Was braucht die Wirtschaft NACH der Kommunalwahl?

Die nord­rhein-west­fä­li­schen Unter­neh­mer haben die Kom­mu­nal­wah­len am 13. Sep­tem­ber 2020 als ein „extrem wich­ti­ges Datum für die wei­te­re wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung im Land“ bezeich­net. Der Prä­si­dent der Lan­des­ver­ei­ni­gung der Unter­neh­mens­ver­bän­de Nord­rhein-West­fa­len (unter­neh­mer nrw), Arndt G. Kirch­hoff, erklär­te am Diens­tag bei der Vor­la­ge einer NRW-Regio­nal­stu­die des Insti­tuts der deut­schen Wirt­schaft Köln in Düs­sel­dorf, die Ergeb­nis­se wie­sen ein­deu­tig auf die unmit­tel­ba­re Wir­kung kom­mu­nal­po­li­ti­scher Ent­schei­dun­gen auf Unter­neh­men und Beschäf­ti­gung hin. „Wir müs­sen in den nächs­ten Wochen und Mona­ten in jeder Gemein­de die­ses Lan­des eine inten­si­ve wirt­schafts­po­li­ti­sche Debat­te über die Stand­ort­be­din­gun­gen vor Ort füh­ren“, sag­te Kirch­hoff. Ange­sichts der dra­ma­ti­schen Aus­wir­kun­gen der schwe­ren Rezes­si­on sei in den Rat- und Kreis­häu­sern drin­gen­der denn je ein neu­es Grund­be­wusst­sein über die Bedeu­tung der Wirt­schaft erfor­der­lich. „Ich kann uns Wäh­lern nur raten, allen Kan­di­da­ten wirt­schafts­po­li­tisch kräf­tig auf den Zahn zu füh­len“, beton­te Kirch­hoff.

Der NRW-Unter­neh­mer­prä­si­dent for­der­te die Kom­mu­nal­po­li­tik auf, „jetzt vor allem selbst die Ärmel auf­zu­krem­peln, anzu­pa­cken und los­zu­le­gen statt zu viel nach Düs­sel­dorf, Ber­lin oder Brüs­sel zu schie­len“. Klu­ge Kom­mu­nal­po­li­tik kön­ne sehr wohl den Unter­schied machen. Der IW-Stu­die zufol­ge lägen nicht sel­ten Nach­bar­ge­mein­den im Umkreis von zehn Kilo­me­tern sowohl in Niveau als auch in der Dyna­mik weit aus­ein­an­der. Dies sei auch ein Aus­weis unter­schied­li­cher Qua­li­tät von Kom­mu­nal­po­li­tik. Auf­fäl­lig sei, dass Gemein­den mit nied­ri­gen Gewer­be­steu­er­he­be­sät­zen, guter­Wohn­raum­ver­sor­gung und über­durch­schnitt­li­cher 5G- und Breit­band­ver­sor­gung bei Arbeits­plät­zen, Kauf- und Wirt­schafts­kraft beson­ders gut abschnei­den. Im bun­des­wei­ten Regio­nen-Ver­gleich fal­le das Zeug­nis im Ergeb­nis aller­dings noch nicht zufrie­den­stel­lend aus. „Wir haben in NRW unter dem Strich zu weni­ge Gemein­den auf den vor­de­ren und zu vie­le auf den hin­te­ren Plät­zen. Da müs­sen wir noch bes­ser wer­den – auch damit NRW als Gan­zes wei­ter auf­ho­len kann“, sag­te Kirch­hoff. 

Mit Blick auf die ange­spann­te Finanz-Situa­ti­on in den Gemein­den und Krei­sen des Lan­des warn­te Kirch­hoff davor, den Kom­mu­nal-Wahl­kampf jetzt nur auf die Fra­ge zu ver­en­gen, ob das Land die Alt­schul­den der Kom­mu­nen über­neh­me. Er begrü­ße, dass im Kon­junk­tur­pa­ket des Bun­des weit­rei­chen­de Hil­fen für die Kom­mu­nen ent­hal­ten sei­en. Deren Wir­kung auf die Lage der Gemein­den soll­te aber nach der Kri­se zunächst genau ana­ly­siert und erst dann ent­schie­den wer­den, wie wei­te­re Maß­nah­men aus­se­hen müss­ten. „Wir soll­ten im Kom­mu­nal-Wahl­kampf weni­ger dar­über reden, was Bund und Land für Städ­te und Gemein­den tun kön­nen, son­dern dar­über spre­chen, was vor Ort selbst erle­digt wer­den kann“, erklär­te Kirch­hoff.

IW-Regio­nal­stu­die:

IW-Stu­die: Kom­mu­nal­ran­king NRW 2020