M+E‑Umfrage: Rückkehr zum Vorkrisenniveau dauert länger als erhofft

Big River Steel

Der Arbeit­ge­ber­ver­band Gesamt­me­tall hat die Ergeb­nis­se der vier­ten reprä­sen­ta­ti­ven Umfra­ge unter den Unter­neh­men der Metall- und Elek­tro-Indus­trie (M+E‑Industrie) zu den wirt­schaft­li­chen Aus­wir­kun­gen der Coro­na-Pan­de­mie vor­ge­legt. Gesamt­me­tall-Haupt­ge­schäfts­füh­rer Zan­der erklär­te dazu: „Deutsch­lands wich­tigs­te Bran­che hat zwar einen ers­ten Schritt aus der Kri­se her­aus getan, die Rück­kehr zum Vor­kri­sen­ni­veau wird aber län­ger dau­ern als erhofft.“ Dies wer­de wahr­schein­lich noch bis Mit­te des Jahr­zehnts dau­ern. An der Umfra­ge, die vom 28. Sep­tem­ber bis 2. Okto­ber 2020 durch­ge­führt wur­de, nah­men 1.825 Mit­glieds­un­ter­neh­men der M+E‑Verbände teil. Bei der Pro­duk­ti­on liegt die M+E‑Industrie in den ers­ten acht Mona­ten rund 19 Pro­zent unter dem Niveau des Vor­jah­res. Beim Umsatz erwar­ten 72 Pro­zent der Unter­neh­men für das Jahr 2020 einen Rück­gang – und zwar im Durch­schnitt um 23 Pro­zent. 50 Pro­zent der Unter­neh­men geben an, nicht abse­hen zu kön­nen, wann bei der Pro­duk­ti­on das Vor­kri­sen­ni­veau wie­der erreicht wird. Der Anteil der Unter­neh­men, die nach eige­ner Ein­schät­zung schon Ende 2020 oder Mit­te 2021 das Niveau vor der Coro­na-Kri­se (Janu­ar 2020) wie­der errei­chen kön­nen, ist sogar gegen­über der vor­he­ri­gen Umfra­ge im Juni um je vier Pro­zent­punk­te auf 16 bzw. 18 Pro­zent gesun­ken. Ins­ge­samt stu­fen die Unter­neh­men ihre Betrof­fen­heit durch Coro­na zwar als gerin­ger ein als noch im Juni – der Anteil der Betrie­be, die „sehr stark“ oder „stark“ betrof­fen sind, ist von 47 auf 31 Pro­zent gesun­ken –, trotz­dem muss damit immer noch ein knap­pes Drit­tel der Unter­neh­men die Pro­duk­ti­on erheb­lich ein­schrän­ken. Die nach wie vor insta­bi­le wirt­schaft­li­che Lage wirkt sich auch auf die Zahl der Beschäf­tig­ten aus. Die Zahl der Betrie­be, die Kün­di­gun­gen aus­spre­chen müs­sen, um ihren Per­so­nal­be­stand anzu­pas­sen, steigt zwar, bleibt aber mit knapp neun Pro­zent ver­gleichs­wei­se gering. An der Aus­bil­dung wol­len die Unter­neh­men trotz der schwie­ri­gen wirt­schaft­li­chen Situa­ti­on fest­hal­ten. 69 Pro­zent pla­nen in 2021 ihr Aus­bil­dungs­ni­veau zu hal­ten, rund 9 Pro­zent sogar eine Erhö­hung. Unter den Unter­neh­men, die weni­ger aus­bil­den, gaben rund 60 Pro­zent die Coro­na-Kri­se als Grund an. Durch den anste­hen­den Struk­tur­wan­del sahen rund 40 Pro­zent der Unter­neh­men weni­ger Per­so­nal- und damit auch weni­ger Aus­bil­dungs­be­darf. Trotz Coro­na und Struk­tur­wan­del feh­len den Betrie­ben auch geeig­ne­te Bewer­ber. Immer­hin 16 Pro­zent gaben das als Grund für eine gerin­ge­re Zahl an Aus­bil­dungs­plät­zen an.