Livestreaming und hybride Events 2.0: One-Hit-Wonder oder ein Genre mit Zukunft

Livestreams und hybride Events, die eine reine 1:1-Abbildung liefern, sind Old-School. Es kommt darauf an, dass die vielfältigen Möglichkeiten neu entdeckt und spielerisch orchestriert werden, meint Frank Wiedemer, der für uns erfolgreich u.a. Livestreams, Remoteevents und Podcasts produziert.

Es ist noch gar nicht allzu lange her, da waren die Begriffe Livestreaming und hybride Events etwas für eingeweihte Technikfreaks. Heute, im Sommer 2022, können die meisten von uns ein Lied über virtuelle Meetings mit ZOOM, MS-Teams oder WebEx singen. Die Strophen handeln von Webcams und Mikrofonen, von Bandbreiten und Netzwerkverbindungen, von Greenscreens und virtuellen Hintergründen. Zwar haben zwei Jahre Pandemie der Digitalisierung einen kräftigen Schub versetzt, aber jetzt hängt der Song zu den Ohren heraus. Bleiben Livestreams und hybride Events als One-Hit-Wonder in Erinnerung, oder steckt ein bislang unbekanntes Genre aktuell in einem Zwischentief und steigt bald zu neuen Höhen auf? Ein Hintergrundbericht von Frank Wiedemeier.

Vielleicht hilft es, wenn wir uns die Eigenschaften digitaler Events nochmals vergegenwärtigen, sozusagen die Noten genauer unter die Lupe nehmen. Wir haben die Mikros und Webcams unserer Laptops entdeckt, weil persönliche Treffen schlicht nicht möglich waren. Zu groß die berechtigte Sorge vor Ansteckung und weiterer Ausbreitung der Pandemie. Gewissermaßen ein Instrument zur Pandemieeingrenzung, aber auch, um trotz Einschränkungen weiterhin in Kontakt und Austausch zu bleiben. Zunächst im Kleinen, innerhalb privater Communities, recht schnell dann auch im Großen, innerhalb von Unternehmen, lokal, regional, international.

Serviceanbieter von Videoplattformen erkannten ihre Chancen, bauten Angebote sukzessive aus, gestalteten immer benutzerfreundlichere Software. Auf Seiten der Anwender wuchs mit jedem weiteren virtuellen Meeting die Sicherheit im Umgang mit unterschiedlichsten Softwareprodukten. Was ehemals nur wenige interessierte, wurde zum digitalen Allgemeinwissen. Virtuelles Leben, auf zahlreichen Kanälen, zu jeder Zeit.

Ich selbst habe bis zum März 2020 die Videofunktion meines Laptops nur gelegentlich benutzt, die meiner Kameras selten. Sowohl der zeitliche Aufwand zur Erstellung und Nachbearbeitung als auch die notwendige Investition in Rechnerleistung war mir zu hoch. Mit Beginn der Pandemie hat sich diese Sicht schlagartig geändert.

Mich haben die neu entdeckten Möglichkeiten gepackt. Einerseits aus unternehmerischem Interesse, denn mein Arbeitsbereich der fotografischen Eventdokumentation kam binnen kürzester Zeit völlig zum Erliegen und es musste eine neue Einkommensquelle erschlossen werden. Andererseits auf Grund der für mich zunehmend erkennbarer werdenden Instrumente, ihrer individuellen Klänge und der damit verbundenen Chancen zur Gestaltung. Heute sehe ich längst kein einzelnes Instrument mehr. Ich sehe einen ganzes Orchester und damit die Option auf vielfältige und abwechslungsreiche audiovisuelle Streams.

Worin liegen aber die Gründe für das Spielen nach den immer gleichen Noten in immer gleicher Abfolge?

Wir wollen Sicherheit. Ein Wunsch, der in der Natur des Menschen fest verankert ist. So ist der spielerische Umgang aus der Anfangsphase, starren Abfolgen und Strukturen gewichen. Erstmals erprobte und dann in der Realisation einstudierte Streamingszenarien werden verfestigt und auf immer gleiche Weise umgesetzt. Das ist sinnvoll und gut, denn nicht jedes Event, jedes Meeting braucht Aufnahmen aus mehreren Perspektiven, eine abwechslungsreiche Lichtführung oder die kreative Kombination aus den zahlreichen Möglichkeiten zur Interaktion zwischen Teilnehmerinnen und Teilnehmern vor Ort und vor den Endgeräten. Und ja, je mehr die zahlreichen Möglichkeiten miteinander kombiniert und aufeinander abgestimmt werden müssen, desto mehr kann auch einmal nicht alles nach Plan funktionieren. Daher macht Abwägung von Aufwand und die damit einhergehenden möglichen Risiken auf jeden Fall Sinn.

Wenn aber damit eine Richtung eingeschlagen wird, die zur Folge hat, dass jedes digitale Event in der immer gleichen Art und Weise produziert wird, ist Langeweile und Übersättigung vorprogrammiert. Wenn Chancen und Möglichkeiten ungenutzt bleiben und das gelöste Spielen der digitalen Klaviatur ausbleibt, gibt es keine neuen audiovisuellen Sounds. Was abhilft, ist ein „Zurück auf Anfang“, aber mit den vielfältigen Erfahrungen aus den bisher produzierten Livestreams und hybriden Events.

Mehr Abwechslung

So einfach, so wahr. Wer Menschen vor den Bildschirmen erreichen möchte, muss audiovisuelle Erlebnisse schaffen. Dazu gehören Aufnahmen aus mehreren Perspektiven, die live und lebendig miteinander kombiniert werden: Totale, Halbtotale, Close-up, gepaart mit ansprechenden Sounds. Wer bewegen will, muss bewegende Bilder liefern.

Mehr Einstimmung

Während Gäste im Studio nicht selten durch das Erlebnis des gesamten Settings in die Szenerie hereingeholt werden, bleibt den Gästen vor dem Bildschirm allenfalls der Blick auf einen Countdown. Eine einfache Lösung ist ein Livegehen bereits vor dem eigentlichen Sendetermin, vom Ort des Geschehens, um auch hier ein erstes Interesse zu wecken. In einem weiteren Schritt sorgt eine unverfängliche Eisbrecherfrage, gestellt über ein passendes Tool, dafür, dass sich auch Zugeschaltete von Beginn an als Teil des wahrgenommenen Publikums sehen.

Mehr Interaktion

TV und Radio machen es erfolgreich vor: Die Einbindung von Zuschauern über möglichst einfache Kanäle. Warum also nicht noch mehr als bislang Verbindungen zwischen Sprecherinnen und Sprechern von Ort schaffen und Gelegenheit zur Interaktion bieten? Umfragetools vermehrt einsetzen und digitale Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit deren eigenem Videobild zuschalten und damit allen Mehrwert bieten.

Mehr Varianten

Durch geeignete Soft- und Hardware können einzelne Videostreams aus bestehenden Konferenzschaltungen herausgelöst und zu völlig neuen und individuellen Screenlayouts kombiniert werden. Pin-Farming gehört der Vergangenheit an. Leistungsfähige Netzwerkprotokolle, wie NDI und SRT, schaffen die Basis, um über einen einfachen Link Videostreams direkt vom Handy, Tablet oder PC in die Bildregie zu senden und virtuelle Produktionen zu realisieren.

Mehr Fokussierung

Insbesondere bei Fachveranstaltungen fällt immer wieder auf, das Vorträge wesentlich plakativer, visuell ansprechender und weniger kleinteilig aufbereitet werden müssen. Dies erhöht die Aufmerksamkeit der Zuschauer im Raum und vor den Monitoren. Frust und schwindendes Interesse ist vorprogrammiert, wenn Referentinnen und Referenten sich in Details verlieren und nicht auf den Punkt kommen. Ein entsprechendes Vortragstraining in Form einer Generalprobe samt Aufzeichnung optimiert Vorträge für alle Beteiligten.

Mehr Plattformen

Ob direkt vom Ort des Geschehens über einen leistungsfähigen Encoder oder über einen speziellen Dienst mit der Möglichkeit zur gleichzeitigen Streamdistribution: mit Multistreaming können Zuschauerzahlen in die Höhe getrieben werden. Flankiert durch ein aktives Social-Media-Team und mit Hilfe geeigneter Software können die Reaktionen der Zuschauer live eingeblendet werden.

Mehr Konzentration

Die klassische Laufzeit für einen TV-Beitrag liegt bei rund 90 Sekunden, die Länge eines gesprochenen Radiobeitrags bei 90 bis 300 Sekunden und die durchschnittliche Textlänge eines Zeitungsartikels liegt bei knapp 800 Zeichen. Dies steht im krassen Gegensatz zu Vorträgen von 20 oder mehr Minuten Dauer. Drei Gründe mehr, um Beiträge, welcher Art auch immer, so anzupassen, dass einerseits die Botschaft und andererseits die Zielgruppe nicht verloren geht. Hier gilt ganz klar „Weniger ist mehr“.

Mehr Vermarktung

Auch hier muss das Rad nicht neu erfunden werden. Wie Streamingserien, so können auch Fachvorträge den Cliffhanger nutzen und so aufbereitet werden, dass ein kurzer Beitrag die wesentlichen Punkt aufzeigt und anreißt, und ein weiterer Beitrag – oder gar mehrere Beiträge – die Vertiefung bringen. Auf diese Weise werden Kernbotschaften plakativ gesetzt und Chancen aufgebaut, um umfangreicheres Wissen in Form von „Video- on-demand“ über geeignete Plattformen zu publizieren. Zusätzlich besteht die Möglichkeit zur Monetarisierung des aufbereiteten Wissens.

Mehr Sicherheit

Je umfangreicher die Produktion und je vielfältiger die eingesetzten Technologien, desto höher ist auch die Möglichkeit des Ausfalls einzelner Systeme. Um im Bild zu bleiben: der Ton wird nicht getroffen, bei beherztem Spiel reißt eine Saite, ein Übertragungskabel hat eine Schwachstelle. Alles kein Problem, wenn ein dem Event angemessenes redundantes System installiert ist. Dies gilt sowohl für sämtlich eingesetzte Audio- und Videotechnik als auch für den mitunter anfälligen Distributionsweg Internet.

Fazit

Livestreams und hybride Events, die eine reine 1:1-Abbildung liefern, sind Old-School. Es kommt darauf an, dass die vielfältigen Möglichkeiten neu entdeckt und spielerisch orchestriert werden. So entstehen audiovisuelle Sounds, die Zuschauer – ob vor Ort oder an den Bildschirmen – gleichermaßen genießen und attraktiv finden.


Autor:
Frank Wiedemeier M.A. (54) Senior Content Producer

Wiedemeier Kommunikation GmbH Mühlenkamp 54
41352 Korschenbroich

wiedemeier-kommunikation.de streamboxstudios.com

E-Mail: wiedemeier@wiedemeier-kommunikation.de Telefon: 0175-4525234

Britta Zur: von der Polizeipräsidenten in Gelsenkirchen zur Dezernentin in Düsseldorf

Britta Zur erhielt ihre Ernennungsurkunde zur Beigeordneten für Sport und Bürgerservices – mit Wirkung zum 1. August – aus den Händen von OB Dr. Stephan Keller. Foto: Landeshauptstadt Düsseldorf

Britta Zur, ab 1. August Beigeordnete für Sport und Bürgerservices, hat am Mittwoch, 22. Juni, ihre Ernennungsurkunde aus den Händen von Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller erhalten.

Der Rat der Landeshauptstadt Düsseldorf hat Britta Zur in seiner April-Sitzung mit großer Mehrheit für acht Jahre zur Beigeordneten für Sport und Bürgerservices gewählt. Am Mittwoch, 22. Juni, erhielt sie ihre Ernennungsurkunde – mit Wirkung zum 1. August – aus den Händen von Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller.

Britta Zur ist seit Ende 2019 Polizeipräsidentin in Gelsenkirchen und steht damit an der Spitze einer Behörde mit 1.700 Mitarbeitenden. Zuvor war sie zwölf Jahre in der Düsseldorfer Justiz tätig – zunächst als Richterin, dann als Dezernentin, zuletzt ab 2009 als Staatsanwältin und Sprecherin der Staatsanwaltschaft Düsseldorf. Die Wahl-Düsseldorferin (zwei Kinder) hat Rechtswissenschaften an der Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn studiert und ihr Rechtsreferendariat am Landgericht Krefeld absolviert.

Zur wird ihre Amtsgeschäfte am 1. August aufnehmen.

Zertifikatsübergabe bei der Düsseldorfer Girls‘ & Boys‘ Academy

Unsere beliebte Girls‘ & Boys‘ Academy hat soeben die neuen Zertifikate an die Katholische Hauptschule an der Itterstraße in Holthausen übergeben. Vertreten wurde die Initiative durch Ilka Hüsges und Ezgi Yildiz. Mehr Infos im Netz unter https://stiftung-proausbildung-academy.de/zertifikatsvergabe-in-duesseldorf/

E-Scooter: Das richtige Fahrzeug für die kurze Strecke

E-Scooter sind wendig und flink: Doch um sie im Straßenverkehr zu nutzen, braucht man eine Versicherungsplakette. Foto: HUK-COBURG

Tipps für den Alltag

  • E-Scooter brauchen Kfz-Haftpflichtversicherung
  • Bürgersteig oder Straße, wo darf man fahren?

E-Scooter sind, auch in unserer Stadt, die perfekte Lösung für das Problem der letzten Meile, zum Beispiel um die Entfernung zwischen Bushaltestelle und Büro oder Schule zurückzulegen. Seit 2019 für den Straßenverkehr zugelassen, nutzen mittlerweile auch immer mehr Privatleute die kleinen Flitzer. Allein Deutschlands größter Kfz-Versicherer, die HUK-COBURG, versichert knapp 175.000 privat genutzte E-Scooter. Damit hat sich der Bestand seit dem Zulassungsjahr bald verzehnfacht.

Die kleinen Roller sind flink und wendig. Jeder, der mindestens 14 Jahre alt ist, darf sie ohne Führerschein fahren. Um mit ihnen leise surrend durch die Straßen zu flitzen, braucht man eine Versicherungsplakette. Versicherbar sind aber nur E-Scooter mit Betriebserlaubnis. Das sind in der Regel nur Modelle mit Bremsen, Steuer und einer Beleuchtungsanlage mit Reflektoren sowie einer Klingel. Sie fahren zwischen 6 und 20 Stundenkilometer und haben ein Typenschild mit Identifikationsnummer.

Die Versicherungsplakette gibt es direkt beim Versicherer. Beim Kauf sollte man die Identifikationsnummer zur Hand haben. Und vor dem Drücken des Startknopfs muss die selbstklebende Plakette noch auf dem Schutzblech befestigt werden. Sie gilt für maximal ein Jahr. Zum 1. März des Folgejahres benötigt man ein neues Kennzeichen.

Die Versicherungspflicht zu ignorieren, ist keine gute Idee. Fahren ohne Kfz-Haftpflichtversicherung ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat. Sie kann mit einer Geldstrafe und sogar mit einer Freiheitsstrafe geahndet werden. Ereignet sich ein Unfall mit einem unversichertem Fahrzeug, haftet der Roller-Fahrer zudem mit seinem Privatvermögen. Das kann nicht nur sehr teuer werden, sondern gerade bei Personenschäden zu lebenslangen Rentenzahlungen führen.

Bürgersteig oder Straße?

Darauf gibt es eine eindeutige Antwort. Die kleinen Flitzer haben auf dem Bürgersteig nichts verloren. E-Scooter-Fahrer müssen den Radweg oder Fahrradstreifen benutzen. Wenn sie fehlen, müssen die kleinen Flitzer auf die Straße.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.huk.de/presse/nachrichten/verbrauchertipps/e-scooter.html

Veranstaltungshinweis: Save-the-Date Thementage „Qualifizierung in der Transformation“ im August 2022

Spannende Veranstaltungstipps gibts nicht nur hier, sondern auch in unseren Podcastformaten und auf Antenne Düsseldorf immer mittwochs ab 19:04 Uhr. Foto: Archiv: BDA

Die Agenturen für Arbeit in NRW und die Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit organisieren in der 33. bis 35. Kalenderwoche 2022 landesweite Thementage „Qualifizierung in der Transformation“. Neben regionalen Veranstaltungen sind zwei zentrale Veranstaltungen der Regionaldirektion NRW in Düsseldorf vorgesehen, auf die wir Sie besonders hinweisen möchten.

Auftaktveranstaltung Thementage „Qualifizierung in der Transformation“

Die Auftaktveranstaltung der Regionaldirektion NRW zu der Veranstaltungsreihe findet am Mittwoch, den 17.08.2022 von 11.30 Uhr bis 14.00 Uhr statt. Dabei soll es um Ansätze zur Unterstützung gelingender Transformation am Arbeitsmarkt gehen.  Einen aktiven Part haben unter anderem Arndt G. Kirchhoff, Präsident von unternehmer nrw, Anja Weber, Vorsitzende des DGB NRW, der künftige Arbeitsminister NRW sowie Andrea Nahles, ab dem 01.08.2022 Vorsitzende des Vorstands der Bundesagentur für Arbeit.

Gemeinsam mit allen Partnern am Arbeitsmarkt sollen u. a. folgende Fragen diskutiert werden: Welche Qualifikationen werden für die Zukunft benötigt? Wie kann Qualifizierung im Zusammenwirken mit Beschäftigten/Arbeitsuchenden und Unternehmen gut organisiert werden? Wie können gute Übergänge in neue Beschäftigungen gelingen?

Veranstaltung Düsseldorfer Gespräch „Folgen des ökologischen und digitalen Strukturwandels für den Arbeitsmarkt in NRW“

Die oben gestellten Fragen werden auch im Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis diskutiert. Die Regionaldirektion NRW und das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) organisieren am Montag, den 22.08.2022 von 14.00 Uhr bis 17.00 Uhr das „Düsseldorfer Gespräch“ unter dem Titel: „Folgen des ökologischen und digitalen Strukturwandels für den Arbeitsmarkt in NRW“.

Weitere Infos folgen an dieser Stelle.

Folge 96: »the balcony foundation« – Best Practice für Transformation im Betrieb und in der Gesellschaft

Der Düsseldorfer Unternehmer Markus Schüssel engagiert sich für die nachhaltigen Ziele der Vereinten Nationen. Auch seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter „ziehen mit“. Jetzt gründete er zusätzlich eine entsprechende Non-Profit-Organisation. Im Podcast, der am Freitag erscheint, sprechen wir über sein Engagement. Foto: mehr

Hallo und herzlich Willkommen zu unserer 96. Podcastfolge. Wir sprechen heute mit dem Düsseldorfer Unternehmer Markus Schüssler über seine Gedanken zu mehr Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Mit seinem Unternehmen verfolgt er die nachhaltigen Ziele der Vereinten Nationen, beispielsweise „hochwertige Bildung“, „Sauberes Wasser“, „Bezahlbare Energie“, „Menschenwürdige Arbeit“ und „Industrie, Innovation und Infrastruktur“. Jetzt hat er zusätzlich in unserer Stadt auch die Non-Profit-Organisation »the balcony foundation«. gegründet. Über die Ziele und Themen seines „Start-UPs“ mehr in der Sendung.

In den News berichten wir über eine neue Studie des IW in Köln zur Digitalisierung in der Ausbildung, über eine neue Kooperation zwischen Rheinmetall und der Aachener Uni und über knallende Sektkorken bei ElectronicPartner. Terminlinks aus unserer Sendung: www.startupwoche-dus.de, www.tonhalle.de, www.derausbilderkreis.de, www.wigadi.de und bei Insta @aquazooduesseldorf.

Wir freuen uns, wenn Sie uns ein Feedback geben zur Sendung unter sochart@unternehmerschaft.de bzw. fitzner@unternehmerschaft.de und den Link zur Sendung weiterleiten an Ihre privaten und beruflichen Netzwerke: https://kurzelinks.de/0i29

Professor Michael Hüther: „Habecks Ansätze sind völlig richtig“

Prof. Michael Hüther, Direktor des Instituts der Deutschen Wirtschaft, im Journalistengespräch.

Russland drosselt seine Gaslieferungen, es drohen Versorgungsengpässe. Wirtschaftsminister Robert Habeck hat deshalb neue Maßnahmen angekündigt, die den Gasverbrauch reduzieren sollen – sie sind essenziell, sagt IW-Direktor Michael Hüther. Darüber hinaus könnten längere Laufzeiten von Atomkraftwerken die Situation entlasten.

Habeck will zum einen weniger Gas zur Stromproduktion nutzen, die Lücken könnten mit Kohlekraftwerken überbrückt werden. Zum anderen setzt das Ministerium auf eine Stärkung der Einspeicherung und auf ein Gasauktionsmodell, das noch im Sommer an den Start gehen soll. Dadurch sollen Unternehmen Anreize erhalten, Gas einzusparen.

Versteigerung verteilt knappe Ressourcen effizient

„Die Ansätze sind völlig richtig“, sagt IW-Direktor Michael Hüther. Der Ausstieg aus dem russischen Gas gestaltet sich technisch schwierig, solange Deutschland noch keine ausreichenden Alternativen zu den Pipelines aufgebaut hat. „Kurzfristig kann die Industrie komplizierte Anpassungen kaum leisten, entsprechend müssen andere Verbräuche gesenkt werden.“ Die kurzfristigen (auf ein Jahr möglichen) Einsparpotenziale der Industrie bei Gas beziffert der Branchenverband BDEW auf acht Prozent. Deshalb ist es so wichtig, vor allem den Gaseinsatz zur Stromproduktion zu reduzieren, hier könnten neben Kohlekraftwerken auch Atomkraftwerke aushelfen, sofern sie denn länger als bisher geplant am Netz blieben. „Die Versteigerung ist insofern sinnvoll, als dass sie zu einer effizienten Verteilung von knappen Ressourcen führt“, so Hüther. Deutlich höhere Kosten würden drohen, wenn der Staat das Gas das Gutdünken abdreht und dadurch Produktionsausfälle verursacht.

Gassparen bei privaten Haushalten nur per Appell

Die öffentliche Verwaltung und Unternehmen der öffentlichen Hand, aber auch Schwimmbäder und ähnliche Einrichtungen könnten im Herbst zum Gassparen beitragen, wenn die Heizung hier um zwei Grad gedrosselt würde. „Bei den privaten Haushalten kann man hingegen nur mit Appellen arbeiten“, sagt Hüther. Allein schon, weil Heizungen – außer bei Fernwärme – sich nicht zentral regulieren lassen. Darüber hinaus gilt: Es braucht schließlich mehr schwimmende LNG-Terminals, sodass international stärker Gas geordert werden kann.

ifaa-Tipps gegen heiße Tage in Büro und Homeoffice

Der Sommer wird aller Voraussicht nach heiß: neben Corona und der aktuellen Diskussion, ob Beschäftigte wieder ins Büro müssen oder nicht, kommen wahrscheinlich warme Temperaturen auf Deutschland zu. „Ganz gleich, ob Beschäftigte im Büro, in der Produktion oder von zuhause arbeiten, wichtig ist es, so gut wie möglich mit den Temperaturen umzugehen,“ so Dr. Stephan Sandrock vom Düsseldorfer  ifaa – Institut für angewandte Arbeitswissenschaft. Er weiß, wie der Job trotz Hitze gut läuft.

Andauernde Hitze kann sich in Büro und Produktion auf das körperliche Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit der Beschäftigten auswirken. „Gegen die mögliche Belastung können Beschäftigte einiges tun,“ so der Fachbereichsleiter für Arbeits- und Leistungsfähigkeit. „Das gilt für das Büro und für das Arbeiten von zu Hause gleichermaßen.“
ifaa-Tipps für Gesundheit und gutes Raumklima:

  • Trinken Sie ausreichend: Zwei bis drei Liter von Wasser, Früchtetee oder Saftschorlen unterstützen Kreislauf und Flüssigkeitshaushalt.
  • Verzichten Sie möglichst auf koffeinhaltige Getränke: Sie sind schweißtreibend und belasten den Kreislauf.
  • Lüften: In den frühen Morgenstunden ist lüften optimal. Am besten öffnen Sie alle Fenster für eine gute Luftzufuhr. Eigentlich sollten später Fenster und Türen wegen der größeren Hitze geschlossen bleiben. Aufgrund von Corona ist regelmäßiges Lüften dennoch angesagt.
  • Nutzen Sie vorhandene Sonnenschutzeinrichtungen.
  • Aufgrund von Corona ist das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes (MNS) noch in einigen Situationen vorgeschrieben bzw. notwendig, um in erster Linie andere vor einer Infektion zu schützen. Bei warmen Temperaturen kann das dauerhafte Tragen der MNS unangenehm sein. Sollte das Tragen aufgrund der individuellen Arbeitssituation den ganzen Arbeitstag über notwendig sein, versuchen Sie zwischendurch regelmäßig an die frische Luft zu gehen und atmen Sie durch.
  • Greifen Sie zu bei frischem Obst und Gemüse. Schwere Lebensmittel belasten unnötig.
  • Bevorzugen Sie lockere Kleidung, die idealerweise atmungsaktiv ist. Klären Sie mit Ihrem Arbeitgeber, ob für die Zeit der Hitze legere Kleidung getragen werden kann.
  • Für den Kreislauf: Halten Sie Ihre Unterarme unter fließend kaltes Wasser oder legen Sie ein kaltes Tuch in den Nacken oder auf die Stirn.
  • Verwenden Sie die kühleren Stunden für Aufgaben, die die grauen Zellen und/oder den Körper stärker belasten.
  • Lassen Sie die Klimaanlage nicht auf Hochtouren laufen, sie sollte nicht zu kalt eingestellt sein. Am besten beträgt der Unterschied zwischen den Temperaturen draußen und im Büro nicht mehr als 6 °C. Größere Temperaturunterschiede können eine Erkältung und Kreislaufbeschwerden nach sich ziehen.

    Was sagt der gesetzliche Arbeitsschutz bei hohen Temperaturen in der Arbeitsstätte?
    Nach der technischen Regel für Arbeitsstätten zum Thema Raumtemperatur (ASR A3.5) sollte es in Arbeitsräumen nicht wärmer als 26 °C sein. Technische Regeln konkretisieren die Arbeitsstättenverordnung, sind allerdings rechtlich nicht bindend. Bei über 26 °C zu arbeiten kann gesundheitsgefährdend sein, zum Beispiel bei schwerer körperlicher Arbeit oder bei gesundheitlich Vorbelasteten und besonders schutzbedürftigen Beschäftigten (zum Beispiel Ältere, Schwangere, stillende Mütter). In diesen Fällen ist anhand einer angepassten Gefährdungsbeurteilung über weitere Maßnahmen zu entscheiden. Der Arbeitgeber ist bei einer Lufttemperatur im Raum von über 30 °C angehalten, wirksame Maßnahmen zu ergreifen. Das bedeutet beispielsweise für eine effektive Steuerung des Sonnenschutzes (zum Beispiel Jalousien auch nach der Arbeitszeit geschlossen halten) und der Lüftungseinrichtungen (zum Beispiel Nachtauskühlung) zu sorgen, die inneren thermischen Lasten zu reduzieren (zum Beispiel elektrische Geräte nur bei Bedarf betreiben), auf das Lüften in den frühen Morgenstunden zu verweisen, Gleitzeitregelungen zur Arbeitszeitverlagerung zu nutzen, die Bekleidungsregelungen zu lockern oder geeignete Getränke zur Verfügung zu stellen (zum Beispiel. Trinkwasser).

Cool ohne Kuh? Veganes Eis auf dem Prüfstand Verbraucherzentrale NRW hat 53 pflanzliche Eissorten gecheckt und gibt Tipps für vegane Schleckermäuler

Die Verbraucherzentrale NRW ist Mitglied unseres Arbeitgebernetzwerks. Foto: CS

Ob klassisches Vanille- und Schokoladeneis oder exotischere Sorten wie Salzkaramell-Brownie- oder Erdnussbutter-Cookie-Eis: Für viele gehört ein leckeres Eis einfach zum Sommer. Wer eine pflanzliche Variante ohne Milch und Sahne wünscht, findet mittlerweile eine große Auswahl im Supermarkt. Aber wie sind diese Eissorten zusammengesetzt und sind sie weniger klimaschädlich? Die Verbraucherzentrale NRW hat für ihre aktuelle Marktstichprobe etwas genauer hingeschaut und verrät, was wirklich in den bunten Kartons aus dem Tiefkühlfach steckt.

Im März waren die Ernährungsfachleute der Verbraucherzentrale NRW wieder in Supermärkten, Discountern und Biomärkten unterwegs. Insgesamt 53 cremige, vegane Eis-Alternativen kamen unter die Lupe, davon ein Drittel Bioprodukte. Die Expert:innen bewerteten die Zusammensetzung, die Kennzeichnung, Nachhaltigkeitsaussagen und den Preis der Eisprodukte ohne tierische Bestandteile wie Milch oder Sahne.

Zusatzstoffe und Aromen: Bio ist meist besser

Die pflanzlichen Eis-Alternativen beinhalten neben einer Vielzahl verschiedener Zuckerzutaten oft pflanzliche Fette wie Kokosfett und Ersatzzutaten wie Mandeln, Hafer oder Lupinen. Es können zudem bis zu neun Zusatzstoffe und drei Aromen pro Produkt enthalten sein. Ähnlich viele verschiedene Zusatzstoffe können sich auch in Speiseeis mit Milch oder Sahne befinden. „Hier empfiehlt sich ein Blick in die Zutatenliste oder ein Griff zu Bioprodukten, die meist mit weniger Zusatzstoffen und Aromen auskommen“, erklärt Nora Dittrich, Referentin für Ernährung bei der Verbraucherzentrale NRW.

Große Unterschiede beim Zucker- und Fettgehalt

Auch veganes Eis gehört zu den Süßigkeiten. Wer eine aus gesundheitlicher Sicht bessere Wahl treffen möchte, sollte sich die Nährwerttabelle etwas genauer anschauen. Der Marktcheck zeigt große Unterschiede beim Kalorien-, Fett- und Zuckergehalt, so dass sich der Vergleich lohnt. Manches Eis enthält pro 100-Gramm-Portion – das sind etwa ein bis zwei Kugeln Eis – schon rund die Hälfte der für Erwachsene maximal empfohlenen, täglichen Zuckermenge von 50 Gramm. Viele Produkte kommen hier aber auch deutlich besser weg.

Schöne Werbebegriffe statt klarer Informationen

Die Mehrheit der geprüften Produkte wurde gut sichtbar als „vegan“ auf der Vorderseite bezeichnet – aber eben nicht alle. Einige Eisprodukte geben diese Information nur auf der Rückseite der Verpackung oder verwenden rechtlich undefinierte Begriffe wie „plant based“ oder „pflanzlich“. „Für eine bewusste Wahl beim Einkauf sollten nach unserer Ansicht vegane Ersatzprodukte schon auf der Vorderseite die definierte Angabe ,vegan‘ angeben“, unterstreicht Dittrich. „Außerdem sollte die prozentuale Menge maßgeblicher Ersatzzutaten auf den ersten Blick erkennbar sein.“ Auf vielen Verpackungen werden zwar auf der Vorderseite Ersatzzutaten wie Lupinen oder Kokosmilch angegeben, nur ausnahmsweise wird aber zusätzlich deren Anteil im Produkt ergänzt. So werben manche Firmen zum Beispiel mit einer Mandelbasis, letztlich sind aber nur drei Prozent Mandelmark enthalten – dafür aber viel Kokosfett. Zudem sind Werbeaussagen wie „100% natürlich“, oder „natürliche Zutaten“ nicht geschützt. Diese Eisprodukte können trotzdem lange Zutatenlisten aufweisen oder zugesetzten Zucker, Zusatzstoffe und Aromen enthalten.

Klimavorteile nicht nachvollziehbar

Wem Umwelt- und Klimaschutz wichtig sind, der liegt bei pflanzlichem Eis in der Regel richtig. Denn durch den Verzicht auf Milch und Sahne können vegane Produkte eine bessere Klimabilanz vorweisen. Schlagworte wie „klimaneutral“ oder „negative CO2-Bilanz“ sind allerdings nicht hilfreich, wenn die Information fehlt, wie dies erreicht wurde. Ebenfalls im Dunkeln bleibt meist die Herkunft der Zutaten. „Zumindest für die maßgeblichen ersetzenden oder mengenmäßig bedeutenden Zutaten wäre dies nützlich, denn viele Menschen wünschen möglichst kurze Transportwege, wie beispielsweise Soja aus Europa statt aus Übersee. Hier sollten die Hersteller nachbessern“, fordert Dittrich.

Preise schwer vergleichbar

Die Preise für die veganen Eisangebote variieren stark: Das Kilo kostete im Überprüfungszeitraum zwischen 6 und 26 Euro. Umfassende Preisvergleiche waren allerdings nur bei Produkten möglich, die ihre Füllmenge sowohl in Gramm als auch in Millilitern ausweisen. Der Grund: Eis wird durch den oftmals enthaltenen Lufteinschlag cremig, wirkt aber bei einer Füllmengenangabe in Litern preislich günstiger und weniger kalorien-, zucker- oder fettreich als bei einer Gewichtsangabe in Kilogramm.

Das Fazit der Verbraucherschützer: „Ein Blick auf die Nährwerttabelle und Zutatenliste gibt Aufschluss über die konkrete Zusammensetzung“, sagt Nora Dittrich. „Insgesamt ist ein gelegentlicher Eisgenuss im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung aber völlig in Ordnung.“

Weiterführende Infos und Links:

Mehr zum Marktcheck unter: www.verbraucherzentrale.nrw/veganes-eis

Stadt macht in diesem Jahr ein Minus von knapp 300 Millionen Euro

Stadtkämmerin Dorothée Schneider hat den Controllingbericht zur haushalts- und personalwirtschaftlichen Lage nach dem Stichtag 31.03.2022 im Haupt- und Finanzausschuss vorgestellt. Dieser prognostiziert ein Jahresergebnis für das Haushaltsjahr 2022 in Höhe von -295,5 Millionen Euro und somit eine Verschlechterung der Haushaltslage der Landeshauptstadt Düsseldorf zum 31.12.2022 um 162,9 Millionen Euro. In der Prognose sind bisher noch keine Unterstützungsleistungen seitens des Bundes und des Landes NRW für Geflüchtete aus der Ukraine berücksichtigt. Bei den Steuern (insbesondere Gewerbesteuer, Gemeindeanteile an der Einkommen- und Umsatzsteuer und anderem) wird aktuell von einer Erreichung des Planansatzes ausgegangen.

Aufgrund der Aufnahme Geflüchteter aus der Ukraine in der Landeshauptstadt Düsseldorf ergeben sich für den Haushalt erhebliche Verschlechterungen zum Jahresende insbesondere in den Aufwendungen für soziale Einrichtungen für Obdachlose, Aussiedler und Flüchtlinge (-64,7 Millionen Euro). Der Bund hat sich hier zu einer Mitverantwortung bei Finanzierung, Unterbringung, Verpflegung und Betreuung der Geflüchteten bekannt und will die Kommunen über die Länder mit insgesamt 2 Milliarden Euro entlasten. Nach derzeitigem Stand werden voraussichtlich 430,8 Millionen Euro nach NRW fließen. Welcher Betrag davon insgesamt der Landeshauptstadt Düsseldorf konkret zugewiesen wird, stand zum Berichtszeitpunkt noch nicht fest. Daher sind in der Prognose bisher noch keine Unterstützungsleistungen seitens des Bundes und des Landes NRW für Geflüchtete aus der Ukraine berücksichtigt, sondern nur der zusätzliche Aufwand.

Darüber hinaus kommt es im Hochbaubereich aufgrund verzögerter Baufortschritte sowie Baukostensteigerungen zu Verschlechterungen. Auf der anderen Seite können auch einige Verbesserungen gemeldet werden. So weist der beschlossene Verkauf von Grundstücken nach aktuellem Stand ein Mehrertrag in Höhe von 3,3 Millionen Euro aus, während im Bereich der Leistungen nach dem Unterhaltsvorschussgesetz mit einer Verbesserung in Höhe von 2,4 Millionen Euro gerechnet wird.