Deutlicher Anstieg der Startup-Gründungen um 15 % – Düsseldorf auf dem 8. Platz – und: was Hochschulen tun müssten, um ein Umfeld zu schaffen, in dem Studierende Unternehmen gründen

Foto: Unternehmerschaft Düsseldorf; KIgeneriert

Die Startup-Landschaft in Deutschland entwickelt sich wieder positiv: Im ersten Halbjahr 2024 stieg die Zahl der Neugründungen gegenüber dem zweiten Halbjahr 2023 um 15 %. Das zeigen die neuesten Daten aus der Report-Reihe „Next Generation – Startup-Neugründungen in Deutschland“, die vom Startup-Verband und startupdetector veröffentlicht wurden.

Seit Januar starke positive Dynamik 

Mit 1.384 Gründungen in den vergangenen sechs Monaten nimmt die Dynamik im deutschen Startup-Ökosystem wieder klar zu. Nach dem starken Rückgang Mitte 2022 deutet sich nun ein positiver Trend an. Bei den Gründungen liegen die Länder Berlin, Bayern und Nordrhein-Westfalen vorne, vor allem in NRW (plus 25 %) und Berlin (plus 28 %) zeigt sich ein klarer Aufwärtstrend.

Software boomt – jedes fünfte neue Startup in diesem Bereich 

Der zentrale Sektor ist Software – nie wurden mehr Startups in diesem Bereich gegründet als im gerade vergangenen Halbjahr. Mit 302 Neugründungen entfällt jedes fünfte neue Startup auf die Branche. Das unterstreicht die wachsende Bedeutung der Digitalisierung und die hohe Nachfrage nach innovativen Software-Lösungen. Vor allem die zunehmende Digitalisierung und der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) treiben die Entwicklung voran. Startups in diesem Bereich entwickeln innovative Lösungen, die Produktivitätssteigerungen und Effizienzgewinne ermöglichen. Besonders im B2B-Sektor sind diese Lösungen gefragt, da sie Unternehmen helfen, Kosten zu senken und Prozesse zu optimieren. Das zeigt, wie Startups die deutsche Wirtschaft digitaler, schneller und effizienter machen.

Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen München und Berlin – München knapp vorne 

Ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen liefern sich München und Berlin. Die beiden Städte bleiben die zentralen Hotspots des deutschen Startup-Ökosystems und vereinen mehr als ein Viertel aller Startup-Neugründungen im Land auf sich (26 %). Auch wenn Berlin absolut die meisten Gründungen aufweisen kann, schiebt sich München bei den Gründungen pro Kopf im Zeitraum der letzten zwölf Monate knapp an der Hauptstadt vorbei.

Düsseldorf in der TOP-TEN der deutschen Städte

Unsere Landeshauptstadt liegt auf einem guten 8. Platz, hat allerdings leider einen Platz abgegeben müssen. Hamburg und Freiburg liegen hinter Düsseldorf auf den Plätze 9 und 10. Was auffällt: die Städte die VOR Düsseldorf liegen sind alles Städte mit ausgezeichneten Hochschulen wie München, Berlin, Aachen und Heidelberg. Bleibt die Frage, ob unsere Hochschulen in Düsseldorf genug tun, um Gründungen in der Studierendenschaft zu fördern. Diese Frage haben wir uns in der Redaktion auch gestellt. Die Antwort finden Sie weiter unten.

Die positive Entwicklung zeigt sich fast im gesamten Bundesgebiet 

Die positive Entwicklung der Neugründungen wird nahezu im gesamten Bundesgebiet sichtbar. Nicht nur die großen Metropolen, sondern auch zahlreiche kleinere Städte und Regionen verzeichnen ein Wachstum. Mit Aachen, Darmstadt und Heidelberg stehen drei forschungsnahe Gründungsstandorte in den Top 5 der pro Kopf stärksten Gründungsstädte. Diese breite Verteilung der Gründungsaktivitäten verdeutlicht die zunehmende Bedeutung der Regionen abseits der etablierten Startup-Hotspots.

Helmut Schönenberger (stellvertretender Vorsitzender des Startup-Verbands):  
„Der deutliche Anstieg der Neugründungen zeigt, dass der Unternehmergeist in Deutschland stark ist. Die positive Entwicklung quer durch alle Regionen ist ein gutes Zeichen. Besonders erfreulich ist der Boom im Software-Sektor, der wichtige Impulse für die Digitalisierung liefert. Dieser Dynamik sollte die Bundesregierung weiter Rückenwind geben – die Fachkräfteeinwanderung muss beschleunigt und das Kapital privater institutioneller Investoren für Wagniskapital mobilisiert werden.”

Dr. Felix Engelmann (Co-Founder startupdetector): 
„Das Wachstum der Neugründungen im ersten Halbjahr 2024 ist ein ermutigendes Signal. Besonders beeindruckend ist das Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen München und Berlin. Diese Dynamik unterstreicht die Stärke und Vielseitigkeit des deutschen Startup-Ökosystems. Die zunehmende Bedeutung der Regionen zeigt das Potenzial, das in Deutschlands Breite schlummert.“

Zum Report:
Der Report „Next Generation – Startup-Neugründungen in Deutschland“ liefert ein kontinuierliches halbjährliches Monitoring eines der zentralen Erfolgsindikatoren des deutschen Startup-Ökosystems. Grundlage der Reihe sind die von startupdetector erfassten Daten zu Startup-Neugründungen in Deutschland, die auf Handelsregisterdaten beruhen und seit 2019 erhoben werden.

Den Report gibt’s hier.


EINE CHECKLISTE UNSERER REDAKTION!

Um an einer Hochschule die Gründung von Start-ups durch Studierende zu fördern, sollten verschiedene Maßnahmen ergriffen werden, die ein unterstützendes Umfeld schaffen und die notwendigen Ressourcen bereitstellen. Hier sind einige Schritte, die unternommen werden können:

1. Gründungszentren und Inkubatoren einrichten
– Gründungszentren: Ein eigenes Zentrum für Gründungen, das Beratung, Mentoring und Netzwerkveranstaltungen bietet.
– Inkubatoren: Bereitstellung von Räumlichkeiten und Infrastruktur für Start-ups, um ihnen den Einstieg zu erleichtern.

2. Finanzielle Unterstützung bieten
– Stipendien und Förderprogramme: Spezielle Fördermittel oder Stipendien für Studierende, die ein Start-up gründen möchten.
– Zugang zu Investoren: Netzwerke und Veranstaltungen, die Studierende mit potenziellen Investoren in Kontakt bringen.

3. Unternehmerische Ausbildung und Workshops
– Kurse und Seminare: Kurse zu Unternehmertum, Geschäftsmodellen, Marketing, Finanzen und rechtlichen Aspekten der Unternehmensgründung.
– Workshops und Bootcamps: Praktische Workshops, in denen Studierende ihre Geschäftsideen entwickeln und umsetzen können.

4. Mentoring und Coaching
– Erfahrene Unternehmer als Mentoren: Partnerschaften mit erfolgreichen Unternehmern, die als Mentoren fungieren und ihre Erfahrungen teilen.
– Fachliche Beratung: Zugang zu Experten in verschiedenen Bereichen wie Recht, Finanzen und Marketing.

5. Netzwerk- und Community-Building
– Netzwerkveranstaltungen: Regelmäßige Veranstaltungen, bei denen Studierende, Alumni und Unternehmer sich austauschen und vernetzen können.
– Alumni-Netzwerke: Nutzung von Alumni, die erfolgreich Unternehmen gegründet haben, als Inspirationsquelle und Unterstützer.

6. Förderung einer Gründerkultur
– Erfolgsgeschichten teilen: Sichtbarmachen von erfolgreichen Start-ups und Gründern aus der Hochschule, um andere zu motivieren.
– Wettbewerbe und Preise: Organisation von Business-Plan-Wettbewerben und Start-up-Wettbewerben, bei denen die besten Ideen ausgezeichnet werden.

7. Forschungs- und Entwicklungsunterstützung
– Zugang zu Forschungseinrichtungen: Unterstützung von Studierenden bei der Nutzung von Laboren und Forschungsressourcen der Hochschule.
– Kooperationen mit der Industrie: Partnerschaften mit Unternehmen, um gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsprojekte zu fördern.

8. Bürokratische und rechtliche Unterstützung
– Gründungsberatung: Unterstützung bei bürokratischen Prozessen, wie der Firmengründung, der Anmeldung von Patenten und der Einhaltung gesetzlicher Vorschriften.
– Rechtliche Unterstützung: Zugang zu Rechtsberatung für Verträge, Patente und andere rechtliche Fragen.

Durch die Kombination dieser Maßnahmen kann eine Hochschule ein unterstützendes und anregendes Umfeld schaffen, das Studierende dazu ermutigt, ihre eigenen Unternehmen zu gründen und erfolgreich zu sein.

Mercedes-Benz: Robuster Absatz in einem „verhaltenem Marktumfeld“

Der Absatz der Mercedes-Benz Group erreichte im zweiten Quartal 600.100 Pkw und Vans, gestützt durch eine verbesserte Produktverfügbarkeit bei Mercedes-Benz Cars in China und in den USA. In einem herausfordernden wirtschaftlichen Umfeld lag der Pkw-Absatz unter dem Vorjahresniveau. Dies ist auf Modellwechsel und der Ausrichtung auf ein profitables Wachstum zurückzuführen. Der Absatz von Mercedes-Benz Cars wird sich voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte weiter verbessern. Mercedes-Benz Vans erzielte trotz gedämpftem Marktumfeld und Modellwechsel einen robusten Absatz.

Mercedes-Benz Konzernabsatz Q2/2024: der Sprinter und der eSprinter werden in Düsseldorf gebaut. Quelle: Mercedes-Benz

Mercedes-Benz Vans

„Mercedes-Benz Vans hat im zweiten Quartal 2024 trotz eines herausfordernden Umfelds und Modellwechsel 103.400 Einheiten abgesetzt. Damit halten wir unsere Runrate aus dem ersten Quartal aufrecht. Das Ergebnis bestätigt zugleich das Vertrauen unserer Kundinnen und Kunden in unsere Vans. Dennoch konnten wir den Rekord aus dem Vorjahresquartal aufgrund des Auslaufs des Metris in den USA sowie des generellen Nachfragerückgangs im Reisemobilgeschäft nicht halten. Ich bin davon überzeugt, dass unsere aktualisierten Modelle unser Produktportfolio weiter stärken werden.“

Klaus Rehkugler, Leiter Mercedes-Benz Vans Vertrieb & Marketing

Der weltweite Absatz von Mercedes-Benz Vans erreichte im zweiten Quartal 103.400 Einheiten und blieb damit auf dem Niveau des ersten Quartals (-2% gegenüber Q1). Damit erreicht das Geschäftsfeld ein starkes erstes Halbjahr 2024, wobei die Modellwechsel im privaten und im gewerblichen Segment der Large und Midsize Vans sowie der stufenweise Hochlauf des neuen eSprinter das Absatzergebnis in Q2 beeinflusst haben.

Die Absatzentwicklung im Kernmarkt Deutschland ist im Vergleich zum ersten Quartal stabil, während der Absatz in den USA durch den planmäßigen Auslauf des Metris (Vito) beeinflusst wurde. Im Vergleich zum Vorjahresquartal ging die Nachfrage in einigen Branchen zurück, was vor allem die Märkte Deutschland (-19%) und USA (-46%) in den Bereichen Reisemobil (USA, Deutschland) und Service & Handwerk (Deutschland) betroffen hat.

Mit 86.200 verkauften Einheiten sind die gewerblichen Vans weiterhin das stärkste Segment innerhalb der Van-Sparte. Die Nachfrage nach Vans im privaten Segment ist weiterhin stark mit insgesamt 17.200 abgesetzten Einheiten. Der Absatz der eVans erreichte 5.200 Einheiten, was einem Anstieg von 75% gegenüber den ersten drei Monaten dieses Jahres entspricht. Dies ist vor allem auf den Hochlauf des neuen vollelektrischen Van-Portfolios, insbesondere des neuen eSprinter, zurückzuführen. Im Vergleich zum zweiten Quartal 2023 ist der Absatz der vollelektrischen Vans um 3% gestiegen, trotz einer generell rückläufigen Nachfrage nach elektrischen Antrieben der Van-Märkte weltweit und der Modellwechsel von EQV, eVito und eSprinter.

Quelle: Mercedes-Benz

Start der Rheinkirmes in Oberkassel am Freitag

Am Freitag, den 12. Juli, beginnt unsere Kirmes in Oberkassel. Zehn Tage lang verwandelt die Rheinkirmes die Rheinwiesen in Oberkassel in ein lebendiges Volksfest. Das Gelände öffnet am ersten Freitag um 14 Uhr, und die Fahrgeschäfte und Stände stehen den Besuchern ab diesem Zeitpunkt zur Verfügung.

Die St. Sebastianus Schützen von 1316, die das Fest ehrenamtlich organisieren, eröffnen die Rheinkirmes offiziell um 16.30 Uhr. Der feierliche Einzug der Schützen beginnt am Eingang an der Oberkasseler Brücke und zieht über den Festplatz. Begleitet werden sie vom Stadt-Tambourkorps St. Maximilian 04 und der Kapelle der Stadtwerke Krefeld.

Die offizielle Eröffnung der Kirmes findet anschließend in der Festhalle statt. Schützenchef Andreas-Paul Stieber und Oberbürgermeister Stephan Keller werden das große Volksfest gemeinsam einläuten.

+ Alle Informationen (Programm, Kirmesplan, Schausteller, Festzelte, Biergärten) finden Sie hier: bitte klicken!

+ Und so geht es mit der RHEINBAHN zur Kirmes: bitte hier klicken!

Warum unsere Heizungsbauer in die Kurzarbeit gehen müssen

Foto: Stiebel Eltron

Es ist ein Drama! Vor zwei Jahren noch mussten wir bis zu einem Jahr auf eine Wärmepumpe warten. Die Heizungsbauer sahen sich nicht in der Lage, der Nachfrage irgendwie gerecht zu werden. Jetzt sieht es ganz anders aus: alle Heizungsbauer sind in Kurzarbeit – von der Produktion bis zur Verwaltung. Wir sprachen über die Gründe mit einem Kommunikationsexperten aus Düsseldorf, der an dieser Stelle nicht genannt werden möchte.

Insgesamt setzten die Hersteller bis einschließlich Mai diesen Jahres 39 Prozent weniger Wärmeerzeuger ab als noch im Vorjahreszeitraum. Das geht aus der Absatzstatistik hervor, die der Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) heute vorgelegt hat. „Die letztjährige Debatte um das Gebäudeenergiegesetz wirkt bei den Menschen nach. Die Verunsicherung in Punkto Heizungsmodernisierung ist immer noch groß” erklärt BDH-Hauptgeschäftsführer Markus Staudt die aktuelle Marktsituation. Zudem sei nach Auffassung des Verbandes bei den Menschen noch zu wenig bekannt, welche technischen Lösungen das Gesetz zulässt. Gleiches gilt für die neu ausgerichtete Förderung.

Die Investitionszurückhaltung zeigt sich besonders deutlich im Bereich der Wärmepumpen. Die Hersteller verzeichneten einen Absatzrückgang von 52 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, was in absoluten Zahlen 74.000 verkaufte Einheiten bedeutet. Trotz der Zusicherung der Hersteller und weiterer Marktpartner, das von der Bundesregierung gesteckte Ziel von jährlich 500.000 installierten Wärmepumpen ab 2024 zu unterstützen, bleiben die Verkäufe deutlich hinter den Erwartungen zurück. Unternehmen haben erhebliche Investitionen getätigt, um ihre Produktionskapazitäten zu erweitern, dennoch geht die Heizungsindustrie davon aus, dass in diesem Jahr nur bis zu 200.000 Wärmepumpen abgesetzt werden.

Auch der Markt für holzbasierte Heizungen ist stark rückläufig, was die Verunsicherung der Verbraucher widerspiegelt. Der Absatz von Biomasseheizungen ging insgesamt um 79 Prozent zurück, wobei der Markt für Pelletheizungen sogar um 81 Prozent schrumpfte, was nur noch 4.000 verkaufte Geräte bedeutet.

Diese negative Marktentwicklung betrifft auch andere Heizungssystemkomponenten. Die Hersteller verzeichneten einen Rückgang von 58 Prozent bei solarthermischen Anlagen und 50 Prozent bei Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung. Auch Heizkörper und Fußbodenheizungen sind von Absatzrückgängen betroffen.

Angesichts dieser Situation fordert der BDH von der Politik schnelle Maßnahmen. Gemeinsam mit weiteren Marktpartnern plädiert der Verband für eine umfassende Kommunikationskampagne, um den Verbrauchern klare Informationen über die aktuellen Rahmenbedingungen zu geben. Nur so könne die bestehende Verunsicherung abgebaut und das Vertrauen in die Heizungsmodernisierung wiederhergestellt werden.

Auch der zentrale Unternehmerverband der Branche ZVSHK äußerte sich unlängst zu dieser Thematik. Hauptgeschäftsführer Helmut Bramann: „Das immer wieder aufgeflammte politische Theater um das GEG und Gezerre um dessen inhaltlichen Vorgaben, danach die unseligen Haushaltsdiskussionen im Zusammenhang mit dem Bundesverfassungsgerichtsurteil haben die Bevölkerung enorm verunsichert. Dies als Test an der Bevölkerung zu bezeichnen, ist schon ein starkes Stück.“

Für den schnellen Leser:

Die Heizungsbauer befinden sich aus mehreren Gründen in Kurzarbeit:

1. Absatzrückgang bei Wärmepumpen und Heizsystemen:
– Der Absatz von Wärmepumpen ist um 52 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gesunken, was einen erheblichen Rückgang der Nachfrage bedeutet.
– Auch andere Heizsysteme wie Biomasseheizungen, solarthermische Anlagen und Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung verzeichnen drastische Rückgänge.

2. Verbraucherunsicherheit:
– Es herrscht eine große Verunsicherung unter den Verbrauchern hinsichtlich der zukünftigen Rahmenbedingungen und Vorschriften für Heizungsmodernisierungen.
– Fehlende oder unklare Informationen über Fördermöglichkeiten und gesetzliche Vorgaben führen dazu, dass viele Verbraucher geplante Investitionen aufschieben oder ganz absagen.

3. Wirtschaftliche Rahmenbedingungen:
– Die allgemeine wirtschaftliche Unsicherheit und eine mögliche Rezession beeinflussen die Investitionsbereitschaft der Verbraucher negativ.
– Hohe Energiekosten und Inflationsängste tragen zusätzlich zur Kaufzurückhaltung bei.

4. Verspätete oder ausbleibende staatliche Unterstützung:
– Verzögerungen bei der Umsetzung von Förderprogrammen und staatlichen Anreizen wirken sich negativ auf die Nachfrage nach modernen Heizsystemen aus.
– Unklare politische Rahmenbedingungen und wechselnde Gesetzesinitiativen verunsichern sowohl Hersteller als auch Verbraucher.

5. Überkapazitäten in der Produktion:
– Angesichts der hohen Erwartungen und Zusicherungen der Hersteller zur Erreichung der staatlichen Ziele haben viele Unternehmen ihre Produktionskapazitäten stark ausgeweitet. Diese Überkapazitäten führen nun bei rückläufiger Nachfrage zu einer Unterauslastung der Produktionsstätten.

6. Lieferkettenprobleme:
– Globale Lieferkettenprobleme und Materialengpässe verzögern die Produktion und Lieferung von Heizsystemen, was zu weiteren Unsicherheiten und Verzögerungen bei den Verbrauchern führt.

Diese Faktoren zusammengenommen führen dazu, dass viele Heizungsbauunternehmen gezwungen sind, ihre Produktionskapazitäten anzupassen und Kurzarbeit einzuführen, um die finanziellen Belastungen zu minimieren und Arbeitsplätze langfristig zu sichern.

Nach den Ferien startet die Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie – Gesamtmetall-Präsident Stefan Wolf zum IG-Metall-Forderungsbeschluss: „Wir Tarifparteien müssen den Standort stärken!“

Präsident Stefan Wolf

Nach den Ferien beginnen die Tarifverhandlungen für die rund 3,9 Millionen Beschäftigte in der Metall- und Elektroindustrie. Die IG Metall fordert deutlich höhere Gehälter. Der Gesamtmetall-Präsident Stefan Wolf kritisiert den Vorstoß scharf.

Die IG Metall fordert sieben Prozent mehr Geld. Für Auszubildende verlangt die Gewerkschaft einen überproportionalen Festbetrag von 170 Euro im Monat mehr.

„Die IG Metall und wir warnen beide vor einer drohenden De-Industrialisierung und verweisen auf die ungünstigen Rahmenbedingungen für Unternehmen. Dennoch stellt die IG Metall eine der höchsten Entgeltforderungen der letzten Jahrzehnte auf. In den letzten 30 Jahren hat die IG Metall nur einmal eine höhere Forderung erhoben.“ Wolf weist darauf hin, dass selbst in den Wachstumsjahren nach der Finanzkrise bis 2018 die Forderungen nicht so hoch waren.

„Angesichts der ernstzunehmenden Sorge der IG Metall vor De-Industrialisierung müssen wir uns darauf konzentrieren, den Standort zu stärken“, betont Wolf. „Wir als Tarifparteien müssen unseren Beitrag dazu leisten und gleichzeitig die Politik zu notwendigen Reformen drängen. Die Arbeitskosten in dem Maße zu erhöhen, wie es die IG Metall fordert, würde jedoch das Gegenteil bewirken.“

In NRW findet die erste Verhandlungsrunde am 12. September 2024 statt. Der Entgelttarifvertrag gilt bis zum 30. September 2024. Die Friedenspflicht endet am 28. Oktober 2024. Danach sind Warnstreiks möglich.

Weitere Hintergrundinformationen (bitte hier klicken)

Verunsicherung der Unternehmen ist branchenübergreifend

Alle wachsen – nur Deutschland nicht. Quelle: IW Köln

Wir werden die Krise nicht los: Nach der Rezession im vergangenen Jahr stagniert unsere Wirtschaft weiterhin, zeigt die neue Konjunkturprognose des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Auch in Düsseldorf zeigt sich eine branchenübergreifende Verunsicherung unter den Unternehmen, die zunehmend Investitionen zurückstellen. Die Unternehmerschaft Düsseldorf berichtet von einer wahrgenommenen Unzuverlässigkeit der Wirtschaftspolitik auf Bundes- und Landesebene, lähmender Bürokratie und hohen Energiekosten. Hauptgründe für die Investitionszurückhaltung sind unsichere wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen, offene Fragen zur Energiewende und Gesetzesinitiativen sowie Auflagen, Einschränkungen und das Lieferkettengesetz. Auch die hohe Steuer- und Abgabenlast sowie der Fachkräftemangel und langwierige Planungs- und Genehmigungsverfahren tragen zur Zurückhaltung bei.

Zumindest beim privaten Konsum geht es aufwärts, sagt das IW in Köln. Dank der niedrigeren Inflation und insgesamt robusten Arbeitsmarktlage legen die Realeinkommen der privaten Haushalte zu. Ihre Ausgaben stützen die Konjunktur 2024 um einen halben Prozentpunkt. „Für einen echten Aufschwung reicht das nicht aus.“ sagt IW-Konjunkturexperte Michael Grömling. „Neben dem Konsum müssen die Investitionen endlich in die Gänge kommen. Hier haben sich mittlerweile gewaltige Lücken aufgebaut.“ Dazu brauche es einen angebotspolitischen Anschub, der die Standortbedingungen verbessere. „Wenn sich nichts ändert, verschleudern wir auch weiterhin unser Potenzial“, so Grömling.

Eine kürzlich durchgeführte Umfrage des Handelsverbandes (HDE) unter 800 Handelsunternehmen ergab, dass 42 Prozent im zweiten Halbjahr mit gleichbleibenden und 36 Prozent mit sinkenden Umsätzen im Vergleich zum Vorjahr rechnen. Der HDE prognostiziert für das Gesamtjahr dennoch weiterhin ein nominales Umsatzplus von 3,5 Prozent. Dies basiert auf der Annahme, dass sich der Konsum im Laufe des Jahres deutlich beleben wird. Die Umfrage verdeutlicht jedoch, dass fast die Hälfte der Händler für 2024 mit geringeren Umsätzen im Vergleich zum Vorjahr rechnet.

Der Verband warnt dennoch vor den Folgen weiterer Geschäftsaufgaben und der damit verbundenen Verödung der Innenstädte. Gleichzeitig hebt der HDE die gesellschaftliche Bedeutung der Branche hervor, insbesondere durch ihr Engagement in Sportvereinen, Stadtfesten und anderen sozialen Projekten. Der Verband schätzt, dass in diesem Jahr rund 5.000 Geschäfte dauerhaft schließen werden. „Wir dürfen uns nicht an diese negative Entwicklung gewöhnen, da sie zur Verödung ganzer Stadtzentren führt“, warnt HDE-Präsident Alexander von Preen.

 

Ampel-Koalition plant Verschärfung der Regeln für Bürgergeld-Empfänger im Bundeshaushalt 2025 – Reaktionen

Johannes Pöttering; Foto: unternehmer nrw

Die Ampel-Koalition plant, die Regeln für Bürgergeld-Empfänger im Bundeshaushalt 2025 zu verschärfen. Dies bedeutet, dass Empfänger künftig strengere Vorgaben und Sanktionen hinnehmen müssen. Die Reaktionen auf diese Pläne sind überwiegend positiv.

NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) äußerte sich gegenüber der Rheinischen Post (RP) erfreut: „Offenbar hat die Ampel nun erkannt, dass sie einige Fehler bei der Einführung des Bürgergelds korrigieren muss.“

Befragt wurden von der RP auch die Arbeitgeberverbände: „Es ist ein richtiges Signal, dass die Ampel einige Fehlanreize beim Bürgergeld korrigiert hat. Das betrifft nicht nur Fairness und Leistungsgerechtigkeit, sondern auch die gesellschaftliche Akzeptanz unseres Sozialstaats“, sagte Hauptgeschäftsführer Johannes Pöttering von „unternehmer nrw“.

Konkret plant die Ampel härtere Sanktionen: „Wer eine zumutbare Arbeit ohne triftigen Grund ablehnt, muss mit erhöhten Kürzungen des Bürgergeldes rechnen“, heißt es in der „Wachstumsinitiative“. Eine einheitliche Minderung von 30 Prozent für drei Monate soll eingeführt werden. Jobcenter kritisieren die aktuellen schrittweisen Sanktionen als praxisfern. „Es ist absolut gerechtfertigt, von Leistungsbeziehern ein Mitwirken einzufordern“, so Pöttering.

Die Dezernentenfrage …

Britta Zur (links). Foto: Landeshauptstadt Düsseldorf

Wer wird der oder die neue Ordnungsdezernent/in in unserer Stadt? Diese Frage beschäftigt die Düsseldorfer, seitdem die noch amtierende Ordnungsdezernentin Britta Zur mitgeteilt hat, dass sie zur DB Sicherheit wechselt. Wir hatten ausführlich darüber berichtet. Nun kennen wir die Antwort auf diese Frage: NIEMAND. Zumindest vorerst niemand, denn: ihre Position wird zunächst nicht neu besetzt. Die Rheinische Post berichtete zuerst darüber.

Die Verantwortung für das Düsseldorfer Ordnungsamt wird wieder von Christian Zaum übernommen, der diese Zuständigkeit erst im vergangenen Jahr an Britta Zur abgegeben hatte. Zusätzlich behält Zaum weiterhin die Ressorts Wirtschaft, Recht und Gesundheit.

Den Bereich Feuerwehr und Krisenmanagement übergibt Zaum an Stadtdirektor Burkhard Hintzsche, der auch erneut den Bereich Sport übernimmt. Neben diesen Aufgaben verantwortet Hintzsche weiterhin die Bereiche Jugend, Schule und Soziales und ist damit der dienstälteste Dezernent der Stadt. Der Bürgerservice, einschließlich des Einwohnerwesens, wird künftig von Olaf Wagner, dem Dezernenten für Personal, Organisation und Digitalisierung, geleitet.

Dem Vernehmen nach soll diese Situation bis zu den Kommunalwahlen im Herbst 2025 so bestehen bleiben.

Viertagewoche: Pilotprojekte – Praxisbeispiele – Fallstricke – Herausforderungen – und aktuelle wissenschaftliche Perspektiven des IW KÖLN und des ifo-Instituts

Die Diskussion um die „Einführung“ einer Viertagewoche in Deutschland reißt nicht ab. Dabei sollte sich eine Debatte insofern erübrigen, als dass die Arbeitszeit eigenverantwortlich und autonom zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern verhandelt wird. Arbeitnehmern, die ihre Wochenarbeitszeit auf vier Tage verteilen wollen, stehen kaum gesetzliche Hürden im Weg. Das Arbeitszeitgesetz erlaubt eine tägliche Höchstarbeitszeit von zehn Stunden, sofern die werktägliche Arbeitszeit – das inkludiert den Samstag – im Schnitt acht Stunden nicht überschreitet. Eine 40-Stunden-Arbeitswoche mit vier Tagen zu je zehn Stunden wäre realisierbar.

Das GILETTE-Werk in Berlin. Wir sprachen mit dem Werksleiter in Düsseldorf. Foto: Gillette

Von Christoph Sochart

Mit 79 Prozent arbeiten die meisten Arbeitnehmer in Deutschland an fünf Tagen in der Woche. Das ergeben Befunde aus dem Sozio-oekonomischen Panel (SOEP) von 2020. Die Viertagewoche ist nur für 7 Prozent der Arbeitnehmer das geltende Arbeitszeitmodell. Die Unternehmensberatung Intraprenör hat kürzlich erste Ergebnisse ihres Pilotprojekts zur Viertagewoche veröffentlicht. Das Projekt, an dem 45 Betriebe teilnahmen, sollte das 100-80-100-Konzept testen: 100 Prozent Leistung, 80 Prozent Arbeitszeit und 100 Prozent Bezahlung. Nun liegen die ersten Resultate vor, die ernüchternd sind.

Umsetzung und Schwierigkeiten

Viele Unternehmen hatten in dem Pilotprojekt Schwierigkeiten bei der Umsetzung der Viertagewoche und konnten erst später als geplant starten. Zwei Betriebe sprangen komplett ab. Nur 38 Prozent der Betriebe reduzierten ihre Arbeitszeit tatsächlich um 20 Prozent. 48 Prozent verkürzten zwischen zehn und elf Prozent, weitere 15 Prozent zwischen elf und 19 Prozent. Zudem führten knapp 40 Prozent der Firmen die verkürzte Arbeitszeit nur für bestimmte Teams oder Mitarbeitende ein.

„Die Umstellung von Arbeitsweisen und Prozessen wurde oft unterschätzt“, teilte Intraprenör mit. Dies führte zu Verzögerungen und notwendigen Anpassungen während des Projekts. Julia Backmann von der Universität Münster, die das Projekt wissenschaftlich begleitet, erklärte: „Bei einigen klappt es aber auch noch nicht, die verkürzte Arbeitszeit einzuhalten.“ Dennoch arbeitet in den meisten Unternehmen mindestens die Hälfte der Belegschaft bereits mit der verkürzten Arbeitszeit.

Praxisbeispiele

Es gibt jedoch auch positive Einzel-Beispiele für die Umsetzung der Viertagewoche. Im Gillette-Werk in Berlin, wir trafen Werksleiter Christoph Reif in Düsseldorf, wurde das Modell in der Produktion eingeführt, ermöglicht durch ein neues Schichtsystem. Die Beschäftigten arbeiten  in einem Schichtsystem mit einer autonomen Nachtschicht von bislang vier Stunden. Werksleiter Christoph Reif betonte die größere Flexibilität und die positive Resonanz der Belegschaft: „Gerade für einige der jüngeren Mitarbeitenden ist das Modell mit einem zusätzlichen freien Tag pro Woche attraktiv.“ Allerdings muss man einschränkend sagen, dass das Projekt in Berlin erst seit einigen Wochen läuft. „Autonom“ bedeutet: die Maschinen laufen alleine – ohne Menschen.

Auch die 180° Gruppe aus Neuss und Düsseldorf berichtet von Erfolgen. Seit Jahresbeginn arbeiten die über 40 Mitarbeitenden dort an nur vier Tagen pro Woche. Gründer und CEO Malte Tasto sieht in der Viertagewoche einen Beitrag zu höherer Motivation und Produktivität. „Bei gleichem Lohn und mehr Urlaubstagen haben wir das Arbeitspensum leicht reduziert und arbeiten 36 Stunden an vier Tagen“, erklärt Tasto. Die Firma verzeichnet trotz Fachkräftemangels konstantes Wachstum und hat ihre Mitarbeiterzahl verdoppelt.

Wissenschaftliche Perspektive

Das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) bietet eine andere Perspektive auf die Viertagewoche. In der Debatte wird häufig auf Pilotstudien verwiesen, die den Beweis erbringen sollen, dass ein solcher Ausgleich möglich sei. Ein Experiment in Island, auf das häufig Bezug genommen wird, untersuchte die Auswirkungen auf das Wohlbefinden der Arbeitnehmer und die Entwicklung des Outputs der Einrichtungen. Die Produktivität wurde jedoch nicht konsistent gemessen, sondern es wurden diverse Performance-Indikatoren betrachtet.

Lewis et al. (2023) berichten über verschiedene Formen der Arbeitszeitverkürzung mit Lohnausgleich in 61 Betrieben in Großbritannien. Auch hier wurde die Produktivität nicht konsistent erfasst, sondern lediglich der Umsatz abgefragt. Langzeiteffekte wurden nicht betrachtet.

Die vorliegenden Befunde können laut dem Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln zeigen, dass die Viertagewoche in manchen Betrieben zumindest in einer kurzen Frist ein funktionierendes Arbeitszeitmodell sein kann. Sie zeigen aber nicht, dass in einer längeren Frist die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe unbeeinträchtigt bleibt. Schon gar nicht wurde der Beweis erbracht, dass die Viertagewoche ein Modell ist, dass in einem gesamtwirtschaftlichen Maßstab funktioniert. Was in einzelwirtschaftlicher Betrachtung gegebenenfalls sinnvoll erscheinen mag – etwa, wenn mit der Viertagewoche knappe Arbeitskräfte von Mitbewerbern abgeworben werden können – löst sich in gesamtwirtschaftlicher Betrachtung auf: Wenn alle Unternehmen die Arbeitszeit reduzieren, bleibt am Ende ein Arbeitszeitdefizit.

Keine Hinweise auf eine Kompensation

Es fehlt jeglicher Hinweis darauf, dass kausal durch die Arbeitszeitverkürzung die Produktivität in einem Maß gesteigert werden könnte, dass sie in der Lage ist, diese zu kompensieren, betont das IW. In einer Zusammenfassung der Studie heisst es: Die Verkürzung der Arbeitswoche von fünf auf vier Tage entspricht einer Reduzierung der Arbeitszeit um 20 Prozent. Um den resultierenden Produktionsrückgang zu kompensieren, müsste die Stundenproduktivität um 25 Prozent gesteigert werden. Dies ist in einem gesamtwirtschaftlichen Maßstab utopisch. Im Durchschnitt nahm die Stundenproduktivität in den letzten 20 Jahren um jährlich 0,8 Prozent zu, wobei der Trend – nicht nur in Deutschland – rückläufig ist. Ein Anstieg um 25 Prozent entspräche dem gesamten Produktivitätszuwachs seit 1998. Es erschient wenig wahrscheinlich, dass in deutschen Betrieben eine Produktivitätsreserve in diesem Ausmaß liegt, die bislang trotz aller Bemühungen um betriebliche Effizienz nicht gehoben werden konnte.

Mehr arbeiten statt weniger?

Letztlich muss die Debatte um die Viertagewoche mit Arbeitszeitverkürzung im Kontext des demografischen Wandels betrachtet werden. Weil geburtenstarke Jahrgänge in den kommenden Jahren das Rentenalter erreichen, wird sich der Arbeitskräftemangel drastisch verschärfen (Schäfer, 2023b). In dieser Situation eine Arbeitszeitverkürzung vorzunehmen, resultiert unweigerlich in einer Schrumpfung der produzierten Menge an Gütern und Dienstleistungen – ob mit oder ohne Lohnausgleich. Der Wohlstandsverlust beträfe nicht nur die Erwerbstätigen selbst, sondern auch die steigende Anzahl der ökonomisch inaktiven Personen. Daher wäre stattdessen in weit stärkerem Maß eine Debatte um längere Wochenarbeitszeiten angezeigt (Hüther et al., 2022).

Ein Drittel der Unternehmen glaubt an keine positiven Effekte durch die 4-Tage-Woche (Ergebnisse einer Umfrage des ifo-Instituts)

11% der Betriebe haben eine 4-Tage-Woche bereits im Einsatz, 47% davon mit einer Stunden-reduktion bei weniger Gehalt. Etwas mehr als ein Drittel der Unternehmen erwartet von einer 4-Tage-Woche keine positiven Effekte, 59% rechnen mit einem höheren Personalaufwand. 61% der befragten Unternehmen fürchten eine Verschärfung des Arbeits- und Fachkräfte-mangels, wenn eine 4-Tage-Woche eingeführt wird. 23% glauben, dass die positiven Aspekte nämlich die Attraktivität für Bewerbende, überwiegen. Hier bitte klicken, um weiterzulesen!

Vielleicht ist auch dieser Artikel interessant für Sie? Ein Gespräch mit Professor Hüther vom IW in Köln. Hier bitte klicken!

Rheinmetall und Leonardo: Gemeinsame Initiative für Europas Verteidigungszukunft

Die Rheinische Post schreibt am heutigen 5. Juli 2024: „Rheinmetall steigt in die Weltliga auf“. Während Unternehmen in den Medien oft kritisch betrachtet werden, ist der Ton heute gänzlich anders. Der Grund dafür ist eine Pressemitteilung, die auch unsere Redaktion erreicht hat. Darin heißt es: „Leonardo und Rheinmetall haben heute ein Memorandum of Understanding (MoU) zur Gründung eines neuen 50:50-Joint Ventures unterzeichnet, das auf die Entwicklung eines europäischen industriellen und technologischen Ansatzes im Bereich der Landverteidigungssysteme abzielt.“

Armin Papperger Foto: Frank Wiedemeier

Ein bedeutender Schritt für die europäische Verteidigung

Ziel dieser Vereinbarung ist die industrielle Entwicklung und anschließende Vermarktung eines neuen Kampfpanzers sowie der neuen Lynx-Plattform für das gepanzerte Infanterie-Kampfsystem (AICS) im Rahmen der Kampfsystemprogramme der italienischen Armee.

Armin Papperger, Vorstandsvorsitzender der Rheinmetall AG, äußerte sich dazu: „Mit Leonardo und Rheinmetall finden zwei führende europäische Anbieter von Verteidigungstechnologie zusammen, um anspruchsvolle Projekte zu realisieren. Gemeinsam wollen wir neue Standards setzen und die Tür für eine neue Generation hochmoderner Kampffahrzeuge in und für Europa öffnen. Wir adressieren damit den italienischen Markt sowie andere Partnerstaaten, die Modernisierungsbedarf im Bereich der Kampfsysteme haben.“

Roberto Cingolani, CEO von Leonardo, ergänzte: „Die technologischen und industriellen Synergien zwischen Leonardo und Rheinmetall sind eine einzigartige Gelegenheit, hochmoderne Kampfpanzer und Infanteriefahrzeuge zu entwickeln. Wir betrachten diese Vereinbarung als einen grundlegenden Beitrag zur Schaffung eines gemeinsamen europäischen Verteidigungsraumes.“

Das Joint Venture: Ein neues Kapitel in der europäischen Verteidigung

Das zukünftige Gemeinschaftsunternehmen mit Sitz in Italien wird als Hauptauftragnehmer und Systemintegrator für die beiden italienischen Programme (MBT und AICS) fungieren und die Roadmap für die mögliche Beteiligung Leonardos am künftigen europäischen Hauptkampfsystem (MGCS) festlegen.

Im Rahmen der MBT- und AICS-Programme werden Missionssysteme, Elektronik und Waffenintegration von Leonardo entsprechend den Anforderungen des italienischen Kunden entwickelt und produziert. Diese Technologien werden auch im Falle einer italienischen Beteiligung an MGCS eine Grundlage für die Entwicklung des künftigen europäischen Kampfpanzers und der neuen, für den internationalen Export bestimmten Versionen bilden. Mit dem neu entwickelten Kampfpanzer Panther und dem neuen Schützenpanzer Lynx verfügt Rheinmetall über die entsprechende Basistechnologie, auf die in beiden Programmen aufgebaut werden kann.

Endmontagelinien, Homologationstests, Auslieferungsaktivitäten und die logistische Unterstützung werden in Italien mit einem dortigen Arbeitsanteil von 60 % durchgeführt. Rheinmetall betreibt in Italien bereits drei Tochtergesellschaften mit insgesamt rund 1.400 Beschäftigten an fünf Standorten.

Ein Blick in die Zukunft

Die Umsetzung der heute unterzeichneten Absichtserklärung unterliegt der vorherigen Genehmigung durch die zuständigen Regulierungsbehörden, einschließlich der Europäischen Kommission und der jeweiligen nationalen Wettbewerbsbehörden. Dieses Joint Venture markiert einen wichtigen Schritt in der Stärkung der europäischen Verteidigungsindustrie und zeigt das Potenzial von Kooperationen, um die technologische Vorreiterrolle zu sichern und auszubauen.

Rheinmetall und Leonardo setzen damit neue Maßstäbe und öffnen das Tor zu einer neuen Generation von Kampffahrzeugen für Europa und die Welt.