Neuer BLOG-Beitrag: PAARE IM HOMEOFFICE BEKOMMEN MEHR KINDER

(cs) Früher hieß es: Kinder kommen, wenn die Umstände stimmen. Heute scheint es eher zu heißen: Kinder kommen, wenn das WLAN stabil ist. Eine neue Studie des IFO-Institut legt nahe, dass schon ein einziger Homeoffice-Tag pro Woche die Geburtenrate messbar anhebt. Vierzehn Prozent mehr Nachwuchs – das ist keine Kleinigkeit, sondern fast schon eine stille demografische […]

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Podcastfolge 196: Stipendium TidA – Talente in der Ausbildung

Christina Moeser Foto: Frank Wiedemeier

(ud) Die duale Ausbildung ist seit Jahrzehnten ein zentraler Pfeiler der deutschen Wirtschaft und gilt international als echtes Erfolgsmodell. Sie verbindet Theorie und Praxis, schafft Fachkräfte von morgen und bietet jungen Menschen hervorragende Karrierechancen. Dennoch standen Förderprogramme lange Zeit vor allem Studierenden offen – Auszubildende blieben oft außen vor. Genau hier setzt das Stipendium TidA – Talente in der Ausbildung –  gezielt an und setzt Auszubildende in den Fokus. In dieser Folge spricht Christina Moeser mit Cornelia Werner von der Stiftung der Deutschen Wirtschaft. Gemeinsam werfen sie einen Blick auf das Ausbildungsstipendium TidA – und damit auf die große Bedeutung von Auszubildenden für unsere Wirtschaft. Wir sprechen darüber, wie wichtig Engagement schon in der Ausbildung ist, welche Chancen Programme wie TidA eröffnen und warum die duale Ausbildung gerade heute ein entscheidender Erfolgsfaktor für Unternehmen und junge Menschen gleichermaßen ist. Diesen Podcast gibt es überall dort zu hören, wo es gute Podcasts gibt und aufwww.unternehmerschaft.de. Gemacht wird der Podcast von der Unternehmerschaft Düsseldorf in Kooperation mit den Streamboxstudios.

DÜSSELDORF BOOMT! Mega-Projekte, Milliarden-Pläne und so sieht die Zukunft der Rhein-Metropole aus

Quellen: Landeshauptstadt Düsseldorf, Midstad, Catella, die developer/UNStudio, MIPIM 2026

(cs) Unsere Stadt boomt. Dies zeigen eindrucksvoll auch die aktuellen Entwicklungen und Zukunftsprojekte des Wirtschaftsstandorts Düsseldorf

Innenstadt im Wandel: Lebendige Mischung statt monofunktionaler Flächen
Im Zentrum der Düsseldorfer Stadtentwicklungsstrategie steht die konsequente Weiterentwicklung zentraler Innenstadtlagen. Wohnen, Arbeiten, Handel und Kultur sollen näher zusammenrücken – und so eine wirklich lebendige Innenstadt entstehen lassen. Nachhaltige Entwicklung soll dabei kein Selbstzweck sein, sondern das Fundament für langfristige Wertbeständigkeit und stabile Perspektiven.

Leuchtturmprojekte dieser Strategie sind zwei besonders prominente Vorhaben: Die Tuchtinsel von Midstad an der Ecke Schadowstraße/Berliner Allee sowie das Mixed-Use-Projekt Kreuzstraße/Steinstraße der B & L Group in Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro ingenhoven associates.

Die Tuchtinsel hat dabei eine besondere Geschichte: Das Areal verdankt seinen Namen der traditionsreichen Düsseldorfer Kaufmannsfamilie Tucht und besteht aus drei zentral gelegenen Grundstücken, die wie eine Insel von der Berliner Allee umschlossen werden.

Midstad hat zuletzt die letzte Lücke im Ensemble geschlossen und bereitet nun ein kooperatives Wettbewerbsverfahren vor, in dem neben Fachplanerinnen und -planern auch Bürgerinnen und Bürger einbezogen werden sollen. Der offizielle Start des Wettbewerbs ist noch für dieses Jahr vorgesehen.

Drei Großprojekte, die Düsseldorf prägen werden
Neben diesen Leuchtturmprojekten der Innenstadt gibt es eine Reihe von Vorhaben, die den Stadtgrundriss in den kommenden Jahren spürbar verändern werden:

KöTower – Direkt an der Königsallee entsteht mit dem KöTower ein 17-geschossiges Bürogebäude, das die Tradition eines Bestandsobjekts aus den 1960er Jahren in ein nachhaltiges und zeitgemäßes Hochhaus überführt. Kurz vor Weihnachten 2025 erteilte die Stadt die Baugenehmigung, RKW Architektur+ fungiert dabei als Planer und zugleich als Ankermieterin. Mit 1.800 Quadratmetern begrünter Dachgärten, 200 verschiedenen Pflanzenarten und Photovoltaik wird hier eines der nachhaltigsten Gebäude der Düsseldorfer Innenstadt entstehen – mit Fertigstellung bis 2028.

LeCoeur – Das Hines-Projekt an der Königsallee, entworfen von RKW Architektur+ und Pickard Chilton, zählt bereits zu den architektonischen Highlights der aktuellen Stadtentwicklung. Ein flexibles Einzelhandels- und Bürogebäude, das den Anspruch der Kö an zeitgemäße urbane Qualität einlöst.

New Heart on the Block – Das Hochhausensemble von die developer und UNStudio, entwickelt mit einer Höhenstaffelung von 90 bis 120 Metern, soll als städtebauliches und architektonisches Wahrzeichen im Norden Düsseldorfs wirken. Der Nutzungsmix umfasst rund 37.000 Quadratmeter Büro- und Gewerbefläche sowie weitere Wohnflächen  – ein echter urbaner Knotenpunkt mit direktem Anschluss an Fußwege und Radwege am Kennedydamm.

Industrielle Stärke als Rückgrat der Wirtschaft
Düsseldorf versteht sich nicht nur als Metropole der Bürotürme und Promenaden. Auch industrielle Stärke bleibt ein wichtiger Baustein wirtschaftlicher Resilienz: Die Stadt setzt auf den Erhalt und die Modernisierung von Industrieflächen und schafft Entwicklungsperspektiven für internationale Unternehmen. Erweiterungsinvestitionen globaler Konzerne wie Mercedes Benz oder Komatsu Germany Mining unterstreichen dieses Vertrauen. Auch das frühere Valourec-Gelände gehört zu den Industrieflächen, die künftig zukunftssicher entwickelt werden sollen.

Infrastruktur und Mobilität als Werttreiber
Infrastruktur, Mobilität und digitale Vernetzung bilden das Fundament für Produktivität und internationale Wettbewerbsfähigkeit – mit dem Versprechen, den Standort Düsseldorf weiterhin effizient und gut erreichbar zu gestalten. Zugleich sollen neue Quartiere sozial ausgewogen und durchgrünt sein – eine Stadt, die ökonomisch stark ist und gleichzeitig menschliche Maßstäbe wahrt.

Kellers Botschaft: Flächen bekommen Bedeutung
Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller fasste die Strategie in klare Worte: „Wir transformieren Flächen in funktionierende Stadtbausteine und entwickeln Gebäude zu urbanen Ankerpunkten. Wir verbinden Infrastruktur mit Lebensqualität und sichern Wertschöpfung durch nachhaltige Qualität. Wir geben Flächen Bedeutung. Düsseldorf wächst, investiert und entwickelt sich weiter – mit einem klaren Bild davon, was eine zukunftsfähige Stadt ausmacht.”

Quellen: Landeshauptstadt Düsseldorf, Midstad, Catella, die developer/UNStudio, MIPIM 2026, RKW

CYCLINGWORLD EUROPE Urban Hub: Fahrradkultur mitten in der Düsseldorfer Innenstadt

(cs) Mit dem neuen Urban Hub der CYCLINGWORLD EUROPE kommt Europas Ausstellung „für feinste Fahrradkultur“ erstmals direkt in die Düsseldorfer Innenstadt. Vom 20. bis 22. März 2026 wird damit nicht nur das AREAL BÖHLER zum Treffpunkt der internationalen Bike-Szene – auch der Gustaf-Gründgens-Platz verwandelt sich an diesem Wochenende in ein lebendiges Zentrum rund um Fahrrad und E-Bike.

Direkt im Herzen von Düsseldorf – zwischen Düsseldorfer Schauspielhaus und Kö-Bogen II – erwartet Besucherinnen und Besucher ein abwechslungsreiches Programm mit Ausstellungsständen, Aktionen, Testmöglichkeiten und Entertainment. Ob E-Bike, Urban Mobility, Design oder Lifestyle: Der Urban Hub zeigt, wie vielfältig und modern Fahrradkultur heute sein kann.

Eingeladen sind Radfans, Marken, Händler und Stadtbewohner gleichermaßen – „zum Erleben, Testen und Entdecken“, heisst es in der Mitteilung an unsere Redaktion. Wer also Lust auf Probefahrten in urbaner Umgebung hat, neue Produkte kennenlernen oder einfach die besondere Atmosphäre der CYCLINGWORLD EUROPE erleben möchte, könnte hier genau richtig sein.

Mit dem Urban Hub bringt die CYCLINGWORLD EUROPE das, was sie ausmacht – Innovation, Design, Leidenschaft und Community – direkt dorthin, wo die Menschen sind: in die City.

Öffnungszeiten Urban Hub

  • Freitag, 20. März 2026: 12:00 – 18:00 Uhr
  • Samstag, 21. März 2026: 10:00 – 18:00 Uhr
  • Sonntag, 22. März 2026: 10:00 – 17:00 Uhr

Der Urban Hub ergänzt die parallele Ausstellung im AREAL BÖHLER (20.-22.03.2026) und bringt die Welt der modernen Fahrradkultur direkt ins urbane Leben der Stadt. Ein Treffpunkt für alle, die urbane Mobilität leben und erleben wollen.

Young Talents feiern Abschluss bei TEEKANNE

Foto: TEEKANNE/Social Media

(cs) Bei der Düsseldorfer Teemarke Teekanne, Mitglied in der Unternehmerschaft Düsseldorf, gehört sie zu den Höhepunkten des Jahres: die Abschlussfeier des Nachwuchsprogramms „Young Talents“. In diesem Jahr konnten insgesamt sechs junge Fachkräfte ihre Ausbildung beziehungsweise ihr duales Studium erfolgreich abschließen – ein wichtiger Schritt sowohl für die Absolventinnen und Absolventen als auch für das Unternehmen selbst. Teekanne berichtete zunächst in ihren Social-Media-Accounts darüber.

Drei der Nachwuchskräfte beendeten ihre technische Ausbildung bei der Tochterfirma Teepack. Die frisch ausgebildeten Industriemechaniker und Mechatroniker überzeugten dabei mit handwerklichem Geschick und großem Engagement während ihrer Ausbildungszeit.

Auch im kaufmännischen Bereich gab es Grund zum Feiern: Justin Schiffer schloss seine Ausbildung zum Industriekaufmann bei Teekanne mit einem herausragenden Ergebnis ab.

Ein besonderes Novum gab es in diesem Jahr im akademischen Nachwuchsprogramm. Erstmals erreichten zwei dual Studierende ihren Bachelorabschluss: Greta Brünger und Richard Mark S. Während ihres Studiums brachten sie sich bereits mit eigenen Initiativen ein.

So entstand unter anderem das Projekt „Campus Connect“, das in Zusammenarbeit mit regionalen Unternehmen aus Düsseldorf und Neuss sowie der FOM Hochschule für Oekonomie & Management (eine der grössten privaten Hochschule, deren Quelle bei den Arbeitgeberverbänden liegen) umgesetzt wurde. Darüber hinaus übernahmen die beiden eigenständig das Projektmanagement für den neuen Imagefilm des Young-Talents-Programms.

Für das Unternehmen zeigt sich damit einmal mehr, wie schnell sich junge Talente in den ersten Jahren ihres Berufslebens entwickeln können. Die steile Lernkurve und das Engagement des Nachwuchses seien jedes Jahr aufs Neue beeindruckend, heißt es aus dem Unternehmen. Umso größer ist die Freude darüber, viele der Absolventinnen und Absolventen auch künftig innerhalb der Teekanne-Welt begleiten zu können.

Quelle: TEEKANNE/Social Media

Zu hohe Kosten und Bürokratie: Arbeitgeber fordern Kurswechsel in der Wirtschaftspolitik

Oliver Zander Foto: GESAMTMETALL

(cs) Wenn man Bürokratie abbauen will, muss man auch Bürokraten abbauen, wenn man Wachstum will, muss man Reformen durchsetzen. Gesamtmetall-Hauptgeschäftsführer Oliver Zander rechnet damit, dass die M+E-Industrie dieses Jahr noch einmal viele Arbeitsplätze verliert. Im Gespräch mit den Zeitungen der Funke Mediengruppe redet er Klartext. Unserer Redaktion liegt das komplette Interview vor. Zander sieht Deutschland in einer tiefen Industriekrise. Um Arbeitsplätze und Wettbewerbsfähigkeit zu sichern, fordert er umfassende wirtschaftliche Reformen, weniger Bürokratie und Veränderungen bei Sozialabgaben, Arbeitszeit und Rentensystem.

Wichtigste Punkte des Interviews

1. Schwere Krise der Industrie

  • Die Branche befindet sich seit zwei Jahren in einer Rezession.

  • Seit 2018 sind bereits 270.000 Arbeitsplätze verloren gegangen.

  • 2026 könnten bis zu 150.000 weitere Jobs wegfallen.

  • Zander spricht von einer begonnenen Deindustrialisierung in Deutschland.

2. Deutschland verliert an Wettbewerbsfähigkeit

  • Gründe laut Zander:

    • hohe Energiekosten

    • hohe Unternehmenssteuern

    • hohe Sozialabgaben

    • zu viel Bürokratie

  • Dadurch werde zu wenig in Deutschland investiert.

3. Besonders betroffene Branchen

  • Automobilindustrie

  • Maschinenbau

  • inzwischen auch Elektroindustrie

  • Wachstum gibt es nur im Rüstungsbereich, der aber zu klein ist, um Verluste auszugleichen.

4. Arbeitsmarkt-Paradox

  • Trotz Fachkräftemangel steigen Arbeitslosenzahlen, weil Firmen wegen der schlechten Lage weniger einstellen.

  • Langfristig könnten durch viele Renteneintritte wieder Chancen für junge Menschen entstehen.

5. Kritik am Mindestlohn

  • Der Mindestlohn sei stark gestiegen (seit 2015 etwa +72 %).

  • Dadurch werde einfache Arbeit teuer und Anreize für Ausbildung sinken, so Zander.

6. Hohe Steuern und Abgaben

  • Viele Arbeitnehmer geben über 40–50 % ihres Einkommens ab.

  • Ohne Reformen könnten Sozialabgaben bis 2035 auf 50 % steigen.

7. Forderung nach Reformen
Zander fordert:

  • Bürokratieabbau (auch weniger Personal in Verwaltungen)

  • effizientere Sozialversicherungssysteme

  • stabile Sozialabgaben (max. 40 %)

  • höheres Renteneintrittsalter statt Rente mit 63

  • mehr Arbeitsstunden, um Wachstum zu fördern.

8. Politische Warnung

  • Viele Bürger seien frustriert über die wirtschaftliche Lage.

  • Die Regierung müsse schnell Reformen liefern, sonst wachse die politische Unzufriedenheit.

Quelle: GESAMTMETALL

Firmenpleiten auf Höchststand seit Jahren – Zahl der Insolvenzen steigt weiter

(cs) Die wirtschaftliche Lage vieler Unternehmen in Deutschland bleibt angespannt. Im Jahr 2025 haben die deutschen Amtsgerichte 24.064 beantragte Unternehmensinsolvenzen registriert. Das sind 10,3 Prozent mehr als im Jahr zuvor, wie das Statistisches Bundesamt unserer Redaktion in einer Presseinformation mitteilt.

Damit setzt sich ein deutlicher Trend fort: Bereits 2023 und 2024 war die Zahl der Firmenpleiten um jeweils mehr als 20 Prozent gestiegen. Zuletzt hatte es ähnlich viele Unternehmensinsolvenzen im Jahr 2014 gegeben. Während der Finanz- und Wirtschaftskrise 2009 lag der Wert sogar noch deutlich höher – damals meldeten 32.687 Unternehmen Insolvenz an.

Weniger Großinsolvenzen

Die Forderungen der Gläubiger aus den Insolvenzen beliefen sich 2025 auf rund 47,9 Milliarden Euro. Das ist weniger als im Jahr zuvor, als sie bei etwa 58,1 Milliarden Euro lagen.

Der Grund: 2025 gab es weniger sogenannte Großinsolvenzen mit Forderungen von mindestens 25 Millionen Euro. Die Zahl dieser großen Fälle sank um 15,6 Prozent. 2024 hatten mehrere wirtschaftlich bedeutende Unternehmen Insolvenz angemeldet und die Gesamtsumme der Forderungen entsprechend erhöht.

Transport- und Logistikbranche besonders betroffen

Besonders häufig betroffen waren Unternehmen aus dem Bereich Verkehr und Lagerei. Dort gab es 133 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen – der höchste Wert aller Branchen.

Ebenfalls stark betroffen waren:

  • das Gastgewerbe mit 108 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen
  • das Baugewerbe mit 104 Fällen
  • Dienstleister wie Zeitarbeitsfirmen mit 100 Insolvenzen

Insgesamt lag die durchschnittliche Insolvenzhäufigkeit in Deutschland bei 69 Fällen je 10.000 Unternehmen.

Auch zum Jahresende mehr Pleiten

Der Trend setzte sich auch im Dezember 2025 fort. In diesem Monat meldeten die Amtsgerichte 2.037 Unternehmensinsolvenzen – ein Anstieg von 13,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.

Die Forderungen der Gläubiger beliefen sich dabei auf 3,6 Milliarden Euro, nachdem sie im Dezember 2024 noch rund 5,8 Milliarden Euro betragen hatten.

Mehr Privatinsolvenzen

Nicht nur Unternehmen, auch Privatpersonen geraten häufiger in finanzielle Schwierigkeiten. Im Jahr 2025 wurden 77.219 Verbraucherinsolvenzen registriert – 8,4 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Allein im Dezember meldeten 6.278 Verbraucherinnen und Verbraucher Insolvenz an. Das entspricht einem Plus von 12,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Statistik zeigt nur einen Teil der Geschäftsaufgaben

Die Insolvenzstatistik erfasst allerdings nur Unternehmen, die tatsächlich ein Insolvenzverfahren durchlaufen. Geschäftsaufgaben aus anderen Gründen, etwa freiwillige Betriebsschließungen oder frühzeitige Geschäftsaufgaben vor finanziellen Problemen, werden darin nicht berücksichtigt.

Trotzdem zeigt die Entwicklung klar: Die wirtschaftliche Lage bleibt für viele Betriebe schwierig – und die Zahl der Insolvenzen steigt weiter.

Hidden Champion aus Düsseldorf: Spezialchemie für Kaffeemaschinen auf Wachstumskurs

Screenshot: Christoph Sochart

(cs) Auf Wachstumskurs befindet sich Hidden Champion Schulz & Sohn. Das Düsseldorfer Großhandelsunternehmen (Mitglied der Unternehmerschaft Düsseldorf) hat sich auf Reinigungsmittel für Kaffeevollautomaten spezialisiert – etwa Tabletten, Pulver und Flüssigreiniger zum Entfetten und Entkalken.

Die Produkte werden speziell für Maschinen großer Hersteller entwickelt, darunter Thermoplan, Franke Coffee Systems und Eversys. Die RHEINISCHE POST porträtiert in der heutigen Ausgabe (14.03.2026). Wir fassen den Text von Redakteur MAXIMILIAN NOWROTH an dieser Stelle zusammen.

Nowroth schreibt in seinem Artikel, dass Erfolg des Familienunternehmens hängt auch mit dem weltweiten Boom von Kaffee zusammen. Systemgastronomen wie Starbucks und McDonald’s nutzen Maschinen dieser Hersteller – und damit indirekt auch Reinigungsmittel „Made in Düsseldorf“. Verkauft werden sie allerdings als sogenannte Private-Label-Produkte unter dem Namen der jeweiligen Maschinenhersteller.

Aus einem kleinen Chemiehändler ist so ein international erfolgreicher Spezialanbieter geworden. Heute beschäftigt das Unternehmen mehr als 100 Mitarbeitende und erzielt rund 20 Millionen Euro Umsatz jährlich, berichtet die Zeitung.

Die Nachfrage wächst weiter: Bis zum Ende des Jahrzehnts könnte sich der Umsatz verdoppeln, langfristig sogar verdreifachen. Um das Wachstum zu bewältigen, hat Schulz & Sohn eine neue 2000-Quadratmeter-Halle im Gewerbepark am Höherweg angemietet.

Neben Kaffee denkt das Unternehmen bereits an neue Geschäftsfelder – etwa Reinigungssysteme für Maschinen, die Getränke wie Matcha oder Tee automatisch zubereiten, schreibt die Zeitung. Den gesamten Artikel gibt es als Kauftext (siehe Quellenangabe).

Quelle: Rheinische Post

 

Krieg und Krise: Deutsche Chemieindustrie rutscht tiefer ins Tal

Wolfgang Große Entrup. Foto: VCI

(cs) Der Krieg im Nahen Osten verschärft die ohnehin angespannte Lage der deutschen Chemieindustrie. Wegen der großen Unsicherheiten durch den Konflikt hat der Branchenverband Verband der Chemischen Industrie (VCI) seine Prognose für das laufende Jahr zurückgezogen. Besonders die möglichen Folgen einer Blockade der Straße von Hormus sorgen für Alarmstimmung in der Branche.

Die deutsche Chemie steckt bereits seit längerem in einer tiefen Krise. Produktion, Preise und Umsätze sind zuletzt erneut gesunken. Zwar sorgten einzelne Großaufträge zum Jahresende 2025 bei einigen Industriekunden für eine leichte Belebung. In der Chemie selbst setzte sich der Abwärtstrend jedoch fort. Die Kapazitätsauslastung der Anlagen blieb deutlich unter der Rentabilitätsschwelle.

Pharma stabilisiert die Branche

Ein Lichtblick kommt aus der Pharmasparte. Während die Chemieproduktion weiter zurückging, legte die Pharmaindustrie deutlich zu und stabilisierte damit das Gesamtbild der Branche.

Im vierten Quartal 2025 stieg die Produktion von Chemie und Pharma insgesamt um 0,9 Prozent. Das lag allerdings vor allem an der starken Entwicklung bei Medikamenten. Die reine Chemieproduktion sank im gleichen Zeitraum um 2,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und verharrt damit auf niedrigem Niveau.

Im Gesamtjahr 2025 ging die Produktion der Branche um 0,5 Prozent zurück. Dabei schrumpfte die Chemiesparte um 3,3 Prozent, während die Pharmaindustrie ein Plus von 4,5 Prozent verzeichnete.

Preise und Nachfrage unter Druck

Auch auf der Preisseite bleibt die Situation schwierig. Die Erzeugerpreise der Branche lagen im vierten Quartal 2025 im Durchschnitt 0,6 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres. Besonders Chemikalien verbilligten sich – vor allem wegen des wachsenden Importdrucks aus dem Ausland.

Gleichzeitig kämpfen deutsche Hersteller mit vergleichsweise hohen Produktionskosten. Das schwächt ihre Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Geschäft.

Der Branchenumsatz ging ebenfalls zurück. Im vierten Quartal 2025 sank er gegenüber dem Vorquartal um 0,6 Prozent auf 51,8 Milliarden Euro. Das entspricht einem Minus von 2,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Vor allem das Inlandsgeschäft schwächelte: Die Erlöse im deutschen Markt fielen saisonbereinigt auf 18,9 Milliarden Euro – ein Rückgang von 2,3 Prozent. Im Auslandsgeschäft gab es zwar eine leichte Erholung gegenüber dem Vorquartal, doch auch dort lagen die Umsätze weiterhin unter dem Vorjahresniveau.

Insgesamt setzte die Branche 2025 rund 220 Milliarden Euro um. Das sind 1,4 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Während die Chemiesparte ein Minus von 3,8 Prozent verbuchte, legte Pharma um 5,5 Prozent zu.

Sorge vor Rohstoffengpässen

Zusätzliche Risiken entstehen durch den Konflikt im Nahen Osten. Eine mögliche Blockade der Straße von Hormus könnte nicht nur die Energieversorgung beeinträchtigen, sondern auch die Versorgung mit wichtigen Rohstoffen.

Die Industrie befürchtet Engpässe etwa bei Ammoniak, Phosphat, Helium oder Schwefel – alles Stoffe, die für zahlreiche chemische Prozesse unverzichtbar sind. Erste Hinweise auf Störungen internationaler Lieferketten gibt es bereits.

„Unterirdische Jahresbilanz“

Der Hauptgeschäftsführer des Branchenverbandes, Wolfgang Große Entrup, findet deutliche Worte. Die Jahresbilanz der Chemie sei „unterirdisch“. Produktion, Umsatz und Preise lägen im roten Bereich.

Viele Unternehmen hätten nach dem Regierungswechsel auf spürbare wirtschaftspolitische Impulse gehofft. Diese seien bislang jedoch kaum in den Betrieben angekommen. Der Frust über langsame Reformen sei groß.

Trendwende nicht in Sicht

Eine schnelle Erholung der Branche ist derzeit nicht absehbar. Die schwache Industriekonjunktur, steigender Importdruck und intensiver Preiswettbewerb belasten weiterhin das Geschäft.

Der Krieg im Nahen Osten verschärft die Lage zusätzlich. Je länger der Konflikt andauert, desto größer werden die Risiken für Energiepreise, Rohstoffversorgung und globale Lieferketten.

Für viele Unternehmen bedeutet das vor allem eines: Planungssicherheit gibt es kaum noch. Statt langfristiger Strategien fahren zahlreiche Betriebe inzwischen auf Sicht.

Neuer Schufa-Score ab 17. März: Was sich für Verbraucher ändert – und was nicht

Foto: Verbraucherzentrale NRW

(cs) Am 17. März 2026 wird beim deutschen Bonitätsriesen SCHUFA ein neues Bewertungssystem eingeführt. Millionen Verbraucher fragen sich: Wird es jetzt fairer – oder nur anders?

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, Mitglied der Unternehmerschaft Düsseldorf, sagt uns in einer Presseinformation: Mehr Transparenz ja – aber Probleme bleiben.

Mehr Klarheit beim Score

Der neue Schufa-Score soll einfacher zu verstehen sein.
Statt wie bisher einer Prozentzahl gibt es künftig Punkte zwischen 100 und 999.

Je höher die Zahl, desto besser die Bonität.

Auch die Berechnung wird übersichtlicher:

  • Nur noch 12 Kriterien statt hunderter Faktoren

  • Der Score kann künftig theoretisch nachgerechnet werden

Zu den wichtigen Faktoren gehören unter anderem:

  • Zahlungsstörungen oder Mahnungen

  • Wie lange man schon eine Kreditkarte hat

  • Wann man zuletzt umgezogen ist

  • Bonitätsanfragen von Banken, Online-Shops oder Telekomfirmen

EuGH zwingt Schufa zu mehr Transparenz

Der Druck auf die Schufa kam aus Luxemburg: Der Europäischer Gerichtshof hat in mehreren Urteilen entschieden, dass Auskunfteien mehr offenlegen müssen, wie ihre Bewertungen entstehen.

Die Schufa hatte bereits eine sogenannte Transparenzoffensive gestartet und einen Score-Simulator veröffentlicht.
Jetzt soll das System insgesamt verständlicher werden.

Doch ein Problem bleibt: Wenn ein Vertrag wegen des Scores abgelehnt wird, erfahren Verbraucher den konkreten Wert meist erst auf Nachfrage.

Kritik: Junge Menschen und Viel-Umziehende im Nachteil

Die Verbraucherzentrale sieht weiterhin Schwächen im System.

Bestimmte Gruppen könnten schlechter bewertet werden, etwa:

  • Junge Menschen, die noch wenig Finanzhistorie haben

  • Menschen, die häufiger umziehen, z. B. wegen Ausbildung oder Job

  • Preisvergleichs-Fans, die öfter Anbieter wechseln

Auch Bonitätsanfragen beim Online-Shopping können Punkte kosten – etwa bei „Kauf auf Rechnung“ oder „Buy now pay later“.

Fehlerhafte Einträge bleiben ein Risiko

Ein weiteres Problem: falsche Daten.

Immer wieder melden Inkassobüros angebliche Zahlungsprobleme – auch wenn Forderungen gar nicht berechtigt sind.
Dann müssen Betroffene selbst aktiv werden und eine Korrektur verlangen.

Deshalb rät die Verbraucherzentrale:

✔ Eigene Schufa-Daten regelmäßig prüfen
✔ Fehler sofort melden
✔ Eine kostenlose DSGVO-Auskunft bei der Schufa anfordern

Wichtig: Dafür braucht man kein kostenpflichtiges Schufa-Konto.

Zusammenfassung:

Der neue Schufa-Score bringt mehr Transparenz und ein einfacheres Punktesystem.
Doch laut Verbraucherzentrale bleiben entscheidende Fragen offen:

  • Werden bestimmte Gruppen weiterhin benachteiligt?

  • Wie stark beeinflusst der Score tatsächlich Vertragsentscheidungen?

Für Verbraucher gilt deshalb weiterhin: Augen auf bei den eigenen Schufa-Daten.

Quelle: Verbraucherzentrale NRW