Unser Bundesland soll „Bildungsland Nr.1“ werden – Aachener Erklärung der CDU-Landtagsfraktion

Aktuell befindet sich Deutschland in besonders herausfordernden Zeiten, deren wirtschaftliche Auswirkungen nicht vollends absehbar sind. Bislang entwickelt sich der Arbeitsmarkt zwar ausgesprochen robust. Gleichwohl verbleiben Unsicherheiten, eine Rezession ist wahrscheinlich.

Unabhängig von der aktuellen Situation bleibt der Engpass an Fachkräften, also an Personen mit einer abgeschlossenen Berufsqualifikation, eine der größten strukturellen Herausforderungen der Wirtschaft in Nordrhein-Westfalen. Insbesondere der Mittelstand in der Industrie und im Handwerk ist davon besonders betroffen. Die Transformationsprozesse in der Wirtschaft und in der Arbeitswelt benötigen zwingend dual und schulisch ausgebildete Fachkräfte.

Der Fachkräfteengpass hat vielfältige Ursachen. Der demographische Faktor ist ein wesentlicher. Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge geht zurück. Jedes Jahr scheiden erheblich mehr Arbeitskräfte aus dem Arbeitsmarkt aus als neue eintreten. Dieser ist vielfältig und benötigt Arbeitskräfte, die sowohl akademisch als auch beruflich ausgebildet sind. Diese Entwicklung gefährdet den Wohlstand und die sozialen Sicherungssysteme. Es kann nur das verteilt werden, was zuvor erwirtschaftet wurde. Unsere Gesellschaft kann es sich nicht leisten, Fachkräftepotenziale nicht zu nutzen.

Wir setzen weiterhin auf den Grundgedanken der Sozialen Marktwirtschaft „Sozial ist, was Arbeit mit fairen Löhnen schafft“. Dabei ist es uns wichtig, dass sich Arbeit lohnen muss. Das Lohnabstandsgebot muss deutlich eingehalten werden. Wir stehen zum Leistungsprinzip. Die vorhandenen Sicherungssysteme sind eine wichtige soziale Errungenschaft, aber nicht für einen dauerhaften Verbleib in diesen konzipiert. Das Ziel muss die Erwerbsbetätigung möglichst aller bleiben.

Fachkräfteengpässen ist auf mehreren Ebenen und über die gesamte Qualifizierungszeit von Menschen zu begegnen. Wir fordern einen ganzheitlichen Ansatz, um Schulabgänge ohne Abschluss zu reduzieren, Ausbildungsabbrüche sowie Studienabbrüche zu verringern, den Anteil von Frauen und von Menschen über 55 Jahren bei der Erwerbsbeteiligung zu erhöhen sowie die Aus- und Weiterbildung voranzutreiben. Zudem benötigt die Wirtschaft die Einwanderung von Fachkräften aus dem Ausland. Wir wollen die Potenziale in allen Zielgruppen des Arbeitsmarkts heben, innerhalb dieser Gruppen die Arbeitszeitvolumen ausschöpfen, den Wechsel von Teilzeit in Vollzeit vereinfachen und Anreize schaffen, dass Beschäftigte nach Beginn des Renteneintrittsalters dem Arbeitsmarkt freiwillig länger zur Verfügung stehen.

Nachwuchsgewinnung und Mitarbeiterbindung sind strategische Unternehmensziele – auch in Kleinbetrieben. Alle Unternehmen müssen ein Interesse an der Zufriedenheit und Weiterentwicklung ihrer Beschäftigten haben. Wir sehen, dass immer mehr Unternehmen dieser Verantwortung gerecht werden wollen.

Für uns als CDU-Landtagsfraktion Nordrhein-Westfalen ist die Sicherung des Fachkräftebedarfs eine der größten Zukunftsaufgaben. Wir wollen unser Land zum Berufsbildungsland Nummer 1 machen. Es ist Zeit für eine echte Gleichwertigkeit von

beruflicher und akademischer Bildung. Wir wollen dies gesetzlich regeln. Wir brauchen wieder mehr junge Menschen, die sich Ausbildungsberufen widmen und diesen Karriereweg einschlagen.

Berufsorientierung, berufliche Bildung und duale Ausbildung

Deutschlands Bildungsmix aus beruflichen und akademischen Fachkräften ist Garant des wirtschaftlichen Erfolgs. Diese Stärke werden wir unterstützen und ausbauen. Wir denken berufliche und akademische Bildung gemeinsam – sie bleiben für uns gleichwertig. Ein gegeneinander Ausspielen wird es mit uns nicht geben. Viel stärker muss die Durchlässigkeit unseres Bildungssystem in den Vordergrund gestellt werden.

Die Fachkräftegewinnung muss bereits in der Schule starten. Alle allgemeinbildenden Schulen müssen die Ausbildungsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler sicherstellen, dazu gehört vor allem die Vermittlung von Kernkompetenzen. Wir werden Schulen und Lehrkräfte entsprechend unterstützen.

Wir fordern eine gezielte und ergebnisoffene Berufsorientierung an allen Schulen, die unterschiedliche Karrierewege und die guten Verdienstmöglichkeiten abseits der akademischen Ausbildung aufzeigt. Da die Abiturientenquote zunimmt, gilt dies ausdrücklich für alle Schülerinnen und Schüler. Es ist festzustellen, dass die steigende Akademisierungsquote das System der beruflichen Bildung unter Druck setzt.

Wer einen Abschluss der Sekundarstufe I hat und dazu eine abgeschlossene Berufsausbildung, kann im Rahmen der Fachlichkeit an einer Fachhochschule studieren. Diese Karriere- und Entwicklungschancen wollen wir sichtbarer machen.

Wir werden das Übergangssystem Schule-Beruf mit seinem Herzstück „Kein Abschluss ohne Anschluss“ (KAoA) so weiterentwickeln, dass Jugendliche und junge Erwachsene schon in der Schule von den Vorteilen einer dualen Ausbildung überzeugt werden. Hierzu gehört, dass die Berufsorientierung möglichst früh ansetzen muss. Dabei werden wir gerade die Schülerinnen und Schüler mit Unterstützungsbedarf stärker in den Fokus nehmen.

Wir wollen bereits in der Sekundarstufe I eine altersangemessene umfassende Berufsinformation unter Einbeziehung der Eltern, Praxisabschnitte und längere Praktika. Das Ziel ist eine bessere Verzahnung mit potenziellen Arbeitgebern in allen Schulformen. Ausbildungsbotschafterinnen und -botschaftern sollen an allen Schulen über ihre Erfahrungen berichten und für die berufliche Bildung werben. Wir wollen Schülerinnen und Schüler motivieren, freiwillige Praktikumsmöglichkeiten zu nutzen.

Wir wollen, dass die Schülerinnen und Schüler ihre handwerklich-technische Fähigkeiten entdecken und diese fördern. Um Schülerinnen und Schüler im Schulalltag praktische Erfahrungen zu ermöglichen und sie für das Handwerk zu begeistern, wollen wir einen „Tag des Handwerks“ ins Leben rufen.

Der Offene Ganztag hat das Potenzial, spielerisch die Freude an Handwerk und Technik zu wecken. Frühzeitig können Grundkompetenzen als Arbeitsgemeinschaften (AG) und im Ganztagsbereich in Kooperation mit der lokalen Wirtschaft vertieft werden. Schulkooperationen sind in diesem Bereich zu fördern. Dies gilt in gleicher Weise für die Kindertagesstätten. Wir streben daher eine Zertifizierung für Einrichtungen an, die mit Betrieben vor Ort kooperieren, damit Kinder Einblicke in ausgewählte handwerkliche und technische Berufe erhalten.

Auch die außerschulische Bildung wollen wir stärker einbinden. Im Rahmen der Gemeinschaftsoffensive „Zukunft durch Innovation.NRW“ bekommen Kinder und Jugendliche die Gelegenheit, an außerschulischen Lernorten neue Themen und Talente im MINT-Bereich zu entdecken. Mit über 5.000 Partnerschaften aus den Bereichen Wissenschaft, Wirtschaft, Schule, Politik und Gesellschaft unterstützen wir, dass sich mehr junge Menschen für eine Ausbildung oder ein Studium im MINT-Bereich interessieren und Unternehmen Zugang zu Nachwuchskräften erhalten. Dies werden wir ausbauen.

Da Eltern eine große Rolle bei der individuellen Entscheidung junger Menschen über ihre berufliche Zukunft haben, wollen wir sie stärker in den Prozess der Berufsorientierung einbeziehen, z. B. indem sie adäquat über die Ergebnisse der Potenzialanalyse der Kinder informiert werden. Darüber hinaus werden wir die Lehrkräfte verstärkt für das Thema Berufsorientierung sensibilisieren. Die Bedeutung der beruflichen Bildung ist bereits im Lehramtsstudium zu vermitteln.

Für eine starke berufliche Bildung braucht es eine engere Kooperation der Berufskollegs mit Schulen der Sekundarstufe I. Wir wollen daher die Übergänge zwischen den Schulformen und die Durchlässigkeit verbessern, je nach Entwicklung und Bedarf des Kindes. Zwischen den Berufskollegs und den Betrieben vor Ort besteht häufig ein guter Austausch. Für uns bleibt es primär die Aufgabe der Betriebe, auf die Schulen vor Ort zuzugehen.

Bereits an den Schulen wollen wir Gründer- und Verantwortungskultur wecken. Das Schulfach Wirtschaft/Politik ist für uns ein Ankerfach für Berufsorientierung und Berufsvorbereitung.

Schülerinnen und Schüler sollen weiterhin von ihren Schulen unterstützt werden. Insbesondere diejenigen, deren Abschluss gefährdet ist, haben wir hierbei im Blick. Multiprofessionelle Teams leisten einen wertvollen Beitrag. Wir wollen, dass Schülerinnen und Schüler ein Angebot für regelmäßige Feedback- und Bestärkungsgespräche bekommen. Dabei sollen auch neue digitale Formate genutzt werden.

Für Jugendliche, die die Schule ohne Abschluss verlassen, muss ein unmittelbarer Anschluss gegeben sein, um das Nachholen von Schulabschlüssen zu ermöglichen und die Ausbildungsfähigkeit herzustellen. Die Schulen können bereits zu diesem Zweck frühzeitig mit der Bundesagentur für Arbeit kooperieren. Diese Möglichkeiten werden wir sichtbarer machen. Zudem werden wir prüfen, inwieweit datenschutzrechtliche Barrieren beseitigt werden können. Wir wollen zudem die Programme der Landesregierung, die Jugendlichen mit Unterstützungsbedarf helfen, einen Ausbildungsplatz zu finden, ausbauen.

Wir unterstützen und bewerben Bildungsgänge, die eine Berufsausbildung mit dem Erwerb der Fachhochschulreife oder der Hochschulreife kombinieren. Das Berufsabitur verleiht dem Ausbildungssystem zusätzliche Attraktivität und trägt dazu bei, dass die Ausbildung bereits in der Oberstufe als eine gleichwertige Alternative zum Studium wahrgenommen wird.

Ausbildung muss attraktiver werden. Wir werden uns beim Bund dafür einsetzen, dass die Ausbildungsvergütung steuerfrei wird.

Wir wollen, dass Schulabgänger mit Abitur aufgrund ihrer um drei Jahre längeren Schulausbildung in der Regel eine um ein Jahr verkürzte Ausbildung machen.

Es gibt bereits zahlreiche duale und triale Studiengänge für junge Menschen mit Fachhochschul- und allgemeiner Hochschulreife. Hier liegen individuelle Karrierechancen. Diese wollen wir verstärkt bewerben und gemeinsam mit der Wirtschaft vor Ort ausbauen. So können wir bedarfsgerecht ausbilden. Junge Menschen mit einer entsprechenden Qualifizierung aus der beruflichen Bildung oder aus dem akademischen Bereich sind gleichermaßen eine Bereicherung für den Mittelstand.

Wir wollen Best-Practice-Beispiele zum digitalen Matching von Ausbildungsplätzen und Bewerbern auf Nordrhein-Westfalen übertragen. Dadurch können wir Jugendliche bei ihrer Berufswahl und dem Auffinden der passenden Ausbildungsstelle unterstützen. Eine zeitgemäße zielgruppenadäquate Kommunikation über Apps ist unerlässlich.

Wohnheimplätze werden für Auszubildende immer wichtiger. Deshalb fördern wir – analog zu den Studierenden – Wohnheimplätze für Auszubildende. Die Wirtschaft wird dazu einen Beitrag zu leisten haben.

Wir wollen kleinere Fachklassen im Rahmen der beruflichen Bildung erhalten. Das dient sowohl einer möglichst wohnortnahen Beschulung als auch der Sicherung homogener Lerngruppen. Gleichzeitig wollen wir die Betreuungsrelation mit Fachlehrern verbessern. Schulische Angebote müssen auch für Splitterberufe in Nordrhein-Westfalen bestehen bleiben. Wir werden entsprechend die Vorgaben der Schüler-Lehrer-Relation überprüfen und zusätzliche Personalressourcen zur Verfügung stellen.

Um einen Beitrag zur Gleichwertigkeit der beruflichen und akademischen Ausbildung zu leisten, wollen wir eine Meisterprämie von bis zu 3.000 Euro einführen und somit die Gebührenfreiheit der Meisterausbildung herstellen. Damit das Gründen für Handwerksmeisterinnen und Handwerksmeister noch einfacher wird, wollen wir die Meistergründungsprämie attraktiver ausgestalten, indem die Mindestinvestitionssumme abgesenkt und die maximale Fördersumme erhöht wird.

Wer nach der Ausbildung eine berufliche Fortbildung zur Meisterprüfung oder zu anderen Qualifikationen auf sich nimmt, ist darauf angewiesen, dass die BAföG-Förderung schnell und unkompliziert gewährt wird. Ziel muss es sein, dass eine zuständige Bezirksregierung über den Antrag innerhalb eines Monats entscheiden kann und damit die Bearbeitungszeiträume verkürzt werden.

Die überbetriebliche Ausbildung dient der Vermittlung und Vertiefung von Ausbildungsinhalten, die der eigene Ausbildungsbetrieb aus verschiedenen Gründen nicht anbieten kann. Wir werden die Drittelfinanzierung für die überbetriebliche Ausbildung dauerhaft in Handwerk und Industrie sichern.

Die Transformation der Wirtschaft führt zu einer Reihe neuer Anforderungen in bestehenden Berufsbildern und erfordert neue. Wir wollen gemeinsam mit den Kammern Berufsbilder überprüfen und ggf. anpassen und reduzieren. In diesem Zuge setzen wir uns für eine praxistaugliche Stärkung der modularen Ausbildung ein. Durch eine Bündelung artverwandter Ausbildungsbestandteile können wir sowohl das System der beruflichen Bildung als auch den Einsatz der Auszubildenden in den Betrieben flexibilisieren.

Wir wollen, dass das Land gemeinsam mit dem Bund ein zukunftsweisendes Paket zur Modernisierung von Berufsschulen und beruflichen Bildungszentren schnürt. Neben der finanziellen Unterstützung bei der Modernisierung der Ausstattung und der infrastrukturellen Anbindung wollen wir die Berufskollegs personell stärken und noch stärker auf die duale Ausbildung ausrichten.

Weiterbildung und Qualifizierung

Es gibt in Nordrhein-Westfalen eine große Anzahl potenzieller Fachkräfte. Sie müssen jedoch mobilisiert werden. Schlüssel dafür sind u. a. Qualifikation und Weiterbildung. In einer sich wandelnden Arbeitswelt mit vielfältigen neuen Bedarfen und Herausforderungen werden wir die Erwerbstätigen und Erwerbsfähigen unterstützen, ihre Kompetenzen zu erhalten und weiterzuentwickeln.

Viele Ungelernte arbeiten oft jahrelang, ohne dass ihre Arbeitserfahrungen zertifiziert werden. Wir wollen daher einheitliche Kompetenzfeststellungen in Zusammenhang mit Nachqualifizierungen schaffen, auch online. Schrittweise streben wir dadurch einen vollwertigen Berufsabschluss an. Standardisierte Kompetenzfeststellungsverfahren, in denen die Kammern bereits informell erworbene berufsbezogene Kompetenzen sinnvoll feststellen und arbeitsmarktgängig bescheinigen, können dabei unterstützend eingesetzt werden.

Gemeinwohlorientierte Weiterbildungseinrichtungen bieten mit ihren Angeboten zur Grundbildung und zum Nachholen eines Schulabschlusses einen wichtigen Baustein, damit aus Arbeitskräften Fachkräfte werden. Wir werden sie in ihren Aufgaben weiter stärken.

Das Hochschulgesetz NRW ermöglicht bereits die Anrechnung von betrieblicher und akademischer Bildung. Gemeinsam mit den Hochschulen wollen wir sicherstellen, dass die bestehenden Möglichkeiten besser genutzt werden.

Um Studienabbrüche zu vermeiden, wollen wir eine Vernetzung vorhandener Beratungsstrukturen zur verbesserten Durchlässigkeit zwischen beruflicher und akademischer Ausbildung sowie Auf- bzw. Ausbau einschlägiger Angebote bei Zweifel und Ausstieg fördern. Wir prüfen die Möglichkeit einer verpflichtenden Beratung bei einem zu erwartenden Studienabbruch. Tritt dieser ein, möchten wir die Beratung und Vermittlung in ein duales Studium oder eine Berufsausbildung intensivieren. Dabei ist ein enger Austausch mit den Arbeitsagenturen und Kammern zu gewährleisten.

Es ist im Interesse der Gesellschaft, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Rentenalter freiwillig länger dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Hierfür müssen Anreize – z.B. finanzielle, steuerliche, betriebsinterne – geschaffen werden. Wir fordern die Landesregierung auf, sich entsprechend auf Bundesebene zu positionieren und im Land in einen engen Dialog mit den Sozialpartnern einzutreten. Die Betriebe können ihrerseits mit präventivem Gesundheitsschutz einen wichtigen Beitrag leisten, die Arbeitskraft der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu erhalten.

Wir wollen in mehreren Teilschritten über Teilqualifikationen den Weg zu einer vollqualifizierenden Berufsabschlussprüfung ermöglichen. Mit einem landesweit strukturbildenden Modellprojekt wollen wir bestehende Ansätze in der Breite nutzbar machen, um Menschen auf das erforderliche Fachkraftniveau (um-) zu qualifizieren. Dies gilt in besonderem Maße für ausländische Fachkräfte.

Qualifizierte Integration in den Arbeitsmarkt

Unsere Volkswirtschaft ist auf ausländische Arbeits- und Fachkräfte angewiesen. Wir stehen in einem Wettbewerb mit anderen Regionen. Wir fordern daher den Ausbau eines professionellen Recruitings im Ausland, nicht nur für Engpassberufe. Wir wollen dafür Arbeitgeber, Kammern und Verbände miteinander vernetzen. Recruiting und Vernetzung sollen zentral in der Landesregierung gebündelt werden.

Wir brauchen ausländische Fachkräfte und Nachwuchskräfte mit herausragender Leistungsfähigkeit, denen in sogenannten One-Stop-Agencies schnell und unbürokratisch und vor der Einreise eine Arbeitserlaubnis erteilt wird. In der Heimat erworbene Ausbildungen müssen bei uns unbürokratischer und schneller anerkannt werden; das gilt auch für die geregelten Berufe. Wir stellen dabei berufsspezifische deutsche Standards nicht infrage.

Eine besondere Chance erkennen wir in der Arbeitnehmerfreizügigkeit, die ein Grundpfeiler der Europäischen Union ist. Wir denken den Arbeitsmarkt europäisch. Deutschland kann jungen Menschen aus anderen EU-Ländern sowohl bei der Ausbildung als auch für ihre Berufstätigkeit Chancen eröffnen, die ihnen ihr Heimatland unter Umständen nicht bieten kann. Wir wollen gemeinsam mit der Wirtschaft Programme schaffen und vertiefen, die insbesondere junge Menschen zu beruflicher Mobilität innerhalb der EU motivieren. Besonders im Fokus müssen dabei qualifizierte Ausbildungsberufe stehen, die – anders als akademische Studiengänge – bei internationalen Austauschaktivitäten noch unterrepräsentiert sind.

Unsere Wirtschaft braucht in gleicher Weise Arbeitskräfte in Bereichen, die nicht zwingend eine akademische Qualifikation erfordern. Wenn Interessenten dafür Sprachkenntnisse nachweisen können und die Bereitschaft zur Integration mitbringen, möchten wir ihnen einen Zugang zum Arbeitsmarkt ermöglichen. Wer sich bewährt, soll die Möglichkeit einer Weiterqualifizierung und damit zu sozialem Aufstieg erhalten.

Wir gehen davon aus, dass Menschen, die zu uns kommen, ein Eigeninteresse an einer beruflichen Tätigkeit haben. Die Partizipation am Arbeitsmarkt ist zusammen mit dem Erlernen der deutschen Sprache der beste Weg für eine gelingende Integration.

Es gibt viele Menschen in Nordrhein-Westfalen, die als Flüchtlinge zu uns gekommen sind, deren Asylantrag negativ beschieden wurde, die aber dennoch gut integriert sind und deren Arbeitskraft gebraucht wird. Wenn diese vor dem Stichtag 1. August 2022 in Deutschland registriert wurden, nicht straffällig geworden sind, ihren Lebensunterhalt ohne Sozialleistungen bestreiten, qualifizierte Sprachkenntnisse nachweisen und ihnen ein fester Arbeitsvertrag angeboten wird, möchten wir ihnen eine dauerhafte Arbeitserlaubnis ermöglichen.

Wer langfristig in Deutschland bleiben möchte, soll mit seinen Fähigkeiten in den Arbeitsmarkt integriert werden. Wir fordern eine klar strukturierte Berufsorientierung zeitnah nach der Ankunft in Deutschland. Diese soll sich an den vorhandenen Kompetenzen orientieren. Dies schließt unter Umständen notwendige Anpassungsqualifizierungen mit ein. Bereits in den Landeseinrichtungen sollen zukünftig Daten erhoben werden, mit denen Flüchtlinge in eine passende Tätigkeit in der aufnehmenden Kommune vermittelt werden können. Eine Bewährung in der Berufsorientierung soll zu einer beschleunigten Arbeitserlaubnis führen.

Für uns bleiben die deutsche Sprache und der Wille zur Integration die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Integration. Mangelnde Sprachkenntnisse sind ein Hemmnis auf dem Arbeitsmarkt. Deshalb fordern wir die Entwicklung spezieller berufsspezifischer Sprachkurse. Die Bedürfnisse der Wirtschaft sind dabei zu berücksichtigen.

Die Teilnahme am Arbeitsmarkt setzt für uns die Bereitschaft voraus, die Werte des Grundgesetzes zu leben und Teil unserer Gesellschaft sein zu wollen. Deshalb bleibt es Aufgabe des Staates, Aufenthaltskriterien zu formulieren, einzufordern, zu überprüfen und die daraus resultierenden Konsequenzen zu ziehen.

Die 3+2 Regelung ermöglicht einer geduldeten Person einen gesicherten Aufenthaltsstatus für die Zeit einer Ausbildung (meist drei Jahre) und im Anschluss für weitere zwei Jahre, um in dem gelernten Beruf tätig zu sein. Inzwischen laufen die ersten dieser Duldungen ab. Für diese Fälle wollen wir einen nahtlosen Übergang in einen dauerhaften Aufenthaltsstatus und so eine Integration in den Arbeitsmarkt ermöglichen. Dies muss einheitlich in allen Städten und Kommunen des Landes erfolgen.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie Qualifizierung

Für uns dient die Vereinbarkeit von Familie und Beruf nicht allein dem Arbeitsmarkt, sondern soll die Entscheidung junger Menschen für eine Familiengründung bestärken. Für uns bleibt die Wahlfreiheit im Fokus. Mütter und Väter sollen sich für den Beruf genauso wie für Kindererziehung entscheiden können. Dafür schaffen wir die Rahmenbedingungen.

Familie ist ein gesellschaftlicher Wert. Wer sich für diese entscheidet, darf keine beruflichen Nachteile haben. Wir wollen die Berufstätigkeit beider Elternteile ermöglichen und leisten so einen Beitrag zur Gleichstellung. Die Möglichkeit, eine Berufsausbildung in Teilzeit absolvieren zu können, kommt familiären Bedürfnissen entgegen. Wir wollen für die Intensivierung solcher Angebote sorgen.

Eine gute Infrastruktur in der Kinderbetreuung ermöglicht es Eltern, berufstätig zu sein.

Für eine Berufstätigkeit der Eltern kann eine flexible Betreuung in Randzeiten wichtig sein. Diese ist mit den Beteiligten abzustimmen, da die Bedarfe vor Ort unterschiedlich sind. Wir empfehlen entsprechende Kooperationen zwischen den Trägern und den Betrieben.

Ein Ausbau der Betreuungskapazitäten braucht Personal. Deshalb entlasten wir pädagogische Fachkräfte durch den Einsatz von Alltagshelferinnen und Alltagshelfern und haben in den vergangenen fünf Jahren 25.000 zusätzliche Ausbildungsplätze für Erzieherinnen und Erzieher geschaffen. Zur weiteren Entlastung werden wir neue Zugangswege für Quereinsteiger ermöglichen. Wir wollen pädagogische Berufe gleichermaßen für Frauen und Männer attraktiv machen.

Der hohe zeitliche Einsatz für die Pflege von Angehörigen wirkt sich oft negativ auf die Karrierechancen aus. Das betrifft meist Frauen. Wir wollen eine bessere Vereinbarkeit von Pflege und Beruf. Da die pflegenden Angehörigen das staatliche Gesundheitssystem maßgeblich entlasten, werden wir uns beim Bund dafür einsetzen, dass die häusliche Pflege stärker bei der Rente berücksichtigt wird.

„Subworx“ gewinnt Düsseldorfer Gründerpreis

Im Düsseldorfer „Townhouse“, einem Hotel und Tagungszentrum mitten in der Stadt, wurde der Award durchgeführt.

Prämierung der besten Gründungsidee beim NEXT Award Düsseldorf 2022: Das Team von „Subworx“ konnte sich im Townhouse gegen seine vier Konkurrenten durchsetzen und wurde von Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller ausgezeichnet.

Der NEXT Award Düsseldorf ist ein Wettbewerb für Gründungsinteressierte mit einer Geschäftsidee. In fünf Pitches stellten die Teilnehmenden diese einer fünfköpfigen Expertenjury vor. Im Geschäftsmodell von „Subworx“ hilft das Team Unternehmen bei dem IT-Fachkräftemangel, indem es eine Business-to-Business-Plattform schafft, um IT-Sourcing-Unternehmen und Unternehmen mit IT-Bedarf zusammen zu bringen. Dafür kürte die Jury „Subworx“ zum Sieger in der Kategorie „Bestes Geschäftsmodell“ und belohnte es mit einem Gutschein im Wert von 10.000 Euro für die Gründung des eigenen Startups. Mit seiner Präsentation überzeugte „Subworx“ nach einem Publikumsvoting zudem auch in der Kategorie „Bester Pitch“ und erhält dafür einen weiteren Gutschein im Wert von 3.000 Euro.

Hintergrund
Der NEXT Award Düsseldorf wurde von der Wirtschaftsförderung konzipiert und fand im vergangenen Jahr in der Startup-Woche 2021 erstmals statt. Der NEXT Award ist ein Wettbewerb, ähnlich wie ein Businessplan-Wettbewerb. Ziel ist es, Startups in ihrer Ideenphase zu fördern. Gründungsinteressierte sollen inhaltliche Orientierung bekommen und in das Startup-Netzwerk eingeführt werden.

Im Rahmen des Wettbewerbs konnten Gründungsinteressierte an drei Workshops teilnehmen, um die eigene Geschäftsidee weiterzuentwickeln. Dabei wurde das Business Model Canvas (BMC) als Methode eingesetzt, um das Geschäftsmodell zu visualisieren und zu testen. Im Anschluss daran wurden die fünf besten Ideen aus allen Einreichungen gemeinsam mit der Jury ausgewählt. Die Teams hinter den Ideen erhielten zur Vorbereitung für den Tag der Prämierung ein exklusives Pitch-Coaching.

Zu der Expertenjury gehörten Marina Mann, Gründerin und CEO von Financery, vertreten durch Jana Schandua, Gründerin von Granny Angel, Sasha Poggemann, Gründer und Chief Operating Officer von Cognigy, Dr. Ole Martin, Gründer und Geschäftsführer von dermanostic, Reinhard Gröne, Business Angel und Vorstand von Angel Engine, und Peter Hornik, Business Angel und Geschäftsführer von Digihub Düsseldorf Rheinland.

„Lionsclub Carlsplatz“ und Stadt vergeben zum siebten Mal Integrationspreis

Integrationspreis 2022: Miriam Koch, Dezernentin für Kultur und Integration (l.), mit den Ausgezeichneten und Vertretern des Lions Club Düsseldorf Carlstadt, Foto: Michael Gstettenbauer.

Der Lions Club Düsseldorf-Carlstadt und die Landeshauptstadt Düsseldorf haben den Integrationspreis für herausragende Leistungen zur Förderung von Teilhabechancen in der Pandemie vergeben.

Miriam Koch, Dezernentin für Kultur und Integration, Dr. Lambert Pechan, Vorsitzender des Hilfswerkes des Lions Clubs Düsseldorf-Carlstadt und Mark Lammerskitten Activity Beauftragter des Clubs, nahmen gemeinsam im Düsseldorfer Rathaus die Preisverleihung vor.

Der Lions Club Düsseldorf-Carlstadt stattet den Düsseldorfer Integrationspreis mit Preisgeldern von insgesamt 11.000 Euro aus. Die Landeshauptstadt Düsseldorf ergänzt diesen um weitere 1.000 Euro.

Dr. Konstantin von Busekist, Präsident des Lions Club Düsseldorf-Carlstadt: „Wir haben das Thema Integrationsarbeit bewusst als einen Schwerpunkt in unserer Arbeit gewählt. Gerade auch in schwierigen Zeiten wie einer Pandemie ist die wirksame Unterstützung von wegweisender Bedeutung.“

Mit einem ersten Preis in Höhe von 5.000 Euro wird das Atrium als Kontakt- und Beratungsstelle für Eingewanderte mit psychischen Belastungen gewürdigt. Diese Arbeit hat dazu beigetragen, dass Geflüchtete darin begleitet werden, auch in subjektiv als unsicher empfundenen Zeiten wieder ein grundlegendes Gefühl für Stabilität und Sicherheit zu entwickeln. Die während der Pandemie aktiv angepassten Angebote umfassen eine offene Beratung, Beratung für psychisch belastete junge Migrantinnen und Migranten, Familienberatung, ergotherapeutische Kreativgruppen, Online Vorträge sowie Aufsuchende Angebote an unterschiedlichen Orten. Die AWO Vita gGmbH wurde in dieser Arbeit durch diverse aktive Kooperationspartner wie den Landschaftsverband Rheinland, die Graf-Recke-Stiftung, das Gesundheitsamt, das Kulturamt sowie durch das Amt für Migration und Integration von Anfang an unterstützt.

Einen zweiten Platz in Höhe von 3.000 Euro erhält das Projekt Frieda des Vereins Königinnen und Helden e.V. für seine Stadtteilarbeit in Oberbilk. Die Projektarbeit von Frieda wurde je nach Stand der Pandemie angepasst: von Einzelberatung über Mappen für Seniorinnen und Senioren sowie Jugendlichen im Stadtteil bis zu Angeboten im Freien. Mittlerweile haben die regulären Begegnungsangebote und Angebote für Frauen wieder ihre Arbeit in den Räumlichkeiten des Vereins aufgenommen.

Der dritte Preis wurde zweimal vergeben: Mit einem dritten Preis in Höhe von 1.000 Euro wird das Projekt Lernorte des Jugendmigrationsdienstes der Diakonie prämiert. Es bietet Schülerinnen und Schüler der internationalen Förderklassen einen geschützten Raum, um ihre Deutschkenntnisse zu verbessern. Dazu kooperiert das Projekt mit der Jugendfreizeiteinrichtung Franklin 5 und der Heinrich-Heine-Universität.

Einen zweiten dritten Preis in Höhe von 1.000 Euro enthält das Projekt Karriere Talk des Düsseldorfer Aktiv Net e.V. Im Rahmen dieses Projektes informieren Expertinnen und Experten der IHK, der lokalen Wirtschaft, des Jobcenters und der Hochschule Düsseldorf über arbeitsmarktrelevante Themenstellungen.

Mit einem Sonderpreis würdigte die Jury die Initiativgruppe LUNA. Sie hat eine Messenger Gruppe für alle ukrainischen Geflüchteten aufgebaut und liefert Informationen zur Erstorientierung. Weiterhin bietet sie Angebote zur gesellschaftlichen Teilhabe in Düsseldorf, zum Beispiel auch über ehrenamtliche soziale Aktivitäten. Dieser Sonderpreis ist mit 2.000 Euro dotiert.

Miriam Koch, Dezernentin für Kultur und Integration, bedankt sich bei den Preisträgerinnen und Preisträgern herzlich für ihr Engagement: „Die Landeshauptstadt Düsseldorf verpflichtet sich mit ihrem gesamtstädtischen Integrationskonzept, gleiche Teilhabechancen für alle Einwohnerinnen und Einwohner zu realisieren. Die Düsseldorfer Zivilgesellschaft leistet dafür unverzichtbare Impulse.“

Dr. Lambert Pechan, Vorsitzender des Hilfswerkes des Lions Club Düsseldorf-Carlstadt, freut sich über die vielen eingereichten Projekte. „Für die Jury war es wichtig, dass die prämierten Projekte nachhaltige Impulse setzen. Dafür gratulieren wir den Preisträgerinnen und Preisträgern. Bedanken wollen wir uns aber ausdrücklich bei allen Migrantenorganisationen, dass sie neu eingewanderte Menschen unterstützen und zu einer vielfältigen Düsseldorfer Gesellschaft beitragen.“

Ökoprofit: Neue Staffel gestartet

Mit 16 Düsseldorfer Betrieben – und damit so vielen wie nie zuvor – ist das Programm Ökoprofit am Donnerstag, 3. November, in eine neue Runde gestartet. Umweltdezernent Jochen Kral (vorne: 6.v.l.) bei der offiziellen Begrüßung der Teilnehmenden. Foto: Ingo Lammert

Mit 16 Düsseldorfer Betrieben, städtischen Ämtern und Verbänden ist das Programm Ökoprofit mit einer feierlichen Auftaktveranstaltung im Plenarsaal des Düsseldorfer Rathauses in eine neue Runde gestartet. Ökoprofit hilft Betrieben die Umwelt zu entlasten, wertvolle Ressourcen zu sparen, sowie Kooperationen zu gründen. Das Programm ist Bestandteil des Düsseldorfer Klimaschutzprogramms und wird gefördert durch das Land NRWund die Landeshauptstadt Düsseldorf.

In gemeinsamen Workshops und individuellen Beratungen vor Ort in den Unternehmen wird den Teilnehmenden ein praxisnaher Einstieg ins Umwelt- und Klimamanagement geboten. Das Programm Ökoprofit unter Trägerschaft des Amtes für Umwelt- und Verbraucherschutzes und des Amtes für Wirtschaftsförderung, bietet ein starkes Netzwerk mit intensivem Erfahrungsaustausch und Wissenstransfer rund um eine nachhaltige Unternehmensführung. Der Fokus liegt auf den Gebieten „Energie sparen“ und „Ressourcen schonen“, sowie der Senkung der Betriebskosten.

Jochen Kral, Beigeordneter für Mobilität und Umwelt der Landeshauptstadt, gab den offiziellen Startschuss für die gemeinsame Staffel. Anschließend richteten Theresa Winkels, Leiterin des Amtes für Wirtschaftsförderung, und Thomas Loosen, Leiter des Amtes für Umwelt- und Verbraucherschutz, Grußworte an die teilnehmenden Betriebe.

Das Netzwerk als Impulsgeber ist ein wichtiger Bestandteil des Ökoprofit-Programms. Der frisch zertifizierte Düsseldorfer Malereibetrieb Franz Menke GmbH gab bei der Auftaktveranstaltung Einblicke und teilte seine Erfahrungen mit den angehenden Ökoprofit-Betrieben und setzte so neue Impulse. Menke hatte unter anderem durch die Anschaffung von Elektro- und Erdgas-Fahrzeugen, einem speziellen Waschsystem für Farbwalzen und Pinsel, sowie der Umrüstung auf Bewegungsmelder in Werkstatt und Lager jährlich rund 8,2 Tonnen Kohlendioxid (CO2), und 5,6 Kubikmeter (m3) Wasser einsparen können.

Übersicht über die Teilnehmenden der 8. Staffel Ökoprofit-Düsseldorf

  1. Autozentrum Josten e.K. (Kfz-Vertrieb)
  2. Brilliant Vermögensverwaltung für den Mittelstand GmbH (Finanzberatung)
  3. Caritasverband Düsseldorf e.V. (Wohlfahrtsverband)
  4. Deutscher Journalisten-Verband Landesverband NRW e.V. (Berufsverband)
  5. Diakonie Düsseldorf e.V. (Campus Holthausen) (Sozialeinrichtung)
  6. Düsseldorf Marketing und Tourismus GmbH
  7. IN VIA, Luisenheim e.V. (Sozialeinrichtung)
  8. Josef van Treeck GmbH (Elektrotechnik, Haustechnik)
  9. Jugendring Düsseldorf e.V. (Gemeinnützige Organisation)
  10. Just Spices GmbH (Gewürzhandel)
  11. KEBO – KELLER & BOHACEK GmbH & Co. KG (Chemische Erzeugnisse)
  12. Lebenshilfe Düsseldorf e.V. (Sozialverband)
  13. Rechtsamt, Stadt Düsseldorf (Behörde)
  14. Schulz & Sohn GmbH Chemische-Erzeugnisse (Chemische Erzeugnisse)
  15. Sportamt, Stadt Düsseldorf (Behörde)
  16. Tourismus NRW e.V. (Touristischer Dachverband NRW)

Das Programm Ökoprofit wird deutschlandweit in mehr als 110 Städten und Kreisen angeboten, mit mehr als 200 Staffeln alleine in Nordrhein-Westfalen. In Düsseldorf sind seit 2008 69 Betriebe im Rahmen von Ökoprofit zertifiziert worden. Seit Einführung des Programms konnten über 32.000.000 Kilowattstunden Energie, 100.000 m3 Wasser und 200 Tonnen Abfall eingespart werden. Dieses entspricht in etwa die Vermeidung von 14.000 Tonnen CO2 Emissionen.

Ein Jahr nach der Eröffnung: Die neue Zentralbibliothek feiert Geburtstag – Eröffnung des „Düsseldorfer Lesefestes“ findet ebenfalls im KAP1 statt

Ein Jahr Zentralbibliothek im KAP1: OB Dr. Keller (2.v.l.), Miriam Koch(l.), Dezernentin für Kultur und Integration, Dr. Norbert Kamp, Direktor der Stadtbüchereien und Martina Leschner, stellvertretende Leiterin der Zentralbibliothek
© Landeshauptstadt Düsseldorf/Michael Gstettenbauer

Am morgigen Sonntag feiert die neue Düsseldorfer Zentralbibliothek KAP1 ihren einjährigen Geburtstag. Dazu wird es ein buntes Programm mit Lesungen, Kultur und Musik geboten. Oberbürgermeister Stephan Keller freut sich, dass es so viele Menschen bereits in die Bücherei am Hauptbahnhof gezogen hat. Mittlerweile zählt die Bibliothek rund eine Million Besucherinnen und Besucher. Auch das „Düsseldorfer Lesefest“ wird am 14. November im KAP1 eröffnet. Mehr Infos dazu unter: www.leseban.de.

Zum Geburtstag kann die Zentralbibliothek richtig feiern: Im ersten Jahr konnte sie im KAP1 rund 1.000.000 Besucherinnen und Besucher zählen.

Im Rahmen eines Pressegesprächs haben Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller, Miriam Koch, Dezernentin für Kultur und Integration, Dr. Norbert Kamp, Direktor der Stadtbüchereien und Martina Leschner, stellvertretende Leiterin der Zentralbibliothek, Bilanz gezogen.

Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller: „Auf die neue Zentralbibliothek im KAP1 können wir außerordentlich stolz sein.Wir haben hier eine moderne Bibliothek des 21. Jahrhunderts geschaffen, die mit ihren vielfältigen Angeboten Maßstäbe setzt. Ich freue mich, dass sie als Kultur- und Bildungszentrum mitten im Herzen der Stadt bereits im ersten Jahr 1.000.000 Besucherinnen und Besucher begrüßen konnte.“

Die neue Zentralbibliothek vor dem Hauptbahnhof hat viele Interessierte angelockt. Zudem kamen zahlreiche Fachbesucherinnen und -besucher aus dem Umland, aus ganz Deutschland und aus dem Ausland. Insgesamt 1.374.380 Ausleihen verzeichnete die Zentralbibliothek im letzten Jahr. Rund 7.000 Menschen meldeten sich neu an, hinzu kommen 1.300 Online-Anmeldungen für das Gesamtsystem. Innerhalb eines Jahres fanden 824 Veranstaltungen, 298 Führungen und 6 Ausstellungen statt. Sehr gut angenommen werden die erweiterten Öffnungszeiten. Sonntags kommen im Schnitt 2.200 Besucherinnen und Besucher in die Zentralbibliothek.

Vielfältige Möglichkeiten in der neuen Zentralbibliothek
Mit dem KAP1 ist ein kultureller Ort der Begegnung im Zentrum der Landeshauptstadt entstanden. Die verschiedenen dort verorteten Institutionen wie die Zentralbibliothek oder das FFT bieten nicht nur Bildungs- und Kulturangebote, sondern schaffen zudem einen Raum für Begegnungen und Austausch.

Miriam Koch, Dezernentin für Kultur und Integration: „Bildung und kulturelle Angebote sind essentiell für eine Stadtgesellschaft und für eine gelingende Integration. Die Zentralbibliothek im KAP1 bietet beides und ist darüber hinaus ein Ort des Miteinanders und der Begegnung mit ausgesprochen hoher Aufenthaltsqualität.“

Konzeptionell ist die neue Zentralbibliothek als Herz sowie als Hirn geplant worden – die erste Ebene mit Belletristik, Kinderbücherei, Jugendbücherei und LibraryLab, die zweite Ebene mit der Sachliteratur. Ihre Seele wurde der Zentralbibliothek aber erst durch die Begegnungen zwischen den Menschen eingehaucht. Eine Kinderbibliothek, eine eigene Jugendbibliothek, das LibraryLab, 14 Veranstaltungsräume, Gruppenarbeitsräume, Studios, das Bibliothekscafé „Xafé“ und der Dachgarten bieten vielfältige und attraktive Möglichkeiten. Besonders häufig wird die neue Zentralbibliothek von Familien mit Kindern besucht. Insbesondere an den Wochenenden erobern sie die Kinderbibliothek. Schülerinnen und Schüler sowie Studierende nutzen die vielen Arbeitsplätze und Lernboxen der Zentralbibliothek, um alleine oder in Gruppen zu lernen.

Die Besucherinnen und Besucher finden in der neuen Zentralbibliothek einen Ort zum Stöbern, Zeitunglesen, Lernen, Unterhalten, Innehalten, Kaffee trinken – und sogar Heiraten. „Wir sind glücklich, dass wir mit der neuen Zentralbibliothek einen offenen und freundlichen Raum in der Stadt schaffen konnten, an dem sich so viele Menschen wohl fühlen“, betont Dr. Norbert Kamp, Direktor der Stadtbüchereien Düsseldorf.

Jubiläumsprogramm
Ein Jahr nach der Eröffnung lädt die neue Zentralbibliothek im KAP1 am Sonntag, 6. November, von 13 bis 18 Uhr zu einem Tag der offenen Tür ein. Zum einjährigen Bestehen werden Interessierte mit kleinen Häppchen Musik, literarischen Schnipseln sowie klugen und witzigen Interventionen von Slam-Poeten beschenkt:

  • Heftig-humorvolles Literatainment im Freiraum mit den Slam-Poeten der Düsseldorfer Lesebühne „Unter Elchen“ (14 und 15 Uhr) und der Slam-Poetin Antje (13.30 und 16.30 Uhr).
  • Mitmachaktionen in der Kinder- und Jugendbibliothek: Glitzertattoos, Sami der Lesebär und Kleinkunst
  • Digitales Schnuppern im LibraryLab mit VR-Brillen, 3D-Druck und Retrogaming
  • Musikalisches Wandelkonzert des Düsseldorfer Toy Piano Festivals in der ganzen Bibliothek mit kleinen und großen Klavieren und Gästen (15.30 Uhr)
  • Spannendes im „esKAPe Room“ sowie mit dem Team „Vier Null“, dem Düsseldorfer True Crime Podcast (16 Uhr)
  • Insider-Führungen durch das Backoffice der Zentralbibliothek
  • Einblicke in die Arbeit des Literaturbüros NRW e.V. im Forum
  • Auch das FFT öffnet seine Räume für kleine und große Besucherinnen und Besucher. Hier gibt es Führungen durch die Theaterräume und Aktionen für Kinder.

Broschüre dokumentiert Entwicklung des KAP1
Um die Planung, das Konzept, die Entwicklung und das Ergebnis der neuen Zentralbibliothek zu dokumentieren und anschaulich darzustellen, wurde die 85-seitige Broschüre „Menschen Medien Möglichkeiten. Die Zentralbibliothek Düsseldorf im KAP1“ erstellt und zum einjährigen Geburtstag veröffentlicht. Die Broschüre stellt die Bibliothek der Zukunft vor, zeigt die Möglichkeiten der Zentralbibliothek als Lernort, Leseinsel und Labor. Sie stellt die beteiligten Planerinnen und Planer, Architekten und Architektinnen vor, die das ehemalige Postamt zum Kulturhotspot entwickelt haben und sie gibt einen Einblick in die Geschichten und die Logistik des Umzugs der Zentralbibliothek.

Die neue Zentralbibliothek im KAP1 auf einen Blick:

  • 600 Arbeitsplätze
  • 60 PC Arbeitsplätze
  • Freies WLAN
  • 13 Gruppenarbeitsräume
  • 14 Veranstaltungsorte
  • Bibliothekscafé Xafé
  • 8.000 Publikumsfläche
  • Viel Platz für Begegnung und Kultur
  • Transparenz
  • 74 Öffnungsstunden
  • 7 Tage/Woche geöffnet
  • 2.000 Steckdosen
  • 1.000.000 Besucherinnen und Besucher in 12 Monaten

Ein Video zu diesem Thema wird im Laufe des Tages auf YouTube veröffentlicht unter: www.youtube.com/stadtduesseldorf

DIGITALK der Unternehmerschaft Düsseldorf zur studienintegrierenden Ausbildung der FOM am Max-Weber-Berufskolleg

Seit dem Schuljahr 2021/22 bietet die FOM Hochschule in Kooperation mit dem Düsseldorfer Max-Weber-Berufskolleg für den Ausbildungsberuf „Kaufmann/-frau für Büromanagement“ erstmalig eine ganz neue Zusatzqualifikation an: SiA, was für „studienintegrierende“ Ausbildung steht.

Mit diesem Angebot soll vor allem die Attraktivität dieser kaufmännischen Ausbildung gesteigert werden und hierdurch eine besondere Zielgruppe für die Ausbildung erreicht werden: Leistungsorientierte Nachwuchskräfte für Ihr Team!

Wofür SiA im Detail steht und wie flexibel es sich umsetzen und anwenden lässt, erfahren Sie in unserem kommenden DigiTalk:Ausbildung. HERZLICHE EINLADUNG! Link: ZUR ANMELDUNG BITTE HIER KLICKEN!

Leitet das Düsseldorf Max-Weber-Berufskolleg: Sabine von Zedlitz-Neukirch

Warnstreiks in der Düsseldorfer Metall- und Elektroindustrie sollen auch in der kommenden Woche fortgesetzt werden

RA Michael Grütering, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes der Düsseldorfer Metall- und Elektroindustrie, vertritt die Düsseldorfer Betriebe im aktuellen Tarifkonflikt mit der IG Metall.

In der Düsseldorfer Metall- und Elektroindustrie rumort es gewaltig. Nach dem die Friedenspflicht beendet ist, kommt es auch in Düsseldorf immer wieder zu Warnstreiks, beispielsweise gestern im Sprinter-Werk in Rath. In der kommenden Woche sollen Betriebe im Düsseldorfer Süden bestreikt werden. 

Die Arbeitgeberseite hat bereits einen fairen Kompromissvorschlag vorgelegt, doch die Gewerkschaft beharrt auf den nicht realisierbaren 8 Prozent. Unser Vorschlag sieht die vollständige Ausschöpfung der vom Gesetzgeber geschaffenen Möglichkeit einer steuer- und abgabenfreien Inflationsausgleichsprämie in Höhe von 3.000 Euro vor. Ein Vorschlag, der zu einer gerechten Verteilung der Belastungen von Betrieben und Beschäftigen beiträgt.

Auch eine Tabellenerhöhung ist durchaus möglich. Ein näher beziffertes Angebot können wir aber erst unterbreiten, wenn wir von der IG Metall eine verlässliche Zusage zu einer entsprechend langen Laufzeit haben.

Egbert Neuhaus, unser stellvertretender NRW-Verhandlungsführer, sagt dazu: „Mit Blick auf die von Tag zu Tag schlechter werdende wirtschaftliche Situation brauchen unsere Unternehmen nun schnell und langfristig Planungssicherheit. Wir haben immer betont, angesichts der exorbitanten Preissteigerungen insbesondere für Energie Verständnis für die Sorgen unserer Beschäftigten zu haben. Dem wollen wir mit unserem Angebot Rechnung tragen.

Die wirtschaftliche Situation in den Düsseldorfer Betrieben ist sehr unterschiedlich. Allerdings befinden sich zahlreiche Betriebe in einer sehr schwierigen Situation, beispielsweise wenn man die Autoproduktion, an Automobilzulieferer, an die Gießereien und an die Unternehmen denkt, die auch intensiv im Außenhandel unterwegs sind.

In dieser sehr komplexen Situation bedeuten 3.000 EUR steuer- und abgabenfrei beispielsweise für die Beschäftigten in den unteren Entgeltgruppen ein Lohnplus, das mehr als zehn Prozent eines Jahresverdiensts entspricht. In der Entgeltgruppe 7 (Facharbeiter) entspricht das Nettoplus immer noch mehr als acht Prozent eines Jahresverdiensts.

Die Gewerkschaft spricht selbst davon, dass die Lasten angesichts der enormen Herausforderungen für Betriebe und Beschäftigte fair verteilt werden müssten. Ihre Forderung nach acht Prozent mehr für zwölf Monate zielt jedoch darauf ab, die Belastungen für die Beschäftigten vollständig zu kompensieren – zu Lasten der Betriebe, die genauso unter stark gestiegenen Kosten leiden. Denken wir nur an die Energiekrise, an die unterbrochenen Lieferketten und an die zahlreichen Produktionsausfälle durch fehlendes Material. Ganz zu schweigen von den von Tag zu Tag extrem steigenden Materialpreisen.

Wir rutschen aktuell in eine tiefe Rezession, haben also kein Wachstum, das es zu verteilen gibt. Deshalb müssen wir auch die Belastungsgrenzen unserer Betriebe fest im Blick behalten. Unser Vorschlag ist daher ein kluger Kompromiss, der unsere Beschäftigten entlastet, aber auch unsere Firmen nicht überfordert. Wir müssen diese schwierige Zeit gemeinsam durchstehen.

Rheinmetall-Ladebordsteine – ein innovatives Ladelösungskonzept zur Förderung der E-Mobilität in Innenstädten und Ballungsräumen

Rheinmetall plant ein neues System für E-Autos in der Stadt. Im Bild der E-Sprinter, der in Düsseldorf gebaut wird. Das Rheinmetall-System leistet einen Lösungsbeitrag zur großen Herausforderung, insbesondere in Innenstädten und Ballungsräumen ausreichend Möglichkeiten zum Laden von Elektrofahrzeugen zur Verfügung zu stellen. Es wurde unter der Prämisse entwickelt, den Eingriff in den öffentlichen Raum möglichst auf ein Minimum zu reduzieren.

Der Düsseldorfer Technologiekonzern Rheinmetall hat auf der Fachkonferenz VDE E-Mobility Conference ein neuartiges Ladelösungskonzept für Elektrofahrzeuge vorgestellt. Die Rheinmetall-Ladebordsteine fügen sich nahezu unsichtbar ins Stadtbild ein und bieten Möglichkeiten, die Herausforderungen bestehender Ladesysteme – etwa hoher Platzbedarf, geringe Punktedichte, Verschlechterung des Stadtbildes und hohe Kosten – zu lösen.

Hierzu setzt die Rheinmetall-Entwicklung im Gegensatz zu anderen am Markt befindlichen Ladelösungen auf die Ertüchtigung und intelligente Nutzung vorhandener städtischer Infrastruktur. Durch Integration von Ladeelektronik in einen Bordstein wird dieser faktisch zur „Ladesäule“, ohne jedoch die für die anderen Verkehrsteilnehmer mit einer Ladesäule verbundenen Einschränkungen zu verursachen. Weiterhin lassen sich Elektrofahrzeuge hiermit direkt am Bordstein laden, ohne lange Kabel über Gehwege legen zu müssen.

Das Rheinmetall-System leistet einen Lösungsbeitrag zur großen Herausforderung, insbesondere in Innenstädten und Ballungsräumen ausreichend Möglichkeiten zum Laden von Elektrofahrzeugen zur Verfügung zu stellen. Es wurde unter der Prämisse entwickelt, den Eingriff in den öffentlichen Raum möglichst auf ein Minimum zu reduzieren.

Hintergrund: Schon zu Beginn des Elektromobilität-Booms wissen viele Städte und Kommunen kaum, wie ausreichend Flächen zur Errichtung von Ladeinfrastruktur bereitgestellt werden können – entsprechend sieht der Masterplan Ladeinfrastruktur II der Bundesregierung vom Oktober 2022 hier starken Handlungsbedarf. Gerade im innerstädtischen Raum sind freie Flächen knapp, sodass die Errichtung neuer Infrastruktur sehr häufig nur auf Kosten anderer Stakeholder im Straßenraum möglich ist. Das Ausweichen auf größere (Schnell-) Ladeparks am Stadtrand kommt hingegen für viele Konsumenten insbesondere aus Zeit- und Kostengründen nicht in Frage. Damit droht die Gefahr, dass der Hochlauf der Elektromobilität in Ballungsräumen ins Stocken gerät, bevor dieser richtig angefangen hat.

In den vergangenen Monaten hat ein Team des Rheinmetall Technology Centers intensiv an einer Lösung gearbeitet, bestehende städtische Infrastruktur zu ertüchtigen, ohne dabei Beschränkungen in der Ladepunktdichte in Kauf nehmen zu müssen, wie es z.B. bei Laternenladern der Fall ist. Das Ergebnis ist ein modularer Ladebordstein, der bis zu 22kW AC-Laden ermöglicht und per Open Charge Point Protocol (OCPP) in bestehende Backend-Systeme bzw. bereits vorhandene Ladesystemstrukturen integriert werden kann.

Bei der Entwicklung wurde der einfachen Nachrüstbarkeit und Wartung ein hoher Stellenwert beigemessen. So ist es möglich, komplette Straßenzüge oder Parkplätze für die Integration von Ladebordsteinen vorzubereiten und eine spätere Skalierbarkeit zu ermöglichen. Durch die Vorbereitung bzw. Erschließung größerer Flächen lassen sich u.a. hinsichtlich Planung, Bewilligung, Baumaßnahmen etc. Synergien erreichen, um Installationskosten zu reduzieren. Dafür werden sogenannte Dummybordsteine an den gewünschten Ladestandorten installiert. Das Elektronikmodul wird nachgerüstet, sobald der lokale Bedarf durch den Anstieg der Elektromobilität ausreichend hoch ist. Die Nachrüstung ist dabei in wenigen Minuten ausführbar – ebenso die Wartung, für die die Elektronikeinheit einfach entnommen werden kann. Die Systeme sind auf die Umweltbedingungen im Straßenraum ausgelegt, um eine lange Lebensdauer sicherzustellen.

Neben dem Laden am Straßenrand können weitere Nutzungsmöglichkeiten adressiert werden. Vom Laden beim Arbeitgeber über Außenstellplätze an Ein- oder Mehrfamilienhäusern bis hin zu Geschäftsparkplätzen bringt das System die notwendigen Funktionalitäten mit, um dem Nutzer ein einfaches, schnelles und komfortables Laden zu ermöglichen.

Da Sicherheit bei Rheinmetall Teil der DNA ist, werden die Systeme aktuell umfangreichen Langzeittests unterzogen, bevor diese erstmalig im Rahmen eines Pilotprojekts im öffentlichen Raum zum Einsatz kommen. Rheinmetall stellt mit der vorgestellten Lösung einen wichtigen Baustein bereit, um das Ziel von einer Million öffentlicher Ladepunkte in Deutschland bis 2030 erreichbar zu machen.

Noch 50 Tage bis Weihnachten: Händler hoffen auf Umsatzimpulse

Der Düsseldorfer Handel hofft auf Umsatzimpulse im Weihnachtsgeschäft. Im Augenblick sieht es „mau“ aus.

In 50 Tagen ist Weihnachten. Die bange Frage im Handel: Wie wirkt sich die Krise auf den Umsatz aus? Viele Händler rechnen damit, dass sich die Düsseldorferinnen und Düsseldorfer zurückhalten werden. Obwohl das Bild, dass wir in der Innenstadt erleben, ein anderes ist. Bereits am frühen Nachmittag füllen sich die Parkhäuser rund herum um KÖ und Schadowplatz stark und samstags scheint es besonders voll zu sein. Das KÖ-Bogen-Parkhaus war zuletzt teilweise ausgebucht (Foto unten).

Große Sorgen bereitet den Händler die Energiekrise. Deutlich geschwächt kommen viele Handelsbranchen aus den vergangenen beiden Pandemiejahren und stehen nun vor rasant steigenden Energiekosten bei zunehmend schlechter Konsumstimmung. Der nordrhein-westfälische Einzelhandelsverband (Präsident Michael Radau und Hauptgeschäftsführer Dr. Peter Achten) stellte kürzlich in Düsseldorf eine aussagekräftige Umfrage vor. Radau: „Wir sind in herausfordernden Zeiten!“

Gut die Hälfte der Händler (57%) berichtet laut Umfrage über eine deutlich geringere (39%) oder gar drastisch geringere (18%) Kundenfrequenz bei gleichzeitiger Strompreiserhöhung von durchschnittlich 87% und Wärmeenergiepreiserhöhung von 99%. „Das bedeutet, dass mitunter kerngesunde Unternehmen in eine Schieflage geraten, aus der sie alleine nicht mehr herauskommen!“, erläutert Achten. Und da kämen die aktuelle Kaufzurückhaltung und weitere Faktoren wie teurere Logistik etc. noch oben drauf.

Die Aktivität der Energiesparmaßnahmen im Handel ist indes enorm. Laut Umfrage planen vier von fünf (82%) Unternehmen individuelle Schritte zur Einsparung, jedes vierte beteiligt sich an gemeinschaftlichen Maßnahmen. Die Bandbreite reicht von kürzeren Beleuchtungs- oder sogar Öffnungszeiten über reduzierte Raumtemperaturen bis hin zur Stilllegung von Rolltreppen.

Wir dürfen also gespannt bleiben, wie sich das Weihnachtsgeschäft in Düsseldorf auswirken wird: entweder Daumen nach oben oder nach unten. Wir hoffen: nach oben!

Rheinmetall und 4iG gründen Gemeinschaftsunternehmen in Ungarn – Joint Venture erbringt IT-Dienstleistungen für den Technologiekonzern

Vorstand der Rheinmetall AG: Armin Papperger

Die Düsseldorfer Rheinmetall AG und die 4iG PLC haben ein IT-Joint-Venture in Budapest gegründet und damit einen weiteren Schritt in ihrer strategischen Zusammenarbeit vollzogen. 4iG ist mit 51% an der „Rheinmetall 4iG Digital Services LLC“ (R4) beteiligt, Rheinmetall hält die restlichen 49% der Anteile. Das Unternehmen wird ab dem Jahr 2023 IT-Dienstleistungen für die lokalen und globalen Tochtergesellschaften von Rheinmetall sowie potenziell auch für Dritte erbringen. Das neue Joint Venture ist für beide Seiten von Vorteil: Es stärkt die IT-Kompetenz von Rheinmetall und verschafft 4iG einen besseren Zugang zum globalen Markt für IT-Dienstleistungen.

Rheinmetall und 4iG arbeiten bereits seit Anfang 2022 eng zusammen. Die technologischen und regionalen Stärken sowie die gemeinsamen Wachstumsambitionen ergänzen sich ideal. Rheinmetall ist ein führendes Systemhaus in der Verteidigungsindustrie, wo der IT-Bedarf kontinuierlich steigt, und verfügt über eine starke Präsenz in Westeuropa – zwei potenzielle Wachstumsfelder für 4iG. 4iG wiederum ist ein führendes Unternehmen in der IT-Branche und verfügt über eine starke Präsenz in Ostmitteleuropa – zwei wichtige Wachstumsbereiche für Rheinmetall. Die strategische Partnerschaft zwischen den beiden Unternehmen ist daher ein logischer Schritt und hat nun einen weiteren wichtigen Meilenstein erreicht.

Aufgabe der Rheinmetall 4iG Digital Services LLC (R4) ist es, projekt- und betriebsbezogene IT-Dienstleistungen für die lokalen Rheinmetall-Tochtergesellschaften in Ungarn, aber auch weltweit zu erbringen. Basierend auf den geschäftlichen Anforderungen und Möglichkeiten plant das Unternehmen, den Umfang seiner Dienstleistungen für interne und auch externe Kunden schrittweise zu erweitern.

„Die Gründung dieses Joint Ventures ist nicht nur ein Bekenntnis zum Standort Ungarn“, erklärt Armin Papperger, Vorstandsvorsitzender der Rheinmetall AG, „es ist auch ein wichtiger Beitrag zur Stärkung der Kompetenz von Rheinmetall im Bereich der digitalen Technologien. Wir sehen in der Zusammenarbeit mit 4iG, insbesondere in diesem Joint Venture, ein großes Potenzial. Wir setzen auf eine starke und fruchtbare Zusammenarbeit, die für 4iG und Rheinmetall eine klare Win-Win-Situation darstellt.“

Gellért Jászai, Vorstandsvorsitzender der 4iG PLC: „Internationales Wachstum ist einer der Eckpfeiler der Geschäftsstrategie von 4iG und bestimmt die Entwicklung des Konzerns sowie unsere Geschäftsentscheidungen. Das von Rheinmetall und 4iG gegründete IT-Joint-Venture ist ein großer Schritt nach vorn, denn wir können nicht nur unsere Position im Bereich der digitalen Verteidigungsdienstleistungen stärken, sondern 4iG wird nach der Kooperation in Ungarn auch ein globaler Partner von Rheinmetall werden.“

Ergänzende Informationen:

Die in Budapest ansässige 4iG PLC ist Ungarns führender IT-Systemintegrator mit einem bedeutenden Anteil an den nationalen und regionalen Telekommunikationsmärkten. Das Unternehmen ist seit über 27 Jahren auf dem Markt für innovative, branchenunabhängige IT-Technologien tätig und hat in dieser Zeit seine Dienstleistungen und sein Portfolio kontinuierlich erweitert, um den sich ändernden Bedürfnissen und Anforderungen des IKT-Marktes gerecht zu werden. 4iG beschäftigt mehr als 6.900 Mitarbeiter. Als Anbieter eines breiten Spektrums an Lösungen ist das Unternehmen führend in den Bereichen Informationstechnologie, Telekommunikation, Satellitentelekommunikation und Entwicklung von Telekommunikationsinfrastrukturen. Das an der Budapester Börse notierte Unternehmen strebt eine dominierende Marktposition in einem breiten Spektrum von Informations- und Kommunikationsdienstleistungen in Ungarn, Ostmitteleuropa und dem westlichen Balkan an.

www.4ig.hu

Die börsennotierte Rheinmetall AG ist als integrierter Technologiekonzern mit mehr als 130 Jahren Erfahrung ein starkes, international erfolgreiches Unternehmen. Der Konzern mit Hauptsitz in Düsseldorf beschäftigt weltweit über 25.000 Mitarbeiter. Mit einem innovativen Produkt- und Dienstleistungsangebot und 210 Tochtergesellschaften ist Rheinmetall in 52 Ländern auf sechs Kontinenten präsent. Rheinmetall ist bewährter Partner der Streitkräfte zahlreicher Länder und auch in der zivilen Technik stark vertreten. So entwickelt und produziert Rheinmetall Produkte für die Automobilindustrie und andere Industriezweige. Für militärische Kunden entwickelt und produziert der Konzern Kampffahrzeuge, moderne Verteidigungssysteme, IT-Lösungen, Waffen und Munition. Der Umsatz der Rheinmetall AG lag im Jahr 2021 bei über 5,8 Milliarden Euro.

www.rheinmetall.com