20. Auflage des „Düsseldorfer Konjunkturmonitor 2023“: Die Düsseldorfer Wirtschaft in der Grauzone – dramatischer Arbeitskräftemangel

Foto: Hans-Jürgen Bauer

Die Düsseldorfer Wirtschaft befindet sich in einer Grauzone und wird 2023 vermutlich noch tiefer in die Rezession schlittern. Dies sind die Ergebnisse des 20. „Düsseldorfer Konjunkturmonitor“ der Unternehmerschaft Düsseldorf. Seit 20! Jahren ist er in der Stadt ein beliebtes Format, weil er in die Zukunft weist und eine hohe Treffsicherheit erzielt. Fast 600 Betriebe aus der Stadt beteiligten sich an der Umfrage.

Die Geschäftserwartungen für 2023 sind nicht rosig. Kein Unternehmen in unserer Stadt rechnet mit besseren Geschäften. 36% glauben sogar, dass die Geschäfte schlechter laufen werden. 27% der Betriebe rechnen mit einer deutlich schlechteren Auftragslage. Nur noch 9% der befragten Unternehmen erhoffen sich eine bessere Auftragslage.

Hohe Energiepreise, steigende Kosten für Rohstoffe, Produktionsrückstände, Lieferproblematik, Krieg in Europa, Arbeitskräftemangel – das sind die größten Sorgen, die den Unternehmen in unserer Stadt Probleme bereiten. Fast täglich tauchen in den Betrieben neue Herausforderungen auf und die Unternehmen sind unsicher, wie sie mit diesen komplexen Themen umzugehen haben.

Der Arbeitsmarkt zeigt sich robust. Allerdings rechnen 18% der Betriebe mit Entlassungen. Dem gegenüber planen immerhin 27% der Unternehmen Neueinstellungen. Gute Zeichen gibts vom Ausbildungsmarkt: 55% der Betriebe belassen ihre Ausbildungsplätze auf hohem Niveau und 36% wollen sogar mehr Azubis einstellen. Ein Plus von 7% zum Vorjahr. Düsseldorf hat einen dramatischen Arbeitskräftemangel, vor allem im MINT-Bereich. Dies kann einer der Gründe für die guten Zahlen auf dem Ausbildungsmarkt sein.

Alle Zahlen zum Konjunkturmonitor gibts unter www.unternehmerschaft.de.

+ Antenne Düsseldorf

+ Rheinische Post


Foto: Hans-Jürgen Bauer

Aktuelle Situation

Aktuelle Geschäftslage

Mehr als die Hälfte der Betriebe (55%) bezeichnen ihre aktuelle Geschäftslage als gut. Im Vorjahr sagten dies noch 68%. Für 18% der Betriebe ist die Geschäftslage sogar schlecht. Im Vorjahr sagten dies nur 6%. (Für 27% ist die Lage unverändert.)

Aktuelle Auftragslage

Dieses Bild spiegelt sich auch in der aktuellen Auftragslage wider: 45% bezeichnen sie als gut. Im vergangenen Jahr sagten dies noch 62%. Für 18% der Unternehmen ist die Auftragslage schlecht. In der Vorjahresbefragung sagten dies nur 9%. 36% bezeichnen sie als befriedigend (2021: 29%).

Aktuelle Ertragslage

45% der Betriebe beziffern sie als gut. Im Vorjahr sagte dies noch jeder 2. Betrieb. Für 46% ist die Ertragslage befriedigend, 9% geben hier eine schlechte Ertragslage an.

Arbeitsmarkt

Für 64% der Betriebe blieb die personelle Lage in 2022 unverändert. Ist dies ein optimistisches Zeichen? Was meinen Sie?

27% der Unternehmen haben Neueinstellungen vorgenommen. In der Vorjahresumfrage sagten dies noch 47%. Immerhin gaben nur 9% der Betriebe Entlassungen in unserer Stadt an (2021: 6%).

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Situationen in den kommenden 6 Monaten

Geschäftserwartungen

Kein Unternehmen in unserer Stadt rechnet mit besseren Geschäften. Im Vorjahr sagten dies noch 12%. 36% glauben sogar, dass die Geschäfte schlechter laufen werden (2021: 20%): rutschen wir etwa noch tiefer in die Rezession? Unveränderte Geschäfte erwarten 64% der Unternehmen.

Auftragslage

27% der Betriebe in unserer Stadt rechnen mit einer deutlich schlechteren Auftragslage. Eine Zahl, die gegenüber dem Vorjahr nur minimal (1%) gestiegen ist. Nur noch 9% der befragten Unternehmen erhoffen sich eine bessere Auftragslage. Im Vorjahr sagten dies noch 24%. Von einer unveränderten Lage gehen 64% der Unternehmen aus.

Arbeitsmarkt

18% der Betriebe in unserer Stadt werden Entlassungen durchführen. Gegenüber dem Vorjahr ein Plus 6%. Dem gegenüber planen immerhin 27% der Unternehmen Neueinstellungen. Im vergangenen Jahr sagten dies noch 44%. (Unverändert bei 55% der Betriebe).

Gleichwohl bleiben die Jobchancen in Düsseldorf gut, weil viele Betriebe aufgrund des Fachkräftemangels nach qualifizierten Mitarbeitern suchen.

Ausbildungsmarkt

Die bisherigen, mauen Zahlen wird der Düsseldorfer Ausbildungsmarkt nicht widerspiegeln.

55% der Betriebe belassen ihre Ausbildungsplätze auf hohem Niveau und 36% wollen sogar mehr Azubis einstellen. Ein Plus von 7% zum Vorjahr (2021: 29%). Düsseldorf hat einen dramatischen Fachkräftemangel, vor allem im MINT-Bereich. Dies kann einer der Gründe für die guten Zahlen auf dem Ausbildungsmarkt sein.

Kurzarbeit
64% der Betriebe haben in 2022 keine Kurzarbeit durchgeführt. Bei 36% fand Kurzarbeit geringem bis mittleren Umfang statt.

73% der Unternehmen planen keine Kurzarbeit in 2023 mehr ein. Bei nur noch 9 % ist Kurzarbeit ein Thema (2021: 6%), bei 18% ist es noch nicht absehbar.

Homeoffice
Während 2022 noch 91% der Betriebe das Modell Homeoffice bzw. „mobiles Arbeiten“ fuhren, werden es im kommenden Jahr mit 73% weniger Betriebe sein. Das bedeutet aber auch, dass mehr als 2/3 der Mitarbeitenden in unserer Stadt weiterhin „mobil“ arbeiten werden.

Investitionen

Vorsichtiger Optimismus: Bei 46% der Düsseldorfer Unternehmen bleibt die Investitionsquote unverändert und 36% werden diese sogar erhöhen. 18% werden diese wie im Vorjahr reduzieren. Die Zahlen sind fast identisch zum Vorjahr.

Foto: Hans-Jürgen Bauer

Fazit

Die Düsseldorfer Wirtschaft rutscht 2023 voraussichtlich tiefer in die bereits vorhandene Rezession. Die Betriebe müssen sich mit vielen Herausforderungen auseinandersetzen: Steigende Preise, Lieferkettenproblematik, Produktionsausfälle und der Krieg Russlands in der Ukraine belasten Verbraucher und Unternehmen. Die Lage im Bausektor (steigende Zinsen, fehlendes Material) wird noch schwieriger und auch der private Konsum wird die Konjunktur kaum stützen können.

Immerhin: der Düsseldorfer Arbeits- und Ausbildungsmarkt zeigt sich noch robust.

Für 2023 kann das bedeuten: die Wirtschaftsregion Düsseldorf steht vor einer neuen Rezession. Allerdings deuten die Zahlen nicht auf einen Konjunktureinbruch in dem Ausmaß hin, wie es ihn in der Corona-Pandemie oder in der Finanzmarktkrise 2008 gab.

Wir müssen wohl mit einem gewaltigen Wohlstandsverlust durch Russlands Angriffskrieg rechnen. Wie schwer diese Krise ausfallen wird und wie lange sie dauert, hängt stark von der weiteren Entwicklung der Energiekrise ab.

„Über allem schwebt die geopolitische Gefahr, die vom russischen Angriffskrieg auf die Ukraine ausgeht“, sagt uns Konjunkturexperte Michael Grömling vom Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln.

Die hohen Energiepreise haben das Leben der Menschen und Unternehmen stark verteuert und ausgebremst. 2023 wird es leider kaum besser. Wir werden uns wohl oder übel an horrende Energiepreise gewöhnen müssen. Unternehmen werden dadurch weniger investieren und produzieren, ihre Erwartungen sind pessimistischer.

 

Das ändert sich 2023 in der Rentenversicherung

Der rheinische Hauptsitz der Rentenversicherung in Düsseldorf. Foto: DRV Rheinland

Zum 1. Januar 2023 haben sich in der gesetzlichen Rentenversicherung einige Änderungen ergeben. Darauf weist die in Düsseldorf ansässige Deutsche Rentenversicherung Rheinland hin.

+ Keine Hinzuverdienstgrenze mehr für vorzeitige Altersrenten: Die Hinzuverdienstgrenze für alle vorgezogenen Altersrenten ist weggefallen. Zusätzliche Einkünfte führen also nicht mehr zur Kürzung einer vorgezogenen Altersrente. Mit dieser Regelung soll die Weiterarbeit oder Wiederaufnahme einer Beschäftigung nach Renteneintritt erleichtert werden. 

+ Hinzuverdienstgrenzen für Renten wegen Erwerbsminderung gestiegen: Wer Erwerbsminderungsrente bezieht, muss folgende Hinzuverdienstgrenzen beachten: Bei Renten wegen teilweiser Erwerbsminderung liegt diese bei rund 35.650 Euro, bei Renten wegen voller Erwerbsminderung bei etwa 17.820 Euro.

+ Verbesserte Absicherung bei Erwerbsminderung: Durch die sogenannte Zurechnungszeit werden Menschen, die eine Erwerbsminderungsrente erhalten, nun so gestellt, als hätten sie bis zum 66. Geburtstag Beiträge gezahlt. 2022 ging diese Zurechnungszeit nur bis 65 und elf Monate.

+ Beitragsbemessungsgrenze gestiegen: Die Beitragsbemessungsgrenze in der Rentenversicherung ist in den alten Bundesländern von monatlich 7.050 auf 7.300 Euro und in den neuen Bundesländern von monatlich 6.750 auf 7.100 Euro gestiegen.

+ Freiwillige Versicherung: Mindest- und Höchstbeitrag gestiegen: Der monatliche Mindestbeitrag ist auf 96,72 Euro gestiegen, der monatliche Höchstbeitrag auf 1.357,80 Euro.

+ Beitrag für Selbstständige: Für versicherungspflichtige Selbstständige beträgt der Regelbeitrag nun monatlich 631,47 Euro.

+ Midijob: Höchstgrenze für Beschäftigungen steigt: Die monatliche Höchstgrenze für Midijobber ist von 1.600 auf 2.000 Euro angehoben worden. 

+ Höherer Steueranteil für Neurentner: Wer 2023 in den Ruhestand geht, muss jetzt 83 Prozent seiner Rente versteuern. 

AOK Rheinland/Hamburg und vigo Krankenversicherung fördern regionale Projekte

Fotoquelle: AOK

Versicherte der in Düsseldorf auf der Kasernenstraße ansässigen AOK Rheinland/Hamburg können sich mit dem exklusiven Angebot vigo selectder vigo Krankenversicherung zusätzlich absichern. Jeder durch die Gesundheitskasse vermittelte vigo select-Vertrag unterstützt dabei ab sofort regionale Projekte: Im Rahmen des neuen Programms vigo-Charity wird die in der privaten Versicherungswirtschaft übliche Provision für die Vermittlung von Zusatzversicherungen stattdessen von der vigoKrankenversicherung an ein soziales oder ökologisches Projekt in der Nähe der AOK-Kundinnen und -Kunden gespendet.

Rund 100.000 Versicherte der AOK Rheinland/Hamburg haben sich bislang über die vigoKrankenversicherung zusätzlich abgesichert. Auf der Webseite www.vigo-select.de können unter anderem Zusatzversicherungen für die Bereiche Zahnersatz, Ein-/Zweibettzimmer im Krankenhaus oder Auslandsreisen online und ohne Gesundheitsfragen abgeschlossen werden. Mitarbeitende der AOK Rheinland/Hamburg nutzen diese Plattform ebenfalls zur Beratung, alle geförderten Projekte werden auf der Webseite vorgestellt.

In jeder Region der AOK Rheinland/Hamburg wählten Mitarbeitende im Vorfeld jeweils ein soziales oder ökologisches Projekt aus. In Aachen profitiert beispielsweise das Projekt „Eastside Boxing“ eines kirchlichen Verbandes für Mädchen- und Frauensozialarbeit, das Jugendlichen in einem sozialen Brennpunkt mit professionell begleitetem Boxtraining eine strukturierte Freizeitgestaltung ermöglicht. Die Mitarbeitenden in Hamburg entschieden sich mit „Oclean“ für ein gemeinnütziges Unternehmen, das von Schülerinnen gegründet wurde und Mitmenschen dafür gewinnen möchte, mitzuhelfen, das Aufkommen an Müll und Plastik langfristig zu reduzieren.

„Als regionale Gesundheitskasse ist es uns ein besonderes Anliegen, uns für die Menschen vor Ort zu engagieren und eine soziale, nachhaltige Gesellschaft zu unterstützen. Daher begrüßen wir das Engagement der vigo Krankenversicherung – ihr Spendenmodell sollte aus unserer Sicht auch für andere Unternehmen der privaten Versicherungswirtschaft beispielgebend sein“, sagt Sabine Deutscher, Vorstandsmitglied der AOK Rheinland/Hamburg.

„Nachhaltigkeit erlebbar und zu einem Gesprächsthema zu machen, bietet sich im Austausch von Mensch zu Mensch im Rahmen der Gesundheitsabsicherung an. Während es ansonsten in der Versicherungsvermittlung üblich ist, Provisionen zu zahlen, haben wir mit unserem Spendenmodell gemeinsam mit der AOK Rheinland/Hamburg eine sinnvolle Alternative gefunden“, sagt Micha Hildebrandt, Vorstandsmitglied der vigo Krankenversicherung.

Die vigo Krankenversicherung ist eine private Krankenversicherung mit Sitz in Düsseldorf. Sie bietet Zusatzversicherungen in den Bereichen Kranken-, Auslandsreise- und Pflegezusatzversicherungen an. Seit 2012 kooperieren die vigo Krankenversicherung und die AOK Rheinland/Hamburg und ermöglichen den Kundinnen und Kunden exklusive und vergünstigte Tarife.

Klima-Hauptstadt Düsseldorf: „Es ist wichtig in allen relevanten Sektoren, wie private Haushalte, Gewerbe, Handel, Dienstleistung, Industrie und Verkehr, notwendige Projekte umzusetzen“

Mit Beschluss des Rates der Stadt „Düsseldorf wird Klima-Hauptstadt“ stehen 60 Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung, um bis 2035 das Ziel der Klimaneutralität zu erreichen. Wie das Umweltdezernat jetzt mitteilt, sind im Haushaltsjahr 2022 alle Mittel für Klimaschutzprojekte verplant oder ausgegeben worden. Darüber hinaus konnten aus Restmitteln des Jahres 2021 weitere 19 Millionen Euro für Klimaschutzprojekte eingesetzt werden. Insgesamt sind im Jahr 2022 Mittel von 78,78 Millionen Euro in den Klimaschutz investiert worden.

„Jeder Cent, der für den Klimaschutz eingesetzt wird, ist gut investiertes Geld. Wir sind in Düsseldorf bestrebt, hier klare Zeichen zu setzen und anderen Kommunen ein Vorbild zu sein. Nur wenn in Kommunen, Land und Bund alle an einem Strang ziehen, wird es gelingen, die deutschlandweit ehrgeizigen Klimaziele zu erreichen. Als Landeshauptstadt ist es unser erklärtes Ziel 2035 klimaneutral zu sein“, betont Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller.

„Der Einsatz der Klimaschutzmittel verbindet ökonomisch sinnvolle und ökologisch notwendige Projekte zur Modernisierung des städtischen Gebäudebestandes mit Förderungen für die Menschen in Düsseldorf zum Gemeinwohl“, erläutert Umweltdezernent Jochen Kral. „Es ist wichtig in allen relevanten Sektoren, wie private Haushalte, Gewerbe, Handel, Dienstleistung, Industrie und Verkehr, notwendige Projekte umzusetzen“, erklärt Kral weiter.

Insgesamt werden durch den Einsatz der Mittel 104 Projekte realisiert. Das Spektrum reicht von der Umrüstung herkömmlicher Leuchtmittel auf energieeffiziente LED-Leuchtmittel in städtischen Einrichtungen, den Anschluss städtischer Immobilien an die Düsseldorfer Fernwärme über die Belegung städtischer Dachflächen mit Solaranlagen zur Eigenstromnutzung und die Umsetzung energetischer Sanierung an städtischen Immobilien bis hin zur Förderung emissionsfreier Mobilitätsvorhaben. Darüber hinaus sind auch der Düsseldorfer Klimapakt mit der Wirtschaft, die Umweltakademie, die Klimaschutzbildung an Kindertagesstätten und Schulen und Projekte der Öffentlichkeitsarbeit finanziert worden. Auch die Menschen vor Ort profitierten mit rund 8 Millionen Euro durch den Einsatz der Mittel etwa durch das Förderprogramm „Klimafreundliches Wohnen und Arbeiten“, die Energiesparberatung der Caritas für einkommensschwache Haushalte und das Förderprogramm Lastenfahrräder.

Parallel wurden bei den Förderprogrammen des Bundes und des Landes NRW Mittel in Höhe von insgesamt rund 8,6 Millionen Euro eingeworben. Mit Hilfe der Klimaschutzmittel konnten im Jahr 2022 bis zu 6.500 Tonnen klimaschädliche Kohlendioxid-Emissionen vermieden und der städtische Energiehaushalt um bis zu 3,5 Millionen Euro entlastet werden. In der Sitzung des Umweltausschusses am Donnerstag, 12. Januar,  informiert die Stadtverwaltung die Öffentlichkeit und die Politik über die Verwendung der Mittel des Klimaetats.

Text und Foto: Stadt Düsseldorf

Institut der Deutschen Wirtschaft: „Bedarf an KI-Fachkräften variiert stark“

Fachkräfte auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz sind zunehmend gefragt. Die Verteilung der offenen Stellen ist allerdings höchst ungleich, erklärt uns heute unser Institut in Köln, das „Institut der Deutschen Wirtschaft (IW)“. Von den mehr als 3,6 Millionen Stellen, die im ersten Quartal 2021 in Deutschland ausgeschrieben wurden, bezogen sich rund 11.500 auf KI-Fachkräfte. Gegenüber demselben Zeitraum im Jahr 2020 waren das gut 5 Prozent mehr, gegenüber 2019 betrug die Steigerung 11 Prozent. Auffällig dabei ist, dass ein Großteil der angebotenen Stellen auf nur wenige Unternehmen entfällt, denn: 27 Prozent aller KI-Stellen in Deutschland wurden von lediglich dem obersten Prozent der suchenden Unternehmen mit dem höchsten Bedarf an KI-Experten ausgeschrieben. Quelle & weiterlesen: IW Köln 

Zahlen wir bald fast 5 EUR für die Parkstunde?

Die Landeshauptstadt möchte gerne die Parkgebühren in der Innenstadt (Parkzone 1) erhöhen auf 4,50 EUR/Stunde. Außerdem soll diese Parkzone erweitert werden. Darüber berichtet heute der Düsseldorfer Wirtschafts-Redakteur Maximilian Nowroth in der Rheinischen Post. Außerdem wird zukünftig im 12-Minuten-Takt abgerechnet und die Parkscheinpflicht wird in der City bis 22 Uhr verlängert. Ob das so kommen wird, wissen wir am 2. Februar, denn dann findet die entscheidende Ratssitzung statt, so Nowroth.

 

Rheinmetall erwirbt 40 Prozent des Digitalisierungsspezialisten blackned

Das Düsseldorfer Technologie-Unternehmen Rheinmetall baut seine strategische Partnerschaft mit dem Hightech-Software-Hersteller blackned GmbH, Heimertingen, aus. So hat die Rheinmetall Electronics GmbH aus Bremen die bisherige Zusammenarbeitsvereinbarung mit blackned ausgeweitet und eine 40-prozentige Beteiligung an dem Unternehmen erworben. Der Partner blackned bleibt dabei weiterhin unabhängig und kann durch diesen wichtigen Schritt seinen Wachstumskurs weiter vorantreiben. Rheinmetall unterstreicht durch den Einstieg bei dem namhaften Software-Hersteller sein Bestreben, seine führende Rolle als Partner für die Digitalisierung von Streitkräften weiter auszubauen. Rheinmetall wird durch diese strategische Partnerschaft in Zukunft noch besser in der Lage sein, die Durchgängigkeit des taktischen Informations- und Kommunikationsverbunds sowie die Wirkungsketten innerhalb des Systemverbundes zu realisieren.

Das inhabergeführte deutsche Unternehmen blackned ist Spezialist für missionskritische Kommunikationssysteme und hat eine Informations- und Kommunikationsmiddleware der nächsten Generation namens TacticalCore entwickelt. Das TacticalCore-Framework soll jetzt in Rheinmetalls Gesamtarchitektur zur Vernetzung der vorhandenen Systeme integriert werden und ist bereits als „Tactical Platform Service“ integraler Bestandteil der Architektur „Digitalisierung landbasierter Operationen“ (D-LBO). Ziel dieses Programms des Deutschen Heeres ist die Digitalisierung der Landstreitkräfte sowie im ersten Schritt die Sicherung der Führungsfähigkeit des Vorhabens „Division 2025“ – ein Großverband der Bundeswehr, welcher bis zum Jahr 2025 voll ausgestattet und einsatzbereit sein soll.

Auch international schreitet die Digitalisierung von Streitkräften voran. Rheinmetall engagiert sich derzeit in entsprechenden Projekten in Australien, Großbritannien, Ungarn und weiteren Staaten.

„Wir sind wirklich begeistert von der strategischen Verschmelzung mit blackned“, so Christoph Müller, Leiter der Rheinmetall-Division Electronic Solutions. „Mit dem neuen Setup bieten wir unseren militärischen Kunden gemeinsam eine technologisch überzeugende Antwort zur Digitalisierung von Landstreitkräften. Rheinmetalls führendes Sensorportfolio kann jetzt Dank des Tactical Cores von blackned mit seinen Fahrzeugen, UAVs, Soldatensystemen und unbemannten Plattformen in einem digitalen vernetzen Ökosystem etabliert werden.“

„Mit dem strategischen Investor Rheinmetall können wir unseren eingeschlagenen Wachstumspfad konsequent weiterverfolgen, unsere technologischen Weiterentwicklungen vorantreiben und somit unseren Kunden die bestmögliche Technologie bereitstellen“, so blackned-Firmengründer und CEO Timo Haas. „Gleichzeitig können wir den Partner Rheinmetall bei seiner zukünftigen Systementwicklung mit einer high tech State of the Art Middleware Lösung versorgen – eine wahre Win-Win Situation.“

Unterstützung von Start-Ups im Konsumgüterbereich: Neue strategische Ausrichtung von Henkel dx Ventures

Henkel in Holthausen unterstützt junge Unternehmen finanziell. Kommt dieses Geld von Unternehmen, die nicht dem Finanzbereich angehören, also beispielsweise Banken und Sparkassen, dann nennt man dieses Geld Corporate Venture Capital. Die Henkelaner setzen nun neue strategische Schwerpunkte im Konsumgüterbereich. Dafür gibts in Holthausen eine eigene Einheit: Henkel dx Ventures. Sie geht Partnerschaften mit Start-ups für Co-Innovationen ein und investiert weltweit in vielversprechende Fonds. Der Fokus liegt hierbei auf zwei Schwerpunktbereichen: Digital Commerce und Nachhaltigkeit.

„Unternehmer:innen und die Expert:innen von Henkel können eine starke Einheit bilden. Mit Henkel dx Ventures wollen wir diese Verbindungen stärken und eine einzigartige Innovationskraft schaffen. Wir sind hier, um den Fortschritt in Wirtschaft und Technologie zu fördern. Digital Commerce und Nachhaltigkeit – unsere Kerninvestitionsbereiche – gehören zu den spannendsten und vielversprechendsten Zukunftsfeldern. Gemeinsam werden wir die Zukunft des Handels vorantreiben und Henkel zu einem der Vorreiter in der digitalen Welt machen“, sagt Michael Nilles, Chief Digital and Information Officer bei Henkel und Chair Henkel dx Ventures.

Henkel dx Ventures bewertet und verantwortet Kapitalbeteiligungen und gemeinsame Projekte mit Start-ups. Ziel ist es, neue Technologien, Anwendungen und Geschäftsmodelle in Bereichen von strategischem Interesse für Henkel zu erschließen. Gleichzeitig können Start-ups von der Zusammenarbeit mit Henkel profitieren, indem sie Zugang zu einem Ökosystem von Technologieexpert:innen und Forscher:innen erhalten. Darüber hinaus können sie das gut etablierte Netzwerk von Henkel nutzen und auf die Erfahrung aus 145 Jahren Unternehmensgeschichte in der Konsumgüterindustrie zurückgreifen.

„Mit Henkel dx Ventures schlagen wir ein neues Kapitel auf. Unsere Stärke liegt in unserem Team und seinem starken Netzwerk. Wir sind nicht nur eng mit dem globalen Henkel-Geschäft vernetzt, sondern wir sind auch Teil eines florierenden Ökosystems und der Start-up-Szene. Hier bringen wir Gründer:innen, Unternehmer:innen und Branchenexpert:innen zusammen“, sagt Marc Thom, Corporate Vice President und Head of Henkel dx Ventures. „Ich bin davon überzeugt, dass der Erfolg in einer vernetzten Wirtschaft auf Zusammenarbeit beruht. Investitionen und Partnerschaften müssen Hand in Hand gehen.“

Fokus auf zwei zukunftsweisende Investitionsfelder

Henkel dx Ventures verfolgt einen ausgewogenen Investmentansatz bestehend aus strategischer Übereinstimmung und solider finanzieller Rendite. Innerhalb ihrer zwei Schwerpunktbereiche investiert die Venturing-Einheit in Frühphasen-, späte Seed- bis B-Runden. Die beiden festgelegten Investitionsbereiche sind:

  • Digital Commerce
    In den letzten Jahren haben sich die Vorlieben und Erwartungen der Verbraucher:innen rapide verändert. So erwarten diese immer mehr Interaktion über alle Kanäle, mit verschiedenen Endgeräten, und das 24 Stunden lang an sieben Tagen die Woche. Sowohl stationäre Einzelhändler als auch schnelllebige Konsumgüterunternehmen wie Henkel müssen sich daher in einer Ära des Online-Shoppings anpassen. Neue Akteure kommen auf den Markt und lassen die Grenzen zwischen Hersteller:innen, Plattformen und Einzelhändler:innen zunehmend verschwimmen. Somit werden  die Personalisierung von Produkten und Erfahrungen sowie leicht zugängliche Wiederverkaufsplattformen immer relevanter. Um die Präsenz von Henkel im digitalen Handel auszubauen, ist Henkel dx Ventures besonders an Social Commerce, Web 3.0, Peer-to-Peer-Plattformen, AdTech und MarTech interessiert.
  • Nachhaltigkeit
    Henkels 2030+ Sustainability Ambition Framework zielt auf eine kreislauforientierte und CO2-neutrale Zukunft ab, wofür das Unternehmen seine Produkte und Rohstoffe entsprechend anpasst. Henkel ist überzeugt, dass nachhaltige Produkte und Technologien einen Wettbewerbsvorteil gegenüber konventionellen Produkten bringen werden. Durch die Kombination von technischem Materialwissen und wissenschaftsbasierten Innovationen ist Henkel ein wichtiger Akteur und Partner in der Gesellschaft. Deshalb sucht Henkel dx Ventures Gründer:innen mit einem ganzheitlichen Blick auf die Herausforderungen unserer Welt. Von besonderem Interesse sind die Bereiche Klima und nachhaltiges Wirtschaften (z.B. CO2-Nutzung, Transparenz in der Wertschöpfungskette, CO2-Fußabdruck und Ökobilanzen), Kreislaufwirtschaft und Verpackungen (z.B. Kunststoffe, Plastikvermeidung, Recyclingfähigkeit und Wiederverwendbarkeit) sowie Natur und Biodiversität (z.B. erneuerbare Rohstoffe, Palmölalternativen und nachhaltige Formulierungen).

Weiterführende Informationen

Weitere Informationen zu den Kapitalaktivitäten von Henkel dx Ventures, einschließlich der Ansprechpartner:innen, finden Start-ups und Investor:innen hier: https://www.henkeldxventures.com/

Wie „Attraktivität von Innenstädten“ gelingen kann

Die Düsseldorfer Innenstadt bleibt ein Menschen-Magnet. Die Umgestaltung des KÖ-Bogens hat einen wertvollen Anteil daran und passt sich an KÖ und Hofgarten wunderbar an. Foto: Christoph Sochart

Der Einzelhandel in unserer Stadt bleibt der Anziehungspunkt Nummer eins für Düsseldorf. Gleichzeitig aber boomt der Online-Handel und dies hinterlässt Spuren in unseren Innenstädten. Dies macht auch der neue „cima.monitor – Deutschlandstudie Innenstadt“ deutlich. So gaben nahezu 20 Prozent der Deutschen an, die Innenstädte weniger oder gar nicht mehr zu besuchen. Zudem zeigt sich eine große Lücke zwischen der Attraktivität des Einzelhandels (zieht 56 Prozent der Innenstadtbesucher an) und anderen Branchen oder Aktivitäten.

Gefordert werden unter anderem bessere Rahmenbedingungen für die Attraktivität der Innenstädte. In Düsseldorf scheint das kein Problem zu sein. Auch Städte in der Umgebung haben teilweise damit keine Probleme mit. Grundsätzlich aber sei die Frage erlaubt, wie mehr Attraktivität gelingen kann?

Schaut man nach Düsseldorf oder in die Städte in der Umgebung, wo es besser läuft, dann kann man gute Antworten auf diese Frage finden. „Vielfalt“ ist ein gutes Stichwort, wie ich finde. Diese beginnt beim Handel direkt: nicht nur die bekannten Ketten sind beliebt, sondern auch feine, kleine, besondere Läden, die mit Liebe und Regionalität (wie hieß doch mal der Spruch auf dem Bierdeckel: global denken – lokal trinken) betrieben werden – und dies kann im Übrigen alle Branchen betreffen, ob Buchhandlung, Modeboutique oder Feinkost.

„Vielfalt“ betrifft zudem die Ausgestaltung der Landschaft: mehr Grün! Der KÖ-Bogen 1 zeigt dies in einer besonderen Weise. Das Wasser, die Natur des nahen Hofgartens und die treppenförmigen Sitzgelegenheiten laden die Menschen auch ein, die Tour „durchs Dorf“ zu unterbrechen und zu verlängern.

Des Weiteren spielen interessante Kultur- und Bildungseinrichtungen eine Rolle (Oper, Schauspielhaus, Haus der Wissenschaft, attraktive Jugendfreizeitstätten), ebenso Spiel und Sport. Und letztendlich darf man auch die Gastronomie mit ihren kurzweiligen und interessanten Konzepten nicht vergessen. Auch sie sind wichtig – nicht nur in Düsseldorf.

In der Tat „vergessen“ dürfen wir ebenso das Arbeiten und Wohnen nicht. In der Nachbarstadt Essen kann man in der City traurig erleben, wenn Arbeiten und Wohnen in der Innenstadt kaum noch eine Rolle spielen. Genau das Gegenteil spielt sich dann in den attraktiven Stadtteilen ab, wo auch gearbeitet und gewohnt werden kann, beispielsweise im mittlerweile sehr beliebten Rüttenscheid. Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, sagt das so: „Nur mit einem vielfältigen Nutzungsmix schaffen wir lebenswerte Innenstädte, die zum Besuch und zum Verweilen einladen“.

Gut kann ein solcher Nutzungsmix auch in unseren Stadtteilen und die Städten der Umgebung gefühlt werden. In Düsseldorf lohnt sich immer ein Besuch des Lorettoviertels, der Rethelstraße und der Nordstraße. Auch Flingern mit seinen kleinen Boutiquen, Fachgeschäften und interessanten gastronomischen Betrieben ist ein Anziehungspunkt. Und, wenn man Orte in der Umgebung nennen möchte, in denen die Attraktivität der Innenstadt gelingt, dann gehört sicherlich auch Korschenbroich im Rhein-Kreis-Neuss dazu. Wie auch immer: Diese Liste könnte ich weiterführen, aber irgendwann sind auch in diesem Internet alle Zeilen gefüllt.

Attraktivität von Innenstädten kann gelingen: wenn die Stadtgesellschaft es gemeinsam möchte und alle Beteiligten Hand in Hand arbeiten und nicht gegeneinander. Auch hierbei geht es, wie so oft, um eine gemeinsame Verantwortung – und eben nicht um Besitzstände.

Die Studie finden Sie unter www.einzelhandel.de/deutschlandstudie

Text: Christoph Sochart

Großauftrag für Rheinmetall im Zukunftsmarkt Elektromobilität von über einer viertel Milliarde Euro

Der Düsseldorfer Technologiekonzern Rheinmetall hat im nicht-militärischen Bereich einen Großauftrag im Bereich der Elektromobilität von über einer viertel Milliarde Euro durch einen deutschen Premiumhersteller im Automobilbereich gewonnen. Rheinmetall wird die neue 900-Volt-Generation der elektrisch angetriebenen Fahrzeugflotte mit neuartigen Schaltschützen ausrüsten. Damit setzt sich Rheinmetall auch gegen starken Wettbewerb aus Asien durch und etabliert sich als einer der Weltmarktführer für Schaltschütze in diesem zukünftig genutzten Spannungsbereich.

Insgesamt wird Rheinmetall eine mittlere zweistellige Millionenanzahl an Schaltschützen für die neue Fahrzeugplattform des Autoherstellers ab dem Jahr 2025 liefern. Rheinmetall erweitert damit seine führende Rolle im Bereich der neuen 900-V-Technologie um die Aspekte der Fahrzeugsicherheit.

Schaltschütze ermöglichen das sichere Ein- und Ausschalten von Elektrofahrzeugen und gewährleisten einen gefahrlosen und effizienten Fahrzeugbetrieb. Das ist insbesondere in Notsituationen, wie z. B. bei einem Unfall oder bei Kurzschlüssen im Fehlerfall, von großer Bedeutung. Die neue 900-V-Technologie wird die Effizienz der nächsten Generation von batterieelektrischen Fahrzeugen wesentlich verbessern, indem sie schnellere Ladevorgänge und größere Reichweiten ermöglicht. Dies macht die 900-V-Spannungsklasse zum neuen Standard für zukünftige Elektrofahrzeuge.

Der Sprung von 450 Volt auf 900 Volt stellt jedoch eine Herausforderung bei der Auslegung der Schaltschütze dar, insbesondere hinsichtlich der kontrollierten Abschaltung höherer Fehlerströme. Rheinmetalls neue Produktplattform zeichnet sich insbesondere durch ein sehr geringes Gewicht und eine hohe Performance aus. Niedrige Übergangswiderstände garantieren geringe Leistungsverluste. Die Schaltschütze kommen ohne leicht flüchtige Löschgase aus, was niedrigere Herstellungskosten ermöglicht und eine gegenüber dem Wettbewerb längere Lebensdauer gewährleistet. Gleichzeitig erlaubt diese technische Lösung höhere Umgebungstemperaturen und birgt eine deutlich geringere Berstgefahr.

Der Großauftrag unterstreicht einmal mehr die große Innovationskraft und die erfolgreiche technologische Transformation von Rheinmetall – weg vom herkömmlichen Verbrennungsmotor hin zur Elektromobilität der Zukunft.