinmetall leistet damit einen weiteren wichtigen Beitrag, um die Fähigkeiten der ukrainischen Streitkräfte durch überlegene Technik zu steigern. Das LUNA NG-System kann bereits mehrere tausend Flugstunden aufweisen und hat sich im Einsatz bei ausländischen Kunden bereits bewiesen.

Die Einsatzerfahrungen aus dem Ukrainekrieg zeigen, welche entscheidende Rolle Aufklärungsergebnissen in Echtzeit für die Operationsführung zufällt. Genau für diesen Einsatzzweck wurde die LUNA NG entwickelt. Sie ist damit eines der neuesten Systeme zur unbemannten luftgestützten Aufklärung, Klassifizierung und zur Erkennung von Objekten in Echtzeit.

Das Unmanned Aerial System (UAS) LUNA NG besteht aus einer Bodenkontrollstation mit mehreren Flug-geräten, den Unmanned Aerial Vehicles (UAVs, „Drohnen“). Zum System gehört weiterhin das Startkatapult, eine optionale Fangnetzausstattung zur Landung sowie Geräte zur raschen Instandsetzung. Alle Systemanteile sind auf LKW des Typs HX mit Wechselladesystem aus dem Hause Rheinmetall MAN Military Vehicles verlastet.

Die LUNA NG-Drohne bietet dank ihrer aerodynamischen, ultraleichten sowie hochstabilen Bauweise eine Flugzeit von über zwölf Stunden. Durch die Datenlinkreichweite mittels optionaler SatCom-Ausrüstung hat sie eine Aufklärungsfähigkeit von mehreren hundert Kilometern bei ausreichender Standzeit über dem Einsatzort.

Das jetzt beauftragte LUNA NG-System für die Ukraine ist Teil eines umfangreichen Hilfspaketes, welches die Bundesregierung im Juli 2023 für das Land auf den Weg gebracht hat. Die Bundeswehr führt das unbemannte Aufklärungssystem LUNA NG mit minimaler Anpassung als neue Aufklärungsdrohne „HUSAR“ ein.

Der jetzt erteilte Auftrag ist für Rheinmetall zum einen ein wesentlicher Meilenstein für die UAV- wie auch für die Digitalisierungsstrategie des Unternehmens. So ist LUNA NG eine fortschrittliche Sensor-Komponente für die vernetzte Operationsführung, welche die Leistungsfähigkeit der Sensor-to-Shooter-Kette erheblich steigert. Gleichzeitig bietet LUNA NG die Basis für eine zukünftige Weiterentwicklung des Rheinmetall-Produktportfolios sowohl im Bereich der Senkrechtstarter-Fähigkeiten (VTOL = vertical take-off and landing) als auch im Bereich der taktischen Nutzlasten.

Metro: Umsatz plus 5,9 Prozent – Dr. Greubel bricht eine Lanze für die Gastronomie: sie dürfe nicht durch eine Erhöhung der Mehrwertsteuer weiter belastet werden

CEO Dr. Steffen Greubel. Foto: Metro Düsseldorf

Der Düsseldorfer Großhandelskonzern Metro steigert seinen Umsatz im 3. Quartal um 5,9 Prozent – trotz der anhaltenden Inflation, steigenden Kosten und der Konsum-Zurückhaltung, wie es im Journalistengespräch heute mit CEO Dr. Steffen Greubel hieß. „Wir konnten unseren Wachstumskurs trotz eines herausfordernden Marktumfelds sowie eines starken Vorjahresquartals auch im 3. Quartal 2023 fortsetzen. Wir wachsen sowohl im Belieferungs- als auch im Digitalgeschäft und sehen gute Fortschritte bei der Großhandelstransformation unserer Märkte. Dies betrifft die Optimierung unseres Sortiments ebenso wie den Ausbau unseres volumenbasierten Staffelpreismodells ‚Buy more pay less‘ sowie die Stärkung der Belieferung aus den Märkten.“, betonte Greubel.

Wachstumsgründe sind die Verkäufe des indischen und belgischen Geschäfts, das Belieferungsgeschäfts und „Metro Markets“. Beim konzernweiten EBITDA ist im Vorjahresquartalsvergleich ein Rückgang festzustellen von 441 Millionen Euro auf 332 Millionen Euro. Das liegt unter anderem an dem Auslaufen von Transaktionseffekten (hauptsächlich Real) und Lizenzerlösen aus der Partnerschaft mit Wumei sowie die Entwicklungen in Deutschland und weiterhin auch in Russland zurückzuführen. Die Prognose für Umsatz und EBITDA bereinigt wird für das Geschäftsjahr 2022/23 für den Konzern bestätigt; die mittelfristigen Ambitionen werden ebenfalls bestätigt.

Dr. Steffen Greubel erklärte im Journalistengespräch auch die kommenden Ziel. Die Märkte sollen zu effizienten Warenlagern und Logistikplattformen weiterentwickelt werden, „um ein optimales Zusammenspiel von stationärem Geschäft und Belieferung sowie von Märkten und Depots sicherzustellen und so unsere ambitionierten Ziele im Belieferungsgeschäft zu erreichen.“

Der Metro-Chef sieht zugleich deutliche Fortschritte „bei den strategischen Erfolgsindikatoren: So konnten wir einerseits unsere Vertriebsmannschaft und Belieferungsinfrastruktur deutlich ausbauen sowie gleichzeitig den strategischen Kundenanteil und den digitalen Umsatzanteil gegenüber dem ersten Halbjahr erneut deutlich steigern. Dies zeigt, dass wir mit der Umsetzung der sCore-Strategie auf dem richtigen Weg sind. Diesen Weg werden wir mit Blick auf die Gewinnung weiterer Marktanteile und das Erreichen unsere Ambitionen für 2030 auch in Zukunft konsequent verfolgen.“

Der deutsche Umsatz konnte um 1,9 Prozent gesteigert werden. Das deutsche EBITDA ging bereinigt auf 35 Millionen Euro zurück. Das läge unter anderem an der Kosteninflation und dem wetterbedingt verhaltenen Gastronomiegeschäft.

Zum 30. Juni 2023 umfasste das Standortnetz 628 Standorte, davon 524 Out-of-Store (OOS) und 73 Depots. Aufgrund des Verkaufs des indischen Geschäfts sind die 31 indischen METRO Märkte nicht mehr im Standortnetz enthalten. Des Weiteren wurden zwei der AGM Standorte, Klagenfurt und Bludenz, wegen kartellrechtlicher Auflagen abgegeben. Im Q3 wurde das Standortnetz um 8 Depots erweitert: 5 Depots aus der Akquisition des Lieferspezialisten JHB, 2 Depots beim Belieferungsspezialisten Classic Fine Foods und ein weiteres Depot in Spanien.

Im Pressegespräch heute morgen brach Dr. Greubel erneut eine Lanze für die Gastronomie. Diese dürfe nicht durch eine Erhöhung der Mehrwertsteuer zusätzlich belastet werden. Sinngemäß sagte er: Wir sehen wie die Innenstädte unter dem Fortgang des Einzelhandels leiden. Das dürfe mit den Wirtshäusern, Restaurants und Bars nicht auch noch passieren. Über 12.000 Betriebsschließungen, Preissteigerungen von mehr als 15 Prozent, sinkende Umsätze und weniger Jobs – dieses Szenario droht im deutschen Gastgewerbe, wenn die Mehrwertsteuer auf Speisen in der Gastronomie von aktuell 7% auf 19% steigt. Zu diesen Ergebnissen kommt eine aktuelle Umfrage des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA Bundesverband), an der sich 9600 Mitgliedsbetriebe beteiligt haben. Bereits in den Coronajahren 2020 und 2021 hat das Gastgewerbe durch die massiven Einbußen 36.000 steuerpflichtige Unternehmen verloren. Die existenziellen Ängste in der Branche nehmen erneut dramatisch zu. „Eine Erhöhung der Mehrwertsteuer zum 1. Januar 2024 wäre eine Katastrophe mit fatalen Folgen für die Betriebe unserer Branche und ihre Beschäftigten, aber auch für die Gäste und die Tourismuswirtschaft in Deutschland“, erklärt DEHOGA-Präsident Guido Zöllick. „Es dürfen nicht noch mehr ,öffentliche Wohnzimmer` verschwinden. Deshalb müssen die 7% bleiben.“

Weitere Informationen zum heutigen Pressegespräch: https://newsroom.metroag.de/de/news/metro-waechst-im-q3-2022-23-weiter-trotz-herausfordernder-rahmenbedingungen?dt=20230810

Weitere Informationen zur Erhöhung der Mehrwertsteuer in der Gastronomie: https://www.dehoga-bundesverband.de/fileadmin/user_upload/PM_23_06_DEHOGA-Umfrage_zur_Mehrwertsteuer_-_Es_geht_um_Tausende_Existenzen.pdf

Sorgen um unsere Konjunktur: Was unsere Betriebe jetzt brauchen

Dunkle Wolken ziehen über der Wirtschaft auf. Die führenden Wirtschaftsinstitute rechnen mit einem schlechten zweiten Halbjahr 2023.

Inflationssorgen und geopolitische Unsicherheiten trüben die konjunkturellen Aussichten unserer Betriebe im August. Viele Unternehmen und Wirtschaftsinstitute äußern sich daher aktuell deutlich pessimistischer als noch im Frühjahr. Unlängst rechnete Lanxess-Chef Zachert rechnete mit der deutschen Wirtschafts- und Energiepolitik ab. Bereits im Januar warnte unser „Düsseldorfer Konjunkturmonitor“ vor den problematischen Entwicklungen. Vor dem aktuellen Hintergrund rechnet die Mehrheit der Wirtschaftsforscher inzwischen für das laufende Jahr mit einem realen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts.

Nachfolgend unsere aktuellen Berichte zum Thema „Konjunktur“:

+ Aus für 9000 Geschäfte droht

+ Unternehmen rechnen mit schlechteren Geschäften

+ Schwaches zweites Halbjahr wird erwartet

+ Miese Stimmung im Außenhandel

+ Düsseldorfer Konjunkturmonitor 2023

Was unsere Wirtschaft jetzt braucht:

1. Unsere Wirtschaft sollte ein moderates und nachhaltiges Wachstum anstreben, das nicht von kurzfristigen Blasen oder Spekulationswellen getrieben wird. Langfristiges, stabiles Wachstum ist förderlich für Beschäftigung, Investitionen und Wohlstand.

2. Politische und wirtschaftliche Stabilität sind entscheidend, um das Vertrauen von Unternehmen, Investoren und Verbrauchern zu gewinnen und aufrechtzuerhalten. Vorhersehbare und konsistente wirtschaftspolitische Maßnahmen sind wichtig, um Risiken zu minimieren. Hier muss sich „die Ampel“ deutlich verbessern. In der Rheinischen Post hieß es kürzlich dazu: Auf die richtige Wirtschaftspolitik kommt es an. Nach Corona- und Energiekrise lastet diese Aufgabe wieder schwer auf den Schultern des Wirtschaftsministers. Robert Habeck ist dabei auf die Hilfe von Finanzminister Christian Lindner angewiesen. Beide sollten endlich an einem Strang ziehen, statt schon wieder zu streiten.

3. Die Energiepreise für die Industrie müssen runter! Lanxess-Chef Zachert rechnete am Freitag mit der deutschen Wirtschafts- und Energiepolitik ab. „Wir sind wieder der kranke Mann Europas. Herr Scholz, Herr Habeck, Herr Lindner, wachen Sie auf“, sagte er in Richtung Kanzler, Wirtschaftsminister und Bundesfinanzminister. In praktisch keinem relevanten Land seien die Preise für Industriestrom so hoch und gleichzeitig die bürokratischen Auflagen so teuer und aufwendig (Quelle: Rheinische Post).

4. Wir müssen noch intensiver Innovationen und Technologieentwicklungen unterstützen. Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie die Förderung von Start-ups können dazu beitragen, unsere Wirtschaft wieder stärker zu machen.

5. Wir benötigen mehr Flexibilität auf dem Arbeitsmarkt, der den Bedürfnissen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern gerechter wird.

6. Der Groß-, Außen- und Einzelhandel müsste mehr gefördert werden, damit (unter anderem) aus unseren Innenstädte keine Geisterstädte werden.

7. Weiterhin ein großes Thema: Nachhaltigkeit und Umweltschutz: Wir müssen weiterhin daran arbeiten, Ressourcen zu schonen und Umweltauswirkungen minimieren. Investitionen in erneuerbare Energien und Umwelttechnologien können nicht nur ökologisch, sondern auch wirtschaftlich vorteilhaft sein.

8. Bildung und Fachkräfteentwicklung: Eine gut ausgebildete Bevölkerung ist eine wesentliche Voraussetzung für wirtschaftlichen Erfolg. Investitionen in Bildung und lebenslanges Lernen sind entscheidend, um den Fachkräftebedarf der Wirtschaft zu decken und die Innovationsfähigkeit zu erhöhen.

9. Eine funktionierende Infrastruktur ist wichtig, um den Wirtschaftsstandort attraktiv zu gestalten. Investitionen in Verkehrswege, digitale Infrastruktur und Energieversorgung können die Wettbewerbsfähigkeit stärken. Das betrifft auch unsere Innenstädte.

Zuletzt eine zusammenfassende Meinung der Rheinischen Post: Wer etwas für mehr Wachstum tun will, muss vor allem private Investitionen ins Rollen bringen. (…) Verbunden mit Planungsbeschleunigung, Entbürokratisierung, Digitalisierung und Fachkräfteeinwanderung könnte ein Cocktail entstehen, der wieder mehr Wachstum verspricht.

Fachkräftesicherung: „Dass wir selbst ausbilden, rettet uns“

Das wir ausbilden, rettet uns! Foto und Text: Institut der Deutschen Wirtschaft IW

Bei Gabler Naval, einem führenden Anbieter für Marinetechnik, sind fast alle Stellen besetzt. Welche Rolle Werte, die Betriebskantine, Tarifverträge und der Nachwuchs bei der Fachkräftesicherung spielen, weiß Thomas Godknecht, Leiter der Berufsausbildung des Unternehmens.

Sie suchen aktuell lediglich zwei Praktikanten und nur zwei Lehrstellen sind vakant. Ist der Fachkräftemangel bei Ihnen gar kein Thema?

Doch, der Fachkräftemangel ist ein Thema. Wir sind allerdings eine relativ kleine Firma mit 130 Beschäftigten und einer nicht besonders hohen Fluktuation, deshalb suchen wir momentan wirklich nur diese vier Leute. Wenn unsere Tochterfirma Gabler Thermoform, die sich auch hier an unserem Standort befindet und 60 Beschäftigte hat, beispielsweise einen Elektroniker sucht, gestaltet sich das schon schwierig.

Welche Qualifikation haben die 130 Mitarbeiter Ihres Betriebs?

Fast alle unserer Mitarbeiter sind Fachkräfte mit abgeschlossener Berufsausbildung oder Hochschulabsolventen, darunter viele Ingenieure.

Wenn Sie neue Mitarbeiter suchen, wie finden Sie die?

Wir veröffentlichen unsere Stellenanzeigen meist online, zum Beispiel auf Stepstone, auf unserer eigenen Homepage, innerhalb des Possehl-Konzerns oder auch bei der Arbeitsagentur. Eine wichtige Rolle spielt auch das interne Netzwerk. Inserate in Printmedien schalten wir dagegen selten.

Sie haben die geringe Fluktuation bereits angesprochen: Wie lange sind denn Mitarbeiter bei Ihnen im Schnitt beschäftigt?

Unsere Beschäftigten sind im Durchschnitt rund 16 Jahre bei uns, darauf sind wir auch stolz. Ich selbst bin seit 2000 an Bord und ich kenne ganz viele Kollegen, die schon genauso lange hier sind. Wenn hier einer geht, fällt das sofort auf.

Warum bleiben die Mitarbeiter in Ihrer Firma verhältnismäßig lange im Unternehmen?

Die Rahmenbedingungen bei uns sind gut: Wir sind tarifgebunden, es gibt viele Möglichkeiten, flexibel zu arbeiten, es herrscht ein freundliches, mitunter familiäres Miteinander, wir sind alle per Du – das alles ergibt ein angenehmes Arbeitsklima. Außerdem werden hier Werte wie Fairness und Antirassismus vertreten, die nicht nur in die Belegschaft kommuniziert, sondern auch von den Vorgesetzten vorgelebt sowie vom Betriebsrat unterstützt werden, was ebenfalls zu einer guten Atmosphäre beiträgt.

Unsere Beschäftigten sind im Durchschnitt rund 16 Jahre bei uns. Das liegt auch am angenehmen Arbeitsklima: Wir sind tarifgebunden, es gibt viele Möglichkeiten, flexibel zu arbeiten, es herrscht ein freundliches, mitunter familiäres Miteinander, wir sind alle per Du.

Hinzu kommt das Thema Qualifizierung: Es gibt bei uns ein Verfahren, in dem jeder Mitarbeiter seinen Wunsch nach Weiterbildung äußern kann. Diese Wünsche werden gesammelt und dann wird turnusgemäß entschieden, welche realisiert werden können und welche nicht.

Wie wichtig ist Ihren Mitarbeitern die betriebseigene Kantine?

Die ist wieder wichtiger geworden, nachdem wir den Anbieter gewechselt haben. Allerdings wird sie nur von einer Minderheit genutzt: Von den 180 Beschäftigten hier am Standort in Lübeck gehen etwa 40 regelmäßig dort essen. Viele versorgen sich auch selbst in einer der Pantryküchen, die es an etlichen Orten im Betrieb gibt, und verbringen dann die Pause gemeinsam mit den Kollegen.

Ihr Unternehmen bildet in verschiedenen Berufen aus: Zerspanungsmechaniker, Produktdesigner, Industriemechaniker, IT-Systemelektroniker, Elektroniker, Fachkraft für Lagerlogistik und Industriekaufleute. Welche Anforderungen stellen Sie an die Azubis?

Wir fragen im Vorstellungsgespräch schon ein wenig Allgemeinbildung ab, auch die Mathenote, Teamfähigkeit und Hobbys sowie ein Ehrenamt sind relevant. Außerdem klopfen wir die Einstellung zum Produkt ab, schließlich gibt es ja möglicherweise ethische Bedenken, etwas herzustellen, das bei einem Krieg zum Einsatz kommen könnte.

Haben alle Ihre Azubis Abitur?

Die Art des Schulabschlusses ist für uns nicht so wichtig. Wir stellen sowohl Abiturienten, Realschüler als auch ESA-Absolventen – also das, was früher der Hauptschulabschluss war – als Azubis ein. Wenn Abiturienten, die bei uns erfolgreich eine Ausbildung absolviert haben, dann noch studieren möchten, versuchen wir, diese Kräfte über ein duales Studium oder ein Online-Studium bei uns zu halten. Außerdem absolviert gerade einer unserer Azubis ein StudiLe, das ist eine Berufsausbildung plus Maschinenbaustudium an der TH Lübeck.

Werden bei Ihnen alle Azubis nach bestandener Abschlussprüfung übernommen?

Ja, das ist ja auch im Tarifvertrag der Metall- und Elektro-Industrie im Rahmen der vorhandenen Möglichkeiten vorgesehen. Und das nehmen alle unsere Auszubildenden sehr gerne wahr.

Sie bilden also Ihren Nachwuchs überwiegend selbst aus.

Genau, das ist die Quintessenz und das ist auch etwas, was uns ein Stück weit rettet angesichts der Fachkräfteengpässe.

Haben Sie dennoch einen Wunsch, wie die Politik Sie bei Ihrer Arbeit unterstützen kann?

Bei der Diskussion um den Fachkräftemangel würde ich mir wünschen, dass mehr differenziert wird, um welche Fachkräfte es gerade geht. Wenn man beispielsweise fordert, dass mehr Teilzeitkräfte Vollzeit arbeiten sollen, um den Fachkräftemangel zu lindern, funktioniert das mitunter nur, wenn die Kinderbetreuung ausgedehnt werden kann. Der Erzieherberuf ist allerdings nicht sonderlich attraktiv, auch dort gibt es bereits einen Fachkräfteengpass. Eine einfache Lösung gibt es also für das Fachkräfteproblem nicht.

Und wie sieht es auf Landesebene aus?

Von der Landespolitik wünsche ich mir ebenfalls einen differenzierteren Blick auf die einzelnen Problemfelder: Es gibt den Vorschlag des schleswig-holsteinischen Instituts für Berufsbildung, die Produktdesigner, die wir ja auch ausbilden, im zweiten und dritten Lehrjahr zur Berufsschule nach Meldorf zu schicken, weil die Lehrer dort aufgrund der zurückgegangenen Azubizahlen nicht mehr ausgelastet sind. Das ist 130 Kilometer weit entfernt von Lübeck, wo unsere Azubis zurzeit noch zur Berufsschule gehen. Wenn das umgesetzt wird und unsere jungen Leute regelmäßig von der Ost- an die Nordsee fahren müssen, macht das die Ausbildung nicht unbedingt attraktiver.

Bankenverband warnt vor WhatsApp- und SMS-Betrug

„Hallo Mama, mein Handy ist kaputt. Das ist meine neue Handynummer. Die kannst du dir einspeichern! Schickst du mir eine Nachricht auf WhatsApp? Vielen Dank!“ Auch hinter einer solch scheinbar harmlosen Nachricht könnte ein Betrugsversuch stecken. Und tatsächlich versuchen Kriminelle seit einiger Zeit mit dieser Masche ahnungslose Eltern um ihr Geld zu bringen. Mit einigen Vorsichtsmaßnahmen können Sie sich schützen!

Vertrauen ist gut, Misstrauen manchmal besser

Das Fatale an dem Trick: Auch wenn die Telefonnummer des Absenders der Nachricht unbekannt ist, wirkt diese Art der Kontaktaufnahme für viele Eltern vertrauenerweckend. Schließlich klingt die Geschichte mit der neuen Handynummer plausibel. Und folgen Sie der Aufforderung ungeprüft und speichern Sie die Handynummer ab, wird der Absender anfangs weitere harmlose Nachrichten mit Ihnen austauschen. So soll das Vertrauen noch gestärkt werden, dass es sich tatsächlich um Ihr Kind handelt. Früher oder später wird Ihnen jedoch eine finanzielle Notlage vorgetäuscht und die „Tochter“ oder der „Sohn“ bittet Sie um Unterstützung mit einer Überweisung.

Als Grund wird beispielsweise angeführt, dass das vermeintliche Kind aufgrund des defekten Handys nicht ins Onlinebanking gelangen könne, aber dringend eine Überweisung vornehmen muss. Sie werden gebeten, „ausnahmsweise“ einzuspringen und die Zahlung zu veranlassen. Die Überweisungsdaten werden Ihnen im Anschluss mitgeteilt.

Dieser Trick ist schwer sofort zu durchschauen, weil die erfundenen Geschichten oft realistisch und nachvollziehbar sind. Überweisen Sie den gewünschten Betrag, landet der letztlich auf dem Konto der Kriminellen. Und ist die Überweisung einmal in Auftrag gegeben, lässt sie sich nicht wieder zurückholen. Das Geld ist verloren.

So können Sie sich schützen

  • Seien Sie grundsätzlich misstrauisch, wenn Sie mit unbekannten Nummern auf WhatsApp oder per SMS kontaktiert werden.
  • Rufen Sie Ihr Kind unter der Ihnen bekannten „alten“ Telefonnummer an und sprechen Sie persönlich mit ihm.
  • Überweisen Sie niemals Geld, wenn Sie nicht absolut sicher sind, dass es sich tatsächlich um Ihr Kind handelt, das um Unterstützung bittet.
  • Blockieren Sie die Nummer des Kriminellen, wenn sie den Trick durchschaut haben. So erhalten Sie keine weiteren Nachrichten.
  • Informieren Sie die Polizei, wenn sich Ihr Verdacht auf einen Betrug erhärtet.
  • Achten Sie generell darauf, sparsam mit Ihren Daten im Internet umzugehen. Geben Sie Ihre Telefonnummer nur an, wenn es notwendig ist.

Mit Material des Bankenverbandes

Starkes Wachstum des Geschäfts in der Sicherheitsindustrie: Umsatz der Rheinmetall AG steigt um 12 Prozent

Armin Papperger (rechts im Bild), Vorstandsvorsitzender der Rheinmetall AG, zur Unternehmensentwicklung: Wir liegen auch im Verlauf des Jahres 2023 weiter auf Kurs, um unsere ehrgeizigen Ziele für nachhaltiges profitables Wachstum zu realisieren. Foto und Text: mit Material der Rheinmetall AG

Die Düsseldorfer Rheinmetall AG schließt auch das erste Halbjahr des Geschäftsjahres 2023 mit einem Umsatzwachstum auf Konzernebene ab. Die positive Geschäftsentwicklung wird vor allem aus dem Geschäft mit den Streitkräften in Deutschland und den Partnerstaaten in EU und NATO getragen.

Geprägt von der dynamischen Marktsituation und einer großen Nachfrage verzeichnet der Konzern im Geschäft mit militärischen Gütern ein zweistelliges Umsatzwachstum. Demgegenüber bleibt der zivile Bereich des Konzerns mit einer teils gebremsten Geschäftsentwicklung zurück. Rheinmetall erwirtschaftet mittlerweile mehr als 70% seines Geschäfts im militärischen Bereich.

Beim Operativen Free Cashflow gelang es dem Technologiekonzern, die positive Entwicklung des ersten Quartals fortzuschreiben und für das erste Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum eine deutliche Verbesserung zu erreichen.

Die Konzernführung bestätigt aufgrund der aktuellen Marktlage und der weiterhin sehr guten Auftragssituation die aktuelle Jahresprognose für das erwartete Umsatzwachstum und die operative Ergebnisrendite im Konzern.

Armin Papperger, Vorstandsvorsitzender der Rheinmetall AG, zur Unternehmensentwicklung: „Wir liegen auch im Verlauf des Jahres 2023 weiter auf Kurs, um unsere ehrgeizigen Ziele für nachhaltiges profitables Wachstum zu realisieren. Die Regierungen haben angesichts der veränderten Sicherheitslage weitreichende Entscheidungen für militärische Beschaffungen getroffen. Nun geht es an die Umsetzung, die sich bei uns in ersten größeren Auftragseingängen niederschlägt. So haben wir jüngst in einer einzigen Woche Verträge mit einem Auftragsvolumen von über 7 MrdEUR unterzeichnet – das ist ein neuer Rekord für uns.“

Armin Papperger: „Wir wachsen weiter. Durch die jüngst abgeschlossene Akquise des spanischen Munitionsherstellers Expal Systems sichern wir unser Kerngeschäft nachhaltig ab und erhöhen die Kapazitäten deutlich. Gleichzeitig haben wir für Rheinmetall jetzt ein neues historisches Kapitel aufgeschlagen, indem wir schon bald auch Rumpfmittelteile für den modernsten Kampfjet der Welt, die F-35A, bauen werden.“

„In einer sich verändernden Welt stehen wir unverändert zu unserer Verantwortung, insbesondere angesichts des Kriegsgeschehens in der Ukraine. Wir sind dankbar, dem Land mit unseren Produkten im Verteidigungskampf wirksame Hilfe leisten zu dürfen – von der Flugabwehr über Kampfpanzer und Schützenpanzer sowie die dazugehörige Munition, über militärische LKW und Sensoren bis hin zum mobilen Feldlazarett“, ergänzt Armin Papperger.

„In Kürze werden wir wie versprochen auch dringend benötigte Munition für die Gepard Flugabwehrpanzer in die Ukraine liefern.“

Rheinmetall-Konzern: Umsatzwachstum von 7%

Der Konzernumsatz stieg im ersten Halbjahr 2023 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 187 MioEUR oder 7% auf 2.861 MioEUR (Vorjahr: 2.674 MioEUR). Währungsbereinigt lag der Umsatz um knapp 8% über dem Vorjahreswert.

Das operative Ergebnis beträgt 191 MioEUR und lag damit um 15 MioEUR oder 7% unter dem Vorjahreswert von 206 MioEUR. Getragen wurde das Geschäft vor allem von den positiven Ergebnisentwicklungen in den Divisionen Electronic Solutions, Vehicle Systems und Weapon and Ammunition. Diese konnten durch Margensteigerungen und einen besseren Produktmix erreicht werden. Die positiven Entwicklungen des operativen Geschäfts konnten allerdings die negativen Ergebnisbeiträge von Beteiligungsgesellschaften in Europa und China nicht vollständig kompensieren. Ohne Einbeziehung der At-Equity-Beiträge in Höhe von -17 MioEUR beläuft sich das operative Ergebnis auf 208 MioEUR. Das Ergebnis zeigt sich belastet durch Kosten in Höhe von ca. 10 MioEUR zur Betriebswiederherstellung aus dem Cyberangriff auf IT-Systeme des zivilen Geschäfts im April 2023 sowie durch erhöhte Rohstoffpreise.

Die operative Ergebnismarge des Konzerns reduzierte sich aufgrund der oben genannten negativen At-Equity-Effekte im ersten Halbjahr 2023 auf 6,7% (Vorjahr: 7,7%).

Das Ergebnis je Aktie aus fortgeführten Aktivitäten verbesserte sich im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2023 von 2,28 EUR auf 2,42 EUR.

Der Operative Free Cashflow hat sich im ersten Halbjahr 2023 gegenüber dem Vorjahres-zeitraum deutlich um 316 MioEUR auf ‑325 MioEUR verbessert, nachdem er im Vergleichsquartal des Vorjahres bei ‑641 MioEUR lag. Obwohl das Vorratsvermögen in Antizipation auf weitere Bestellungen ansteigt, konnte der Operative Free Cashflow im ersten Halbjahr aufgrund von höheren Kundenzahlungen deutlich verbessert werden. Die hohe Nachfrage im militärischen Bereich erfordert aktuell weitere Investitionen, um die eigenen Produktionskapazitäten deutlich steigern zu können.

Der Rheinmetall Backlog konnte im Vergleich zum Vorjahr um rund 17% von 25,7 MrdEUR auf rund 30,1 MrdEUR (30. Juni 2023) deutlich gesteigert werden. Der Rheinmetall Backlog umfasst neben dem Auftragsbestand auch die erwarteten Abrufe aus bestehenden Rahmenverträgen mit militärischen Kunden sowie die Potentiale aus Kundenvereinbarungen im zivilen Geschäft.

Der Wert der Rheinmetall Nomination stieg im ersten Halbjahr 2023 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund 50% auf 7.192 MioEUR (Vorjahr: 4.790 MioEUR). Rheinmetall Nomination umfasst sowohl den klassischen Auftragseingang wie auch das Volumen aus neu abgeschlossenen Rahmenverträgen mit militärischen Kunden sowie aus neuen Kundenvereinbarungen (Nominierungen) im zivilen Geschäft über zukünftige Abrufe.

Vehicle Systems: Verfünffachung des Auftragseingangs

Der Umsatz in der Division Vehicle Systems, die vor allem im Bereich der militärischen Rad- und Kettenfahrzeuge tätig ist, lag im ersten Halbjahr 2023 mit 1.012 MioEUR um 161 MioEUR oder 19% über dem Vorjahreswert. Die Umsatzsteigerung ist insbesondere auf Projekte zur Lieferung von taktischen Fahrzeugen zurückzuführen.

Der Rheinmetall Nomination – also hier die Summe des Auftragseingangs und des Volumens der neu abgeschlossenen Rahmenverträge mit militärischen Kunden – ist gegenüber dem Vorjahreswert um 3.045 MioEUR auf 3.725 MioEUR gestiegen. Dazu hat insbesondere eine Verfünffachung des Auftragseingangs beigetragen, da neue Großaufträge akquiriert werden konnten, insbesondere im Programm für die Nachfolge des Bradley-Schützenpanzers in den USA, mit den Bestellungen von neuen Puma-Schützenpanzern sowie von hochmodernen Militär-LKW für die Bundeswehr und beim Leopard 2-Upgrade in Norwegen. Auch ein Rahmenvertrag für LKW in Österreich war ein Erfolg von strategischer Bedeutung.

Der Rheinmetall Backlog der Division – hier die Summe des Auftragsbestands sowie der erwarteten Abrufe aus bestehenden Rahmenverträgen mit militärischen Kunden – lag zum 30. Juni 2023 mit rund 13,9 MrdEUR um 1.244 MioEUR oder rund 10% über dem Vorjahreswert. Das operative Ergebnis verbesserte sich im ersten Halbjahr 2023 von 75 MioEUR auf 99 MioEUR. Dies entspricht einem Zuwachs von 24,1 MioEUR oder 24%. Diese positive Entwicklung ist im Wesentlichen auf Margeneffekte in Projekten zurückzuführen. Die operative Marge übertraf mit rund 10% den Vorjahreswert von rund 9%.

Weapon and Ammunition: Backlog steigt auf über 6 MrdEUR

Die Division Weapon and Ammunition erzielte mit ihren Aktivitäten bei Waffensystemen und Munition im ersten Halbjahr 2023 einen Umsatz von 598 MioEUR und übertraf damit den Vorjahreswert um 34 MioEUR oder 6%. Der Anstieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist insbesondere auf höhere Munitionsabrufe von Kunden sowie auf höhere Umsätze mit geschützten LKW-Kabinen zurückzuführen. Der Rheinmetall Nomination liegt im ersten Halbjahr 2023 mit 1.561 MioEUR wieder auf dem starken Vorjahresniveau (Vorjahr: 1.892 MioEUR). Der Vorjahreswert lag dabei aufgrund des bisher größten Einzelauftrags der Division aus Ungarn auf einem überdurchschnittlich hohen Niveau. Wesentliche Auftragseingänge im ersten Halbjahr 2023 betrafen Munitionsaufträge für den Flugabwehrkanonenpanzer Gepard sowie Panzermunitionsaufträge für Marder und Leopard 1 an die Ukraine. Darüber hinaus konnte ein volumenstarker Auftrag in Australien für Schiffsschutzsysteme gewonnen werden, der – inklusive Nachbestellungen – ein potenzielles Gesamtvolumen von über 600 MioEUR hat. Der Rheinmetall Backlog erhöhte sich zum 30. Juni 2023 um 1.366 MioEUR oder rund 29% auf rund 6,1 MrdEUR (Vorjahr: 4,7 MrdEUR).

Das operative Ergebnis verbesserte sich im ersten Halbjahr 2023 um 19 MioEUR oder 27% auf 89 MioEUR. Diese positive Entwicklung ist im Wesentlichen auf einen profitableren Produktmix zurückzuführen. Die operative Marge konnte infolgedessen von 12,5% auf 14,9% deutlich gesteigert werden.

Electronic Solutions: Umsatzsteigerung um 10%

Die Division Electronic Solutions, die Lösungen im Bereich der Digitalisierung der Streitkräfte, der infanteristischen Ausrüstung sowie der Flugabwehr und der Simulation produziert, steigerte ihren Umsatz im ersten Halbjahr 2023 um 39 MioEUR auf 450 MioEUR (Vorjahr: 411 MioEUR); dies entspricht einem Zuwachs von 10%.

Der Rheinmetall Nomination verringerte sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 49 MioEUR oder 7% auf 652 MioEUR. Ein wesentlicher Auftragseingang bezog sich in den ersten sechs Monaten 2023 auf einen Puma-Auftrag. Der Rheinmetall Backlog lag am 30. Juni 2023 bei 3,4 MrdEUR und damit um 16% über dem Vorjahreswert (Vorjahr: 2,9 MrdEUR).

Das operative Ergebnis ist im ersten Halbjahr 2023 um 2 MioEUR auf 27 MioEUR (Vorjahr: 25 MioEUR) gestiegen. Die operative Marge verringerte sich auf 5,9% (Vorjahr: 6,1%), was im Wesentlichen auf Veränderungen im Produktmix zurückzuführen ist.

Sensors and Actuators: Nominated Backlog um rund 22% erhöht

Der Umsatz der Division Sensors and Actuators, die mit Lösungen für industrielle Anwendungen und die E-Mobilität sowie mit Komponenten und Regelsystemen zur Emissionsreduzierung aktiv ist, stieg im ersten Halbjahr 2023 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 16 MioEUR oder 2% auf 707 MioEUR. Diese Entwicklung resultierte im Wesentlichen aus Mengenerhöhungen in den Regionen Europa und Asien. Das Booked Business lag im ersten Halbjahr 2023 mit 1.428 MioEUR auf Vorjahresniveau (Vorjahr: 1.431 MioEUR). Der Nominated Backlog zum 30. Juni 2023, also das Volumen der aus Kundenvereinbarungen zu erwartenden Abrufe, stieg um rund 22% auf 8,2 MrdEUR (Vorjahr: 6,7 MrdEUR).

Das operative Ergebnis ging im ersten Halbjahr 2023 um 57% auf 22 MioEUR (Vorjahr: 50 MioEUR) zurück. Der Rückgang ist u.a. auf Zusatzkosten zur Betriebswiederherstellung aus dem Cyberangriff auf IT-Systeme des zivilen Geschäfts im April 2023 sowie auf erhöhte Rohstoffpreise zurückzuführen, die erst zeitversetzt an die Kunden weitergegeben werden können. Die operative Marge sank in Folge auf 3,1% (Vorjahr: 7,3%).

Materials and Trade: Umsatzrückgang durch Cyberattacke

Bei der Division Materials and Trade, die Gleitlager und Strukturbauteile liefert und das weltweite Aftermarket-Geschäft betreibt, verringerte sich der Umsatz im ersten Halbjahr 2023 um 22 MioEUR oder knapp 6% auf 352 MioEUR. Der Umsatzrückgang ist insbesondere auf einen Mengenrückgang in der Business Unit Bearings zurückzuführen. In der Business Unit Trade geht der Umsatzrückgang auf die Cyberattacke auf IT-Systeme inländischer und ausländischer Standorte vom April 2023 zurück. In den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2023 wurde ein Booked Business von 347 MioEUR erreicht. Dies entspricht einem Rückgang gegenüber dem Vorjahreszeitraum um knapp 14% (Vorjahr: 403 MioEUR). Der Nominated Backlog zum 30. Juni 2023 lag mit rund 600 MioEUR auf Vorjahresniveau (Vorjahr: 610 MioEUR).

Das operative Ergebnis der Division Materials and Trade sank im ersten Halbjahr 2023 um 10 MioEUR oder knapp 38% auf 17 MioEUR. Die operative Marge verringerte sich auf 4,7% (Vorjahr: 7,2%). Dabei wirkten sich insbesondere das rückläufige At-Equity-Ergebnis eines chinesischen Joint Ventures sowie der Ergebniseffekt aus dem Umsatzrückgang negativ aus.

Ausblick: Aktuelle Jahresprognose wird bestätigt

Rheinmetall bestätigt nach sechs Monaten des Geschäftsjahres 2023 die aktuelle Jahresprognose.

Rheinmetall hat in den vergangenen Monaten mittels strikter Kostenkontrolle als auch durch aktive Vorsorge und durch Mitigierung von Risiken auf den Energie- und Beschaffungsmärkten entsprechende Maßnahmen getroffen, um der allgemeinen Inflationsentwicklung wie auch den anhaltenden Störungen auf den Märkten für Rohstoffe und Vorprodukte erfolgreich entgegenzuwirken.

Nicht zuletzt vor dem Hintergrund dieser zeitgerecht getroffenen Entscheidungen und großteils bereits implementierten Maßnahmen erwartet der Konzern für das laufende Geschäftsjahr weiterhin einen Umsatz in der Spanne von 7,4 bis 7,6 MrdEUR und rechnet mit einer Verbesserung des operativen Ergebnisses und einer operativen Ergebnisrendite von rund 12%.

In dieser Prognose ist die Akquisition des spanischen Munitionsherstellers Expal Systems nicht berücksichtigt. Rheinmetall erwartet von der neuen Tochtergesellschaft für das laufende Geschäftsjahr ab dem Zeitpunkt der Konsolidierung (1. August 2023) einen Umsatzbeitrag in Höhe von 150 MioEUR bis 190 MioEUR.

Teekanne freut sich auf neuen Marketingchef

Seit dem 1. August verantwortet Christian Exner Arizaga die Bereiche Marketing, Innovationen, Shopper Marketing, Insights und Category Management des Düsseldorfer Teeherstellers für den deutschen Markt. Sein Vorgänger Jesper Petersen hat bereits zum 1. April neue, internationale Aufgaben im Unternehmen übernommen.

Der neue TEEKANNE Marketingleiter Deutschland bringt mehr als 15 Jahre Erfahrung in der Konsumgüterbranche mit. Der 38-Jährige war unter anderem im Brand Management der Emmi Gruppe, zunächst in Deutschland und später in der Region BeNeLux, tätig. Ab 2016 arbeitete er in verschiedenen kommerziellen Funktionen für das international agierende Hummus-Joint-Venture Obela von Pepsico und der israelischen Strauss Gruppe – zuletzt als Director Marketing and Business Development Europe.

In seiner neuen Position wird Christian Exner Arizaga die Marketing- und Innovationsstrategie für den deutschen Markt sowie die Positionierung der Marke TEEKANNE in Richtung neuer Zielgruppen, Verkaufskanäle und Nachhaltigkeit vorantreiben. Er berichtet direkt an Bernd Schmidt, Geschäftsleitung Marketing und Vertrieb. „Wir freuen uns sehr, dass wir mit Christian Exner Arizaga einen erfahrenen Marketingspezialisten für unser Familienunternehmen gewinnen konnten. Wir sind überzeugt, dass er mit seiner Expertise in der Entwicklung und Umsetzung erfolgreicher Marketingstrategien entscheidend dazu beitragen wird, die führende Position von TEEKANNE als nachhaltiger Teeanbieter weiter auszubauen“, erklärt Bernd Schmidt.

Sein Vorgänger Jesper Petersen hat zum 1. April, nach 16 sehr erfolgreichen Jahren als TEEKANNE Marketingleiter, neue internationale Aufgaben im Unternehmen übernommen, leitet bereits den Einkauf der Teerohwaren und verantwortet wichtige strategische Vorhaben der gesamten TEEKANNE Gruppe.