Metall- und Elektroindustrie in NRW vor der Tarifrunde 2021

„Mit Interesse nehmen wir zur Kenntnis, dass sich die IG Metall NRW für keine bezifferte Forderung zu einer allgemeinen Entgelterhöhung hat entscheiden können“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Metall- und Elektro-Industrie Nordrhein-Westfalen (METALL NRW), Dr. Luitwin Mallmann, am Donnerstag in Düsseldorf als Reaktion auf die Forderungsempfehlung der IG Metall. „Wir stecken in der wohl schwersten Rezession seit Gründung der Bundesrepublik Deutschland, da passen allgemeine Lohnerhöhungen nun wirklich nicht ins Bild. Es ist folgerichtig, wenn die IG Metall jetzt den Fokus auf die Sicherung der Arbeitsplätze richtet.“ Alles, was die Betriebe in dieser schwierigen Phase entlaste, werde zur Stabilisierung der Beschäftigung beitragen. „Die Einführung einer Vier-Tage-Woche mit Teillohnausgleich gehört sicher nicht dazu. Was die Arbeit ohne Gegenleistung teurer macht, leistet eher dem Abbau von Arbeitsplätzen Vorschub“, kommentierte Mallmann die entsprechenden Vorschläge der IG Metall NRW.

Er erklärte die Bereitschaft von METALL NRW mit der IG Metall über intelligente tarifliche Lösungen zu sprechen, die die angespannte Liquiditätslage sehr vieler Unternehmen positiv beeinflussen können. METALL NRW stehe auch zu der im März gegebenen Zusage, die Verhandlungen über alle Fragen im Zusammenhang mit dem Transformationsprozess der Industrie fortzusetzen. „Wir teilen die Einschätzung der IG Metall, dass die Transformation in der Corona-Krise deutlich Fahrt aufgenommen hat. Was immer die Tarifvertragsparteien hierzu vereinbaren muss den Prozess fördern und nicht durch Regulierung Fahrt rausnehmen“, gab Mallmann zu bedenken. Insgesamt verstehe METALL NRW die heutige Empfehlung der IG Metall als ein Angebot zur Zusammenarbeit in einer für die Metall- und Elektroindustrie nach wie vor bedrohlichen Situation. „Nun müssen Belegschaften und Arbeitgeber gemeinsam mit den Tarifvertragsparteien Problemlösungen erarbeiten. Dann sehe ich die Chance, so viele Arbeitsplätze wie eben möglich zu sichern“, bekräftigte Mallmann.