ifo Geschäftsklimaindex überraschenderweise gestiegen (Mai 2022)

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich aufgehellt. Der ifo Geschäftsklimaindex ist im Mai auf 93,0 Punkte gestiegen, nach 91,9 Punkten (saisonbereinigt korrigiert) im April. Die Unternehmen waren vor allem merklich zufriedener mit den laufenden Geschäften. Die Erwartungen veränderten sich hingegen kaum, die Unternehmen blieben weiter skeptisch. Die deutsche Wirtschaft erweist sich trotz Inflationssorgen, Materialengpässen und Krieg in der Ukraine als robust. Anzeichen für eine Rezession sind derzeit nicht sichtbar.

Im Verarbeitenden Gewerbe legte der Index merklich zu. Die aktuelle Lage bewerteten die Unternehmen etwas besser. Auch die Erwartungen stiegen deutlich an. Die Firmen sind aber weiterhin spürbar skeptisch mit Blick auf die kommenden Monate. Die Nachfrage erhielt einen deutlichen Dämpfer und die Auftragseingänge schwächten sich ab.

Im Dienstleistungssektor hat sich das Geschäftsklima verbessert. Die Dienstleister waren merklich zufriedener mit den laufenden Geschäften. Ein größerer Anstieg des Lageindikators war zuletzt im Juni 2021 zu beobachten. Die Erwartungen fielen hingegen wieder pessimistischer aus. Insbesondere Transport- und Logistikunternehmen machten sich Sorgen.

Im Handel ist der Geschäftsklimaindikator nach zwei Rückgängen in Folge wieder gestiegen. Vor allem die Einschätzungen zur aktuellen Lage verbesserten sich. Auch die Erwartungen zeigten etwas nach oben, blieben aber deutlich pessimistisch.

Im Bauhauptgewerbe hat sich das Geschäftsklima nach dem Absturz im April wieder etwas erholt. Dies war auf eine Verbesserung der Erwartungen zurückzuführen. Ihre laufenden Geschäfte bewerteten sie etwas besser. Gleichwohl bleibt die Mehrheit der Unternehmen pessimistisch.

Clemens Fuest
Präsident des ifo Instituts

Zwischen Medienhype und Realität: Wie verändern sich Jobs durch Digitalisierung?

Hannover Messe. Mehr als 2.000 Aussteller präsentieren technische Neuerungen für unterschiedliche Anwendungen. Doch wie sehen diese Technologien konkret in der Umsetzung in den Betrieben aus? Und welche Veränderungen entstehen dadurch für die Beschäftigten?

„Die Folgen von Roboter- und Technikeinsatz werden in Literatur und Medien oft spektakulär dargestellt“, so Amelia Koczy, wissenschaftliche Expertin des ifaa – Institut für angewandte Arbeitswissenschaft. „Genau hier wollten wir näher hinschauen. Unsere Betriebsbeispiele aus dem Projekt AWA zeigen jetzt, dass die Auswirkungen von neuen Technologien auf die Arbeit der Beschäftigten bisher häufig moderat waren.“ Mehr über das ifaa-Projekt AWA – Arbeitsaufgaben im Wandel unter: www.arbeitswissenschaft.net/awa

Was hat sich bisher konkret geändert? Beispiel Smart Devices und Assistenzsysteme
Oftmals werden neue Betriebsmittel eingesetzt, die Teile der Gesamtaufgabe betreffen. Der Kern und das Ziel der Arbeitsaufgabe verändern sich in den meisten Fällen jedoch nicht wesentlich. „Wir sehen, dass zum Beispiel Smart Devices zunehmend bei der Maschinenbedienung, Instandhaltung oder Reparatur verwendet werden. Sie können auf anstehende Aufträge oder Störungen aufmerksam machen, Maschinendaten mobil anzeigen und zusätzliche Informationen darstellen. Auf diese Weise können Wegezeiten reduziert werden und Entscheidungen schneller getroffen werden. Das Ziel der Aufgabe wird dadurch nicht berührt.“, so Koczy.
Ein anderes Beispiel sind Assistenzsysteme bei der Montage: Diese unterstützen oftmals Teilaufgaben der Beschäftigten, beispielsweise das Greifen der richtigen Werkzeuge, das Einstellen korrekter Parameter oder indem sie eine optimale Montage-Reihenfolge vorschlagen.

Was ist für die Zukunft gefragt?
Je umfassender sich das Jobprofil verändert, desto eher sind auch Veränderungen in den Belastungs- und Anforderungsfaktoren zu beobachten. „Unser Ziel ist es, genau diese Veränderungen aufzudecken und zu beschreiben, um Entscheidern eine Hilfestellung zu geben, welche zukünftigen Kompetenzanforderungen und Belastungsfaktoren zu erwarten sind“, so Koczy.

Wie funktioniert die Kreislaufwirtschaft entlang der gesamten Wertschöpfungskette bei Henkel?

Das Thema Kreislaufwirtschaft ist hoch im Kurs. Verpackungsmaterialien wie Plastik bieten viele Vorteile, doch die Allgegenwart des beliebten Kunststoffs stellt uns auch vor neue Herausforderungen. Wie können wir einen verantwortungsvollen Umgang mit Plastik im Sinne einer Kreislaufwirtschaft fördern und mit  Recycling das Plastikmüll-Problem eindämmen? Wie Henkel die Kreislaufwirtschaft entlang der gesamten Wertschöpfungskette fördern möchte, erklärt das Reizholzer Unternehmen im Netz. https://www.henkel.de/spotlight/themenwelt-kreislaufwirtschaft

Großauftrag im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich: Rheinmetall-Joint Venture liefert Getriebegehäuse für Elektrofahrzeuge an namhaften Automobilproduzenten

Der Technologiekonzern Rheinmetall hat mit seinem Chinesischen Joint Venture KPSNC einen Großauftrag für Getriebegehäuse von einem weltweit führenden Hersteller für Elektrofahrzeuge erhalten. Das Auftragspaket hat eine Laufzeit von sechs Jahren und umfasst eine Stückzahl im Millionenbereich.

Produziert werden die Gehäuse am Standort Shanghai, wo Rheinmetall mit seinem chinesischen Partner HUAYU Automotive Systems Co. Ltd. (HASCO) in einem Gemeinschaftsunternehmen KPSNC kooperiert. Der Gesamtauftragswert liegt im niedrigen dreistelligen MioEUR-Bereich. Ende 2022 erfolgt bereits der Serienlauf, nachdem im März 2022 der Auftrag des namhaften amerikanischen Kunden eingegangen ist. Dieser unterhält in der Millionenstadt ebenfalls eine große Produktionsstätte. Das aus einer Aluminiumlegierung, im Druckgussverfahren hergestellte Getriebegehäuse, wird zukünftig in zwei Fahrzeugmodellen des Herstellers verbaut.

Das Auftragspaket ist ein großer Erfolg im Rahmen der Elektromobilität-Strategie des Rheinmetall-Konzerns, der seine Position im Bereich der alternativen Antriebe weiter konsequent ausbaut. Als bewährter Technologiepartner der Automobilindustrie leistet Rheinmetall seit vielen Jahren wichtige Beiträge zur Optimierung und Entwicklung des Automobils – und somit auch im Sinne der eingeleiteten Energiewende.

Der Auftrag zeigt einmal mehr das große Marktpotenzial von Komponenten für die Elektromobilität und gleichzeitig auch die Kompetenz von Rheinmetall, in enger Zusammenarbeit mit Kunden zukunftsweisende Lösungen zu entwickeln.

Rheinmetall ist bei diesem Vorhaben durch ein Joint Venture mit HUAYU Automotive Systems Co. Ltd. (HASCO), der Automobilkomponentendivision des chinesischen Automobilherstellers SAIC, vertreten. Rheinmetall hat zwei eng kooperierende Joint Ventures: in Europa die Unternehmensgruppe KS HUAYU AluTech GmbH und in China die HASCO KSPG Nonferrous Components (Shanghai) Co., Ltd. (KPSNC). In beiden Fällen halten Rheinmetall und sein JV-Partner HASCO jeweils 50 Prozent der Anteile.

Die Rheinmetall Business Unit Castings ist ein führender Hersteller von Aluminium-Leichtbauteilen mit Produktionsstätten in Deutschland und China. Das Produktportfolio umfasst Zylinderkurbelgehäuse und Zylinderköpfe, Strukturbauteile, Getriebe- und Fahrwerksteile sowie E-Mobility Komponenten.

Podcastfolge 92: Serie „Zuversicht“ (4. Teil), Japan-Tag, Veranstaltungstipps, News aus der Düsseldorfer Wirtschaft und vieles mehr (Freitag ab 8 Uhr)

KW 20, 20. Mai 2022: Wir gehen online mit unserer 92. Podcastfolge. Auf der Agenda der vierte Teil unserer Serie „ZUVERSICHT“. Wer positiv durchs Leben geht, der lebt gesünder und ist glücklicher. Klingt einfacher gesagt als getan? Die gute Nachricht ist: Zuversicht kann man lernen. Wie man hier und da liest gibt es dazu sogar wissenschaftliche Studien. Für unsere neue Podcastfolge sprachen wir mit Manuela Pfeiffer. Sie arbeitet als Führungskraft in Düsseldorf, gibt Seminare zum Thema „Widerstandskraft“ und sagt uns ihre Tipps, wie wir von jetzt an zuversichtlich durchs Leben gehen können. Wir hoffen sehr, dass Sie wieder etwas mitnehmen können für Ihren Alltag. I Außerdem gibt’s wieder die Nachrichten aus der „Düsseldorfer Wirtschaft“ und die Termine fürs Wochenende und für die kommenden Tage. Lisa berichtet unter anderem über das Highlight der Woche und vermutlich auch des Jahres, denn: Nach zwei Jahren Pause gibt es am Samstag wieder den beliebten „Japan-Tag“. I Unsere neue Sendung hören Sie dort, wo Sie immer Ihre Podcasts hören, beispielsweise auf ApplePodcast, GooglePodcast und Spotify. Und natürlich auch im Netz unter www.unternehmerschaft.de. I Wir bitten Sie, diese Podcastfolge weiterzuleiten an Ihre beruflichen und privaten Netzwerke, die Folge zu liken oder auch ein Feedback in Ihrem Podcast-Catcher zu schreiben. Wir danken Frank Wiedemeier von streamboxstudios für die Produktion. I Bleiben Sie uns gewogen!

Foto: Manuela Pfeiffer (links), Lisa Marie (rechts oben) und Christoph

Start der Aussteller-Anmeldungen zur boot Düsseldorf 2023

Die Planungen für die Aussteller-Anmeldungen zur boot Düsseldorf 2023 laufen auf Hochtouren. Und jetzt im Mai steht das Team um Project Director Petros Michelidakis wieder in den Startlöchern. Unter dem Link https://www.boot.de/1330 können sich interessierte Unternehmen, Verbände und Organisatoren für die kommende boot vom 21. bis 29. Januar 2023 anmelden.

Michelidakis: „Das Interesse in der Branche ist sehr groß. Wir haben in den letzten Wochen gute Gespräche mit Unternehmen aus allen Bereichen des Wassersports geführt und spüren eine sehr gute Nachfrage. Den Herstellern fehlt die direkte Präsentation ihrer Boote und Yachten vor einem fachkundigen und interessierten Publikum wie es in Düsseldorf üblich ist. Mit der neuen Kampagne „my business starts at boot 2023“ präsentieren wir uns als verantwortungsvoller Partner der Wassersportindustrie. Denn Düsseldorf bietet seinen Ausstellern die einzigartige Möglichkeit sich gemeinsam mit anderen international führenden Topmarken, eingebettet in ein anspruchsvolles Rahmenprogramm, zu präsentieren und damit Teil der weltweit führenden Fachmesse für den Wassersport zu sein.“

Im Düsseldorfer Team herrscht eine freudige Stimmung und eine arbeitsintensive Atmosphäre. Im Team ist Arne von Heimendahl zuständig für alle Boote und Yachten auf der Messe. Lena Beckmann betreut Ausrüstung und Zubehör, Tauchen, Destination Seaside (Tourismus), Charter und Hausboote. Caroline Mühl ist Ansprechpartnerin für Surfsport, Kanu/Kajak, Water Pixel World, Sportfischen „love your ocean“ und maritime Kunst. Lara Hannappel ist die Spezialistin für alle Sonderschauen und Bühnen. Barbara Klein hat das neue „blue innovation dock“ (bid) in ihrem Portfolio. Sie stehen allen Interessenten mit Rat und Tat zur Seite und helfen bei individuellen Anfragen.

Auch bei den Kollegen des Marketing Teams der boot herrscht Aufbruchstimmung für 2023. Mit frischem Wind wird hier an der weiteren Optimierung der social media-Kanäle gearbeitet. So geht es darum, den www.boot.club.de für seine 155.000 Mitglieder immer up-to-date zu halten und mit den neuesten Trends und Informationen zum Wassersport zu füttern. Attraktive und spannende Aktionen unter anderem bei den großen Sommer-Regatten in Kiel oder Travemünde sind für die Clubbies geplant.  Und schon jetzt wird eine Fahrt während des 100. Geburtstages der Rheinwoche am 4. Juni in Düsseldorf verlost.

Die boot Düsseldorf ist auch in den verschiedenen social media-Kanälen von Linkedin bis Facebook und Instagram mit topaktuellen Beiträgen aus der Branche und Stories rund um spannende Momente beim Segeln, Bootfahren, Tauchen oder Surfen immer am Puls ihrer Fans. Der monatliche Podcast auf www.boot.de lockt darüber hinaus mit unterhaltsamen Talks mit Brancheninsidern zu aktuellen Themen und Innovationen.

„Mit diesen digitalen Angeboten für unsere Aussteller und Besucher sind wir 365 Tage im Jahr im Gespräch und im Fokus der Branche und können dort die Vorfreude auf das Event in Düsseldorf kontinuierlich steigern. Der Höhepunkt des Jahres ist natürlich die Zeit vom 21. bis 29. Januar 2023 in unseren Messehallen“, sagt Petros Michelidakis und ergänzt „wir wissen, dass die Vorbereitung im derzeitigen, schwierigen Umfeld nicht einfach sein wird. Deshalb ist für uns ein partnerschaftlicher Umgang mit unseren internationalen Kunden und die gezielte Ansprache von neuen Interessenten so wichtig. Darum rufe ich die Unternehmen auf: Bitte melden Sie jetzt an. Je früher Sie Ihren Messestand reservieren, desto mehr Wahlmöglichkeiten in der Größe und Gestaltung haben Sie.“

 

Über die boot Düsseldorf: Heimathafen für den internationalen Wassersport
boot Düsseldorf liegt vom 21. bis 29. Januar 2023 wieder am Rhein vor Anker

Die boot Düsseldorf ist seit 53 Jahren der Heimathafen und der Motor für den internationalen Wassersport. Sie bietet vom 21. bis 29. Januar 2023 Bootssport in allen Facetten und hat die Topmarken an Bord. Sowohl Segler als auch Motorbootfahrer finden hier vom Einstiegsbötchen und der Jolle bis zur Luxusyacht ein umfassendes Angebot. Auch Tauchen, Surfen, Paddeln oder Angeln stehen auf der boot im Fokus. Mit den innovativen und technisch ausgefeilten Produkten der Aussteller ist die boot die internationale Innovationplattform ihrer Branche und, außer der Pandemie bedingten Auszeit, jedes Jahr im Januar das Startsignal in die neue Wassersportsaison. Mit ihrem umfassenden touristischen Angebot in der Destination Seaside zum Urlaub und Sport auf, am und im Wasser lockt sie alle Menschen, die ihre Freizeit am Meer, Flüssen und Seen verbringen wollen. Attraktive Bühnenprogramme mit interessanten Interviewpartnern aus der Branche, neueste Trendsportangebote und ein hochkarätiger Mix aus Workshops und Meetings sowohl für den Freizeitsportler als auch für Experten machen die Messe weltweit einzigartig. Damit ist die boot Düsseldorf sowohl für die wassersportbegeisterte Familie als auch für internationale Fachleute 2023 wieder die erste Adresse.

Trotz Krise hoher Personalbedarf und gute Jobperspektiven im Maschinenbau

Die Mehrheit der Unternehmen im Maschinen- und Anlagenbau plant trotz der aktuellen Krisen, die Stammbelegschaft zu vergrößern, wie aus einer aktuellen VDMA-Umfrage hervorgeht. Demnach möchten von rund 360 befragten Personalverantwortlichen 89 Prozent in den nächsten sechs Monaten die Stammbelegschaft im Unternehmen vergrößern. Knapp 60 Prozent möchten das Stellenangebot für Fachkräfte ausweiten, bei den Experten planen dies rund 45 Prozent der Personalverantwortlichen. Mehr als 70 Prozent der Befragten erwarten zudem, dass sich das Stellenangebot für Fachkräfte und Ingenieure im eigenen Unternehmen in den nächsten drei bis fünf Jahren erhöhen wird, wobei im Zuge der Digitalisierung besonders der Bedarf an Absolventen der Fachrichtungen Elektrotechnik und Informationstechnik sowie Informatik erhöhen dürfte. Die Mehrheit der Befragten sieht allerdings aktuell bei allen Beschäftigtengruppen mit Ausnahme der Hilfskräfte Engpässe, insbesondere bei Experten (88 Prozent) und Fachkräften (93 Prozent). Im Hinblick auf Auszubildende gab etwa jeder dritte Personalverantwortliche an, dass die Qualität der Bewerbungen auf einen Ausbildungsplatz im Vergleich zu 2019 viel schlechter sei, weitere 56 Prozent sehen eine leichte Verschlechterung. Bei Bewerbungen von Fachkräften sieht sich etwa jeder zweite Personalverantwortliche mit einer leicht schlechteren und jeder zehnte mit einem viel schlechteren Eingang an Bewerbungen konfrontiert.

Im Maschinen- und Anlagenbau sind die Chancen auf einen Arbeitsplatz trotz der Folgen von Corona-Pandemie, Ukraine-Krieg und anderer Krisen derzeit sehr gut. Laut einer aktuellen Umfrage des VDMA möchten von rund 360 befragten Personalverantwortlichen 89 Prozent in den nächsten 6 Monaten die Stammbelegschaft im Unternehmen vergrößern. Knapp 60 Prozent der Befragten möchte das Stellenangebot für Fachkräfte (Beschäftigte mit abgeschlossener Ausbildung) ausweiten. Bei den Expertinnen und Experten (AkademikerInnen wie IngenieurInnen) planen dies rund 45 Prozent der Personalverantwortlichen. Mehr als 70 Prozent der Befragten erwarten zudem, dass sich das Stellenangebot für Fachkräfte und IngenieurInnen im eigenen Unternehmen in den nächsten 3 bis 5 Jahren erhöhen wird. Bei den IngenieurInnen dürfte sich im Zuge der Digitalisierung besonders der Bedarf an AbsolventInnen in den Fachrichtungen Elektrotechnik und Informationstechnik sowie Informatik erhöhen.

Wegbereiter für klimafreundliche Technologien
„Die Perspektiven für Fachkräfte, IngenieurInnen aber auch InformatikerInnen im Maschinen- und Anlagenbau sind exzellent. Wer sich heute für den Maschinenbau als Arbeitgeber entscheidet, erhält nicht nur einen krisenfesten Job mit exzellentem Entwicklungspotenzial und sehr guten Gehaltschancen. Sie oder er darf sich auch als Wegbereiter der Zukunft sehen“, sagt Hartmut Rauen, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des VDMA. „Voranschreitende Digitalisierung, Entwicklung klimafreundlicher Technologien und Mobilitätswende – der Maschinen- und Anlagenbau liefert als beschäftigungsstärkste Schlüsselindustrie die Lösungen für die Herausforderungen unserer Zeit. Im Zuge des technologischen Wandels werden in den nächsten Jahren viele hochattraktive und sinnstiftende Arbeitsplätze entstehen“, betont Rauen.

Problematisch bleiben jedoch die Engpässe auf dem Personalmarkt. Die Mehrheit der Befragten sieht aktuell bei allen Beschäftigtengruppen – mit Ausnahme der Hilfskräfte – Engpässe. Dies trifft insbesondere auf die Expertinnen und Experten (88 Prozent) und Fachkräfte (93 Prozent) zu.

Qualität der Bewerbungen sinkt – Abbruchquoten niedrig
Die Qualität der Bewerbungen im Maschinen- und Anlagenbau ist in den letzten 3 Jahren etwas zurückgegangen. Dies zeigt sich gerade bei den Auszubildenden. Etwa jeder dritte Personalverantwortliche gab an, dass die Qualität der Bewerbungen auf einen Ausbildungsplatz im Vergleich zu 2019 viel schlechter sei, weitere 56 Prozent sehen eine leichte Verschlechterung. Bei Bewerbungen von Fachkräften sieht sich etwa jeder zweite Personalverantwortliche mit einer leicht schlechteren und jeder zehnte mit einem viel schlechteren Eingang an Bewerbungen konfrontiert. Die Qualität der Bewerbungen von IngenieurInnen wird von den Personalverantwortlichen etwas besser beurteilt.

Haben die Unternehmen erstmal eine Auszubildende oder einen Auszubildenden gefunden, sind die Chancen hoch, dass diese Nachwuchskräfte auch die Berufsausbildung erfolgreich abschließen. Jeder zweite Personalverantwortliche gibt an, dass in der Regel alle Auszubildenden eines Ausbildungsjahrgangs im eigenen Unternehmen ihre Ausbildung auch abschließen. Im Schnitt liegt die Abbruchquote unter 5 Prozent.

Maschinenbau ist ein attraktiver Arbeitgeber 
Viele Beschäftigte im Maschinen- und Anlagenbau sind mit Ihrem Arbeitsplatz zufrieden. Fluktuation spielt in der Branche kaum eine Rolle, wie die Umfrage zeigt. „Die überwiegende Mehrheit der Beschäftigten im Unternehmen ist mindestens 10 Jahre im Unternehmen beschäftigt. Viele Beschäftigte bleiben sogar bis zur Rente im gleichen Unternehmen“, sagt Jörg Friedrich, Leiter der VDMA-Bildungsabteilung. Dies sei ein gutes Argument für eine Ausbildung und Beschäftigung im Maschinen- und Anlagenbau. „Aus Umfragen wissen wir, dass für junge Leute Jobsicherheit einer der wichtigsten Faktoren bei der Wahl ihres Ausbildungsplatzes ist. Und die finden sie im Maschinen- und Anlagenbau“, ergänzt Friedrich. Eine geringe Fluktuation im Unternehmen sorge darüber hinaus dafür, dass Wissen und Kompetenz im Unternehmen bleibe und an die nächste Generation weitergegeben werden könne.

Die Ergebnisse der Blitzumfrage im Überblick

  • Die Mehrheit der Unternehmen plant, in den nächsten 6 Monaten Personal aufzustocken. Mehr als vier von fünf Befragten (88 Prozent) möchte die Stammbelegschaft ausweiten. Von diesen Unternehmen gehen 71 Prozent von einer moderaten Personalaufstockung von bis zu 5 Prozent aus.
  • Um dem hohen Bedarf an Personal gerecht zu werden, sollen insbesondere für Fachkräfte mehr Stellen geschaffen werden: 57 Prozent der Befragten möchten in den nächsten 6 Monaten mehr Stellen für Fachkräfte anbieten. 44 Prozent möchten mehr Stellen für Expertinnen und Experten (i. d. R. Ingenieurinnen und Ingenieure) und 39 Prozent für Spezialistinnen und Spezialisten anbieten. Für die nächsten 3 bis 5 Jahre erwarten je 72 Prozent mehr Stellen für Fachkräfte und IngenieurInnen sowie 65 Prozent für SpezialistInnen. 81 Prozent sehen für diesen Zeitraum einen steigenden Bedarf an IngenieurInnen aus den Fachrichtungen Elektrotechnik und Informationstechnik, 68 Prozent aus dem Bereich Informatik und 44 Prozent aus den Bereichen Maschinenbau und Verfahrenstechnik.
  • Die Mehrheit der Befragten sieht – mit Ausnahme bei den Hilfskräften – aktuell bei allen Beschäftigtengruppen Engpässe. Bei den Expertinnen und Experten sehen aktuell 87 Prozent der Befragten leichte bis starke Engpässe; bei den Fachkräften sind es sogar 93 Prozent.
  • Im Bereich der Nachwuchskräfte planen 38 Prozent der Befragten mit mehr technisch-gewerblichen Ausbildungsplätzen; im November 2021 waren es noch 30 Prozent. Darüber hinaus sollen mehr Stellen für dual Studierende in den Ingenieurwissenschaften und der Informatik entstehen: 40 Prozent der Personalverantwortlichen wollen künftig mehr technische duale Studienplätze in ihren Unternehmen anbieten.
  • Der Maschinenbau ist attraktiver Arbeitgeber mit hoher Mitarbeiterbindung: Die Fluktuationsrate in der Branche ist gering, viele MitarbeiterInnen sind langjährig bei Ihrem Arbeitgeber beschäftigt. 38 Prozent der Fachkräfte, 33 Prozent der SpezialistInnen und 24 Prozent der ExpertInnen arbeiten länger als 20 Jahre bei ihrem Arbeitgeber.
  • Vom Fachkräfteeinwanderungsgesetz konnten bislang nur wenige Unternehmen profitieren. Lediglich 8 Prozent der Befragten konnten dadurch zusätzliche Arbeitskräfte gewinnen. 37 Prozent der Befragten sind zuversichtlich, Flüchtlinge aus der Ukraine als Arbeitskräfte einstellen zu können.

Kostenlose Angebote des „Zukunftszentrum KI NRW“ für Unternehmen und Beschäftigte zu praxisnahen Digitalisierungsvorhaben

Hiermit möchten wir Sie über aktuelle Angebote des Projekts „Zukunftszentum KI NRW“ informieren. Zentrale Aufgabe dieses vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) und dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen (MAGS) geförderten Projektes, an dem sich das Bildungswerk der Nordrhein-Westfälischen Wirtschaft e. V. (BWNRW) aktiv beteiligt, ist die Unterstützung kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) durch praxisnahe Beratung und Qualifizierung rund um die Themen der Digitalisierung sowie der Künstlichen Intelligenz (KI).

Im Rahmen der Online-Veranstaltungsreihe „Eine Reise durch die betriebliche Praxis“ am 31. Mai 2022 von 14 bis 15 Uhr werden Priorisierungen und Analysen für eine erfolgreiche Digitalisierung im mittelständischen Maschinenbau diskutiert. Tom Henning (Geschäftsführer Siegmund Henning Anlagentechnik (SHA) GmbH) und Maximilian Locher (Universität Witten/Herdecke) präsentieren praxisnahe Erkenntnisse einer Schnittstellenanalyse zwischen Konstruktion und Laserschnitt bzw. Kantbank. Weitere Informationen zu dieser Online-Reihe und der Anmeldelink finden sich auf der Webseite des Zukunftszentrums unter https://www.zukunftszentrum-ki.nrw/events/reise-durch-betriebliche-praxis-05-2022/.

Am 14. Juni 2022 bietet das Zukunftszentrum KI NRW von 15 bis 17 Uhr im Rahmen der kostenlosen Online-Veranstaltung „Was macht eigentlich…?“ einen exemplarischen Überblick über aktuelle Beratungs- und Unterstützungsangebote für betriebliche Digitalisierungs- und KI-Vorhaben. Weitere Informationen sowie den Anmeldelink für diese Informationsveranstaltung finden Sie auf der Homepage unter: https://www.zukunftszentrum-ki.nrw/events/was-macht-eigentlich/. Anmeldungen sind bis zum 12. Juni 2022 möglich.

KI in der Führung – Der Einsatz von künstlicher Intelligenz muss transparent sein

Der Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) verändert auch die Führung im Unternehmen. „Wichtig ist, dass der Einsatz von KI-Systemen transparent gemacht wird, um Ängsten seitens der Mitarbeiter zu begegnen,“ so Prof. Sascha Stowasser, Direktor des ifaa – Institut für angewandte Arbeitswissenschaft.

Als Mitglied der Plattform Lernende Systeme betont er: „ Führungskräfte müssen ihren Fürsorgepflichten nachkommen, indem sie auf den Gesundheitsschutz achten, den Einsatz des KI-Systems transparent machen, KI-Empfehlungen kritisch hinterfragen und die Beschäftigten in die Gestaltung der neuen Prozesse einbinden.“ Mehr zum Thema im Whitepaper „Führung im Wandel: Herausforderungen und Chancen durch Künstliche Intelligenz“. Kostenfreien Download:https://www.plattform-lernende-systeme.de/files/Downloads/Publikationen/AG2_WP_Fuehrung_im_Wandel.pdf

Was kann KI?
KI-Systeme können Führungskräfte von Routinetätigkeiten entlasten und verschaffen Zeit für Personalführung, strategische Planung sowie das Change-Management im KI-Zeitalter. KI-Systeme können Führungsaufgaben übernehmen, die zuvor alleinige Aufgabe des Menschen waren. Beispielsweise können sie Führungskräfte dabei unterstützen, individuelle Lehrpläne für die Weiterbildung der Beschäftigten zu erstellen. Dazu wird die KI mit sensiblen, personenbezogenen Daten arbeiten müssen. Die Befürchtung, dass die Berechnungen eines Computerprogramms Einfluss auf die Personalpolitik, Weiterbildungsmöglichkeiten oder Karrierechancen nehmen können, kann für die Beschäftigten psychisch belastend und demotivierend sein“, so Stowasser. Aus diesem Grund sind Aufklärung über den Einsatz von KI und der sichere Umgang mit personenbezogenen Daten sehr wichtig.

Über das Whitepaper
Das Whitepaper „Führung im Wandel: Herausforderungen und Chancen durch Künstliche Intelligenz“ wurde von Mitgliedern der Arbeitsgruppe Arbeit/Qualifikation und Mensch-Maschine-Interaktion der Plattform Lernende Systeme verfasst. Es steht zum kostenfreien Downloadzur Verfügung.
Mit dem Wandel der Arbeitswelt durch den Einsatz von KI-Systemen beschäftigen sich weitere Publikationen und Anwendungsszenarien der Arbeitsgruppe.
Weitere Informationen erhalten Sie bei Christine Molketin (c.molketin@ifaa-mail.de/ 0211 542263-26). Gerne vermitteln wir Interviews mit unseren Experten.