Podcast Nr. 88: Mut zu Machen – Mit StartUp Spirit zum Erfolg! Teil 5

„Düsseldorfer Wirtschaft“ LIVE! Am Freitag gehen wir mit der 88. Podcastfolge online. Freuen Sie sich auf das Finale unserer aktuellen DüWi-Themenwelt „Mut zum Machen – Mit StartUp Spirit zum Erfolg“. Lisa Marie Fitzner im Gespräch mit Christian Schachmann, Projektmanager bei der Wirtschaftsförderung Düsseldorf. Weitere Themen: die Tarifverhandlungen in der Chemieindustrie, das kommende Ausbildungsjahr und 60 Jahre Sprinter-Werk in Düsseldorf. Außerdem sprechen wir über die zweite Folge der „Ausbilderkreis“-Serie „Führungssteps für Ausbildungsverantwortliche“ und über den Ideen-Campus der Heinrich-Heine-Universität. Sie hören unsere Sendung auf dem Podcastcatcher Ihrer Wahl und bei uns im Netz unter www.unternehmerschaft.de

Osterferien in NRW: Der Düsseldorfer Airport erwartet rund 800.000 Fluggäste

Endlich wieder ab in den Süden! Schaut man auf die zu erwartenden Verkehrszahlen des Düsseldorfer Flughafens während der Osterferien, drängt sich dieses Motto auf. Nordrhein-Westfalens größter Flughafen erwartet in den zweiwöchigen Osterferien von Freitag, 8. April, bis Sonntag, 24. April, rund 800.000 Fluggäste sowie etwa 6.600 Starts und Landungen. Das sind rund fünfmal so viele Passagiere wie im Vorjahr und über 60 Prozent des Vergleichszeitraums vor der Pandemie in 2019. Am ersten Ferienwochenende rechnet der Airport von Freitag bis Sonntag mit über 150.000 Passagieren. Für das letzte Ferienwochenende erwartet der Flughafen sogar über 160.000 Reisende.

„Wir freuen uns sehr darüber, dass unsere Passagiere nach zwei Jahren Pandemie wieder die Welt entdecken und sich in wärmeren Gefilden entspannen wollen. Unsere Gäste zieht es vor allem in die Sonne und zu den Warmwasserzielen Mallorca, Antalya, Dubai, Hurghada und Gran Canaria“, sagt Thomas Schnalke, Vorsitzender der Geschäftsführung des Düsseldorfer Airports. Und weiter: „In diesen Osterferien erreichen wir in Peakzeiten bereits wieder das Niveau von 2019. Auf die operativen Herausforderungen, die damit verbunden sind, haben wir uns gemeinsam mit unseren Partnern intensiv vorbereitet.“

Vorbereitende Maßnahmen des Flughafens und seiner Partner

Alle Beteiligten sorgen mit ihrem Einsatz für möglichst störungsfreie Abläufe bei der Passagier- und Gepäckabfertigung. Beispielsweise unterstützt der Airport die für die Sicherheitskontrollen zuständige Bundespolizei und ihren Dienstleister DSW bei der Berechnung der notwendigen Kontrollspuren, indem er die eigenen Planungs- beziehungsweise Prognosedaten fortlaufend aktualisiert und tagesgenau zur Verfügung stellt.

Bundespolizei und DSW haben die Personalbeschaffung und -schulung für die Sicherheitskontrolle am Flughafen Düsseldorf mit zusätzlichen Maßnahmen deutlich intensiviert. Die Bundespolizei hat zudem einen zweiten Dienstleister für die Sicherheitskontrollen ausgeschrieben.

Die Airlines unterstützt der Düsseldorfer Flughafen mit seinen Prognoseinformationen bei der Berechnung der notwendigen Check-in-Counter, die er dann den Fluggesellschaften in der angeforderten Zahl zur Verfügung stellt.

Außerdem setzt der Airport in den Osterferien vermehrt eigene, geschulte Servicekräfte im Terminal ein, die den Fluggästen als Ansprechpartner zur Verfügung stehen und die Passagiere entsprechend der jeweiligen Besetzung an den Kontrollstellen bei Bedarf an einen anderen Flugsteig umleiten. Alle drei Flugsteige sind im Sicherheitsbereich miteinander verbunden. So können Reisende, deren Flugzeug zum Beispiel an Flugsteig A zum Einstieg bereit steht, durchaus die Bordkarten- und Sicherheitskontrollen in den Flugsteigen B oder C nutzen. Über die Verbindungsgänge im Sicherheitsbereich erreichen die Passagiere jedes Abfluggate bequem innerhalb weniger Minuten.

Dennoch bittet Thomas Schnalke die Passagiere, etwas Geduld im Gepäck zu haben: „Trotz aller Vorbereitungen der Prozesspartner auf den sprunghaften Verkehrsanstieg zur Ferienzeit werden sich Verzögerungen und Schlangenbildungen im Terminal leider nicht vermeiden lassen.“ Anders als vor der Pandemie erschweren kurzfristige Änderungen der Passagierzahlen und Anpassungen des Flugangebots seitens der Airlines eine jederzeit passgenaue Personalplanung der Dienstleister beim Check-in, bei den Pass- und Sicherheitskontrollen oder beim Gepäckhandling. Zugleich verzögert die angespannte Arbeitsmarktsituation aktuell die Personalbeschaffung in diesen Bereichen. Hinzu kommen die Auswirkungen nicht planbarer Corona-Krankenstände in den Belegschaften der Dienstleister.

Außerdem verlängern die Kontrollen von Gesundheitsnachweisen und die Beibehaltung bewährter Hygienestandards nach wie vor die Dauer von Passagier- und Abfertigungsprozessen.

Gut zu wissen: dus.com

Passagiere sollten den Hinweisen ihrer Fluggesellschaft zur Anreise folgen und genügend Zeit einplanen. Von Ferienbeginn bis einschließlich Ostermontag ermöglicht der Airport seinen Passagieren, für die frühen Flüge von Eurowings und Condor bereits ab 3:00 Uhr einzuchecken. Um den Ablauf an den Sicherheitskontrollstellen zu beschleunigen, bittet die Bundespolizei, das Handgepäck auf ein Minimum zu reduzieren und die Flüssigkeitsregelungen zu beachten. Reisende sollten neben den Reiseunterlagen auch die erforderlichen Corona-Nachweise, wie Impf- oder Testzertifikate für das Zielland, jederzeit griffbereit haben.

Über die Website des Airports und die Airport-App sowie in den sozialen Medien können sich Passagiere bereits im Vorfeld ihres Fluges ab Düsseldorf umfassend informieren. Den Online-Travel-Guide des Airports finden Fluggäste unter: dus.com/tipps-und-links.

Schutzmaßnahmen und Service für unbesorgtes Reisen

Im gesamten Flughafen empfehlen wir Reisenden und Gästen ab dem sechsten Lebensjahr, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Im SkyTrain als öffentlichem Verkehrsmittel besteht weiter die Maskenpflicht – dies gilt auch auf Flügen der meisten Airlines.

Derzeit besteht am Düsseldorfer Airport bei EcoCare an zwei Standorten die Möglichkeit für alle Corona-Test: von verschiedenen PCR-Tests bis kostenlosem Antigen-Schnelltest. Eine vorherige Registrierung auf der Internetseite des Anbieters wird empfohlen.

Wer online einen Parkplatz im Parkhaus P3 bucht, erhält einen 60 Euro Rabattcode auf einen RT PCR Test (Ergebnis nach 60 bis 90 Minuten) bei EcoCare. Der Test kostet somit nur 89 Euro anstatt 149 Euro. Das Angebot ist buchbar unter dus.com/parken und gilt für Aufenthalte bis 30. April.

Der Düsseldorfer Flughafen hat mit strengen Gesundheits- und Hygienestandards alle Voraussetzungen geschaffen, um sicheres Reisen zu ermöglichen. Der Airport hat Mitte Juni 2021 nach einer umfassenden Auditierung das Siegel „DEKRA Trusted Facility“ erhalten. Im Frühjahr 2022 wurde er rezertifiziert. DEKRA bewertet Hygienestandards und Präventionsmaßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus. Der Airport führt seine besonderen hygienischen Maßnahmen fort. Die Reinigungsintervalle der sanitären Einrichtungen wurden erhöht und im Terminal stehen Desinfektionsspender bereit. Counter und Arbeitsplätze mit direktem Kundenkontakt sind mit Schutzscheiben ausgestattet.

Reisemarkt, Shops, Gastronomie und Parken

Wenn das Fernweh immer größer wird, finden kurzentschlossene Reisewillige ab sofort auch wieder attraktive Angebote im Reisemarkt auf der Abflugebene. Die geöffneten Reisebüros mit allen Kontaktdaten zur Terminvereinbarung sind unter dus.com/informieren/reisemarkt für eine aktuelle Übersicht abrufbar.

Knapp 90 Geschäfte und Gastronomiebetriebe in den Flugsteigen sowie auf der Ankunfts- und Abflugebene sind in den Osterferien geöffnet. Darunter auch eine kulinarische Neueröffnung: Das Restaurant „Eat Tokyo“ bietet mit Sushi in allen Varianten, Bento-Boxen, wechselnden Tagesgerichten wie beispielsweise Currys und hochwertigen Sashimis authentische japanische Küche.
Im Bereich „Shoppen und Genießen“ auf dus.com sind detaillierte Informationen zu allen Shops und Restaurants abrufbar.
Passagiere können sich den Start in den Urlaub mit verschiedenen Vorteilen versüßen, wenn sie zuvor einen entsprechenden QR-Code im Terminal oder vorab online mit ihrem Smartphone gescannt haben. Hinweise zu der Aktion „Spring Promotion“ sind ebenfalls im Bereich „Shoppen und Genießen“ auf dus.com zu finden.

Bei steigenden Passagierzahlen werden auch die über 20.000 Parkplätze des Airports wieder beliebter. Im Voraus online buchen lohnt sich aber nicht nur deshalb, denn bei Online-Buchung wird auch noch gespart. Eine Woche Parken auf dem P24 ist in den Osterferien dann bereits ab 44 Euro erhältlich. Dieses und andere Parkangebote sind unter dus.com/parken online buchbar.

Noch über 2.000 freie Ausbildungsstellen in der Stadt

In den Düsseldorfer Firmen und Unternehmen sind für das nächste Ausbildungsjahr (beginnt offiziell im August) noch über 2.000 freie Stellen zu vergeben. Das geht aus dem aktuellen Bericht der Agentur für Arbeit hervor. Demnach gibt es in unserer Stadt auch in diesem Jahr wieder mehr Ausbildungsplätze als Bewerberinnen und Bewerber.

Insgesamt ist die Zahl der Azubi-Stellen für den nächsten Sommer in Düsseldorf aber etwas zurückgegangen. Es sind 140 weniger als noch im vergangenen Jahr. Trotzdem sei der Fachkräftebedarf bei den Unternehmen sehr groß, heißt es von der Arbeitsagentur. Sie führt deswegen auch Beratungen durch; telefonisch, per Video oder in persönlichen Gesprächen. Auch Sprechstunden in Schulen sind jetzt wieder möglich. Aktuell suchen noch knapp 1.500 junge Menschen in Düsseldorf einen Ausbildungsplatz oder eine Alternative. (Quelle: Antenne Düsseldorf)

Weitere Infos und Links zum Thema

Berufs- und Studienberatung der Agentur für Arbeit Düsseldorf: 0211 / 692-2910

Service-Hotline: 0800 4 555500

Mail: Duesseldorf.Ausbildung@arbeitsagentur.de

 

Ausbildungsplatzbörse der Arbeitsagentur Düsseldorf

Berufsberatung der Arbeitsagentur Düsseldorf

Davon könnte auch unsere Wirtschaft profitieren: Baustart für neues Forschungsgebäude an der HHU

Interessante Grundsteinlegung an der HHU: Rektorin Steinbeck, Staatssekretär Günnewig und BLB-(Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW) Chefin Willems gaben sich ein Stelldichein auf dem Gelände des neuen PEAC, dem „Plant Environmental Adaptation Center“, kurz PEAC. 2024 soll das neue Forschungszentrum fertig sein, hofft Frau Steinbeck.

Am PEAC sollen die genetischen Eigenschaften untersucht werden, die es Pflanzen ermöglichen, sich an sehr verschiedene und oftmals auch ungünstige Umweltbedingungen anzupassen. Im Fokus stehen dabei Mechanismen, die es Pflanzen erlauben, etwa Hitze, Dürre, Überflutungen oder den Befall mit Krankheitserregern (Pathogenen) – alles in allem Folgen, die durch den Klimawandel in der nahen Zukunft zu erwarten sind – zu trotzen.

Dazu Prof. Dr. Rüdiger Simon vom Institut für Entwicklungsgenetik, Projektsprecher der HHU-Biologie, der auch den Förderantrag koordinierte: „Im PEAC werden genetisch präzise definierte Versuchspflanzenpopulationen – sowohl Modellpflanzen als auch relevante Nutzpflanzen – verschiedenartigen, aber präzise steuerbaren und dynamisch variierbaren Umweltbedingungen ausgesetzt. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Biologie, Mathematik, Informatik und den Datenwissenschaften arbeiten hier eng zusammen, um die zugrundeliegenden Gene nicht nur zu identifizieren, sondern ihre Funktionen mechanistisch zu verstehen.“

Prof. Dr. Peter Kleinebudde, Dekan der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät, ergänzt: „Der langfristige Forschungsansatz ‚Phänotypische Plastizität und Vorhersagen‘ nimmt deutschlandweit eine herausragende Position ein. PEAC ist als Forschungseinrichtung einzigartig in Europa und wird die wissenschaftliche Profilbildung unserer Fakultät und der HHU als Ganzes stärken.“

Rektorin Prof. Dr. Anja Steinbeck betont: „Die Forscherinnen und Forscher des PEAC werden einer zentralen gesellschaftlichen Aufgabe unserer Zeit begegnen, der Ernährungssicherung für eine wachsende Weltbevölkerung. Ich bin sehr froh, dass die HHU in einer gemeinsamen Anstrengung dieses wichtige Forschungsprojekt eingeworben hat. Besonders danke ich sowohl dem Bundesforschungsministerium als auch dem NRW-Ministerium für Kultur und Wissenschaft, dass sie den Bau dieses Gebäudes durch ihre Förderung ermöglichen.“

Dr. Dirk Günnewig, Staatssekretär im Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, sagt: „Die HHU ist aufgrund ihrer breiten Expertise in der Pflanzenforschung national wie international als ausgewiesenes Zentrum der Pflanzenwissenschaften angesehen – nicht zuletzt durch das Exzellenzcluster für Pflanzenforschung CEPLAS. Mit dem neuen Forschungsbau PEAC baut die Hochschule ihre bestehende Führungsrolle auf diesem Forschungsgebiet weiter aus. Die Landesregierung trägt gerne zu diesem bund-länder-geförderten Bauprojekt bei, das den exzellenten Wissenschaftsstandort Nordrhein-Westfalen weiter stärken wird.“

Das Gebäude hat eine Nutzfläche von knapp 1.900 Quadratmetern, darin sind Labore, 17 hochspezialisierte Pflanzenanzuchtkammern (Phytotrone) und ein Forschungsgewächshaus mit acht Kompartimenten untergebracht. Bauherr ist der BLB NRW. Dessen Geschäftsführerin Gabriele Willems sagt anlässlich der Grundsteinlegung: „Mit dem PEAC errichten wir einen hochtechnisierten, einzigartigen Forschungsneubau. Wir sind stolz darauf, dass wir als Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes Nordrhein-Westfalen den Raum für zukunftsorientierte Forschung schaffen und so für ideale Bedingungen für die Forscherinnen und Forscher hier an der HHU sorgen.“

Eine Besonderheit von PEAC ist der extrem hohe Technisierungsgrad, der erforderlich ist, um in den Phytotronen und den Gewächshäusern ganzjährig viele verschiedene Umgebungsszenarien zu simulieren. In ihnen können zum Beispiel die zukünftigen Umweltbedingungen in Deutschland, aber auch in Südfrankreich oder Norwegen hergestellt werden.

Eine große Herausforderung in der Planung war, über die Gebäudetechnik einen besonders ressourcenschonenden Betrieb zu realisieren. Dazu Dr. Sönke Biel, Dezernent Gebäudemanagement der HHU: „Die Ingenieurinnen und Ingenieure des BLB NRW, der HHU und der externen Büros haben bei der Planung des PEAC Neuland betreten, weil das Gebäude in seiner Art einmalig ist.“

Zum Gebäude

Das PEAC bietet rund 600 Quadratmeter Labor- und 200 Quadratmeter Büroflächen, 17 Phytotronkammern mit einer Gesamtfläche von 375 Quadratmetern und das rund 250 Quadratmeter große Forschungsgewächshaus auf dem Dach. Der Bau entsteht im Süden des Campus auf einer Fläche zwischen dem Parkplatz P1 und den Gebäuden der Physik und des Universitätsrechenzentrums ZIM.

Im Jahr 2018 befürwortete der Wissenschaftsrat den Bau aufgrund des dort zu bearbeitenden überregional bedeutsamen Forschungsanliegens, daraufhin erfolgte auch die eigentliche Förderentscheidung durch Bund und Land Nordrhein-Westfalen. Die Kosten werden durch Fördermittel des Bundesforschungsministeriums und des Landes Nordrhein-Westfalen sowie durch einen Eigenanteil der HHU gedeckt. Im Jahr 2024 soll das PEAC in Betrieb gehen.

Text/Foto: HHU (W.Meyer/A.Claußen/ots/cs)

Ukraine-Krieg verschärft bestehende Belastungen

Die fünfte Corona-Welle wirkt weiterhin und wirft weite Schatten auf die deutsche Wirtschaft. In dieser angespannten Situation ist die nächste ökonomische Krise besonders gefährlich. Der Russland-Ukraine-Krieg schafft neue und verschärft bestehende ökonomische Belastungen, wie eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt.

Putins Angriffskrieg dauert bereits einen Monat an – mit schwerwiegenden Folgen auch auf ökonomischer Ebene. Diese sind nur in Umrissen abzusehen, denn die deutsche Wirtschaft sieht sich mit gleich zwei Krisen konfrontiert. Zusätzlich zum Russland-Ukraine-Krieg dürfen die Folgen der Corona-Pandemie in der aktuellen Debatte nicht außer Acht gelassen werden. Die Wirtschaft hat sich von den dadurch entstandenen Schäden noch lange nicht erholt.

Wirtschaftsleben weiterhin stark belastet

Der Krieg in der Ukraine setzt auf ein unsicheres Wirtschaftsumfeld auf: Seit dem starken Wirtschaftseinbruch im zweiten Quartal 2020 befindet sich Deutschland in einem pandemiebedingtem „Stop-and Go“. Im Vergleich zu 2019 sackte das reale Bruttoinlandsprodukt zu diesem Zeitpunkt um elf Prozent ab. Zwar erholte sich die Wirtschaft zeitweise, doch immer neue Infektionswellen trübten die Aussicht auf andauernde Erholung. In vielen Branchen bleiben die Produktionsprozesse bis heute gestört – unter anderem weil Mitarbeiter und Vorleistungen fehlen. Insgesamt verlor die deutsche Wirtschaft nach IW-Berechnungen allein bis Ende letzten Jahres 340 Milliarden Euro Wertschöpfung. Das Wirtschaftswachstum hat bisher nicht ausgereicht, um die Einbußen wieder wettzumachen – ohne zusätzliche Belastungen durch den Ukraine-Krieg.  Der Weg zur ökonomischen Normalität zieht sich weiter in die Länge.

Erholung noch nicht in Sicht

Der Einmarsch Russlands in die Ukraine hat in kurzer Zeit die politischen und ökonomischen Rahmenbedingungen für deutsche Unternehmen nochmals drastisch verändert. „Die bestehenden Probleme in den globalen Zuliefernetzwerken werden verschärft und Produktionseinbußen gegenüber einer ungestörten Wirtschaftswelt erhöhen sich“, sagt IW-Ökonom Michael Grömling. Zusätzliche Belastungen entstehen etwa durch höhere Kosten für Vorleistungen, Rohstoffe und Energie. Fast vier von fünf Betrieben rechnen kurzfristig mit starken und mittleren negativen Auswirkungen auf ihre Geschäftstätigkeit allein aufgrund höherer Energiekosten, hat eine IW-Befragung unter 1.660 Unternehmen ergeben. Mittelfristig steigt dieses Risiko weiter an.

Krieg zwingt Logistikbranche in die Knie

„Es wird im Augenblick sehr schwer. Uns schwinden die LKW-Fahrer aus der Ukraine und u.a. Polen und die Energiepreise steigen ins Unermessliche“. Carsten Taucke, Präsidiumsmitglied des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen e.V. (BGA), ist sauer. „Es muss dringend etwas getan werden“.

Carsten Taucke (Screenshot: CS)  im Pressegespräch am Mittwoch: „Die hohen Energiepreise zwingen die Logistikbranche in die Knie. Insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen sind nicht mehr in der Lage, die steigenden Diesel- und Gaspreise zu stemmen. Die beschlossene Senkung der Mineralölsteuer ist ein erster richtiger Schritt. Allerdings ist die Entlastung auf drei Monate befristet. Das reicht nicht aus. Die Wirtschaft braucht grundsätzlich bezahlbare Energiepreise! Um die Versorgung der Bevölkerung nicht zu gefährden, muss eine Insolvenzwelle in der Transportbranche abgewendet werden“.

Der Vorsitzende des BGA-Verkehrsausschusses beschreibt die Situation wie folgt: „Wir tragen die Sanktionen aus Überzeugung mit. Dennoch sind sie ein zusätzlicher Belastungsfaktor. Die Auswirkungen des Krieges auf die deutsche Wirtschaft sind bislang kaum absehbar. Energiekosten und Einkaufspreise steigen massiv. Logistik-, Finanzierungs- und Versicherungsprobleme nehmen zu. Es kommt zu ganz konkreten Lieferausfällen, z. B. bei Holz, Stahl und Aluminium.“

Zum beschlossenen Lieferkettengesetz positioniert sich Taucke klar: „Dass in knapp neun Monaten zahlreiche Unternehmen mit neuen Auskunfts- und Dokumentationspflichten belastet werden, ist angesichts der aktuellen Lage offen gesprochen absurd. Es wäre besser, auf das Gesetz zu verzichten oder aber den Start zu verschieben. Das gilt im Übrigen auch für das geplante europäische Lieferkettengesetz.“

„Die Sanktionen beeinflussen die Lieferketten in einer Region, die für den Transport zwischen Asien und Europa entscheidend ist. Das führt zu erheblichen Kostenerhöhungen durch das Ausweichen auf alternative Routen oder Transportmittel. Und durch die steigenden Energiepreise. So ist der World Container Index in dieser Woche noch 67 % höher als vor einem Jahr. In Folge des Krieges in der Ukraine gehe ich von einer weiteren Steigerung der Frachtraten aus“, betont der Verkehrs- und Logistikexperte.

Taucke weiter: „Auf den seit längerem akuten Personalmangel in der Logistik gibt es bislang keine Antworten. Wir müssen schnell gemeinsame Lösungen finden, denn der LKW-Fahrer ist nach wie vor die Stütze der Logistikbranche. Viele Fahrer stammen aus der Ukraine und Russland. Die Ausfälle können wir nicht ersetzen. In Deutschland fehlen aktuell ca. 60.000 bis 80.000 Berufskraftfahrer.“

Mittwoch: Sondersendung zu den „Düsseldorfer Tagen der Beruflichen Orientierung“

Auch unser Stadtsender Antenne Düsseldorf berichtet über die „Düsseldorfer Tage der Beruflichen Orientierung“. Das Reporterteam hat dazu u.a. Stimmen eingefangen von unserem Stadtdirektor und von der operativen Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit Düsseldorf, Ana Wettin (Foto). Die Sendung läuft nach den 19-Uhr-Weltnachrichten auf UKW und im Livestream. Moderation: Dennis Lieske

www.antenneduesseldorf.de

Podcast-Sonderfolge zu den „Düsseldorfer Tagen der Beruflichen Orientierung 2022“

In unserer Stadt finden in dieser Woche die „Düsseldorfer Tage zur Beruflichen Orientierung“ statt. Zum neunten Mal besuchen die Düsseldorfer Schülerinnen und Schüler diesen Kennenlernevent und schauen sich Ausbildungsberufe in 80 Unternehmen an. Dabei gibt es die unterschiedlichsten Betriebsfelder, unter anderem IT, Logistik und Produktion, aber auch soziale oder naturwissenschaftliche Berufe. Jugendliche aus 24 Schulen unserer Stadt sind in diesem Jahr dabei. Unsere 87. Podcastfolge hören Sie überall dort, wo es Podcasts gibt, also auf ApplePodcast, Spotify, GooglePodcast, Anchor und im Netz hier!

Im Bild sehen wir Schüler im Gespräch bei Konecranes in Benrath. Foto: W. Meyer

Chemiepartner vereinbaren Brücken-Lösung

Hans Oberschulte

Die Tarifvertragsparteien der chemischen Industrie, der Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) und die IG BCE, haben die derzeit laufende Tarifrunde mit einer „Brücken-Regelung“ bis zum Oktober 2022 ausgesetzt. Hintergrund hierfür sei die wachsende Unsicherheit aufgrund des Krieges in der Ukraine und seiner Folgen für die Wirtschaft.

Wesentliches Element dieser Brücken-Regelung ist eine Einmalzahlung („Brückenzahlung“) in Höhe von 1.400 Euro, die den Beschäftigten bis Ende Mai 2022 auszuzahlen ist. Bei wirtschaftlichen Schwierigkeiten (Verlust in 2021; Nettoumsatzrendite unter 3 Prozent für 2021 oder voraussichtlich für 2022) wird die Zahlung auf 1.000 Euro gekürzt. Neben weiteren Vereinbarungen u. a. in den Themenfeldern Ausbildung und Mobiles Arbeiten, hat man sich auf die Entwicklung eines Sozialpartnermodells zur betrieblichen Altersvorsorge verständigt, das bis zum 30. Juni 2022 tariflich geregelt werden soll.

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Foto: BAVC

Stadtdirektor eröffnet „Düsseldorfer Tage der Beruflichen Orientierung 2022″

Da sind „sie“ wieder: die Düsseldorfer Tage der Beruflichen Orientierung (DTBO). Mittlerweile findet diese Erfolgsgeschichte zum neunten Mal in der Landeshauptstadt statt – und selbst in den schlimmsten Corona- Wirren gab es keinen Ausfall. Vom 01. bis 06. April 2022 wird Düsseldorf zum größten Klassenzimmer der Stadt.

Die Schülerinnen und Schüler gehen auf Erkundungstour durch unsere Betriebe, lernen Ausbildungsberufe, Berufsfelder, Unternehmen und Menschen kennen, die diese Berufe erlernen oder auch schon ausüben. Insgesamt werden bei diesem Kennenlernevent, und dies ist NRW-weit ein Rekord, rund 3.600 analoge und digitale Termine angeboten.

Das Programm der diesjährigen DTBO wurden bei der Firma Konecranes in Benrath vorgestellt. Dort erkundeten am Freitag (01.04.) fünfzehn Schülerinnen und Schüler die gewerblich-technische und kaufmännische Berufswelt.

Insgesamt beteiligen sich über 80 Unternehmen, 24 Schulen und rund 1.300 Schülerinnen und Schüler in 11 unterschiedlichen Berufsfeldern (z.B. in den Bereichen Produktion, Fertigung, IT, Logstik, Soziales und Naturwissenschaften) an den Beruflichen Orientierungstagen.

Gemacht werden die DTBO von der Kommunalen Koordinierung der Landeshauptstadt (www.kommunale-koordinierung.com) und vom Kompetenzzentrum Berufliche Orientierung (www.kompetenzzentrum-duesseldorf.de), eine Initiative der Agentur für Arbeit, der Landeshauptstadt und der Düsseldorfer Wirtschaft.

Aktueller Terminhinweis: Im Rahmen der DTBO wird eine virtuelle Betriebserkundungen für Eltern und Jugendliche angeboten am 06. April 2022, 18.30 Uhr. Diesmal stellen die Ausbildungsbotschafter der Stadtwerke, Auszubildende des 2. und 3. Lehrjahres ihre Ausbildungsberufe vor. Sie erklären auch die Ausbildungsabläufe und geben Tipps für die Bewerbung. Ein Berufsberater ergänzt mit praxisnahen Hinweisen. Außerdem wird erläutert, wie dieses Onlinemeeting mit dem Berufswahlpass nachbereitet werden kann. Informationen und Anmeldungen unter www.kommunale-koordinierung.com.

Interessierte erhalten weitere Informationen unter www.berufsorientierungstage.de.


Zitat Ana Wettin (Geschäftsführerin operativ, Agentur für Arbeit Düsseldorf)

Die „Düsseldorfer Tage der Berufsorientierung“ sind eine Besonderheit in der Landeshauptstadt und seit vielen Jahren für Jugendliche von herausragender Bedeutung. Das umfassende und attraktive Angebot ist eine große Chance für die Düsseldorfer Jugendlichen und Unternehmen, denn nichts geht über persönliches Erleben direkt vor Ort in einem Unternehmen. Zum einen können sich die Schülerinnen und Schüler in verschiedenen Berufen ausprobieren, zum anderen haben die Unternehmen die Möglichkeit frühzeitig ihr Unternehmen vorzustellen und sich so Nachwuchskräfte zu sichern. Dafür bedanken wir uns herzlich beim Kompetenzzentrum Berufliche Orientierung und bei allen beteiligten Düsseldorfer Organisationen und Unternehmen. Ich wünsche allen Teilnehmenden erfolgreiche Düsseldorfer Tage der Beruflichen Orientierung.

 

Zitat Burkhard Hintzsche (Stadtdirektor Landeshauptstadt)

Unsere Schnuppertage sind mittlerweile eine feste Einrichtung in Düsseldorf. Bei diesem „Kennenlernevent“ können sich Schülerinnen und Schüler ein Bild von ihrem möglichen zukünftigen Beruf machen. Das ist wichtig, denn nur dann können sie später eine gute Entscheidung treffen. Die Berufliche Orientierung in unserer Stadt ist sehr gut aufgestellt. Alle Beteiligten arbeiten eng zusammen. Trotzdem bleibt es eine Herausforderung, dass die Informationen auch bei den Jugendlichen ankommen. Deshalb binden wir verstärkt auch die Eltern ein. Im Rahmen der Berufsorientierungstage findet im Rahmenprogramm die zweite „virtuelle Betriebserkundungen für Eltern und ihre Kinder“ statt. Die Premiere vor zwei Wochen war bereits erfolgreich.

 

Heribert Barlage (Geschäftsführer der Konecranes GmbH)

Wir bieten mit unserer Ausbildung spannende Perspektiven in gefragten Industrieberufen. Wir bilden junge Frauen und Männer für den eigenen Bedarf aus und investieren regelmäßig in Fort- und Weiterbildung. Das Umfeld ist kollegial, vielfältig und teamorientiert. Mit unserer Hafentechnik sind wir nicht nur Schrittmacher in der Technologieentwicklung, sondern auch beim Klimaschutz mit unseren emissionsarmen und langlebigen Hafenkranen und Containertransportern.

 

Zitat Michael Grütering (Hauptgeschäftsführer, Düsseldorfer Arbeitgeberverbände)

Was in der Vergangenheit besonders für die potenziellen Auszubildenden eine große Gelegenheit darstellte, ist heute umso wichtiger für die Unternehmen. Nicht erst die vergangene Konjunkturumfrage hat gezeigt, dass der Fachkräftemangel derzeit eines der wohl größten Risiken für unsere Betriebe ist. Gerade auch die Pandemie hat das noch einmal verstärkt. Da hilft nur: ausbilden, ausbilden, ausbilden.

 

Zitat Dr. Christian Henke (Geschäftsführer Handwerkskammer)

In einen Beruf hineinschnuppern, einen realen Betrieb erleben und richtige Menschen kennenlernen – das ist Berufsorientierung deluxe. Besser geht es nicht und deshalb sind die DTBO so wichtig für die Schülerinnen und Schüler unserer Stadt.

 

Zitat Clemens Urbanek (Geschäftsführer IHK)

Die Schnupperpraktika ab Klasse 8 sind ein wichtiger Baustein im Berufsorientierungsprozess der jungen Menschen. Durch die Pandemie war in den letzten beiden Jahren kaum Praktika für Schülerinnen und Schüler möglich und wir freuen uns sehr, dass unsere IHK-Unternehmen nun wieder verstärkt Möglichkeiten im Betrieb vor Ort anbieten können, denn digitale Angebote zur Berufsorientierung sind wichtig, können aber das Machen und Erleben in einem Beruf nicht ersetzen.

 

Zitat Torsten Spengler (Geschäftsführer Kreishandwerkerschaft Düsseldorf)

Das Düsseldorfer Handwerk unterstützt seit vielen Jahren die Düsseldorfer Tage der Berufsorientierung. Durch die Schnuppertage können Schüler die interessanten Ausbildungsberufe im Düsseldorfer Handwerk kennenlernen. Diese sollten danach durch Praktika in Handwerksbetrieben ergänzt werden. Dadurch können Schüler und Ausbildungsbetriebe zusammenfinden, um einen Ausbildungsvertrag abzuschließen. Das Handwerk ist für alle Schulklassen und alle Schüler offen und wird auch in den nächsten Jahren, durch den verstärkten Fachkräftemangel, auf neue Auszubildende dringend angewiesen sein.


Gesehen wurden u.a.:

+ Burkhard Hintzsche, Stadtdirektor der Landeshauptstadt Düsseldorf

+ Ana Wettin, Geschäftsführerin operativ der Agentur für Arbeit Düsseldorf

+ Michael Grütering, Hauptgeschäftsführer Düsseldorfer Arbeitgeberverbände

+ Clemens Urbaneck, Geschäftsführer IHK

+ Dr. Christian Henke, Geschäftsführer HWK

+ Thorsten Spengler, Kreishandwerkerschaft

+ Martin Wloczyk, Werksleiter Konecranes
+ Gregor Nachtwey, Leiter der Kommunalen Koordinierung der Landeshauptstadt

+ Roland Niemanns, Leiter der Berufsberatung der Agentur für Arbeit
+ Christoph Sochart, Geschäftsführer Unternehmerschaft Düsseldorf

+ Sina Schmeil, Konecranes, gewerblich-technische Auszubildende

+ UND 15 Schülerinnen und Schüler auf Erkundungstour bei Konecranes

Auch die RP berichtete ausführlich. Screenshot: CS