Münchner Sicherheitskonferenz: Rheinmetall will Artilleriemunition in der Ukraine produzieren

Europas größter Munitionshersteller, Rheinmetall in Düsseldorf, stellt die Weichen für die Eröffnung eines neuen Werks in der Ukraine. Rheinmetall und ein ukrainisches Partnerunternehmen haben ein Memorandum of Understanding (MoU) zur Gründung eines Joint Ventures unterzeichnet, das in der Ukraine künftig Artilleriemunition herstellen soll. Die Unterzeichnung fand heute im Beisein von Alexander Kamyshin, dem ukrainischen Minister für strategische Industrien, am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz statt.

Rheinmetall-Chef Armin Papperger. Foto: Rheinmetall

Das „Ukrainische Kompetenzzentrum für Munition“ soll künftig eine sechsstellige Zahl von Geschossen im Kaliber 155mm pro Jahr fertigen, inklusive entsprechender Treibladungen. Hierzu wollen die JV-Partner eine neue Produktionsanlage bauen und künftig gemeinsam betreiben. An dem Gemeinschaftsunternehmen wird Rheinmetall 51 Prozent der Anteile halten, 49 Prozent entfallen auf den ukrainischen Partner.

Erst am 12. Februar 2024 war im Beisein von Bundeskanzler Olaf Scholz im niedersächsischen Unterlüß der symbolische erste Spatenstich für ein neues Werk gesetzt worden, in dem – neben Sprengstoff und Komponenten für Raketenartillerie – ab 2025 ebenfalls Artilleriemunition produziert werden soll.

„Der Bedarf an Artilleriemunition in vielen Ländern ist enorm – zuallererst natürlich in der Ukraine. Unsere Absicht, dort nun ein weiteres Joint Venture zu gründen, unterstreicht, wie ernst es Rheinmetall mit der Unterstützung des Landes ist. Das Gemeinschaftsunternehmen wird einen wesentlichen Beitrag zur Verteidigungs-fähigkeit der Ukraine leisten und damit der Sicherheit in Europa dienen“, so Armin Papperger, Vorstandsvorsitzender der Rheinmetall AG.

Armin Papperger: „Wir wollen der Ukraine ein leistungsfähiger Partner dabei sein, die einst starke wehrtechnische Industrie in der Ukraine wiederaufzubauen und die Autonomie ukrainischer Kapazitäten sicherzustellen. Schon heute sind wir der wichtigste rüstungsindustrielle Partner des Landes. Insgesamt haben wir mit der Ukraine aktuell Projekte im Wert von mehreren Milliarden Euro in Arbeit, und fast täglich wird es mehr.“

Rheinmetall ist im Bereich der Artilleriemunition nicht nur der weltweit größte Hersteller und Technologieführer, sondern verfügt intern auch über das Know-how zur Planung, für den Bau und den Betrieb von Fertigungsstätten zur Herstellung von Großkalibermunition.

Bereits im Oktober 2023 hatten die Rheinmetall AG und der ukrainische Staatskonzern Ukrainian Defense Industry JSC (UDI, vormals Ukroboronprom) ein erstes Joint Venture in Kiew gegründet – die Rheinmetall Ukrainian Defense Industry LLC. In einem ersten Schritt werden Einsatzfahrzeuge gewartet und instandgesetzt, später sollen auch gepanzerte Fahrzeuge in der Ukraine gefertigt werden.

Klimawandel und Co.: Was Jugendliche beschäftigt

Nahezu jeder Jugendliche ist hierzulande täglich online. Dabei ist für die junge Generation vor allem eines wichtig: auf dem neuesten Stand zu bleiben. Dies gilt auch für aktuelle Themen wie den Klimawandel und den Ukraine-Krieg. Informationen dazu holen sich die 12- bis 19-Jährigen allerdings nicht vorrangig aus dem Netz.

224 Minuten, also fast vier Stunden – so viel Zeit verbringt ein Jugendlicher in Deutschland im Schnitt pro Tag an Smartphone, Laptop und Co. Das geht aus der aktuellen Studie „Jugend, Information, Medien“ (JIM) hervor. Zwar nutzt ein Großteil der Teenager das Internet vornehmlich zum Chatten, für Videospiele oder zur Unterhaltung – zusätzlich erfüllt es für sie jedoch noch eine weitere Funktion: die Suche nach Informationen.

So viel Prozent der … in Deutschland sind an diesen aktuellen Themen interessiert

Dazu dienen vor allem die sozialen Netzwerke, in denen man fast zwangsläufig mit dem Weltgeschehen konfrontiert wird. Etwa jeder zweite Jugendliche folgt dort „Sinnfluencern“ – sie produzieren Inhalte, die ihre Anhänger auf ernsthafte Themen, wie beispielsweise den Klimawandel oder soziale Gerechtigkeit, aufmerksam machen sollen.

Darüber hinaus suchen viele Teenager gezielt nach aktuellen News: Unabhängig vom Alter geben fast zwei Drittel der 12- bis 19-Jährigen an, sich dafür zu interessieren, was in der Welt passiert. Einige Themen stechen dabei hervor (Grafik):

Rund 60 Prozent der Jugendlichen in Deutschland beschäftigten sich im Jahr 2022 mit dem Klimawandel, knapp die Hälfte mit dem Ukraine-Krieg und weitere 40 Prozent mit Diversität.

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Thomas Buschmann (Bankenverband NRW und Deutsche Bank Düsseldorf): Die Lage ist (noch) nicht so schlecht wie die Stimmung.

Der Düsseldorfer Thomas Buschmann macht sich Sorgen: „Die neueste Umfrage unter den Unternehmen zeigt, dass rund ein Drittel eine Verschlechterung der Geschäftserwartungen befürchten. Die Wirtschaftsprognosen machen ebenfalls wenig Hoffnung auf eine baldige Erholung. Die Verunsicherung der Unternehmer führt dazu, dass die Nachfrage nach Krediten so gering wie schon lange nicht mehr ist“, schreibt Buschmann auf dem Informationsportal von „unternehmer nrw“. Thomas Buschmann ist Vorsitzender des Bankenverbandes Nordrhein-Westfalen, Sprecher der Deutschen Bank in Düsseldorf, und Mitglied im Vorstand der Unternehmerschaft Düsseldorf. 

Thomas Buschmann. Foto: IHK Düsseldorf

Weiter schreibt Buschmann: „Aber: Die Lage ist (noch) nicht so schlecht wie die Stimmung. Die Liquiditätsausstattung der Unternehmen ist zumeist gut, die Banken stehen für Finanzierungen bereit, die Politik hat sich in Bewegung gesetzt. Bei allen Herausforderungen, vor der die Wirtschaft steht, geht es – wenn auch langsam, aber doch merklich – voran. Viel hängt davon ab, wie wir uns jetzt entscheiden: Anpacken und unsere Chancen nutzen, oder weiter nur (schlecht-)reden und dadurch den Anschluss an den globalen Wettbewerb verlieren.

Anpacken und Chancen nutzen, oder (schlecht-)reden und Anschluss verlieren

Klar ist, dass nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts nicht weiter unbegrenzt auf staatliche Füllhörner durch Subventionen und Rettungspakete gehofft werden kann. Die Zeiten, mit der die öffentliche Hand immer mit Geld parat stand, dürften schwerer werden. Und wir müssen realistisch sein: Der Bürokratieabbau und die Lösung der Infrastrukturprobleme werden nicht von heute auf morgen möglich sein. So lange können, so lange dürfen die Unternehmen aber nicht warten. Sie sollten besser schon einmal loslegen.

Eine Lösung ist privates Kapital, auch ausländischer Investoren, für das Anreize geschaffen werden muss. Wir fordern daher die europäische Kapitalmarktunion, die aufgrund ihrer Größe eine Alternative zu den globalen Marktplätzen bieten kann, mit weniger Restriktionen für mehr Verbriefungen und Unternehmensanleihen. Durch mehr Investitionen werden mehr Innovationen gefördert. Ein guter Finanzierungsmix, bestehend aus Krediten, Förderprogrammen, Wagniskapital und Kapitalmarktprodukten – ergänzt durch zielgenaue Anreize und Steuererleichterungen – könnte dafür den Turbo zünden.

Politik muss überbordende Regulierung bei nachhaltiger Transformation zurückdrehen

Und noch etwas muss die Politik dringend angehen: Die überbordende Regulierung bei der nachhaltigen Transformation zurückdrehen. Wenn schon der Präsident der deutschen Bankaufsichtsbehörde Bafin feststellt, dass „es viel gut gemeinte Regulierung gibt, die das Ziel verfehlt und uns teilweise in eine Sackgasse gebracht hat“, sollte das ein deutlicher Warnhinweis aus berufenem Munde sein. Die oftmals unüberschaubare Zahl von Verordnungen, die alles bis ins kleinste Detail regeln will, be- und überlastet vor allem kleinere und mittelständische Unternehmen. Alle Verästelungen der Nachhaltigkeit regulieren zu wollen, werde nicht gelingen. „Bei der Taxonomie muss die Machbarkeit in den Mittelpunkt“, fordert auch Eckhard Forst, Chef der NRW.Bank.

Zwei Dinge sind laut Sabine Mauderer, Bundesbank-Vorständin, für den Strukturwandel und Umbau unserer Wirtschaft nötig: „Erstens braucht es eine bessere Vernetzung von Investitionsbedarf, Know-how und Investoren. Und zweitens geht es darum, das Finanzierungsökosystem nach vorne zu bringen“. Nordrhein-Westfalen ist in einer guten Ausgangslage: Das Land ist eine der stärksten Industrieregionen in Europa, mit einem vielfältigen Branchenmix, den meisten Konzernen, Weltmarktführern und Mittelständlern, langjähriger Erfahrung und Kompetenz beim Strukturwandel und seit Neuestem einer Vernetzungs- und Transformationsplattform, der Fin.Connect.NRW. Die von Zenit, IHK NRW und IW Köln getragene Initiative soll die Transformationsfinanzierung beschleunigen, Investoren und Kapitalsuchende verbinden und die nachhaltige und digitale Transition befördern.

Noch ist Zeit, dass wir diese historische Herausforderung bewältigen können. Auf bessere Zeiten warten zu wollen, ist keine Alternative. Die Unternehmen – genau wie die Politik – müssen sich jetzt mit den Anforderungen der Taxonomie auseinandersetzen. Nicht nur, weil es klare Zielvorgaben für die ESG-Ratings gibt, sondern weil wir nur weiter vorankommen, wenn wir innovativ sind. Das ist und bleibt die besondere Stärke der deutschen Wirtschaft – und unsere beste Chance für wieder mehr Wachstum.“

Vor dem heutigen Gespräch mit unserer Wirtschaftsministerin: Betriebe fordern Abbau der Hürden bei Planungs- und Genehmigungsverfahren

Vor dem heutigen geplanten Gespräch mit NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur fordern die Unternehmer das Land auf, Hürden bei Planungs- und Genehmigungsverfahren abzubauen. Dies hätten die NRW-Unternehmensverbände immer wieder angemahnt und dazu auch konkrete Vorschläge gemacht, sagte der Präsident der Landesvereinigung der Unternehmensverbände Nordrhein-Westfalen (unternehmer nrw), Arndt G. Kirchhoff, am Aschermittwoch vor Journalisten in Düsseldorf.

Arndt Günter Kirchhoff Foto: IW

Hier müsse die Landesregierung einen deutlichen Schritt nach vorn machen und zügig eigene substanzielle Maßnahmen ergreifen. Neuen Schwung benötige das Land auch in der Verkehrspolitik. „Die Aufbruchstimmung der letzten Legislaturperiode ist hier verlorengegangen“, sagte Kirchhoff. Bei den Unternehmern festige sich der Eindruck, dass die Landesregierung beim Thema Verkehrsinfrastruktur nicht genug Zug zum Tor habe. Er habe die Sorge, dass sich der Slogan ‚Erhalt vor Ausbau‘ mehr und mehr zu einem Synonym für eine lethargische Verkehrsinfrastrukturpolitik zu entwickeln drohe.

Hauptgeschäftsführer Johannes Pöttering kritisierte in dem Journalistengespräch, wer eine Genehmigung hierzulande wolle, warte lange, schreibt heute die Rheinische Post. Komme es dagegen zu einer Kontrolle, bei der etwas festgestellt würde, erhalte man den Bußgeldbescheid schon am nächsten Tag. Kirchhoff verlangte eine andere Logik: Wenn eine Behörde es nicht schaffe, binnen vier Wochen eine Baugenehmigung zu erteilen, dürfe der Unternehmer loslegen.

Der Wirtschafts- und Industriestandort Deutschland verliert nach Worten des NRW-Unternehmerpräsidenten in seinen Kernbereichen massiv an Wettbewerbsfähigkeit. Die wirtschaftliche Lage werde immer ernster. Sowohl die Zahl der Insolvenzen als auch der Meldungen über Betriebsschließungen und Verlagerungen nehme kontinuierlich zu. Die Stimmung in den Unternehmen verschlechtere sich zusehends. Das Land benötige dringend einen wirtschaftspolitischen Kurswechsel, um eine neue Dynamik für Investitionen und Arbeitsplätze zu entfachen. „Es wird höchste Zeit, dass sich diese Bundesregierung endlich zusammenreißt“, forderte Kirchhoff. Er erwarte, dass sie ihren diversen Ankündigungen zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland endlich Taten folgen ließe. Die Wirtschaft benötige nun in der Breite massive Entlastungen. „Das erwarten jetzt auch unsere Unternehmen.“

Der NRW-Unternehmerpräsident forderte die Bundesregierung auf, endlich die Kardinalfrage für die Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandorts Deutschland zu lösen. „Wir brauchen dauerhaft eine sichere und bezahlbare Energieversorgung“, betonte Kirchhoff. Das Strompreispaket aus dem letzten Herbst sei für den energieintensiven Mittelstand völlig ungenügend, zudem blieben auch nach den Ankündigungen zur Kraftwerksstrategie weiterhin zentrale Fragen zur Energieversorgung der Zukunft unbeantwortet. „Diese anhaltende Ungewissheit wird inzwischen ein Gamechanger zu Lasten Deutschlands für all die Unternehmen, die jetzt ihre Investitionsentscheidungen treffen müssen“, so Kirchhoff.

Johannes Pöttering Foto: unternehmer nrw

GEA errichtet 18-Millionen-Euro-Technologiezentrum für nachhaltige Alternativen zu Fleisch, Milch, Meeresfrüchte und Ei in den USA

Das Düsseldorfer Unternehmen GEA investiert 18 Millionen Euro in ein Technologiezentrum für alternative Proteine im US-Bundestaat Wisconsin. Im neuen Foodtech-Hub werden Lebensmittel auf pflanzlicher, mikrobieller oder Zellbasis pilotiert. GEA-Technologien und ein Team von Biotechnologen bilden die Grundlage für die Skalierung von New Food für die industrielle Produktion, die in den USA zusehends nachgefragt wird. Der Spatenstich auf dem neuen GEA-Campus in Janesville ist im Frühjahr 2024 geplant, die Eröffnung folgt ein Jahr später.

Im neuen New-Food-Technologiezentrum (linker Gebäudeflügel) auf dem GEA-Campus in Janesville, USA, lassen sich Prozesse zur Herstellung neuer Lebensmittel im übertragbaren Pilotmaßstab evaluieren und die Produktion mit Hilfe von Zellkulturen und mikrobieller Fermentation testen. Rendering: GEA

Technologieschub für den New-Food-Markt USA

Die USA gehören zu den Nationen, die Entwicklungen nachhaltiger Ernährungsoptionen durch wohlwollende Regulierung und Offenheit gegenüber Foodtech-Innovationen fördern. So hatte die zuständige Behörde FDA (Food and Drug Administration) bereits im Jahr 2022 die Kultivierung von Hühnerfleisch zugelassen und 2023 die Unbedenklichkeit von präzisionsfermentierten Milchproteinen in Nahrungsmitteln bestätigt.

„In den USA schreiben einige New-Food-Pioniere bereits Innovationsgeschichte. In Sachen industrielle Produktion steht der Markt noch am Anfang. GEA schließt mit dem New-Food-Zentrum eine Lücke in der Innovationslandschaft, in dem wir die Weiterentwicklung komplementärer Proteine technologisch voranbringen“, sagt Dr. Reimar Gutte, Senior Vice President Liquid and Fermentation Technologies, der New Food bei GEA verantwortet.

„Die meisten New-Food-Unternehmen sind in Nordamerika angesiedelt. Zudem fließt auch ein Großteil der Investitionen in alternative Proteine dorthin. Skalierungsanlagen wie unsere werden dringend benötigt“, ergänzt Arpad Csay, der GEAs New-Food-Aktivitäten in Nordamerika leitet. „Wir stellen in Janesville eine GEA-Plattform zur Verfügung, die Herstellern Skalierungs- und Testarbeit erlaubt, ohne in eigene, kapitalintensive Infrastruktur investieren zu müssen. So helfen wir, die Skalierungshürden zu überwinden und beschleunigen die Entwicklung der Branche.“

Biologisierung der Nahrungsmittelindustrie erfordert Ausbildung für New Food

Neben dem Erproben und Validieren von Prozessen möchte GEA in dem 10.000 Quadratmeter großen Gebäude auch die Qualifizierung von Fachleuten für Biotechnologie fördern. Angeschlossen an den im Dezember 2023 eröffneten GEA-Standort für Homogenisatoren, Separatoren, Pumpen und Ventile werden die New-Food-Experten den Wissensaustauch mit anderen Disziplinen stärken.

Mit diesem Vorhaben investiert GEA bereits in seinen zweiten New-Food-Hub, der Innovationen auf dem Weg vom Labor zur kommerziellen Herstellung vorantreibt. Im Juni 2023 hatte GEA in sein Technologiezentrum in Hildesheim mit Schwerpunkt Zellzüchtung und Fermentation eingeweiht.

New Food ist Wachstumshebel für GEA und die Nahrungsmittelindustrie

Als eines der führenden Technologieunternehmen für die Nahrungsmittelindustrie ist GEA Vorreiter der New-Food-Bewegung, die sich mit den Herausforderungen aus den Megatrends Klimawandel, Ernährungssicherheit und -ethik sowie gesunde Ernährung auseinandersetzt. GEA hat New Food deshalb als einen der Wachstumshebel in der Strategie Mission 26 identifiziert. Eine Business Linie arbeitet an Technologien und vollständigen Produktionslinien für mikrobiell oder in Bioreaktoren kultivierte Proteine, Lebensmittel auf Pflanzen- oder Pilzbasis genauso wie innovative Hybride, die pflanzliche Produkte mit durch Biotechnologie hergestellten Proteinen kombinieren.

Erst im Juni 2023 hatte GEA das New-Food-Technologiezentrum für eine nachhaltigere Ernährungsindustrie in Hildesheim eröffnet. Quelle: GEA/Mike Henning

Valentinstag: wir reden nicht über Liebe, sondern übers Geld, denn: Gemeinsamer Haushalt, Gemeinschaftskonto? Der Bankenverband hat die Antwort

Am Valentinstag zählt nur die Liebe. Über Geld zu reden ist aber gerade auch für junge Paare wichtig. Spätestens, wenn eine gemeinsame Wohnung bezogen wird und die Lebenshaltungskosten gemeinsam bestritten werden sollen. Dann stellt sich auch die Frage, ob zusätzlich zu den eigenen Konten ein gemeinsames Konto sinnvoll ist. 

Entscheiden sich beide für ein Gemeinschaftskonto, kann das die Haushaltsführung im Alltag durchaus erleichtern. Dabei ist es wichtig einen Überblick über die laufenden Kosten zu behalten und eine faire Regelung mit Blick auf die verschiedenen Einkommen zu erreichen. Hierbei hilft es, wenn Ausgaben mit einem Haushaltsbuch oder einer passendenden App dokumentiert und den Einnahmen gegenübergestellt werden. Mit einem Gemeinschaftskonto können alle gemeinsamen Zahlungen, wie Miete, gemeinsame Anschaffungen oder Versicherungen über Daueraufträge oder Lastschriften abgewickelt werden. Das Konto hilft aber auch dabei, gemeinsam langfristige Sparziele zu erreichen, etwa für einen Urlaub, Möbel oder fällige Renovierungsarbeiten.

Klassisches Gemeinschaftskonto: das Oder-Konto

Bei einem Gemeinschaftskonto können zwei verschiedene Arten gewählt werden. In Form des so genannten „Oder-Kontos“ kann jeder Kontoinhaber grundsätzlich allein über das Konto verfügen. Unabhängig vom anderen kann beispielsweise Geld überwiesen oder abgehoben werden. Anders ist es beim eher selten anzutreffenden „Und-Konto“, bei dem jede Verfügung eines Kontoinhabers der Zustimmung des anderen bedarf.

Gut zu wissen: Beim Oder-Konto können insbesondere keine Kreditverträge zu Lasten des Gemeinschaftskontos allein abgeschlossen werden. Auch hier ist die Mitwirkung des anderen Kontoinhabers erforderlich.

Gemeinsam wirtschaften, gemeinsam haften

Wer ein Gemeinschaftskonto eröffnet, sollte sich bewusst sein, dass beide Partner gesamtschuldnerisch gegenüber der Bank haften. Das bedeutet, dass die Bank jeden Kontoinhaber in voller Höhe in Anspruch nehmen kann, wenn eine Verbindlichkeit, wie beispielsweise aus einer Kontoüberziehung, ausgeglichen werden muss. Das gilt unabhängig davon, ob es sich um ein Und- oder ein Oder-Konto handelt.

Einzelverfügungsbefugnis kann widerrufen werden

Auch wenn sich ein Paar trennt, kann bei einem Oder-Konto der Ex-Partner bzw. die Ex-Partnerin weiterhin allein über das Konto verfügen, im Extremfall also auch das Guthaben komplett abheben.

Damit es erst gar nicht dazu kommen kann, besteht allerdings die Möglichkeit die Einzelverfügungsbefugnis jederzeit gegenüber der Bank zu widerrufen. Ab diesem Zeitpunkt kann man nur noch gemeinsam über das Konto verfügen.

Quelle: Bankenverband

Der Ausbilderkreis: Großer IT-Thementag im (hybriden) Livestream! JETZT ANMELDEN!

Rebecca Wanzl ist Geschäftsleiterin der FOM in Wuppertal.

Künstliche Intelligenz (KI) bekommt in immer mehr Berufen und Branchen strukturelle und inhaltliche Bedeutung. Unser IT-Thementag will den maßgebenden Fragen nachgehen, die in diesem Zusammenhang für die Zukunft in der und für die Berufsausbildung relevant sind.

Womit müssen wir in der Ausbildung rechnen?
Wie verändert sich die Ausbildung durch den Einsatz von KI?
Wie verändern sich dadurch die Anforderungen an die Bewerber:innen?
Wie sichern wir uns gegen Cyberattacken und Cyberkriminalität besser ab?

Um in unseren Berufen, kompetent mit intelligenten Technologien umzugehen und unsere digitale Zukunft mitgestalten zu können, müssen wir KI mit seinen Möglichkeiten und Risiken verstehen.

Expert:innen aus den Bereichen KI, Ausbildung und Cybersecurity führen uns mit theoretischen Fakten und praktischen Tricks durch einen spannenden IT-Thementag.

IT-Thementag: KI in der Ausbildung
Mittwoch, 07. März 2024

ab 10.00 Uhr, Livestream aus der FOM Wuppertal
www.derausbilderkreis.de

Mit dabei sind:

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Geschäftsführerinnen der FOM Wuppertal & FOM Essen mit einem Einblick in das digitale Livestudium
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Keynotespeakerin Monika Löber, stellv. Geschäftsführerin Kompetenzplattform KI NRW
>
IT & KI- Experte Ekrem Namazci, gdexa
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Livehacking und kleine Impulstalkrunden ..

Eine aktuelle Programmvorschau finden Sie hier:
IT-Thementag 2024 I KI in der Ausbildung

(Bitte melden Sie sich über das Onlineformular an. Falls Sie vor Ort teilnehmen möchte, schreiben Sie uns bitte eine Notiz in das „Bemerkungsfeld“.)

AOK in Düsseldorf: Antibiotika-Verordnungen gehen im Rheinland kontinuierlich zurück – nach Pandemie steigen Zahlen jedoch wieder

Das Wissenschaftliche Institut der Düsseldorfer AOK (WIdO) hat Zahlen für die Entwicklung der Antibiotika-Verschreibung vorgelegt. Demnach sind im Jahr 2022 bundesweit rund ein Viertel aller ambulanten Verordnungen von Medikamenten in der gesetzlichen Krankenversicherung auf Antibiotika entfallen.

Im langfristigen Trend sinkt die Zahl der Antibiotika-Verordnungen – trotz einer Trendumkehr nach der Corona-Pandemie blieb die Zahl unter dem Vor-Pandemie-Niveau. Im Rheinland sinkt der Anteil der sogenannten Reserveantibiotika trotz der Lieferengpässe von Arzneimitteln.

Im Rheinland (KV-Region Nordrhein) wurden 2013 mehr als 5,4 Millionen Antibiotika Rezepte von niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten ausgestellt, im Jahr 2022 waren es 3,6 Millionen – ein starker Rückgang, der belegt, dass die intensiven Bemühungen um einen verantwortungsvollen Umgang mit Antibiotika Früchte tragen. „Der kontinuierliche Rückgang von Antibiotika-Verordnungen ist eine gute Nachricht. Werden Antibiotika zu häufig verwendet, lässt deren Wirkung nach, weil die Bakterien resistent werden. Damit verringert sich die Wirksamkeit der Medikamente“, erläutert Werner Haag, Bereichsleiter Leistungen von der AOK Rheinland/Hamburg.

Das WIdO zeigt sich besorgt darüber, dass der Anteil an Reserveantibiotika unter den Verschreibungen mit bundesweit 42 Prozent (im Rheinland 43 Prozent) weiterhin hoch bleibt. Reserveantibiotika sind sogenannte Mittel der zweiten Wahl, für deren Einsatz eine strenge Indikation vorgesehen ist, da ihr Einsatz die Bildung von Resistenzen verstärkt. Ein Grund für den zu hohen Anteil an Reserveantibiotika sind die anhaltenden Lieferengpässe bei Standardantibiotika.

Anlässlich der aktuellen Auswertung weist das WIdO darauf hin, dass neben einer zurückhaltenden Verordnung in der Human- und Tiermedizin auch Wirkstoffe mit neuen Wirkprinzipien benötigt werden, die in der Lage sind, die schon vorhandenen Resistenzen zu überwinden. Das Bundesministerium für Forschung und Wissenschaft hat bereits 2018 für zehn Jahre Forschungsförderung für neue Antibiotika in Höhe von 500 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. „Diese öffentliche Förderung wird hoffentlich helfen, innovative Arzneimittel an den Start zu bringen. Allerdings muss sichergestellt werden, dass die öffentliche Hand bei diesen Wirkstoffen nicht doppelt zur Kasse gebeten wird – einmal für Forschungsförderung und andererseits für die von der pharmazeutischen Industrie aufgerufenen hohen Preise“, sagt Helmut Schröder, Geschäftsführer des WIdO.

„Im Rheinland wurden – trotz der Lieferengpässe bei zahlreichen Standardantibiotika – nicht vermehrt Reserveantibiotika verordnet. Ihr Anteil an den von Verordnungen ist von 2013 bis 2022 kontinuierlich gesunken. Das bestätigt, dass Ärztinnen und Ärzte die Verordnungen hinterfragen und sorgsam agieren. Um den Einsatz von Reserveantibiotika jedoch merklich reduzieren zu können, müssen Ursachen für Lieferengpässe behoben werden“, sagt Haag. Hier müsste die Bundesregierung gemeinsam mit der pharmazeutischen Industrie tragfähige Lösungen erarbeiten, ohne die Solidargemeinschaft weiter zu belasten.

Deutsche Industrie setzt auf Diversifizierung von Lieferketten

Die deutsche Industrie setzt auch nach der Corona-Pandemie den Umbau ihrer Lieferketten fort, um das Risiko von Ausfällen zu verringern. Dabei setzten die Unternehmen vor allem auf die Diversifizierung. 58% der befragten Unternehmen haben im vergangenen Jahr ihre Lieferketten breiter aufgestellt und neue Zulieferer gefunden. Jedes dritte Unternehmen plant zudem die eigene Zulieferbasis weiter zu vergrößern. „Trotz des deutlichen Rückgangs bei Lieferkettenstörungen und Materialengpässen im vergangenen Jahr ist der Lieferkettenumbau der deutschen Industrie weiterhin in vollem Gange. Besonders die Diversifizierung von Lieferketten ist dabei eine längerfristige Aufgabe, die von den Unternehmen einen langen Atem verlangt“, sagt ifo-Forscher Andreas Baur in einer Mitteilung an unsere Redaktion.

45% der Industrieunternehmen haben zudem im vergangenen Jahr ihre Lagerhaltung erhöht. Allerdings planen nur 12% weitere Lagererhöhungen für die Zukunft. „Auf die pandemiebedingten Lieferkettenstörungen haben viele Unternehmen mit einer Ausweitung von Lagerbeständen reagiert. Dieser Anpassungsprozess scheint in vielen Fällen nun abgeschlossen“, so Baur. 44% der Firmen berichten außerdem über eine verbesserte Überwachung ihrer Lieferketten. 17% haben ihre Fertigungstiefe erhöht und zuvor ausgelagerte Produktionsschritte wieder ins Unternehmen eingegliedert.

Bei den Lieferkettenanpassungen zeigen sich branchenspezifische Unterschiede: In der Elektronikindustrie haben besonders viele Unternehmen die Anzahl ihrer Zulieferer und Bezugsquellen erhöht (80%), ebenso im Maschinenbau (71%). Bei den Herstellern von Druckerzeugnissen liegt dieser Anteil dagegen lediglich bei 28%, im Papiergewerbe bei 37%. In der Automobilbranche setzen viele Firmen auf eine erhöhte Fertigungstiefe: 34% haben damit begonnen, Vorleistungen selbst zu produzieren, die sie zuvor von unabhängigen Zulieferern bezogen haben.

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Rheinmetall schafft seltenes Audit: Human-Ressources-Berichterstattung: konkreter, detaillierter und aussagekräftiger

Dem Düsseldorfer Unternehmen Rheinmetall ist es gelungen, im HR-Bereich eine ISO-Zertifizierung zu erlangen, die bisher nur wenigen Dax-notierten Gesellschaften zuteil wurde. Transparenz und Vergleichbarkeit in Unternehmen gewinnen für die eigene Belegschaft, für Bewerber sowie für die internen und externen Stakeholder immer mehr an Bedeutung.

Dem Düsseldorfer Unternehmen Rheinmetall ist es gelungen, im HR-Bereich eine ISO-Zertifizierung zu erlangen, die bisher nur wenigen Dax-notierten Gesellschaften zuteilwurde. Transparenz und Vergleichbarkeit in Unternehmen gewinnen für die eigene Belegschaft, Bewerber sowie interne und externe Stakeholder immer mehr an Bedeutung.

Doch oftmals sind Daten rund um die eigenen Beschäftigten noch nicht standardisiert und damit schwer vergleichbar. Rheinmetall durchlief nun erfolgreich die ISO-Zertifizierung „Human Capital Reporting / DIN ISO 30414″ und wurde mit dem Zertifikat ausgezeichnet.

Marco Kleiner, Dr. Heiko Mauterer und Katharina Güldenberg von der Managementberatung 4C Group AG überreichten das Zertifikat in der Rheinmetall Academy in Düsseldorf an Personalvorstand Peter Sebastian Krause (Mitte), Thorben Reinhardt, Senior Vice President HR Projects & Solutions, und Anna Holzknecht, Abteilungsleiterin HR Analytics. Im Vorstand der Rheinmetall AG verantwortet Peter Sebastian Krause das Ressort Personal.

Die 2018 geschaffene, freiwillige Zertifizierung ist die einzige global gültige Leitlinie mit dem klaren Fokus auf „Human Capital Reporting“ und schafft erstmals einen Vergleichsmaßstab für HR-Kennzahlen.

Sicherheit durch Standards

„Wir wissen, dass die Rheinmetallerinnen und Rheinmetaller die Erfolgsgrundlage des Rheinmetall-Konzerns sind. Ich freue mich daher, dass wir nun auch im HR-Bereich eine standardisierte Bericht­erstattung nachweisen können. Dadurch können wir vor allem den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Leitplanken und Sicherheit in ihren Arbeitsprozessen bieten“, sagt Peter Sebastian Krause.

ISO-Zertifizierung als Verpflichtung

„Mit der Entscheidung, diese ISO-Zertifizierung durchzuführen, ging Rheinmetall eine große Verpflichtung ein“, erklärt Thorben Reinhardt. „Hierbei werden nicht nur die bereits bestehenden Kennzahlen an den ISO-30414 Anforderungen gemessen, sondern es müssen auch Lücken, die eventuell bestehen, geschlossen werden.“ Im Rahmen der Zertifizierung wurde auch eine Folge des Karriere-Podcasts „R(h)eingehört“ mit Inhalten zu HR-Kennzahlen und der Personalarbeit bei Rheinmetall veröffentlicht.

Mit seiner HR-Berichterstattung kann Rheinmetall nicht nur Interessensgruppen informieren, sondern auch eine unternehmensweite Vergleichbarkeit der HR-Kennzahlen erreichen. Zudem können gesicherte und kennzahlenbasierte Handlungsempfehlungen für die Steuerung der Belegschaft abgeleitet werden. Rheinmetall baut sich somit eine standardisierte Datengrundlage auf, die über die Zeit kennzahlenspezifische Trendanalysen innerhalb der Organisation ermöglicht.

ESG-Relevanz

Zusätzlich zahlt die ISO-Norm auch auf die ESG-Strategie von Rheinmetall ein – dies betrifft vor allem das „S“, aber auch das „G“ in ESG (Environmental – Social – Governance). In diesem Zusammenhang werden Einsichten in Personalthemen für Investoren immer relevanter.

„Mit der Zertifizierung hat Rheinmetall eine solide Basis geschaffen und einen großen Schritt in Richtung eines ESG-konformen Berichtswesens geleistet. In vielen ESG-Diskussionen waren HR-Kennzahlen bisher unterrepräsentiert, doch dies ändert sich drastisch mit den neuen gesetzlich vorgeschriebenen ESG-Richtlinien“, erklärt Anna Holzknecht.

Mehr Standards, mehr Transparenz

Der Schritt hin zur Zertifizierung wurde bei Rheinmetall auch gemacht, um eigene HR-Berichte zu standardisieren und damit intern wie extern vergleichbar zu machen. Rheinmetall veröffentlichte bereits vor dem Zertifizierungsprozess viele der erforderlichen Kennzahlen im jährlichen ESG-Factbook und im Geschäftsbericht. Mit der Zertifizierung hat der Konzern die Möglichkeit, solche Einblicke noch transparenter machen zu können. So wird die zukünftige HR-Berichterstattung aufgrund der Zertifizierung noch konkreter, detaillierter und aussagekräftiger.

Die erfolgreiche Zertifizierung zeigt deutlich: Rheinmetall war bereits im HR-Reporting gut aufgestellt und bildete viele der in „Social“ beinhalteten Kennzahlen bei ESG ab.