Bertelsmann Stiftung: „Einsatzbereitschaft“ ist die wichtigste skills-Eigenschaft bei Mitarbeitern, laut der Unternehmen

Einsatzbereitschaft – keine andere der sogenannten Soft Skills war Unternehmen in Deutschland im Januar 2023 bei neuen Mitarbeitern wichtiger.

Welche persönlichen und sozialen Kompetenzen brauche ich, um auf dem Arbeitsmarkt gute Chancen zu haben? Die Bertelsmann Stiftung hat in einer Studie Stellenausschreibungen untersucht und die Top Ten der Arbeitgeberwünsche an neue Mitarbeiter ermittelt.

Einsatzbereitschaft – keine andere der sogenannten Soft Skills war Unternehmen in Deutschland im Januar 2023 bei neuen Mitarbeitern wichtiger (Grafik): In fast der Hälfte der mehr als 70 Millionen Online-Jobanzeigen, die die Bertelsmann Stiftung regelmäßig analysiert, suchten Firmen zuletzt nach entsprechend hoch motiviertem Personal. Auch Teamfähigkeit und Selbstständigkeit stehen hoch im Kurs. Über die vergangenen Jahre betrachtet, ist der Stellenwert der meisten Soft Skills weitgehend gleich geblieben.

Am stärksten an Bedeutung gewonnen haben seit 2018 Kenntnisse der deutschen Sprache; der Anteil der digitalen Jobanzeigen, in denen Kundenorientierung gefordert wurde, ist dagegen um einige Prozentpunkte gesunken – sodass diese Kompetenz aus den Top Ten der Soft Skills verdrängt wurde.

Als Grund für die leichten Veränderungen der Arbeitgeberwünsche an neue Mitarbeiter sieht die Bertelsmann Stiftung den Wandel der Arbeitswelt. Vor allem für Mitarbeiter im Homeoffice sind aus Sicht der Unternehmen ein gutes Selbstmanagement sowie hohe Einsatzbereitschaft wichtige Kernkompetenzen.

Quelle: Institut der Deutschen Wirtschaft

Rheinmetall gewinnt Neukunden für innovatives Wasserstoffrezirkulationsgebläse

Der Düsseldorfer Technologiekonzern Rheinmetall hat mit seiner Division Sensors and Actuators einen Neuauftrag im mittleren zweistelligen MioEUR-Bereich über mehr als 150.000 Wasserstoffrezirkulationsgebläse – HRB 1800 (Hydrogene Recirculation Blower) – erhalten. Bei dem Kunden handelt es sich um einen Neukunden für den Konzern. Der Kunde hat sich nach eingehenden Tests der Technologie davon überzeugt, dass sich die Gebläse durch die derzeit größtmögliche am Markt verfügbare Qualität und Robustheit auszeichnen.

Für die Konzerntochter Pierburg handelt es sich um einen Meilenstein im Bereich dieser innovativen Technologieentwicklung rund um das System Brennstoffzelle, da sich an die Prüfung von Mustern durch den Kunden ein Auftrag zur Serienfertigung anschließt. Die Produktion der bestellten HRB 1800 startet im Jahr 2026 und endet fünf Jahre später im Jahr 2030. Darüber hinaus wird mit weiteren Anschlussaufträgen gerechnet. Eine weitere Nominierung im niedrigen zweistelligen MioEUR-Bereich über eine elektrische Kühlmittelpumpe, CWA 2000, aus dem Hause Pierburg ist bereits erfolgt. Der Anwendungsbereich liegt bei beiden Aufträgen im Segment Bus and Trucks.

Das Wasserstoffrezirkulationsgebläse erfüllt eine zentrale Funktion im Brennstoffzellensystem als Ganzem, indem es dem Brennstoffzellenstapel den bei der Reaktion in der Zelle nicht verbrauchten Wasserstoff erneut zuführt. Damit erhöht sich die Effizienz der Brennstoffzelle und ihre Lebensdauer wird verlängert. Außerdem ermöglicht die gleichmäßige Verteilung des Wasserstoffs im Stapel ein verbessertes Startverhalten des Systems.

Das über die gesamte Lebensdauer besonders leckagearme Gebläse von Pierburg ist sowohl für Hochvolt- als auch für Niedervoltspannungen verfügbar. Es ist äußerst kompakt und weist ein hervorragendes NVH (Noise, Vibration, Harshness) -Verhalten auf. Die elektrische Leistung reicht von 0,7 bis 2 Kilowatt bzw. in der Niedervoltausführung bis zu 400 Watt. Angetrieben wird es von einem bürstenlosen Motor mit sensorloser Regelung. Im Bereich der Datenübertragung sind LIN- als auch CAN-Bus-Kommunikations- und Diagnosefunktionen vorhanden.

Das Wasserstoffrezirkulationsgebläse gehört zu den sogenannten Balance-of-Plant (BoP) -Produkten, also den Komponenten zur Medienversorgung des Brennstoffzellenstapels. Beide bestellten Systeme sorgen für eine aktive Kühlung von Elektronik und E-Motor, die die Leistungsdichte erhöht. Rheinmetall profitiert bei der Entwicklung von dem Wissen und der Erfahrung aus seinem mehr als zwanzigjährigen Engagement im Brennstoffzellengeschäft, das den Konzern zu einem der führenden Anbieter auf diesem Gebiet hat werden lassen. Insbesondere im Bus-Segment wurde die hier zur Anwendung kommende Technik über mehr als 10 Jahre validiert.

Aufgrund der jüngsten Erfolge und der zu erwartenden Marktdynamik hat der Konzern die Entwicklungsanstrengungen für BoP-Produkte weiter ausgeweitet. Eine Reihe von innovativen Komponenten ist in der Entstehung. Das Portfolio soll sukzessive erweitert werden. Der Konzern möchte eine nachhaltige Rolle bei der Transformation der Industrie weg vom Verbrennungsmotor hin zu umweltschonenden modernen Antriebsformen im automobilen wie auch im stationären industriellen Bereich einnehmen. Rheinmetall strebt die eigene Klimaneutralität bis zum Jahr 2035 an.

Am Freitag schon ins Wochenende: Mehrheit lehnt Vier-Tage-Woche ab

Diese Nachricht hat in dieser Woche viele überrascht: laut einer Stern-Umfrage, durchgeführt vom Forsa-Institut, sind die Deutschen mehrheitlich (im Osten: 62%, im Westen 54%) gegen eine generelle Einführung der Vier-Tage-Woche – sogar bei vollem Lohnausgleich. Die IG Metall wagte diesen Vorstoß und verwies dabei auf Erfahrungen in anderen europäischen Ländern. Die Gewerkschaft ist der Meinung, dass dieses Arbeitszeitmodell die Arbeitsbelastung senke und die Produktivität erhöhe. Unternehmen dagegen haben die Sorge, dass sie finanziell überfordert würden und sich die anfallende Arbeit nicht ohne weiteres auf weniger Arbeitsstunden verteilen lasse. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter spiegeln uns in privaten Gesprächen, dass sie besorgt sind, ihre Arbeit nicht in vier Tagen zu schaffen – die Arbeitsbelastung also steigen würde. In Düsseldorf gibt es einige wenige Unternehmen, die die 4-Tage-Woche eingeführt haben bzw. einführen wollen, zum Beispiel „ElectronicPartner“. Über Erfahrungen gibt es aber noch nichts zu berichten. Die Daten wurden vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut Forsa am 20. und 21. April 2023 erhoben. Datenbasis: 1.001 Befragte.

Simone Bagel-Trah ist „Düsseldorferin des Jahres“

Wir freuen uns sehr: Henkel-Chefin Simone Bagel-Trah wurde in der Kategorie Wirtschaft zur „Düsseldorferin des Jahres“ gewählt. Konrad Henkel hat vor rund 70 Jahre die Unternehmerschaft Düsseldorf gegründet, weil er und seine Unternehmer-Kollegen sich ein Sprachrohr der Düsseldorfer Wirtschaft wünschten. Diesem Ziel sind wir bis heute treu geblieben. So sind wir mit Henkel eng verbunden. Unser Foto zeigt Frau Bagel-Trah in unserem Veranstaltungsformat „Unternehmerschaft im Dialog“. Foto: Frank Wiedemeier

Alljährlich werden in unserer Stadt die „Düsseldorfer des Jahres“ ausgezeichnet. Früher fand diese Veranstaltung Ende des Jahres statt – nun wurde sie in den „Früh-Frühling“ verschoben. Eine Jury wählt Jahr für Jahr engagierte Menschen aus unserer Stadt, in der Regel „Promis“, aus in den Kategorien Wirtschaft, Kultur, Sport und u.a. Lebenswerk. Im letzteren Bereich wurde der Wahl-Kölner Bernhard Paul ausgezeichnet: ihm gehört das Apollo-Varieté. Wir erwähnen ihn an dieser Stelle, weil er vor 15 Jahren schon mal Ehrengast bei der Unternehmerschaft war, nämlich bei unserem exklusiven Talk-Format „Unternehmerschaft im Dialog“.

Wir freuen uns sehr, dass in der Kategorie Wirtschaft mit Simone Bagel-Trah eine „richtige“ Unternehmerin ausgezeichnet wurde. Dies war in der Vergangenheit nicht immer so. Wir gratulieren der Henkel-Chefin, aber auch der Jury für diese glückliche Entscheidung.

„Die Chefin der Chefs bei Henkel“, so schreibt die WIRTSCHAFTSWOCHE über die eloquente Niederkasslerin, ist eine Ur-Ur-Enkelin des Henkel-Gründers Fritz Henkel. Sie legte 1988 ihr Abitur am Max-Planck-Gymnasium in Düsseldorf ab. Von 1988 bis 1993 studierte sie Biologie an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn. 1998 promovierte sie dort mit einer Arbeit über Adhärenzeigenschaften chinolonresistenter E.coli-Isolate. Von 1998 bis 2000 war sie als selbstständige Beraterin für Projektmanagement im Bereich Mikrobiologie und Pharmazie tätig. 2000 wurde sie geschäftsführende Gesellschafterin der Antiinfectives Intelligence GmbH in Rheinbach. Sie ist Gründungsmitglied des seit dem 6. Dezember 2007 existierenden Hochschulrates der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.

Simone Bagel-Trah lebt mit Ehemann und den zwei fünf und sieben Jahre alten Kindern in einer Villa in Niederkassel mit Rheinblick in Düsseldorf. Ihr Mann arbeitet auf der anderen Seite des Rheins, im 22. Stock des Ergo Towers. Christoph Trah, zwei Jahre älter als seine Frau, ist Gesellschafter bei Interconsilium, einer noblen, auf Spitzenmanager spezialisierten Personalvermittlung.

Auch erwähnenswert: in der Kategorie Ehrenamt wurde Claudia Seidensticker ausgezeichnet. Seit 2009 kümmert sich der Düsseldorfer Verein darum, Kindern aus sozial benachteiligten Familien eine kulturelle und soziale Teilhabe zu eröffnen

Schubladenhelden brauchen Ihre Hilfe – Machen auch Sie mit!

In einer großen Düsseldorfer Nachhaltigkeitsaktion möchten wir gemeinsam mit Ihrem Unternehmen erreichen, dass Ihre Mitarbeitende ihre Smartphones spenden. Wir sammeln auch Diensthandys. Bei uns in der Geschäftsstelle steht auch eine smarte und gebrandete Sammelbox. Sie bewirken damit viel Gutes! Infos gibt es bei Christina Moeser unter moeser@unternehmerschaft.de.

Rund 210 Millionen Handys und Smartphones liegen ungenutzt in deutschen Schubladen. Auch Ihre Mitarbeiter:innen haben Mobiltelefone zu Hause, die sie nicht mehr benötigen – anderen aber helfen könnten.

In einer großen Düsseldorfer Nachhaltigkeitsaktion möchten wir gemeinsam mit Ihrem Unternehmen erreichen, dass Ihre Mitarbeiter:innen ihre Smartphones spenden. Wir sammeln auch Diensthandys. Sie bewirken damit viel Gutes!

So werden die Handys wieder aufbereitet und über das Jobcenter und die Caritas an Menschen in prekären finanziellen Lebensumständen verteilt, um eine digitale Teilhabe zu ermöglichen. Zum anderen tragen Sie und Ihre Mitarbeiter:innen auch zum Umweltschutz bei: 41 Handys enthalten bereits mehr Gold, als eine Tonne Gold-Erz. Und würden alle Handys aus Deutschlands Schubladen recycelt werden, könnte man 1734 Tonnen Kupfer, 764 Tonnen Kobalt, 52 Tonnen Silber und 5 Tonnen Gold wiedergewinnen – Rohstoffe, die nicht mehr klima- und umweltschädlich abgebaut werden müssten. Nicht recycelbare Stoffe werden von uns fachgerecht entsorgt und können somit nicht mehr die Umwelt belasten.

Und so kann es gehen:

  1. Sie möchten das Projekt unterstützen, dann melden Sie sich per Email: moeser@unternehmerschaft.de
  2. Wir nehmen mit Ihnen Kontakt auf und klären gemeinsam, wie Sie bestmöglich zur Nachhaltigkeitsaktion beitragen können.
  3. Wir stellen in Ihrem Unternehmen eine Sammelbox auf und geben Ihnen Infomaterial für Ihre Mitarbeiter:innen an die Hand.
  4. Sie informieren Ihre Mitarbeiter:innen und starten die Sammelaktion.
  5. Nach einem Zeitraum von etwa drei Wochen wird die Sammelbox wieder abgeholt.

Ihre Vorteile:

  • Sie engagieren sich sozial und ökologisch nachhaltig, und dürfen dies natürlich auch gerne nach innen und außen kommunizieren.
  • Sie schaffen einen Beitrag zur Teilhabe von Menschen mit geringem Einkommen oder Transferleistungsbezug am immer digitaler werdenden gesellschaftlichen Leben – hier ganz lokal in unserer Region.
  • Sie ermöglichen Menschen die Teilnahme an Weiterbildungsmöglichkeiten, die im Rahmen dieser Sammelaktion entstehen.
  • Ihnen entstehen keine Kosten.
  • Im Rahmen unserer Öffentlichkeitsarbeit kann Ihr Unternehmen genannt werden.

Bei Rückfragen stehen wir Ihnen persönlich zur Verfügung:

Ansprechpartnerin:
Christina Moeser
moeser@unternehmerschaft.de
0211-6690813

Allgemeine Informationen zum Projekt und den Projektpartnern können Sie auch schon vorab finden unter www.schubladenhelden.de.

Institut der Deutschen Wirtschaft: Gewerkschaften treten in diesem Jahr deutlich aggressiver auf als zuvor

Ein neuer Tarifkonflikt spitzt sich zu: Am 21. April legte ein bundesweiter Warnstreik den Schienenverkehr lahm. Neue Zahlen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigen jetzt: Die Gewerkschaften treten in diesem Jahr deutlich aggressiver auf als zuvor – ein Ende ist nicht absehbar.

Zwischen 3:00 und 11:00 Uhr ging auf den Schienen nichts mehr: Mit einem bundesweiten Warnstreik legte die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) am 21. April den Regional- und Fernverkehr still. Zudem wurden erneut mehrere Flughäfen bestreikt. Es waren nicht die erste Arbeitsniederlegungen in diesem Jahr. Neue IW-Zahlen zeigen jetzt: Die Gewerkschaften sind 2023 deutlich konfliktfreudiger als zuletzt. Mithilfe von sogenannten Konfliktpunkten messen die IW-Tarifexperten, inwiefern die Verhandlungen eskalieren. Zwischen Januar und März ergab sich ein Wert von 8,9 Konfliktpunkten, im vergangenen Jahr waren es nur 5,3.

Zudem treiben die Arbeitnehmervertreter die Konflikte immer weiter auf die Spitze. 2023 lag die durchschnittliche maximale Eskalationsstufe – hierbei wird anhand einer Stufenskala von 0 bis 7 gemessen, wie weit Tarifkonflikte eskalieren – bei 2,6 Punkten, im Vorjahr waren es nur 1,9 gewesen.  Vor allem in zwei Branchen gingen die Konflikte deutlich über das übliche Maß hinaus: Im öffentlichen Dienst kam es nach dem Scheitern der Verhandlungen zu einer Schlichtung (Stufe 5), über deren Ergebnisse gerade verhandelt wird. Bei der Deutschen Post einigten sich die Tarifparteien nach Warnstreiks und einer Urabstimmung (Stufe 6).

„Wegen der noch anstehenden Tarifverhandlungen, beispielsweise im Großhandel, im Einzelhandel oder in der Süßwarenindustrie, rechnen wir für das Gesamtjahr 2023 mit einem weiteren Anstieg der Konfliktintensität“, sagt IW-Tarifexperte Hagen Lesch. Manche Konflikte, wie bei der Bahn, schwelten auch noch weiter.

In den vergangenen Jahren habe man auch schon höhere Werte erlebt. Die jetzige Streikwelle fände aber unter besonders schwierigen Rahmenbedingungen statt: „Durch die Pandemie und den Krieg in der Ukraine sind die Reallöhne drei Jahre lang gesunken, gleichzeitig hat sich die Konjunktur deutlich abgekühlt. Das sorgt für Spannungen zwischen den Tarifparteien“, so Hagen Lesch. Da die hohe Inflation nicht nur Verbraucher, sondern auch Unternehmen träfe, müssten die Gewerkschaften die Balance wahren. „Zudem dürften auch sie kein Interesse haben, die Lohn-Preis-Spirale anzutreiben und in einen Konflikt mit der Europäischen Zentralbank zu geraten.“

Quelle: IW Köln

Zehn emissionsfreie Wasserstoffbusse für die Rheinbahn im Gesamtvolumen von 7 Millionen Euro

Julien Mounier, Michael Richarz, Klaus Klar, Stephan Keller und Andreas Hartnigk (von links)

Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller, der Vorsitzende des Rheinbahn-Aufsichtsrats, Andreas Hartnigk, die beiden Vorstände der Rheinbahn Klaus Klar und Michael Richarz sowie Julien Mounier, Vorstandsvorsitzender der Stadtwerke Düsseldorf, begrüßen den ersten von zehn emissionsfreien Wasserstoffbussen. Mit den neuen Fahrzeugen will die Rheinbahn Erfahrungen im Einsatz dieser klimafreundlichen Antriebstechnologie sammeln. Die Investitionssumme beträgt rund 7 Millionen Euro. Die europaweite Ausschreibung für zehn weitere Wasserstoffbusse läuft.

Auf dem Weg zu einer emissionsarmen Busflotte testet die Rheinbahn eine weitere Antriebstechnologie: Zehn Wasserstoffbusse sollen ab voraussichtlich Mitte des Jahres auf der innerstädtischen Buslinie 732 eingesetzt werden. Sie stoßen Wasser aus und tragen so zu einer Verbesserung des Stadtklimas bei. Der Einsatz von Wasserstoffbussen ist ein weiterer Schritt hin zu einer Antriebswende.

„Die Landeshauptstadt Düsseldorf verfolgt das Ziel 2035 klimaneutral zu sein. Neben energetischer Sanierung und Anpassung von Beleuchtung, müssen wir vor allem unsere Mobilität neu denken. Mit dem Einsatz der ersten Wasserstoffbusse geht die Rheinbahn als Mobilitätsdienstleister für unsere Stadt und die Region hier einen wichtigen Schritt“, erklärt Dr. Stephan Keller, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Düsseldorf.

Andreas Hartnigk, Aufsichtsratsvorsitzender der Rheinbahn, ergänzt: „Die Umstellung auf emissionsfreie Antriebe ist eines der wichtigsten Projekte im Bereich Verkehr. Mit den neuen Bussen zahlt die Rheinbahn nachhaltig und messbar auf die Klimaziele der Stadt Düsseldorf ein.“

„Die Rheinbahn ist ein wichtiger Teil der Stadt“, betont Klaus Klar, Vorstandsvorsitzender und Arbeitsdirektor der Rheinbahn. „Mobilität und Klimaschutz gehören zusammen. Daher bieten unsere emissionsfreien Busse noch mehr Argumente, vom Auto auf Bus und Bahn umzusteigen. Unsere Fahrzeuge erfüllen wesentliche Ziele des Düsseldorfer Luftreinhalteplans und tragen so zu einer lebenswerten Stadt bei.“

„Aktuell sind wir technologieoffen unterwegs und sammeln mit beiden emissionsfreien Antriebstechnologien Erfahrungen – also sowohl mit Batterie- als auch mit Wasserstoffbussen“, erklärt Michael Richarz, Rheinbahn-Vorstand Technik und Betrieb. „Parallel dazu arbeiten wir unter anderem daran, die Infrastruktur, unsere Betriebshöfe und Werkstätten für die neuen Technologien umzustellen und die Weichen für die Zukunft zu legen.“

Antrieb mit Brennstoffzelle und Wasserstoff

Der Antrieb der Busse vom portugiesischen Hersteller CaetanoBus ist komplett elektrisch: In der Brennstoffzelle reagieren Wasserstoff und Sauerstoff unter der Abgabe von elektrischer Energie zu Wasser. Der dabei generierte Strom treibt den Elektromotor an.

Mit 35 Kilogramm Wasserstoff in fünf Behältern haben die Busse eine Reichweite von mindestens 310 Kilometern. Die Betankung dauert etwa 15 Minuten. Den Wasserstoff tanken die Busse übergangsweise an der Wasserstoff-Tankstelle von H2Mobility an der Oerschbachstraße. Künftig soll die Belieferung direkt über die Stadtwerke Düsseldorf erfolgen – sie investieren in einen Elektrolyseur, um grünen Wasserstoff vor Ort produzieren zu können. Zukünftig werden die Wasserstoffbusse der Rheinbahn dann an einer Tankstelle des Partnerunternehmens H2Mobility auf dem Gelände der Stadtwerke am Höherweg in Flingern mit dem grünen Wasserstoff der Stadtwerke betankt.

„Wasserstoff spielt für die Energiewende und die Erreichung der Klimaschutzziele eine Schlüsselrolle – nicht nur im Verkehrssektor, aber hier wollen wir starten. Deswegen investieren wir in Wasserstoff und werden diesen künftig selbst produzieren. Ich freue mich, dass wir in der Kooperation mit der Rheinbahn Wasserstoff-Mobilität auf die Straße bringen. Unser gemeinsames Ziel ist es, immer mehr Fahrgäste emissionsfrei und damit umweltfreundlich im Stadtgebiet zu transportieren. So schützen wir das Klima, reduzieren Feinstaub und Lärm und machen Innovation erlebbar. Kurz: Wir machen Düsseldorf so noch ein bisschen lebenswerter“, sagt Julien Mounier, Vorstandsvorsitzender der Stadtwerke Düsseldorf.

Komfort für Fahrgäste

Im Innenraum bieten die Wasserstoffbusse 30 Sitz- und 34 Stehplätze sowie zwei Mehrzweckbereiche für Fahrgäste mit Rollstuhl oder Kinderwagen. Für besonderen Komfort sorgen Ledersitze, USB-Ladebuchsen und Klimaanlage. Die Busse sind sehr leise und tragen dadurch zusätzlich zu einer Reduzierung des Verkehrslärms bei.

Heute: Welttag der Kreativität und Innovation – dabei stellt sich die Frage: Und was ist mit der KI?

50 Nationen inklusive Deutschland zelebrieren heute den Welttag der Kreativität und Innovation. Dieser Tag erinnert daran, dass bestehende Denkmuster aufgebrochen werden müssen, um neue Lösungsansätze für aktuelle Probleme und Herausforderungen zu finden.

„Innovationen sind entscheidend für die Wirtschaftlichkeit und Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen. Im Kompetenzzentrum WIRKsam suchen wir durch Arbeitsgestaltung mit Künstlicher Intelligenz (KI) nach Lösungen für das vom Strukturwandel betroffene Rheinische Revier“, so Sina Niehues vom Düsseldorfer ifaa – Institut für angewandte Arbeitswissenschaft. Die wissenschaftliche Expertin erklärt: „Der Mensch bleibt mit seiner Kreativität in diesem Prozess der Mittelpunkt des Schaffens.“

Der Mensch ist unersetzlich

Neuartige Ideen und Lösungen sind kein Zufall und können auch nicht durch KI ersetzt werden. Durch die richtigen Rahmenbedingungen sind Innovationen und Kreativität beeinflussbar. Wichtig sind beispielsweise diese drei Faktoren:

  1. Richtiges Mindset

Eine positive Einstellung der Beteiligten gegenüber Innovationen und Kreativität ist entscheidend für neue Lösungen und Veränderungen.

  1. Agile Arbeitsweise

Prinzipien und Methoden der agilen Arbeitsweise unterstützen Teams neue Ideen schnell zu entwickeln und ebenso schnell wieder zu verwerfen. Durch wiederholtes Ausprobieren, Analysieren und Testen werden neue Erkenntnisse gewonnen.

  1. Diverses Team

Personen mit unterschiedlichen Eigenschaften und Hintergründen betrachten ein Problem aus unterschiedlichen Blickwinkeln. So entstehen neue Ideen.

Einblicke ins Kompetenzzentrum WIRKsam

Im Kompetenzzentrum WIRKsam (Förderkennzeichen: 02L19C600) betrachtet das Forschungsteam die Probleme und Herausforderungen der kleinen und mittleren Unternehmen aus der Textilbranche auf eine neue Art und Weise. Durch Arbeitsgestaltung mit KI wird ein für die Unternehmen teilweise unbekanntes Terrain betreten, um

  • Wissen zu sichern und transferieren,
  • Prozesse zu planen und flexibilisieren,
  • Qualität zu sichern und steigern.

Dafür braucht es die Arbeit des Menschen in organisationsübergreifenden sowie interdisziplinären Teams. Das WIRKsam Reallabor in Hürth schafft durch eine zonenbasierte, flexible und offene Raumgestaltung eine Atmosphäre, die es erlaubt, kreativ zu sein. Der gemeinsame Projektstandort ermöglicht den Austausch in Präsenz, um den aktuellen Herausforderungen und Problemen mit innovativen Lösungen zu begegnen.

Mehr Informationen zum Kompetenzzentrum WIRKsam und zum WIRKsam Reallabor in Hürth finden Sie unter: https://www.arbeitswissenschaft.net/forschung-projekte/wirksam

Rheinbahn: Aufsichtsrat verlängert Vertrag von Michael Richarz

Gratulierten Michael Richarz (Mitte) zur Wiederbestellung (v.l.): Klaus Klar (Vorstandsvorsitzender und Arbeitsdirektor), Annette Grabbe (designierte kaufmännische Vorständin), Andreas Hartnigk (Aufsichtsratsvorsitzender) und Susanne Momberg (scheidende kaufmännische Vorständin)

Michael Richarz bleibt Vorstand Technik und Betrieb der Rheinbahn. Der Aufsichtsrat sprach sich am Donnerstag für die Wiederbestellung von Michael Richarz aus. Der 59-Jährige erhält einen Dreijahresvertrag, der am 1. April 2024 in Kraft tritt.

Der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Andreas Hartnigk, erklärt: „Vor der Rheinbahn liegen große Herausforderungen bei der Bewältigung der Verkehrs- und Antriebswende. Es gilt, die Klimaziele der Stadt in den kommenden Jahren zu erreichen. Ich freue mich daher, dass mit Michael Richarz ein erfahrener Vorstand die technischen und betrieblichen Geschicke der Rheinbahn drei weitere Jahre verantworten wird. Im Namen des gesamten Aufsichtsrats wünsche ich ihm viel Erfolg.“

„Ich bedanke mich bei Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller, der Gesellschafterin Landeshauptstadt Düsseldorf und dem Rheinbahn-Aufsichtsrat für das mir entgegengebrachte Vertrauen“, so Michael Richarz. „Gemeinsam haben wir in den vergangenen Jahren viele Herausforderungen gemeistert, wichtige Meilensteine erreicht und neue Projekte auf den Weg gebracht. Ich freue mich sehr auf die vor uns liegenden Aufgaben, die wir mit großer Motivation und zusammen mit allen Rheinbahnerinnen und Rheinbahnern angehen werden, um die Verkehrs- und Antriebswende umzusetzen und die Attraktivität des Nahverkehrs in unserer Stadt und Region weiter zu steigern.“

Zur Person:

Michael Richarz ist seit 1990 im Nahverkehr tätig und hat das Geschäft von der Pike auf gelernt. Bis 2003 war er Abteilungsleiter Verkehr bei der Rheinbahn. Anschließend wechselte er für neun Jahre als Geschäftsführer Schiene zur Münchener Verkehrsgesellschaft (MVG). Von 2012 bis 2017 war er Vorstand der Verkehrs AG (VAG) in Nürnberg. 2017 kam er als Leiter Strategie zur Rheinbahn zurück, 2019 wurde er zum Vorstand bestellt.

Podcastfolge 122: Ein neues Unternehmen bringt den Nachhaltigkeits-Markt „auf Spur“

Ihre Hosts bei der „Düsseldorfer Wirtschaft“: Lisa Marie Schelig und Christoph Sochart. Foto: Frank Wiedemeier

Ein heeres Ziel: ein gesunder Planet für uns und unsere Kinder! In unserem Podcast „Düsseldorfer Wirtschaft“ sprechen wir diesmal mit Mercedes Alonso, Deutschland-Chefin von Neste. Der finnische Raffineriebetreiber Neste (Espoo) eröffnete seine Deutschland-Zentrale in Düsseldorf. Lisa Marie erfuhr unter anderem: Von hier aus sollen Geschäftsentwicklung, Vertrieb und Marketing weltweit gesteuert werden, mit bis zu 80 Arbeitsplätzen. Die neu geschaffene Einheit beliefert die Kunststoff- und Chemiebranche mit Vorprodukten, die aus Biomasse und chemisch recycelten Kunststoffabfällen in den konzerneigenen Raffinerien im finnischen Porvoo, im niederländischen Rotterdam und in Singapur hergestellt werden. Ein sehr interessantes Gespräch. Außerdem sprechen wir in unserer 122. Podcastfolge über boomende Videospiele und die AOK, über eine neue Bildungskooperation von Henkel und „Jugend forscht“, über den Nachwuchsmangel in unseren Betrieben und den Düsseldorfer Büromarkt, der sich vielen Herausforderungen gegenüber sieht. Abonnieren Sie unseren Podcast „Düsseldorfer Wirtschaft“ in Ihrer Lieblings-APP und verpassen Sie keine Folge mehr. Sie können uns auch über unsere Kommunikationsplattform www.unternehmerschaft.de. hören. Wir freuen uns auch, wenn Sie uns weiterempfehlen.