Welttag für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz am 28.04.2022* – Prävention von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten

Corona hat die Akteure im betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutz während der letzten zwei Jahren neu herausgefordert. Es ging nicht nur um das konkrete Vermeiden von Infektionen am Arbeitsplatz, sondern auch um das verstärkte virtuelle Arbeiten. Viele Führungskräfte und Beschäftigte wurden hier „kalt erwischt“.

„Die Zusammenarbeit von Unternehmen und ihren Beschäftigten war entscheidend. Um den Arbeits- und Gesundheitsschutz weiter voranzutreiben, sollte der Gedanke „an einem gemeinsamen Strang ziehen“ fortgeführt werden,“ erklärt Dr. Catharina Stahn, wissenschaftliche Expertin am ifaa – Institut für angewandte Arbeitswissenschaft e. V.

Es ist davon auszugehen, dass auch nach der Pandemie hybride Arbeitsformen einen hohen Stellenwert haben werden. Führungskräfte und Beschäftigte werden gemeinsam an einer optimalen Ausgestaltung arbeiten. Das betrifft auch den Arbeits- und Gesundheitsschutz. Gerade im Zusammenhang mobiler Arbeit ist die Eigenverantwortung von Beschäftigten besonders gefragt. Sie müssen zum Beispiel eigenständig auf die Einhaltung des Arbeitszeitgesetzes und der Regelungen zum Arbeitsschutz achten. Konkret bedeutet das zum Beispiel:
·        Regelungen zur Erreichbarkeit, also zum Umgang mit E-Mails und Telefonaten sollten betriebsintern getroffen werden.
·        regelmäßige (Kurz-)Pausen – neben der Mittagspause – einzulegen und diese zum Ausgleich oder Belastungswechsel nutzen.
·        aktiv Ideen für das Thema Prävention einzubringen.
·        sich bei Problemen direkt an die Führungskraft oder Kolleginnen und Kollegen zu wenden.

Führungskräfte unterstützen Beschäftigte

Führungskräfte sollten die Eigenverantwortung ihrer Beschäftigten unterstützen und auch beim Thema mobiler Arbeit ihrer Fürsorgepflicht nachkommen. Entsprechend wird die Unterweisung zu sicherheits- und gesundheitsgerechtem Verhalten noch wichtiger. „Entscheidend ist, aus den Erfahrungen mit der Pandemie zu lernen und die generelle Bedeutung von Arbeits- und Gesundheitsschutz zu betonen – steter Tropfen höhlt den Stein“, so die Expertin. Hier gilt die Devise: Sensibilisieren, informieren, Commitment erzeugen.

Arbeits- und Gesundheitsschutz in den Alltag integrieren

Eine Unternehmenskultur, die den Arbeits- und Gesundheitsschutz wertschätzt und in den Alltag integriert, trägt sowohl zum Schutz jedes Einzelnen als auch zur Stärkung der Organisation bei. Es existieren viele Unterstützungsangebote, gerade für kleine Unternehmen, die über wenig Ressourcen verfügen. Dazu zählt das Handbuch Arbeits- und Gesundheitsschutz. Es ermöglicht die praktische Organisation und Umsetzung des gesetzlichen Arbeitsschutzes im Betrieb: https://www.arbeitswissenschaft.net/handbuch-arbeitsschutz

Gute Nachricht: unser Podcast „Düsseldorfer Wirtschaft“ bekommt Zuwachs! Neue Sendung geht heute an den Start

Heute startet unsere Arbeitgeberverbände-Gemeinschaft mit „GE:wirtschaftet“ einen neuen, zweiten Podcast nach der „Düsseldorfer Wirtschaft“, die seit März 2020 wöchentlich erscheint. Wir freuen uns über den Zuwachs unserer Podcast-Familie. Hören kann man die neue Sendung auf allen gängigen Plattformen wie ApplePodcast, Spotify und Google und im Netz unter www.arbeitgeber-emscher-lippe.com.
„Podcast werden immer beliebter. Mit unserem neuen Produkt „GE:wirtschaftet“ rücken wir die Betriebe in den Mittelpunkt. Wir treffen spannende Menschen, sprechen mit ihnen und erzählen ihre Geschichten in unserem Podcast. Darauf freuen wir uns sehr“, sagt Michael Grütering, Hauptgeschäftsführer der Arbeitgeberverbände Emscher-Lippe mit Sitz in Gelsenkirchen.
Gemacht wird der neue Podcast von den Arbeitgeberverbänden, aber zahlreiche Partner werden im Laufe der Produktion involviert sein, beispielsweise der Industrieclub Gelsenkirchen, die Wirtschaftsinitiative mit ihrer alljährlichen Gala und viele andere. Michael Grütering: „Als Moderatorin konnten wir ein Eigengewächs gewinnen. Lisa Marie Fitzner moderiert bereits seit zwei Jahren unseren Podcast „Düsseldorfer Wirtschaft“ mit großem Erfolg. Mit dem Podcast wollen wir gemeinsam mit unseren Partnern mehr Verständnis für wirtschaftliche Belange in unserer Region erzielen und die wirtschaftliche Vernetzung vor Ort zu fördern“, betont Michael Grütering.
Lisa Marie Fitzner (Foto) freut sich auf die neue Tätigkeit: „Wir bemühen uns, möglichst die gesamte Bandbreite der hiesigen Wirtschaft durch unsere Gesprächspartner abzubilden. Auch die Hörerinnen und Hörer werden wir über verschiedene Feedbackschleifen eingebunden. Über Sprachnachrichten können sie unseren Gesprächspartnern Fragen stellen und auch ihre Meinung zu den Themen der Sendung sagen“.
Die Premierenfolge des Podcasts „GE: wirtschaftet“ wird im Vorfeld der Gelsenkirchener Wirtschaftsgala online gehen. Erster Gesprächspartner ist der Initiator des Podcasts, Michael Grütering. Im Gespräch mit Lisa Marie Fitzner blickt er hinter die Kulissen der neuen Sendung und verrät die Beweggründe, warum sich die Arbeitgeberbänden nun auch in diesem Bereich engagieren.

Viele Frachtschiffe bewegen sich aktuell nicht – viele Unternehmen auch in unserer Region betroffen

Viele per Schiff transportierte Güter stecken aktuell fest. Der Anteil der Güter auf Schiffen, die sich zurzeit nicht bewegen, liegt mit knapp 12 Prozent schon jetzt fast so hoch wie zu Spitzenzeiten 2021, zeigen Daten des Instituts für Weltwirtschaftforschung zu Frachtschiffen, die gerade nicht in Häfen abgefertigt werden. Der Großteil der betroffenen Schiffe staut sich demnach vor den Häfen. „Sollten wieder diverse Lieferketten aufgrund Chinas Covid-Politik zusammenbrechen, wäre der Schaden für die Weltwirtschaft erheblich“, sagte ein Sprecher.
Der russische Überfall auf die Ukraine wirkt sich bereits auf die Welthandelsströme aus. In hohem Tempo werden etablierte Lieferketten und Transportwege gekappt oder umstrukturiert. Die Folgen sind dabei nicht auf das eigentliche Kriegsgebiet beschränkt, sondern sind dabei, sich global auszuwirken. Über alle Verkehrsträger hinweg gibt es zwei wiederkehrende Aspekte. Zum einen ist Russland praktisch über Nacht zum meist sanktionierten Land der Welt geworden. Mehr als 5.500 Sanktionen sind inzwischen gegen Russland in Kraft, davon wurden gut 3.000 seit dem 23. Februar erlassen. Das sind mehr als gegen Syrien oder Nordkorea insgesamt bestehen. Damit ist die Zahl der von Logistikern im Zusammenhang mit Russland zu beachtenden Regeln enorm gestiegen. Das hat zur Folge, dass Transporte nach oder über Russland fast nur über Einzelabfertigungen erfolgen können. Allerdings ist die Nachfrage nach solchen Transporten auch deutlich gesunken. Zahlreiche wichtige Logistikunternehmen koppeln das Land von den bestehenden Logistiknetzen ab. Zeitgleich ziehen sich zunehmend auch die bisherigen Verlader aus dem Russlandgeschäft zurück und müssen viele Lieferketten neu ausrichten. Diese Gemengelage betrifft die einzelnen Verkehrsträger recht unterschiedlich.
Die Masse der Welthandelsströme werden per Schiff abgewickelt. Deshalb sind auch viele Unternehmen in Düsseldorf und Umgebung betroffen. Über 90 Prozent der Betriebe betreiben Außenhandel. Das direkt vom Krieg betroffene Schwarze Meer liegt eher am Rand der Hauptschifffahrtsrouten, auch wenn es eine der wichtigsten Verladeregionen für Weizen ist und auch über Verladeterminals für russisches Öl verfügt. Dennoch sitzen seit Kriegsbeginn über 100 Schiffe in Häfen der beiden Kriegsparteien fest und es wurden auch schon Frachter beschossen.

Gravierender sind die Folgen des Rückzuges der meisten großen Logistikunternehmen, die schon in allen russischen Häfen spürbar sind. Bereits im Februar verzeichnete das Kieler Institut für Weltwirtschaft einen Exportrückgang über den Hafen von Sankt Petersburg um 17 Prozent. Dieser Effekt verstärkt sich in der ersten Märzwoche deutlich. Über alle russischen Häfen wurde ein Rückgang der in Russland angelandeten Waren gegenüber der letzten Woche vor Kriegsbeginn von 40 Prozent gemeldet (Trans-info, 2022). Besonders groß ist der Rückgang bei Konsumgütern gewesen, wo die über See eingeführte Menge um 57 Prozent sank. Die für Russlands Handelsbilanz wichtige Verschiffung von Öl und Gas sank in der ersten Kriegswoche um 12 Prozent.

Hier zeichnet sich bereits ab, dass gerade auch die Welthandelsströme für Mineralöle infolge des Kriegs massiv umstrukturiert werden. Die großen westlichen Ölkonzerne haben ihren Abschied vom Russlandgeschäft verkündet und wollen nach Möglichkeit kein russisches Öl mehr abnehmen. Als Folge dieses Rückzugs wurde das russische Öl ab der Ostseeküste zum Ladenhüter. Mit einem Preis von gut 80 Dollar pro Fass am 15. März 2022 war es das wohl billigste Öl auf dem Weltmarkt. Die Preisdifferenz zum Brent lag bei etwa 25 Dollar pro Fass. Ein weiterer Effekt des Rückzugs der Ölkonzerne aus Russland sind global steigende Transportkosten für Öl, da die europäische Ölnachfrage verstärkt aus weiter entfernt liegenden Quellen bedient werden muss.

Es werden also mehr Tanker auf längeren Strecken benötigt. Dies zeigt sich daran, dass sich die Charterraten für Öltanker (Dirty-Tanker-Index) in zwei Wochen verdoppelt haben. Bei den Tankern für Mineralölprodukte (Clean-Tanker-Index) war ebenfalls ein massiver Anstieg zu verzeichnen. Dieser ist aber geringer ausgefallen als bei den Öltankern. Das dürfte auch darauf zurückzuführen sein, dass es bei verarbeitetem Mineralöl und gerade bei Diesel weniger alternative Lieferanten gibt als bei Rohöl. Mit steigenden Charterraten wird wegen der Verlagerung von bisher auf der Seidenstraße transportierten Gütern auch bei Containerschiffen gerechnet.

Mit Material des ifw und des IW Köln

Düsseldorfer Online-Kandidatencheck zur Landtagswahl

Einen Düsseldorfer Online-Kandidatencheck zur Landtagswahl gibts am 25. April um 18 Uhr. Gemacht von der Liga der Düsseldorfer Wohlfahrtsverbände, also DRK, Diakonie, Caritas, Jüdische Gemeinde, AWO und der Paritätische. Der Livetalk wird moderiert von „Vier Null“- Gründer Hans Onkelbach.

Die Düsseldorfer Wohlfahrtsverbände setzen sich für eine sozial gerechte Politik ein. Der Zugang zu den materiellen, kulturellen und sozialen Möglichkeiten unseres Landes muss allen Bürger:innen gleichberechtigt zur Verfügung stehen. „Mit Sorge beobachten wir, dass handlungsleitende Prinzipien des Sozialstaatsmodells wie Subsidiarität, Trägerpluralität, Wunsch- und Wahlrecht, Vorrang freier gemeinnütziger Träger oder Daseinsvorsorge zunehmend in Vergessenheit geraten“, so Stefan Fischer, Sprecher der liga wohlfahrt düsseldorf und Vorstandsvorsitzender des DRK-Düsseldorf.

Wenn die Bürgerinnen und Bürger der Landeshauptstadt am 15. Mai 2022 aufgerufen werden, in Nordrhein-Westfalen einen neuen Landtag zu wählen, wollen sie sicher sein, dass ihre Landespolitik sich von der Zielsetzung leiten lässt, eine sozial gerechte zu sein, die allen Menschen Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglicht, besonders denen, die von sozialer Ausgrenzung bedroht sind. Deshalb geht es aus kommunaler Sicht darum, den Landespolitikern die Bedeutung von sozialpolitischen Themen durch konkrete Beispiele aus dem eigenen Umfeld klar zu machen. Die liga wohlfahrt düsseldorf positioniert sich hierbei als sozialpolitischer Akteur mit Anwaltsfunktion und lässt im Live-Forum die folgenden Kandidaten zu Wort kommen:

 

Yousra El Makrini (Bündnis 90/Die Grünen)

Annika Maus (SPD)

Dr. Christine Rachner (FDP)

Marco Schmitz, MdL (CDU)

 

Wir laden Sie herzlich ein, unserem Kandidatencheck im Live-Stream zu folgen. Am 25. April 2022 können Sie das Liga-Live-Forum von 18:00 bis 19:30 Uhr mit diesem Link verfolgen:

https://liga-duesseldorf.de/liga-live-forum/

 

Und auch auf den Webseiten und Social-Media-Auftritte der liga-Verbände AWO, Caritas, Der Paritätische, DRK-Düsseldorf, Diakonie und Jüdische Gemeinde finden Sie einen direkten Zugang zum Live-Stream. Der Link wird kurz vor Übertragungsbeginn freigeschaltet.

Wissenschaftler fordern: Berufliche Bildung muss zwingend zukunftsfester werden

Die Zukunft Deutschlands ist durch gesellschaftliche Umwälzungen geprägt, die vor allem mit Stichworten wie Digitalisierung, Nachhaltigkeit, Klimawandel und Energiewende umschrieben werden. In Wirtschaft und Gesellschaft drängen sich deshalb umso mehr Fragen danach auf, wie der damit gekennzeichnete Strukturwandel zu bewältigen ist. Zukunftsfähigkeit – auch der Gesellschaft – scheint ohne ein ausreichendes Quantum an Fachkräften nicht möglich, wofür zwingend eine starke Berufsbildung benötigt wird.

Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat zusammen mit der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) ein Wissenschaftliches Diskussionspapier (WDP) zur Weiterentwicklung der Berufsbildung veröffentlicht. Dazu hat eine Arbeitsgruppe neun Thesen entwickelt, aus denen Handlungsempfehlungen für wichtige Phasen beruflicher Bildung abgeleitet wurden: Es geht um berufliche Orientierung, das Übergangssystem, die duale Berufsausbildung, die Berufsbildung im Pflegebereich, die formale berufliche Weiterbildung, die non-formale berufliche Weiterbildung, die Übergänge zwischen beruflicher und hochschulischer Bildung, die Qualifizierung des Berufsbildungspersonals, Entrepreneurship und Intrapreneurship. Darüber hinaus hat die Arbeitsgruppe grundlegende Prinzipien formuliert, die eine moderne Berufsbildung ausmachen und die den Thesen als „+1-Komponente“ voranstehen.

Sieben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben bei der Erstellung des WDP mitgewirkt. Die Leitung der Arbeitsgruppe hatten BIBB-Präsident Prof. Dr. Friedrich Hubert Esser und Prof. Dr. Karl Wilbers, Inhaber des Lehrstuhls für Wirtschaftspädagogik und Personalentwicklung an der FAU. Anlass der Publikation sind zwei zentrale Erkenntnisse. Auf der einen Seite steht der Bedarf an einer ausreichenden Anzahl qualifizierter Fachkräfte, um die anstehenden Herausforderungen, insbesondere die demographische Entwicklung, die Dekarbonisierung sowie die Digitalisierung, bewältigen zu können. Auf der anderen Seite dokumentiert die Entwicklung der Ausbildungsvertragszahlen in den vergangenen Jahren: Der Weg über eine berufliche Ausbildung in eine sichere Beschäftigung oder in die Selbständigkeit ist offensichtlich immer weniger attraktiv.

BIBB-Präsident Friedrich Hubert Esser betont in diesem Zusammenhang: „Angesichts der Bedingungslage und der Herausforderungen, die die Transformation mit sich bringt, muss die berufliche Bildung zwingend zukunftsfester werden. Wir dürfen uns dabei nicht scheuen, auch neue Wege zu gehen!“

Prof. Dr. Karl Wilbers hebt hervor: „Das Ziel der Arbeitsgruppe 9+1 ist es, wissenschaftlich gut gestützte und konkrete Hinweise zur Weiterentwicklung der Berufsbildung vorzulegen, und zwar in der ganzen Breite“.

Der „Arbeitsgruppe 9+1“ gehörten an: Prof. Dr. Taiga Brahm, Eberhard-Karls-Universität Tübingen, Lehrstuhl für Ökonomische Bildung und Wirtschaftsdidaktik; Prof. Dr. Hubert Ertl, Bundesinstitut für Berufsbildung und Universität Paderborn, Professur für Berufsbildungsforschung; Prof. Dr. Friedrich Hubert Esser, Bundesinstitut für Berufsbildung, Honorarprofessor an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln; Prof. Dr. Dietmar Frommberger, Universität Osnabrück, Fachbereich 3 – Berufs- und Wirtschaftspädagogik; Prof. Dr. Birgit Reißig, Deutsches Jugendinstitut, Leiterin FSP Übergänge im Jugendalter und der Außenstelle Halle; Prof. Dr. Karl Wilbers, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU), Lehrstuhl für Wirtschaftspädagogik und Personalentwicklung; Prof. Dr. Lars Windelband, Pädagogische Hochschule Schwäbisch Gmünd, Institut für Bildung, Beruf und Technik.

Das WDP „Zukunftsfähig bleiben! 9 +1 Thesen für eine bessere Berufsbildung“ sowie eine Kurzfassung davon finden Sie unter www.bibb.de/de/154751.php

Weniger Dynamik im Online-Handel – Materialmangel überall wohin man schaut – Preise im Handwerk steigen mit Rekordwerten – historischer Einbruch der deutschen Wirtschaft – IW-Direktor Hüther warnt vor schwierigen Zeiten

Die Wohnung in dem Haus, die ich kaufen wollte, in dem Haus, das noch gebaut werden soll, ist mittlerweile ein Wolkenkuckucksheim geworden. Nicht nur, weil Wohnungen mittlerweile nahezu teurer sind als Häuser (in diesem Falle für 90qm fast 500.000 EUR), sondern weil der Hausbau mit 11 Wohnungen auf Eis gelegt ist. Grund: Materialmangel ohne Ende wegen des Krieges, Produktionsverzögerungen, Lieferstopps, weil kaum noch Fahrer vorhanden sind. Und, und, und. Jetzt verliert auch noch der Online-Handel an Dynamik und der Preiswahnsinn nimmt keine Ende, denken wir nur ans Tanken, ans Heizen und an die Preise im Supermarkt. Einsichten und Aussichten.

+ Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft ist eingebrochen. Der ifo Geschäftsklimaindex ist im März auf 90,8 Punkte abgestürzt, nach 98,5 Punkten (saisonbereinigt korrigiert) im Februar. Grund war ein historischer Einbruch der Erwartungen um 13,3 Punkte, der den Rückgang bei Ausbruch der Coronakrise im März 2020 (11,8 Punkte) übertraf. Die Firmen schätzten auch ihre aktuelle Lage schlechter ein. Der Rückgang fiel jedoch vergleichsweise moderat aus (1,6 Punkte). Die Unternehmen in Deutschland rechnen mit harten Zeiten.

+ Nach einem starken Jahresbeginn haben die Auswirkungen des Ukrainekriegs die Umsatzentwicklung auch im E-Commerce massiv gebremst, wie ein Vergleich der Umsatzentwicklung im 1. Quartal diesen Jahres vor und nach Kriegsbeginn am 24. Februar zeigt. Legte der Onlinehandel mit Bekleidung und Schuhen von Anfang Januar bis Kriegsbeginn noch um 10,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal zu, gingen die Umsätze nach Kriegsbeginn bis Ende März massiv um 8,6 Prozent zurück, sodass für das gesamte Quartal nur noch ein Plus von 3,2 Prozent zu Buche stand. Ähnlich verhielt es sich mit den sonst sehr stabilen Wachstumsraten im Cluster Einrichtung, dessen Q1-Wachstum von +13,9 Prozent (vor Kriegsbeginn) auf einen Wert kaum über Vorjahresniveau zurückfiel (+0,3 Prozent; Q1 gesamt: +9,0 Prozent). Mit einem Umsatzplus von 23,7 Prozent zum Vorjahresquartal auf 2,43 Mrd. Euro wächst das Warencluster Täglicher Bedarf erneut am stärksten (vor Kriegsbeginn: 26,1 Prozent; danach 19,4 Prozent).

+ Dem Handwerk dagegen geht es gut. Die Konjunkturlage im Handwerk an Rhein und Ruhr erweist sich auch im Frühjahr 2021 trotz fortdauernder Corona-Krise im Kern insgesamt als stabil. Das zeigen die repräsentativen Ergebnisse der Frühjahrs-Konjunkturumfrage, die die Handwerkskammer in der zweiten März-Hälfte durchführte. Das Geschäftsklima stieg gegenüber der Herbstumfrage 2020 geringfügig um zwei auf nun 115 Prozentpunkte. Im Frühjahrsgutachten fällt allerdings besonders die Rekordwerte bei den Verkaufspreisen auf. Die Frage bleibt, ob die Betriebe die Preise auf dem Markt weitergeben können. Wenn ja, könnten Häuslenbauer die Leidtragenden sein.

Weiterlesen: Arbeitskräftemangel, Demografie, Energiewende – im Interview mit dem Handelsblatt warnt IW-Direktor Michael Hüther vor extrem schwierigen Zeiten.

ifaa: Wie beurteile ich Mitarbeiter, die fast ausschließlich im Homeoffice arbeiten?

In vielen Unternehmen finden zu Jahresbeginn die jährlichen Mitarbeitergespräche statt. In der Metall- und Elektroindustrie haben sie eine ganz besondere Bedeutung, da sie für viele Beschäftigte im Zusammenhang mit der tariflichen Leistungsbeurteilung durchgeführt werden. Die aktuelle Zeitschrift „Leistung & Entgelt“ des ifaa beschäftigt sich mit der Frage, wie die tarifliche Leistungsbeurteilung umgesetzt werden kann, wenn die zu beurteilenden Beschäftigten im Beurteilungszeitraum in großem Umfang mobil gearbeitet haben. https://www.arbeitswissenschaft.net/angebote-produkte/publikationen/leistung-entgelt/

Die Corona-Pandemie hat die Nutzung mobiler Arbeitsformen stark gefördert. Innerhalb von kurzer Zeit haben viele Betriebe den primären Arbeitsort ihrer Beschäftigten aus dem Büro in das Homeoffice verlegt, um Kontakte und Ansteckungen zu vermeiden. Dies hat Auswirkungen auf die Führungsarbeit: Es bedarf situativer Führung, Vertrauen auf beiden Seiten und regelmäßigen Feedback. „Neben dem Feedback „on the Job“ ist das Mitarbeitergespräch ein wesentliches Instrument der Führungsarbeit, ebenso wie die Leistungsbeurteilung“, so Amelia Koczy, wissenschaftliche Mitarbeiterin am ifaa.

„Gerade in Zeiten mobiler Arbeit, wenn Mitarbeiter und Führungskraft sich im Alltag seltener sehen, bietet es Raum für eine offene Kommunikation, in der die Erfassung von Stärken und Potentialen sowie das Aufzeigen von Entwicklungen im Mittelpunkt stehen.“
Maßstab der Beurteilung sind meist definierte Beurteilungsmerkmale (z. B. Flexibilität, Kooperation), die von der Führungskraft vor dem Hintergrund der betrieblichen Ausgangslage und der Ziele des Unternehmens oder des Bereiches „mit Leben“ zu füllen sind. Bei der Arbeit im mobilen Umfeld sind die Maßstäbe an die veränderte Arbeitssituation und -organisation anzupassen.

Die aktuell veröffentlichte Hilfestellung, die in Kooperation mit METALL NRW entstanden ist, gibt Anregungen, auf welche Verhaltensweisen Führungskräfte bei der Durchführung der jährlichen Leistungsbeurteilung zusätzlich ihr „Augenmerk“ richten können, wenn die zu beurteilenden Mitarbeiter in großem Umfang mobil arbeiten. Hierbei werden konkrete Beispiele gegeben, wie die tariflichen Beurteilungsmerkmale für die mobile Arbeit operationalisiert werden können.

Eine Erfolgsgeschichte über 60 Jahre: Jubiläum im Mercedes‑Benz Werk Düsseldorf!

Mercedes-Benz: 60 Jahre Werk Düsseldorf

60 Jahre Transporter aus dem Hause Mercedes‑Benz, darunter die Transporter-Ikone Sprinter und genauso historische Legenden wie etwa der ‚Bremer‘ und der ‚Düsseldorfer‘– darauf kann das Mercedes‑Benz Werk Düsseldorf heute zurückblicken. Anfang der sechziger Jahre übernahm die damalige Daimler-Benz AG das Düsseldorfer Werk von der Auto Union. 1962 gegründet, hat es sich zum größten Transporterwerk der heutigen Mercedes-Benz Group AG entwickelt. Bis heute wurden am Standort mehr als 4,9 Millionen Fahrzeuge produziert. Seit 1995 laufen hier die geschlossenen Baumuster des Mercedes‑Benz Sprinter vom Band, seit Ende 2019 auch der eSprinter. Innovation und Qualität zählen wie am ersten Tag zu den Markenzeichen des Werks.

„Ich gratuliere dem Werk und der Mannschaft ganz herzlich zum 60. Geburtstag – einem ganz besonderen Jubiläum. Das Werk Düsseldorf ist von jeher eine tragende Säule in unserem weltweiten Produktionsverbund. Mit dem Start der eSprinter-Serienproduktion Ende 2019 hat das Team dies einmal mehr bewiesen“, sagt Dr. Ingo Ettischer, Leiter Produktion bei Mercedes-Benz Vans. „Ich danke der Mannschaft, die sich bereits heute mit größtem Engagement und vollem Einsatz auf die nächste Generation des eSprinter vorbereitet. Hinzu kommt die zunehmende Digitalisierung der Produktion. All das erfordert Innovationskraft, Know-how und Professionalität – was die Düsseldorfer Mannschaft eindrücklich jeden Tag unter Beweis stellt.“

„Auch die Landeshauptstadt Düsseldorf gratuliert dem Mercedes‑Benz Werk Düsseldorf ganz herzlich. Seit Jahrzehnten stehen wir in einem sehr guten Kontakt zum Werk und konnten das Unternehmen gerade in den letzten Jahren bei der Werkserweiterung unterstützen, um den Standort weiter zukunftsfähig aufzustellen“, sagt der Düsseldorfer Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller. „Wir begrüßen es ausdrücklich, dass mit Mercedes‑Benz als international tätigem Mobilitäts- und Industrieunternehmen seit 60 Jahren ein sehr wichtiger Konzern in Düsseldorf ansässig ist und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit.“

Einen wesentlichen Beitrag zum Erfolg des Werks und von Mercedes‑Benz Vans leistet die Belegschaft. Michael Hellmann, Standortverantwortlicher des Mercedes-Benz Werks Düsseldorf: „Dieses Jubiläum wäre ohne unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht denkbar. Die hohe Qualität, auch im Bereich der eVans, wird in Düsseldorf von einer kompetenten und engagierten Mannschaft gesichert, die auch in herausfordernden Zeiten stets ein hohes Maß an Flexibilität und dabei hervorragende Leistungen zeigt. Dafür danke ich meinem Team sehr und freue mich, ab 2023 die nächste Generation des eSprinter mit ihm zu bauen.“

Mercedes-Benz: 60 Jahre Werk Düsseldorf
Mercedes-Benz: 60 years plant Düsseldorf

Für eine nachhaltige Zukunft

„Wir beim Van verfolgen den Ansatz einer ganzheitlich nachhaltigen Mobilität, nicht nur bei den Produkten, sondern auch in der Produktion“, betont Dr. Ingo Ettischer. „Dafür investieren wir in unsere Standorte und Produkte. Für die nächste Generation des eSprinter, die ab der zweiten Jahreshälfte 2023 hier gebaut wird, investieren wir in Düsseldorf rund 50 Millionen Euro. Bereits ab diesem Jahr produzieren wir weltweit in unseren eigenen Van-Werken CO2-neutral.“

Leiser und lokal emissionsfreier Transport – dafür stehen alle elektrischen Vans von Mercedes‑Benz. Auch das Werk Düsseldorf setzt konsequent auf Nachhaltigkeit: Ab 2022 wird das Werk auf eine CO2‑neutrale Produktion umgestellt. Dazu werden Emissionen wo irgend möglich vollständig vermieden und konsequent reduziert, zum Beispiel durch neue Mobilitätssysteme wie einen On-Demand-Werk-Shuttle, fahrerlose Transportsysteme und Flurförderzeuge mit Brennstoffzellenantrieb. Darüber hinaus ist es erklärtes Ziel, beim Bezug von Strom vollständig zu regenerativen Quellen zu wechseln. Ein weiteres Beispiel: Bereits seit 2012 ist das Werk eine papierlose Fabrik, das heißt Tablets ersetzen Papiere für alle Informationen und erforderlichen Dokumentationen im Produktionsdurchlauf. All diese Maßnahmen ergänzen sich und tragen dazu bei, die selbst gesetzten, ambitionierten Ziele schnell zu erreichen und damit einen umfassenden Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

Mercedes‑Benz bekennt sich klar zum Pariser Klimaschutzabkommen. Die Serienproduktion des eSprinter, beheimatet im Werk Düsseldorf, leistet dazu seit Ende 2019 einen wesentlichen Beitrag. Rund 330 Millionen Euro hat Mercedes-Benz Vans in Summe in die Modernisierung und den technischen Ausbau für die neue Antriebsvariante investiert. Die vollelektrischen Fahrzeuge werden neben den konventionell angetriebenen Modellen auf einer Produktionslinie gebaut. Das schafft die notwendige Flexibilität für nahezu alle Kunden- und Marktanforderungen.

Neben den umfassenden Investitionen in die Produktion hat das Werk auch massiv in Schulung und Weiterbildung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter investiert. Seit der Entscheidung, den eSprinter in Düsseldorf zu bauen, hat sich das Werk zum Kompetenzzentrum für Elektroantriebe entwickelt und das notwendige Know-how aufgebaut. Bis heute wurden bereits mehr als 2.800 Beschäftigte für den Umgang mit Hochvolttechnologie und für die Montage dieser qualifiziert.

Mercedes-Benz eSprinter Werk Düsseldorf
Mercedes-Benz eSprinter plant Düsseldorf

Ein Werk mit gesellschaftlicher Verantwortung

Auch für die Region ist der Produktionsstandort von Bedeutung: als einer der größten Arbeitgeber und Ausbildungsbetriebe in Düsseldorf sowie durch sein gesellschaftliches und soziales Engagement. Als bedeutender Wirtschaftsfaktor in der Region ist man sich der gesellschaftlichen Verantwortung bewusst und leistet auch in diesem Bereich Vorbildliches. So würdigte beispielsweise die Industrie- und Handelskammer Düsseldorf das Werk mit dem Aus- und Weiterbildungspreis 2020.

Auch die Unterstützung Benachteiligter ist dem Werk Düsseldorf ein wichtiges Anliegen. Regelmäßig gehen Sach- und Geldspenden an soziale Einrichtungen wie zum Beispiel die Diakonie, das Kinderhospiz, den Gute-Nacht-Bus und die Bürgerstiftung. „Als Düsseldorfer Traditionswerk ist uns lokales Engagement eine echte Herzensangelegenheit – wir wollen einen Beitrag leisten zur Verbesserung der Lebenssituation von Kindern, Gesundheitsinitiativen voranbringen und einen sozialen Beitrag leisten“, erklärt Michael Hellmann, Standortverantwortlicher des Mercedes‑Benz Werks Düsseldorf. Und: „Wir wissen, dass unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter diese Aktivitäten mit großem Interesse unterstützen.“

Über Mercedes‑Benz Werk Düsseldorf

Mit rund 700.000 Quadratmetern Fläche – darin Rohbau, Lackierung und Montage – ist es das weltweit größte Mercedes‑Benz Transporterwerk. Der konsequente Einsatz von neuen Technologien und Fertigungsmethoden sowie deren konsequente Erprobung kommen dem gesamten Produktionsnetzwerk von Mercedes‑Benz Vans zugute. Mit rund 6.000 Beschäftigten sowie Auszubildenden zählt es zudem zu den wichtigsten Arbeitgebern in Düsseldorf.

Mercedes-Benz: 60 Jahre Werk Düsseldorf

Stadtsparkasse: Dr. Stefan Dahm neuer stellvertretender Vorstandsvorsitzender

In seiner vergangenen Sitzung ernannte der Verwaltungsrat der Stadtsparkasse Düsseldorf Dr. Stefan Dahm zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden im Vorstandsteam um Karin-Brigitte Göbel (Vorsitzende), Uwe Baust und Dr. Michael Meyer.

Dr. Stefan Dahm ist im Vorstand verantwortlich für die Bereiche Compliance, Gesamtbanksteuerung, Marktfolge Aktivgeschäft sowie Prozesse und Informationstechnologie. Zudem vertritt er die Vorstandsvorsitzende Karin-Brigitte Göbel seit 2017 in Abwesenheit bei allen Gremiensitzungen.

„Dr. Dahm genießt hohes Vertrauen im Verwaltungsrat, bei seinen Vorstandskollegen sowie bei den Mitarbeitenden des Institutes“, so Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller, Vorsitzender des Verwaltungsrates der Stadtsparkasse Düsseldorf.

Stefan Dahm, geboren 1968 in Würselen, promovierte 1998 in theoretischer Physik an der Universität zu Köln.

Seine Karriere als Banker startete er bei der Sparkasse KölnBonn, wurde 2012 Mitglied der erweiterten Geschäftsleitung als stellvertretender Vorstand der Raiffeisen-Landesbank Steiermark, bevor er 2012 als Generalbevollmächtigter zur Stadtsparkasse Düsseldorf kam.

Stefan Dahm ist seit 2016 Mitglied des Vorstandes.

Meilenstein: 25.000 eVans produziert

Mercedes-Benz Vans ist Vorreiter und führender Hersteller im Bereich elektrischer Vans. Bis heute wurden bereits deutlich mehr als 25.000 vollelektrische Transporter produziert. Top-Seller ist bei den elektrischen Vans der eVito gefolgt vom in Düsseldorf gebauten eSprinter und EQV.

„Wir haben ein klares Ziel, wir wollen langfristig führender Hersteller im Bereich der elektrischen Transporter sein! Und hierfür haben wir einen hervorragenden Aufsatzpunkt: Ende 2021 waren wir erneut Marktführer sowohl bei den Midsize als auch bei den Large eVans in Europa“, sagt Mathias Geisen, Leiter Mercedes-Benz Vans. „Wir haben unsere Strategie klar darauf ausgerichtet, diese Position weiter auszubauen. Mit dem eCitan und künftig dem EQT vervollständigen wir dieses Jahr unsere Produktpalette und bieten eVans in allen Segmenten an.“

Bereits im Jahr 2010 lief mit dem Vito E-Cell die erste Kleinserie batterieelektrischer Fahrzeuge vom Band. Das heutige Elektro-Portfolio umfasst sowohl Fahrzeuge aus dem Midsize- (EQV, eVito und eVito Tourer) als auch aus dem Large-Van-Segment (eSprinter) und wird 2022 um vollelektrische Small Vans (eCitan, EQT¹) ergänzt. Der eVito wurde bereits im Jahr 2017 präsentiert, 2019 folgte dann der eSprinter, 2020 der EQV. Damit bietet Mercedes-Benz Vans in allen Segmenten eine vollelektrische Modellvariante an und hat sein gesamtes Portfolio elektrifiziert. Die Produktion der nächsten Generation eSprinter beginnt im zweiten Halbjahr 2023 in Charleston (South Carolina, USA) und startet anschließend in Düsseldorf und in Ludwigsfelde. Rund 350 Millionen Euro hat Mercedes-Benz in die nächste Generation eSprinter investiert. Für die Anpassung der Produktion in den drei Werken werden davon rund 150 Millionen Euro investiert. Ein zentrales Leitprinzip bei Mercedes-Benz ist Nachhaltigkeit, daher ist die Produktion in allen eigenen Mercedes-Benz Vans Werken ab 2022 CO2-neutral, somit auch die Produktion der nächsten Generation des eSprinter.

 

Flexible Produktion auf einer Linie

Seit 2010 hat Mercedes-Benz Vans eine umfassende Expertise bei der Produktion von eVans aufgebaut, insbesondere was die flexible Fertigung auf einem Band betrifft. eVito, EQV und eSprinter laufen von derselben Produktionslinie wie ihre Pendants mit Verbrennungsmotor. Dies bietet den Vorteil, dass die Produktion sehr genau auf den tatsächlichen Marktbedarf angepasst werden kann und keine zusätzlichen Produktionslinien aufgebaut werden mussten.

 

Die BEV-Strategie von Mercedes-Benz Vans – Transformation hin zu „all electric“

Mit der nächsten Generation des eSprinter setzt Mercedes-Benz Vans seine Strategie konsequent um und unterstreicht seinen Führungsanspruch ‚Lead in Electric Drive‘. Und: Die Weichen für eine vollelektrische Zukunft sind gestellt. Bis zum Ende des Jahrzehnts wird die Marke mit dem Stern bereit sein, vollelektrisch zu werden – überall dort, wo es die Marktbedingungen zulassen. Das bedeutet: Ab Mitte des Jahrzehnts werden alle neu entwickelten Vans ausschließlich elektrisch sein. Sie basieren auf der grundlegend neuen, modularen und rein elektrischen Fahrzeugarchitektur VAN.EA.

 

Weitere eVans kurz vor der Marktreife

 

EQT: Auf großen Erprobungsfahrten

Mit dem künftigen, noch in der Entwicklung befindlichen EQT wird Mercedes-Benz Vans nach eVito, eSprinter, EQV und dem kommenden eCitan im gesamten Portfolio durchgängig eine elektrische Modellvariante für gewerbliche und private Kunden anbieten.

Nach der erfolgreichen Wintererprobung mit Fokus auf Fahrperformance, Vorkonditionierungsfunktionen und Klimakomfort stehen in den nächsten Monaten noch weitere Erprobungen mit dem vollelektrischen Premium Small Van in Südeuropa an. Hierbei werden in der Hitze unter anderem die Vorklimatisierung auch beim Laden und das Fahren unter Volllast abgesichert. Der EQT rundet das Portfolio dieses Jahr mit einem 5-Sitzer ab, im nächsten Jahr folgt ein 7-Sitzer.

 

Die nächste Generation eSprinter: Kältetest erfolgreich bestanden

Die Anforderungen an die nächste eSprinter-Generation wurden in enger Zusammenarbeit mit Kunden, so zum Beispiel aus dem KEP-Sektor (Kurier-, Express- und Paketdienst) sowie Aufbauherstellern, definiert.

Weil die Kunden darauf angewiesen sind, dass ihr Transporter sie auch bei Eis und Schnee nicht im Stich lässt, hat Mercedes-Benz die nächste eSprinter Generation nahe des Polarkreises Anfang des Jahres einem Härtetest unterzogen: Auf dem Prüfgelände im schwedischen Arjeplog, nahe des Polarkreises, wurden die Fahrzeuge intensiv geprüft, unter anderem wurden die Auswirkungen extremer Kälte auf Handling, Ergonomie, Thermomanagement und Innenraumkomfort untersucht. In Kältekammern wurden die Fahrzeuge zusätzlich vor Fahrtbeginn heruntergekühlt, um so die Kälteabsicherung von Antriebskomponenten, Heizungssystemen, Software und Schnittstellen zu überprüfen. Und auch das Ladeverhalten sowie das Lademanagement wurden dezidiert untersucht und optimiert. Schon nach gut der Hälfte des mehrwöchigen Testzeitraums zeigte sich deutlich: Die nächste Generation eSprinter trotzt Eis und Schnee, extremer Kälte und meistert auch die anspruchsvollsten Testzyklen.

Mit drei Batterie- und mehreren Aufbauvarianten vom Kastenwagen bis hin zum Fahrgestell für beispielsweise Kofferaufbauten soll die nächste Generation eSprinter nicht nur neue Kundensegmente erschließen, sondern auch neue Märkte, unter anderem die USA und Kanada. Die Reichweite wird sich im Vergleich zum aktuellen eSprinter je nach Konfiguration mehr als verdoppeln.