Düsseldorfer Unternehmensberatung weiß: Weltweiter Markt für Batterien wächst rasant

Der weltweite Markt für Batterien wächst rasant: Bis 2030 wird die Nachfrage von heute 700 GWh um jährlich 30% auf dann 4.700 GWh wachsen. Die Umsätze steigern sich auf über 400 Milliarden US-Dollar im Jahr 2030. Mit 4.300 GWh entfällt der größte Teil der Nachfrage auf Batterien für Anwendungen in der Mobilität, der Rest auf stationäre Energiespeicher und Batterien für Unterhaltungselektronik. Dies geht aus einer neuen Studie von McKinsey & Company in Düsseldorf mit dem Titel „Battery 2030: Resilient, sustainable, and circular“ hervor, die die Unternehmensberatung gemeinsam mit der Global Battery Alliance und seinen Mitgliedern veröffentlicht hat – einem Zusammenschluss von über 130 Unternehmen, Regierungen, Wissenschaftsorganisationen und NGOs. Die Nachfrage nach Batterien wird sich damit deutlich beschleunigen und 2030 bedeutend größer sein als bislang von vielen Experten angenommen.

Zellfertigung und Aktivmaterialien größte Umsatzquellen

„Durch die Nachfrage nach Batterien entsteht aktuell ein gigantischer Markt und ein neues Ökosystem rund um Geschäftsmodelle, Technologien, Rohmaterialien und Recycling“, sagt Martin Linder, Co-Autor der Studie und Senior Partner im Münchner Büro von McKinsey. „Jetzt geht es darum, gemeinsame Standards zu schaffen und die Transparenz in der Lieferkette zu erhöhen, um eine resiliente, nachhaltige und möglichst kreislaufbasierte Batterieindustrie für das Jahr 2030 aufzubauen.“ Das Verfolgen der Klimaziele, regulatorische Anreize, ein hohes Kundeninteresse für E-Autos und klare Ausstiegspläne vieler Autohersteller aus dem Verbrennungsmotor sind die wesentlichen Treiber für den Batteriemarkt. Im Batterie-Ökosystem sind die Aktivmaterialien (Anode/Kathode) mit 110 Milliarden US-Dollar sowie die Zellfertigung (121 Milliarden US-Dollar) die größten Umsatzquellen, gefolgt vom Packaging (74 Mrd. US-Dollar), Refining (52 Mrd. US-Dollar) und der Rohstoffförderung (34 Mrd. US-Dollar). „Bis 2030 wird das Thema Recycling mit rund 13 Milliarden US-Dollar Umsatz von der Größe her noch eine untergeordnete Rolle spielen. Die Technologien und Geschäftsmodelle werden jedoch heute mit Hochdruck und industrieübergreifend entwickelt Bis 2040, wenn mehr Batterien das Ende ihrer Lebensdauer erreicht haben, dürfte dieser Markt auf dann 40 Milliarden US-Dollar wachsen“, so Linder. Gleichzeitig nimmt die Regionalisierung der Batterieproduktion zu – Investitionsprogramme wie der Inflation Reduction Act in den USA führen dazu, dass die drei großen Nachfrageregionen Asien, USA und Europa jeweils ihre eigene Fertigung und Supply Chain aufbauen. China bleibt mit 45% der Gesamtnachfrage nach Lithium-Ionen-Batterien im Jahr 2025 und 40% im Jahr 2030 der größte Abnehmer. Die Wachstumsraten sind jedoch in der EU und in Nordamerika am größten, da die Autoindustrie darauf drängt, die Batteriefertigung näher an die Fahrzeugfertigung anzusiedeln. Insgesamt werden bis 2030 über 120 neue Batteriefabriken weltweit an den Start gehen. Über 60% dieser angekündigten neuen Kapazität wird in China liegen, 19% in Europa und 13% in den USA.

„Trotz der Ankündigungen vieler Projekte – die Batterieindustrie wird auf Jahre hinaus weiter von Knappheiten bestimmt sein und bleibt damit ein Angebotsmarkt“, sagt Patrick Schaufuss, Co-Autor der Analyse und Partner im Münchner McKinsey-Büro. „Nicht alle angekündigten Projekte werden voraussichtlich wie geplant realisiert werden. Zudem gibt es noch keinen Spotmarkt für Batterien, denn viele Projekte basieren auf langfristigen Lieferverträgen.“ Knappheiten bestehen vor allem bei den benötigten Maschinen zum Aufbau einer Batterieproduktion, bei Baumaterialien und bei den benötigen Arbeitskräften.

Die größte Herausforderung wird jedoch perspektivisch die Versorgung mit Rohstoffen sein. Vor allem beim Lithium zeichnet sich ein drohender Engpass ab. Basierend auf bisherigen Ankündigungen für die Batterieproduktion könnte der Lithiumbedarf 2030 nur zu weniger als der Hälfte gedeckt sein. „Theoretisch ist Lithium auf der Erde in ausreichender Menge vorhanden – für den Abbau müssen die Investitionen in neue Förderprojekte jedoch massiv erhöht werden“, warnt Schaufuss. Bei Mangan und Nickel könnte die Nachfrage ebenfalls etwas höher liegen als das Angebot, bei Kobalt und Graphit scheinen die für 2030 avisierten Produktionskapazitäten die Nachfrage decken zu können.

Martin Linder: „Der Aufbau resilienter, nachhaltiger und kreislaufbasierter Batterie-Ökosysteme ist ein Kraftakt – nur im Schulterschluss aller Stakeholdern werden sich die größten Herausforderungen lösen lassen: Von Umweltaspekten wie der Rohstoffförderung und der Entsorgung über soziale Fragen wie Arbeitsschutz bis hin zu Governance-Aspekten.“

Die vollständige Studie steht hier zum Download zur Verfügung: https://ots.de/8Kbopv

Eine spannende Challenge und Düsseldorfer Azubi beweisen ihr Können

Azubi-Tag in Düsseldorf. Foto: ots

Praxisbezogen, motivierend und wertschätzend: Der Azubi-Tag im Bezirk Düsseldorf war ein voller Erfolg. In angenehmer Atmosphäre kamen am 4. Januar sechs Auszubildende zu Verkäuferinnen bzw. Verkäufern in der KODi-Filiale Düsseldorf-Friedrichstraße zu einem interessanten Austausch zusammen. Ausbilderin und Filialleiterin Alexandra Berg sowie Verkaufsleiter Christian Wittag teilten ihr Wissen mit den Azubis, bevor es für diese an die selbständige Durchführung der Aufgaben ging.

Getreu dem Motto „Fördern, fordern, nicht überfordern“, führt der Verkaufsbezirk Düsseldorf auch in diesem Jahr seine Schulungsreihe fort. Neben der Vermittlung des theoretischen Wissens, ist insbesondere der Austausch der Auszubildenden untereinander wichtig. Die sechs Azubis nutzten den Tag, um über eigene Erfahrungen und Lösungswege für unterschiedliche Situationen in der Filiale zu berichten. Alexandra Berg, die als Ausbildungskoordinatorin im Bezirk Düsseldorf fungiert, ist zufrieden: „Die Azubis sind interessiert, serviceorientiert und mit viel Herzblut für unsere Kundinnen und Kunden da.“

Auch die jungen Auszubildenden waren begeistert und lobten besonders, dass man sich für sie Zeit genommen hätte, um sich ihre Ideen und Vorschläge anzuhören. Durch den gemeinsamen Austausch hätten sie zudem neue Einblicke in das Unternehmen gewonnen.

Die Ausbildung von Fach- und Führungskräften hat für KODi einen großen Stellenwert. Sowohl in der Zentrale als auch in den Filialen erwartet die Auszubildenden bei KODi eine praxisorientierte und abwechslungsreiche Ausbildung. Neben der praktischen Arbeit vor Ort, können die Azubis auf der E-Learning-Plattform VOCANTO Lernvideos, Kontrollfragen und Prüfungssimulationen zur Vertiefung des theoretischen Wissens nutzen. Die Mitarbeiter-App KODiConnect ermöglicht darüber hinaus einen standortübergreifenden Austausch und fördert den Zusammenhalt untereinander.

Düsseldorfer Tage der Beruflichen Orientierung: der Erklärfilm für Schülerinnen und Schüler

Vom 24. – 29. März 2023 finden in unserer Stadt die „Düsseldorfer Tage der Beruflichen Orientierung“ statt. Viele Betriebe aus allen Branchen öffnen an diesen vier Tagen ihre Türen und stellen sich als Ausbildungsunternehmen vor. In vier bis sechs Stunden lernen die Schülerinnen und Schüler die Betriebe und ihre Ausbildungsberufe kennen. Oft dabei auch die Azubis, die auf Augenhöhe ihre Jobs am besten erklären können. Und die Schülerinnen und Schüler stellen ihre Fragen und bekommen bestimmt auf alle ihre Fragen auch Antworten. Für Betriebe und die Teilnehmenden sind die DTBO kostenfrei. Unternehmen stellen ihre Angebote ein unter www.berufsorientierungstage.de und die Schülerinnen und Schüler buchen sie. Wie das geht erklärt Ezgi Yildiz, Projektleiterin unserer Stiftung Pro Ausbildung, in diesem kleinen Filmchen.

Wieder eine schlechte Nachricht aus der Wirtschaft: Hoher Auftragsbestand beginnt zu bröckeln

Der reale (preisbereinigte) Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe war nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im November 2022 kalender- und saisonbereinigt 1,2 % niedriger als im Oktober 2022. Der Rückgang dürfte unter anderem auf sinkende Auftragseingänge und sich zuletzt entspannende Lieferketten zurückzuführen sein. Der Auftragseingang im November 2022 sank um 5,3 % zum Vormonat und erreichte damit sein niedrigstes Niveau seit Juli 2020 (siehe Pressemitteilung Nr. 007 vom 6. Januar 2023). Verminderte Lieferkettenprobleme führen dazu, dass Aufträge einfacher abgearbeitet werden können. Trotz des Rückgangs befindet sich der Auftragsbestand weiter auf einem hohen Niveau: Im Vergleich zum November 2021 war der Auftragsbestand kalenderbereinigt 3,1 % höher.

Blick aufs eigene Unternehmen: Optimismus sinkt rapide

Petra Justenhoven, Sprecherin der Geschäftsführung von PwC Deutschland. Foto: ots/pwc

26. Global CEO Survey von PwC: Mehr als 80 Prozent der deutschen CEOs rechnen mit einem Rückgang des Weltwirtschaftswachstums / Inflation, makroökonomische Volatilität und geopolitische Konflikte sind die größten Gefahren fürs Geschäft / Technologie ist Investitionsfeld in der Krise

Weltweit großer Pessimismus bei den CEOs: 73 Prozent der Unternehmenslenker:innen rechnen mit einem Rückgang des Weltwirtschaftswachstums. Noch vor einem Jahr waren es lediglich 15 Prozent. An eine Steigerung des Weltwirtschaftswachstums glauben in diesem Jahr nur 18 Prozent der CEOs (Vorjahr: 77 Prozent). In Deutschland sind CEOs noch pessimistischer: 82 Prozent von ihnen rechnen im kommenden Jahr mit einem Rückgang des Weltwirtschaftswachstums (Vorjahr: 19 Prozent). Nur etwa jeder siebte deutsche CEO (14 Prozent, Vorjahr: 76 Prozent) glaubt an eine Steigerung des Weltwirtschaftswachstums.

Das sind Ergebnisse des 26. Global CEO Survey der Düsseldorfer Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC, an dem rund 4.500 CEOs aus 71 Ländern teilgenommen haben.

Blick aufs eigene Unternehmen: Optimismus sinkt rapide

Schon der 25. Global CEO Survey zeigte, dass der Optimismus der CEOs in Deutschland mit Blick auf das eigene Unternehmen bröckelt. Der Trend setzt sich fort: In diesem Jahr sind nur noch 35 Prozent sehr zuversichtlich, dass ihre Organisation in den kommenden zwölf Monaten wächst (weltweit: 42 Prozent). Im Vorjahr waren es 59 Prozent. 20 Prozent der CEOs hierzulande sind nicht zuversichtlich, dass ihr Unternehmen wachsen wird (Vorjahr: 9 Prozent).

Eine bessere Prognose geben die CEOs in Deutschland für das Wachstum ihrer Organisation in den kommenden drei Jahren ab. 59 Prozent sind sehr zuversichtlich, dass ihr Unternehmen in den nächsten drei Jahren wächst (weltweit: 53 Prozent). Im vergangenen Jahr machten jedoch noch 67 Prozent diese Angabe.

„Klimawandel, Krieg in Europa, Energiekrise, Inflation: Wir alle stehen vor strukturellen und systemischen Problemen. Doch Krisenzustand und Optimismus dürfen sich nicht ausschließen. Es braucht Zuversicht und Mut, um die notwendigen Transformationsprojekte, etwa die Digitalisierung und die Dekarbonisierung, erfolgreich umzusetzen“, so Petra Justenhoven, Sprecherin der Geschäftsführung von PwC Deutschland (Foto). „Um die Herausforderungen von heute und in Zukunft zu lösen, sollten CEOs auf das Zusammenspiel von Mensch und wegweisender Technologie setzen. So schaffen sie nachhaltige Werte und sichern das Vertrauen ihrer Stakeholder – heute und in Zukunft.“

Als Wirtschaftsstandort bleibt Deutschland von hoher Relevanz: Das Ausland sieht Deutschland auch in diesem Jahr als den drittwichtigsten Wachstumsmarkt. 18 Prozent der CEOs ausländischer Unternehmen gaben an, dass Deutschland für ihr Unternehmenswachstum in den kommenden zwölf Monaten wichtig sei (Vorjahr: 18 Prozent). Nur die USA (40 Prozent, Vorjahr: 41 Prozent) und China (23 Prozent, Vorjahr: 27 Prozent) werden von den CEOs weltweit als noch wichtiger gesehen.

Inflation, makroökonomische Volatilität und geopolitische Konflikte bereiten Sorgen

Die Inflation hat 2022 Rekordhöhen in Deutschland erreicht. Das beunruhigt CEOs: 39 Prozent der deutschen CEOs gaben an, dass die Inflation ihr Unternehmen sehr stark gefährdet (weltweit: 40 Prozent). Darüber hinaus sehen CEOs ihre Organisationen durch geopolitische Konflikte (31 Prozent, weltweit: 25 Prozent) und makroökonomische Volatilität (31 Prozent, weltweit: 31 Prozent) gefährdet. Cyber-Risiken und der Klimawandel, im Vorjahr Platz eins und zwei der größten Sorgen, liegen nun knapp dahinter. Dennoch wissen die deutschen CEOs weiterhin um die Gefahr von Cyber-Risiken wie Hacking, Überwachung und Desinformation (29 Prozent, weltweit: 20 Prozent) und dem Klimawandel (20 Prozent, weltweit: 14 Prozent). Gesundheitsrisiken – darunter Pandemien wie Covid-19 – sehen acht Prozent der deutschen CEOs als Gefahr an (weltweit: 14 Prozent). Soziale Ungleichheit gaben vier Prozent (weltweit: sechs Prozent) an.

Ökonomische Herausforderungen sorgen für Änderungen im Betrieb

Die ökonomischen Herausforderungen haben Folgen: 92 Prozent der CEOs in Deutschland sagen, dass sie aufgrund der aktuellen Marktlage die Betriebskosten reduzieren werden oder dies schon getan haben (weltweit: 85 Prozent). 91 Prozent gaben an, dass sie die Preise anheben werden oder dies schon getan haben (weltweit: 80 Prozent). 88 Prozent suchen alternative Zulieferer (weltweit: 75 Prozent). Zudem gaben 82 Prozent an, dass sie derzeit laufende Projekte und größere Initiativen re-evaluieren (weltweit: 74 Prozent). Und 67 Prozent sagen, dass sie Investitionen verlangsamen (weltweit: 54 Prozent). Mehr als jeder vierte CEO in Deutschland (27 Prozent) glaubt nicht, dass das eigene Unternehmen in zehn Jahren noch wirtschaftlich tragfähig sein wird, wenn der derzeitige Kurs beibehalten wird. Weltweit sagen das 39 Prozent.

Technologie als Investitionsfeld in der Krise

86 Prozent der CEOs in Deutschland gaben an, in den kommenden zwölf Monaten in die Automatisierung von Prozessen und Systemen zu investieren (weltweit: 76 Prozent). Den Einsatz von Technologie ausbauen und in Cloud-Lösungen, KI (Künstliche Intelligenz) sowie weitere Lösungen investieren möchten 71 Prozent (weltweit: 69 Prozent). Zudem werden die Einführung alternativer Energien (61 Prozent, weltweit: 34 Prozent) und die Qualifizierung und Weiterentwicklung von Mitarbeitenden (57 Prozent, weltweit: 72 Prozent) als Investitionsbereiche genannt. Viele deutsche CEOs sehen auch Investitionsbedarf im Bereich Nachhaltigkeit: 51 Prozent von ihnen gaben an, dass ihr Unternehmen in die Dekarbonisierung des eigenen Geschäftsmodells investieren wird (weltweit: 31 Prozent). Zudem gaben 49 Prozent an, dass sie finanzielle Mittel zur Anpassung der Lieferketten freimachen werden (weltweit: 41 Prozent).

Die Studie und weitere Informationen auf: www.pwc.de/ceosurvey

Live-Shopping-Studie: Mehrheit der Deutschen offen für Online-Kauf-Events – Marktpotential für Mode- und Kosmetikartikel riesig

Dieser Trend wird im Online-Handel im deutlicher – auch in unserer Stadt: digitale Verkauf-Events. Aber, wie sehen eigentlich die Erwartungen der Kunden aus. Das hat eine neue Studie der rheinischen Strategieberatung Simon-Kucher & Partners herausgefunden. Erstes Ergebnis: Anbieter benötigen zukünftig eine differenzierte Produkt- und Preisstrategie.

  • 66 Prozent können sich vorstellen, bei einem Live-Shopping-Event einzukaufen
  • Davon 80 Prozent für Mode & Bekleidung und 73 Prozent für Kosmetik & Pflege
  • Nur 8 Prozent haben Erfahrung mit Live-Shopping-Käufen: Großes Marktpotential
  • 23 Prozent rechnen mit einem höheren Preis, 37 Prozent mit einem niedrigeren Preis

Live-Shopping könnte laut einer Studie der Strategieberatung Simon-Kucher & Partners über die Zukunft des Handels entscheiden. Der Grund: Zwei von drei Deutschen sind offen für digitale Verkauf-Events. Aber nur acht Prozent haben bis jetzt derartige Käufe getätigt. Dies offenbare ein riesiges Marktpotential.

Mehr als ein Hype: Hersteller und Handel müssen sofort reagieren

„Besonders Mode- und Kosmetikartikel sind prädestiniert für Live-Shopping“, erklärt Benedikt Schmitz, Direktor in der Consumer Goods & Retail Practice von Simon-Kucher. Von den 66 Prozent, die sich vorstellen können im Rahmen von digitalen Live-Events einzukaufen, seien 80 Prozent an Mode und Bekleidung, 73 Prozent an Kosmetik und Pflegeprodukten interessiert. „Nicht nur Mode- und Kosmetikmarken, sondern auch Händler müssen auf die Nachfrage reagieren und schnellstmöglich entsprechende Verkaufskanäle aufsetzen.“

China als Vorbild für Rekordumsätze via Live-Shopping

Wie wichtig eine zeitnahe Marktpositionierung ist, zeige dabei der Vergleich mit China. Hier entfallen bereits zehn Prozent aller Online-Käufe auf Live-Shopping. „An einem halben Tag machten zwei Influencer hier einen Umsatz von 300 Milliarden. Das ist doppelt so hoch wie der durchschnittliche Umsatz im B2C-ECommerce in Deutschland in dieser Zeit“, so Schmitz. „Der Markt entwickelt sich rasant. Und das Potential für Live-Shopping in Deutschland ist riesig.“

Manche Konsumenten erwarten höhere Preise, andere günstigere

Die Strategie hinter Live-Shopping-Kanälen sei allerdings komplex. Denn laut der Simon-Kucher Studie rechnen 23 Prozent mit niedrigeren Preisen als im regulären Handel, 37 Prozent aber mit höheren. „Unterschiedliche Shopper-Erwartungen erfordern eine differenzierte Produkt- und Preisstrategie. Im besten Fall kaufen Shopper direkt beim ersten Event und werden zu Fans des Formats. Es braucht daher sowohl Angebote für Schnäppchenjäger als auch Premium-Käufer“, erklärt Nina Scharwenka, Global Head of Consumer und Partnerin bei Simon-Kucher.

Hauptaufgabe: Ängste nehmen und Vertrauen schaffen

„Dass aktuell vergleichsweise wenig Kunden in Deutschland Live-Shopping Events nutzen, hat viel mit der Angst vor dem Ungewissen zu tun“, erklärt Benedikt Schmitz. 47 Prozent halten das Format laut der Simon-Kucher-Studie für unseriös, 26 Prozent haben Vorbehalte was Bestell- und Rückgaberegeln betrifft. „Unternehmen müssen Vertrauen aufbauen. Durch Transparenz aber auch durch bekannte Gesichter als Markenbotschafter und Moderatoren. Wer neben attraktiven Angeboten, dann noch eine einfache Interaktion bietet, ist auf dem besten Weg.“

Live-Shopping ist eine Online-Vertriebsform (E-Commerce). Das Angebot ist dabei zeitlich begrenzt, die Produkte oft limitiert oder zu Sonderpreisen erhältlich. Im Gegensatz zum klassischen Teleshopping können potenzielle Kunden beim Live-Shopping mit den Moderatoren interagieren und Fragen stellen.

*Über die Studie: Die Ergebnisse basieren auf einer repräsentativen Umfrage von Simon-Kucher & Partners im Jahr 2022 unter insgesamt 494 Teilnehmern in Deutschland, die zu Live-Shopping, Kaufargumenten und Preiserwartungen befragt wurden.

Text: ots
Foto: dm

2023: Die neue, deutlich höhere Homeoffice-Pauschale

Die Homeoffice-Pauschale ist mit 1.260 Euro im Jahr mehr als doppelt so hoch wie früher. Bestimmte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer dürfen jetzt außerdem die Homeoffice-Pauschale und die Entfernungspauschale am gleichen Arbeitstag nutzen. Und auch der Arbeitnehmer-Pauschbetrag wurde erhöht. Wie alles zusammenhängt, erklärt der Lohnsteuerhilfeverein Vereinigte Lohnsteuerhilfe e. V. (VLH).

Die neue Homeoffice-Pauschale: So wird gerechnet

Pro Arbeitstag im Homeoffice dürfen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sechs Euro für bis zu 210 Arbeitstage im Jahr von der Steuer absetzen – also bis zu 1.260 Euro jährlich. Früher waren es lediglich fünf Euro am Tag und maximal 120 Tage Homeoffice im Jahr, also nur bis zu 600 Euro jährlich.

Die Rechnung: 210 Tage x 6 Euro = 1.260 Euro

Übrigens: Auch wer 211 oder 250 Tage im Jahr von zu Hause arbeitet, darf nicht mehr als den Maximalbetrag von 1.260 Euro absetzen.

Homeoffice-Pauschale liegt jetzt über dem Arbeitnehmer-Pauschbetrag

Seit 2023 liegt der Arbeitnehmer-Pauschbetrag – auch als Werbungskostenpauschale bekannt – bei 1.230 Euro im Jahr. Das bedeutet: Werbungskosten in Höhe von 1.230 Euro werden Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ohne Kostennachweis pauschal steuerlich anerkannt. Bis 2021 waren es lediglich 1.000 Euro, für das Jahr 2022 lag der Arbeitnehmer-Pauschbetrag bei 1.200 Euro.

Den größten Posten in puncto Werbungskosten machen häufig die Fahrtkosten aus. Nehmen wir als Beispiel eine Arbeitnehmerin, die im Homeoffice arbeitet: Für sie fallen die Fahrten zur Arbeitsstelle häufig weg, deshalb kann sie auch weniger Kosten für das Pendeln über die Entfernungspauschale (auch Pendlerpauschale genannt) abziehen.

Aber: Weil die Homeoffice-Pauschale auf bis zu 1.260 Euro jährlich angehoben wurde, liegt die Arbeitnehmerin allein damit über dem ebenfalls erhöhten Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.230 Euro. Fährt sie die restlichen Arbeitstage ins Büro oder hat weitere Werbungkosten, kommen diese Ausgaben für die Steuererklärung noch hinzu.

Auch neu: Homeoffice-Pauschale und Entfernungspauschale gleichzeitig nutzen

Bestimmte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer können seit 2023 die Homeoffice-Pauschale und die Entfernungspauschale am gleichen Arbeitstag nutzen: Nämlich diejenigen, die am gleichen Tag zur Arbeit fahren und von zuhause arbeiten, weil sie am Arbeitsort keinen Arbeitsplatz haben.

Das gilt zum Beispiel für Lehrerinnen und Lehrer, die an einem Tag zur Schule fahren und anschließend von zuhause aus ihren Unterricht vor- oder nachbereiten. Sie können jetzt bis zu 210 Tage im Jahr die Homeoffice-Pauschale nutzen und – sofern sie an den entsprechenden Tagen in der Schule waren – gleichzeitig die Entfernungspauschale in ihrer Steuererklärung angeben. Heißt konkret: Für die ersten 20 Kilometer der einfachen Fahrtstrecke sind es 30 Cent pro Kilometer und ab dem 21. Kilometer sind es seit 2022 sogar 38 Cent, die berechnet werden können.

Früher: Arbeitnehmer-Pauschbetrag hat die Homeoffice-Pauschale geschluckt

Vor dem 1. Januar 2023 lag der Arbeitnehmerpauschbetrag bei 1.000 Euro bzw. bei 1.200 Euro und die Homeoffice-Pauschale bei maximal 600 Euro im Jahr. Da bisher die Homeoffice-Pauschale nicht zusätzlich zum Arbeitnehmer-Pauschbetrag gerechnet wurde, sondern der Arbeitnehmer-Pauschbetrag den Mindestwerbungskostenabzug für Angestellte darstellt, profitierten bis 2022 nur diejenigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die zusammen mit ihren übrigen Werbungskosten bis zum Jahr 2021 über 1.000 und im Jahr 2022 über 1.200 Euro kamen.

Hatte eine Arbeitnehmerin für das Jahr 2022 weitere Werbungskosten von beispielweise 700 Euro und war zudem mindestens 120 Tage im Homeoffice aktiv, durfte sie bei der Steuererklärung 1.300 Euro als Werbungskosten angeben: 700 Euro Werbungskosten + 600 Euro Homeoffice-Pauschale = 1.300 Euro.

Das heißt: Erst wenn die Arbeitnehmerin 2022 mit ihren weiteren Werbungskosten und der Homeoffice-Pauschale auf einen Betrag von mehr als 1.200 Euro kam, wirkten sich die über den Arbeitnehmer-Pauschbetrag liegenden Kosten in der Steuererklärung aus.

Fazit: Alle Arbeitnehmer/innen profitieren von der Homeoffice-Pauschale 2023

Von der Anhebung der Homeoffice-Pauschale profitieren alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Sie können mehr im Homeoffice arbeiten, erhalten einen höheren Pauschalbetrag und liegen außerdem ab 206 Tagen im Homeoffice allein damit über dem Arbeitnehmer-Pauschbetrag. Alles, was an Werbungskosten außerdem hinzukommt, dürfen sie zusätzlich von der Steuer absetzen.

Außerdem: Wer am Arbeitsort keinen eigenen Arbeitsplatz hat, kann neuerdings die Homeoffice-Pauschale und die Entfernungspauschale am gleichen Arbeitstag nutzen, zumindest für bis zu 210 Tage im Jahr und sofern an diesen Tagen der Arbeitsort aufgesucht wurde.

Und schließlich: Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die überhaupt nicht im Homeoffice arbeiten (können oder dürfen), erhalten mit dem erhöhten Arbeitnehmerpauschbetrag einen höheren Steuerabzug zu ihrem Vorteil. Wer mehr als rund 19 Kilometer einfache Fahrt zur Arbeitsstätte hat und an mindestens 220 Tagen im Jahr dort gearbeitet hat, kommt außerdem mit den Fahrtkosten über den Arbeitnehmer-Pauschbetrag – und sollte deshalb alle tatsächlichen Werbungskosten überprüfen.

Die VLH: Größter Lohnsteuerhilfeverein Deutschlands

Der Lohnsteuerhilfeverein Vereinigte Lohnsteuerhilfe e. V. (VLH) ist mit mehr als 1,2 Millionen Mitgliedern und rund 3.000 Beratungsstellen bundesweit Deutschlands größter Lohnsteuerhilfeverein. Gegründet im Jahr 1972, stellt sie außerdem die meisten nach DIN 77700 zertifizierten Berater.

Die VLH erstellt für ihre Mitglieder die Einkommensteuererklärung, beantragt sämtliche Steuerermäßigungen, prüft den Steuerbescheid und einiges mehr im Rahmen der eingeschränkten Beratungsbefugnis nach § 4 Nr. 11 StBerG.

Quellen: ots/vlh

Strategischer Schritt im Bereich der Digitalisierung: Rheinmetall beteiligt sich am IT-Hardware-Spezialisten Incooling B.V., Niederlande

Der Düsseldorfer Technologiekonzern Rheinmetall geht eine strategische Partnerschaft mit Incooling B.V. ein, einem niederländischen Spezialisten für IT-Serverlösungen, und erwirbt einen Anteil an der Gesellschaft.

Diese Investition ist nicht nur ein weiterer wichtiger Schritt im Kontext der strategischen Transformation der Rheinmetall Division Sensors and Actuators im Bereich Digitalisierung. Der Einstieg bei der in Eindhoven ansässigen Incooling B.V. zielt auch darauf ab, sie bei der Vermarktung ihrer Next Generation-Serverlösungen zu unterstützen. Darüber hinaus stärkt die Investition die Kompetenzen von Rheinmetall – neben Digitalisierung – in vier weiteren strategischen Technologie-Clustern: Automatisierung, Sensorik, alternative Mobilität und künstliche Intelligenz.

Da virtuelle Dienste im Alltag von Unternehmen und Menschen eine immer größere Rolle spielen, stehen Rechenzentren vor der großen Herausforderung, ihren CO2-Fußabdruck zu reduzieren. Gleichzeitig gilt es, den Energieeinsatz, der häufig aus den eigenen, städtischen Stromnetzen stammt, bei gleichzeitig stabiler Stromversorgung zu optimieren. Incooling entwickelt Zwei-Phasen-gekühlte Server der nächsten Generation, die eine herausragende Performance bieten und gleichzeitig den Energieverbrauch erheblich senken.

Die Serversysteme von Incooling werden mit Phasenwechsel-Kühltechnologie und KI-basierten Steuerungssystemen entwickelt, die darauf abzielen, die Temperatur zu senken, bei der die CPUs derzeit arbeiten. Dadurch erreichen die Server von Incooling die schnellsten Prozessorgeschwindigkeiten bei deutlich geringerem Energieverbrauch im Vergleich zu Server-Systemen, die derzeit auf dem Markt sind. Dies ist besonders vorteilhaft für die anspruchsvollsten Anwendungen wie künstliche Intelligenz (AI), High Performance Computing (HPC), umfangreiche F&E-Simulationen sowie Hochfrequenzhandel für Banklösungen.

Rene Gansauge, CEO des Rheinmetall-Geschäftsbereichs Sensors and Actuators, erklärt dazu: „Dies ist für uns eine wichtige, zukunftsorientierte Partnerschaft und Investition im Rahmen unserer strategischen Transformation. Die Spitzentechnologie von Incooling ist eine perfekte Ergänzung zu den Kompetenzen von Rheinmetall. Rheinmetall wird seine Expertise im Thermomanagement, im Bereich Industrialisierung und als Technologiepartner einbringen. Gemeinsam werden wir einen digitalen und nachhaltigen Fußabdruck schaffen.“

Incooling resümiert, dass die Partnerschaft von beiden Partnern gleichermaßen vorangetrieben wurde. Rudie Verweij, Mitbegründer und CEO von Incooling: „Die Beschaffung von Kapital für Hardware-Unternehmen ist nicht einfach, insbesondere wenn es um die Halbleiterindustrie geht. Wir freuen uns sehr, jetzt mit einem Unternehmen zusammenzuarbeiten, das nicht nur Kapital bereitstellen kann, sondern auch Unterstützung bei der Schaffung von erstklassigen Lieferketten bietet und über ein beispielloses Fachwissen beim Aufbau extrem zuverlässiger High-Tech-Systeme verfügt. Wir freuen uns darauf, unsere Lösungen unseren Pilotkunden zur Verfügung zu stellen.“

Neben der finanziellen Beteiligung wird Rheinmetall den Partner Incooling auch mit seinem Know-how in hochwertigen Fertigungs- und Montageprozessen unterstützen. Die Zusammenarbeit nutzt dabei die operative Kompetenz von Rheinmetall zur Stärkung der Incooling Innovation.

Über Incooling

Incooling wurde nach einer gemeinsamen Initiative der Eindhoven Start-up Alliance, unterstützt von ASML und Philips, unter der Leitung des Deep-Tech-Venture-Building-Programms von HighTechXL gegründet, um strategisch wichtige Ventures zu schaffen, die die Position der Region im Deep-Tech-Start-up-Ökosystem stärken. Mit der Mission, den Planeten Server für Server klimaneutraler zu machen, hat Incooling die einzigartigen Eigenschaften der Phasenwechselkühlung angepasst und Kühlsysteme der nächsten Generation entwickelt, die darauf ausgerichtet sind, das volle Potenzial der Rechenzentrumsbranche auszuschöpfen.

Incooling wurde bereits mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Costa and Enabling Tech Award von XTC, und wurde vor kurzem als einer der Finalisten der Tech Crunch Disrupt 20 in San Francisco, Kalifornien, gelistet.

Azubis als Ausbildungsbotschafter – Unternehmen, die sich gerne beteiligen möchten, finden bei uns alle Informationen

Die Zahl der Lehrstellen ist größer als die Nachfrage. Mit zahlreichen Initiativen bringen wir den Schülerinnen und Schülern die Arbeitswelt näher: die „Düsseldorfer Ausbildungsbotschafter“, gemacht vom Kompetenzzentrum Berufliche Orientierung unserer Stiftung Pro Ausbildung, können Schülerinnen und Schülern sehr anschaulich und nachvollziehbar erzählen, warum sie sich für eine betriebliche Ausbildung entschieden haben. Sie kennen alle Fragen, die sich Jugendliche bei der Berufswahl stellen. Zudem haben sie schon genügend Erfahrung, um ihnen zu sagen, was an ihrem Beruf Spaß macht und wie es ist, erstes eigenes Geld zu verdienen. Die Betriebe, die ihre Auszubildenden als Botschafter entsenden, sind mit großer Begeisterung dabei. Kernpunkt der Initiative sind mehrtägige, kostenfreie Ausbildungsworkshops, die bei den Azubis sehr beliebt sind. Diese fanden jetzt wieder statt, dankenswerter Weise führten wir diesmal die Workshops bei unserem Partner, der IHK, durch. Ein großes Dankeschön auch an unsere Trainerinnen: Christina Opelt und Christina Moeser. Unternehmen, die sich gerne beteiligen möchten, finden alle Infos unter www.ausbildungsbotschafter-duesseldorf.de.

Immer mehr Apotheken müssen schließen – Versorgung teilweise schwierig – dramatische Lieferengpässe

Die Bedingungen für Inhaberinnen und Inhaber öffentlicher Apotheken sind alles andere als optimal – viele finden, gerade auf dem Land, keine Nachfolger. Die Bereitschaft, eine Apotheke neu zu eröffnen oder zu übernehmen, wirkt so gering wie nie. Das geht aus den jüngsten Zahlen der Apothekerkammer Nordrhein hervor. Seit 1999 setzt sich der Trend fort, dass im Kammerbezirk (Regierungsbezirke Köln und Düsseldorf) Jahr für Jahr mehr Apotheken schließen als neue eröffnen. „Wir haben heute fast 400 öffentliche Apotheken weniger als noch vor zehn Jahren. Das hat Auswirkungen auf die wohnortnahe Versorgung der Menschen mit Arzneimitteln. Unser dichtes Netz bekommt Löcher, das darf so nicht weitergehen“, fordert Dr. Armin Hoffmann, Präsident der Apothekerkammer Nordrhein in Düsseldorf-Stockum.

„Die Floskel vom Apothekensterben – jedes Jahr dieselbe Leier, aber es ändert sich einfach nichts“, ärgert sich der Kammerpräsident. Die Politik müsse endlich gegensteuern. Die Situation für künftige Selbständige müsse dringend verbessert werden. „Es muss sich wieder lohnen, eine Apotheke zu übernehmen.“ Eine immer mehr um sich greifende Bürokratie, das jüngste Spargesetz der Bundesregierung, akuter Fachkräftemangel und katastrophale Liefer- und Versorgungsengpässe bei Medikamenten und Wirkstoffen machen den Inhaberinnen und Inhabern öffentlicher Apotheken das Leben schwer.

42 Apotheken weniger als zu Beginn vergangenen Jahres – so die besorgniserregende Botschaft beim Blick in die jüngste Statistik: 53 Schließungen stehen nur elf Neueröffnungen gegenüber. Einzig in der Kreisstelle Viersen ist der Saldo positiv (1 Eröffnung, keine Schließung). Schlechter sieht es im Erftkreis (-7), in Düsseldorf (-6) und Köln (-5) aus. Die Apothekendichte ist in Bonn am größten, wo eine Apotheke durchschnittlich 3.653 Menschen versorgt, im Durchschnitt sind es 4.772 Einwohnerinnen und Einwohner in Nordrhein. Ähnlich gut versorgt wirken demnach Düsseldorf, Krefeld und die Städteregion Aachen. Wer auf die Zahlen schaut, könnte annehmen, dass die Menschen in Düren, Duisburg, Wuppertal und Kleve schlechter versorgt sind. In Remscheid müssen sich 6.259 Patienten eine Apotheke teilen. „De facto kann das aber ganz anders aussehen“, so Dr. Hoffmann, „denn gerade auf dem Land müssen viele Menschen weitere Wege zur nächsten Apotheke in Kauf nehmen.“

Gerade für den Nacht- und Notdienst hat die sinkende Zahl der Apotheken Konsequenzen: Auch hier werden die Wege für Patientinnen und Patienten in Einzelfällen länger. „Noch können wir die flächendeckende Versorgung sicherstellen. Setzt sich der Trend über die nächsten Jahre fort, müssen wir wohl umdenken“, befürchtet der Kammerpräsident.

Liefer- und Versorgungsengpässe, Corona, Impfstoffe – die Situation für die Teams in den Apotheken ist fordernd wie nie. „Und dennoch gelingt es meinen Kolleginnen und Kollegen, den PTA, PKA, Boten und allen, die sich für die dezentrale Versorgung stark machen, noch jedes Problem zu lösen. Sie leisten hervorragende Arbeit, jede und jeder einzelne von ihnen“, dankt der Kammerpräsident. „Auch und gerade in der Krise sind die über 2.000 Apotheken in unserem Kammerbezirk für die Menschen da, seien die Umstände auch noch so widrig. Auf die Apotheke vor Ort können sich die Menschen verlassen.“