„Zoon“: Destination Düsseldorf kündigt innovatives Festival an

Unsere Stadt bereitet sich auf ein besonderes Ereignis für Menschen jeden Alters vor: Mit dem ZOON Festival startet der Verein Destination Düsseldorf (DD) ein völlig neues Festival in der Landeshauptstadt. In einer Zeit des raschen Wandels stellt das ZOON Festival Optimismus und Orientierung in den Mittelpunkt. Es soll einen wichtigen Beitrag zu aktuellen gesellschaftlichen Fragen leisten. Das ZOON Festival wird erstmals im Spätsommer 2025 stattfinden.

Der Name des Festivals, abgeleitet vom englischen „soon“ (bald/demnächst), deutet auf einen Blick in die Zukunft hin. An einem zentralen Ort bietet das neue Format einen Vorgeschmack auf kommende Veränderungen. Das ZOON Festival soll als Quelle des Optimismus für Menschen jeden Alters dienen, sie ermutigen und zum Staunen bringen. Dabei vereint es Leichtigkeit und gute Laune mit informativen und perspektivischen Elementen.

Thomas Kötter

Thomas Kötter, Geschäftsführer der DD, erklärt: „Das ZOON Festival hat uns sofort begeistert! Als Destination Düsseldorf möchten wir unseren Beitrag zu mehr Optimismus und Orientierung in einer sich schnell verändernden Welt leisten. Als breit aufgestelltes Unternehmensnetzwerk können wir Plattformen schaffen, auf denen sich die Menschen wohlfühlen. Mit diesem spannenden und vielseitig neuen Ansatz bereichern wir den Veranstaltungskalender Düsseldorfs. ZOON soll Neugier wecken und die Zuversicht in eine anspruchsvolle Zukunft stärken, die besser sein wird, als viele von uns denken. Deshalb schaffen wir einen einzigartigen Raum für Orientierung, Begegnung und Zuversicht. Für die Menschen unserer Stadt und Region. Für Jung und Alt. Die ZOON-Reise beginnt jetzt!“

Erfolgreiches Jahr für Klüh: Umsatz von über einer Milliarde Euro und Fortschritte in Nachhaltigkeitsstrategie

Frank Theobald Foto: Klüh

Das Unternehmen Klüh hat ein äußerst erfolgreiches Geschäftsjahr 2023 hinter sich. Erstmals konnte es einen Umsatz von über einer Milliarde Euro verzeichnen. Seit der Einführung einer neuen Nachhaltigkeitsstrategie im Jahr 2022 hat Klüh bedeutende Fortschritte gemacht. Gegründet im Jahr 1911 als Gebäudereinigungsfirma, ist das Unternehmen heute international tätig und verzeichnet seit Jahren ein kontinuierliches Wachstum.

Insbesondere der Bereich Sicherheit mit über 3900 Mitarbeitern verzeichnet ein starkes Wachstum. Neben der Reinigungssparte, die nach wie vor das größte Betätigungsfeld des Unternehmens ist, tragen auch weitere Geschäftsbereiche signifikant zum Umsatzwachstum bei. Die Sparten „Cleaning“, „Security“, Catering und „Clinic Service“ haben alle zum Zuwachs beigetragen. Auch das Auslandsgeschäft hat sich positiv entwickelt und trägt mehr als ein Viertel zum Gesamtumsatz bei.

Der Sprecher der Geschäftsführung, Frank Theobald (Foto), betont in einem Journalistengespräch die Rolle von digitalen Technologien und das Bestreben des Unternehmens, nachhaltiger zu wirtschaften. Seit 2022 hat Klüh einen neuen Nachhaltigkeitspfad eingeschlagen, der unter anderem eine bessere Datenauswertung und ressourcenschonende Prozesse umfasst. Die Bereiche Cleaning und Clinic Service haben ihre Reinigungsqualität und -effizienz gesteigert und setzen vermehrt auf ressourcenschonende Maßnahmen.

Die erfolgreiche Entwicklung von Klüh im Jahr 2023 unterstreicht die Position des Unternehmens als führender Dienstleistungsanbieter, der sich sowohl wirtschaftlich als auch nachhaltig weiterentwickelt.

Christoph Sochart

Gemeinsamer Start für die Agentur T NRW: Sozialpartner der M+E-Industrie geben den Auftakt für die Zukunftssicherung

Präsident von METALL NRW, Arndt G. Kirchhoff

Die Sozialpartner der Metall- und Elektroindustrie in Nordrhein-Westfalen haben heute mit einer Kick-Off-Veranstaltung den Startschuss für die Arbeit der Agentur T NRW gegeben. Die gemeinschaftlich getragene Einrichtung soll einen Beitrag zur Zukunftssicherung der nordrhein-westfälischen M+E-Betriebe und ihrer Beschäftigten leisten.

Sie unterstützt Unternehmen und Betriebsräte dabei, geeignete und bereits vorhandene Qualifizierungs-, Beratungs- und Förderangebote zur Gestaltung der Transformation zu nutzen. Die Agentur T NRW ist ein Ergebnis des Tarifabschlusses vom 30. März 2021 und wird vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert.

Knut Giesler, Bezirksleiter der IG Metall NRW: „Digitalisierung, Energie- und Mobilitätswende stellen die Industrie vor große Herausforderungen. Das Gelingen der Transformation ist aber nicht nur eine technische Herausforderung, sondern auch eine soziale. Es werden Arbeitsbereiche wegfallen, aber auch neue Aufgaben und Arbeitsplätze entstehen. Damit dies nicht zu großen Verwerfungen auf dem Arbeitsmarkt führt, müssen Beschäftigte in die Veränderungsprozesse eingebunden und rechtzeitig qualifiziert werden. Hier wird die Agentur T NRW einen wichtigen Beitrag zum Gelingen der sozialen Transformation leisten.“

Arndt G. Kirchhoff, Präsident von METALL NRW: „Der heutige Tag ist ein weiterer Beleg für das konstruktive Miteinander der Metall-Tarifpartner in Nordrhein-Westfalen. Dies ist in diesen schwierigen Zeiten wichtiger denn je. Auch wenn wir im Detail unterschiedliche Akzente setzen, kämpfen wir gemeinsam gegen den Trend der De-Industrialisierung. Uns eint die Sorge um die Zukunftsfähigkeit unserer Industrie in Deutschland. Ohne Frage ist die Bewältigung der Transformation eine der wichtigsten Zukunftsaufgaben. Ich bin davon überzeugt, dass die Agentur T Betrieben und Beschäftigten helfen kann, diese erfolgreich zu meistern.“

Giesler und Kirchhoff bedankten sich bei der Landesregierung für die Unterstützung dieses Projektes. Dieses Beispiel zeige einmal mehr, was in NRW für Beschäftigte und Unternehmen erreicht werden könne,  wenn Tarifpartner und Politik an einem Strang ziehen.

Johannes Pöttering, Hauptgeschäftsführer METALL NRW

Unser Mitglied Mercedes-Benz Trucks durchbricht Schallmauer beim elektrischen Laden mit 1.000 Kilowatt Leistung

 

Mercedes-Benz Trucks durchbricht Schallmauer beim elektrischen Laden

Entwickler unseres Mitgliedsunternehmen Mercedes-Benz Trucks haben erstmals einen Prototyp des im vergangenen Jahr vorgestellten eActros 600 an einer Ladesäule mit einer Leistung von einem Megawatt im unternehmenseigenen Entwicklungs- und Versuchszentrum in Wörth am Rhein erfolgreich geladen. Mercedes-Benz Trucks war umfassend an der Entwicklung des neuen, branchenweit gültigen MCS-Ladestandards beteiligt. Dieser spielt besonders für das öffentliche Laden entlang wichtiger Verkehrsachsen eine zentrale Rolle.

Rainer Müller-Finkeldei, Leiter Mercedes-Benz Trucks Product Engineering: „Unsere Entwickler haben den neu definierten MCS-Standard in kürzester Zeit mit voller Ladeleistung ins Fahrzeug gebracht – eine herausragende Ingenieursleistung. Kunden mit hohen Anforderungen an Reichweite und Fahrzeugverfügbarkeit werden künftig besonders vom Megawattladen mit 1.000 Kilowatt profitieren.“

Peter Ziegler, Leiter E-Charging Components, Mercedes-Benz Trucks: „Der erste erfolgreiche Ladetest mit einem Megawatt Leistung mit unserem E-Lkw ist ein enormer Entwicklungsschritt. In der Branche wird bereits eine Ladeleistung ab 700 Kilowatt als MCS-Laden bezeichnet. Uns ist allerdings wichtig, dass unsere Kunden den eActros 600 mit vollen 1.000 Kilowatt aufladen und damit von kurzen Ladezeiten bei großer Reichweite profitieren können. Jetzt arbeiten wir mit Hochdruck daran, die MCS-Technologie in unserem eActros 600 zur Serienreife zu bringen.“

Weiterentwicklung der MCS-Technologie für die Serie 

Im weiteren Verlauf befassen sich die Entwicklungsingenieure von Mercedes-Benz Trucks damit, die im Rahmen der MCS-Standardisierung definierte Kommunikationsschnittstelle zwischen Fahrzeug und Ladesäule weiter zu erproben und Prototypkomponenten hin zur Serie weiterzuentwickeln. Der Start der Serienproduktion des eActros 600 ist für Ende 2024 geplant. Der eActros 600 wird neben dem CCS-Laden mit bis zu 400 kW dann später, sobald verfügbar, auch das Megawattladen mit vollen 1.000 Kilowatt ermöglichen. Kunden können hierfür eine Vorrüstung bestellen. Die MCS-Technologie soll für diese Modelle nachrüstbar sein.

Megawattladen vor allem für öffentliche Ladeinfrastruktur interessant

Die hohe Batteriekapazität von über 600 Kilowattstunden – daher die Typbezeichnung 600 – sowie eine neue, besonders effiziente elektrische Antriebsachse aus eigener Entwicklung, ermöglichen eine Reichweite des eActros 600 von 500 Kilometern[1] ohne Zwischenladen. So wird der E-Lkw deutlich über 1.000 Kilometer am Tag zurücklegen können. Zwischenladen während der gesetzlich vorgeschriebenen Fahrerpausen – selbst ohne Megawattladen – macht dies möglich.

Etwa 60 Prozent der Langstreckenfahrten von Mercedes-Benz Trucks Kunden in Europa sind ohnehin kürzer als 500 Kilometer, sodass eine Ladeinfrastruktur auf dem Betriebshof sowie an den Be- und Entladestellen für diese Fälle ausreichend ist. Für alle anderen Einsätze ist der kontinuierliche Aufbau einer öffentlichen Ladeinfrastruktur eine essenzielle Voraussetzung, um den Elektro-Lkw voll einsatzfähig für den paneuropäischen Fernverkehr zu machen. Gerade für solche anspruchsvollen Anwendungsfälle hat das Megawattladen großes Potenzial.

Mercedes-Benz Trucks durchbricht Schallmauer beim elektrischen Laden

Rheinischer Innovationspreis 2024: Spannende Projekte zur Auswahl

Foto: Unternehmerschaft Düsseldorf

Heute fand im Haus der Unternehmerschaft Düsseldorf die Jury-Sitzung für den Rheinischen Innovationspreis 2024 statt. Zahlreiche beeindruckende Projekte aus den Bereichen Industrie, Dienstleistungen, Telekommunikation, Transformation und Nachhaltigkeit wurden eingereicht und von der Jury sorgfältig geprüft.

Die Auswahl der Preisträger gestaltete sich schwierig, da alle Einreichungen ein hohes Maß an Innovation und Kreativität zeigten. Von bahnbrechenden Technologien über innovative Geschäftsmodelle bis hin zu nachhaltigen Lösungen war das Spektrum der eingereichten Projekte breit gefächert.

Der Gewinner des Rheinischen Innovationspreises 2024 wird im Rahmen des „Düsseldorfer Arbeitgebertages 2024“ geehrt. Diese prestigeträchtige Veranstaltung bringt führende Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft zusammen, um die herausragenden Leistungen und Innovationen der rheinischen Unternehmen zu würdigen.

Der Rheinische Innovationspreis unterstreicht die Bedeutung von Innovation für die Wettbewerbsfähigkeit und den Fortschritt in der Region. Durch die Anerkennung und Förderung innovativer Ideen und Projekte trägt der Preis dazu bei, die Zukunftsfähigkeit des rheinischen Wirtschaftsstandorts weiter zu stärken.

Henkel- Hauptversammlung: Bilder-Galerie

Henkel-Jahreshauptversammlung: Das sagte Carsten Knobel – Dividende auf Vorjahresniveau beschlossen

Heute fand die Henkel- Hauptversammlung auf dem Messegelände statt.

In seiner Rede geht Henkel-Vorstand Carsten Knobel auf die wesentlichen Entwicklungen und die Ergebnisse im Geschäftsjahr 2023 ein, er berichtet zudem über die Fortschritte bei der Umsetzung der Wachstumsagenda von Henkel. Zudem stellt er das geschäftliche Umfeld dar und erläutert den Ausblick für das laufende Geschäftsjahr. „Aber viel wichtiger als einzelne Zahlen, Daten und Fakten ist mir, Ihnen heute drei Botschaften mitzugeben: Wir liefern. Wir verändern uns und wir haben die richtige Strategie“, hebt Carsten Knobel in seiner Rede hervor.

Trotz aller Herausforderungen im Umfeld – von der Corona-Pandemie und den daraus resultierenden globalen Lieferengpässen, dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine sowie den dramatischen Kostensteigerungen und einer globalen Inflation – stellt der Vorstandsvorsitzende fest: „Wir liefern, was wir uns vorgenommen haben. Und was wir Ihnen versprochen haben. Greifbare Fortschritte. In unseren Geschäften. Beim Umsatz. Beim Gewinn. Im Bereich Nachhaltigkeit.“

Zu den Veränderungen im Unternehmen sagt er: „Wir wollen, dass sich unsere Ergebnisse nachhaltig verbessern. Dazu müssen wir uns ständig verändern und weiterentwickeln. Und das tun wir. In allen Bereichen. Wir verändern unsere Strukturen, unsere Prozesse und auch unsere Teams. Damit wir in Zukunft noch besser aufgestellt sind.“

Er zeigt sich zudem überzeugt, dass Henkel mit einer klaren Strategie auf dem richtigen Weg sei. „Auch wenn die vergangenen Jahre nicht einfach waren. Auch wenn sich unsere Fortschritte und besseren Ergebnisse noch nicht im vollen Umfang in unserem Aktienkurs widerspiegeln, auch wenn noch viel Arbeit vor uns liegt. Ich bin mir sicher: Wir haben die richtige Strategie. Wir sind ein starkes, globales Team. Geleitet von einer gemeinsamen Kultur. Und wir arbeiten alle mit vollem Einsatz daran, Henkel stetig besser zu machen. Tag für Tag. Für eine erfolgreiche Zukunft.“

Im Geschäftsjahr 2023 hat Henkel seine wichtigsten Finanzziele für Umsatz und Ergebnis erreicht. Und das Unternehmen konnte damit seine zum Jahresbeginn 2023 gegebene Prognose deutlich übertreffen. „Das ist vor allem der Verdienst unseres globalen Teams. Daher möchte ich allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern weltweit ganz herzlich danken. Für ihren großartigen Einsatz. Und für ihre starken Ergebnisse im abgelaufenen Jahr.“

Auf Basis der Geschäftsentwicklung schlägt Henkel seinen Aktionär:innnen eine stabile Dividende für die Vorzugs- und Stammaktien vor. Die vorgeschlagene Ausschüttung liegt leicht oberhalb der angestrebten Bandbreite von 30 bis 40 Prozent des bereinigten Jahresüberschusses. Sie liegt damit im Rahmen der etablierten Dividendenpolitik des Unternehmens.

Zum Abschluss seiner Rede erläutert Carsten Knobel die bereits Anfang März veröffentlichte Jahresprognose von Henkel für 2024 und zeigt sich zuversichtlich für den weiteren Verlauf des Geschäftsjahres: „Für mich ist klar: wir wollen und werden auch 2024 wieder liefern.“ Er fügt hinzu, Henkel sei gut ins Jahr gestartet. Weitere Einzelheiten zur Entwicklung in den ersten drei Monaten werden am 8. Mai mit der Quartalsmitteilung veröffentlicht.

Mit der Veröffentlichung der Rede des Vorstandsvorsitzenden im Vorfeld der Hauptversammlung will das Unternehmen den Aktionärinnen und Aktionären wie bereits in den Vorjahren die Gelegenheit geben, sich auf die Veranstaltung vorzubereiten.

Nähere Informationen zur Hauptversammlung, die Agenda und organisatorische Informationen finden Sie unter:
https://www.henkel.de/investoren-und-analysten/hauptversammlung/hauptversammlung2024

Presse-Informationen zur Hauptversammlung sowie den Redetext von Carsten Knobel finden Sie unter:
Hauptversammlung der Henkel AG & Co. KGaA

Dividende auf Vorjahresniveau beschlossen

Auf der Hauptversammlung der Henkel AG & Co. KGaA am 22. April 2024 stimmten die Aktionärinnen und Aktionäre allen Tagesordnungspunkten zu. Insgesamt waren rund 90 Prozent des stimmberechtigten Grundkapitals vertreten. Wie bereits im vergangenen Jahr fand die Hauptversammlung wieder als Präsenzveranstaltung in der CCD-Stadthalle in Düsseldorf statt.

Dividende auf Vorjahresniveau beschlossen

Wie von den Gremien vorgeschlagen hat die Hauptversammlung für beide Aktiengattungen eine Dividende auf Vorjahresniveau beschlossen. Je Vorzugsaktie wird eine Dividende von 1,85 Euro und je Stammaktie von 1,83 Euro gezahlt. Insgesamt zahlt Henkel damit eine Dividende von rund 800 Mio. Euro.

Neue Mitglieder in den Aufsichtsrat und Gesellschafterausschuss gewählt

Im Rahmen der Neuwahlen zum Aufsichtsrat wurden Vinzenz Gruber und Anja Langenbucher neu in den Aufsichtsrat gewählt. Sie folgen auf Philipp Scholz, der aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden ist, und Poul Weihrauch, der in den Gesellschafterausschuss gewählt wurde. Zudem wurde im Rahmen der Neuwahlen zum Gesellschafterausschuss auch Thomas Manchot in den Gesellschafterausschuss gewählt. Aus dem Gesellschafterausschuss ausgeschieden sind Johann-Christoph Frey und Norbert Reithofer.

Remote Work für Klein- und Mittelständische Unternehmen – Chancen, Risiken, Beste Beispiele, Checkliste

Remote Work wird in unseren Unternehmen in Düsseldorf immer beliebter. Aber, es verändert auch unsere kleinen und mittelständischen Unternehmen: von flexiblen Arbeitszeiten bis hin zu innovativen Technologien. Unsere Redaktion hat sich in unseren Betrieben umgeschaut und erfahren, was gut läuft und worauf Unternehmerinnen und Unternehmen und Führungskräfte unbedingt achten sollten. Schauen wir also hinter die Kulissen von Remote Work in Düsseldorf. 

Remote Work wird in Düsseldorf immer beliebter. Wir schauen uns die Chancen und Risiken an. Foto: Provinzial

Zunächst: worum geht es eigentlich? Remote Work, auch bekannt als Re-Mote-Work, hat sich zu einer bedeutenden Arbeitsweise entwickelt, die es Mitarbeitern ermöglicht, ihre Aufgaben von jedem beliebigen Ort aus zu erledigen, ohne an ein physisches Büro gebunden zu sein. Diese Flexibilität bietet Unternehmen und Mitarbeitern zahlreiche Vorteile. Insbesondere klein- und mittelständische Unternehmen (KMU) können von Remote Work profitieren, indem sie ihre Betriebskosten senken, das Mitarbeiterengagement steigern und den Zugang zu einem breiteren Talentpool ermöglichen.

Wir erlebten im Rahmen der Arbeit zu unserem Artikel vielfältige Praxisbeispiele: Ein aufstrebendes Düsseldorfer Start-up-Unternehmen im Bereich digitales Marketing hat Remote Work als Kernbestandteil seiner Unternehmenskultur integriert. Durch flexible Arbeitszeiten und regelmäßige virtuelle Brainstorming-Sitzungen können die Mitarbeiter innovative Ideen entwickeln und gleichzeitig eine ausgewogene Work-Life-Balance aufrechterhalten. Dies hat zu einer Steigerung der Mitarbeiterzufriedenheit und -produktivität geführt, was wiederum das Wachstum und den Erfolg des Unternehmens vorangetrieben hat.

Das Homeoffice schafft Freiräume und Flexibilität. Angestellte können so leichter nach ihrem Biorhythmus arbeiten und zugleich den Spagat zwischen Familie, Beruf und Freizeit besser meistern. Gleich mehrere Studien zeigen: Im Homeoffice arbeiten die Mitarbeiter sogar mehr und effektiver. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, mit denen wir im Rahmen der Recherche zu diesem Artikel gesprochen haben, begrüßen vor allem die oftmals flexible Arbeitszeiten, denn: Remote Work ermöglicht es Mitarbeitern, ihre Arbeitszeiten flexibler zu gestalten. Diese Flexibilität kann die Mitarbeiterzufriedenheit und -produktivität erhöhen.

Auch beim Remote Work gilt die Grundformel „Kommunikation geht oft schief“. Nein, im Ernst. Kommunikation ist immer sehr komplex, egal ob es im privaten Bereich oder im Unternehmen ist. Fehlt der direkte Kontakt in der Kantine oder an der Kaffeemaschine müssen neue Komunikationstools her.

„Skills Session“, kleine Online-Fortbildungen im Team-Alltag oder digitale Mittagspausen sind zwei Beispiele, wie es funktionieren kann. Umso „remoter“ unsere Arbeit wird, umso mehr sollte man auf analoge Meetings und Events Wert legen. Das stärkt die Gemeinschaft und die Teamentwicklung. So lädt der Chef eines unserer Mitgliedsunternehmen jeden Freitag um 14 Uhr zum Grillen ein: kein Muss, aber die Einladung wird gerne angenommen.

Im Gespräch mit einem Vorstand wurde uns auch noch einmal deutlich, dass das Unternehmen klare Richtlinien für die Kommunikation festlegen sollte, um sicherzustellen, dass Teams effektiv zusammenarbeiten können. Dies umfasst die Verwendung von geeigneten Kommunikationstools, die Festlegung von Erreichbarkeitszeiten und die Förderung offener Kommunikation.

Die schöne neue Arbeitswelt wird oft auch in internen Mitarbeiter-Zeitschriften thematisiert. Symbolbild: Unternehmerschaft Düsseldorf

Wir hatten zuvor ja bereits ein Best-Practice-Beispiel erwähnt. Wir fanden auch weitere: Ein mittelständisches Familienunternehmen, das Produkte für den lokalen Markt herstellt, hat Remote Work für bestimmte Abteilungen eingeführt, um die Produktivität zu steigern und den Mitarbeitern mehr Flexibilität zu bieten. Durch klare Kommunikationsrichtlinien und regelmäßige virtuelle Teammeetings bleiben die Mitarbeiter effektiv vernetzt und können ihre Aufgaben erfolgreich erledigen, unabhängig von ihrem Standort.

In unseren Gesprächen fanden wir auch zwei Fallstricke heraus, nämlich mangelnde Kommunikation und fehlende Transparenz.

+ Mangelnde Kommunikation: Eine unzureichende Kommunikation kann zu Missverständnissen und Konflikten führen. Unternehmen sollten klare Kommunikationsrichtlinien festlegen und sicherstellen, dass Teams regelmäßig miteinander kommunizieren, um eine effektive Zusammenarbeit zu gewährleisten.

+ Fehlende Transparenz: Unternehmen sollten transparent über Entscheidungen, Veränderungen und Erwartungen kommunizieren, um das Vertrauen und die Motivation der Mitarbeiter zu erhalten. Eine transparente Kommunikation trägt dazu bei, Unsicherheiten zu reduzieren und das Engagement der Mitarbeiter zu steigern.

Das Ergebnis unserer Recherche ist auch eine Checkliste für Unternehmen:

– Klare Richtlinien für Remote Work festlegen
– Geeignete Technologien und Tools bereitstellen
– Regelmäßige Kommunikation und Feedback ermöglichen
– Sicherheitsmaßnahmen für den Datenschutz implementieren
– Leistungsorientierte Beurteilung der Mitarbeiter fördern

Insgesamt bietet Remote Work Klein- und Mittelständischen Unternehmen die Möglichkeit, flexibler, effizienter und agiler zu arbeiten, wenn klare Richtlinien und unterstützende Maßnahmen vorhanden sind. Es gibt aber auch eine Risiken, auf die uns unser Mitgliedsunternehmen Provinzial in Wersten aufmerksam macht:

1.) Einsamkeit und Überlastung: Neben der gewonnenen Flexibilität kann das Arbeiten im Homeoffice auch belasten. Oft fehlt den Angestellten das soziale Miteinander. Weil Gespräche und Meetings nur per Telefon und über Videokonferenzen erfolgen können, bleiben sie meist auf berufliche Anliegen beschränkt – für den Austausch auf persönlicher Ebene bleibt kaum mehr Raum. Andere können sich kaum noch von der Arbeit losreißen oder fühlen sich mit ihren Aufgaben allein gelassen und überfordert. Auch dies kann sich negativ auf die seelische Gesundheit auswirken. Psychische Beeinträchtigungen sind nicht zu unterschätzen. Mittlerweile sind sie weitaus häufiger der Auslöser für eine anhaltende Berufsunfähigkeit als körperliche Beschwerden.

2.) Schäden an der Arbeitsausrüstung: Das berufliche Leben hat sich weitestgehend von den Büros in die Wohnungen verlagert. In den eigenen vier Wänden, in denen auch der Familienalltag mit Kindern stattfindet, kann aber schon eine kleine Unaufmerksamkeit ausreichen, dass die Arbeitsausrüstung Schaden nimmt: Das Firmenhandy fällt aus der Hand oder der Arbeitslaptop wird vom Küchentisch gestoßen. Doch wer muss für diesen Schaden aufkommen? Die gute Nachricht: In den meisten Fällen haftet, wie im Büro, der Arbeitgeber und muss für den entstandenen Schaden aufkommen.

3.) Cyberkriminalität: Das Arbeiten von Zuhause bietet zugleich eine breite Angriffsfläche für Cyberkriminelle. Insbesondere dort, wo die Grenzen zwischen beruflicher und privater Nutzung verschwimmen. Wenn sich Mitarbeiter beispielsweise von ihrem privaten Gerät ins Firmennetzwerk einwählen, sind die Sicherheitslücken meist größer. Auch Updates müssen im Homeoffice oft in Eigenverantwortung installiert werden. Falls nun auch noch private Mails geöffnet und bearbeitet werden, haben Cyberkriminelle leichtes Spiel.

Nachfolgend von unserer Redaktion eingefangene Stimmen von Mitarbeitenden unserer Betriebe:

1. Anna: „Remote Work hat unser Unternehmen verändert. Dank der Flexibilität können wir Mitarbeiter aus der ganzen Welt einstellen und so von einem breiteren Talentpool profitieren.“

2. David: „Ich war anfangs skeptisch, aber Remote Work hat meine Produktivität tatsächlich gesteigert. Die Möglichkeit, von zu Hause aus zu arbeiten, hat es mir ermöglicht, mich besser auf meine Aufgaben zu konzentrieren.“

3. Lena: „Remote Work hat meine Work-Life-Balance erheblich verbessert. Früher habe ich Stunden im Verkehr verbracht, aber jetzt kann ich meine Zeit viel effizienter nutzen und habe mehr Zeit für meine Familie.“

4. Max: „Remote Work ist großartig, aber es gibt definitiv Herausforderungen. Die Kommunikation kann manchmal schwierig sein und es erfordert ein hohes Maß an Selbstorganisation, um effektiv zu sein.“

5. Sophie: „Remote Work hat unsere Teamkultur verändert. Es ist schwieriger, ein Gefühl der Verbundenheit aufrechtzuerhalten, aber wir haben kreative Lösungen gefunden, um weiterhin zusammenzuarbeiten und uns gegenseitig zu unterstützen.“

Text: Christoph Sochart

Digitale Stadt Düsseldorf: Spannende Einblicke in die Cyberwelt: Diskussion über die Sicherheitslage in Deutschland

Ein hochkarätiges Event lockte gestern Abend rund 150 Interessierte in die Skylounge auf dem Vodafone-Campus: Die „Digitale Stadt Düsseldorf“ hatte zu einer Diskussion unter dem Titel „Angriff aus dem Netz – Zur Sicherheitslage in Deutschland“ geladen. Als Gastgeber eröffnete Stephan Schneider, Vorsitzender der „Digitalen Stadt Düsseldorf“, die Veranstaltung und begrüßte unter anderem niemand Geringeren als NRW-Innenminister Herbert Reul.

1. Maßnahmen gegen die Cyberbedrohung

In einem einleitenden Interview skizzierte Minister Reul die aktuelle Bedrohungslage im Cyberspace als alarmierend hoch. Dabei verwies er auf ein eindrückliches Zitat des ehemaligen FBI-Chefs Robert Mueller aus dem Jahr 2012: „Es gibt nur zwei Arten von Unternehmen: Solche, die gehackt wurden, und solche, die noch gehackt werden.“ Reul betonte die Notwendigkeit von grundlegenden Schutzmaßnahmen wie sichere Passwörter und die Nutzung von 2-Faktor-Authentifizierung. Zudem hob er hervor, dass NRW die Polizeibehörden im Bereich Cyberkriminalität ausbaut und spezialisierte Experten in den Behörden etabliert, um schnell auf Cyberangriffe reagieren zu können. Dabei betonte er jedoch auch die Eigenverantwortung der Unternehmen und Bürger, sich aktiv vor Cyberbedrohungen zu schützen.

2. Ausbau staatlicher Strukturen und Zusammenarbeit

Auf die Frage nach dem generellen Umgang des Staates mit der Cyberbedrohung hob Reul die Bedeutung einer vernetzten und kooperativen Herangehensweise hervor. Er betonte die Schaffung von Koordinierungsstellen wie der „Koordinierungsstelle für Cybersicherheit NRW“, die den Austausch zwischen staatlichen und nichtstaatlichen Akteuren fördern und die Cybersicherheit auf Landesebene stärken soll. Reul unterstrich die Wichtigkeit eines offenen Dialogs zwischen Staat, Wirtschaft und Bürgern, um gemeinsam gegen Cyberkriminalität vorzugehen.

3. Unterstützung für die Wirtschaft

Abschließend hob Reul die Bedeutung des Wirtschaftsschutzes hervor und betonte die Rolle der Polizei und des Verfassungsschutzes bei der Beratung und Unterstützung von Unternehmen im Bereich Cybersicherheit. Er versicherte den Anwesenden, dass diese Dienstleistungen kostenfrei seien und Unternehmen somit direkte Unterstützung bei der Abwehr von Cyberangriffen erhalten können.

Neben Minister Reul traten auch weitere hochkarätige Gäste auf, darunter Generalmajor Jürgen Setzer von der Bundeswehr und Oberstaatsanwalt Markus Hartmann, Leiter der Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime (ZAC NRW).

Generalmajor Jürgen Setzer, stellvertreter Inspekteur Cyber- und Informationsraum der Bundeswehr, präsentierte wichtige Entwicklungen im Bereich der Cyber- und Informationsraum (CIR) der Bundeswehr. Er hob die Einrichtung einer eigenen „Teilstreitkraft“ für den CIR hervor, die als Reaktion auf die steigende Bedrohungslage im Cyberspace beschlossen wurde. Diese Teilstreitkraft ist dafür verantwortlich, die Verteidigung und Kampffähigkeit im Cyber- und Informationsraum sicherzustellen und umfasst verschiedene Maßnahmen, wie beispielsweise das Stören gegnerischer Kommunikation, die Abwehr von Cyberangriffen und die Sicherstellung einer effektiven Informationsgewinnung. Setzer betonte die Bedeutung der CIR-Truppe als zentrales Nervensystem der Bundeswehr und als Treiber der Digitalisierung, um die Streitkräfte insgesamt digital kriegstüchtig zu machen. Er betonte außerdem die Rolle des Zentrums Digitalisierung der Bundeswehr bei der Entwicklung und Einführung von Zukunftstechnologien wie Cloud-Lösungen und künstlicher Intelligenz.

Oberstaatsanwalt Markus Hartmann, Leiter des ZAC NRW, präsentierte die Cybersicherheitsstrategie unseres Bundeslandes. Diese Strategie zielt darauf ab, das Cybersicherheitsniveau in Nordrhein-Westfalen durch eine vernetzte und integrierte Herangehensweise zu verbessern. Sie umfasst drei Handlungsfelder: Cybersicherheit in Nordrhein-Westfalen, Koordination und Kooperation in Nordrhein-Westfalen sowie Cybersicherheit als Erfolgsfaktor für Nordrhein-Westfalen. Die Strategie verfolgt sechs strategische Ziele, darunter die Steigerung der allgemeinen Wahrnehmung von Cybersicherheit, die Prävention für kleine und mittlere Unternehmen und die Verbesserung der Cybersicherheitskompetenzen von Bürgern und Unternehmen. Hartmann hob die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen staatlichen Akteuren, der Wirtschaft, der Wissenschaft und der Zivilgesellschaft hervor, um gemeinsam gegen Cyberbedrohungen vorzugehen. Die Strategie wird regelmäßig evaluiert und angepasst, um auf neue Technologien und sich ändernde Bedrohungslagen reagieren zu können.

Die Diskussion in der Vodafone-Skylounge bot damit einen umfassenden Einblick in die aktuellen Herausforderungen und Strategien zur Bekämpfung von Cyberbedrohungen und unterstrich die Notwendigkeit einer koordinierten und vernetzten Vorgehensweise auf allen Ebenen.

Text: Christoph Sochart
Fotos: Unternehmerschaft Düsseldorf

Mangel an IT-Fachkräften droht sich dramatisch zu verschärfen

In unserem Land werden im Jahr 2040 rund 663.000 IT-Fachleute fehlen, wenn die Politik nicht massiv gegensteuert. Das zeigt eine Studie des Digitalverbands Bitkom. Im vergangenen Jahr gab es 149.000 unbesetzte IT-Stellen in deutschen Unternehmen, fünf Jahre zuvor waren es erst 82.000. Hinzu kommen tausende offene Stellen mit IT-Schwerpunkt in Verwaltungen, Schulen oder Wissenschaftseinrichtungen.

„Der sich seit Jahren verschärfende Mangel an IT-Fachkräften betrifft das ganze Land und bremst die dringend notwendige Digitalisierung. Eine immer größer werdende Fachkräftelücke in der IT bedeutet einen Verlust von Wettbewerbsfähigkeit, Wertschöpfung, Wachstum und Wohlstand. Ohne IT-Spezialistinnen und -Spezialisten verspielt Deutschland seine digitale Zukunft“, sagt Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst. „Die gute Nachricht ist: Wenn wir jetzt konsequent handeln, muss diese Projektion nicht Realität werden. Notwendig ist, dass in allen Bereichen gleichzeitig die richtigen Maßnahmen eingeleitet werden.“

Die drohende Fachkräftelücke lässt sich nach den Berechnungen des Bitkom nur schließen, wenn umgehend massiv gegengesteuert wird. So könnten bis 2040 durch die Förderung des Quereinstiegs rund 129.500 zusätzliche IT-Fachkräfte gewonnen werden, durch Maßnahmen im Bereich Studium und Ausbildung kämen weitere rund 108.000 hinzu und 68.500 ließen sich aktivieren, indem ältere Beschäftigte länger im Job bleiben. Unverzichtbar ist aus Bitkom-Sicht, weitere 321.000 IT-Expertinnen und -Experten über bessere Zuwanderungsmöglichkeiten nach Deutschland zu holen. Wintergerst: „Wenn wir uns extrem anstrengen, können wir die absehbare Fachkräftelücke etwa zur Hälfte aus dem Inland schließen. Die andere Hälfte aber braucht zwingend qualifizierte Zuwanderung aus allen Teilen der Welt.“

Den Berechnungen zufolge wird das Angebot an IT-Fachkräften von derzeit 1,136 Millionen bis 2040 auf 1,256 leicht um rund 120.000 zulegen – sofern die entsprechenden Maßnahmen auf dem aktuellen Niveau fortgeführt werden. Dabei spielt auch der vergleichsweise geringe Altersdurchschnitt in den IT-Berufen eine Rolle. Während bis 2040 in der Gesamtwirtschaft 50,5 Prozent der derzeitigen Beschäftigten aus dem Berufsleben ausscheiden werden, sind es in den IT-Berufen nur 32,5 Prozent. „Diese zunächst positive Ausgangslage bedeutet aber auch, dass die demographische Entwicklung die IT nach 2040 umso härter trifft. Umso wichtiger ist, dass wir jetzt die Weichen stellen und erfolgreich gegensteuern“, so Wintergerst. Denn gleichzeitig wird bis 2040 der Bedarf an IT-Fachkräften in der Wirtschaft rasant steigen. Liegt er derzeit bei 1,29 Millionen, so werden es dann 1,92 Millionen sein. Das ist eine Zunahme um rund 630.000.

Junge Menschen für IT begeistern, Studium und Ausbildung verbessern

Durch bildungspolitische Maßnahmen wie ein Pflichtfach Informatik, mehr Kooperationen zwischen Schule und Wirtschaft sowie zusätzliche Informatik-Lehrstühle ließe sich das zuletzt bereits gestiegene Interesse an IT-Berufen verstetigen und weiter erhöhen. Dadurch könnten laut Bitkom bis 2040 rund 27.000 IT-Fachkräfte zusätzlich gewonnen werden. Ein besonderes Augenmerk sollte dabei auf Mädchen und Frauen liegen. So sind aktuell nur rund 21 Prozent der Studierenden und 10 Prozent der Auszubildenden im Bereich Informatik weiblich. Wintergerst: „Es gibt keinen wirklichen Grund, warum nicht genauso viele Frauen einen IT-Beruf anstreben und ergreifen sollten wie Männer.“ Wenn der Frauenanteil unter denjenigen, die Studium und Ausbildung abschließen, auf 50 Prozent erhöht würde, könnten bis 2040 weitere 25.500 IT-Fachkräfte zur Verfügung stehen. Ein weiterer Ansatzpunkt im Bereich Studium ist die Reduzierung der Abbrecherquote in den Informatik-Studiengängen, die mit 42 Prozent deutlich über dem Durchschnitt aller Studiengänge von derzeit 27 Prozent liegt. Wenn die Abbrecherquote auf 20 Prozent gesenkt würde, könnten bis 2040 weitere rund 55.000 hochqualifizierte IT-Fachkräfte in Deutschland gewonnen werden.

Ältere Beschäftigte im Arbeitsmarkt halten

Zugleich könnten bis 2040 weitere rund 68.500 IT-Fachkräfte zusätzlich zur Verfügung stehen, wenn ältere Beschäftigte über das Renteneintrittsalter hinaus freiwillig im Arbeitsmarkt blieben. Aktuell sind gerade einmal 0,9 Prozent der IT-Beschäftigten 65 Jahre alt oder älter. Um diesen Anteil zu erhöhen, braucht es finanzielle Anreize für Unternehmen und Beschäftigte gleichermaßen, zugleich sollten die Sozialabgaben für Erwerbstätige im Rentenalter ganz abgeschafft oder zumindest deutlich verringert werden. „Die IT bietet häufig Arbeitsbedingungen, die eine Tätigkeit auch im Alter ermöglicht und viele Beschäftigte würden auch gerne länger arbeiten. Arbeiten jenseits der 65 ist allerdings häufig weder für die Unternehmen noch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter attraktiv“, so Wintergerst. „Die Unternehmen selbst sind gefordert, ältere Beschäftigte kontinuierlich weiterzubilden – und wir müssen gerade in den besonders jugendorientierten Tech-Unternehmen eine Kultur entwickeln, die Ältere als wichtigen Teil von Diversität begreift und das auch lebt.“

Quereinstieg in die IT weiter erleichtern

Die IT bietet schon heute ideale Voraussetzungen für den Quereinstieg, rund ein Viertel aller Fachkräfte in der IT-Branche sind Quereinsteigerinnen oder Quereinsteiger. Durch konkrete Maßnahmen wie die Förderung von Quereinstiegsprogrammen und Bootcamps sowie den Ausbau von Beratungsangeboten kann nach Berechnungen des Bitkom die Zahl der Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger um 50 Prozent erhöht werden, was rund 129.500 zusätzlichen Fachkräften entspricht. „Wichtig sind Flexibilität und Kreativität. So sollten etwa gemäß dem Modell Bildungsteilzeit Menschen, die sich in die IT, aber auch in andere Mangelberufe orientieren wollen, gezielt finanziell unterstützt werden. Aber auch die Unternehmen selbst müssen in ihre Zukunft investieren und Weiterbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen sowohl von aktiven als auch von potenziellen Beschäftigten massiv ausbauen“, sagt Wintergerst.

Fachkräftelücke lässt sich nur mit Zuwanderung schließen

Allerdings selbst wenn alle diese Maßnahmen greifen, bleibt im Jahr 2040 noch eine Lücke von etwa 357.000 fehlenden IT-Spezialistinnen und -Spezialisten. Zuletzt sind bereits jährlich etwa 13.000 ausländische Fachkräfte aus der EU und anderen Ländern in IT-Berufe zugewandert. Durch das neue Fachkräfteeinwanderungsgesetz sollen nach dem Willen der Bundesregierung pro Jahr 75.000 zusätzliche Fachkräfte aus Drittstaaten außerhalb der EU nach Deutschland kommen, auf IT-Berufe bezogen wären das 4.000 pro Jahr. Ein ähnlicher Anstieg müsse auch für EU-Staaten erreicht werden. „Wir werden mit dem inländischen Potenzial und der bisherigen Zuwanderung die IT-Fachkräftelücke nicht schließen können. Deutschland muss als Arbeits- und Lebensmittelpunkt für IT-Fachleute viel attraktiver werden“, so Wintergerst. „Diese Menschen werden weltweit umworben. Damit wir für sie attraktiv sind, muss Deutschland eine offene, tolerante und freie Gesellschaft bleiben. Xenophilie statt Xenophobie, darum muss es gehen.“ Bitkom plädiert dafür, die Ausländerbehörden zu Willkommensagenturen umzubauen, das internationale Marketing für den IT-Standort Deutschland zu verstärken und die Einwanderung deutlich zu entbürokratisieren und zu beschleunigen, etwa durch eine umfassende Digitalisierung der Verfahren. Nach den Bitkom-Berechnungen könnten so bis 2040 insgesamt etwa 321.000 zusätzliche Fachkräfte aus Drittstaaten und der EU nach Deutschland kommen.

Werden alle Maßnahmen kurzfristig angegangen, so ließe sich die Fachkräftelücke in der IT bis 2040 auf rund 35.800 reduzieren. „Digitalisierung braucht Technologie, sie braucht aber vor allem Menschen, die sie voranbringen“, sagt Wintergerst. „Der Fachkräftemangel ist kein Naturereignis. Wir müssen auf niemanden warten oder auf etwas hoffen, wir müssen selbst aktiv werden. Seit Jahren diskutieren wir über den Fachkräftemangel in der IT und starten einzelne Projekte. Woran es fehlt, ist eine ambitionierte Gesamtstrategie. Sie muss jetzt kommen.“