Digitale JUNIOR Start-up-Week

„Die digitale JUNIOR Start-up-Week führt durch die Gründerszenen von Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Berlin und Hamburg.

JUNIOR möchte Jugendlichen die Wege und Möglichkeiten einer realen Unternehmensgründung aufzeigen. Dafür präsentieren vom 15. bis 19. November 2021 innovative und nachhaltige Start-ups, sowie Unternehmen und Organisationen ihre Arbeit auf den Feldern Beratung, Finanzierung und Gründung von Start-ups. Ziel ist es, einen möglichst breiten und spannenden Überblick über die vielfältige Gründungs-Kultur und die dazugehörigen Institutionen und Anlaufstellen zu geben.

Die einzelnen Termine beginnen in der Regel täglich gegen ca. 10, 12 und 15 Uhr und dauern zwischen 30 – 60 Minuten. Die Präsentationen werden mit Videokonferenzlösungen datenschutzkonform durchgeführt. Eine aktive Beteiligung der Teilnehmenden ist erwünscht.“
Hier ein Auszug aus den Angeboten:

  • Gründung neben dem Studium
  • „JUNIOR Workshop zur Umsetzung von Schülerfirmen – mit Praxisberichten“ – Workshop mit schülergerechte Methoden zur Initiierung von Schülerunternehmen, im Rahmen dieses Online-Workshops teilen auch ehemalige Teilnehmende ihre Erfahrungen aus der Praxis.
  • „JUNIOR-Schülerfirmen – so geht es“.

Hier der Link auf die Webseite mit weiteren Informationen zu den konkreten Programmangeboten.
https://www.junior-programme.de/neuigkeiten/veranstaltungen/2-digitale-junior-start-up-week-2021

Anmeldungen zur Veranstaltung ab 05. November unter: https://t1p.de/u8db

Unser Mitglied „Verbraucherzentrale“: Aktuelle Überschuldungszahlen – kein Grund zur Entwarnung

Die Lage auf dem Arbeitsmarkt entspannt sich, die Konjunktur erholt sich zusehends und die Wirtschaftsauskunftei Creditreform vermeldet, dass die Überschuldungszahlen in Deutschland auf einem neuen Tiefststand sind. Haben wir also die Corona-Krise wirtschaftlich ohne größere Blessuren überstanden? Reichten die staatlichen Maßnahmen und Corona-Zuschüsse aus, um Existenzen zu sichern und die finanzielle Überforderung der Menschen zu verhindern? Überschuldungsexperte Christoph Zerhusen, Jurist und Überschuldungsexperte bei der Verbraucherzentrale NRW (die Verbraucherzentrale ist Mitglied unserer Unternehmerschaft), hat sich die aktuellen Zahlen aus dem SchuldnerAtlas Deutschland im Detail angeschaut und warnt vor vorschnellen Interpretationen.

Die Zahl der überschuldeten Menschen ist laut aktuellem SchuldnerAtlas Deutschland trotz Corona-Krise zurückgegangen. Ein Grund zur Freude?

Auf den ersten Blick schon, aber leider nur eine Momentaufnahme. Die Zahlen zeigen zwar, dass die staatlichen Maßnahmen wie Kurzarbeitergeld oder die Verlängerung der Insolvenzantragspflicht die Folgen der Pandemie erst einmal wirksam abgefedert haben. Und auch, dass viele Verbraucher:innen besonnen mit der Krise umgegangen sind. Sie haben den Konsum zurückgestellt und wegfallende Kosten wie Fahrtkosten oder Ausgaben für Restaurantbesuche genutzt, um Rücklagen zu bilden. Doch die staatlichen Maßnahmen hatten vor allem eine aufschiebende Wirkung. Zeitversetzt werden die Zahlen wieder ansteigen.

Für manche Bevölkerungsgruppen wie ältere Menschen gilt der sinkende Überschuldungs-Trend laut Report schon jetzt nicht. Warum?

Die Lage bei Senior:innen, Kleinselbständigen und Geringverdienern ist besorgniserregend. Das zeigt auch die anhaltend hohe Nachfrage nach Unterstützung in den Schuldnerberatungen. Die Gründe dafür sind vielfältig. Die Mieten in den Ballungsräumen steigen stetig an, die Energie- und Lebensmittelpreise schießen ebenfalls in die Höhe. Da sind Ersparnisse schnell aufgebraucht. Anhaltende Einkommenseinbußen durch Kurzarbeit oder Ähnliches tragen ebenfalls dazu bei, dass den Menschen das Wasser schnell bis zum Halse steht. Spätestens im Frühjahr, wenn viele Nachzahlungen für Gas und Strom fällig werden, wird sich diese Entwicklung noch beschleunigen.

Welche Schritte wären notwendig, um die Auswirkungen der höheren Energiepreise auf Geringverdiener abzumildern?

Ein Schritt könnte die Erhöhung des Wohngeldes sein. Zudem sollten Sozialleistungsträger in den Kommunen – also Sozialämter oder Jobcenter – bei Leistungen im Rahmen von Hartz IV die Angemessenheit von Heizkosten wohlwollender prüfen. Denn wenn diese jetzt höher ausfallen, liegt es meist eben nicht an höherem Verbrauch, sondern an den gestiegenen Preisen. Bei zu erwartenden hohen Nachzahlungen sollten die Sozialämter zudem Menschen, die keine Sozialleistungen beziehen, in Notfällen verstärkt mit Darlehen unterstützen, um eine Energiesperre zu vermeiden.

Was können Betroffene tun, wenn ihnen die Schulden über den Kopf wachsen?

Von Überschuldung betroffene Menschen sollten sich möglichst frühzeitig in einer amtlich anerkannten Schuldner- und Insolvenzberatungsstelle Hilfe holen, etwa bei den Wohlfahrtsverbänden oder der Verbraucherzentrale NRW.

NRW-Unternehmer erwarten von Ampel-Bündnis konkrete Aussagen zur Stärkung der Zukunftsfähigkeit Deutschlands

Die nordrhein-westfälischen Unternehmer haben SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP aufgefordert, die aktuellen Verhandlungsstände der Arbeitsgruppen zur Bildung einer neuen Regierungskoalition in Berlin sorgfältig daraufhin zu überprüfen, ob diese tatsächlich zur notwendigen Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschafts- und Industriestandorts Deutschland beitragen. Der Präsident der Landesvereinigung der Unternehmensverbände Nordrhein-Westfalen (unternehmer nrw), Arndt G. Kirchhoff, schrieb in einem am Mittwoch in Düsseldorf veröffentlichten Beitrag für den NRW-Wirtschaftsblog (www.wirtschaftsblog.nrw) „Klartext im Westen“, der gemeinsame Anspruch einer neuen Bundesregierung müsse die langfristige Sicherung der Zukunftsfähigkeit Deutschlands sein. „Dieses Ziel und der Weg dahin sind aber noch nicht konkret genug erkennbar“, betonte Kirchhoff. Das Sondierungspapier der möglichen Ampel-Koalition sei zwar kein schlechter Start gewesen. Es sei erfreulich, dass die Parteien nun in den Verhandlungen Tempo machten. Geschwindigkeit allein sei aber noch kein Wert, wenn nicht zugleich die Richtung stimme.

Nach Worten Kirchhoffs werde die Transformation Deutschlands nur mit einer absoluten Kraftanstrengung und einer wettbewerbsfähigen Wirtschaft gelingen. Der Weg der Wirtschaft in die Klimaneutralität dürfe insbesondere nicht durch neue Belastungen für die Unternehmen gefährdet werden. Er erwarte konkrete und vor allem verbindliche Festlegungen dazu, wie Verwaltungs-, Planungs- und Genehmigungsverfahren jetzt deutlich beschleunigt werden sollen. „Bis 2025 müssten alle Verfahren abgeschlossen sein, damit wir 2030 fertig sind“, schrieb Kirchhoff. Als „eigentlich selbstverständlich“ bezeichnete Kirchhoff die Absage an Steuererhöhungen angesichts des immensen Investitionsbedarfs der Unternehmen. Daneben sei aber existenziell entscheidend für Deutschland, wie die Energiepreise konkret gesenkt und die Versorgungssicherheit mit Strom gewährleistet werden sollen. Zu kurz komme bisher auch die Technologieoffenheit, die für das Erreichen der ambitionierten Klimaziele wichtig wäre. „Hier muss der Koalitionsvertrag Klarheit schaffen“, so Kirchhoff. Mit Blick auf die bisherigen Vorschläge zur Sozialpolitik warnte er vor massiven Kostenexplosionen in den Sozialsystemen und einer überstürzten Festlegung des gesetzlichen Mindestlohns auf 12 Euro.

Deutsche Außenwirtschaft noch stabil, aber Eintrübung droht

„Seit einiger Zeit ist viel Sand im Getriebe des Welthandels und dennoch ist die deutsche Außenwirtschaft weiterhin stabil. Die Unternehmen kämpfen immer noch mit der chaotischen Logistiksituation, den Engpässen bei Vorprodukten und den hohen Energiepreisen – bisher mit Erfolg.“ Dies erklärt Dr. Dirk Jandura, Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), heute in Berlin zur Entwicklung des deutschen Außenhandels.

Zuvor hatte das Statistische Bundesamt die Außenhandelszahlen für September 2021 bekannt gegeben. Demnach wurden Waren im Wert von 117,8 Milliarden Euro exportiert. Damit sind die Exporte im Vorjahresvergleich um 7,1 Prozent gestiegen. Mit einem Warenwert von 101,6 Milliarden Euro sind auch die deutschen Importe gestiegen, im Vorjahresvergleich um 12,9 Prozent. Die Außenhandelsbilanz schloss damit im September mit einem Überschuss von 16,2 Milliarden Euro ab.

„Die Folgen der angespannten Lieferketten machen sich stärker bemerkbar. Unternehmen müssen höhere Preise zahlen, damit ihre Ware überhaupt transportiert wird. Und das spüren die Kunden am Ende. Auch die Engpässe bei Rohstoffen und Vorprodukten sowie höhere Energiepreise führen zu einer Verteuerung. Wir rechnen daher damit, dass sich der Außenhandel zum Jahresende abkühlen wird. Umso wichtiger ist es, dass sich die nächste Bundesregierung intensiv um eine neue Außenwirtschaftsstrategie bemüht. Die Unternehmen im Außenhandel müssen dringend gestärkt werden“, so Jandura abschließend.

Düsseldorf: Corona-Inzidenz steigt weiter! Lage in Krankenhäusern angespannt!

Auf den Intensivstationen hier in der Stadt werden die Betten knapp. Laut dem DIVI Intensivregister sind zurzeit (Montag, 8. November 2021) nur neun von 271 Betten frei. An der Uni-Klinik waren bis heute Früh sogar zwischenzeitlich alle Betten belegt. Auch an anderen Krankenhäusern ist die Lage kritisch. Das liegt auch an der steigenden Zahl von Corona-Patienten. 24 Infizierte liegen im Moment auf Düsseldorfs Intensivstationen. Die Lage sei angespannt aber noch beherrschbar, sagte uns Ammar Ghouzi von der Schön-Klinik in Heerdt. Grundsätzlich seien die Krankenhäuser im Herbst immer voller als etwa im Sommer. Die Uni-Klinik appelliert erneut, sich impfen zu lassen. Die meisten Intensiv-Patienten seien gar nicht oder unzureichend geimpft. Hier in Düsseldorf sind aktuell rund 1.400 Menschen infiziert – die Zahl ist über das Wochenende gestiegen. Genau wie die 7-Tage-Inzidenz. Sie liegt heute bei 144,2 und damit fast 13 Punkte über dem Wert von gestern. Quelle: Antenne Düsseldorf

Erster eigener Autoinjektor: Gerresheimer und Midas Pharma geben strategische Partnerschaft bekannt

Gerresheimer hat die gesamten Rechte (IP – Intellectual Property) an einer neuen Generation von Autoinjektoren auf Kartuschenbasis von Midas Pharma erworben. Dies ist der Beginn einer strategischen Partnerschaft. Das gemeinsame Projekt umfasst die Entwicklung und Vermarktung des Autoinjektors der neuen Generation. Der Go-to-Market-Ansatz für den Autoinjektor kombiniert die komplementären Stärken beider Unternehmen – Gerresheimer als Lösungsanbieter für Medizinprodukte und Primärverpackungslösungen und Midas Pharma als erfahrener Partnerfür globale Pharmaprojekte und Anbieter von Produkten und Dienstleistungen entlang der pharmazeutischen Wertschöpfungskette.

„Die strategische Partnerschaft mit Midas Pharma rund um diesen innovativen Autoinjektor ist ein wichtiger Meilenstein auf unserem Weg zu einem Lösungsanbieter für führende und innovative Medical Devices. Mit der zunehmenden Fokussierung auf eigene Produkte mit eigener IP ergänzen wir unser breites Portfolio an Devices und pharmazeutischen Primärverpackungen um diesen kartuschenbasierten Autoinjektor“, sagte Dietmar Siemssen, Vorstandsvorsitzender der Gerresheimer AG. „Wir sehen dies als Ausgangspunkt für eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit Midas Pharma und deren Expertise als Pharmadienstleister.“

Karl-Heinz Schleicher, Inhaber und CEO von Midas Pharma, ergänzte: „Die Allianz mit Gerresheimer basiert auf Vertrauen, einer ähnlichen Denkweise und gemeinsamen Zielen. Wir betrachten die Zusammenarbeit mit der Gerresheimer AG als eine sehr wichtige strategische Allianz, der wir uns voll und ganz verpflichtet fühlen.“

Die beiden Unternehmen werden Biotech- und Pharmakunden einen One-Stop-Shop rund um die Autoinjektor-Lösung anbieten: Angefangen bei der Auswahl und Lieferung der besten Lösung für ein Medizinprodukt und der dazugehörigen Primärverpackung sowie der Beschaffung der pharmazeutischen Wirkstoffe über die gesamte Entwicklung (technisch, pharmazeutisch und klinisch) bis hin zur Registrierung. Das Angebot umfasst auch die kommerzielle Herstellung und Lieferung der fertig abgefüllten, sterilisierten und montierten Arzneimittel-Device-Kombination, unterstützt durch eine ganze Reihe von ergänzenden Dienstleistungen, z.B. Qualität, technische und analytische, regulatorische, IP- oder Projekt-Management.

Gerresheimer hat die gesamten Rechte am Autoinjektor von Midas Pharma erworben. Der neue Gerresheimer Autoinjektor bietet Biotech- und Pharmaunternehmen sowie Patienten neue Möglichkeiten bei der Behandlung verschiedener Krankheiten. Der Autoinjektor der neuen Generation ist für die subkutane Injektion mit bis zu 3 ml Injektionsvolumen geeignet. Der patientenfreundliche, robuste Autoinjektor auf Kartuschenbasis wird als flexible und anpassungsfähige Plattform für eine Reihe unterschiedlicher Produkte in einer Vielzahl von Therapiegebieten dienen. Dazu gehören hochviskose Formulierungen von beispielsweise neuen biologischen Wirkstoffen (NBE) und Biosimilars. Mit der Entwicklung dieses Autoinjektors – basierend auf eigenen Schutzrechten – erweitert Gerresheimer sein bestehendes breites Portfolio an Medical Devices wie verschiedene On-Body-Injektorlösungen und tragbare Injektorsysteme.

METALL-NRW-Umfrage: Massive Versorgungs- und Lieferengpässe schwerer Rückschlag für wirtschaftliche Erholung

Die Unternehmen der nordrhein-westfälischen Metall- und Elektroindustrie haben mit massiven Versorgungs- und Lieferengpässen zu kämpfen. Das ist das Ergebnis einer am Montag in Düsseldorf vorgelegten Umfrage des Verbandes der Metall- und Elektro-Industrie Nordrhein-Westfalen (METALL NRW) unter mehr als 300 Betrieben mit fast 115.000 Beschäftigten. Der Hauptgeschäftsführer von METALL NRW, Dr. Luitwin Mallmann, bezeichnete die aktuelle Lage in den Unternehmen als „sehr angespannt“. Über alle Branchen, Betriebsgrößen und Regionen hinweg sei fast jeder Betrieb im Land betroffen, vier von fünf Betrieben berichteten von einer „mittleren“ oder sogar „starken“ Beeinträchtigung. Vorprodukte, Rohstoffe und Materialien seien entweder gar nicht (42 Prozent), nicht in der benötigten Menge (58 Prozent), nicht in der benötigten Zeit (92 Prozent) oder nur zu deutlich gestiegenen Preisen (89 Prozent) verfügbar. Mit den Versorgungsproblemen seien die Unternehmen im Schnitt bereits seit 5,4 Monaten konfrontiert. „Diese Entwicklung ist ein schwerer Rückschlag für die eigentlich erwartete wirtschaftliche Erholung des wichtigsten Industriezweigs des Landes, der sich bis weit in das nächste Jahr auswirken wird“, erklärte Dr. Mallmann. Der Umfrage zufolge sei für nahezu alle Betriebe (94 Prozent) kein Ende der Versorgungsengpässe absehbar.

„Große Sorgen macht mir der rapide Anstieg der Kosten“, sagte Dr. Mallmann. Die Beschaffungspreise seien im Schnitt um 38 Prozent gestiegen, jedes vierte Unternehmen habe sogar Preiszuwächse von mehr als 50 Prozent zu verkraften. Nur wenige Betriebe (14 Prozent) könnten die Preissteigerungen vollumfänglich an die Kunden weitergeben. Angesichts der großen Herausforderungen zur erfolgreichen Transformation der Industrie treffe die schlechte Versorgungslage die Unternehmen zur Unzeit, so Dr. Mallmann. Im Schnitt hätten die Betriebe allein im laufenden Jahr 13 Prozent weniger Umsatz zu verkraften. Auf die Engpässe würden bereits 15 Prozent der Betriebe mit Kurzarbeit reagieren. Zur Linderung der angespannten Situation überprüften die Unternehmen gegenwärtig ihre internationalen Lieferketten. Allein 61 Prozent der Betriebe meldeten Lieferprobleme mit China. Um die Auswirkungen der Engpässe abzumildern, könne auch die Politik helfen, betonte Dr. Mallmann. Dazu gehörten aus Sicht der Betriebe die Optimierung der Zollabfertigung, die temporäre Aufhebung von LKW-Fahrverboten an Sonn- und Feiertagen sowie des Nachtflugverbots für Transportflüge an betroffenen Flughäfen und die Verlängerung der Regelungen zur Kurzarbeit.

Düsseldorfer Praktikumsbörse: Jetzt noch einfacher Praktika finden

Die Website der Düsseldorfer Praktikumsbörse erstrahlt in neuem Glanz: Nach einem Relaunch können Arbeitgeber und Jugendliche unter www.deinschulpraktikum.de jetzt noch einfacher für ein Praktikum zusammenfinden. Arbeitgeber aus Düsseldorf und Umgebung haben die Möglichkeit, kostenfrei und unverbindlich ein individuelles Praktikumsangebot einzustellen. Die Bewerbung durch die Schülerinnen und Schüler kann dann direkt an die angegebene Ansprechperson oder über das Portal erfolgen.

Auf der neuen Website gibt es Serviceangebote für alle Beteiligten – Unternehmen, Schülerinnen und Schüler, Schulen und Eltern finden Informationen zur Gestaltung des Schülerpraktikums, Versicherungsschutz, Unterrichtsmaterial oder Tipps zur gezielten Suche und Bewerbung.

Praktika bieten viele Vorteile: Schülerinnen und Schüler erhalten einen umfassenden Einblick in den Arbeitsalltag und lernen die Anforderungen in einem Beruf aus erster Hand kennen. Diese Praxiserfahrungen leisten einen grundlegenden Beitrag zu einer reflektierten Ausbildungs- oder Studienentscheidung. Auch Arbeitgeber können über ein Praktikum schon frühzeitig Kontakte zu potenziellen Nachwuchskräften knüpfen und Jugendliche für ihren Beruf und ihr Unternehmen begeistern. Sie lernen die Jugendlichen und ihre Fähigkeiten besser kennen und geben ihnen einen realistischen Einblick in die Tätigkeiten und Anforderungen in ihrem Beruf – nicht selten mündet dies in einen späteren Ausbildungsvertrag.

Dirk Werner, Experte für Fachkräftesicherung beim Institut der Deutschen Wirtschaft: „Wir brauchen diesen Weg der Berufsorientierung und der Brücke von der Schule in die Ausbildung, um jungen Menschen Erfahrungen vermitteln zu können, die sie oft in ihrer eigenen Lebenswelt gar nicht mehr vorfinden. Eine aktuelle Studie von uns zeigt, wie wichtig es ist, einen Beruf selbst erleben zu können. Wenn es zum Beispiel keinen Handwerker im Familien- oder Bekanntenkreis gibt, den ich mal persönlich fragen kann, dann bewerben sich junge Menschen auch nicht für eine Ausbildung im Handwerk. Die persönliche Begegnung ist durch nichts zu ersetzen.“

Hintergrund
Viele der verpflichtenden Schülerpraktika der 9. und 10. Klasse wurden während des Lockdowns auf einen späteren Zeitpunkt verschoben oder in Teilen digital durchgeführt. Um Schülerinnen und Schülern wieder „echte“ Praxiserfahrungen vor Ort zu ermöglichen, ist das Herstellen eines Kontaktes zwischen Arbeitgebern in Düsseldorf und Jugendlichen noch wichtiger geworden.

Die Düsseldorfer Praktikumsbörse ist ein Projekt der Kommunalen Koordinierung Düsseldorf und des Kompetenzzentrums Berufliche Orientierung, die bei inhaltlichen und technischen Fragen rund um die Praktikumsbörse unterstützen und das Einstellen von Angeboten für Unternehmen aus der Region übernehmen. Weitere Fragen beantwortet Christiane Stedeler-Gabriel (Foto) unter 0211-8996513 oder via E-Mail an info@deinschulpraktikum.de.

Daisuke Motoki wird neuer Geschäftsleiter der FOM in Neuss

Seit 2017 ist Daisuke Motoki bereits Geschäftsleiter der FOM in Düsseldorf. Nun lenkt der in Neuss Aufgewachsene ab November zusätzlich die Geschicke des Hochschulzentrums in Neuss. Damit löst er Rebecca Wanzl nach sechs Jahren ab, die nun die Geschäftsleitung der FOM in Wuppertal übernimmt. Dass Daisuke Motoki eine enge Verbindung zu Neuss hat, steht außer Frage: Er ist in Neuss aufgewachsen, besuchte die Dreikönigen Grundschule und absolvierte sein Abitur am Alexander-von-Humboldt-Gymnasium. Seit über 30 Jahren ist er außerdem in Kluft im Schützenverein aktiv, sein Sohn ist in Neuss geboren und auch seine Eltern wohnen nach wie vor dort. Nicht zuletzt deshalb freue ich mich sehr, nun auch als Geschäftsleiter für das Hochschulzentrum in meiner alten Heimat verantwortlich zu sein und das Netzwerk der Hochschule weiter auszubauen”, so Motoki (Foto).

Denn als „Neusser im Herzen“ ist Daisuke Motoki in der Region sehr gut vernetzt. Seine Kontakte will er vor allem dazu nutzen, weitere Kooperationen mit Unternehmen und Institutionen in die Wege zu leiten. „Was Rebecca Wanzl und ihr Team hier geleistet haben, ist großartig und ich werde alles dafür tun, dass es langfristig so gut weiterläuft.“ Der Vater eines Sohnes und einer Tochter, der mittlerweile mit seiner Familie in der Nähe von Düsseldorf zu Hause ist, sammelt seit 2003 Erfahrungen im Bildungsbereich: Darunter zwölf Jahre bei der Foundation of International Business Administration Accreditation (FIBAA), zuletzt als Geschäftsführer sowie der WHU – Otto Beisheim School of Management – als Assistant Dean und Direktor des MBA Programms. Seit viereinhalb Jahren ist er nun für die FOM Hochschule und die eufom Business School aktiv.

Rebecca Wanzl, der Unternehmerschaft eng verbunden, ist Motokis Vorgängerin. Sie wurde neue FOM-Chefin in Wuppertal

Mit der FOM Hochschule an der Stresemannallee übernimmt Daisuke Motoki ein über die vergangenen Jahre stetig gewachsenes Hochschulzentrum, hatten sich zum Start im Jahr 1999 noch 90 Studierende eingeschrieben, kann die FOM in Neuss heute auf rund 2500 Absolventinnen und Absolventen zurückblicken, die sich für ein berufs- oder ausbildungsbegleitendes Studium in Neuss entschieden haben. „Das Hochschulzentrum hat mit einem kleinen Team vor 22 Jahren begonnen und Neuss sukzessive zu einem starken Bildungszentrum aufgebaut“, blickt Rebecca Wanzl zurück. Die Erfahrungen, die sie im Rhein-Kreis gesammelt hat, wird sie nun am FOM Hochschulzentrum in Wuppertal einsetzen. „Meinem Kollegen Daisuke Motoki wünsche ich einen guten Start in Neuss und alles Gute für die Zukunft!“

Text/Fotos: www.fom.de

Der digitale Zwilling – schnellere Prozesse, besseres Training: Wie digitale Abbilder ein wesentlicher Bestandteil der Industrie 4.0 bei Henkel werden

Die Somat-Fabrik von Henkel in Serbien gibt es zwei Mal. Einmal real – aus Stahl und Beton – in dem Städtchen Kruševac. Rund 120.000 Einwohner leben hier, die Henkel-Fabrik gehört zu den wichtigen Arbeitgebern der Region. Erst 2018 hat das Unternehmen rund 20 Millionen Euro investiert, um die Somat-Produktion anzuschieben. Seither wird das Geschirrspülmittel von hier aus in über 39 Märkte geliefert.

Und dann gibt es die gesamte Henkel-Fabrik inklusive Somat-Produktion eben noch ein zweites Mal. Virtuell, eingescannt und angeschlossen an das Internet. Ein komplettes Abbild der Fließbänder und Hallen. Ein Zwilling im Prinzip, und genau darum werden die virtuellen Abbilder von Maschinen, Gebäuden, Geräten auch Digital Twin genannt – digitaler Zwilling.

Ein Digital Twin ist eine komplette digitale Kopie von physischen Objekten. Es gibt zahlreiche Anwendungsgebiete in den verschiedensten Bereichen. Nicht nur in der Produktion, auch bei Energieanlagen, Schiffen oder ganzen Städten werden bereits heute solche virtuellen Zwillinge erstellt. Sensoren an den Anlagen erfassen wichtige Parameter. Es entstehen Datenpunkte, die zum Beispiel genutzt werden können, um Prozesse weiter zu optimieren und mögliche Schäden und Fehler frühzeitig zu erkennen.

Digital Twins bei Henkel: Das Tempo ist hoch und wird noch höher

Das Henkel-Werk in Kruševac ist damit ein lebendiges Beispiel moderner Produktion im Zeitalter der Industrie 4.0. An der Implementierung beteiligt sind unter anderem die Teams rund um Ahmad ElDeeb, Senior Manager International Engineering and Digital Transformation, sowie Johannes Holtbrügge, Senior Manager Digital Transformation bei Henkel Laundry & Home Care. Sie arbeiten weltweit an Digital Twins, einem wichtigen Baustein der Transformation bei Henkel.

Als wir uns zu einem virtuellen Gespräch treffen, schaltet sich Ahmad aus Mexiko und Johannes aus Amsterdam zu – auch das Team arbeitet hier voll international. Auch hier zeigen sich also die Vorteile einer virtuelleren Welt, die spätestens seit der Pandemie normaler geworden ist. Dass diese ein Beschleuniger für digitale Prozesse und damit auch für das Digital Twin-Projekt war, ist für die beiden klar: „Die Planungen während der Pandemie haben einen erneuten Schub bekommen. Plötzlich ist vielen klar geworden, welche Vorzüge ein digitales Abbild und die Verfügbarkeit von Echtzeit-Daten haben können“, sagt Johannes.

Auch deswegen arbeiten sie und ihre Teams mit Hochdruck an dem Digital Twin-Projekt weiter. Bereits vor Corona war das Tempo sehr hoch: 2016 wurde die Arbeit mit ersten Prototypen begonnen, seit circa vier Jahren arbeiten sie nun intensiv an der Digitalisierung der Fabriken: In dieser kurzen Zeit konnten bereits zehn der 31 Produktionsstätten aus dem Bereich Laundry & Homecare fertig digitalisiert werden. Vier weitere sind fest in der Planung und werden aktuell vorbereitet. Die Geschwindigkeit, mit der das Digital Twin-Projekt vorangetrieben wird, ist außergewöhnlich.

Exakte 3-D-Modelle schaffen ein genaues Abbild

Das zeigt sich auch in Kruševac: Bereits jetzt ist es möglich, große Teile des Werks virtuell zu besichtigen. Auf einer Karte der Firmen-Umgebung klickt man auf einen Datenpunkt und erhält eine komplette 3-D-Ansicht des Standpunkts – als stünde man mittendrin.

All das wird möglich durch eine moderne 3-D-Erfassungstechnik. In einer 3-D-Point Cloud werden alle Punkte der Produktionsanlage erfasst. Hierfür werden spezielle Hochleistungsscanner eingesetzt – diese ähneln auf erstem Blick den Fahrzeugen, wie sie Tech-Unternehmen verwenden, um unsere Straßen zu scannen. Nur etwas kleiner und wie ein Rucksack, auf dem Rücken eines Menschen. Dieser läuft die Räumlichkeiten ab und scannt so die Oberfläche der Fabrik. Es entsteht ein dreidimensionales Abbild, das kombiniert mit Aufnahmen aus der Fabrik zu einem wahrheitsgetreuen 3-D-Modell gerechnet werden kann.

Diese 3-D-Modelle ermöglichen es den Ingenieurinnen und Ingenieuren, Optimierungen innerhalb der Fabrik vorzunehmen. „Wir schaffen die Möglichkeit, durch eine virtuelle Version unserer Fabrik zu laufen. Mussten wir früher mit Zulieferern und Maschinenbauern noch aufwendige Begehungen machen, reicht nun dieses digitale Abbild. Nicht nur in Zeiten von COVID eine echte Erleichterung“, sagt Ahmad, der weltweit die Implementierung der Technologie in den Standorten koordiniert.

Dank des Digital Twins können Räume vorab geplant und mögliche Veränderungen simuliert werden. Wie können Wege innerhalb der Fabrik optimiert werden? Sind die Gänge breit genug? Was passiert, wenn bestehende Maschinen durch größere oder kleinere Einheiten ersetzt werden? All diese planerischen Fragen können am virtuellen Modell berechnet werden.

Industrie 4.0 in der Produktion: Daten sind der Rohstoff von morgen

Im Zeitalter der Industrie 4.0 lassen sich auch Produktionsprozesse weiter optimieren. Aspekte wie die Veränderung bestimmter Parameter im Produktionsablauf, die Anpassung von Kapazitäten oder der veränderte Einsatz von Rohstoffen können sich durch einen digitalen Zwilling simulieren lassen. Qualität und Output können so weiter gesteigert werden – zu geringeren Planungs- oder Umstellungskosten.

Die Zukunft der Produktion bleibt datenbasiert. Moderne Sensoren und Monitoring Tools ermöglichen es, jeden Datenpunkt innerhalb des Betriebs zu erfassen. Das zeigt sich auch in der Produktion: Jede Information der Maschinen ist digital vorhanden, Tablets für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gehören mittlerweile zum Standard. Diese wichtige Basisarbeit vor Ort ermöglicht dann die Übersetzung in die digitale Sphäre. Durch Digital Twins lassen sich diese Daten von überall in der Welt ablesen – in Echtzeit, als stünde man direkt davor.

Auch die Weiterbildung profitiert von digitalen Zwillingen

Eine zunehmende Digitalisierung von Produktionsprozessen schafft auch in der Aus- und Weiterbildung völlig neue Möglichkeiten. Bereits heute können Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am digitalen Zwilling üben und erhalten einen ersten wichtigen Überblick über die Produktionsstätte, ohne unbedingt vor Ort zu sein. Moderne Virtual und Augmented Reality-Technologie kann so zukünftig zum Einsatz gebracht werden. Langfristiges Ziel soll es sein, virtuelle Räume zu schaffen und die Abläufe weiter zu verbessern.

Dennoch ist der Weg hin zu einem kompletten Abbild immer noch aufwendig. Aktuell ist vor allem die Gewinnung der 3-D-Daten sehr komplex. Bei jeder Änderung innerhalb einer Fabrik etwa müssen die speziellen Hochleistungsscanner die veränderte Umgebung aufnehmen. Die 3-D-Daten werden neu berechnet und auf die Fabrik angewendet. Mit modernen Smartphones und ihren LiDAR-Scannern lassen sich bereits jetzt exakte Abbilder von Umgebungen aufnehmen. Johannes und Ahmad sind sich daher sicher: In Zukunft wird die Gewinnung der 3-D-Daten weitaus einfacher.

Es ist noch ein wenig Arbeit, bis alle Daten und Anlagen digital weltweit verfügbar sind, aber Ahmad und Johannes sehen das Digital Twin-Projekt auf einem sehr guten Weg: „Mit der bisherigen Arbeit haben wir eine gute Basis geschaffen. Bereits jetzt profitieren wir alle von den Datenbeständen. Die Funktionalität wird sich weiter verbessern.“ Auch deswegen arbeiten sie an vielen Standorten rund um den Globus weiter, um mehr Fabriken und Produktionen zu digitalisieren und in die virtuelle Welt zu übersetzen.

Quelle: henkel.de