FOM: „Wer nicht für alle Gruppen attraktiv ist, begeht einen strategischen Fehler“

Sind Quoten der richtige Weg für mehr Vielfalt beim Führungspersonal? Wo steht Deutschland im internationalen Vergleich? Und welche Vorteile bringen Mitarbeitende mit unterschiedlichem Background einem Unternehmen? Dr. Peter Ruhwedel ist Professor für Strategisches Management und Organisation an der FOM Hochschule.

In den Vorständen der meisten Unternehmen ist der Frauenanteil seines Erachtens nach noch nicht ausreichend. Gleichzeitig plädiert er dafür, Vielfalt nicht auf eine Gender-Frage zu verengen. Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels sollten Unternehmen schon aus Eigeninteresse für jeden und jede offen sein, um die am besten Qualifizierten zu gewinnen. Im Interview spricht der Experte für Corporate Governance über Diversität, Quoten und die Verantwortung von Führungskräften.

Herr Professor Ruhwedel, Sie haben im Frühjahr 2021 im Handelsblatt einen Kommentar mit dem Titel „Die Frauenquote hilft nur, wenn sie auch ernst genommen wird“ publiziert. Wie fällt Ihr Befund ein Jahr später aus?

Es ist gut, wenn der Frauenanteil in den Vorständen genau wie in allen anderen Bereichen steigt. Das heutige Niveau ist meines Erachtens nach aber nicht ausreichend. Wir müssen eigentlich dahin kommen, dass die Frage der Gender-Diversität überhaupt keine Rolle mehr spielt, weil wir erst dann über eine gleichberechtige Teilhabe und eine rein kompetenzorientierte Auswahl sprechen können. Gleichzeitig finde ich es wichtig, Diversität breit zu verstehen. Denn dazu zählen ebenso Fragen nach Internationalität, Inklusion Ausbildung, Alter und sozialem Hintergrund. Insgesamt gibt es sicherlich Verbesserungen, die jedoch schneller geschehen könnten.

Beispielsweise?

Etwa die Frauenquote in Aufsichtsräten, vor deren Einführung sich wenig getan hatte. Eine Rolle in Aufsichtsräten spielt sicherlich, dass Veränderungen aufgrund der Mandatsdauern lange brauchen. Das Problematische oder Gute – je nachdem, wie man das bewerten möchte, ist: Die Quote wirkt. Zuvor ist viel Zeit vertan worden in der Hoffnung, dass die Quote nicht kommt.

Heißt das, es braucht die Politik, damit Unternehmen sich bewegen?

Von „den Unternehmen“, „den Vorständen“ oder „den Aufsichtsräten“ zu sprechen, ist etwas eindimensional. Das Bild ist sehr unterschiedlich. Es gibt Unternehmen, die haben bereits sehr viel angestoßen. Insgesamt aber hat sich sicherlich zu wenig getan. Wir müssen das ganze Thema Vielfalt viel stärker und selbstverständlicher leben. Das betrifft übrigens alle Lebensbereiche.

In anderen Industrieländern – den USA, Großbritannien oder Skandinavien etwa – arbeiten prozentual mehr Frauen im Topmanagement als in Deutschland. Sehen Sie Punkte, die dort strukturell anders laufen?

Meine Außenwahrnehmung gerade in Nordamerika ist, dass dort die Sensibilität gegenüber möglichen Diskriminierungen höher ist. Es ist viel normaler, Menschen unabhängig von ihrer Herkunft anhand ihrer Qualifikation zu beurteilen. Ein anderes Beispiel aus Europa: Norwegen hat 2003 als erstes Land der Welt eine Geschlechterquote von 40 Prozent für Aufsichtsräte eingeführt. In der Konsequenz sind mehr Frauen in den Auswahldiskussionen und an Entscheidungen beteiligt. Deshalb ist es dann wiederum viel normaler, Frauen in den Vorstand zu wählen, weil die Diskussion eine andere ist, wenn die Gruppe diverser aufgestellt ist.

Welche Vorteile ergeben sich denn überhaupt durch ein vielfältig besetztes Topmanagement?

Grundsätzlich kann Diversität positive Konsequenzen haben: auf Innovationsfähigkeit, Teameffektivität und Diskussionskultur. Das sind alles wichtige Faktoren für den Unternehmenserfolg. Auf dem Weg aus einer homogenen Gruppe hin zu mehr Diversität laufen die Dinge jedoch nicht zwangsläufig besser. Studien zeigen, dass die Gruppenleistung sogar abnimmt, weil homogene Gruppen Entscheidungen schneller und gemeinsamer treffen, da mehr Vertrauen vorhanden ist. Wenn diverse Gruppen gut funktionieren, liefern sie jedoch deutlich bessere Ergebnisse ab, insbesondere in Situationen mit einer großen Dynamik und einer hohen Komplexität an Umwelt- und Umfeldveränderungen, wie wir sie aktuell erleben. Das erfordert Diskussionsfähigkeit, die Einnahme unterschiedlicher Perspektiven, eine realistische Risikoeinschätzung und den Umgang mit Ambiguitäten.

Wie kann Diversität denn organisatorisch verankert werden?

Man benötigt Mitarbeitende und Führungskräfte, die mit Unterschiedlichkeit umgehen können. Führen ist nämlich viel einfacher, wenn alle so sind wie man selbst. Schwierig kann es werden, wenn die Menschen anders sind. Wir brauchen ein hohes Maß an Akzeptanz für Unterschiedlichkeit in Unternehmen, Abteilungen und Teams. Zudem sind systematische und kompetenzorientierte Auswahlprozesse ein wichtiger Schlüssel. Eine Position als Aufsichtsrat sollte nicht als Abrundung einer erfolgreichen Karriere gesehen werden. Stattdessen gilt der Kompetenz- und Performanceorientierung das Hauptaugenmerk.

Und wie blicken Sie in die Zukunft?

Sehr positiv. Wir sehen große Veränderungen bei der gesellschaftlichen Akzeptanz. Und es gibt einen weiteren wichtigen Punkt, der in der Betrachtung nicht fehlen darf: Wir kommen in eine Phase des massiven Fachkräftemangels – das ist nicht zu unterschätzen. Deshalb müssen wir alle Potenziale im Inland und aus dem Ausland anzapfen, um die Richtigen zu gewinnen. Wer nicht für alle Gruppen attraktiv ist, begeht einen strategischen Fehler.

Das Interview führte David Knapp

ElectronicPartner setzt sich ein für „Moor“ Nachhaltigkeit

Mit einer Summe von 600.000 Euro beteiligt sich ElectronicPartner langfristig am Projekt „Mittelstand & Moor“. Damit leistet die Verbundgruppe einen entscheidenden Beitrag zur CO2-Reduktion. Moore binden weltweit doppelt so viel Kohlenstoff wie alle Wälder der Erde zusammen. Rund 200 Hektar trockengelegte Moorlandschaft werden in den kommenden Jahren durch Wiederbewässerung im Rahmen des Projektes renaturiert.

Unter dem Motto GO GREEN hat ElectronicPartner seinem Engagement für mehr Nachhaltigkeit eine klare Ausrichtung gegeben. „Als regional verwurzeltes, mittelständisches Unternehmen haben wir schon immer gesellschaftlich Verantwortung übernommen – so auch beim Thema Klimaschutz“, erklärt Friedrich Sobol, Vorstand von ElectronicPartner. Der Start von GO GREEN hat für einen zusätzlichen Schub in Bezug auf nachhaltiges Handeln innerhalb der Verbundgruppe gesorgt: Im Frühjahr 2022 veröffentlichte die Kooperation ihren ersten Nachhaltigkeitsbericht, mit bereits erreichten und neuen Zielen für die Zukunft. Einen großen Schritt in Richtung Klimaschutz macht das Unternehmen nun durch die Finanzierung des Projektes „Mittelstand & Moor“.

Mit dem Ziel „Gemeinsam schaffen wir Klima“ haben DER MITTELSTANDSVERBUND und die Stiftung Naturlandschaften Brandenburg nach Unterstützern für Klimapatenschaften von zukünftigen Moorflächen gesucht – und sie in Düsseldorf gefunden. „Alle unsere GO GREEN Maßnahmen laufen unter einer Vorgabe: Wir betreiben kein Greenwashing, sondern setzen uns intensiv mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinander und stecken unsere Energie in transparente, sinnvolle Maßnahmen“, sagt Friedrich Sobol. Er freut sich sehr, dass ElectronicPartner für sein Engagement ein wichtiges Handlungsfeld in unmittelbarer Nähe gefunden hat. „Wir waren auf der Suche nach etwas Lokalem, mit großem Nutzen sowie hoher Glaubwürdigkeit und Nachvollziehbarkeit für unsere Mitglieder, Partner und ihre Kunden“, führt er weiter aus.

Ihre Unterstützung der Aktion „Mittelstand & Moor“ präsentierte die Verbundgruppe den Mitgliedern und Franchisepartnern auf dem ElectronicPartner Kongress am 29. April 2022 und stieß damit auf große Zustimmung. Die Unternehmer können sich künftig aktiv an diesem Projekt beteiligen und auch ihre Kunden am Fortschritt der Renaturierung teilhaben lassen.

Rentenversicherung in Düsseldorf: Neue Geschäftsführung geht an den Start

Die dreiköpfige Geschäftsführung der Deutschen Rentenversicherung Rheinland präsentiert sich ab Mai in neuer Zusammensetzung. Neuer Erster Direktor ist Holger Baumann. Der 56-jährige Jurist aus Moers ist seit 16 Jahren Mitglied der Geschäftsführung. Baumann löst Heinz Krumnack ab, der Ende April in den Ruhestand gegangen ist.

Die 50-jährige Juristin Karen Perk aus Düsseldorf ist seit zwei Jahren Mitglied der Geschäftsführung der Deutschen Rentenversicherung Rheinland.
Der Diplom-Kaufmann Dirk Mentzner, 55 Jahre, aus Düsseldorf rückt als neues Mitglied in die Geschäftsführung nach. Mentzner bringt langjährige Erfahrung in der Kaufmännischen Leitung und dem Controlling von kommunalen und privatwirtschaftlichen Betrieben und Reha-Einrichtungen mit.

Die neue Geschäftsführung hat sich klare Ziele gesetzt. „Künftig können die Versicherten auf einem neuen digitalen Kundenportal ihre gebündelten Informationen über ihre gesetzliche, betriebliche und private Alterssicherung abrufen“, betont Holger Baumann. Ein weiteres wichtiges Vorhaben: „Wir wollen unser Kerngeschäft, und damit die Sachbearbeitung, modernisieren und stärken.“
Auf der Agenda steht außerdem, die sechs eigenen Kliniken startklar für den Wettbewerb am Markt der Reha-Dienstleister zu machen. „In Zukunft wird das Mitspracherecht der Versicherten bei der Wahl einer Reha-Einrichtung stärker berücksichtigt. Darauf werden sich unsere Kliniken gut einstellen und mit ihren hohen Qualitätsstandards überzeugen“, so Baumann.

Die Deutsche Rentenversicherung Rheinland mit Hauptsitz in Düsseldorf zahlt monatlich rund 1,33 Millionen Renten. Mit ihrem Beratungsnetz ist sie in allen Fragen der Altersvorsorge und Rehabilitation regionaler Ansprechpartner in den Regierungsbezirken Köln und Düsseldorf, als Verbindungsstelle zu Belgien, Chile, Israel, Spanien und Uruguay auch bundesweit. Darüber hinaus ist sie Träger von sechs Rehabilitationskliniken. Weitere Zahlen und Fakten finden sie im Geschäftsbericht unter www.deutsche-rentenversicherung-rheinland.de/ueberuns

ElectronicPartner: persönlicher Austausch ist gerade in herausfordernden Zeiten unersetzlich

Friedrich Sobol blickte in seiner Ansprache auf die weitere Ausrichtung der Marken EP: und MEDIMAX.

Mit aktuellen Produktneuheiten, Branchentrends und viel Know-how für erfolgreiches Handeln gestaltete ElectronicPartner vom 29. bis 30. April 2022 seinen ersten Kongress. „Nach pandemiebedingter Pause bot unser umfassendes Programm aus Workshops, Vorträgen, Ausstellung und Abendveranstaltung zahlreiche Möglichkeiten zum Netzwerken und zum Wissenstransfer“, berichtet Vorstand Karl Trautmann.

Die Veranstaltung hat gezeigt, dass persönlicher Austausch gerade in herausfordernden Zeiten unersetzlich ist. ElectronicPartner hat mit dem Kongress eine ideale Plattform geschaffen, finden auch die Mitglieder der Verbundgruppe: „Das Konzept passt perfekt zur aktuellen Situation: kompakt, tolle Atmosphäre, sehr gut strukturiert, spannende Workshops und interessante Produkthighlights“, erklärt Heinrich Tegtbüring, Inhaber von EP:Rönneberg in Wittingen, und ergänzt: „Die Organisation hinter dem Kongress ist wirklich gelungen! Ich habe mir ganz einfach über das Buchungstool meinen persönlichen Zeitplan erstellt und arbeite diesen jetzt entspannt ab. Zwischendurch bleibt immer wieder Zeit für Gespräche.“ Auch Sven Degen, Inhaber von EP:Loevenich in Jülich, ist von dem neuen Veranstaltungsformat überzeugt: „Wenn man überlegt, was in Anbetracht von Corona aktuell möglich ist, wurde der Kongress optimal gestaltet. Alle fühlen sich wohl, sind deutlich entspannter und genießen die persönlichen Begegnungen.“

Während des Auftaktplenums fanden die Vorstände Karl Trautmann und Friedrich Sobol motivierende, aber auch deutliche Worte zu Themen wie Lieferantenaktivitäten im Bereich Direct to Consumer sowie zu aktuellen politischen und wirtschaftlichen Herausforderungen. „Endlich macht mal jemand eine klare Ansage in Richtung Politik und spricht Versäumnisse an. Außerdem haben die Herren sehr gut zusammengefasst, was wir in den kommenden Monaten an Unterstützung brauchen und wo wir selbst gezielt anpacken müssen“, so Thomas Schmid, Inhaber von MEDIMAX in Lüneburg. Sein Kollege Steve Reifenberger, Inhaber von MEDIMAX Nettetal, freut sich ebenfalls über die Aufbruchstimmung: „Für mich war es wichtig, am Kongress und am MEDIMAX Kick-off persönlich teilzunehmen. Hier wurden viele spannende, richtungsweisende Themen angesprochen. Wir müssen jetzt an die Trends von morgen denken und uns auf diese vorbereiten – dafür hat MEDIMAX überzeugende Projekte in der Pipeline.“

Die zukünftigen Strategien für die Marken EP: und MEDIMAX bildeten einen Schwerpunkt des Kongresses. Beispielsweise stellt die Verbundgruppe ElectronicPartner den Markenauftritt von EP: komplett neu auf, erklärt Friedrich Sobol: „Die Kernkompetenzen wie Regionalität, Beratung, Service und Nachhaltigkeit versehen wir dabei mit einem frischen Claim. Mit ‚EP: Einfach persönlicher.‘ entsteht noch mehr Nähe zwischen dem EP:Fachhändler als ‚local hero‘ und seinen Kunden.“

Bei MEDIMAX geht ElectronicPartner mit der Aussage „Mehr Mensch. Mehr Technik.“ in die zweite Runde – unter anderem mit einer zeitgemäßen Weiterentwicklung des Look and Feels im Außenauftritt. Die gesamte Bildsprache ist hochwertiger und spricht neue Kundengruppen an. Nach der Privatisierung und Überführung in eine reine Franchiseorganisation, startet MEDIMAX nun erfolgreich mit einer umfassenden Kampagne zur Gewinnung neuer Franchisepartner in die Akquise-Phase.

Zwei Themenschwerpunkte auf dem Kongress bildeten die gezielte Kundenwerbung auf der einen und eine größere Work-Life-Balance für Mitarbeiter auf der anderen Seite. Auch dem Thema Nachhaltigkeit wurde im Rahmen der Initiative „GO GREEN“ viel Raum gegeben.

Nach eineinhalb Tagen geballtem Wissenstransfer klang der Kongress mit einer großen Abendveranstaltung aus. Die Teilnehmer feierten unter dem Motto „Hello Again“ bei einem abwechslungsreichen Musik- und Showprogramm ihr Wiedersehen. „Wir sind mit dem Kongresswochenende ausgesprochen zufrieden und das gilt auch für unsere Mitglieder und Lieferantenpartner, was wir zahlreichen positiven Feedback-Stimmen entnehmen können“, bilanziert Karl Trautmann. „Auch wenn die politische und wirtschaftliche Situation weiterhin herausfordernd für alle ist, war die Stimmung an den beiden Tagen hervorragend. Alle Mitglieder, Franchise- und Industriepartner haben von dem intensiven persönlichen Austausch profitiert“, fasst er zusammen.

„Sie können Krise und Sie können Zukunft“ lautete die Kernaussage der Rede von Vorstand Karl Trautmann beim Auftaktplenum des ElectronicPartner Kongresses.

Bankschließfach: Sinnvoller Schutz für Ihre Wertsachen

von Kathleen Altmann, Specialist, Themengruppe Media Relations, Bankenverband

Wertsachen sind in einem Bankschließfach oft sicherer aufgehoben als zuhause. So können Sie beispielsweise Familienschmuck, Gold oder wertvolle Münzsammlungen besser vor Einbruchdiebstahl, Wasser- oder Brandschäden schützen als in den eigenen vier Wänden. Auch wichtige Dokumente wie Zeugnisse, Stammbücher oder Testamente haben hier einen sicheren Platz. Sinnvoll ist, all das in einem Schließfach zu lagern, was sich nicht oder nur schwer ersetzen lässt und außerdem nicht regelmäßig oder spontan gebraucht wird. Bei Dokumenten kann es sich lohnen, eine Kopie zu Hause zu behalten, denn in vielen Fällen wird das Original nicht benötigt und Kopien reichen aus.

Unterlagen für die Anmietung eines Schließfaches

Um den Mietvertrag über ein Bankschließfach abzuschließen, ist ein Termin vor Ort bei der betreffenden Bank erforderlich. Erkundigen Sie sich vorab bei Ihrer Bank, welche Unterlagen dafür benötigt werden. Im Mietvertrag werden dann Schrankfachnummer, Mietdauer, der Preis und gegebenenfalls die Versicherung benannt.

Den Inhalt kennt nur der Bankkunde

Den Zugang zum Bankschließfach hat nur der Mieter oder eine bevollmächtigte Vertrauensperson. Was im Schließfach liegt, bleibt das Geheimnis des Mieters. Auch die Mitarbeiter der Bank wissen nicht, was sich darin befindet.

Der Zugang kann von Bank zu Bank unterschiedlich sein. In der Regel weist sich der Mieter am Schalter aus und wird dann von einem Mitarbeiter in den Tresorraum begleitet. Bei manchen Instituten finden sich auch voll- oder halb-elektronische Anlagen und man bekommt mit einer Bankkarte Zugang bzw. Zugriff auf den Inhalt seines Schließfachs.

So ist das Schließbach versichert

Schäden durch Diebstahl oder Beschädigung in einem Bankschließfach sind sehr selten. Und wenn doch einmal etwas passiert? Manche Banken bieten einen automatischen Versicherungsschutz bis zu einer bestimmten Summe. Darüber hinaus kann der Inhalt des Schließfachs auch über die Hausratsversicherung abgedeckt sein. Hier lohnt es sich, einen Blick in die Unterlagen zu werfen oder den Versicherer anzusprechen. Zusätzlich bieten Banken eine Bankfachinhaltsversicherung an, die separat abgeschlossen werden kann. Und wenn Sie Bargeld in einem Schließfach aufbewahren wollen? Dann klären Sie mit Ihrer Bank, ob das überhaupt mitversichert ist. Auf die verschiedenen Versicherungsmöglichkeiten weisen Banken bei Abschluss des Mietvertrages hin.

Wichtig: Weil die Bank den Inhalt des Schließfachs nicht kennt, sollten Sie genau dokumentieren, was sich darin befindet. Am besten legen Sie eine Liste an und machen datierte Fotos.

Vollmacht für eine Vertrauensperson

Grundsätzlich ist es möglich, eine Ihnen nahestehende Person mit einer Vollmacht den Zugang zum Schließfach zu ermöglichen. Wichtig: Da aber nur Sie den vollen Überblick über den Inhalt des Fachs haben, sollte es sich dabei unbedingt um eine Ihnen nahestehende Vertrauensperson handeln. Dafür müssen Sie als Inhaber des Bankschließfachs mit der zu bevollmächtigenden Person bei der Bank erscheinen. Informieren Sie sich vorab, welche Unterlagen für diesen Termin vor Ort erforderlich sind.

Kalkulieren Sie Wartezeit ein

Einige Banken bieten lediglich den eigenen Bankkunden die Möglichkeit, ein Schließfach anzumieten. Dennoch lohnt es sich, auch bei anderen Instituten nachzufragen. Was so ein Schließfach kostet, ist von Bank zu Bank verschieden und auch abhängig von der Größe. Über die Höhe der Miete kann man sich im Preis- und Leistungsverzeichnis der jeweiligen Bank informieren.

Wenn alle Schließfächer belegt sind, kann man sich gegebenenfalls auf eine Warteliste setzen lassen. Je nach Region gibt es aber möglicherweise auch ein Schließfach in einer anderen Filiale oder einem anderen Institut.

Und was passiert im Todesfall?

Verstirbt der Mieter des Schließfachs, können seine Erben das Schließfach kündigen und seinen Inhalt an sich nehmen oder gegebenenfalls nach Abstimmung mit der Bank den Mietvertrag übernehmen. Wichtig ist, dass die Erben erst dann auf das Schließfach zugreifen können, wenn sie sich als Erben legitimieren können. Übrigens: Wer als Erbe ein Schließfach bei einer Bank in Deutschland vermutet, kann über das Nachforschungsverfahren der Verbände eine Suche beantragen.

Theodor-Heuss-Brücke: In dieser Woche ab 21.30 Uhr Vollsperrung

Wegen Vermessungsarbeiten wird die Theodor-Heuss-Brücke in vier aufeinanderfolgenden Nächten für den Autoverkehr in beide Fahrtrichtungen komplett gesperrt. Gearbeitet wird von Montag, 2. Mai, bis Freitag, 6. Mai, wobei die Sperrung jeweils von 21.30 Uhr am Abend bis 5 Uhr morgens andauert. Umleitungen werden ausgeschildert.

Als Umfahrung für die Querung des Rheines stehen die Oberkasseler Brücke, die Rheinkniebrücke sowie die Ilvericher Brücke im Linienzug der A44 zur Verfügung. Für den Fuß- und Radverkehr bleibt die Brücke frei zugänglich und passierbar.

Hintergrund der Sperrung sind Vermessungsarbeiten auf der Strombrücke. Diese Vermessungsarbeiten werden für die in der Entwurfsplanung befindliche Ertüchtigung der Kragarme der Brücke gemäß Bedarfsbeschluss des Ordnungs- und Verkehrsausschusses erforderlich. Für die weitere Planung muss die Brücke weitgehend lastfrei und ohne Schwingungen vermessen werden.

Die Ertüchtigung der Kragarme ist wegen des schlechten baulichen Zustandes der dort verbauten rund 6 Zentimeter dicken Beton-Filigranplatten auch unabhängig von der generellen Entscheidung zur Zukunft der Brücke erforderlich. An den Kragarmen befinden sich die beiderseitigen Geh- und Radwege der Brücke. Im Zuge der Vollsperrung werden noch weitere kleine Arbeiten im Rahmen der Bauwerksunterhaltung ausgeführt.

Rheinmetall liefert innovative Fahrwerksfedern

Rheinmetall in Düsseldorf hat weltweit einzigartige Fahrwerksfedern aus Glasfaser entwickelt. In Zusammenarbeit mit einem Premium-OEM präsentiert der Technologiekonzern diese nun in einem Technologieträger der Öffentlichkeit. Die Federn, die über ein spezielles patentiertes Design verfügen, überzeugten den Automobilhersteller vor allem durch ihren signifikanten Leichtbauvorteil im Bereich der ungefederten Masse sowie durch ihre Performance.

Die Düsseldorfer bauen mit dem Auftrag ihre Position als Zulieferer der Automobilhersteller weiter aus – speziell auch für Anwendungen über den klassischen Verbrennungsmotor hinaus. Als bewährter Technologiepartner der Automobilindustrie leistet Rheinmetall mit seinem Know-how bei innovativen Materialien seit vielen Jahren wertvolle Beiträge zur Gewichtsoptimierung und damit auch zur Verbrauchsreduzierung und Entwicklung der E-Mobilität.

Beim aktuellen Projekt erfolgte die Erstbeauftragung durch den Automobilhersteller Anfang 2021. Nach der Entwicklungsphase am Rheinmetall-Standort Neckarsulm wurden die Glasfaserfedern vor kurzem unter strengsten Geheimhaltungsvorkehrungen am Standort des Kooperationspartners in das Forschungsfahrzeug verbaut. Dort mussten die Federn ein intensives Testprogramm zur realen Erprobung absolvieren, bevor sie erfolgreich abgenommen wurden.

Weitere Entwicklungsarbeiten mit anderen führenden Automobilherstellern sind bereits angelaufen.

Mit dem innovativen Federsystem gelingt Rheinmetall nicht nur eine neuartige technische Innovation, sondern auch der Schritt in einen Zukunftsmarkt mit hohem Wachstumspotenzial. So forscht und entwickelt der INVENT-Bereich der Rheinmetall-Division Materials and Trade zu diversen Komponenten für den Fahrwerksbereich − mit dem Ziel der Serienproduktion.

Fahrwerksfedern spielen dabei in ihrer Funktion als Bindeglied zwischen Rädern und Karosserie eine wesentliche Rolle für das Handling und die Sicherheit des Fahrzeugs. Die neuen glasfaserverstärkten Kunststofffedern von Rheinmetall ermöglichen gegenüber konventionellen Schraubenfedern aus Stahl einen Leichtbauvorteil von bis zu 75 Prozent im Bereich der ungefederten Masse und sind somit besonders geeignet für reichweitenoptimierte Elektrofahrzeuge.

Neben der Leichtbauthematik spielten bei der Entwicklung eine maximale Wank- und Nickstabilität, eine hohe Eigendämpfung des Materials sowie das optimale NVH-Verhalten (engl. Noise-Vibration-Harshness) eine wesentliche Rolle. Einen Vorteil gegenüber herkömmlichen Stahlfedern besitzen die glasfaserverstärkten Federn auch in puncto Korrosionsschutz, da Kunststoff nur mit bestimmten Chemikalien, nicht aber mit Sauerstoff und Wasser korrodiert. Die Federn passen in die Bauräume der Standardfedern und verfügen über Dauerfestigkeit inklusive sehr guter Notlaufeigenschaft, die eine Weiterfahrt des Fahrzeugs ermöglicht.

Die neuentwickelten Fahrwerksfedern basieren auf einem jahrzehntelangen technischen Know-how von Rheinmetall im Bereich Mobilität und Sicherheit, gepaart, mit einem großem Innovationsgeist für zukünftige Trends und Entwicklungen.

Das Unternehmen verfügt über langjährige Kompetenz im automobilen Leichtbau und ist über seinen Geschäftsbereich Castings ein führender Hersteller von Aluminium-Leichtbauteilen. Das Produkt-portfolio umfasst Strukturbauteile und Fahrwerksteile sowie spezielle E-Mobility-Komponenten wie E-Motorengehäuse und Batteriewannen. Zudem ist Rheinmetall seit 2019 mit rund 25 Prozent an der Carbon Truck & Trailer GmbH Stade beteiligt, die tragende Bauteile aus Carbonfaser-verstärktem Kunststoff (CFK) herstellt. Im Fokus steht dabei die Entwicklung einer kostengünstigen Serienfertigung für leichte Nutzfahrzeuge.

sehr gute Nachrichten: Bei unseren Betrieben steigt wieder die Einstellungsbereitschaft

Die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen in Deutschland ist gestiegen. Das ifo Beschäftigungsbarometer stieg im April auf 102,8 Punkte, nach 102,1 Punkten im März. Die hohe Unsicherheit in der Wirtschaft durch den Angriff Russlands auf die Ukraine scheint keinen nachhaltigen Einfluss auf die Personalplanungen zu haben. Die Beschäftigung wird in Deutschland weiter steigen.

In der Industrie allerdings ist das Beschäftigungsbarometer erneut gesunken. Insbesondere energieintensive Industrien wollen sich zurückhalten mit Einstellungen. Im Dienstleistungssektor dagegen hat der Indikator deutlich zugelegt. IT-Dienstleister suchen weiterhin Personal. Im Handel sowie im Baugewerbe ist die Einstellungsbereitschaft gegenwärtig nur sehr schwach ausgeprägt.

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Podcastfolge 89: Wir starten unsere neue Serie „ZUVERSICHT“

„Zuversicht“ – unter dem Motto beginnt mit der 89. Folge eine neue Themenserie im Podcast „Düsseldorfer Wirtschaft. Gerade in turbulenten und schwierigen Zeiten erwarten Menschen von ihren Führungskräften, dass sie zuversichtlich voran gehen und eine sinnvolle Zukunftsvision aufzeigen. Uns geht es dabei nicht um naiven Optimismus, sondern um authentische und nachhaltige Zuversicht. Diese Widerstandskraft versetzt uns in die Lage, der Angst zu trotzen und Spielräume zu nutzen, denn: Zuversichtliche Führungskräfte leiten innovativere Organisationen, haben höhere Umsätze und beständigere Teams, sagen Studien. Wie das funktioniert? Das wollen wir in den kommenden Wochen klären. Den Anfang macht heute in unserer Sendung Peter Diekmann. Den Krisen- und Kommunikationsexperte kennen Sie vielleicht aus anderen Folgen oder unseren beliebten Seminaren. Peter Diekmann erzählt uns heute seine ganz persönliche Mutmach-Geschichte. Und in der kommenden Folge wird er Ihre Fragen beantworten. Was wollten Sie als Mitarbeiterin und Mitarbeiter, als Entscheider im Unternehmen, als Führungskraft zum Themenblock „Zuversicht“ schon immer mal wissen? Was brennt Ihnen in dieser schwierigen Zeit auf der Seele? Auf welche Fragen suchen Sie nach einer Antwort? Schreiben Sie an sochart@unternehmerschaft.de. In der kommenden Podcastfolge wird Peter Diekmann ihre Fragen beantworten. HIER ZU HÖREN!

Unternehmerschaft sagt „Danke für 11.000 Ausbildungsplätze“ – neue Studie des IW Köln – der Königsweg, den Fachkräfteengpass zu reduzieren – eine Herausforderung bleibt, Angebot und Nachfrage zusammenzuführen

In vielen Berufen gibt es seit Jahren starken Fachkräftemangel. Der Königsweg zur Fachkräftesicherung ist immer noch die duale Ausbildung. Doch in den letzten Jahren sanken sowohl das Angebot an als auch die Nachfrage nach Ausbildungsplätzen. Ist der Fachkräftemangel also hausgemacht? Bei genauem Hinsehen zeigt sich, dass in Berufen mit starkem Fachkräftemangel das Angebot sogar gestiegen ist und zudem noch ungenutzte Potenziale bestehen, betonen die Autorinnen einer Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft in Köln (IW). Zeitgleich mit dieser Studie des Instituts bedankt sich die Unternehmerschaft Düsseldorf im Rahmen einer Plakate-Initiative bei 11.000 Ausbildungsplätzen in unserer Stadt.

Die Fachkräfteengpässe auf dem Arbeitsmarkt sind in den vergangenen Jahren weiter gestiegen. In immer mehr Berufen können nicht alle offenen Stellen besetzt werden. Während beispielsweise im Verkauf von Fleisch- oder Backwaren im Jahr 2013 noch keine Engpässe herrschten, gibt es dort mittlerweile eine deutliche Fachkräftelücke. In anderen Berufen, wie der Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik oder der Bauelektrik, besteht seit über zehn Jahren kontinuierlich ein starker Fachkräftemangel.

Es werden verschiedene Wege diskutiert, um die Fachkräfteengpässe zu senken. In den vergangenen Jahren konnte die Erwerbsbeteiligung von Älteren und Frauen deutlich gesteigert werden (Destatis, 2022a; Koneberg/Jansen, 2021). Die Nettozuwanderung hingegen ist im Zuge der Corona-Pandemie im Jahr 2020 vorübergehend deutlich gesunken (Destatis, 2022b). Ein wesentlicher Bereich der Fachkräftesicherung ist in Deutschland die duale Ausbildung, in der die relevanten beruflichen Kompetenzen aktuell vermittelt werden. Hier gehen allerdings seit Jahren sowohl das Angebot an als auch die Nachfrage nach Ausbildungsplätzen zurück. Hinzu kommt, dass der demografische Wandel sich immer stärker auswirkt, weil die geburtenstarken Jahrgänge in Rente gehen und dadurch der Fachkräftebedarf zusätzlich steigt (Koneberg/Jansen, 2021). Daher gilt es, das vorhandene Ausbildungspotenzial umfassend auszuschöpfen und möglichst noch zu steigern.

Für den Ausbildungsmarkt wird dabei das Matching zunehmend zum Problem (Jansen/Hickmann, 2021). Die Herausforderung ist, Angebot und Nachfrage zusammenzuführen. Es gibt in vielen Berufen und Regionen unbesetzte Ausbildungsplätze, während es in anderen Berufen und Regionen unversorgte Bewerberinnen und Bewerber gibt. Doch während sich die Betriebe nur bedingt aussuchen können, in welchem Beruf sie einen Ausbildungsplatz anbieten, können Jugendliche hier durchaus flexibler agieren. Betriebe bieten vor allem in denjenigen Berufen Ausbildungsplätze an, in denen sie auf dem Arbeitsmarkt Fachkräfte benötigen. Diese Bedarfsorientierung ist ein zentraler Vorteil des dualen Ausbildungssystems, da dort qualifiziert wird, wo Beschäftigungs- und Karriereperspektiven bestehen, die sich nach der Ausbildung über Fort- und Weiterbildungsangebote fortsetzen.

Insgesamt ist das Ausbildungsangebot seit 2013 gesunken, wo es noch bei gut 564.000 Ausbildungsstellen lag. Nach einem leichten Rückgang im Jahr 2014 stieg es dann bis 2018 auf etwa 589.000. Im Zuge der Corona-Pandemie erreichte das Ausbildungsangebot mit 527.000 einen Tiefststand. Im Jahr 2021 stieg es wieder leicht an und lag zuletzt bei 536.000.

Der Ausbildungsmarkt entwickelt sich zwischen den Regionen und Berufen sehr unterschiedlich. In diesem Kurzbericht wird der Fokus auf die berufsstrukturellen Unterschiede mit Bedeutung für Fachkräfteengpässe gelegt. Hier zeigt sich, dass Unternehmen intensiv auf den Fachkräftemangel reagieren, in dem sie das entsprechende Ausbildungsangebot ausweiten: In Berufen, in denen bereits seit vielen Jahren Engpässe herrschen, stieg das Angebot seit 2013 deutlich an. Vergleicht man den Wert am aktuellen Rand zum 30.09.2021 mit dem Ausgangswert von 2013, dann zeigt sich, dass das Ausbildungsangebot in Berufen mit langjährigem Fachkräftemangel um 15,7 Prozent gestiegen ist. In Berufen, die in diesem Zeitraum keine Fachkräfteengpässe verzeichneten, sank es hingegen um 15,1 Prozent. Bei Berufen, die nur teilweise von Fachkräfteengpässen betroffen waren, sank das Angebot leicht um 3,8 Prozent.

Bei Berufen mit anhaltenden Engpässen ist das Ausbildungsangebot fast kontinuierlich gestiegen. Erst die Corona-Pandemie im Jahr 2020 führte zu einem vorübergehenden Rückgang. Aber selbst im ersten Pandemie-Jahr fiel der Rückgang in Berufen, welche durchgehend Engpässe aufwiesen, mit nur 6,8 Prozent vergleichsweise niedrig aus. In Berufen, die seit 2013 keine Engpässe aufwiesen, belief sich dieser pandemiebedingte Rückgang hingegen auf 10,3 Prozent. Diese strukturellen Unterschiede zeigen, dass Unternehmen intensiv auf den Fachkräftemangel reagieren und dass damit ein Strukturwandel in der Ausbildung einhergeht. Dieser könnte noch stärker ausfallen, wenn das Matching von Angebot und Nachfrage noch besser ausgeglichen werden könnte.

Das Ausbildungsangebot setzt sich aus den neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen sowie den unbesetzten, bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) gemeldeten Ausbildungsstellen jeweils zum Stichtag 30.09. eines Jahres, zusammen. Während die Entwicklung der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge, welche den deutlich größeren Teil des Angebots ausmachen, dem zuvor beschriebenen Muster folgt, sind die unbesetzten gemeldeten Ausbildungsstellen von 2013 bis 2018 kontinuierlich gestiegen. Diese Zahl sank leicht im Jahr 2019, stieg dann aber während der Corona-Pandemie wieder weiter an und lag 2021 bei gut 63.000 unbesetzten Ausbildungsstellen, was knapp zwölf Prozent des Ausbildungsangebots entspricht. Werden auch diejenigen Stellen betrachtet, die aus vielfältigen Gründen nicht bei den Arbeitsagenturen gemeldet werden, liegt dieser Anteil deutlich höher bei knapp 40 Prozent (Bellmann et. al, 2022).

Am höchsten lag der Anteil unbesetzter Ausbildungsstellen beim in dem Engpassberuf Verkauf von Fleischwaren (60,4 Prozent), hier war die Zahl unbesetzter Ausbildungsstellen sogar größer als die Zahl abgeschlossener Ausbildungsverträge. Ebenfalls einen hohen Anteil unbesetzter Ausbildungsstellen verzeichneten beispielsweise die Engpassberufe Klempner (38,9 Prozent), Fachkraft im Gastronomieservice (37,5 Prozent) oder die Beton- und Stahlbetonbauer (33,8 Prozent). Hier taten sich Unternehmen also besonders schwer, ihre Ausbildungsstellen zu besetzen.

Damit besteht in Berufen mit Fachkräftemangel noch ein erhebliches Potenzial unbesetzter Ausbildungsplätze. Hier kommt hinzu, dass Berufe, in denen es starke Engpässe auf dem Arbeitsmarkt gibt, kontinuierlich einen geringeren Anteil unversorgter Bewerberinnen und Bewerber am Angebot verzeichnen als andere. Während der Anteil unversorgter Bewerberinnen und Bewerber (mit und ohne Alternative, wie z.B. ein Schulbesuch) in Berufen, die nie Engpässe aufwiesen, seit 2013 immer über 15 Prozent lag (Jahr 2021: 15,0 Prozent), betrug dieser Anteil in Berufen, die immer Engpässe aufwiesen, immer unter zehn Prozent (Jahr 2021: 9,0 Prozent).

Hier haben Bewerberinnen und Bewerber dementsprechend eine größere Chance auf einen Ausbildungsplatz. Jugendliche sollten sich bei der Wahl einer beruflichen Ausbildung somit noch mehr am Bedarf des Arbeitsmarktes orientieren, weil sie dann sowohl bessere Chancen auf einen Ausbildungsplatz haben – aufgrund eines geringen Anteils unversorgter Bewerberinnen und Bewerber in Engpassberufen – als auch später auf eine Anstellung. Viele Berufe mit Fachkräfteengpässen bieten außerdem später gute Verdienstmöglichkeiten, beispielsweise in der technischen Produktionsplanung und -steuerung, der elektrischen Betriebstechnik oder der Automatisierungstechnik.

Die Hälfte der 20 Fachkraftberufe mit den höchsten Gehältern bei unter-30-jährigen zählt zu den Metall- und Elektroberufen (Hickmann/Schüler, 2021). In vielen Ausbildungsberufen, die einen hohen Anteil an unversorgten Bewerberinnen und Bewerber aufweisen, liegt das spätere Entgelt hingegen deutlich unter dem Durchschnitt. Beim Matching kommt es damit darauf an, die noch vorhandenen Potenziale bei den Jugendlichen zu heben, da es in einigen Berufen und Regionen einen hohen Anteil unversorgter Bewerberinnen und Bewerber gibt. Dafür sollte zum einen in der Berufsorientierung besonders auf Berufe mit hohem Fachkräftemangel aufmerksam gemacht werden, wenn diese nah an den Neigungen und Interessen der Jugendlichen liegen. Zum anderen kann eine noch intensivere Förderung der Mobilität, der persönlichen Betreuung auch in der Freizeit, bis hin zu Angeboten des Jugendwohnens helfen.

Mit Material des IW Köln.