Landeshauptstadt Düsseldorf führt 2G-Regel für eigene, städtische Veranstaltungen ab 1. Oktober ein

Die Landeshauptstadt Düsseldorf führt für ihre eigenen Veranstaltungen, zu denen sie als Veranstalter einlädt, zum 1. Oktober 2021 die 2G-Regel ein, wonach dann nur noch Erwachsene Zugang haben, die geimpft oder genesen sind. Zudem wird beabsichtigt, die 2G-Regelung ab 1. November 2021 auch auf kulturelle Einrichtungen der Stadt auszuweiten.

Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller: „Laut Einschätzung der Experten und auch in der Runde der Kliniken geht man von einem starken Anstieg der Infektionen im Herbst und Winter aus. Die gilt es zu vermeiden. Der größtmögliche Schutz für uns alle kann nur erreicht werden, wenn wir auf die 2G-Regel setzen, wie es andere Bundesländer bereits tun, und wir würden uns freuen, wenn andere unserem Beispiel folgen würden.“

Krisenstabsleiter und Stadtdirektor Burkhard Hintzsche: „Durch unsere dezentralen und mobilen Impfangebote gibt es – ausgenommen medizinische Gründe – keinen Grund mehr, sich nicht gegen das Corona-Virus impfen zu lassen. Insbesondere wenn man bedenkt, dass der weit überwiegende Anteil der registrierten Neu-Infizierten keinen oder keinen vollständigen Impfschutz hat.“

Für Gremiensitzungen gilt weiterhin die 3G-Regel.

Rheinmetall gründet neues Unternehmen am Standort Düsseldorf

Rheinmetall hat von der Bundeswehr einen Rahmenvertrag bei dem Vorhaben „Bereitstellung der Unterbringung im Einsatz“ erhalten. Die Vereinbarung wurde im August 2021 mit dem Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr (BAIUDBw) geschlossen. Damit steht Rheinmetall den deutschen Streitkräften als ein verlässlicher Partner zur Verfügung, um künftig auch Einsatzinfrastruktur zu errichten, zu betreiben und gegebenenfalls zurückzubauen. Rheinmetall ist eine von drei Firmen, die von der Bundeswehr als strategische Partner für die Unterbringung im Einsatz ausgewählt worden sind. Der Vertrag beginnt mit der Unterzeichnung und hat eine Grundlaufzeit von vier Jahren mit einer dreimaligen Option einer einjährigen Verlängerung. Rheinmetall verpflichtet sich innerhalb dieser Zeit zur Erbringung der Dienstleistungen im Rahmen von Einzelabrufen.

Die jetzt erfolgte Auswahl als Partner zur Bereitstellung für die Unterbringung im Einsatz (UiE) erfolgt im Rahmen des Vorhabens „German Armed Forces Contractor Augmentation Program (G-CAP)“.

Dieses vom BAIUDBw initiierte Projekt soll die stationäre Unterbringung im Einsatz durch gewerbliche Dienstleister ermöglichen. Die Bundeswehr folgt mit diesem Programm dem weltweiten Trend, denn auch zahlreiche andere Streitkräfte und weitere Bedarfsträger lassen Dienstleister solche Leistungen erbringen. Experten gehen von einem weltweiten jährlichen Umsatzvolumen von rund 350 MrdEUR in diesem Marktsegment aus.

Auch vor diesem Hintergrund stellt sich Rheinmetall für dieses Vorhaben in einem internationalen Schlüsselmarkt neu auf. So hat das Düsseldorfer Unternehmen eine eigene Gesellschaft gegründet. Die Rheinmetall Project Solutions GmbH soll künftig Ressourcen und Fähigkeiten für den Bereich Einsatzunterstützung bündeln. Ziel ist es, die Kunden auch durch spezifische Dienstleistungen bei ihren Missionen langfristig zu unterstützen. Das neue Geschäftsfeld soll auch durch eine verstärkte Zusammenarbeit mit Rheinmetall Canada mit ihrem speziellen technologischen Knowhow international ausgebaut werden.

Erste Erfolge sind neben dem G-CAP-Rahmenvertrag auch der kürzlich ebenfalls durch die Rheinmetall Project Solutions GmbH gewonnene Dienstleistungsauftrag zur Rundumüberwachung eines Feldlagers mittels eines Überwachungsfesselballons (Aerostats).

Dr. Deniz Akitürk, Geschäftsführer der Rheinmetall Project Solutions GmbH: „Wir freuen uns über diesen Erfolg und sind stolz darauf, als Partner der Bundeswehr für Einsätze und Missionen im Bereich der Infrastrukturleistungen ausgewählt worden zu sein. Unseren Kunden können wir versichern, dass der Name Rheinmetall auch in diesem neuen Geschäftsfeld für höchste Zuverlässigkeit, Leistungsfähigkeit und Flexibilität steht.“

G-CAP soll eine zusätzliche Möglichkeit an Einsatzinfrastruktur über die gewerbliche Wirtschaft schaffen, um die die eigenen Ressourcen der Bundeswehr zu schonen, damit sie für hohe Bedrohungslagen verfügbar sind. So gilt die Unterbringung im Einsatz grundsätzlich als militärische Kernfähigkeit und erstreckt sich von der Einrichtung eines Feldlagers bis hin zum Aufbau einer festen Einsatzinfrastruktur. Hierzu zählen beispielsweise Unterkünfte, Wasserversorgung, Stromerzeugung, Verpflegung, Abfallwirtschaft und Reinigungsleistungen.

ElectronicPartner – unsere Farbe verpflichtet!

Mit ihrem ganzheitlichen Ansatz treibt die Verbundgruppe ElectronicPartner das Thema Nachhaltigkeit aktiv voran. Sowohl die Kernmarken EP:, MEDIMAX und comTeam als auch die Düsseldorfer Zentrale sind Teil des neuen Konzeptes „GO GREEN“. Aufbauend auf den Erfahrungen aus den letzten Jahren, sind bereits weitere Projekte und Maßnahmen umgesetzt worden.

„Nachhaltigkeit ist aktuell in aller Munde – aber das allein reicht nicht. Bei uns folgen Worten auch Taten. Wir haben schon in der Vergangenheit viele Ideen zum Thema Nachhaltigkeit realisiert, über die andernorts immer noch diskutiert wird. Dazu gehören neben vielen weiteren Punkten massives Stromsparen, Ressourcenschonung in der Kantine und eine Dachbegrünung. Aber natürlich gibt es auch bei uns zusätzliches Handlungspotenzial und genau das gehen wir jetzt noch aktiver an!“, erklärt ElectronicPartner Vorstand Friedrich Sobol (Foto).

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Zu den Maßnahmen, die ElectronicPartner erst kürzlich in der eigenen Zentrale umgesetzt hat, gehören: die Forcierung papierfreier Büros, die Nutzung von Wasserspendern, um auf PET-Flaschen zu verzichten, Mobile Arbeit und eine fast vollständige Abschaffung von Dienstwagen, um den CO2-Ausstoß zu minimieren. Nun wird es noch konkreter. Grundlage des neuen Projektes „GO GREEN“ ist ein umfassender Nachhaltigkeitsbericht, der sich an den 17 Zielen der Vereinten Nationen orientiert. Erstellt wird dieser aktuell durch das eigens gegründete, interne Projektteam, das kurz- und langfristige Ziele für die gesamte Kooperation definiert.

Das Team setzt sich dauerhaft auf verschiedenen Ebenen für eine nachhaltige Unternehmensausrichtung ein, ermittelt Handlungsfelder und stößt konkrete Aktionen an. Diese umfassen unter anderem die Prozesse in der ElectronicPartner Zentrale. „Wir haben alle Mitarbeiter ins Boot geholt und eingeladen, sich zu beteiligen, Ideen einzubringen und die einzelnen Maßnahmen mitzutragen“, erklärt Friedrich Sobol. Ein Großprojekt der Zentrale steht derzeit bereits kurz vor seinem Abschluss: die vollständige, energetische Renovierung des ältesten Gebäudeteils.

Auch für die Marken EP: und MEDIMAX entstehen aktuell zielgerichtete Nachhaltigkeitskonzepte und damit verbundene Werbemaßnahmen. In Zukunft werden die Themen Reparieren statt Wegwerfen sowie energieeffiziente, umweltfreundliche und auch Made in Germany-Produkte noch aktiver vorangetrieben.

Bereits in der Umsetzung bzw. kurz vor ihrem Abschluss befinden sich die Projekte: hundert Prozent klimafreundlicher Versand, CO2-neutrale Websites, nachhaltige Printwerbung und Start der Förderung regionaler Umweltprojekte. Damit alle Maßnahmen effektiv und individuell auch vor Ort umgesetzt werden können, entwickelt ElectronicPartner sie in enger Abstimmung mit den Mitgliedergremien.

„Das von uns gewählte Motto ‚GO GREEN‘ bezieht sich auf eine vollumfassende Unternehmensausrichtung. Nachhaltiges Handeln ist ein wichtiger Bestandteil unserer DNA, den wir ab sofort noch stärker kultivieren und leben“, fasst Friedrich Sobol zusammen und ergänzt: „Dabei ist es uns wichtig, unseren Mitgliedern und ihren Kunden klar zu zeigen, dass wir nicht auf einen Modetrend aufsteigen, sondern es uns ein besonders Anliegen ist, an der Erreichung der Klimaziele der UN mitzuwirken. Auch unsere Gesellschaften in den Niederlanden, in Österreich und der Schweiz sind bereits nachhaltig unterwegs und werden in Zukunft auf diesem Gebiet noch enger mit uns zusammenarbeiten.“

Einmal in der Woche im Homeoffice spart eine Strecke von 14.000 mal zum Mond hin- und zurück

Die Corona-Pandemie hat eindeutig gezeigt, dass das Arbeiten von zu Hause im sogenannten Homeoffice nicht nur Auswirkungen auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bei Beschäftigten hat, sondern auch positive Effekte auf die Umwelt.

Nach Hochrechnungen des ifaa – Institut für angewandte Arbeitswissenschaft e. V. sorgte das Arbeiten im Homeoffice für enorme Einsparpotenziale auf Pendelstrecke, Fahrtzeit und CO2-Ausstoß. „Hochgerechnet kann man es so vergleichen: Wenn 25 Prozent der Beschäftigten, durchschnittlich einen Tag in der Woche zu Hause arbeiten würden, entspräche das einem Einsparpotenzial von etwa 11,3 Milliarden Kilometer für Pendelstrecken allein in Deutschland. Das entspräche in etwa 14 000 mal zum Mond hin und zurück* oder 283 000 Erdumrundungen“, so Dr. Ufuk Altun, wissenschaftlicher Experte des ifaa**.

Laut einer aktuellen Studie  (Statistisches Bundesamt, zitiert nach de.statista.com, 2021) arbeiten rund 25 Prozent der Beschäftigten in Deutschland ausschließlich oder teilweise zu Hause. Weniger Fahrten zur Arbeit bedeutet auch, dass die Beschäftigten 333.300.000 Stunden (333,3 Millionen Stunden) an Fahrzeit gespart haben. Folglich lägen die positiven Effekte für einen reduzierten CO2-Ausstoß bei 2.133.120.000 kg (2,133 Milliarden Kilogramm). Neben Umweltaspekten hat dies auch positive Effekte zur Freizeitgestaltung. So haben die Menschen mehr Flexibilität für soziale und kulturelle Aktivitäten sowie für Familie und Freunde.

Annahme: Die Anzahl der Beschäftigten, die zu Hause arbeiten, wird steigen
Eine aktuelle Bitkom-Studie  zeigt, dass weitere Unternehmen ihren Beschäftigten Homeoffice ermöglichen werden und weitere Beschäftigte gerne zu Hause arbeiten möchten. Wenn angenommen wird, dass 50 Prozent der Beschäftigten einen Tag in der Woche zu Hause arbeiten, würde das konkret bedeuten: Ersparnisse an 22.664.400.000 km Pendelstrecke, 666.600.000 Stunden Fahrzeit und 4.266.240.000 kg CO2-Ausstoß.

* Entfernung zum Mond: der Mittelwert liegt bei 384.403 Kilometern (Hin und zurück bei 768.806 km).
** Der Erdumfang beträgt – am Äquator gemessen – 40.075,017 km

Fehlzeiten-Report: Resiliente Beschäftigte und Unternehmen bestehen Pandemie-Stresstest

  • Die meisten Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen geben ihren Vorgesetzten gute Noten für die Bewältigung der Pandemie.
  • Das ist das Ergebnis des neuen AOK-Fehlzeitenreport.
  • Die Pflegekräfte haben allerdings stark unter den Arbeitsbedingungen in der Pandemie gelitten.

Beschäftigte, die sich von ihrer Führungskraft gerecht behandelt fühlen, weisen weniger krankheitsbedingte Fehlzeiten auf. Diejenigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die ihren Vorgesetzten die besten Noten für Fairness geben, kommen durchschnittlich auf nur 12,7 Arbeitsunfähigkeitstage pro Jahr. Dagegen weist die Gruppe der Berufstätigen, die ihren Chef als eher ungerecht wahrnehmen, im Durchschnitt 15,0 Fehltage auf. Dies ist ein Ergebnis des am Dienstag (29. September 2020) vorgestellten Fehlzeiten-Reports 2020 des Wissenschaftlichen Instituts der AOKs (WIdO).

Dafür wurden 2.500 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Alter von 18 bis 65 Jahren zu ihrem Gerechtigkeitsempfinden am Arbeitsplatz befragt und die Auswirkungen auf die Gesundheit analysiert. „Gefühlte Ungerechtigkeit bringt dabei insbesondere emotionale Irritationen und psychosomatische Beschwerden mit sich“, sagt Helmut Schröder, stellvertretender Geschäftsführer des WIdO und Mitherausgeber des Fehlzeiten-Reports 2020.

Nahezu ein Viertel der Beschäftigten, die sich von ihrem Vorgesetzten ungerecht behandelt fühlen, berichtet über Gefühle der Gereiztheit wie Wut und Ärger (23,3 Prozent), rund jeder Fünfte über Lustlosigkeit (21,2 Prozent), Erschöpfung (19,7 Prozent) oder Schlafstörungen (18,1 Prozent). Sogar körperliche Beschwerden wie Rücken- und Gelenkschmerzen (25,8 Prozent) oder Kopfschmerzen (10,2 Prozent) kommen häufiger vor.

Im Mittel über alle Beschwerden berichten immerhin 13,0 Prozent dieser Beschäftigten über eine höhere Betroffenheit. Demgegenüber treten diese Beschwerden in der Gruppe, die ihre Führungskraft als fair bewerten, deutlich seltener auf (3,4 Prozent). Schröder: „Die gesundheitlichen Belastungen bei Beschäftigten mit einer als fair empfundenen Führungskraft sind damit nur ein Viertel so hoch wie bei den Beschäftigten mit einer als unfair empfundenen Führungskraft.“

Die Befragung zeigt zudem, dass empfundene Fairness des Unternehmens und der Führungskraft mit einer hohen Bindung des Beschäftigten an das Unternehmen einhergeht. Sie fühlen sich im Unternehmen gut aufgehoben, stark verbunden und würden ihr Unternehmen als Arbeitgeber auch weiterempfehlen. „Auch dies ist in Zeiten des Fachkräftemangels ein wichtiges Ergebnis: Fairen Betrieben gelingt es eher, hochqualifizierte, selbstständig arbeitende, zufriedene und gesunde Beschäftigte auch dauerhaft an das Unternehmen zu binden“, erklärt Schröder

https://www.wido.de/publikationen-produkte/buchreihen/fehlzeiten-report/2020/

VCI: Notfall-Plattform „Corona“ erfolgreich

Über 104 Millionen Impfdosen gegen Covid-19 sind in Deutschland bislang verabreicht worden. Mit der „Notfallplattform-Corona“ hat der Verband der Chemischen Industrie (VCI) auf Bitte der Bundesregierung wesentlich dazu beigetragen, dass die Verfügbarkeit von notwendigem Zubehör wie Kanülen, Spritzen oder Kochsalzlösung für die Corona-Impfungen gewährleistet war.

„Vor allem in der Startphase der Impfkampagne haben Bundesländer und Pharmagroßhandel unsere Plattform in großem Umfang für die Beschaffung von Impfzubehör genutzt. Temporäre Engpässe konnten so zügig behoben oder vermieden werden. Unsere Initiative hat Ziel und Auftrag, in einer Notsituation zu helfen, voll erfüllt – zügig, pragmatisch und kostenfrei“, bilanziert VCI-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Große Entrup die Mission der Verbandsinitiative.

Mittlerweile hat das Impftempo in Deutschland spürbar nachgelassen. Im September ist die Schließung vieler Impfzentren geplant. Entsprechend ist die Nachfrage nach Impfzubehör deutlich gesunken. Dies spiegelt sich auch in stark sinkenden Interaktionen zwischen den Nutzern auf der Plattform wider. Daher schaltet der VCI jetzt seine Corona-Plattform ab, die er im März dieses Jahres mit Unterstützung von Boston Consulting und Boston Consulting Digital Ventures gestartet hatte. Ziel war es, Markttransparenz für Angebot und Nachfrage von Impfzubehör zu schaffen. Aber auch konkrete Anwendungsfragen zu Transport, Lagerung und Verwendung der Impfstoffe konnten mit den Herstellern über die Plattform geklärt werden.

Große Entrup: „Unsere Online-Plattform hat einen entscheidenden Beitrag dazu geleistet, dass kontinuierlich Impfungen in den Impfzentren, Arztpraxen und bei Betriebsärzten stattfinden konnten. Alle an der Plattform Beteiligten haben dies in einem gemeinsamen Kraftakt möglich gemacht. Wir danken insbesondere dem Bundeskartellamt für die unbürokratischen Freigaben, unseren Mitgliedsfirmen und -verbänden für ihr Engagement auf der Plattform, den Vertretern der Bundesländer, dem Wirtschafts- und Gesundheitsministerium sowie dem Bundesverband des pharmazeutischen Großhandels für die pragmatische Zusammenarbeit.“ Der VCI weist darauf hin, dass die Plattform kurzfristig reaktiviert werden kann, falls erneut eine Notsituation eintreten sollte.

Metall- und Elektro-Industrie: Sozialpartner setzen neue Standards für Weiterbildung

Die Industriegewerkschaft Metall (IG Metall), der Arbeitgeberverband Gesamtmetall, der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) und der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) wollen neue Qualifikationsanforderungen der digitalen Arbeitswelt gezielt in die berufliche Weiterbildung aufnehmen und neue Standards setzen. Sie reagieren damit auf die Herausforderungen des Strukturwandels in der Metall- und Elektro-Industrie.

Bereits 2018 wurden im Rahmen der Modernisierung der Ausbildung in den industriellen Metall- und Elektroberufen für sieben zentrale Handlungsfelder der Digitalisierung und der Industrie-4.0-Technologien relevante Kompetenzen in Form sogenannter Zusatzqualifikationen beschrieben. Diese wurden dann als bundeseinheitliche Qualifizierungsstandards in die Ausbildungsordnungen des Bundes aufgenommen. Relevante Bereiche waren dabei vor allem die Systemintegration, digitale Vernetzung, additive Fertigung, Prozessintegration, Programmierung oder IT-Sicherheit.

Diese Standards sollen nun verstärkt für die betriebliche Weiterbildung der Beschäftigten genutzt werden. Damit entsteht eine attraktive Möglichkeit, die berufliche Handlungsfähigkeit der Fachkräfte zu fördern und weiterzuentwickeln und dabei das berufliche Lernen mit den aktuellen Arbeitsanforderungen im Betrieb zu verbinden, hieß es von Seiten der Sozialpartner.

Diese Möglichkeit ist für die Unternehmen der Metall- und Elektro-Industrie wichtig und wertvoll. Auch die Vermittlung digitaler Kompetenzen nimmt dabei immer größeren Raum ein. Viele Unternehmen treiben dahingehend den Strukturwandel bereits intensiv voran – mit neuen Produkten, Wertschöpfungsketten und Geschäftsmodellen einerseits, und dem gezielten Auf- und Ausbau der notwendigen Fachkenntnisse ihrer Mitarbeiter andererseits.

Mit den neuen Weiterbildungsstandards können die im Digitalisierungsprozess unterschiedlich aufgestellten Unternehmen bedarfsgerecht Kompetenzen ihrer Beschäftigten für den digitalen Wandel aufbauen.

Die neuen Weiterbildungsstandards betreffen folgende Bereiche:

  • Digitale Vernetzung
  • Programmierung
  • IT-Sicherheit
  • Additive Fertigung
  • Prozessintegration
  • Systemintegration
  • IT-gestützte Anlagenänderung

IG Metall, Gesamtmetall, VDMA und ZVEI stellen zu den neuen Weiterbildungsstandards umfangreiche Informationen und Beispiele in einer aktuellen Broschüre zur Verfügung.

Initiative „Digitaler Rhein“: Das braucht die Wirtschaft konkret!

Unter dem Motto „Unternehmen im Fluss – der Rhein verbindet“ trafen sich am Donnerstag Abend (09.09.) über 400 Unternehmerinnen und Unternehmer sowie Wirtschaftsvertreter auf der MS Rheinenergie. Auf dem dreistündigen Programm standen kurzweilige Talkrunden zu den Themen Banking, Gesundheit/Food, Energie/Wasserstoff sowie Natur/Technik/Zukunft. NRW-Wissenschaftsminister Andreas Pinkwart wurde in die Veranstaltung geschaltet und virtuell wurden ihm die Ergebnisse der Initiative „Digitaler Rhein“ überreicht mit Forderungen, Ideen und Impulsen der Wirtschaft zum Thema „Digitalisierung“.

Die Botschaft der Unternehmen zwischen Krefeld und Köln ist klar: Extrem hohes Tempo und entschlossenes politisches Handeln sind die Grundvoraussetzungen bei der nötigen Bündelung aller vorhandenen Kapazitäten aus Wirtschaft, Handel, Wissenschaft, Ernährung, Bildung und Kommunikation, um die digitale Vernetzung des Schwergewichts Region Rhein in der Vision „Digitaler Rhein“ zum Leben zu erwecken.

Dies die Quintessenz beider Veranstaltungen der Initiative „Digitaler Rhein“ der Digitalen Stadt Düsseldorf sowie der Unternehmerschaft Düsseldorf und Umgebung e.V. Es geht aus den erarbeiteten Forderungen und Thesen klar hervor, dass dabei kein Bereich der Gesellschaft ausgespart werden darf. Dazu muss die NRW-Politik rasch eine klar konzeptionierte Digitalisierungsstrategie mit entsprechenden Prioritäten auf die Beine stellen und für deren Umsetzung sorgen.

Digitale Prozessstrukturen und Künstliche Intelligenz ermöglichen enorme Effizienzsteigerungen und Innovationsleistungen, die unser aller Leben und Lernen, die Mobilität und Energieversorgung und nicht zuletzt unseren Wirtschaftsstandort selbst zu einer Vorzeigeregion par excellence treiben können. Doch dazu braucht es neben verlässlichen Rahmenbedingungen auch den Mut zu raschen Entscheidungen etwa für die Schaffung von Innovationszentren entlang der Wertschöpfungsketten, von Matchmaking-Plattformen für die 5G-Technologie und KI-Einsatz in allen Bereichen des öffentlichen Lebens und der Wirtschaft.

Besonderer Wert kommt dabei aber der Mitnahme der Menschen zu. Ihnen muss verdeutlicht werden, wie groß der Nutzen und die Benefits bei der Umsetzung der Vision „Digitaler Rhein“ für ihren Alltag sein werden: ein breiter Strom, der alle mitnimmt, für ein Leben in besserer und verantwortungsvoller Qualität.

Veranstalter waren der Digitale Stadt Düsseldorf, die Unternehmerschaft Düsseldorf, der Rhein-Kreis-Neuss und der Verband der Familien-Unternehmer, unterstützt von RheinEnergie und anderen.

Am Stand der Unternehmerschaft Düsseldorf trafen sich Gregor Berghausen, Hauptgeschäftsführer der IHK Düsseldorf, Jutta Zülow, Vorsitzende der Unternehmerschaft Düsseldorf und Michael Grütering, Hauptgeschäftsführer der Unternehmerschaft Düssseldorf (von links).

Michael Grütering, Hauptgeschäftsführer der Unternehmerschaft Düsseldorf, fand die Veranstaltung interessant und klasse fürs Netzwerken:

Jutta Zülow, Vorsitzender der Unternehmerschaft Düsseldorf, gefiel vor allem die verschiedenen Panels:

Stefan Schneider, Vorsitzender der Digitalen Stadt, fasste die kurzweilige Veranstaltung zusammen:

Frank Wiedemeier und Lisa Marie Fitzner probierten das neue Saft-Produkt eines Start-Ups. Der neuartige Eistee verwendet Honig statt Zucker.

Online-Schüler-Praktikum – So gelingt´s

Berufsorientierung ist wichtig für Schülerinnen und Schüler und das Praktikum eines der wichtigsten Puzzle-Stücke. Auch für die ausbildenden Betriebe ist ein Praktikum wichtiger Bestandteil der Rekrutierung und des Ausbildungsmarketings.

Zurzeit ist ein Praxiseinsatz von jungen Menschen wegen der Kontaktbeschränkungen, Hygieneauflagen und des Homeoffice nicht oder nur eingeschränkt möglich. Um trotzdem den interessierten, potenziellen Auszubildenden einen Einblick in Ihr Unternehmen zu geben, sind digitale Tools gut einsetzbar. Was ist also möglich, um einen (vorübergehenden) Ersatz für ein Präsenz-Praktikum zu bieten?


Quelle: https://www.kofa.de/mitarbeiter-finden-und-binden/mitarbeiter-binden/corona-virus-tipps-fuer-kmu/ausbildung/online-praktikum


Von der digitalen Begrüßung über den virtuellen Betriebsrundgang zu konkreten Aufgaben für zu Hause oder einer digitalen Sprechstunde – bauen Sie sich Ihr individuelles online-Praktikum aus diesen „Bausteinen“:

Online-Praktikum – Technische und organisatorische Voraussetzungen

Voraussetzung ist natürlich, dass die Technik funktioniert. Kann man Ihre Angebote mit dem Smartphone durchführen, oder braucht man einen PC oder Laptop und steht der zur Verfügung? Welche Programmzugänge benötigen die Praktikantinnen und Praktikanten für Ihren virtuellen Einsatz?

Wie lange soll das virtuelle Praktikum dauern und wie können die einzelnen Aufgaben über den Zeitraum verteilt werden? Wann stehen Sie oder ein anderer Ansprechpartner für Fragen und Austausch persönlich zur Verfügung?

Online-Praktikum – Digitale Bausteine

 

    • Digitale Begrüßung
      Heißen Sie Ihren Praktikanten/ Ihre Praktikantin in Ihrem Ausbildungsbetrieb willkommen. Über ein Kommunikations-Tool, zum Beispiel Teams, Zoom oder Skype, stellen Sie den ersten Kontakt her. Überlegen Sie, wer die virtuelle Begrüßung übernehmen kann (der Ausbilder für diesen Beruf, der Ausbildungsleiter oder Geschäftsführer) und was Sie dem Jugendlichen über Ihren Betrieb, den Ausbildungsberuf und den Ablauf des Praktikums erzählen wollen.
    • Überblick
      Ein virtueller Betriebsrundgang macht Ihren Betrieb erlebbar: Drehen Sie (oder Ihre Auszubildenden) ein Video, in dem Sie die wichtigsten Betriebsbereiche zeigen. Das ist gar nicht so aufwändig, wie Sie vielleicht denken und Sie können auf die Besonderheiten in Ihrem Unternehmen hinweisen. Mit dem Smartphone entstehen Videos in guter Qualität und es kommt nicht auf Perfektionismus an, sondern eher darauf, authentisch und ehrlich zu sein. Professioneller sind 360°-Videos bzw. Videos mit „Augmented Reality“ (AR) oder „Virtual Reality“ (VR)-Animation. (Infos zu den Unterschieden von AR und VR finden Sie hier)
    • Konkret – Ausbildung live
      Nehmen Sie den potenziellen Azubi virtuell mit zu verschiedenen Arbeitsplätzen: Ausgerüstet mit einem Handy, Smartphone oder einer Action-Cam und eventuell einem „Gimbal“, zur Stabilisierung der Kamera, kann ein Azubi seinen Arbeitsplatz und das, was er dort tut, zeigen und erläutern. Das kann man live übertragen, oder aufzeichnen und als Video zur Verfügung stellen.
    • Recherche Aufgaben
      Zum Einstieg kann der Jugendliche sich über den Ausbildungsberuf informieren und anschließend in einem (virtuellen) Quiz Fragen dazu beantworten. Auch Fragen zu Ihrem Betrieb, der Branche oder zu den Rechten und Pflichten in der Ausbildung können gestellt und recherchiert werden und spielerisch in einem Quiz abgefragt werden. Für die Erstellung eines Quiz gibt es viele Tools, z. B. „kahoot“, „Mentimeter“ oder „PollEverywhere“.
    • Aufgaben für zu Hause
      Überlegen Sie, welche konkreten Aufgaben ein Schüler/ eine Schülerin von zu Hause bearbeiten kann. Stellen Sie einen Bezug der Aufgabe zum „Berufsbild“ her und machen Sie im Anschluss an die Bearbeitung eine gemeinsame Besprechung bzw. Bewertung. Aufgaben könnten sein: 

      • Wie schreibe ich einen Geschäftsbrief?
        Dazu gibt es im Internet zahlreiche Tutorials, Tipps und Vorlagen. Sie können auch eine eigene Anleitung verfassen und der Praktikantin, dem Praktikanten zeigen, wie ein Brief bei Ihnen aussieht. Dann kann er nach diesen Vorgaben zum Beispiel ein Bewerbungsschreiben verfassen und dieses im Anschluss an Sie versenden.
      • Über „Remote-Desktop“ können Sie dem Praktikanten/ der Praktikantin den Zugriff auf Ihren PC oder Desktop ermöglichen. So kann er sehen, wie und an was Sie arbeiten.
      • Von Ihren künftigen Auszubildenden wird handwerkliches Geschick verlangt?
        Schicken Sie Ihren Praktikantinnen und Praktikanten im Vorfeld eine „Materialbox“ zu, damit sie sich auch praktisch einarbeiten können. Die Arbeitsschritte können fotografiert bzw. dokumentiert werden und das Arbeitsergebnis im Anschluss anhand dessen besprochen werden. Als Anleitung eignen sich Tutorials, die online auf YouTube zur Verfügung stehen. (z. B.: „Wie repariere ich einen Fahrradschlauch?“ oder „Wie streicht man eine Wand?“)
      • Für Themen aus Biologie, Chemie, Physik und Technik gibt es im Schulbedarf Experimentierboxen (z. B. „Wie funktioniert ein Roboterarm?“) mit denen Sie Bezug zu den Tätigkeiten in Ihren Ausbildungsberufen herstellen können. Diese Box kann auch Informationsmaterial enthalten, das Sie der Praktikantin oder dem Praktikanten sonst persönlich übergeben hätten.
      • Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, Materialboxen sind nicht teuer und können wiederverwendet werden. Machen Sie daraus ein Azubi-Projekt, dann fließen auch von dieser Seite gute Ideen mit ein.

       

    • Sprechstunde/ Live-Chat
      Wenn Sie bereits ausbilden: Bieten Sie vor, während und nach dem „Praktikum“ eine Sprechstunde oder einen Live-Chat mit Ihren Azubis an. Dort können auf Augenhöhe Fragen geklärt werden und die Jugendlichen erhalten Einblicke „aus erster Hand“.
      Ein „Gegencheck“ mit einem erfahrenen Mitarbeitenden in dem Berufsfeld rundet das Bild für den Jugendlichen ab. Hier können allgemeine Fragen zum Beruf, den Weiterbildungsmöglichkeiten, Karriereoptionen und zur Ausbildung gestellt werden.

 

Feedbackgespräch

Als Abschluss des virtuellen Praktikums macht ein (virtuelles) Feedbackgespräch Sinn: Welche Erwartungen wurden erfüllt? Was kann bezüglich Organisation und Inhalten verbessert werden? Was wurde (über den Ausbildungsberuf) gelernt und kann die Praktikantin oder der Praktikant sich eine Ausbildung in Ihrem Unternehmen vorstellen? Hier hilft ein vorbereiteter Feedbackbogen. Besprechen Sie mit dem Jugendlichen, wie es nach dem Praktikum weitergehen könnte. Bieten Sie ein Bewerbungstraining an und teilen Sie ihm Ihre Erwartungen für ein eventuelles Vorstellungsgespräch mit.

Eine anschließend ausgestellte Praktikumsbescheinigung oder ein Zertifikat (eventuell mit Ergebnissen aus den Arbeitsaufgaben und/oder einem Quiz) zeigt Ihre Wertschätzung.

Natürlich soll auch „sichtbar“ sein, dass Sie in Ihrem Betrieb ein virtuelles Praktikum anbieten: Machen Sie über Ihre Homepage, Social-Media-Kanäle und Ihre Netzwerkpartner auf das Angebot aufmerksam. Weitere Tipps zur Azubi-Rekrutierung finden Sie hier und zur Rekrutierung über soziale Netzwerke hier.

Wenn Sie bereits aktiv in einer Schulkooperation sind, ist das ein guter Weg, um die Werbetrommel zu rühren. Kontaktieren Sie die verantwortlichen Lehrerinnen und Lehrer, laden Sie Schulklassen zu einer virtuellen Betriebsbesichtigung ein oder vereinbaren Sie eine virtuelle Sprechstunde für Interessierte. Binden Sie Ihre Azubis in die Aktionen ein und lassen Sie sie über ihre Erfahrungen berichten. Mehr zu Schulkooperationen erfahren Sie hier.

Unternehmen schaffen mehr unbefristete Jobs

Die Unternehmen in Deutschland rechnen überwiegend damit, dass ihr Arbeitsvolumen in diesem Jahr wachsen wird. Als Reaktion darauf wollen viele Betriebe trotz der weiterhin unsicheren Pandemielage neue Mitarbeiter unbefristet einstellen. An der Arbeitszeitschraube zu drehen, planen dagegen deutlich weniger der optimistischen Firmen, schreibt heute das Institut der Deutschen Wirtschaft unserer Redaktion.

Spürbar geschwächt, aber insgesamt stabil – so lässt sich der Zustand des deutschen Arbeitsmarktes infolge der Corona-Pandemie beschreiben. So sank zwar das Arbeitsvolumen im Jahr 2020 um 4,7 Prozent, so stark wie nie seit der Wiedervereinigung. Doch viele Unternehmen konnten die geringere Arbeitskräftenachfrage durch Maßnahmen wie die Kurzarbeit abfedern und mussten relativ selten Mitarbeiter entlassen. Die Folge:

Während sich die Arbeitszeit je Beschäftigten im vergangenen Jahr um 3,7 Prozent verringerte, ging die Zahl der Erwerbstätigen nur um 1,1 Prozent zurück.

Die sozialversicherungspflichtig Beschäftigten waren am wenigsten vom Arbeitsplatzabbau betroffen – ihre Zahl sank lediglich um 0,3 Prozent. Anders sah es bei den geringfügig Beschäftigten mit einem Minus von 8,3 Prozent aus. Der Grund liegt auf der Hand, ist diese Beschäftigtengruppe doch gerade in jenen Branchen stark vertreten, die von den pandemiebedingten Einschränkungen besonders betroffen waren – zum Beispiel im Gastgewerbe oder im Einzelhandel.

So viel Prozent der Unternehmen in Deutschland, die für 2021 ein steigendes/gleichbleibendes/sinkendes Arbeitsvolumen erwarten, planen diese Maßnahmen

Die Rückkehr der Zuversicht

Inzwischen sind in Deutschland nicht zuletzt dank des Impffortschritts die Hoffnungen gewachsen, dass die Pandemie immer besser in den Griff zu bekommen ist. Vor diesem Hintergrund dürfte auch die Arbeitskräftenachfrage wieder steigen. So geht die IW-Konjunkturprognose vom Frühjahr davon aus, dass das Arbeitsvolumen in diesem Jahr gegenüber 2020 um 2 Prozent wachsen wird (siehe „Im Wechselbad der Pandemie“). Und in der jüngsten IW-Konjunkturumfrage gab eine deutliche relative Mehrheit von 43 Prozent der Unternehmen an, für 2021 mit einer steigenden Beschäftigung zu rechnen (siehe „Unternehmen beurteilen Lage und Aussichten positiv“).

Diese Rückkehr der Zuversicht deutete sich bereits gegen Ende des vergangenen Jahres an. Im Spätherbst 2020 befragte das IW im Rahmen seines Personalpanels knapp 1.300 Unternehmen in Deutschland unter anderem dazu, wie sich das Arbeitsvolumen entwickeln werde. Das Ergebnis:

Gut 21 Prozent der Unternehmen gehen davon aus, dass ihr Arbeitsvolumen im Jahr 2021 steigen wird – einen Rückgang gegenüber dem Vorjahr erwarten nur 17 Prozent.

Eine knappe Mehrheit von 54 Prozent rechnet nicht mit einer wesentlichen Veränderung des Arbeitsvolumens, 8 Prozent konnten dies zum Zeitpunkt der Umfrage nicht beurteilen.

Besonders hoch ist der Anteil der Optimisten unter den Unternehmen mit 250 und mehr Mitarbeitern (31 Prozent). Auch der Grad der Digitalisierung spielt offenbar eine Rolle – jene Unternehmen, die ihre Vertriebswege bereits seit mindestens zwei Jahren digitalisiert haben, weisen eine um 9 Prozentpunkte höhere Wahrscheinlichkeit für ein steigendes Arbeitsvolumen auf als Unternehmen ohne digitalen Vertriebskanal. Möglicherweise sind Erstere resilienter gegenüber den Folgen der Corona-Krise.

Von den Unternehmen, die mit Blick auf die Entwicklung des Arbeitsvolumens optimistisch sind, wollen fast 54 Prozent neue Mitarbeiter unbefristet einstellen.

Für die Entwicklung des deutschen Arbeitsmarktes spielt es nun eine wesentliche Rolle, ob die Unternehmen aufgrund der erwarteten Veränderung des Arbeitsvolumens eher die Arbeitszeiten ihrer Beschäftigten anpassen oder – im Fall positiver Perspektiven – zusätzliche Mitarbeiter einstellen und welcher Art die neuen Beschäftigungsverhältnisse sind. Auch hierzu wurden die Firmen im Rahmen des IW-Personalpanels befragt. Der Befund (Grafik):

Von den Unternehmen, die mit Blick auf die Entwicklung des Arbeitsvolumens optimistisch sind, beabsichtigen fast 54 Prozent, neue Mitarbeiter unbefristet einzustellen.

Dabei geht es nicht darum, zuvor abgebaute Stellen wieder zu besetzen. Denn 43 Prozent jener zuversichtlichen Firmen, die die unbefristete Beschäftigung ausweiten wollen, haben bereits im Vorjahr die Belegschaft aufgestockt, nur 17 Prozent haben 2020 die Zahl ihrer Beschäftigten reduziert.

Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass mit 31 Prozent ein relativ großer Teil jener Unternehmen, die ein sinkendes Arbeitsvolumen erwarten, voraussichtlich unbefristete Stellen streichen wird.

Unbefristete und befristete Jobs ergänzen sich

Für alle Unternehmen zeigt sich dabei, dass die unbefristeten Arbeitsplätze nicht in Konkurrenz zu flexibleren Beschäftigungsverhältnissen stehen. Unternehmen, die die Zahl ihrer unbefristet Beschäftigten aufstocken wollen, planen meist nicht, im Gegenzug befristete Arbeitsplätze und Zeitarbeitsverhältnisse abzubauen. Und in den pessimistischen Betrieben betreffen die Pläne, die Beschäftigung zu reduzieren, sämtliche Arbeitsplatzformen. Es werden also nicht Kernbelegschaften durch befristet Beschäftigte oder Zeitarbeitskräfte ersetzt.

Generell stimmt hoffnungsvoll, dass vor allem für die optimistischen Firmen die Stellschraube „Neue Arbeitsplätze“ wesentlich wichtiger ist als die Anpassung der Arbeitszeit:

Nur 14 Prozent der Unternehmen, die für 2021 von einem steigenden Arbeitsvolumen ausgehen, wollen die vertragliche Arbeitszeit ihrer Mitarbeiter aufstocken.

Ähnlich wenige dieser Betriebe planen, verstärkt auf Überstunden zu setzen. Und gerade einmal 8 Prozent haben als Anpassungsmaßnahme im Blick, die Guthaben auf Arbeitszeitkonten aufzustocken.

Quelle: IW Köln