Flughafen Düsseldorf: Streik legt Airport lahm / am Dienstag wird auch die Rheinbahn bestreikt

Die Gewerkschaft Verdi wird in der kommenden Woche unseren Airport lahmlegen. Mit Beginn der Frühschicht am Montag (27.) wird gestreikt für 24 Stunden. Es wird voraussichtlich zu Verspätungen kommen am Montag und am Dienstag Vormittag. Informationen gibt es möglicherweise hier!

Auch die Rheinbahn wird bestreikt, nämlich am Dienstag (28.).

Hintergrundinformationen:

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat die Beschäftigten des Öffentlichen Dienstes und der Luftsicherheit am Flughafen Düsseldorf zu einer ganztägigen Arbeitsniederlegung von Montag, 27. Februar, 03:00 Uhr bis Dienstag, 28. Februar, 03:00 Uhr aufgerufen.

Die Höhe der Streikbeteiligung lässt sich noch nicht absehen.

Der Flughafen Düsseldorf wird durch Notbetriebsvereinbarungen den Flugbetrieb aufrechterhalten, nicht zuletzt um Flüge mit Hilfsgütern in die Erdbebenregionen weiterhin zu ermöglichen. Im Austausch mit den Airlines wird ein Notbetriebsflugplan erarbeitet. Fluggäste müssen mit deutlichen Beeinträchtigungen und vielen Flugstreichungen rechnen, vor dem Streikaufruf waren 330 Flugbewegungen vorgesehen. Auch der Late Night Check-in für den Folgetag wird streikbedingt nicht möglich sein.

Alle Passagiere, die im Streikzeitraum einen Flug ab Düsseldorf geplant haben, werden gebeten, sich unbedingt vor Anreise zum Flughafen bei ihrer Airline oder dem Reiseveranstalter über den aktuellen Stand ihres Fluges zu informieren. Passagiere werden zudem gebeten, ihr Handgepäck auf ein Minimum zu reduzieren, um die Kontrollen zu beschleunigen.

Foto: Flughafen Düsseldorf

Unser Institut hat festgestellt: Rentner im ländlichen Raum besonders von den Preissteigerungen betroffen

Rentnerhaushalte waren im vergangenen Jahr besonders stark von hohen Energiekosten betroffen. Gleichzeitig waren die Belastungen für Verkehr und Mobilität geringer – dadurch spürten sie die Inflation insgesamt ähnlich stark wie der Rest der Bevölkerung, zeigt eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Die Studie wurde vom Forschungsnetzwerk Alterssicherung der Deutschen Rentenversicherung gefördert.

Im Jahr 2022 litten Rentnerhaushalte besonders stark unter den gestiegenen Strom- und Heizkosten – stärker als der durchschnittliche Haushalt. Der Grund dafür liegt in ihrem höheren Ausgabenanteil für Energie. Rentnerhaushalte, die mit Öl heizen, mussten im vergangenen Jahr eine Inflationsrate von 9,2 Prozent schultern. Zum Vergleich: Im Durchschnitt der Haushalte mit gesetzlichem Rentenbezug betrug die Inflationsrate 8,3 Prozent. Mit 6,9 Prozent fiel die Inflationsrate für Rentnerhaushalte, die auf Fernwärme zurückgreifen konnten, merkbar niedriger aus.

Rentner im ländlichen Raum besonders betroffen

Die höheren Preise für Benzin und Diesel spürten Rentner dagegen deutlich weniger als der Durchschnittshaushalt. Anders für Rentner im ländlichen Raum: Da sie mehr für Verkehr und Energie aufwenden, spürten sie die Preissteigerungen besonders stark. Ihre Inflationsrate lag bei 8,9 Prozent.

Unterschiede in der Belastung zeigen sich auch entlang der Einkommensverteilung der Rentnerhaushalte, die sich im Jahresverlauf teilweise umgekehrt und ausgeglichen haben: „Während zu Beginn des Jahres Rentnerhaushalte mit geringen Einkommen noch weniger von der Inflation belastet waren, kehrt sich das Bild zum Jahresende um“, sagt IW-Ökonomin Judith Niehues. Im Jahresdurchschnitt belastete die Inflation vor allem Rentnerhaushalte mit mittlerem Einkommen, zeigt die IW-Studie.

Zur Methodik: Untersucht wurden 10.600 Rentnerhaushalte, die eine Rente der gesetzlichen Rentenversicherung beziehen. Die Daten stammen aus der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) aus dem Jahr 2018, die größte freiwillige Haushaltserhebung der amtlichen Statistik. Um Aussagen über aktuelle Belastungen treffen zu können, wurden die Konsumdaten der EVS mit monatlichen Preisdaten des Statistischen Bundesamts bis zum Dezember 2022 fortgeschrieben. 

Quelle: IW Köln

Mit Methodik zur perfekten Betriebserkundung – Herzliche Einladung

Der direkte Kontakt und Austausch zu Schulen wird für viele Unternehmen – gerade im Hinblick auf das Thema Fachkräftesicherung – immer wichtiger.

Doch welche Angebote können Sie schaffen, damit diese auch für Schulen ansprechend sind?

Ein typisches Beispiel sind die „Betriebserkundungen“.
Gemeinsam mit Ihnen möchten wir dazu in einen Dialog treten und Ihnen aufzeigen, wie Sie ein interessantes Programm für Schüler*innen gestalten können.

Herzliche Einladung!


TERMIN: 02. März 2023, 14:00 – 16:00 Uhr
ORT: Geschäftsstelle Düsseldorf, Achenbachstr. 28, 40237 Düsseldorf

 

ANMELDUNG


Nach einem kurzen Erfahrungsaustausch beschäftigen wir uns mit den Bausteinen einer erfolgreichen Betriebserkundung. Im Vordergrund der Veranstaltung steht die didaktische Vermittlung an Schüler*innen. Hierzu zeigen wir Praxisbezüge von unseren Projekten, der „Girls & Boys Academy Düsseldorf“ und der Düsseldorfer Tagen der Beruflichen Orientierung.

Die Veranstaltung richtet sich an Unternehmesvertreter*innen, welche neue Angebote für Schüler*innen erstellen oder ihre bereits funktionierenden Angebote auffrischen wollen.

Als Referentinnen stehen Ihnen Ilka Hüsges und Ezgi Yildiz, Stiftung PRO AUSBILDUNG, zur Verfügung.

Wir freuen uns auf Sie!

Konfliktbarometer gibt im Tarifgeschehen Entwarnung – Tarifverhandlungen verliefen deutlich harmonischer als 2021 – dennoch eskalierte der Streit in einigen Branchen

Das Konfliktbarometer des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW-Konfliktbarometer) ermittelt für das gesamte Jahr 2022 im Durchschnitt von 26 untersuchten Tarifkonflikten in 15 Branchen eine Konfliktintensität von 5,3 Punkten, eine maximale Eskalationsstufe von 1,9 und eine Verhandlungsdauer von 3,3 Monaten. Damit verliefen die Tarifverhandlungen deutlich harmonischer als im Jahr 2021. Damals lag die Konfliktintensität mit 11 Punkten je Tarifverhandlung mehr als doppelt so hoch. Die maximale Eskalationsstufe betrug 3,0. Im langjährigen Durchschnitt (2010 bis 2021) lagen die Vergleichswerte bei 8,7 Punkten für die Konfliktintensität, bei 2,4 für die maximale Eskalationsstufe und bei 4,5 Monaten für die Verhandlungsdauer. Die Konfliktintensität gibt an, in welchem Umfang verbale Eskalationsformen (wie Streikdrohungen) und materielle Konflikthandlungen (wie Warnstreiks, Aussperrungen und Streiks) in einem Tarifkonflikt genutzt wurden. Die maximale Eskalationsstufe beschreibt, bis zu welcher Eskalationsstufe sich ein Tarifkonflikt auf einer Skala von 0 bis 7 zuspitzt und die Verhandlungsdauer, über welchen Zeitraum hinweg verhandelt wurde.

Allerdings verbergen sich hinter diesem Durchschnittswert große Branchenunterschiede. Während die Tarifparteien in einigen Branchen wie der Chemischen Industrie, der Papiererzeugenden Industrie und den Universitätskliniken (Ärzte), konfliktfrei zum Kompromiss kamen, eskalierten im Flugsektor zwei Konflikte mit der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit bis hin zum Arbeitskampf. Am konfliktreichsten ging es beim Cockpit von Eurowings zu. Hier fielen insgesamt 30 Konfliktpunkte an, dicht gefolgt von den Banken mit 29 Punkten bei den öffentlichen und 28 Punkten bei den privaten Banken. Auf Platz vier folgt das Cockpit der Lufthansa mit 19 Punkten, Platz 5 teilen sich die Eisen- und Stahlindustrie sowie die Metall- und Elektro-Industrie mit jeweils 16 Punkten.

Bislang hat sich die Tarifpolitik trotz der hohen Inflation überaus stabilitätskonform gezeigt. Die Tariflohndynamik zieht zwar aktuell leicht an, bleibt aber noch im stabilitätspolitischen Rahmen. Dadurch werden Konflikte mit der Europäischen Zentralbank vermieden, an deren Ende eine Stabilisierungsrezession stehen würde. Im Jahr 2023 stehen für fast 11 Millionen Beschäftigte neue Tarifverhandlungen an. Den Auftakt macht unter anderem der Öffentliche Dienst von Bund und Kommunen, wo die Gewerkschaften 10,5 Prozent mehr Geld fordern, mindestens aber monatlich 500 Euro, was effektiv auf 15 Prozent mehr Geld hinausläuft. Sollten sich die Gewerkschaften mit ihren hohen Forderungen, die weit über die Inflationsrate hinausgehen, durchsetzen, droht 2023 eine Lohn-Preis-Spirale. Es ist zu hoffen, dass die im Rahmen der sogenannten Konzertierten Aktion gegen den Preisdruck von der Bundesregierung angebotenen steuerfreien Einmalzahlungen von den Tarifparteien genutzt werden und die Akteure einer Lohn-Preis-Spirale konzertiert entgegenwirken.

Quelle: IW Köln 

METRO AG Vorstandsvorsitzender Dr. Steffen Greubel präsentiert ein Jahr des Fortschritts

Auf der heutigen Hauptversammlung in Düsseldorf präsentierte der Vorstandsvorsitzende der METRO AG Dr. Steffen Greubel den teilnehmenden Aktionären die Fortschritte bei der Umsetzung der sCore-Wachstumsstrategie. Dabei konnte METRO trotz eines herausfordernden Umfelds im vergangenen Geschäftsjahr 2021/22 ein Rekordwachstum sowie sichtbare Erfolge bei der Entwicklung der strategischen Erfolgsindikatoren erzielen, und die- ser Trend wird durch das fortgesetzte Wachstum im aktuellen Geschäftsjahr bestätigt. Entsprechend wird für das Geschäftsjahr 2022/23 ein positives Periodenergebnis und eine Dividendenzahlung erwartet.

Anwesend waren auf der virtuellen Hauptversammlung mit 113 eingeloggten Teilnehmern 82,8 % des gesamten stimmberechtigten Kapitals. Aufsichtsrat und Vorstand wurden von der Hauptversammlung entlastet.

Auf der Tagesordnung standen auch Neu- und Wiederwahlen für den Aufsichtsrat des internationalen Großhändlers. Jana Cejpková und Georg Vomhof wurden als neue Mitglieder in den Aufsichtsrat der METRO AG gewählt. Sie folgen auf Dr. Fredy Raas, Geschäftsführer der Beisheim Holding GmbH in Baar (Schweiz) und der Beisheim Assets gGmbh in Düsseldorf sowie Dr. Liliana Solomon, Group Chief Financial Officer von Awaze Limited, London, UK, die für eine erneute Amtszeit nicht mehr zur Verfügung stehen, so dass eine Neuwahl erforderlich war. Jana Cejp- ková, Ph.D., ist Chief Financial Officer der EP Real Estate, Prag, Tschechien, und Georg Vomhof ist Vorsitzender der Geschäftsführung der Beisheim Capital GmbH und der Beisheim Management GmbH, Düsseldorf.

Darüber hinaus wurden die bisherigen Aufsichtsratsmitglieder Marco Arcelli, Gwyneth Burr und Prof. Dr. Edgar Ernst für eine weitere Amtszeit bestätigt, wobei Prof. Dr. Ernst nur für eine Amtszeit von einem Jahr zur Verfügung steht. Marco Arcelli ist CEO der EP Global Commerce a.s., Prag, Tschechien, Gwyneth Burr ist Vorsitzende des Board of Directors der Skipton Building Society, Skipton, UK und Prof. Dr. Edgar Ernst ist selbstständiger Unternehmensberater in Bonn.

Am 11. Mai 2023 wird METRO die Ergebnisse des ersten Halbjahres des aktuellen Geschäftsjahres berichten.

„DÜSSELDORFER WIRTSCHAFT“ – Podcastfolge 118: Die neuen Arbeitswelten, featured by Vodafone

Willkommen zur 118. Folge der „Düsseldorfer Wirtschaft“. Für alle Menschen, die Düsseldorf lieben und sich für die Wirtschaft interessieren, egal, ob sie in unserer arbeiten, hier ausgebildet werden, oder in Düsseldorf Ihr Geld ausgeben. Sie lernen in unserem Podcast interessante Menschen und Unternehmen kennen, sammeln neue Ideen und können auch ihr eigenes Netzwerk ausbauen. Sie finden uns in der APP Ihrer Wahl und natürlich auf unserer Webseite. Heute gibt es eine Premiere: unsere erste auditive Betriebserkundung. „Mr. Vodafone“ Stefan Schneider führt uns über und durch den Campus am Heerdter Dreieck. Außerdem lernen wir andere nette Menschen kennen. Im „Nachrichten-Müsli“ gibt es die neusten News aus der „Düsseldorfer Wirtschaft“. Im Kollegengespräch philosophieren Lisa Marie und Christoph darüber, was man tun kann, wenn es mal so richtig peinlich wird. Kontakt: www.unternehmerschaft.de, podcast@unternehmerschaft.de.

Die neuste Podcastfolge gibts hier: https://unternehmerschaft.wigadi.de/podcast/

Die Krise weitet sich aus: Beschäftigungsbarometer sinkt – schwierig ist die Lage vor allem in den energieintensiven Branchen wie der Chemie

Die Einstellungsbereitschaft der Betriebe hat etwas nachgelassen. Das ifo Beschäftigungsbarometer sank im Februar auf 99,4 Punkte, nach 100,1 Punkten im Januar. Angesichts des Fachkräftemangels ist jedoch zu erwarten, dass Unternehmen in vielen Branchen weiterhin auf Personalsuche bleiben.

Die Rezession setzt sich fort, wie im Düsseldorfer Konjunkturbarometer im Januar prognostiziert. Die Beschäftigung sinkt, vor allem in energiereichen Branchen und im Dienstleistungsbereich, ausgenommen Gastronomie und Tourismus. Quelle: ifo

In der Industrie sind die Unternehmen etwas zurückhaltender geworden. Im Maschinenbau und der Elektroindustrie wird weiterhin eingestellt. Schwierig ist die Lage in den energieintensiven Branchen wie der Chemie. Auch bei den Dienstleistern hat die Einstellungsbereitschaft etwas nachgelassen. Ausgenommen sind Tourismus und Gastgewerbe: Dort werden vermehrt neue Stellenanzeigen geschaltet. Im Handel herrscht weiterhin Zurückhaltung bei Neueinstellungen. Gleiches gilt für das Bauhauptgewerbe.

Quelle: ifo

Arbeitgeber in großer Sorge – wichtiges Statement in Düsseldorf – Druck auf Landesregierung wird erhöht – Blockaden für Windräder, Trassen und Konverter können wir uns nicht mehr leisten

Kritik am Umsetzungstempo des Landes äußern die Unternehmen in Düsseldorf und NRW. Mit Blick auf die Energiewende sagt der Präsident von Unternehmer NRW, Arndt Kirchhoff, Blockaden für Windräder, Trassen und Konverter könne man sich nicht mehr leisten: „Wir brauchen eine echte Kraftanstrengung, damit die Energiewende, die Mobilitätswende und die Transformation überhaupt gelingen.“ Kirchhoff forderte, schnellere Planungsgenehmigungsverfahren für die Infrastruktur. Quelle: RP, Unternehmer NRW

Als „Kardinalfrage für unser Land“ haben die nordrhein-westfälischen Unternehmer die sichere und bezahlbare Energieversorgung bezeichnet. „Hier entscheidet sich die Wettbewerbsfähigkeit und die Zukunftsfähigkeit des Industriestandorts Deutschland“, sagte der Präsident der Landesvereinigung der Unternehmensverbände Nordrhein-Westfalen (unternehmer nrw), Arndt G. Kirchhoff, in Düsseldorf. Seine größte Sorge für die nächsten Monate bleibe, „dass unsere Unternehmen in eine dauerhafte Energiepreiskrise hineinrauschen“.

Im Vergleich mit anderen Industriestandorten laufe Deutschland angesichts viel zu hoher Energiepreise schon mittelfristig Gefahr, nicht mehr wettbewerbsfähig zu sein. Zwar seien die Energiepreisbremsen im Ansatz gut gemeint, es herrsche aber erheblicher Korrekturbedarf. Gegenwärtig laufe das Instrument völlig ins Leere, die Rückmeldungen insbesondere aus dem energieintensiven Mittelstand führender Industriebranchen wie Chemie, Stahl, Papier, Glas oder Aluminium seien alarmierend. „Wir brauchen schnell einen verlässlichen Industriestrompreis auf europäischer Ebene, und wenn der nicht kommt, dann eben einen Preis für Deutschland“, forderte Kirchhoff, „andernfalls droht uns, dass viele Unternehmen aufgeben müssen mit erheblichen Gefahren für unsere Wertschöpfungsketten.“

Angesichts des enormen Handlungsdrucks bei der Transformation des Landes sei insbesondere bei Planungs- und Genehmigungsverfahren mehr Tempo erforderlich. „2023 muss ein Jahr der Umsetzung werden“, erklärte der NRW-Unternehmerpräsident. Das in Rekord-Geschwindigkeit geplante, errichtete und in Betrieb genommene LNG-Terminal in Wilhelmshaven müsse Benchmark für alle notwendigen Infrastrukturprojekte werden. Deutschland habe zu lange von seiner Substanz gezehrt und seine Infrastruktur sträflich vernachlässigt. „Die Ampel muss jetzt liefern“, erklärte Kirchhoff. Blockaden bei Windrädern, Trassen und Konvertern sowie bei Ausbau und Sanierung von Autobahnen, Straßen, Brücken, Schiene und Wasserstraßen vertrügen sich nicht mit dem vom Bundeskanzler ausgerufenen neuen Deutschland-Tempo. Gleiches gelte für immer neue bürokratische Gesetzesvorhaben und teure arbeits- und sozialpolitische Projekte des Bundesarbeitsministers. Dessen Ankündigungen zu Mobile-Arbeit-Gesetz, Tariftreuegesetz oder Arbeitszeitgesetz ließen befürchten, dass das vom Bundeskanzler angekündigte Belastungs-Moratorium für die Wirtschaft zu einem leeren Lippenbekenntnis verpuffe. Als „geradezu grotesk“ bezeichnete Kirchhoff die von Teilen der Koalition angestoßene Debatte um Steuererhöhungen. „Sie wären eine Blutgrätsche gegen Zukunftsinvestitionen und damit gegen die Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandorts Deutschland“, erklärte er.

Der schwarzgrünen Landesregierung bescheinigte der NRW-Unternehmerpräsident einen „vielversprechenden Start“. Der Austausch der Wirtschaft mit den Mitgliedern des Kabinetts sei eng, die Zusammenarbeit vertrauensvoll. Mit Blick auf die ehrgeizigen Ziele der Koalition, erstes klimaneutrales Industrieland Europas werden und bis 2030 aus der Kohleförderung im Rheinischen Revier aussteigen zu wollen, bezeichnete Kirchhoff diese Legislaturperiode als „entscheidend“. Es seien gewaltige Anstrengungen in nahezu allen Bereichen notwendig. „Wir brauchen auch ein neues Nordrhein-Westfalen-Tempo“, betonte Kirchhoff. Er erwarte, dass die Landesregierung auch einen eigenen Beitrag für die Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandorts NRW leiste. Die wirtschaftsfeindlichen umweltpolitischen Sonderwege gingen nach wie vor über EU- und Bundesrecht hinaus und blieben ein schwerer Bremsklotz für Investitionen. Auch bei Umweltverträglichkeitsprüfungen müsse es um Artenschutz insgesamt gehen, „aber nicht um jeden einzelnen Feldhamster“.

Eine höhere Geschwindigkeit benötige NRW auch beim Thema Wasserstoff. Der Transformationsdruck habe sich durch den Wegfall russischen Gases noch einmal erhöht, umso wichtiger sei der schnellstmögliche Ausbau von Pipelines an die Seehäfen. Die NRW-Industrie benötige dieses wichtige Signal, um in die Umrüstung ihrer Anlagen zu investieren. Nur so könne die Transformation der Wirtschaft auch gelingen. „Und wir brauchen gerade in dieser Zukunftsfrage erst einmal alle Wasserstoff-Farben“, erklärte Kirchhoff. An dieser Stelle müsse die Landesregierung Kurs halten.

Den Fachkräftemangel auf breiter Front bezeichnete der NRW-Unternehmerpräsident als „eines der zentralen Wachstumshemmnisse“. Die Landesregierung müsse in diesem Langfrist-Projekt jetzt kurzfristig wirkende Weichen stellen. Dies gelte für den KITA-Ausbau zur Erleichterung der Erwerbsbeteiligung in Familien. Die Berufsorientierung an Schulen müsse bereits vor Klasse 8 beginnen, Gymnasien müssten bei diesem Thema viel mehr in die Pflicht genommen werden. Und auch bei der Datenerfassung müsse endlich etwas geschehen, damit unversorgte Schulabgänger oder Studienabbrecher nicht im Nirwana verschwänden, sondern berufliche Perspektiven erhielten. Überdies müsse in Behörden etwa durch einen schnelleren Vollzug von Verfahren eine Willkommenskultur für Zugewanderte etabliert werden.

Unsere Stadt produziert bald Wasserstoff selbst

Die Stadtwerke Düsseldorf investieren in einen Elektrolyseur mit einer Leistung von einem Megawatt (MW), um künftig grünen Wasserstoff vor Ort produzieren zu können. Die Rheinbahn beschafft im Rahmen der Umstellung ihres Fuhrparks auf klimafreundliche Antriebe 20 Brennstoffzellen-Busse. Foto: Stadtwerke

Bis 2035 will die Landeshauptstadt Düsseldorf klimaneutral werden. Im Verkehrssektor ist Wasserstoff (H2) eine interessante Option. Deswegen investieren die Stadtwerke Düsseldorf und die Rheinbahn in Wasserstoff-Technologie. Im Zusammenspiel mit batterie-elektrischer Mobilität soll ein wichtiger Beitrag zur Erreichung der Klimaschutzziele geleistet werden. Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller begrüßt, dass die Stadttöchter bei dem Thema gemeinsam Fahrt aufnehmen. Dabei kooperieren sie mit dem erfahrenen Wasserstofftankstellenbetreiber H2 MOBILITY Deutschland.

Für den Klimaschutz bringt bei dieser Kooperation jeder Partner seine Stärken ein: Die Stadtwerke Düsseldorf investieren in einen Elektrolyseur mit einer Leistung von einem Megawatt (MW), um künftig grünen Wasserstoff vor Ort produzieren zu können. Die Rheinbahn beschafft im Rahmen der Umstellung ihres Fuhrparks auf klimafreundliche Antriebe 20 Brennstoffzellen-Busse. Die ersten zehn werden in den kommenden Wochen ausgeliefert, die anderen zehn befinden sich aktuell im Bestellprozess. An einer Tankstelle des Partnerunternehmens H2 MOBILITY werden zukünftig diese Busse auf dem Gelände der Stadtwerke am Höherweg in Flingern betankt. „Wir arbeiten konsequent an der Umsetzung unserer Strategie für die Erreichung der Klimaschutzziele und der stetigen Verbesserung der Lebensqualität am Wirtschaftsstandort Düsseldorf. Die Investition in Wasserstofftechnologie ist ein weiterer, wichtiger Schritt, um dieses Ziel zu erreichen. Bis 2030 wollen wir zwei Milliarden Euro in die Entwicklung unserer Stadt und unseres Unternehmens investieren“, sagt Julien Mounier, Vorstandsvorsitzender der Stadtwerke Düsseldorf.

Der Startpunkt für das gemeinsame Engagement der beiden Stadttöchter war die Unterzeichnung der entsprechenden Verträge mit H2 MOBILITY. Mit der Förderzusage durch das Bundesministerium für Digitales und Verkehr entschieden sich die Stadtwerke für die Investition in den für die Produktion von Wasserstoff notwendigen Elektrolyseur. In den kommenden Wochen sollen die ersten Busse mit Brennstoffzellen-Technologie bei der Rheinbahn in den Testbetrieb gehen. Die neue Wasserstofftankstelle soll spätestens Mitte 2024 auf dem Gelände der Stadtwerke entstehen. Bis dahin werden die Busse der Rheinbahn an der Oerschbachstraße in Düsseldorf-Reisholz ihren Wasserstoff tanken.

Düsseldorfs Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller (CDU) begrüßt die Investitionen der Stadttöchter und die beschlossene Kooperation als Meilenstein auf dem Weg zur Klimaneutralität 2035 und der Verkehrswende: „Dies ist ein gutes Beispiel dafür, dass die Klimaneutralität 2035, die wir erreichen wollen, ein realistisches Ziel ist. Ich freue mich, dass Rheinbahn und Stadtwerke gemeinsam den Klimaschutz im Verkehrssektor vorantreiben. Busse und Bahnen sind das Rückgrat für ein sich änderndes Mobilitätsverhalten. Aber neben dem Ausbau brauchen wir auch eine Optimierung der Antriebe. Der Einsatz von Batterie-elektrischen und Brennstoffzellen-Bussen in der Rheinbahn-Flotte ist ein Gewinn für den Klimaschutz, für die Luftreinhaltung und für eine moderne Mobilität in der Landeshauptstadt Düsseldorf. Deswegen unterstützen wir dieses Projekt gerne.“

Wasserstoff kommt neben der batterie-elektrischen Mobilität eine Schlüsselrolle bei der Verkehrswende zu. Die Rheinbahn setzt hier künftig auf einen Mix von batterie-elektrischer Mobilität und Brennstoffzelle. Beide Technologien reduzieren Emissionen wie Stickoxide, CO2 und Lärm. Das Projekt leistet so einen wesentlichen Beitrag für Klimaschutz und Lebensqualität in unserer Stadt.

Die Rheinbahn erhält die ersten zehn Busse in den kommenden Wochen und bereitet diese für den Testbetrieb vor. Im zweiten Quartal 2023 sollen die modernen Busse auf der Linie 732 zum Einsatz kommen. „Wir werden so umfangreiche Erkenntnisse für einen zukünftigen Einsatz dieser neuen Technologie sammeln können“, sagt der Vorstandsvorsitzende und Arbeitsdirektor der Rheinbahn, Klaus Klar und betont: „Das Umstellen unserer Busflotte auf emissionsfreie Antriebe ist eine Aufgabe von höchster Priorität. 2035 ist angesichts der Herausforderungen beim Klimaschutz nicht mehr weit weg. Deswegen braucht es starke Partner wie die Stadt Düsseldorf, die Stadtwerke Düsseldorf, H2 MOBILITY und die Rheinbahn. Neben batterie-elektrischen Fahrzeugen halten wir auch die Brennstoffzellen-Technologie für ein wichtiges Standbein der Antriebswende. So unterstützen wir die Klimaziele der Stadt und leisten unseren Beitrag zur Verbesserung der Luftqualität in Düsseldorf und der Region.“

Die Stadtwerke Düsseldorf wollen den für das Projekt „SWDhydrogenium“ notwendigen Wasserstoff auf ihrem Betriebsgelände am Höherweg in Flingern erzeugen. Der Strom, der dafür zum Einsatz kommen wird, ist Grünstrom, der in der Müllverbrennungsanlage produziert wird. Der Abfall dort hat zu 50 Prozent einen so genannten biogenen Ursprung und ist damit den Erneuerbaren Energien gleichgesetzt. Es schließt sich ein Kreislauf: Aus den Abfällen der Düsseldorfer:innen wird die Energie für den Antrieb der öffentlichen Busse gewonnen.

Das Projekt wird im Rahmen des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie mit insgesamt rund 1,2 Millionen Euro durch das Bundesministerium für Digitales und Verkehr gefördert. Die Förderrichtlinie wird von der NOW GmbH koordiniert und durch den Projektträger Jülich (PtJ) umgesetzt. Die Gesamtkosten für die Realisierung des Projekts liegen bei drei Millionen Euro.

Julien Mounier: „Wir freuen uns, dass wir mit diesem Projekt zeigen können, wie die Kooperation zwischen zwei Stadttöchtern Innovation und Klimaschutz vor Ort erlebbar macht. Neben dem Ausbau der Ladesäulen-Infrastruktur ein weiteres Beispiel dafür, wie die Stadtwerke Düsseldorf die Infrastrukturen so ausbauen, dass auch der Mobilitätssektor seinen Beitrag leisten kann, das Klimaschutzziel 2035 zu erreichen. Und: Wasserstoff wird auch in der Energiewirtschaft eine Rolle spielen. Mit diesem Projekt können wir erste Erfahrungen sammeln, die wir auch für die Dekarbonisierung der Energieversorgung benötigen werden.“

H2 MOBILITY betreibt heute die meisten der rund 100 öffentlichen Wasserstofftankstellen in Deutschland: „Damit der Umstieg auf alternative Kraftstoffe wie Wasserstoff in Deutschland gelingen kann, brauchen wir Partnerschaften wie diese. So kann der Hochlauf von Fahrzeugen, die Produktion von grünem Wasserstoff und der Aufbau der Infrastruktur optimal gelingen. Unsere Wasserstofftankstellen sind alle öffentlich zugänglich, so dass das H2-Tankangebot kostenoptimiert für viele entsteht“, sagt Lorenz Jung, Chief Commercial Officer bei H2 MOBILITY Deutschland.

Ukraine-Krieg und Energiekrise belasten Produktionsentwicklung in der Metall- und Elektro-Industrie

Die Produktion in der Metall- und Elektro-Industrie (M+E-Industrie) lag 2022 nur um 1,8 Prozent über dem Vorjahr. Das geht aus den aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervor. Die Erholung reichte erneut nicht aus, um die Rückgänge in den Jahren 2019 und 2020 – Industrierezession und Corona-Pandemie – auszugleichen. Im Jahresdurchschnitt lag das Produktionsniveau um 9 Prozent unter dem Stand des Vorkrisenniveaus von 2018.

„Der Krieg in der Ukraine und die Energiekrise bremsen die Erholung in der M+E-Industrie weiter aus. Infolge von anhaltenden Lieferengpässen und Kostenexplosionen musste die Produktion zum Teil gedrosselt werden. Erst im Laufe der zweiten Jahreshälfte 2022 stabilisierte sich die Lage etwas, was im gesamten Jahr ein leichtes Produktionsplus ermöglichte“, zog Gesamtmetall-Chefvolkswirt Lars Kroemer Bilanz.

Die Entwicklung wurde durch Engpässe und Kostenexplosionen im Einkauf belastet. Im Jahresmittel waren 89 Prozent der M+E-Firmen von Produktionsbehinderungen betroffen. Neben fehlendem Material (77 Prozent) waren die M+E-Unternehmen von Fachkräfteengpässen (42 Prozent) beeinträchtigt. Gleichzeitig stiegen die Kosten oftmals schneller als die Erlöse, was die finanziellen Möglichkeiten für Investitionen und Innovationen weiter einschränkte. So erhöhten sich die Preise für Vorleistungsgüter im Jahresdurchschnitt um 19 Prozent, die Stromkosten stiegen um 94 Prozent und die Gaspreise um 185 Prozent. Angesichts des beschleunigten Strukturwandels stellt die Kostenexplosion für viele M+E-Firmen eine zusätzliche, massive Herausforderung dar.

Kroemer weiter: „Der Ausblick ist daher sehr gemischt. Einerseits sind die Neuaufträge rückläufig: 2022 gingen in Summe 4 Prozent weniger Bestellungen als 2021 ein. Andererseits haben sich Erwartungen und Produktionspläne der M+E-Firmen zu Jahresbeginn verbessert, da der Auftragsbestand noch auf einem hohen Niveau ist und sich Lieferketten und Energiepreise etwas stabilisiert haben. Für 2023 gehen wir von einer Seitwärtsbewegung aus. Die Heterogenität in der M+E-Industrie dürfte weiter groß sein.“

Weitere Informationen unter www.gesamtmetall.de/branche/me-zahlen