3M: Ausbildende auf Parookaville 2022

Es gibt Jobs, und es gibt coole Jobs. Einen besonders coolen Job hatten jetzt die Auszubildenden von 3M am Standort in Neuss. Denn sie dürften das Sponsoring des Unternehmens beim diesjährigen Parookaville Festival selbst organisieren und durchführen. Das Parookaville Festival auf dem Airport Weeze ist mit durchschnittlich 80.000 Besuchern jährlich eines der größten Electronic-Dance-Festivals in Deutschland. Nach einem Corona-konformen „Mini-Festival“ in 2020 und der Absage 2021 soll das Parookaville in diesem Jahr wieder im gewohnten Rahmen stattfinden.

Die 3M-Azubis entwickelten das Sponsoring-Konzept komplett eigenständig. Sie planten ihre eigenen Aktionen und kümmerten sich um das eigene Budget. Vieles hatten sich die Azubis einfallen lassen. So gab es beispielsweise eine „3M Safety Apotheke“ mit Gehörschutz, Pflaster und auch Klebeband. Und am Foto-Hotspot „Wall of Dreams“ konnten die Festivalbesucher ihre Wünsche und Träume auf Post-it Notizen schreiben und anschließend ein Selfie schießen. Die jungen 3M Nachwuchskräfte erstellten auch den Content über das Event für ihre Social Media Kanälen.

Eine rund herum gelungene Azubi-Aktion.

Neuer Hundebesuchsdienst des DRK-Düsseldorf für Senioren

Hundegestützte Aktivitäten können bei demenziell veränderten Menschen Gefühle und Erinnerungen aktivieren, mobilisierend aber auch beruhigend wirken und für Freude und Abwechslung sorgen. Aus diesem Grund hat das Demenznetz des DRK-Düsseldorf (Mitglied in der Unternehmerschaft Düsseldorf) einen Hundebesuchsdienst für Seniorinnen und Senioren mit und ohne Demenz initiiert, der nun allen Interessierten offensteht.

Um das Angebot zu realisieren, warb das Demenznetz in den vergangenen Monaten Hundehalter mit einem menschenbezogenen und gut sozialisierten Hund an und schulte die Besuchsteams umfassend. Hierfür kooperierte das DRK-Düsseldorf mit der Hundeschule Hundetalente. Über 10 Hund-Halter-Teams nahmen an der Qualifizierung teil und freuen sich nun auf die ersten ehrenamtlichen Besuche.

Der Hundebesuchsdienst soll die Seniorinnen und Senioren direkt in den eigenen vier Wänden erreichen, um Einsamkeit und sozialer Isolation entgegenzuwirken. Zudem können die hundegestützten Aktivitäten die Kontaktfähigkeit als auch die sensomotorischen und kognitiven Fähigkeiten der Senioren fördern und die Angehörigen stundenweise entlasten.Die Kosten für den Hundebesuchsdienst des DRK-Düsseldorf können von der Pflegekasse übernommen werden. Wenden Sie sich bei Interesse an: Deutsches Rotes Kreuz Düsseldorf, Marion Fleischer, Tel.: 0211 56685182, E-Mail: marion.fleischer@DRK-Duesseldorf.de

Dr. Wilhelm von Moers zum Vizepräsidenten von unternehmer nrw gewählt

Die nordrhein-westfälischen Unternehmer haben ihren Präsidenten Arndt G. Kirchhoff am Mittwoch auf ihrer Mitgliederversammlung in Düsseldorf für zwei weitere Jahre im Amt bestätigt. Kirchhoff war im Jahr 2016 zum Präsidenten der Landesvereinigung der Unternehmensverbände Nordrhein-Westfalen (unternehmer nrw) gewählt worden. Die Spitzenorganisation der nordrhein-westfälischen Wirtschaft vertritt die Anliegen von 129 Mitgliedsverbänden mit 80.000 Betrieben und mehr als drei Millionen Beschäftigten. Kirchhoff ist Vorsitzender des Beirats der KIRCHHOFF Gruppe mit Sitz in Iserlohn. Das Familienunternehmen beschäftigt weltweit rund 12.500 Mitarbeiter und erzielt einen Umsatz von 2,25 Milliarden Euro. Zum Vizepräsidenten wurde gewählt Dr. Wilhelm von Moers (Foto), Geschäftsführer Handelshof Management GmbH, Köln / Landesverband Großhandel-Außenhandel-Dienstleistungen NRW, Düsseldorf. Herr von Moers wurde von unserem Großhandelsverband vorgeschlagen und vertritt die Interessen der Groß- und Außenhändler in NRW.

Unternehmensverbände fordern wirksame Entlastungen bei Energiepreisen

Die nordrhein-westfälischen Unternehmer haben die Politik in Bund und Land eindringlich aufgefordert, „wirklich alles zu tun, damit unsere Wirtschaft stark bleibt“. Dies sei die zentrale Voraussetzung dafür, sich auch künftig gegenüber den Autokratien dieser Welt erfolgreich behaupten zu können. „Nur mit einer starken Wirtschaft werden wir sozialpolitisch, gesellschaftspolitisch und auch sicherheitspolitisch in Zukunft stark sein können“, erklärte der Präsident der Landesvereinigung der Unternehmensverbände Nordrhein-Westfalen (unternehmer nrw), Arndt G. Kirchhoff, auf dem Unternehmertag seiner Organisation am Mittwoch in Düsseldorf. Er appellierte zugleich an die Politik, die Unternehmen auf den globalen Märkten nicht allein zu lassen. Deutschland müsse den Menschen überall auf der Welt immer wieder aufs Neue beweisen, „dass sie in unserem Gesellschafts- und Wirtschaftssystem ein besseres Leben haben“. Kirchhoff warb auch für ein neues Miteinander „mit unseren Freunden in der Welt“. Die europäische Politik müsse schleunigst einen neuen Anlauf für ein umfassendes Freihandelsabkommen mit den USA nehmen.

Mit Blick auf die Energiepreiskrise forderte Kirchhoff die Politik dringend zu wirksamen Entlastungen für die Wirtschaft auf. Die Unternehmen benötigten wettbewerbsfähige Energiepreise, sonst verlöre Deutschland seine industrielle Basis und damit die Grundlage für Arbeitsplätze und Zukunftsinvestitionen im Land. „Bei allem Respekt vor der Krisenpolitik der Bundesregierung: Was wir hier erleben, ist bislang noch völlig unzureichend“, sagte Kirchhoff. Angesichts der drohenden Gasmangellage warnte der NRW-Unternehmerpräsident vor Tabus und Denkverboten in der Energiepolitik. Die Beschleunigung der Energiewende sei zwar völlig richtig, um Deutschland bei der Energieversorgung unabhängiger zu machen. „Das allein wird aber kurzfristig nicht reichen“, so Kirchhoff. Daher müssten Kohlekraftwerke noch schneller aus der Reserve ans Netz und die Laufzeit der Kernkraftwerke mindestens im Streckbetrieb verlängert werden. Die teuren Gaskraftwerke hingegen müssten umgehend weitestmöglich raus aus der Stromerzeugung. „Es gilt unbedingt einen Blackout aus humanitären und wirtschaftlichen Gründen zu vermeiden. Und auch: Weil es sonst ein Sieg für Putin wäre“, betonte Kirchhoff.

Als „völlig unverständlichen Anachronismus im Zeitalter der Digitalisierung“ bezeichnete Kirchhoff das neue Nachweisgesetz von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil. Das Gesetz solle vordergründig Arbeitsbedingungen transparenter machen, dessen detaillierte Regelungen aber zwängen Unternehmen in die Rückkehr zur Zettelwirtschaft. Trotz der hochgradig angespannten Wirtschaftslage schraube der Arbeitsminister unverdrossen an neuen sozialpolitischen und bürokratischen Belastungen für die Unternehmen. Und gleichzeitig füge der wiederholte staatliche Eingriff beim Mindestlohn der Tarifautonomie schweren Schaden zu. Auch die sozialen Sicherungssysteme in Deutschland seien angesichts der demografischen Entwicklung in der gegenwärtigen Verfassung nicht zukunftsfest. „Umso unverständlicher ist die parteiübergreifende Ablehnung weiter Teile der deutschen Politik, über eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit auch nur nachzudenken“, erklärte der NRW-Unternehmerpräsident.

Von der neuen schwarz-grünen Landesregierung erwarten die nordrhein-westfälischen Unternehmer in dieser Legislaturperiode zentrale Weichenstellungen für eine erfolgreiche Transformation. „Die kommenden fünf Jahre sind entscheidend für die Zukunftsfähigkeit des Landes“, betonte Kirchhoff. Ohne eine massive Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren werde allerdings der Umbau Nordrhein-Westfalens zum ersten klimaneutralen Industrieland Europas nicht klappen. „Der Landesregierung muss klar sein, dass der Umbau des Landes an dieser Frage scheitern kann“, sagte Kirchhoff. Aufgrund der Ressortverteilung im Landeskabinett hätten die Grünen mit der Zuständigkeit für Wirtschaft, Energie, Klima, Umwelt und Verkehr nun eine besondere Verantwortung für zentrale Infrastrukturbereiche des Landes. Sie seien für NRW existenziell, weil sich dort der Erfolg des notwendigen grundlegenden Strukturwandels entscheide. Erwiesen sich die Grünen hier als Pacemaker, brächte ihnen dies viel Vertrauen der Unternehmer zurück. Dies sei in der rot-grünen Regierungszeit zwischen 2010 und 2017 verloren gegangen, als das Land unter einer zu oft bremsenden grünen Wirtschafts- und Umweltpolitik massiv gelitten habe.

Hoffen auf Regen

Der Rheinpegel bei Düsseldorf sinkt und sinkt. Leittragende sind neben den Schiffern und ihren Familien selbst unser Hafen in Düsseldorf und auch die Betriebe, die ihre Güter auf dem transportieren, beispielsweise unsere Unternehmen der chemischen Industrie und der Metall- und Elektroindustrie.

Wer in diesen Tagen am Rhein spazieren geht, dem fällt es besonders auf. Der Rheinpegel sinkt und sinkt. Grund sind die Sommerhitze und der ausbleibende Regen. Auch, wenn die eigentliche Fahrrinne noch nicht betroffen ist, so schränkt das Niedrigwasser dann doch die Schifffahrt extrem ein. Das betrifft auch die Kohle, die seit dem Krieg besonders wichtig geworden ist. Aber, auch andere Dinge sind betroffen, wie Getreide, Chemikalien und Mineralien. Das Problem: wegen des niedrigen Wasserstands fahren die Schiffe derzeit mit weniger als der Hälfte der üblichen Ladungsmenge.

Das Niedrigwasser ist allerdings kein neues Problem. Bereits 2018 war das Niedrigwasser rekordverdächtig tief. – damals entstand ein wirtschaftlicher Schaden von rund 5 Milliarden Euro.

Ähnliche konjunkturelle Einbrüche könnte es in diesem Jahr geben, sollte der Wasserstand des Rheins den Transport großer Gütermengen verhindern. Leittragende sind neben den Schiffern und ihren Familien selbst unser Hafen in Düsseldorf und auch die Betriebe, die ihre Güter auf dem transportieren, beispielsweise unsere Unternehmen der chemischen Industrie und der Metall- und Elektroindustrie.

Problematisch ist das Niedrigwasser auch, das haben wir gestern im Rahmen einer Veranstaltung in Düsseldorf diskutiert, da die geringeren Transportmengen auf bereits angespannte Lieferketten treffen. Und eine eingeschränkte Produktion treibt letztlich die Preise in Höhe, denn: die Betriebe können auf Straße und Schiene ausweichen – aber diese Transportwege sind erheblich teurer.

Außerdem stellt sich die Frage, wer beispielsweise die Züge und LKWs fahren soll – auch hier herrscht einer extremer Fachkräftemangel.

So hoffen wir weiter auf Regen: in Düsseldorf, NRW und Deutschland.

Jetzt kommt die „große Arbeiterlosigkeit“ – die Unternehmerschaft Düsseldorf unterstützt mit dem eigenen Expertenteam „Fachkräftesicherung“

Nein, es ist kein Schreibfehler. Den Begriff „Arbeitslosigkeit“ kennen wir alle. „Arbeiterlosigkeit“ ist eine neue Wortschöpfung und ist ein anderes Wort für „Fachkräftemangel“24.

Derzeit haben die Unternehmen die größten Probleme damit, Personal mit Berufsausbildung oder Fortbildungsabschluss zu finden. Trotz der Auswirkungen der Corona-Pandemie besteht nach wie vor in vielen Berufen Fachkräftemangel. So gab es im Dezember 2020 insgesamt fast 200 Engpassberufe: hier gibt es weniger qualifizierte Arbeitslose als offene Stellen gab. Der demografische Wandel wird die Engpässe künftig weiter verstärken. Um Unternehmen bei der Fachkräftesicherung zu unterstützen, arbeiten wir als Unternehmerschaft Düsseldorf mit unseren eigenen Expertinnen und Experten sowie allen wichtigen Unterstützungspartnern zusammen, beispielsweise auch mit dem „Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung“ unseres Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW).

In Workshops, Seminaren und Vorträgen begleiten wir die Betriebe bei diesem Thema. Hier einige Tipps für unsere Unternehmen:

  • EMPLOYER BRANDING: Stärken Sie Ihre Arbeitgebermarke, beispielsweise durch neue bzw. familienfreundliche Arbeitszeiten, schöne und praxisnahe Arbeitsumgebenheiten, Möglichkeiten des mobilen Arbeitens, sinngebende Tätigkeiten und nachhaltige Jobs. Wir begleiten Sie gerne mit Experten und Workshops. Zudem starten wir eine neue „Green Edition“-Plattform.
  • NEUE ZIELGRUPPEN ANSPRECHEN: Gestalten Sie Ihre Teams heterogener. Denken Sie auch an Geringqualifizierte, Einwanderer, Mütter und Väter, „wiedereinsteigende“ Frauen und Männer, Alleinerziehende, ältere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Quereinsteiger. Wir begleiten Sie gerne mit Experten und Workshops.
  • PRODUKTIVITÄT ERHÖHEN: Optimieren Sie Ihre Arbeitsprozesse und setzen Sie Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter effektiv und an den richtigen Stellen ein. Automatisieren Sie sich wiederholende Tätigkeiten. Wir arbeiten mit Start-Ups zusammen, die beispielsweise entsprechende Software-Programme entwickeln. Wir begleiten Sie gerne mit Experten und Workshops.

So sieht es mit dem Fachkräftemangel in NRW aus: LINK!

Berufliche Orientierung in Düsseldorf: erfolgreicher „Thementag 2022“

Nach der zwangsbedingten Coronapause gab es in diesem Jahr wieder einen „Thementag 2022“ für die Klassenlehrerinnen und -lehrer – gemacht von der Kommunalen Koordinierung der Landeshauptstadt Düsseldorf und unterstützt von der Stiftung Pro Ausbildung der Unternehmerschaft Düsseldorf.

In Vorträgen und Workshops wurden die „Standardelemente“ der Beruflichen Orientierung vorgestellt und interaktiv besprochen, beispielsweise der Berufswahlpass, die Berufsfelderkundungen, Praktika und Praxisphasen sowie die schulische Begleitung.

Hauptakteure in diesem Bereich sind neben den Koordinatorinnen und Koordinatoren für Berufliche Orientierung (StuBo’s) vor allem auch die Klassenlehrerinnen und -lehrer. Sie motivieren die Schülerinnen und Schüler sich mit ihrem Weg in die Arbeits- und Berufswelt intensiv zu beschäftigen. Dabei werden sie von den Expertinnen und Experten in unserer Stadt begleitet, beispielsweise der Unternehmerschaft Düsseldorf, der HWK und IHK, der Agentur für Arbeit und der Kreishandwerkerschaft. Auch diese waren am Thementag dabei, stellten ihre Angebote vor und konnten auch direkt angesprochen werden.

Der Tag begann mit einem Impulsvortrag von Professor Thorsten Bührmann zum Thema „Warum Berufsorientierung immer wichtiger wird“. Diesen Vortrag und alle Materialien finden Sie in Kürze auf der Seite der Kommunalen Koordinierung.

Wir danken den Kolleginnen und Kollegen, die diesen Tag möglich gemacht haben: Schulamtsdirektor Uwe Schorscher, Gregor Nachtwey, Christiane Stedeler-Gabriel, Andre Odenthal, Milena Pape, Ute Scheid, Renate Kiszkiel, Ezgi Yildiz, Claudia Abels, Katja Breuer, Eva Christen, Christina Moeser und Christoph Sochart.

Den Vortrag von Herrn Professor Bührmann finden Sie auch hier: https://www.youtube.com/watch?v=FriiCAOqdRI

Ausbildungskampagne #NRWirtschaftBildetAus

Mit der Ausbildungskampagne #NRWirtschaftBildetAus macht unternehmer nrw auch in diesem Sommer darauf aufmerksam, wie wichtig Ausbildung für die Wirtschaft ist. Auch der NRW-Wirtschaftsblog nimmt daher das Thema „Ausbildung“ in den Fokus. „Die verschiedenen Ausbildungsmöglichkeiten, Förderungen und Hilfen für Auszubildende bieten in meinen Augen fantastische Möglichkeiten für die individuelle Karriere“, schreibt die Vorsitzende des Ausschusses Kultur und Bildungim EU-Parlament, Sabine Verheyen MdEP, im aktuellen Beitrag für Klartext im Westen.
Die Ministerin für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen, Dorothee Feller, schreibt im Blog der Vorwoche über die Zukunft der Ausbildung. Vier Punkte seien dafür wesentlich: Berufsorientierung, Durchlässigkeit von beruflicher und akademischer Bildung, Digitalisierung und Internationalisierung.

Zum Blog

Neue Zahlen Gastgewerbe NRW: Umsätze steigen – Existenzsorgen auch

Die Umsätze steigen, die Existenzsorgen auch. So lässt sich laut Hotel- und Gaststättenverband die derzeitige Lage der Gastro- und Hotelbranche beschreiben. Höheren Umsätzen stehen deutlich gestiegene Kosten gegenüber, heißt es. Die Umsätze in den Restaurants und Gaststätten in Düsseldorf hätten noch nicht das Vor-Corona-Niveau von 2019 erreicht. Wie geht es den Hotels, den Kneipen, den Bars in unserer Stadt? Der Hotel- und Gaststättenverband hatte Anfang August eine Umfrage gestartet. Sorgen machen vor allem die unsichere Energieversorgung und die Personalknappheit. So stiegen die durchschnittlichen Kosten für Gas im Juli gegenüber dem Juli des Vorjahres um 55 Prozent, für Strom um 42 Prozent und für Lebensmittel um 25 Prozent. Der Branchenverband fordert die Politik deswegen auf, die Energieversorgung zu sichern und die Kostenexplosion bei Strom und Gas zu begrenzen.

Trotz zuletzt gestiegener Umsätze während der Pandemiezeit wächst der Druck in Gastronomie und Hotellerie. Der Hauptgrund: Den höheren Umsätzen stehen deutlich gestiegene Kosten gegenüber. Zudem ist das Vor-Corona-Niveau von 2019 noch lange nicht erreicht. Die unsichere Energieversorgung und die Personalknappheit setzen dem Gastgewerbe außerdem zu. Der DEHOGA NRW fordert alle staatlichen Anstrengungen, die Energieversorgung zu sichern und die Kostenexplosion bei Gas und Strom zu begrenzen. Von zentraler Bedeutung bleibt zudem die Geltung der reduzierten Mehrwertsteuer auf Speisen über 2022 hinaus.

Der Druck auf das Gastgewerbe zwischen Rhein und Weser lässt nach zweieinhalb Jahren Corona-Pandemie nicht nach, auch wenn der angekündigte Ausschluss von Lockdowns mehr Planungssicherheit für kommenden Herbst und Winter verspricht. „Die Umsätze nähern sich nominal zwar dem Vor-Corona-Niveau an. Die massiven Kostensteigerungen, vor allen Dingen bei Gas, Strom und Lebensmitteln sowie die deutlich gestiegenen Löhne bedeuten aber real deutliche Einschnitte in den Betriebsergebnissen. Die Existenzsorgen wachsen wieder“, beschreibt Patrick Rothkopf, Präsident DEHOGA Nordrhein-Westfalen, die Lage im Gastgewerbe und verweist auf offizielle Zahlen von IT NRW und eigene Erhebungen des DEHOGA NRW (Deutscher Hotel- und Gaststättenverband).

  • Nach IT NRW stiegen die Umsätze im Vergleich zum Vorjahres-Juni und auch zum Vormonat Mai, allerdings lagen sie real – also unter Berücksichtigung der Preisentwicklung – immer noch signifikante 12,2 Prozent unter denen von Juni 2019. Das reale Umsatzminus in der ersten Jahreshälfte im Vergleich zu 2019 addiert sich auf hohe 22,2 Prozent!
  • In einer Umfrage des DEHOGA* unter Gastronomen und Hoteliers in NRW zeigt sich das toxische Potenzial der Kostenexplosion, deren Ende nicht absehbar ist: So stiegen die durchschnittlichen Kosten für Gas im Juli gegenüber dem Juli des Vorjahres um 55 Prozent, für Strom um 42 Prozent, für Lebensmittel um 25 Prozent, für Personal um 18 Prozent und für Getränke um 16 Prozent.

„Deutlich höhere Kosten, preissensible Gäste, die unsichere Entwicklung: Das ist eine äußerst brisante Mischung. Vielleicht gibt es Ende des Jahres gar kein Gas mehr? Wie lange brennen Herde und Öfen noch? Die Verunsicherung in der Branche ist mit Händen zu greifen“, stellt Rothkopf fest und bezieht sich auf ein weiteres Umfrageergebnis, nach dem 62,7 Prozent der Befragten (sehr) starke Sorge haben, wegen der Gaskrise in Herbst/Winter den Betrieb zumindest stark einschränken zu müssen.

Energiesicherheit und Energiepreise im Fokus
Der DEHOGA NRW geht davon aus, dass der Staat das Gastgewerbe, wo nötig, unterstützen muss, damit Restaurants, Cafés, Discos, Caterer oder Hotels Herbst und Winter überleben. „Die letzten Jahre hat uns Corona zugesetzt, jetzt sind es die hohen Energiepreise, die die Betriebe nicht werden stemmen können“, bekräftigt Rothkopf. „Wir erwarten, dass der Staat alle Hebel in Bewegung setzt, die Energiesicherheit zu gewährleisten und dafür zu sorgen, dass Energie auch für Unternehmen bezahlbar bleibt.“

7% müssen bleiben
Zentral bleibt darüber hinaus die Forderung, die Fortdauer der reduzierten Mehrwertsteuer auf Speisen jetzt zu beschließen“, bekräftigt der DEHOGA-Präsident und appelliert dabei auch an die Landesregierung, die sich genau dafür im Koalitionsvertrag ausgesprochen hat: „Die Gastronomie steht unter extremem Kostendruck. Wir können die Preise nicht so anpassen, wie es notwendig wäre, ohne unsere Gäste zu überfordern, die ja auch mit Inflation und Unsicherheit konfrontiert sind. Wären ab Januar 2023 aber wieder 19 Prozent zu zahlen, hätte das katastrophale wirtschaftliche Auswirkungen für die Betriebe und würde die Inflation weiter beschleunigen. Dauerhafte sieben Prozent auf Speisen zeigen aber auch die Wertschätzung für die „öffentlichen Wohnzimmer‘ der Gesellschaft“. „Diese Maßnahme ist leider nicht allein die Lösung für alle existierenden Probleme: Sie ist „nur“ die erst einmal wichtigste Voraussetzung für eine vitale und überlebensfähige Gastronomie in NRW. Deshalb brauchen wir die Verlängerung – jetzt!“, so Rothkopf abschließend.

Mit Material von Antenne Düsseldorf und DEHOGA

Trotz historischem Niedrigwasser im Rhein: Ford-Transportschiffe fahren weiter Seehäfen an

Ein Transportschiff auf dem Rhein bei Düsseldorf bringt in Köln produzierte Ford Fiesta Modelle zum Seehafen in Antwerpen.

Nur noch zwei Zentimeter fehlten am Dienstagmorgen in Köln zum historischen Niedrigwasserrekord. Im Oktober 2018 lag der Pegelstand des Rheins hier bei 69 Zentimeter – der niedrigste je gemessene Wert. Nun sind es 71 Zentimeter.

Für die Ford-Logistiker ist der aktuelle Wasserstand des Rheins eine wichtige Größe. Rund 40 Prozent der in Köln produzierten Ford Fiesta Modelle werden auf dem Rhein abtransportiert. Sie gelangen auf fünf Transportschiffen, die jeweils rund 500 Ford Fiesta laden können, zu den Seehäfen nach Antwerpen in Belgien und Vlissingen in den Niederlanden. Hier werden die Fiesta-Einheiten auf große Containerschiffe verladen, um europäische Märkte zu beliefern, aber auch weit entfernte Ziele wie Australien, Hong Kong oder Taiwan anzusteuern. Etwa Dreiviertel der Fiesta-Produktion ist für den Export in 49 Länder bestimmt.

Der Rhein ist also ein überaus wichtiger Transportweg für Ford und war auch einer der Hauptgründe, warum sich der Firmengründer Henry Ford 1930 entschied, sein neues Werk in Köln zu bauen. Was bedeutet der historisch niedrige Wasserstand in diesen heißen Sommertagen nun für den Kölner Automobilhersteller? „Die Auswirkungen halten sich für uns in Grenzen“, sagt Christian Weingärtner, Geschäftsführer Marketing und Verkauf der Ford-Werke GmbH. „Unsere Logistik ist gut vorbereitet.“

Bereits in der vorvergangenen Woche, als der Rheinpegel in Köln unter die Marke von einem Meter sank, begannen die Ford-Logistiker, ihre Schiffsladungen anzupassen. Sie reduzierten die transportierten Fiesta um 30 bis 40 Einheiten pro Schiff und verringerten so den Tiefgang der Frachter. Der Wasserstand in der Fahrrinne des Rheins liegt ohnehin um einen Meter höher als der jeweils angegebene Pegelstand. Bei einem Rheinpegel von 70 Zentimeter muss die Ladung der Ford-Transportschiffe um bis zu 30 Prozent reduziert werden, also um bis 150 Einheiten. „Wir laden weniger, erhöhen dafür aber die Frequenz der Fahrten“, erklärt Weingärtner. „Unsere Prozesse sind sehr stabil, und wir können unsere Kunden in Europa und darüber hinaus weiterhin auf gewohnten Transportwegen beliefern.“

Aufgrund des niedrigen Rheinpegels muss Ford also nicht auf zusätzlichen Lkw- oder Zugtransport ausweichen. Das wird aller Wahrscheinlichkeit nach auch so bleiben. Denn aufgrund von topografischen Begebenheiten ist von Köln rheinabwärts ein Pegel von deutlich unter 70 Zentimetern aus Sicht der Ford-Logistiker fast ausgeschlossen.

Die Bauteile, die Ford zur Fiesta-Produktion benötigt, kommen nicht per Schiff nach Köln. Entsprechend hat der Wasserstand des Rheins auch keine Auswirkung auf die Teileversorgung in der Fertigung. Auch wenn die Abläufe bei Ford vom Niedrigwasser des Rheins nur geringfügig betroffen sind, hofft Geschäftsführer Weingärtner in den nächsten Tagen vor allem auf eins: „Dass es mal wieder richtig regnet.“