Metall-Industrie: Forderungsbeschluss der Gewerkschaft und was die Arbeitgeber dazu sagen

Die nordrhein-westfälischen Metallarbeitgeber haben die Forderung der IG Metall Nordrhein-Westfalen nach Lohnerhöhungen um sieben Prozent als „unverträglich hoch“ zurückgewiesen. Der Präsident des Verbandes der Metall- und Elektro-Industrie Nordrhein- Westfalen (METALL NRW), Arndt G. Kirchhoff (Foto), erklärte am Freitag in Düsseldorf, eine auch nur annähernde Umsetzung der Forderung würde viele Unternehmen überfordern und zahlreiche Arbeitsplätze aufs Spiel setzen. „Die Wirtschaftslage ist außergewöhnlich schwierig. Die Wettbewerbsposition unserer deutschen Industrie- standorte wird immer schwächer. Die weitere globale Wirtschaftsentwicklung ist völlig ungewiss. All dem wird die Forderung der IG Metall in keiner Weise gerecht“, sagte Kirchhoff. Die Unternehmen der NRW-M+E-Industrie stünden seit Jahren unter einem massiv steigenden Wettbewerbsdruck. Besorgniserregend seien weiterhin die Wirtschaftsdaten dieses Industriezweigs. Allein im ersten Jah- resdrittel seien die M+E-Produktion in NRW um 7,9 Prozent, die Aufträge um 6,4 Prozent und die Umsätze um 5,5 Prozent gesun- ken. Auch die Beschäftigung entwickle sich inzwischen rückläufig.

Metallarbeitgeber und IG Metall seien sich nach Worten Kirchhoffs in der Analyse der wirtschaftlichen und wirtschaftspolitischen Lage in vielen Punkten grundsätzlich einig. „Mit tiefer Sorge be- obachten beide Tarifparteien den Trend, wonach immer mehr Un- ternehmen ihre Investitionsentscheidungen gegen heimische Standorte treffen müssen“, erklärte Kirchhoff. Die Summe an hierzulande nicht mehr konkurrenzfähigen Standortfaktoren sei mittlerweile für viele Industriebetriebe erdrückend. Dazu gehörten auch die insgesamt zu hohen Arbeitskosten. Investitionen in Deutsch- land erwiesen sich zunehmend als unwirtschaftlich. Umso wichtiger sei es jetzt, alles zu tun, um die Wettbewerbsfähigkeit unserer Industriestandorte zu stärken. „Ich kann die IG Metall nur dringend davor warnen, unsere Betriebe durch eine überfordernde Tarifpolitik zu überlasten“, so der NRW-Metallarbeitgeberpräsident. Die IG Metall müsse viel mehr zur Kenntnis nehmen, dass viele Länder Deutschland in ihrer Standort-Attraktivität inzwischen überholt hätten. So sei hierzulande die M+E-Produktion zwischen 2018 und 2023 um fast 12 Prozent gesunken. Gleichzeitig habe sie in Polen um 46,2 Prozent und in Ungarn um 42,6 Prozent zugelegt. „Wir sollten in der anstehenden Tarifrunde alles tun, um uns nicht gegenseitig zu überfordern“, so Kirchhoff.

Podcastfolge 148: über den Rheinischen Innovationspreis & den „Wirtschaftspavillion“ zur EURO 2024

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In Folge 148 der „Düsseldorfer Wirtschaft“ berichten wir diesmal direkt aus dem „Wirtschaftspavillion“ in Gelsenkirchen – einer gemeinsamen Initiative der Arbeitgeberverbände, der IHK und der Stadt Gelsenkirchen zur EURO 2024. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand das Netzwerken: Bei einem leckeren Imbiss hatten die Gäste die Gelegenheit, sich auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen. Die gelöste und freundliche Atmosphäre bot den idealen Rahmen für angeregte Gespräche und den Ausbau beruflicher Netzwerke. Michael Grütering, Hauptgeschäftsführer der Arbeitgeberverbände in Düsseldorf und Gelsenkirchen, begrüßte Unternehmensvertreterinnen und -vertreter aus beiden Städten und Umgebung. In dieser Folge sprechen Lisa Marie, Christoph und Produzent Frank über diese Initiative und den Rheinischen Innovationspreis.

Zur Folge!

82 Prozent der deutschen Unternehmen faxen noch

82 Prozent der deutschen Unternehmen faxen noch. Foto: Unternehmerschaft Düsseldorf; KI-generiert

Per E-Mail, im Chat oder in der Cloud – mittlerweile gibt es viele digitale Wege, Dokumente zu verschicken. Trotzdem halten die deutschen Unternehmen weiterhin auch an einem Klassiker der analogen Kommunikation fest – dem Faxgerät. Insgesamt faxen in Deutschland noch 82 Prozent der Unternehmen. Ein Drittel (33 Prozent) der Unternehmen nutzt das Fax dabei sogar noch häufig oder sehr häufig. Allerdings ist die intensive Nutzung stark rückläufig. Im Vorjahr waren es noch 40 Prozent, 2018 sogar 62 Prozent der Unternehmen, die häufig oder sehr häufig Faxe verschickten. Das sind Ergebnisse einer Studie im Auftrag des Digitalverbands Bitkom, für die 505 Unternehmen in Deutschland ab 20 Beschäftigen repräsentativ befragt wurden.

„Angesichts des digitalen Wandels war das Fax schon lange totgesagt. Hat sich ein Kommunikationskanal aber erst einmal etabliert, dauert es in der Regel, bis er vollständig abgelöst ist – selbst wenn es mittlerweile deutlich komfortablere und sicherere Kommunikationswege gibt“, sagt Nils Britze, Bereichsleiter Digitale Geschäftsprozesse beim Bitkom. „Am klassischen Fax wird vor allem die hohe Nachweisbarkeit der Zustellung geschätzt. Was die Verschlüsselung von Daten und damit deren Sicherheit betrifft, haben die digitalen Kanäle dem Fax jedoch einiges voraus. Digitale Faxgeräte greifen dies auf und nutzen statt der Telefonleitungen Server für die Datenübertragung. Damit ist das digitale Fax wesentlich sicherer als sein analoger Vorgänger.“

50 Prozent der Unternehmen faxen nur noch gelegentlich oder selten. 16 Prozent verzichten schon komplett darauf, 2022 waren es noch 11 Prozent. Aber wie steht es insgesamt um die analoge und digitale Kommunikation in deutschen Unternehmen? Wie können Prozesse, die noch auf Papier stattfinden, digitalisiert und automatisiert werden? Und wie wird Künstliche Intelligenz die Arbeit im Büro verändern? Antworten auf diese und mehr Fragen gibt es bei der Digital Office Conference des Bitkom am 11. Mai.  Die kostenlose Anmeldung ist möglich unter www.office-conference.com/de.

Auftaktfilm zum Düsseldorfer Arbeitgebertag jetzt online

Bericht über die Stifterversammlung der Stiftung Pro Ausbildung im Industrieclub Düsseldorf

Am heutigen Montag fand im Industrieclub Düsseldorf die jährliche Stifterversammlung der Stiftung Pro Ausbildung statt. Die Veranstaltung bot eine Plattform, um die vielfältigen Initiativen und Projekte der Stiftung vorzustellen und die Erfolge des vergangenen Geschäftsjahres zu feiern.

Im Mittelpunkt der Präsentationen stand das Lesefest, eine bedeutende Initiative zur Förderung der Lesekompetenz bei Kindern und Jugendlichen. Darüber hinaus wurde der MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) hervorgehoben, der mit verschiedenen Programmen und Workshops darauf abzielt, junge Menschen für diese zukunftsweisenden Fachgebiete zu begeistern.

Des Weiteren wurden die aktuellen Projekte des Kompetenzzentrums vorgestellt, das als zentrale Anlaufstelle für Bildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen dient. Besonders betont wurde die Arbeit am Standort Gelsenkirchen, wo die Stiftung Pro Ausbildung eng mit lokalen Bildungseinrichtungen und Unternehmen zusammenarbeitet, um den Bildungsstandort zu stärken und jungen Menschen berufliche Perspektiven zu bieten.

Der Stiftungsvorsitzende, Peter Sebastian Krause, nutzte die Gelegenheit, um dem gesamten Stiftungsteam für seine herausragende Arbeit im vergangenen Geschäftsjahr zu danken. Er betonte die Wichtigkeit des Engagements und die positiven Auswirkungen, die die verschiedenen Projekte auf die Bildung und Ausbildung junger Menschen haben.

Die Stifterversammlung war ein großer Erfolg und zeigte eindrucksvoll, wie die Stiftung Pro Ausbildung durch ihre vielfältigen Initiativen und Projekte einen wertvollen Beitrag zur Bildungslandschaft leistet.

www.stiftung-proausbildung.de

Das erste Spiel der Euro 2024 in Gelsenkirchen – der erste Empfang im „Wirtschaftspavillion“ im Haus der Arbeitgeberverbände

Gute Stimmung vor dem ersten EM-Spiel in Gelsenkirchen beim „Wirtschaftspavillion“ der Verbände, Schalke 04, der Stadt Gelsenkirchen und der IHK. Foto: Frank Wiedemeier

Am Sonntag, 16. Juni 2024, fand das erste Spiel der Euro 2024 im Gelsenkirchener Stadion statt, ein Ereignis, das sowohl sportlich als auch gesellschaftlich große Wellen schlug. Vor dem Anpfiff kamen prominente Vertreter der Wirtschaft und Politik im „Wirtschaftspavillion“ im Haus der Arbeitgeberverbände zusammen, um den Gelsenkirchener Auftakt der Meisterschaft zu feiern. Mit dabei Unternehmensvertreterinnen und -vertreter aus Düsseldorf, Gelsenkirchen und dem Rhein-Kreis-Neuss.

Von Christoph Sochart

Die „Vor-Party“ im Wirtschaftspavillion

Die Gastgeber, die Arbeitgeberverbände Emscher-Lippe, unterstützt von der Stadt Gelsenkirchen, dem Fußballverein Schalke 04 und der IHK, empfingen ihre Gäste mit einem vielfältigen Programm. Die Veranstaltung wurde von Lisa Marie Schelig moderiert, während Frank Wiedemeier die technische Leitung übernahm.

Die Begrüßungsrede hielt der Hauptgeschäftsführer der Arbeitgeberverbände, Michael Grütering. In seinem Grußwort betonte er die Bedeutung der Euro 2024 für die Region und die Rolle der Arbeitgeberverbände bei der Unterstützung solcher Großereignisse. Auch die Oberbürgermeisterin von Gelsenkirchen, Karin Welge, war anwesend und sprach über die positiven Auswirkungen des Turniers auf die Stadt.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand das Netzwerken. Bei einem leckeren Imbiss hatten die Gäste Gelegenheit, sich auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen. Die gelöste und freundliche Atmosphäre bot den idealen Rahmen für angeregte Gespräche und den Ausbau beruflicher Netzwerke.

Produktion des „Düsseldorfer Wirtschaft“-Podcasts

Ein besonderes Highlight war die Produktion der kommenden Folge des Podcasts „Düsseldorfer Wirtschaft“ direkt vor Ort im Wirtschaftspavillion. Die Podcast-Folge, die Einblicke in die Vorbereitung und Durchführung des Events bot, wird sicherlich zahlreiche Hörer begeistern und die Bedeutung solcher Zusammenkünfte für die regionale Wirtschaft unterstreichen.

Der Weg ins Stadion

Nach dem offiziellen Teil der Veranstaltung wurden die Gäste von der „Vor-Party“ ins Stadion eskortiert. Gemeinsam verfolgten sie das Eröffnungsspiel der Euro 2024, ein unvergessliches Erlebnis, das durch die hervorragende Organisation und die besondere Gastfreundschaft der Gastgeber noch intensiver wurde.

Fazit

Das erste Spiel der Euro 2024 in Gelsenkirchen war nicht nur ein sportliches Highlight, sondern auch ein bedeutendes gesellschaftliches Ereignis. Dank der perfekten Organisation durch die Arbeitgeberverbände Emscher-Lippe und ihre Partner wurde den Gästen ein unvergesslicher Abend geboten. Der „Wirtschaftspavillion“ hat sich einmal mehr als zentraler Treffpunkt für Vertreter aus Wirtschaft und Politik bewährt und die Vorfreude auf die kommenden Spiele der Euro 2024 weiter gesteigert.

Euro 2024: Verkehrsinformationen für Düsseldorf

Symbolfoto „Stau“; KI-generiert

Am Montag startet die „Euro 2024“ in Düsseldorf. Pendler und Einheimische sollten auf die Verkehrshinweise auf Antenne Düsseldorf achten. Insbesondere an allen Spieltagen gilt es, die Innenstadt, die Umgebung des Düsseldorfer Stadions, die A44 im Bereich des Stadions und die A3 um Düsseldorf herum zu meiden.

Die Polizei erwartet keine Fankrawalle, dennoch ist die Blaulicht-Familie vorbereitet. Neben Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten gibt es auch eine Bereitschaft der Notfallseelsorger, erfuhr unsere Redaktion.

Drei Stunden vor dem Spiel und etwa zwei Stunden nach dem Spiel ist mit erheblichen Verkehrsbehinderungen zu rechnen, sagen die Expertinnen und Experten. Planen Sie Ihre Fahrten entsprechend und nutzen Sie alternative Routen oder öffentliche Verkehrsmittel. Dafür verstärkt das Verkehrsunternehmen besonders während der Spiele in Düsseldorf sein Angebot an Stadtbahnen. Bis zu 128 Wagen sind in den Spitzenzeiten im Einsatz, um die Zuschauerinnen und Zuschauer in die Arena und wieder zurück zu bringen. 225 zusätzliche Mitarbeitende sorgen an den Spieltagen für einen reibungslosen Ablauf – im Fahrdienst, auf den Bahnsteigen, in der Koordination und den technischen Bereichen. Insgesamt rund 100 Aufkleber erleichtern an den zentralen Knotenpunkten „Hauptbahnhof“ und „Heinrich-Heine-Allee“ das Auffinden der richtigen Wege.

Die Rheinbahn verstärkt ihr Angebot jeweils mindestens zwei Stunden vor und nach den Spielen in der Landeshauptstadt: Alle Stadtbahnlinien sowie einige Straßenbahn- und Buslinien sind häufiger unterwegs. Die Linie U78 endet für die Anreise zur Arena aus Sicherheitsgründen bereits an der Haltestelle „Sportpark Nord/Europaplatz“. Von dort aus ist es für die Fans ein kurzer Fußweg zum Stadion. Zurück fahren die Bahnen wie gewohnt vom Arena-Bahnsteig ab.

Die Fan-Zonen in Düsseldorf sind ebenfalls vorbereitet. Beim vergangenen Deutschland-Spiel waren diese Bereich vollständig gefüllt und wurden für weitere Gäste gesperrt. „5000 Zuschauer passen in die Fan-Zone am Burgplatz, 7800 in den Public-Viewing-Bereich am Rheinufer, weitere 2000 können Spiele am Schauspielhaus verfolgen“, schreiben die Journalisten heute morgen.

Wir wünschen allen Fans und Besuchern eine spannende und sichere Euro 2024!

Volle Hütte an der Toulouser Allee: Die „Work in Progress“ begeistert in Düsseldorf

Fotos: Unternehmerschaft Düsseldorf

Die architektonische Zentrale des „Handelsblatt“ an der Toulouser Allee wurde zur Bühne für die „Work in Progress“, ein Event, das sich der „Zukunft der Arbeit“ widmete. Zwei Tage lang erhielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer spannende Einblicke in die neuesten Entwicklungen und Trends der Arbeitswelt.

Von Christoph Sochart

Besonderes Highlight war der Auftritt des Autors Johann Hari aus London. Hari forderte mehr Aufmerksamkeit für das, was wir tun. Er betonte, dass der Mensch nicht in der Lage sei, mehrere Dinge gleichzeitig zu erledigen. Seine Botschaft: Wir haben unsere Fähigkeit zur Konzentration verloren, und es ist an der Zeit, diese Fähigkeit wiederzugewinnen. Hari hat über drei Jahre hinweg intensive Forschungen betrieben, um die Ursachen für den Verlust unserer Aufmerksamkeit zu ergründen. Von den Innovationszentren im Silicon Valley über die Favelas in Rio bis zu modernen Büros in Neuseeland sprach er mit führenden Experten und Fachleuten weltweit. Er identifizierte die entscheidenden Faktoren für unseren Aufmerksamkeitsverlust und präsentierte Strategien, wie wir unseren Fokus zurückgewinnen können.

Neben Hari gab es zahlreiche weitere Vorträge und Diskussionen. Themen wie die Einführung der Vier-Tage-Woche in produzierenden Betrieben, die Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI) in Unternehmen, der Umgang mit einer alternden Belegschaft und neue Ansätze zur Bekämpfung des Fachkräftemangels standen im Mittelpunkt. Die Teilnehmer:innen hatten auch reichlich Gelegenheit zum Netzwerken im entspannten Ambiente der „Handelsblatt“ Räumlichkeiten.

Vorfreude auf 2025

Die nächste „Work in Progress“ findet am 26. und 27. Juni 2025 in Düsseldorf statt, und die Vorbereitungen laufen bereits auf Hochtouren. Die vergangenen Veranstaltungen beschäftigten sich mit Themen wie der Veränderung von Führungsstilen, Innovationsförderung, Bekämpfung des Fachkräftemangels und den wichtigsten Qualifikationen der Zukunft. Doch das war erst der Anfang. Die Revolution der Künstlichen Intelligenz steht bevor und wird einen tiefgreifenden Wandel in der Arbeitswelt bewirken.

Eine Plattform für Austausch und Innovation

In der Handelsblatt Media Group versammeln sich 2025 über 40 Speaker:innen und 600 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Gemeinsam mit dem Partner Stepstone wird an Lösungen für die drängendsten Fragen unserer Zeit gearbeitet und Best Practices vorgestellt. Die Veranstaltung bietet eine einzigartige Plattform, um wertvolle Impulse von inspirierenden Persönlichkeiten zu erhalten, sich mit führenden Expertinnen und Experten und Gleichgesinnten auszutauschen und exklusive Netzwerke aufzubauen. Spannende Paneldiskussionen, Best Practices, Workshops und Pitches ermöglichen es den Teilnehmerinnen und Teilnehmer, voneinander zu lernen und sich über die neuesten Trends und Technologien zu informieren. Diese Erfahrungen sollen den Teilnehmer:innen einen Vorsprung bei der Gestaltung der Zukunft der Arbeit verschaffen.

Hohe Parkgebühren im öffentlichen Parkraum in Düsseldorf: Ein Selbsttest an der Toulouser Allee

Düsseldorf, die Hauptstadt von Nordrhein-Westfalen, ist bekannt für ihre lebendige Kultur, modernen Geschäftszentren und malerischen Rheinpromenaden. Doch abseits der touristischen und kulturellen Attraktionen, stellt das Parken in der Stadt oft eine Herausforderung dar. Ein Selbsttest an der Toulouser Allee im Stadtteil Pempelfort während einer Tagung offenbarte die hohen Kosten und Schwierigkeiten, die Autofahrer hier erwarten.
Von Christoph Sochart
Die Situation an der Toulouser Allee
Die Toulouser Allee ist eine zentrale Verkehrsachse in Düsseldorf und liegt im lebhaften Stadtteil Pempelfort. In der Nähe befinden sich zahlreiche Bürogebäude, Geschäfte und Veranstaltungsorte, was diesen Bereich zu einem Hotspot für Pendler und Besucher macht. Während meines Besuchs zur Teilnahme an einer Tagung in Pempelfort entschied ich mich, das Auto zu nehmen und die Parkmöglichkeiten vor Ort zu testen.
Der Selbsttest: Kosten und Verfügbarkeit
Bei meiner Ankunft stellte ich schnell fest, dass die Parkplätze entlang der Toulouser Allee nicht nur begrenzt, sondern auch kostspielig sind. Die Parkgebühren beliefen sich auf 4,50 Euro pro Stunde, was bei einem mehrstündigen Aufenthalt eine erhebliche Summe darstellt. Beim Selbsttest musste der Chronist 42,01 EUR bezahlen. Für einen typischen Arbeitstag von acht Stunden plus einer Mittagspause summieren sich die Kosten auf über 40 Euro – ein Betrag, der weit über dem Durchschnitt für Parkgebühren in vielen anderen deutschen Städten liegt.
Vergleich mit anderen Städten
Zum Vergleich: In Städten wie Köln oder Dortmund liegen die Parkgebühren in zentralen Lagen bei etwa 2 bis 2,50 Euro pro Stunde, und selbst in München, das ebenfalls für hohe Lebenshaltungskosten bekannt ist, sind die Parkgebühren vergleichbar oder nur geringfügig höher. Düsseldorf hebt sich hier durch besonders hohe Gebühren hervor, die Pendler und Besucher gleichermaßen belasten.
In Düsseldorf sind hohen Gebühr durchaus gewollt. Man will schließlich Klimahauptstadt werden – deshalb wird der Parkraum verteuert und künstlich reduziert durch Wegnahme von Parkplätzen durch Blumenkübel oder ähnliches.
Auswirkungen auf Pendler und Besucher
Die hohen Parkgebühren in Düsseldorf haben mehrere Konsequenzen:
1. Erhöhte Kosten für Pendler: Arbeitnehmer, die täglich auf das Auto angewiesen sind, sehen sich mit erheblichen Zusatzkosten konfrontiert. Dies kann besonders belastend für diejenigen sein, die keine kostengünstigeren Alternativen wie ein Monatsticket für öffentliche Verkehrsmittel nutzen können.
2. Einschränkungen für Besucher: Touristen und Teilnehmer von Veranstaltungen oder Tagungen könnten sich durch die hohen Parkkosten abschrecken lassen. Dies könnte langfristig negative Auswirkungen auf den Tourismus und die Attraktivität von Düsseldorf als Veranstaltungsort haben. Preiswerter sind Parkhäuser, obwohl Touristen oft überrascht sind aufgrund der auch dort hohen Gebühren. An der Toulouser Allee gibt es aber auch kein öffentliches Parkhaus.
3. Förderung alternativer Verkehrsmittel: Positiv betrachtet, könnten die hohen Parkgebühren dazu beitragen, dass mehr Menschen auf öffentliche Verkehrsmittel oder Fahrräder umsteigen, was wiederum den Verkehr in der Stadt reduzieren und die Umweltbelastung verringern könnte.
Der Stadtrat erhöhte damals mit einer überzeugenden Mehrheit für die deutliche Erhöhung der Parkgebühren. Mirja Cordes von den Grünen sprach von einem „überfälligen Schritt“, mit dem man sich in Richtung anderer europäischer Metropolen entwickele. Der wertvolle öffentliche Raum in der Stadt könne so perspektivisch genutzt werden, auch verstärkt für Verkehrsmittel des Umweltverbunds. Parkende Autos würden über die Preisgestaltung eher in Parkhäuser verlegt. Scharfe Kritik kam seinerzeit von FDP-Fraktionschef Manfred Neuenhaus. Eine fürsorgliche Stadt würde diese Preiserhöhung seinen Bewohnern in dieser Zeit der Krisen nicht zumuten. Zudem würden Fachkräfte vergrault oder auch andere Pendler, die in der Stadt arbeiteten. „Ich bin auch für weniger Autos in der Stadt. Aber nicht mit Gewalt.“
Fazit
Der Selbsttest an der Toulouser Allee verdeutlichte, dass die hohen Parkgebühren in Düsseldorf ein bedeutendes Problem für Autofahrer darstellen. Während sie möglicherweise einen positiven Effekt auf die Nutzung alternativer Verkehrsmittel haben, belasten sie Pendler und Besucher finanziell stark. Für eine attraktive und lebenswerte Stadt ist es entscheidend, eine ausgewogene Lösung zu finden, die sowohl die Interessen der Autofahrer als auch die städtischen Ziele der Verkehrsreduzierung und Umweltfreundlichkeit berücksichtigt.
Zukünftige städtische Planungen sollten daher eine sorgfältige Abwägung zwischen Kosten, Verfügbarkeit und alternativen Mobilitätslösungen beinhalten, um die Lebensqualität in Düsseldorf für alle Bewohner und Besucher zu gewährleisten.

Wir waren live auf der Start-Up-Woche > Podcastfolge 147

Foto: Unternehmerschaft Düsseldorf

Bei der Startup-Woche Düsseldorf treffen Visionäre auf Corporates, Einzelkämpfer auf starke Teams, Gründer auf Business Angels und Anfänger auf Experten. Man erhält einen direkten Einblick in die Düsseldorfer Startup-Szene, erfährt, warum Trends auch zukünftig aus Düsseldorf kommen, und hat die Möglichkeit, so viel zu lernen, dass man sich bis zum Ende des Jahres einfach aufs Gründen oder das eigne Startup konzentrieren kann. Gioacchino (Wirtschaftsförderung Düsseldorf) und Lisa Marie (Unternehmerschaft Düsseldorf) waren live auf der StartUp Woche Düsseldorf unterwegs!

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