Volle Hütte an der Toulouser Allee: Die „Work in Progress“ begeistert in Düsseldorf

Fotos: Unternehmerschaft Düsseldorf

Die architektonische Zentrale des „Handelsblatt“ an der Toulouser Allee wurde zur Bühne für die „Work in Progress“, ein Event, das sich der „Zukunft der Arbeit“ widmete. Zwei Tage lang erhielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer spannende Einblicke in die neuesten Entwicklungen und Trends der Arbeitswelt.

Von Christoph Sochart

Besonderes Highlight war der Auftritt des Autors Johann Hari aus London. Hari forderte mehr Aufmerksamkeit für das, was wir tun. Er betonte, dass der Mensch nicht in der Lage sei, mehrere Dinge gleichzeitig zu erledigen. Seine Botschaft: Wir haben unsere Fähigkeit zur Konzentration verloren, und es ist an der Zeit, diese Fähigkeit wiederzugewinnen. Hari hat über drei Jahre hinweg intensive Forschungen betrieben, um die Ursachen für den Verlust unserer Aufmerksamkeit zu ergründen. Von den Innovationszentren im Silicon Valley über die Favelas in Rio bis zu modernen Büros in Neuseeland sprach er mit führenden Experten und Fachleuten weltweit. Er identifizierte die entscheidenden Faktoren für unseren Aufmerksamkeitsverlust und präsentierte Strategien, wie wir unseren Fokus zurückgewinnen können.

Neben Hari gab es zahlreiche weitere Vorträge und Diskussionen. Themen wie die Einführung der Vier-Tage-Woche in produzierenden Betrieben, die Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI) in Unternehmen, der Umgang mit einer alternden Belegschaft und neue Ansätze zur Bekämpfung des Fachkräftemangels standen im Mittelpunkt. Die Teilnehmer:innen hatten auch reichlich Gelegenheit zum Netzwerken im entspannten Ambiente der „Handelsblatt“ Räumlichkeiten.

Vorfreude auf 2025

Die nächste „Work in Progress“ findet am 26. und 27. Juni 2025 in Düsseldorf statt, und die Vorbereitungen laufen bereits auf Hochtouren. Die vergangenen Veranstaltungen beschäftigten sich mit Themen wie der Veränderung von Führungsstilen, Innovationsförderung, Bekämpfung des Fachkräftemangels und den wichtigsten Qualifikationen der Zukunft. Doch das war erst der Anfang. Die Revolution der Künstlichen Intelligenz steht bevor und wird einen tiefgreifenden Wandel in der Arbeitswelt bewirken.

Eine Plattform für Austausch und Innovation

In der Handelsblatt Media Group versammeln sich 2025 über 40 Speaker:innen und 600 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Gemeinsam mit dem Partner Stepstone wird an Lösungen für die drängendsten Fragen unserer Zeit gearbeitet und Best Practices vorgestellt. Die Veranstaltung bietet eine einzigartige Plattform, um wertvolle Impulse von inspirierenden Persönlichkeiten zu erhalten, sich mit führenden Expertinnen und Experten und Gleichgesinnten auszutauschen und exklusive Netzwerke aufzubauen. Spannende Paneldiskussionen, Best Practices, Workshops und Pitches ermöglichen es den Teilnehmerinnen und Teilnehmer, voneinander zu lernen und sich über die neuesten Trends und Technologien zu informieren. Diese Erfahrungen sollen den Teilnehmer:innen einen Vorsprung bei der Gestaltung der Zukunft der Arbeit verschaffen.

Hohe Parkgebühren im öffentlichen Parkraum in Düsseldorf: Ein Selbsttest an der Toulouser Allee

Düsseldorf, die Hauptstadt von Nordrhein-Westfalen, ist bekannt für ihre lebendige Kultur, modernen Geschäftszentren und malerischen Rheinpromenaden. Doch abseits der touristischen und kulturellen Attraktionen, stellt das Parken in der Stadt oft eine Herausforderung dar. Ein Selbsttest an der Toulouser Allee im Stadtteil Pempelfort während einer Tagung offenbarte die hohen Kosten und Schwierigkeiten, die Autofahrer hier erwarten.
Von Christoph Sochart
Die Situation an der Toulouser Allee
Die Toulouser Allee ist eine zentrale Verkehrsachse in Düsseldorf und liegt im lebhaften Stadtteil Pempelfort. In der Nähe befinden sich zahlreiche Bürogebäude, Geschäfte und Veranstaltungsorte, was diesen Bereich zu einem Hotspot für Pendler und Besucher macht. Während meines Besuchs zur Teilnahme an einer Tagung in Pempelfort entschied ich mich, das Auto zu nehmen und die Parkmöglichkeiten vor Ort zu testen.
Der Selbsttest: Kosten und Verfügbarkeit
Bei meiner Ankunft stellte ich schnell fest, dass die Parkplätze entlang der Toulouser Allee nicht nur begrenzt, sondern auch kostspielig sind. Die Parkgebühren beliefen sich auf 4,50 Euro pro Stunde, was bei einem mehrstündigen Aufenthalt eine erhebliche Summe darstellt. Beim Selbsttest musste der Chronist 42,01 EUR bezahlen. Für einen typischen Arbeitstag von acht Stunden plus einer Mittagspause summieren sich die Kosten auf über 40 Euro – ein Betrag, der weit über dem Durchschnitt für Parkgebühren in vielen anderen deutschen Städten liegt.
Vergleich mit anderen Städten
Zum Vergleich: In Städten wie Köln oder Dortmund liegen die Parkgebühren in zentralen Lagen bei etwa 2 bis 2,50 Euro pro Stunde, und selbst in München, das ebenfalls für hohe Lebenshaltungskosten bekannt ist, sind die Parkgebühren vergleichbar oder nur geringfügig höher. Düsseldorf hebt sich hier durch besonders hohe Gebühren hervor, die Pendler und Besucher gleichermaßen belasten.
In Düsseldorf sind hohen Gebühr durchaus gewollt. Man will schließlich Klimahauptstadt werden – deshalb wird der Parkraum verteuert und künstlich reduziert durch Wegnahme von Parkplätzen durch Blumenkübel oder ähnliches.
Auswirkungen auf Pendler und Besucher
Die hohen Parkgebühren in Düsseldorf haben mehrere Konsequenzen:
1. Erhöhte Kosten für Pendler: Arbeitnehmer, die täglich auf das Auto angewiesen sind, sehen sich mit erheblichen Zusatzkosten konfrontiert. Dies kann besonders belastend für diejenigen sein, die keine kostengünstigeren Alternativen wie ein Monatsticket für öffentliche Verkehrsmittel nutzen können.
2. Einschränkungen für Besucher: Touristen und Teilnehmer von Veranstaltungen oder Tagungen könnten sich durch die hohen Parkkosten abschrecken lassen. Dies könnte langfristig negative Auswirkungen auf den Tourismus und die Attraktivität von Düsseldorf als Veranstaltungsort haben. Preiswerter sind Parkhäuser, obwohl Touristen oft überrascht sind aufgrund der auch dort hohen Gebühren. An der Toulouser Allee gibt es aber auch kein öffentliches Parkhaus.
3. Förderung alternativer Verkehrsmittel: Positiv betrachtet, könnten die hohen Parkgebühren dazu beitragen, dass mehr Menschen auf öffentliche Verkehrsmittel oder Fahrräder umsteigen, was wiederum den Verkehr in der Stadt reduzieren und die Umweltbelastung verringern könnte.
Der Stadtrat erhöhte damals mit einer überzeugenden Mehrheit für die deutliche Erhöhung der Parkgebühren. Mirja Cordes von den Grünen sprach von einem „überfälligen Schritt“, mit dem man sich in Richtung anderer europäischer Metropolen entwickele. Der wertvolle öffentliche Raum in der Stadt könne so perspektivisch genutzt werden, auch verstärkt für Verkehrsmittel des Umweltverbunds. Parkende Autos würden über die Preisgestaltung eher in Parkhäuser verlegt. Scharfe Kritik kam seinerzeit von FDP-Fraktionschef Manfred Neuenhaus. Eine fürsorgliche Stadt würde diese Preiserhöhung seinen Bewohnern in dieser Zeit der Krisen nicht zumuten. Zudem würden Fachkräfte vergrault oder auch andere Pendler, die in der Stadt arbeiteten. „Ich bin auch für weniger Autos in der Stadt. Aber nicht mit Gewalt.“
Fazit
Der Selbsttest an der Toulouser Allee verdeutlichte, dass die hohen Parkgebühren in Düsseldorf ein bedeutendes Problem für Autofahrer darstellen. Während sie möglicherweise einen positiven Effekt auf die Nutzung alternativer Verkehrsmittel haben, belasten sie Pendler und Besucher finanziell stark. Für eine attraktive und lebenswerte Stadt ist es entscheidend, eine ausgewogene Lösung zu finden, die sowohl die Interessen der Autofahrer als auch die städtischen Ziele der Verkehrsreduzierung und Umweltfreundlichkeit berücksichtigt.
Zukünftige städtische Planungen sollten daher eine sorgfältige Abwägung zwischen Kosten, Verfügbarkeit und alternativen Mobilitätslösungen beinhalten, um die Lebensqualität in Düsseldorf für alle Bewohner und Besucher zu gewährleisten.

Wir waren live auf der Start-Up-Woche > Podcastfolge 147

Foto: Unternehmerschaft Düsseldorf

Bei der Startup-Woche Düsseldorf treffen Visionäre auf Corporates, Einzelkämpfer auf starke Teams, Gründer auf Business Angels und Anfänger auf Experten. Man erhält einen direkten Einblick in die Düsseldorfer Startup-Szene, erfährt, warum Trends auch zukünftig aus Düsseldorf kommen, und hat die Möglichkeit, so viel zu lernen, dass man sich bis zum Ende des Jahres einfach aufs Gründen oder das eigne Startup konzentrieren kann. Gioacchino (Wirtschaftsförderung Düsseldorf) und Lisa Marie (Unternehmerschaft Düsseldorf) waren live auf der StartUp Woche Düsseldorf unterwegs!

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18. Juni! Unternehmen sucht Frau: miteinander reden, voneinander lernen

Viele Männer und nur wenige Frauen – das ist ein Bild, was wir in der Vergangenheit auch in vielen Düsseldorfer Unternehmen gesehen haben wie zum Beispiel im Handwerk oder im Maschinenbau. Immer noch sind Frauen in solchen Berufen oft unterrepräsentiert und das, obwohl das Einstellen von Frauen Unternehmen einen großen Mehrwert bietet und ihre Sichtweise verändern kann. Damit Unternehmen und Frauen in Zukunft besser zusammenfinden, bietet die Taskforce in Düsseldorf. nächste Woche die Veranstaltung „Unternehmen sucht Frau: miteinander reden, voneinander lernen“ an. Zu der Taskforce gehören die IHK, die Handwerkskammer, die Unternehmerschaft Düsseldorf, die Agentur für Arbeit, Competentia, jobcenter und die Landeshauptstadt. Stattfinden wird die Veranstaltung am 18. Juni, 10 Uhr, in der Handwerkskammer. Wer daran teilnehmen möchte muss sich im Vorfeld online anmelden.

Quelle: Antenne Düsseldorf

So berichtet die Rheinische Post

Tarifrunde #Chemie24: Verhandlungen erneut vertagt

Matthias Bürk Foto: BAVC

Die Chemie-Tarifverhandlungen sind auch in der zweiten Bundesrunde ohne Ergebnis geblieben. Die Verhandlungen für 1.700 Betriebe mit 585.000 Beschäftigten werden am 26./27. Juni in Bad Breisig fortgesetzt.

Keine Annäherung in den wesentlichen Punkten

„Trotz intensiver Verhandlungen über zwei Tage war es nicht möglich, in Wiesbaden einen Tarifabschluss auszuhandeln. Die Positionen liegen in vielen zentralen Fragen schlicht und einfach noch weit auseinander“, sagte BAVC-Verhandlungsführer Matthias Bürk. „Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind schwierig und die Forderungen der IGBCE komplex. Wir müssen uns die Zeit nehmen, die wir für einen Kompromiss brauchen, und weiter an Schnittmengen arbeiten, die die Interessen beider Seiten berücksichtigen.“

BAVC-Verhandlungsführer Bürk: „Weiter konstruktiv verhandeln“

„Am Ende brauchen wir einen Tarifabschluss, der für die Unternehmen in allen Bestandteilen tragbar ist.“ Nun gelte es, kühlen Kopf zu bewahren. „Wir werden uns nicht unter Druck setzen lassen, sondern weiter konstruktiv an einem Kompromiss arbeiten. Beide Seiten sind in der Pflicht, für Fortschritte in den Verhandlungen zu sorgen.“

Präsident Arndt G. Kirchhoff im Amt bestätigt

Die nordrhein-westfälischen Unternehmer haben ihren Präsidenten Arndt G. Kirchhoff (69) am Donnerstag auf ihrer Mitgliederversammlung in Düsseldorf für zwei weitere Jahre im Amt bestätigt. Kirchhoff war im Jahr 2016 zum Präsidenten der Landesvereinigung der Unternehmensverbände Nordrhein-Westfalen (unternehmer nrw) gewählt worden. Die Spitzenorganisation der nordrhein-westfälischen Wirtschaft vertritt die Anliegen von 129 Mitgliedsverbänden mit rund 80.000 Betrieben und mehr als drei Millionen Beschäftigten. Kirchhoff ist Vorsitzender des Aufsichtsrates der KIRCHHOFF Gruppe mit Sitz in Iserlohn. Das Unternehmen beschäftigt weltweit 13.500 Mitarbeiter und erzielt einen Umsatz von rund drei Milliarden Euro.

Arndt G. Kirchhoff ist zudem Vizepräsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und Mitglied im Präsidium des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI). Außerdem ist Kirchhoff Präsident des Verbandes der Metall- und Elektro-Industrie Nordrhein-Westfalen (METALL NRW) und zugleich Vizepräsident von Gesamtmetall.

Präsident Kirchhoff: „Nur mit einer starken Wirtschaft bleiben wir ein starkes Land“

Die nordrhein-westfälischen Unternehmer haben die Bundesregierung aufgefordert, endlich die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands in den Mittelpunkt ihrer Wirtschafts- und Finanzpolitik zu stellen. Ihr müsse bewusst sein, dass Deutschland nur mit einer starken Wirtschaft ein starkes Land bleiben könne. Allerdings verliere das Land in seinen Kernbereichen mehr und mehr an Wettbewerbsfähigkeit. „Unsere industrielle Basis bröckelt, unsere Wertschöpfungsketten sind in Gefahr mit unmittelbaren Folgen für Handel, Dienstleistungen und Handwerk. Ich mache mir große Sorgen“, erklärte der Präsident der Landesvereinigung der Unternehmensverbände Nordrhein-Westfalen (unternehmer nrw), Arndt G. Kirchhoff, am Donnerstag auf dem Unternehmertag seiner Organisation in Düsseldorf. Viel zu lange habe die Politik Investitionen vernachlässigt und stattdessen Konsum bevorzugt. Deutschland lebe seit Jahren von seiner Substanz. „Wir brauchen dringend wieder mehr wirtschaftspolitische Vernunft und einen klareren Blick auf die wirtschaftlichen Realitäten“, sagte Kirchhoff.

Nach Worten des NRW-Unternehmerpräsidenten habe die Bundesregierung im vergangenen Jahr zwar vieles angekündigt, doch tatsächlich nur wenig umgesetzt. Das Wachstumschancengesetz entfalte nicht die Strahlkraft, um einen grundlegenden wirtschaftspolitischen Kurswechsel herbeizuführen. Bei der Umsetzung des Bürokratieentlastungsgesetzes machten einige Minister den Eindruck, als gelte es nicht für sie. Und in der Energiepolitik fehlten weiterhin verlässliche Perspektiven für die Industrie. Nach wie vor seien die Energiepreise deutlich höher als vor der Energiekrise. „Das ist für viele ein absoluter Investitions-Killer“, so Kirchhoff. Stattdessen setze die Bundesregierung wie etwa beim Cannabisgesetz völlig falsche Prioritäten. „Es ist viel wirtschaftspolitisches Stückwerk und eben keine Politik, der man abnimmt, den Ernst der Lage wirklich erkannt zu haben“, betonte Kirchhoff.

Die Unternehmen warteten „schon sehnsüchtig“ auf einen echten wirtschafts- und finanzpolitischen Impuls. In Anwesenheit von Bundesfinanzminister Christian Lindner forderte Kirchhoff eine investitionsfreundlichere Steuerpolitik. Deutschland sei nach wie vor weit von einem international wettbewerbsfähigen Steuerniveau entfernt. Ein wichtiges Signal vor allem für den Mittelstand wäre die vollständige Abschaffung des Solidaritätszuschlags. Um Anreize insbesondere für Investitionen in die Transformation zu schaffen, könnten etwa Turbo-Abschreibungen und Steuer-Gutschriften geeignete Instrumente sein. Für den enormen öffentlichen Investitionsbedarf etwa zur Sanierung der Verkehrs- und den Ausbau der Energieinfrastruktur brachte Kirchhoff ein streng zweckgebundenes Sondervermögen ins Spiel. „Die generelle Schuldenbremse sollten wir aber nicht in Frage stellen“, sagte er. Zu oft habe die Politik diese Mittel in der Vergangenheit nicht für Investitionen, sondern für andere Dinge verwendet.

Der NRW-Unternehmerpräsident forderte einen Bewusstseinswandel darüber, „was sich das Land leisten kann und was es überfordert“. Deutschland werde um Einschnitte auch im konsumtiven Bereich nicht herumkommen. Kirchhoff warnte davor, jeden Debattenbeitrag hierzu gleich als sozialen Kahlschlag zu bezeichnen und  Sozialausgaben grundsätzlich als sankrosankt zu betrachten. „Wer den Sozialstaat erhalten will, muss die Kraft haben, sich den Realitäten zu stellen“, betonte Kirchhoff. Er warb zugleich für ein neues Bewusstsein für den Wert von Arbeit. Wer arbeite, müsse mehr haben als der, der nicht arbeite. Die Beschäftigten in den Betrieben betrachteten dies auch als eine Frage der gesellschaftlichen Fairness und der Leistungsgerechtigkeit. „Ein Sozialstaat, der hier die Maßstäbe verschiebt, wird zwangsläufig ein Akzeptanzproblem bekommen“, sagte Kirchhoff. Es sei eine Illusion zu glauben, dass Wohlstand ohne Anstrengung und Leistung möglich sei. Zudem sei es ein Irrglaube, dass Wohlstand und hohe soziale Standards mit immer weniger Arbeit zu halten seien. „Ich bin überzeugt, dass dies auch immer mehr Menschen in unserem Land erkennen“, so Kirchhoff.

Die Europawahl am 9. Juni bezeichnete Kirchhoff als „eine der wichtigsten Wahlen seit Bestehen der Europäischen Union“. Sie sei ohne Zweifel eine Richtungswahl, die darüber entscheide, ob Europa ein Kontinent des Nationalismus, der Abschottung, der Ausgrenzung und des Protektionismus werde oder die sieben Jahrzehnte lange Erfolgsgeschichte aus Frieden, Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit fortgeschrieben werden könne. Auch das wirtschaftliche Umfeld sei für Europa unübersichtlich und schwierig geworden. Umso wichtiger sei jetzt eine echte wirtschaftspolitische Agenda für Europa, andernfalls drohe der Kontinent im harten internationalen Standortwettbewerb immer mehr ins Hintertreffen zu geraten. Brüssel dürfe nicht mehr für überbordende Bürokratie und Regelungswut stehen. „Europa wird sich Bremsklötze wie diese nicht mehr leisten können, ohne an wirtschaftlicher Stärke zu verlieren“, erklärte Kirchhoff. Sie sei aber die Basis dafür, „um unsere Werte und unsere Freiheit verteidigen zu können“.

Rückblick auf den Düsseldorfer Arbeitgebertag 2024: Ein Tag voller Impulse und Innovationen

Am Mittwoch, den 5. Juni 2024, fand der diesjährige Düsseldorfer Arbeitgebertag im entspannten Ambiente des Van der Valk Airporthotels statt. Rund 300 Entscheidungsträger aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft versammelten sich mit Spannung und Vorfreude, um an diesem vielfältigen Jahrestreffen teilzunehmen. Organisiert wurde der Arbeitgebertag von der Unternehmerschaft Düsseldorf und Umgebung, dem größten freiwilligen, lokalen Arbeitgebernetzwerk in der Landeshauptstadt. Die Vorsitzende Jutta Zülow und Düsseldorfs Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller eröffneten den Tag.

Von Christoph Sochart (Text) und Frank Wiedemeier (Fotos)

Ein besonderes Highlight des Tages war die lebhafte Diskussion mit Armin Papperger, dem Vorstandsvorsitzenden der Rheinmetall AG, und dem renommierten WDR-Journalisten Uwe Schulz. Gemeinsam erörterten sie, wie die deutsche Rüstungsindustrie zur Stärkung der sicherheitspolitischen Rolle Deutschlands und zur technologischen Souveränität Europas beitragen kann. Die Einblicke und Perspektiven von Papperger und Schulz fesselten das Publikum und führten zu angeregten Gesprächen im Anschluss.

Zuvor fand die feierliche Verleihung des „Rheinischen Innovationspreises“ statt. Steffen Pörner, Mitglied im Beirat der Unternehmerschaft Düsseldorf und Geschäftsführer des Bankenverbandes NRW, hielt eine inspirierende Laudatio. Die ausgezeichneten Innovationen beeindruckten durch ihre Vision und ihr Potenzial, zukünftige Entwicklungen in Wirtschaft und Gesellschaft maßgeblich zu beeinflussen. Die Preisverleihung unterstrich die Bedeutung von Kreativität und Erfindergeist für die Wettbewerbsfähigkeit unserer Region.

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In diesem Jahr ging der Preis an das Neusser Unternehmen Maschinenfabrik Reinartz GmbH & Co. KG für sein innovatives Trennverfahren. Diese Technologien setzen Maßstäbe bei der Gewinnung von erstklassigen Pflanzenölen und proteinhaltigen Presskuchen aus Insektenlarven. Mit dem Sonderpreis für „Transformation & Nachhaltigkeit“ 2024 wurde die Vodafone GmbH für ihre Innovation „5G-Litfaßsäulen“ ausgezeichnet.

Letzter offizieller Programmpunkt: die neue Initiative „Powerjahr Praktika“, die nach den Sommerferien in Düsseldorf startet. Ziel ist es, Unternehmen in der Stadt zu motivieren, mehr Praktikumsplätze für Schülerinnen und Schüler auf der neu gestalteten Onlineplattform www.praktikum-dus.de anzubieten. Oberbürgermeister Keller betonte, dass jährlich 15.000 Praktikumsplätze in Düsseldorf benötigt werden. Teammitglieder der Stiftung Pro Ausbildung und der Kommunalen Koordinierung informierten die Unternehmensvertreterinnen und -vertreter wie die Eintragung schnell und einfach gelingt.


Schauen Sie sich auch dieses Video zum Thema an:


Der Düsseldorfer Arbeitgebertag 2024 bot nicht nur tiefgehende Einblicke und wertvolle Impulse, sondern auch eine Plattform für eine wirksame Vernetzung und Austausch. Die Teilnehmer hatten die Gelegenheit, sich mit Gleichgesinnten zu vernetzen und gemeinsam über aktuelle Herausforderungen und zukünftige Trends zu diskutieren.

Wir sind stolz darauf, dass unser Arbeitgebertag sich als das zentrale Jahrestreffen für Entscheidungsträger aus Düsseldorf und Umgebung etabliert hat. Mit seinem abwechslungsreichen Programm und den hochkarätigen Gästen setzte er auch in diesem Jahr wieder Maßstäbe und lieferte wertvolle Anregungen für die Zukunft.

Freuen Sie sich auf weitere interessante Veranstaltungen und bleiben Sie informiert über die neuesten Entwicklungen und Initiativen in unserer Region unter www.unternehmerschaft.de. Der Düsseldorfer Arbeitgebertag 2024 war ein voller Erfolg und ein eindrucksvoller Beweis für die Innovationskraft und das Engagement unserer Arbeitgeber-Gemeinschaft.

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Im Wandel: Deutschlands Norden und Osten auf dem Vormarsch

In Deutschland tut sich etwas. Laut dem aktuellen Regional-Ranking des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), „unserem“ Wirtschaftsinstitut in Köln, haben sich die besten Zukunftsperspektiven in Sachen Wohlstand, Lebensqualität und Arbeitsplätze überraschend in den Norden und Osten des Landes verlagert. Während Städte und Kreise in Bayern und Baden-Württemberg weiterhin bei der Leistungsfähigkeit dominieren, verlieren sie in puncto Dynamik an Boden.

Das IW untersucht alle zwei Jahre die 400 Städte und Kreise der Bundesrepublik hinsichtlich ihrer Wirtschaftsstruktur, des Arbeitsmarktes und der Lebensqualität. Faktoren wie Unternehmensgründungen, der Anteil der Hochqualifizierten, die Erwerbsquote von Frauen, die Ärztedichte und der Anteil von Naturflächen werden dabei berücksichtigt – all das, was eine Region lebenswert macht.

In den Wachstumsraten fällt der Süden zurück. Vor vier Jahren lagen dort noch zwei Drittel der Städte und Kreise über dem Durchschnitt, heute sind es nur noch 40 Prozent. Der Norden und Osten hingegen holen kräftig auf, begünstigt durch neue Großinvestitionen in die Chip- und Batteriefertigung in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein.

Hanno Kempermann, Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln. Foto: IW

Und wie schlägt sich Nordrhein-Westfalen (NRW), das bevölkerungsreichste Bundesland? Laut Hanno Kempermann, Geschäftsführer der IW Consult und Mitautor der Studie, steht NRW vor großen Herausforderungen. Nur neun der 53 Kreise und Städte in NRW liegen im Niveau-Ranking über dem Bundesdurchschnitt. Keiner von ihnen schafft es unter die Top Ten. Die besten Platzierungen in NRW erreichen Leverkusen (Platz 19), Düsseldorf (Platz 29) und der Kreis Mettmann (Platz 94). Im Gegensatz dazu sind gleich fünf Städte aus NRW unter den zehn Schlusslichtern zu finden: Hagen (394), Oberhausen (396), Duisburg (398), Gelsenkirchen (399) und Herne (400). Das Schluss-Trio der Untersuchung wird somit von drei Ruhrgebietsstädten gebildet.

Die Problematik des Ruhrgebiets, das immer noch mit den Folgen der Deindustrialisierung kämpft, überrascht nicht. Auffällig ist jedoch, dass einst prosperierende Regionen wie Ostwestfalen und das Sieger- und Sauerland ebenfalls zurückfallen. Hier sind es oft mittelständische Unternehmen, die weltweit erfolgreich agieren. Kempermann nennt die Gründe: „Westfalen leidet stärker unter den steigenden Energiepreisen und ist stärker auf traditionelle Industriezweige wie die Autozulieferung für Verbrennungsmotoren angewiesen, was jetzt zum Nachteil wird.“

Auch attraktive Städte wie Köln (Platz 214), Bonn (111) und Aachen (335) haben im Niveau verloren. Trotz einer aktiven Gründerszene und gut ausgebildeter Arbeitskräfte schneiden sie bei Kriminalität, Frauenerwerbsquote und Familienfreundlichkeit schlecht ab. Städte wie Mönchengladbach und Münster haben sich zwar verbessert, kämpfen aber mit einer schwachen Wirtschaftsstruktur bzw. einem Mangel an Wohnraum für Familien.

NRW insgesamt hat Schwierigkeiten, mit den Herausforderungen der Digitalisierung und dem Übergang zu einer klimaneutralen Wirtschaft mitzuhalten. Während flexible Mittelständler im Süden und Norden besser auf das neue Umfeld reagieren, fehlt es in NRW an Platz für Neuansiedlungen. Großkonzerne wie Northvolt, Intel und TSMC haben sich deshalb für Standorte in Schleswig-Holstein, Sachsen und Sachsen-Anhalt entschieden. Selbst der Autozulieferer Kirchhoff fand kein Grundstück in NRW und zog nach Sachsen um.

Obwohl NRW über exzellente Universitäten verfügt, bleiben viele Absolventen nicht in der Region. „Es gibt zu wenige attraktive Arbeitgeber in NRW. Absolventen von Exzellenzuniversitäten gehen lieber in den Süden zu BMW, Mercedes, Google oder Microsoft,“ erklärt Kempermann. Es fehlt an einem umfassenden Konzept, um ein attraktives Umfeld für neue Ansiedlungen zu schaffen – von Fachkräften über Flächen bis hin zu grünem Strom.

Es gibt jedoch auch positive Entwicklungen. Im Dynamik-Ranking der Studie liegen 29 Städte und Kreise in NRW über dem Bundesdurchschnitt. Leverkusen, dessen größter Konzern Bayer derzeit Schwierigkeiten hat, belegt Platz fünf der dynamischsten Städte Deutschlands. Dies liegt unter anderem an drastischen Gewerbesteuersenkungen, die Unternehmen aus dem In- und Ausland angelockt haben, sowie einem hohen Qualifikationsniveau und einem Zuwachs an wissensintensiven Dienstleistungen.

Das Ruhrgebiet zeigt ebenfalls erste Erholungstendenzen. In Bochum entsteht ein Zentrum für Cyber-Sicherheit, Dortmund punktet mit Mikroelektronik und Logistik, und Essen beherbergt viele Konzernzentralen. Selbst Duisburg, das Schlusslicht, erlebt einen Dynamikschub.

Die nordrhein-westfälische Wirtschaft hat also noch erhebliches Potenzial. Besonders die Wissenschafts- und Wirtschaftscluster rund um Wasserstoff, Biotechnologie und Quantencomputing könnten maßgeblich zur zukünftigen Dynamik beitragen.

Es bleibt spannend, wie sich die Regionen weiterentwickeln und ob NRW seine Herausforderungen erfolgreich meistern kann.

Vor der Europawahl: Unternehmens-Präsident warnt vor populistischen und nationalistischen Kräfte

Arndt G. Kirchhoff

Arndt Kirchhoff, Präsident der Landesvereinigung der Unternehmensverbände NRW, betont heute in einem Gastbeitrag in der Rheinischen Post die immense Bedeutung der bevorstehenden Europawahl und warnt vor den Gefahren, die durch populistische und nationalistische Kräfte entstehen könnten.

Kirchhoff hebt hervor, dass ein starkes Europa unabdingbar für Frieden, Freiheit, Demokratie und Wohlstand ist. Besonders für Nordrhein-Westfalen wäre ein Austritt Deutschlands aus der EU katastrophal, da dies zu einem Verlust von 5% der Wirtschaftsleistung und fast 500.000 Arbeitsplätzen führen würde.


NRW und Deutschland braucht zwingend eine starke Wirtschaft – vielleicht mehr denn je. Doch unser Land ist in schlechter Verfassung. Jahrelang wurde viel zu wenig in die Zukunft investiert.


Kirchhoff kritisiert die EU für übermäßige Bürokratie und fordert Maßnahmen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und der Wirtschaft. Deutschland selbst sei in schlechter Verfassung, mit vernachlässigter Infrastruktur, hoher Bürokratie, langsamer Digitalisierung und steigender Steuer- und Abgabenlast. Die industrielle Basis des Landes sei bedroht, und es fehle an strategischen Konzepten zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit und Energieversorgung.


Die wirtschaftliche Lage immer ernster. Weltweit ist Deutschland das einzige Industrieland, das schrumpft. Unsere industrielle Basis bröckelt. Unsere Wertschöpfungsketten sind in Gefahr. Wir reden hier über die Kernbereiche unserer Volkswirtschaft. Doch ausgerechnet jetzt erleben wir eine Regierung ohne Strategie.


Er fordert, dass Wirtschaft und Arbeit Priorität erhalten, um den Wohlstand zu sichern. Eine Illusion sei es zu glauben, Wohlstand sei ohne Anstrengung und Leistung möglich. Statt einer Verkürzung der Arbeitszeit müsse eher mehr und länger gearbeitet werden, um einen wehrhaften Staat, einen leistungsfähigen Sozialstaat und die erfolgreiche Transformation zu gewährleisten.

Quelle: Rheinische Post