Rheinmetall und Leonardo: Gemeinsame Initiative für Europas Verteidigungszukunft

Die Rheinische Post schreibt am heutigen 5. Juli 2024: „Rheinmetall steigt in die Weltliga auf“. Während Unternehmen in den Medien oft kritisch betrachtet werden, ist der Ton heute gänzlich anders. Der Grund dafür ist eine Pressemitteilung, die auch unsere Redaktion erreicht hat. Darin heißt es: „Leonardo und Rheinmetall haben heute ein Memorandum of Understanding (MoU) zur Gründung eines neuen 50:50-Joint Ventures unterzeichnet, das auf die Entwicklung eines europäischen industriellen und technologischen Ansatzes im Bereich der Landverteidigungssysteme abzielt.“

Armin Papperger Foto: Frank Wiedemeier

Ein bedeutender Schritt für die europäische Verteidigung

Ziel dieser Vereinbarung ist die industrielle Entwicklung und anschließende Vermarktung eines neuen Kampfpanzers sowie der neuen Lynx-Plattform für das gepanzerte Infanterie-Kampfsystem (AICS) im Rahmen der Kampfsystemprogramme der italienischen Armee.

Armin Papperger, Vorstandsvorsitzender der Rheinmetall AG, äußerte sich dazu: „Mit Leonardo und Rheinmetall finden zwei führende europäische Anbieter von Verteidigungstechnologie zusammen, um anspruchsvolle Projekte zu realisieren. Gemeinsam wollen wir neue Standards setzen und die Tür für eine neue Generation hochmoderner Kampffahrzeuge in und für Europa öffnen. Wir adressieren damit den italienischen Markt sowie andere Partnerstaaten, die Modernisierungsbedarf im Bereich der Kampfsysteme haben.“

Roberto Cingolani, CEO von Leonardo, ergänzte: „Die technologischen und industriellen Synergien zwischen Leonardo und Rheinmetall sind eine einzigartige Gelegenheit, hochmoderne Kampfpanzer und Infanteriefahrzeuge zu entwickeln. Wir betrachten diese Vereinbarung als einen grundlegenden Beitrag zur Schaffung eines gemeinsamen europäischen Verteidigungsraumes.“

Das Joint Venture: Ein neues Kapitel in der europäischen Verteidigung

Das zukünftige Gemeinschaftsunternehmen mit Sitz in Italien wird als Hauptauftragnehmer und Systemintegrator für die beiden italienischen Programme (MBT und AICS) fungieren und die Roadmap für die mögliche Beteiligung Leonardos am künftigen europäischen Hauptkampfsystem (MGCS) festlegen.

Im Rahmen der MBT- und AICS-Programme werden Missionssysteme, Elektronik und Waffenintegration von Leonardo entsprechend den Anforderungen des italienischen Kunden entwickelt und produziert. Diese Technologien werden auch im Falle einer italienischen Beteiligung an MGCS eine Grundlage für die Entwicklung des künftigen europäischen Kampfpanzers und der neuen, für den internationalen Export bestimmten Versionen bilden. Mit dem neu entwickelten Kampfpanzer Panther und dem neuen Schützenpanzer Lynx verfügt Rheinmetall über die entsprechende Basistechnologie, auf die in beiden Programmen aufgebaut werden kann.

Endmontagelinien, Homologationstests, Auslieferungsaktivitäten und die logistische Unterstützung werden in Italien mit einem dortigen Arbeitsanteil von 60 % durchgeführt. Rheinmetall betreibt in Italien bereits drei Tochtergesellschaften mit insgesamt rund 1.400 Beschäftigten an fünf Standorten.

Ein Blick in die Zukunft

Die Umsetzung der heute unterzeichneten Absichtserklärung unterliegt der vorherigen Genehmigung durch die zuständigen Regulierungsbehörden, einschließlich der Europäischen Kommission und der jeweiligen nationalen Wettbewerbsbehörden. Dieses Joint Venture markiert einen wichtigen Schritt in der Stärkung der europäischen Verteidigungsindustrie und zeigt das Potenzial von Kooperationen, um die technologische Vorreiterrolle zu sichern und auszubauen.

Rheinmetall und Leonardo setzen damit neue Maßstäbe und öffnen das Tor zu einer neuen Generation von Kampffahrzeugen für Europa und die Welt.

Woran Sie denken sollten, wenn es jetzt mit einem Düsseldorfer Flieger in die Ferien geht – Airport rechnet am Wochenende mit mehr als 215.000 Fluggästen – Sonntag ist der stärkste Tag

Foto: Flughafen Düsseldorf

Ferienzeit ist Urlaubszeit. Mit dem letzten Schultag am Freitag, 5. Juli, in Nordrhein-Westfalen erwartet der Düsseldorfer Flughafen einen deutlichen Anstieg der Passagierzahlen und rechnet in den Ferien mit durchschnittlich fast 70.000 Reisenden pro Tag.

Besonders hoch wird das Passagieraufkommen zu Ferienbeginn und an den Wochenenden. Schon am kommenden Wochenende rechnet der Airport mit mehr als 215.000 Fluggästen. Spitzentag ist Sonntag, 7. Juli, mit über 75.000 Passagieren. Insgesamt erwartet der Flughafen im Ferienzeitraum rund 3,3 Millionen Fluggäste. Das sind rund sechs Prozent mehr Passagiere als in den Sommerferien 2023.

Die Reisenden haben im Sommer mit rund 60 Fluggesellschaften und über 160 Direktzielen eine große Auswahl. Die meisten Urlauber zieht es im Ferienzeitraum nach Spanien (rd. 1.900 Abflüge), in die Türkei (rd. 1.800 Abflüge), nach Griechenland (rd. 1.000 Abflüge) und Italien (rd. 600 Abflüge).Mallorca mit mehr als 800 Abflügen und Antalya mit mehr als 600 Abflügen behaupten ihre Spitzenposition in der Gunst der Urlauber.

„Wir freuen uns über die starke Nachfrage“, erklärt Dr. Henning Pfisterer, Leiter Aviation am Düsseldorfer Airport. „Wir sind operativ gut in die Reisesaison gestartet mit weitgehend reibungslosen Abläufen in den Osterferien und an Pfingsten. Diesen Standard wollen wir unseren Passagieren auch in den Sommerferien bieten und haben uns intensiv mit allen Partnern auf die steigenden Verkehrszahlen vorbereitet. Ob Airlines, Bodenverkehrsdienste, Sicherheitsunternehmen, Shops und Gastronomien – alle Partner ziehen mit dem Airport an einem Strang, damit unsere Passagiere entspannt und zufrieden in ihren Urlaub starten können.“

Effizienz an den Sicherheitskontrollen

An den Sicherheitskontrollen sind sehr kurze Wartezeiten längst die Regel. Die Performance an den Sicherheitskontrollen ist die beste der letzten fünf Jahre. Mehr als 90 Prozent der Passagiere benötigen höchstens zehn Minuten, um die Handgepäck- und Personenkontrollen zu passieren. An manchen Tagen liegt der Wert sogar bei 100 Prozent. An den Flugsteigen A und B kommen insgesamt sieben hochmoderne CT-Scanner für die Handgepäckkontrolle zum Einsatz.Ihre 3D-Bildgebung ermöglicht es den Sicherheitsmitarbeitern, elektronische Geräte und Flüssigkeiten im Handgepäck zu überprüfen, ohne dass sie ausgepackt werden müssen. Dies verbessert die Effizienz an den Sicherheitskontrollen und erhöht den Komfort für die Passagiere.

Um ihren Aufenthalt im Terminal verlässlicher zu planen, können Reisende vorab ein Zeitfenster für die Sicherheitskontrolle reservieren. Der kostenlose Service DUSgateway wird gerade in Zeiten hohen Reiseaufkommens von den Passagieren gern genutzt.

Self Bag Drop Angebot ausgeweitet

Einen wichtigen Beitrag zur Effizienz und zum Passagierkomfort leistet das erweiterte Self Bag Drop-Angebot. Mittlerweile bieten Lufthansa, Austrian Airlines, Swiss, Eurowings und bei ausgewählten Flügen auch Condor ihren Passagieren die Möglichkeit, ihr Gepäck automatisiert aufzugeben. Noch im Sommer wollen mit KLM und Air France zwei weitere Airlines den Service ihren Kunden zur Verfügung stellen.

Passagiere sollten sich bei ihrer Fluggesellschaft erkundigen, ob sie für ihren Flug den Self Service nutzen können. Insgesamt gibt es aktuell drei Self Service-Bereiche im Terminal. Airline-Infos auf der Website des Airports und Monitore in der Check-in-Halle zeigen den Passagieren an, welchen Bereich sie für ihren Flug nutzen können.

Die Gepäckaufgabe an den Automaten erfolgt in zwei Schritten: Nach dem Online-Check-in scannen Passagiere ihre Bordkarte am Baggage-Tag-Automaten, erhalten ein Gepäcklabel und bringen es am Gepäckstück an. Danach stellen sie das Gepäck auf das Kofferband am Drop Off-Automaten. Scanner erfassen das Label und schicken den Koffer auf die Reise. Kurze Videoclips und Servicekräfte unterstützen bei Bedarf. Übergepäck und Sondergepäck müssen weiterhin am Schalter aufgegeben werden.

Angebotsvielfalt in Shops und Gastronomien

Rund 80 Geschäfte und Gastronomien laden am Flughafen zum Shoppen und Schlemmen ein. Dazu gehört im öffentlichen Bereich der Shopping Mall ein Outlet der exklusiven und erstmals im deutschsprachigen Raum an einem Airport vertretenen Modemarke „Guess“. Neu seit diesem Jahr sind auch Le Crobag und Dunkin‘, die mit leckeren französischen beziehungsweise amerikanischen Spezialitäten die Passagiere verwöhnen. In vielen Gastronomien am Airport lassen sich die Speisen und Getränke per Pre-Order-Service vorbestellen.

In der landseitigen Shopping-Mall bietet der Flughafen mit dem Sportsplace eine interaktive Aktionsfläche, die das Sportlerherz höherschlagen lässt. Neben Live-Sport-TV gibt es einen Tischkicker, an dem Besucher und Passagiere ihr fußballerisches Geschick unter Beweis stellen können, eine Social Wall sowie wechselnde Mitmachaktionen. Eine Übersicht über alle Shopping- und Gastronomieangebote sowie über aktuelle Aktionen gibt es unter dus.com/shoppen-und-geniessen.

Auch Kunstinteressierte sollten sich zwischen Kofferabgabe und Sicherheitskontrolle Zeit zum Flanieren durch das Terminal nehmen. Der vom Feuilleton hochgelobte Kunstparcours „Art Walk“ zeigt Werke von Anne Berlit, Gereon Krebber, Matthias Schamp und Paul Schwer. Ihre Installationen auf temporär freien Flächen ergänzen bis zum 9. September 2024 die dauerhaften Werke von Heinz Mack, Max Kratz und Olimpia Valesco Ruiz am Airport.

Foto: Flughafen Düsseldorf

Düsseldorf bleibt eine lebenswerte Stadt: Global Liveability Index 2024

Düsseldorf ist eine lebenswerte Stadt. Foto: Unternehmerschaft Düsseldorf

Düsseldorf bleibt eine lebenswerte Stadt, wie der „Global Liveability Index 2024“ zeigt. Unsere Stadt erreicht in diesem Jahr einen beeindruckenden Indexwert von 91,9. Werte über 80 bedeuten laut dem Magazin, dass es wenige bis keine Einschränkungen der Lebensqualität gibt.

Veränderungen in der Rangliste

Unter den größten Absteigern der Rangliste sind auch mehrere deutsche Städte. München, das im vergangenen Jahr noch Platz 21 belegte, ist jetzt auf Rang 27 gefallen. Hamburg verlor fünf Ränge und liegt nun ebenfalls auf Platz 27. Stuttgart ist auf Platz 30 (minus fünf Ränge) und Berlin auf Platz 21 (minus vier Stellen). Auch Düsseldorf rutschte etwas ab, ist aber immer noch eine sehr beliebte Stadt (Platz 33).

Was macht unsere Stadt lebenswert?

Mit dieser Frage haben wir uns in der Redaktion befasst und kommen zu dem folgenden Ergebnis.

Düsseldorf punktet in vielen Bereichen, die zur hohen Lebensqualität beitragen:

1. Wirtschaftliche Stärke und Arbeitsmarkt
– Düsseldorf ist ein bedeutendes Wirtschaftszentrum mit vielen internationalen Unternehmen und einer niedrigen Arbeitslosenquote. Die Stadt bietet vielfältige Karrieremöglichkeiten und ist ein attraktiver Standort für Fachkräfte und Unternehmen.

2. Bildung und Forschung
– Die Stadt verfügt über eine Vielzahl von renommierten Schulen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Die Heinrich-Heine-Universität und die Fachhochschule Düsseldorf sind nur einige der Institutionen, die für ihre hohe Bildungsqualität bekannt sind.

3. Kultur und Freizeit
– Düsseldorf bietet ein reiches kulturelles Leben mit zahlreichen Museen, Theatern, und Galerien. Die Königsallee, eine der bekanntesten Einkaufsstraßen Deutschlands, sowie zahlreiche Parks und Grünflächen bieten Raum für Erholung und Freizeitaktivitäten.

4. Infrastruktur und Verkehrsanbindung
– Die Stadt verfügt über eine ausgezeichnete Verkehrsinfrastruktur mit gut ausgebauten Straßen, einem effizienten öffentlichen Nahverkehr und einem internationalen Flughafen, der Düsseldorf mit der ganzen Welt verbindet.

5. Gesundheitsversorgung
– Die medizinische Versorgung in Düsseldorf ist erstklassig. Zahlreiche Krankenhäuser, Kliniken und Arztpraxen bieten eine umfassende Gesundheitsversorgung auf hohem Niveau.

6. Umwelt und Nachhaltigkeit
– Düsseldorf setzt auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Zahlreiche Grünflächen, Parks und Initiativen zur Reduzierung von CO2-Emissionen tragen zu einer hohen Lebensqualität bei.

7. Sicherheit
– Die Stadt zählt zu den sichersten Großstädten Deutschlands. Eine niedrige Kriminalitätsrate und ein starkes Sicherheitsgefühl tragen zur Lebensqualität bei.

Trotz des leichten Rückgangs in der Rangliste bleibt Düsseldorf eine Stadt mit hoher Lebensqualität, die sowohl für Einheimische als auch für Besucher viel zu bieten hat.

Die TOP TEN der lebenswertesten Städte weltweit

1. Wien, Österreich
2. Kopenhagen, Dänemark
3. Zürich, Schweiz
4. Melbourne, Australien
5. Calgary, Kanada
5. Genf, Schweiz
7. Sydney, Australien
7. Vancouver, Kanada
9. Osaka, Japan
9. Auckland, Neuseeland

Trotz des leichten Rückgangs in der Rangliste bleibt Düsseldorf eine Stadt mit hoher Lebensqualität, die sowohl für Einheimische als auch für Besucher viel zu bieten hat.

Wirtschaftliche Erholung: Unternehmen auf dem Weg aus der Krise

Symbolfoto: Unternehmerschaft Düsseldorf (KI-generiert)

Die Unternehmen arbeiten sich langsam aus der Krise heraus. Zwar wird die aktuelle Lage von den meisten Unternehmen nach wie vor als schlecht bewertet, jedoch sind seit Jahresbeginn in allen Wirtschaftsbereichen die Erwartungen hinsichtlich der Entwicklung in den kommenden Monaten gestiegen. Im zweiten Quartal wird die Wirtschaftsleistung voraussichtlich um 0,3% zunehmen, was nur eine geringe Beschleunigung gegenüber dem Vorquartal darstellt.

Industrie und Export als Konjunkturstützen

Besonders die Industrie profitiert von ihrem Exportgeschäft und trägt somit konjunkturstützend bei. Im Gegensatz dazu setzt die Bauwirtschaft ihren Abwärtstrend fort. Auch der private Konsum zeigt sich laut den vorliegenden Konjunkturindikatoren zunächst noch stagnierend. Selbst die hierzulande ausgetragene Fußballeuropameisterschaft wird der deutschen Konjunktur kein „Sommermärchen“ bescheren.

Aussichten für die Kaufkraft und gesamtwirtschaftliche Erholung

Im weiteren Verlauf des Jahres wird erwartet, dass die Kaufkraft der privaten Haushalte weiter an Stärke gewinnt. Dies wird die gesamtwirtschaftliche Erholung im Zuge der Normalisierung der Konsumkonjunktur beschleunigen. Alles in allem wird das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr um 0,4% und im kommenden Jahr um 1,5% zunehmen. Im Vergleich zur ifo Konjunkturprognose vom Frühjahr 2024 wurde damit die Wachstumsrate für das laufende Jahr um 0,2 Prozentpunkte angehoben, während die Wachstumsrate für das kommende Jahr unverändert bleibt.

Inflationsentwicklung

Die Inflationsrate, die im Jahr 2023 bei 5,9% lag, wird voraussichtlich deutlich zurückgehen: auf 2,2% im Jahr 2024 und auf 1,7% im Jahr 2025.

Diese Prognosen lassen hoffen, dass die wirtschaftliche Erholung an Fahrt gewinnt und die Unternehmen gestärkt aus der Krise hervorgehen werden.

Quelle: ifo-Institut

Reine Berufsorientierung oder umfassende Lebensorientierung? Ein Plädoyer für eine neue Perspektive auf unsere Berufliche Orientierung

Seit vielen Jahren wird die berufliche Orientierung in deutschen Schulen immer wichtiger. Der Übergang von der Schule in die Arbeitswelt ist ein zentrales Thema, das sich kontinuierlich weiterentwickelt und an neue Rahmenbedingungen angepasst hat. Heute erkennen wir jedoch, dass sich die Gesellschaft, die Menschen und somit auch die Schülerinnen und Schüler erheblich verändert haben. Es fällt zunehmend schwer, sich auf ein Thema zu konzentrieren, soziale Kompetenzen zu entwickeln, dialog- und konfliktfähig zu sein sowie fundierte Entscheidungen zu treffen. Diese Beobachtungen legen nahe, dass eine reine Berufsorientierung nicht mehr ausreicht; vielmehr bedarf es einer umfassenden Lebensorientierung. Warum ist das so, und welche Vorteile bringt dies für Unternehmen?

Der Düsseldorfer Stadtdirektor deutete bei der diesjährigen Verleihung der Berufswahlsiegel in Düsseldorf eine neue Richtung in der Beruflichen Orientierung an: weg von der reinen Berufsorientierung, hin zu einer umfassenden Lebensorientierung. Foto: W. Meyer

Von Christoph Sochart

Veränderte gesellschaftliche Rahmenbedingungen

Die Gesellschaft hat sich in den letzten Jahrzehnten rapide verändert. Globalisierung, Digitalisierung und technologische Fortschritte haben die Art und Weise, wie wir leben und arbeiten, grundlegend verändert. Diese Veränderungen haben auch Auswirkungen auf die Anforderungen, die an zukünftige Arbeitskräfte gestellt werden:

1. Digitalisierung und Technologisierung: Der rasante technologische Fortschritt erfordert von Arbeitnehmern eine hohe Flexibilität und kontinuierliche Lernbereitschaft. Technische Kompetenzen allein reichen nicht mehr aus; es sind auch digitale und technologische Fähigkeiten erforderlich.
2. Globalisierung: Die Welt ist vernetzter denn je. Interkulturelle Kompetenzen und Fremdsprachenkenntnisse sind in vielen Berufsfeldern unverzichtbar geworden.
3. Komplexität und Unsicherheit: Die Arbeitswelt ist dynamischer und komplexer geworden. Dies erfordert von den Arbeitnehmern eine erhöhte Anpassungsfähigkeit und die Fähigkeit, unter Unsicherheit fundierte Entscheidungen zu treffen.

Veränderungen bei Schülerinnen und Schülern

Auch die Schülerinnen und Schüler haben sich verändert. Sie wachsen in einer digitalisierten und globalisierten Welt auf, die ihnen einerseits viele Chancen bietet, andererseits aber auch neue Herausforderungen mit sich bringt:

1. Konzentrationsfähigkeit: Die permanente Verfügbarkeit von Informationen und Unterhaltungsangeboten hat die Konzentrationsfähigkeit vieler Schüler negativ beeinflusst. Die Fähigkeit, sich längere Zeit auf ein Thema zu fokussieren, hat nachgelassen.
2. Soziale Kompetenzen: Durch die vermehrte Kommunikation über digitale Kanäle haben viele Schüler Schwierigkeiten, persönliche Beziehungen zu pflegen und soziale Kompetenzen zu entwickeln.
3. Entscheidungsfindung: Die Vielzahl an Möglichkeiten und der Druck, immer die „richtige“ Entscheidung zu treffen, überfordert viele junge Menschen. Sie haben Schwierigkeiten, klare und fundierte Entscheidungen zu treffen.

Die Notwendigkeit einer Lebensorientierung

Angesichts dieser Veränderungen reicht eine reine Berufsorientierung nicht mehr aus. Eine ganzheitliche Lebensorientierung, die sowohl berufliche als auch persönliche Kompetenzen fördert, ist unerlässlich. Lebensorientierung bedeutet:

1. Entwicklung sozialer Kompetenzen: Die Schüler lernen, wie man effektiv kommuniziert, Konflikte löst und im Team arbeitet. Diese Fähigkeiten sind nicht nur im Beruf, sondern auch im privaten Leben essenziell.
2. Selbstmanagement und Resilienz: Die Schüler werden in die Lage versetzt, sich selbst zu organisieren, mit Stress umzugehen und Rückschläge zu bewältigen. Diese Fähigkeiten sind in einer komplexen und unsicheren Welt von unschätzbarem Wert.
3. Kritisches Denken und Entscheidungsfähigkeit: Die Schüler lernen, Informationen kritisch zu hinterfragen und fundierte Entscheidungen zu treffen. Dies hilft ihnen, sowohl im Beruf als auch im Alltag kompetent zu handeln.
4. Ethik und Verantwortung: Eine Lebensorientierung fördert das Bewusstsein für ethische Fragestellungen und die Übernahme von Verantwortung, sowohl im beruflichen als auch im privaten Kontext.

Vorteile für Unternehmen

Eine Lebensorientierung in der Schule bringt auch für Unternehmen zahlreiche Vorteile:

1. Bessere Vorbereitung auf die Arbeitswelt: Schüler, die umfassend auf das Leben vorbereitet sind, bringen bereits wichtige soziale und persönliche Kompetenzen mit, die im Berufsleben unerlässlich sind. Dies erleichtert die Einarbeitung und Integration in das Unternehmen.
2. Höhere Mitarbeiterzufriedenheit: Mitarbeiter, die über gute Selbstmanagement- und Resilienzfähigkeiten verfügen, sind zufriedener und leistungsfähiger. Sie sind besser in der Lage, mit Stress umzugehen und Herausforderungen zu meistern.
3. Förderung von Innovation und Kreativität: Unternehmen profitieren von Mitarbeitern, die kritisch denken und kreative Lösungen entwickeln können. Dies ist besonders in Zeiten schnellen technologischen Wandels von Vorteil.
4. Stärkung der Unternehmenskultur: Mitarbeiter, die über ausgeprägte soziale Kompetenzen verfügen, tragen zu einer positiven und konstruktiven Unternehmenskultur bei. Dies fördert die Zusammenarbeit und das gemeinsame Erreichen von Zielen.

Fazit

Die Integration einer umfassenden Lebensorientierung in die schulische Ausbildung ist eine notwendige Reaktion auf die veränderten gesellschaftlichen und individuellen Rahmenbedingungen. Sie fördert die Entwicklung von Kompetenzen, die weit über die reine Berufsvorbereitung hinausgehen und sowohl für das persönliche Wohlbefinden als auch für den beruflichen Erfolg entscheidend sind. Unternehmen profitieren von besser vorbereiteten, flexibleren und zufriedeneren Mitarbeitern, die in der Lage sind, den Herausforderungen einer modernen Arbeitswelt erfolgreich zu begegnen. Eine solche ganzheitliche Bildungsstrategie ist daher ein Gewinn für alle Beteiligten – Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, Eltern und Unternehmen.

Zitate von Ausbilderinnen und Ausbildern zur Notwendigkeit einer Lebensorientierung

In unserem „Weekender Düsseldorfer Wirtschaft“ fragten wir unsere Leserinnen und Leser nach ihrer persönlichen Meinung. Diese Zitate verdeutlichen, wie wichtig eine umfassende Lebensorientierung für die moderne Arbeitswelt ist und welche konkreten Vorteile sie für verschiedene Branchen und Berufsfelder mit sich bringen kann.

Anna, Ausbilderin in einem mittelständischen IT-Unternehmen:
„Ich merke oft, dass viele junge Menschen, die zu uns kommen, hervorragende technische Fähigkeiten haben, aber Schwierigkeiten im Umgang mit Kollegen und in der Kommunikation. Eine umfassende Lebensorientierung könnte hier wirklich helfen, diese sozialen Kompetenzen zu stärken und den Übergang in die Arbeitswelt zu erleichtern.“

Max, Ausbilder in einem großen Produktionsbetrieb:
„Früher haben wir uns hauptsächlich auf die fachliche Ausbildung konzentriert. Heute sehe ich, dass auch Fähigkeiten wie Resilienz und Selbstmanagement immer wichtiger werden. Schüler, die diese Kompetenzen bereits in der Schule lernen, sind später deutlich besser für die Herausforderungen der Arbeitswelt gewappnet.“

Julia, Ausbilderin in einem internationalen Handelsunternehmen:
„Interkulturelle Kompetenz ist in unserem Unternehmen ein Muss. Schüler, die eine umfassende Lebensorientierung erhalten haben, tun sich hier viel leichter, weil sie bereits gelernt haben, über den Tellerrand zu schauen und in globalen Zusammenhängen zu denken.“

Michael, Ausbilder in einem Handwerksbetrieb:
„Entscheidungsfähigkeit und die Fähigkeit, eigenständig zu arbeiten, sind in unserem Handwerk unerlässlich. Leider sehe ich oft junge Menschen, die damit überfordert sind. Eine Schule, die nicht nur Berufswissen, sondern auch Lebenskompetenzen vermittelt, wäre hier eine große Hilfe.“

Sabine, Ausbilderin in einer Bank:
„Bei uns sind Kommunikationsfähigkeiten und Kundenorientierung extrem wichtig. Viele Schulabgänger haben jedoch Schwierigkeiten, mit Kunden professionell zu interagieren. Eine stärkere Ausrichtung der Schule auf Lebensorientierung könnte hier Abhilfe schaffen.“

Thomas, Ausbilder in einem Ingenieurbüro:
„Wir brauchen Mitarbeiter, die nicht nur technisches Know-how mitbringen, sondern auch kreativ und innovativ denken können. Eine Lebensorientierung, die auch kritisches Denken und Problemlösungsfähigkeiten fördert, wäre für uns von großem Vorteil.“

Mit Praktika Auszubildende gewinnen: Eine Investition in die Zukunft Ihres Unternehmens

Berufsorientierungstage bei Soeffing Kälte Klima GmbH, Foto: Ingo Lammert

In der heutigen schnelllebigen Arbeitswelt stehen Unternehmen vor der Herausforderung, qualifizierte Auszubildende zu gewinnen und langfristig an sich zu binden. Angesichts des wachsenden Fachkräftemangels und des steigenden Wettbewerbs ist es von entscheidender Bedeutung, innovative Strategien zu entwickeln, um talentierte junge Menschen anzuziehen und für Ihr Unternehmen zu begeistern.

Ein Schülerpraktikum ist die optimale Gelegenheit, Jugendliche, die kurz vor ihrem Schulabschluss stehen, kennenzulernen und für das eigene Unternehmen und eine Ausbildung zu begeistern. In diesem Zusammenhang unterstützen wir das neue Düsseldorfer „Powerjahr für Praktika“, dass zum neuen Schuljahr beginnen wird. Hier können Sie bereits heute kostenfrei Ihre Praktikumsplätze unter www.praktikum-dus.de eintragen.

Dazu gibt es zwei Möglichkeiten:

1.) Sie tragen Ihre/n Praktikumsplatz/plätze nach Ihrer sehr schnellen Registrierung selbst ein.

2.) Oder Sie füllen das Formular unter www.praktikum-dus.de/formular/ aus und die Macher der Praktikumsbörse übernehmen diese Arbeit gerne für Sie.

Unter www.praktikum-dus.de/anbieter/anregungen/ finden Sie zahlreiche Tipps zur zeit- und ressourcenschonenden Durchführung Ihres Schülerpraktikums.

Ihre Ansprechpartnerin:
Christiane Stedeler-Gabriel
Kommunale Koordinierung Düsseldorf
0211 899 65 13
christiane.stedelergabriel@duesseldorf.de

Träger der Praktikumsbörse sind die Kommunale Koordinierung der Landeshauptstadt Düsseldorf sowie das Kompetenzzentrum Berufliche Orientierung mit seinen Partnern (IHK, HWK, Agentur für Arbeit, Unternehmerschaft Düsseldorf, Stiftung Pro Ausbildung und Kreishandwerkerschaft).

Insgesamt bieten Praktika Ihrem Unternehmen die Möglichkeit, talentierte Schülerinnen und Schüler frühzeitig zu identifizieren, eine Talentpipeline aufzubauen und Ihr Arbeitgeberimage zu stärken. Lassen Sie uns gemeinsam die Zukunft gestalten – mit Praktika als Schlüssel zur Gewinnung und Bindung von Auszubildenden.

Kaufland und Metro verzeichnen starkes Wachstum bei Markenwerten

Symbolfoto: Unternehmerschaft Düsseldorf, KIgeneriert

Kaufland und die Düsseldorfer Metro melden signifikante Zuwächse ihrer Markenwerte. Kaufland steigerte seinen Markenwert auf 5,7 Milliarden US-Dollar und belegt damit den 43. Platz. Metro verzeichnete ein beeindruckendes Wachstum von 39 Prozent auf 3,03 Milliarden US-Dollar und schaffte damit einen großen Sprung nach vorne, womit der Großhandelskonzern aus Düsseldorf weltweit die Nummer zwei im Wachstum ist. Laut dem Bericht von Brand Finance haben erhebliche Umsatzzuwächse das Markenwachstum vorangetrieben. Die deutschen Supermarktunternehmen Rewe und Edeka sowie die Drogerieketten Rossmann und dm verzeichneten leichte Verluste. Rewe erreichte 2024 den 22. Platz, Edeka den 37. Platz, Rossmann den 61. Platz und dm den 64. Platz. Diese Ergebnisse stammen aus einer weltweiten Studie von Brand Finance.

Für wen ist „Workation“ sinnvoll?

In vielen Bundesländern haben die Sommerferien begonnen und die Urlaubszeit ist in vollem Gange. Viele Menschen träumen davon, ihren Urlaubsort länger zu genießen und von dort aus mobil zu arbeiten. Ist das möglich? Laut Sven Hille, Leiter des Fachbereichs Arbeitszeit und Vergütung am ifaa – Institut für angewandte Arbeitswissenschaft, ist diese neue Arbeitsform zwar verlockend, aber nicht für alle Beschäftigten und Arbeitsaufgaben gleichermaßen geeignet. Hille betont: „Urlaub dient in erster Linie der Erholung und sollte nicht grundsätzlich mit der Arbeit verknüpft werden.“ Zudem müssen rechtliche Fragen und arbeitsorganisatorische Voraussetzungen geklärt werden, wenn aus dem Ausland gearbeitet wird.

„Workation: Die perfekte Kombination aus Arbeit und Urlaub – produktives Arbeiten an traumhaften Orten wird für viele Beschäftigte immer attraktiver.“ Foto: Unternehmerschaft Düsseldorf

Was bedeutet „Workation“?

Der Begriff „Workation“ kombiniert die englischen Worte „Work“ (Arbeit) und „Vacation“ (Urlaub). Workation beschreibt also eine Arbeitsform, bei der man das Reisen mit der Arbeit aus der Ferne verbindet. Dieses Modell ist besonders bei Personen beliebt, die ortsunabhängig arbeiten können.

Workation als Trend in der modernen Arbeitswelt

In vielen Unternehmen ist ortsunabhängiges oder mobiles Arbeiten bereits Standard. Die aktuelle Anreiz- und Vergütungsstudie des ifaa zeigt diesen Trend auf. Der Benefit Report 2024 von HRmony identifiziert Workation sogar als einen der wichtigsten Trends zur Steigerung der Arbeitgeberattraktivität. Eine Studie von NEWOKA bestätigt, dass Workation für 62 % der Beschäftigten ausschlaggebend für die Jobwahl ist.

Auch der Benefit Survey 2023 von Kienbaum Consultants International und der Deutschen Gesellschaft für Personalführung e.V. (DGFP) kommt zu ähnlichen Ergebnissen. Hier wird ebenfalls betont, dass „Mobile Office Work“ inzwischen zum Standard geworden ist und Workation weiter auf dem Vormarsch sei.

Herausforderungen und Chancen von Workation

Während Workation zahlreiche Vorteile bietet, wie die Möglichkeit, neue Orte zu erkunden und gleichzeitig produktiv zu sein, bringt es auch Herausforderungen mit sich. Unternehmen müssen sicherstellen, dass alle rechtlichen Aspekte, wie Arbeitsgesetze und Datenschutzbestimmungen, eingehalten werden. Zudem müssen klare Richtlinien und Erwartungen für die Mitarbeiter festgelegt werden, um sicherzustellen, dass die Work-Life-Balance gewahrt bleibt und die Arbeitseffizienz nicht leidet.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Workation ein wachsender Trend ist, der in der modernen Arbeitswelt zunehmend an Bedeutung gewinnt. Dennoch ist es wichtig, die richtige Balance zu finden, um die Vorteile dieser Arbeitsform optimal zu nutzen, ohne die notwendige Erholung und rechtliche Rahmenbedingungen zu vernachlässigen.

Links

https://www.arbeitswissenschaft.net/fileadmin/Downloads/Angebote_und_Produkte/Broschueren/Studie_Anreiz-_und_Verguetungssysteme.pdf

https://www.hrmony.de

https://www.workation.de/blog/fuer-62-aller-befragten-ist-es-bei-der-jobwahl-ausschlaggebend-ob-der-arbeitgeber-eine-workation-anbietet

https://www.dgfp.de/aktuell/benefits-survey-2023

 

Unternehmen sollen ungenutzte Parkflächen für Park & Ride zur Verfügung stellen

Es gibt immer weniger Pendler nach Düsseldorf. Dadurch bleibt Parkraum teilweise ungenutzt. Foto: Unternehmerschaft Düsseldorf

Viele Unternehmen verfügen heute über Parkflächen, die aufgrund vermehrter Home-Office-Nutzung teilweise leer stehen. Wir berichteten darüber, dass Düsseldorf die deutsche „Homeoffice-Hauptstadt“ ist. Beim Netzwerktreffen der Mobilitätspartnerschaft Düsseldorf wurde die Möglichkeit diskutiert, diese Parkflächen für andere nutzbar zu machen und damit mehr Park & Ride in Düsseldorf zu ermöglichen. Die Rheinische Post hat darüber zuerst berichtet.

„Die Mobilitätspartnerschaft Düsseldorf ist ein Netzwerk engagierter Unternehmen, die Mobilität umweltfreundlich gestalten wollen, um Beiträge zu Klimaschutz und zur Luftreinhaltung zu leisten. Sie unterstützen tatkräftig unsere Bemühungen, Düsseldorf lebenswert und zukunftsfähig zu erhalten,“ sagt Oberbürgermeister Stephan Keller im Pressegespräch.

Das Treffen fand bei der Provinzial Versicherung AG statt, die seit 2018 Mitglied der Mobilitätspartnerschaft ist. Seit diesem Frühjahr stellt sie in ihrem Parkhaus Park & Ride-Plätze zur Verfügung. Pendlerinnen und Pendler können diese kostenlos nutzen, indem sie sich einmalig unter www.duesseldorf-parken.de registrieren.

Info: Die Mobilitätspartnerschaft Düsseldorf ist eine gemeinsame Initiative der Düsseldorfer Wirtschaft und der Landeshauptstadt Düsseldorf mit dem Ziel, die Luftqualität und das Klima in Düsseldorf sowie die Erreichbarkeit der Landeshauptstadt zu verbessern.

 

Henkel: Erfolgreiches Jahr 2023 und klare Zukunftsstrategie

Carsten Knobel, CEO von Henkel, spricht in einem Interview mit der Rheinischen Post über die aktuellen Herausforderungen und Erfolge des Unternehmens sowie über wirtschaftliche und politische Themen. Unsere Redaktion fasst das Gespräch zusammen:

Wirtschaftliche Lage und Herausforderungen

Henkel verzeichnete 2023 ein gutes Jahr und sieht sich mit seinen zwei starken Unternehmensbereichen Konsumgüter und Klebstoffe auf dem richtigen Weg. Dennoch bleibt die Lage in der Chemieindustrie und der gesamten deutschen Wirtschaft angespannt. Trotz sinkender Inflation und stabiler Rohstoffpreise muss Deutschland seine internationale Wettbewerbsfähigkeit durch zuverlässige Energieversorgung, Investitionen in Infrastruktur und Bildung sowie Bürokratieabbau stärken.

Unternehmensinterne Entwicklungen

Henkel hat wesentliche Fortschritte beim Umbau des Unternehmens gemacht, insbesondere durch die Zusammenführung der Sparten Beauty Care und Wasch- und Reinigungsmittel zum neuen Bereich Consumer Brands ab 2022. Die Integration der Verwaltungsbereiche und der Abbau von 2000 Stellen sind abgeschlossen. Aktuell optimiert Henkel sein Logistik- und Produktionsnetzwerk, was auch die Schließung einzelner Werke bis 2026 beinhaltet, jedoch nicht in Deutschland. Stattdessen investiert das Unternehmen, beispielsweise in die Erweiterung des Hochregallagers in Düsseldorf.

Produktstrategie und Nachhaltigkeit

Knobel betont, dass Henkel trotz des Marktrückzugs der Ökomarke Love Nature weiterhin auf Nachhaltigkeit setzt, insbesondere bei etablierten Marken wie Persil und Somat. Diese sollen durch umweltfreundlichere Verpackungen und nachhaltige Innovationen gestärkt werden. Obwohl Love Nature nur einen geringen Marktanteil erreichte, bleibt Nachhaltigkeit für Henkel ein zentraler Aspekt, auch wenn dies höhere Herstellungskosten bedeutet.

Preispolitik und Marktposition

Henkel hat 2023 hauptsächlich durch Preiserhöhungen Wachstum erzielt, während der Absatz zurückging. Weitere Preiserhöhungen werden punktuell nötig sein, um steigende Kosten zu decken, allerdings bietet Henkel dafür auch innovative und nachhaltigere Produkte an. Die Beziehungen zum Handel haben sich nach den Boykotten 2022/2023 wieder entspannt, auch wenn harte Verhandlungen über Abnahmepreise anhalten.

Arbeitskultur und Homeoffice

Henkel bleibt bei seiner flexiblen Homeoffice-Regelung, die seit 2021 Mitarbeitern erlaubt, bis zu 40 Prozent der Arbeitszeit mobil zu arbeiten. Diese Regelung soll beibehalten werden, da sie sich als erfolgreich erwiesen hat.

Politische Positionierung

Henkel spricht sich entschieden gegen Extremismus und Fremdenfeindlichkeit aus. Knobel warnt vor Parteien, die einen EU-Austritt fordern oder Fremdenfeindlichkeit schüren, da diese ein Risiko für Demokratie und Wirtschaftsstandort darstellen. Henkel beschäftigt allein in Düsseldorf Mitarbeiter aus über 70 Nationen und setzt sich für Vielfalt und Integration ein.

Quelle: Rheinische Post