Rheinmetall unterzeichnet Rahmenvertrag im Gesamtwert von bis zu 2 Milliarden Euro

Rhein­me­tall hat erneut einen Groß­auf­trag im Bereich der mili­tä­ri­schen Logis­tik­fahr­zeu­ge erhal­ten. So hat das Bun­des­amt für Aus­rüs­tung, Infor­ma­ti­ons­tech­nik und Nut­zung der Bun­des­wehr (BAAINBw) mit der Rhein­me­tall MAN Mili­ta­ry Vehi­cles (RMMV) einen Rah­men­ver­trag zur Lie­fe­rung von bis zu 4.000 Wech­sel­la­der-LKW geschlos­sen, wobei ein gro­ßer Teil der Fahr­zeu­ge über gepan­zer­te Kabi­nen ver­fü­gen wird. Mit dem Rah­men­ver­trag ver­bin­det sich für Rhein­me­tall über die Lauf­zeit von 2021 bis 2027 ein Gesamt­vo­lu­men von bis zu 2 MrdEUR.

In einem ers­ten Abruf wur­de die Pro­duk­ti­on von 540 Fahr­zeu­gen in Auf­trag gege­ben, davon 230 mit geschütz­ten Kabi­nen. Die­ses ers­te Los hat einen Auf­trags­wert von 348 Mio­EUR brut­to, wobei die Aus­lie­fe­rung Anfang 2021 begin­nen soll. Ziel ist es dabei, dass die Trup­pe über eine aus­rei­chen­de Anzahl an Fahr­zeu­gen ver­fügt, wenn Deutsch­land 2023 die Füh­rung der NATO-Speer­spit­ze VJTF über­nimmt.

Die geschütz­ten Wech­sel­la­der­sys­te­me erhö­hen Über­le­bens- und Durch­hal­te­fä­hig­keit sowie die tak­ti­sche Fle­xi­bi­li­tät der Nach­schub­trup­pe erheb­lich. Im Gegen­satz zu den eben­falls von der RMMV gelie­fer­ten Unge­schütz­ten Trans­port­fahr­zeu­gen (UTF) bewe­gen sie sich auch stark in den vor­de­ren Berei­chen der Ein­satz­räu­me, etwa beim Muni­ti­ons­nach­schub für Kampf- und Kampf­un­ter­stüt­zungs­trup­pen.

Die robus­ten und gelän­de­gän­gi­gen HX 8x8-Fahr­zeu­ge der RMMV zeich­nen sich durch hohe Mobi­li­tät auch im Gelän­de aus und las­sen sich wahl­wei­se mit einer geschütz­ten Kabi­ne aus­stat­ten. Kern­aus­stat­tung ist das von Hiab ent­wi­ckel­te Haken­la­de­ge­rät, mit dem sich die zuge­hö­ri­gen Wech­sel­la­der­prit­schen (Fla­t­racks) schnell auf­neh­men und abset­zen las­sen. Zusätz­lich kön­nen die Fahr­zeu­ge auch eine Wech­sel­prit­sche oder einen Con­tai­ner über die stan­dar­di­sier­ten 20 Fuß ISO-Schnitt­stel­len auf­neh­men.

Iden­ti­sche Bedie­nung und hohe Gemein­sam­keit sowie Tei­legleich­heit mit der UTF-Fahr­zeug­fa­mi­lie erleich­tern Aus­bil­dung, Ein­satz und Logis­tik. Durch die signi­fi­kan­te Redu­zie­rung der Aus­bil­dungs­zeit von Besat­zung und Instand­set­zungs­per­so­nal sowie durch die gro­ße Gleich­heit von Ersatz­tei­len und Son­der­werk­zeu­gen lässt sich der flä­chen­de­cken­de Ein­satz schnel­ler errei­chen – und das bei hoher Wirt­schaft­lich­keit für Beschaf­fer und Nut­zer.

Mit dem neu­er­li­chen Auf­trag kann Rhein­me­tall sei­ne Posi­ti­on als füh­ren­der Her­stel­ler von Logis­tik­sys­te­men und ‑fahr­zeu­gen wei­ter aus­bau­en. So sind aus dem am 5. Juli 2017 durch das BAAINBw erteil­ten und auf sie­ben Jah­re ange­leg­ten UTF-Rah­men­ver­trag von 2.271 Fahr­zeu­gen bereits 1.250 aus­ge­lie­fert wor­den. Der über­wie­gen­de Teil der wesent­li­chen Kom­po­nen­ten – Moto­ren, Ach­sen, Getrie­be und Auf­bau­ten – ent­stammt deut­scher Fer­ti­gung, die Mon­ta­ge der Fahr­zeu­ge wird im Wie­ner RMMV-Werk erfol­gen.

Die hohe welt­wei­te Ver­brei­tung von RMMV-Fahr­zeu­gen bringt gera­de im Hin­blick auf mul­ti­na­tio­na­le Ein­sät­ze gro­ße Vor­tei­le bei Inter­ope­ra­bi­li­tät und Logis­tik. Aktu­ell gehö­ren unter ande­rem Groß­bri­tan­ni­en, Aus­tra­li­en, Neu­see­land und Däne­mark zum Nut­zer­kreis. Nor­we­gen und Schwe­den haben eben­falls LKW-Auf­trä­ge in nen­nens­wer­ten Grö­ßen bei Rhein­me­tall plat­ziert.