IG Metall kündigt massive Warnstreiks an

Die IG Metall kün­digt auch in NRW Streiks an. Was die Arbeit­ge­ber vor­ge­legt hät­ten, sei „schlicht zu wenig“ und die Hal­tung der Arbeit­ge­ber zu Alters­teil­zeit- und Bil­dungs­for­de­run­gen „Zukunfts­ver­wei­ge­rung“, wes­halb „unse­re Ant­wort Warn­streik“ lau­ten müs­se, sag­te NRW-Bezirks­lei­ter Gies­ler. Die Arbeit­ge­ber hat­ten bei den Düs­sel­dor­fer Ver­hand­lun­gen wie zuvor schon im Süd­wes­ten 2,2 Pro­zent mehr Geld ange­bo­ten bei einer Lauf­zeit des Tarif­ver­tra­ges von zwölf Mona­ten. Ver­hand­lungs­füh­rer Kirch­hoff sag­te, ange­sichts der unsi­che­ren Aus­sich­ten für die wei­te­re wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung sei das Ange­bot „sehr fair“ und bedeu­te einen erneu­ten spür­ba­ren Kauf­kraft-Zuwachs für die Mit­ar­bei­ter. Die Gewerk­schaft rief die Arbeit­neh­mer in NRW zu Arbeits­nie­der­le­gun­gen ab Don­ners­tag auf; dann sol­len ers­te Aktio­nen unter ande­rem bereits um 0.00 Uhr beim Röh­ren­her­stel­ler Ben­te­ler in Pader­born star­ten, hieß es bei der IG Metall.

Metall-Arbeitgeber stel­len neuen Mega-Truck der Öffent­lich­keit vor

11.000 Ein­sätze, 1,5 Mil­lio­nen Besu­cher und mehr als 500.000 gefah­rende Kilo­me­ter: Die Berufs­in­for­ma­ti­ons­mo­bile der Arbeit­ge­ber der Metall– und Elek­tro­in­dus­trie sind eine Erfolgs­ge­schichte. Jetzt (19.01.15) wur­de vor dem Düs­sel­dor­fer Land­tag der neue Mega­truck (100 m², zwei Ebe­nen, Show­bühne) der Öffent­lich­keit vor­ge­stellt. Mit dabei auch NRW-Arbeits­mi­nis­ter Gun­tram Schnei­der und Micha­el Grü­te­ring, Haupt­ge­schäfts­füh­rer von Düs­sel­dorf Metall, dem Arbeit­ge­ber­ver­band für die Metall– und Elek­tro­in­dus­trie in Düs­sel­dorf. Schü­ler der Tho­mas-Edi­son-Real­schu­le tes­te­ten die Truck auf Herz und Nieren.

Die Auf­gabe der neu­en Mega­trucks: Schü­le­rin­nen und Schü­ler über die Aus­bil­dungs­mög­lich­kei­ten in der M+E‑Industrie infor­mie­ren, Per­spek­ti­ven auf­zei­gen und zukünf­tige Fach­kräfte gewin­nen. Mit rund 3,75 Mil­lio­nen Beschäf­tig­ten – dar­un­ter 210.000 Aus­zu­bil­den­den – gehört die M+E‑Industrie zu den leis­tungs­star­ken, inno­va­ti­ven Indus­trien des Lan­des. Allein in Nord­rhein-West­fa­len arbei­ten rund 700.000 Beschäf­tigte in den M+E‑Unternehmen, die 2014 mehr als 37.000 Aus­zu­bil­den­den den Berufs­ein­stieg ermöglichten.

Doch auch für die Unter­neh­men der M+E‑Industrie wird es ange­sichts rück­läu­fi­ger Schü­ler­zah­len immer schwie­ri­ger, pas­sen­den Nach­wuchs zu fin­den. Das Insti­tut der deut­schen Wirt­schaft Köln warnt in sei­nem „MINT-Früh­jahrs­re­port 2014“ davor, dass bis zum Ende die­ses Jahr­zehnts in Deutsch­land eine Lücke von bis zu 1,4 Mil­lio­nen feh­len­den MINT-Fach­kräf­ten mit Berufs­aus­bil­dung ent­ste­hen könn­te, falls kei­ne wirk­sa­men Maß­nah­men zur Fach­kräf­te­si­che­rung ergrif­fen werden.

Die eige­ne Aus­bil­dung von MINT-Fach­kräf­ten bleibt daher Schwer­punkt in der Nach­wuchs­si­che­rung der Betrie­be. „Der M+E‑InfoTruck bie­tet jun­gen Men­schen bereits in der Schu­le wich­tige Ein­bli­cke in attrak­tive Aus­bil­dungs– und Berufs­chan­cen in unse­rer Indus­trie“, sag­te Arndt G. Kirch­hoff (Prä­si­dent Metall NRW). “Auch jun­gen Frau­en wer­den durch ers­te Erfah­run­gen mit dem Info­Truck mög­li­che Berüh­rungs­ängste gegen­über tech­ni­schen Beru­fen genommen.“

Stich­wort: M+E‑Trucks und mobi­le Berufsinformation

Um die Attrak­ti­vi­tät ihrer Aus­bil­dung und ihrer Beru­fe her­vor­zu­he­ben, setzt METALL NRW seit mehr als 25 Jah­ren auf mobi­le Berufs­in­for­ma­tion. Zen­tra­les Medi­um sind die „Info­Mo­bile der M+E‑Industrie“: Ins­ge­samt neun Infor­ma­ti­ons­busse sind seit 1988 bun­des­weit – zwei davon in Nord­rhein-West­fa­len – unter­wegs und infor­mie­ren Schü­ler, Leh­rer und Eltern sowie die inter­es­sierte Öffent­lich­keit über die Beru­fe und Beschäf­ti­gungs­mög­lich­kei­ten in der M+E‑Industrie. An vie­len Haupt‑, Real– und Gesamt­schu­len sind sie schon lan­ge selbst­ver­ständ­li­cher Bestand­teil des Berufs­kun­de­un­ter­richts. Rund 1,25 Mil­lio­nen Besu­cher waren bis­lang allein in Nord­rhein-West­fa­len zu Gast an Bord der 18 Meter lan­gen Infor­ma­ti­ons­busse. Deutsch­land­weit haben sich gut fünf Mil­lio­nen Jugend­li­che in den Fahr­zeu­gen über die Berufs­chan­cen in der M+E‑Industrie infor­miert. Zum Ein­satz kamen die Info­Mo­bile vor allem an Schu­len (75 Pro­zent) oder auf Ver­an­stal­tun­gen, wie Berufs­mes­sen oder Tagen der offe­nen Tür – ver­teilt auf 10.400 Ein­satz­tage zwi­schen Min­den und Aachen, Rhei­ne und Sie­gen. Ins­ge­samt haben die Fahr­zeuge auf den Stra­ßen in NRW zusam­men über eine hal­be Mil­lio­nen Kilo­me­ter zurückgelegt.

Von 2014 bis 2016 wer­den bun­des­weit die bis­he­ri­gen Info­Mo­bile (Bau­jahr 1995/96) durch zehn hoch­mo­derne M+E‑InfoTrucks ersetzt. Zwei davon wer­den in Nord­rhein-West­fa­len ein­ge­setzt wer­den. Auf der knapp 100 m² gro­ßen Prä­sen­ta­ti­ons­flä­che des zwei­ge­schos­si­gen Trucks set­zen neu­este Mul­ti­me­dia-Anwen­dun­gen und anschau­li­che Expe­ri­men­tier­sta­tio­nen Maß­stäbe für moder­ne Berufs­in­for­ma­tion. Jugend­li­che ler­nen an M+E‑typischen Arbeits­plät­zen tech­ni­sche Zusam­men­hänge ken­nen und erle­ben die Fas­zi­na­tion Tech­nik pra­xis­nah und intui­tiv. So kön­nen sie unter Anlei­tung eine com­pu­ter­ge­steu­erte CNC-Fräs­ma­schi­ne pro­gram­mie­ren und ein Werk­stück selbst fer­ti­gen. Ein Auf­zug­mo­dell demons­triert anschau­lich, war­um eine intel­li­gente IT-Steue­rung die War­te­zeit für die Nut­zer deut­lich redu­ziert. Sie wol­len ein Decken­licht unab­hän­gig von zwei Stel­len aus ein– oder aus­schal­ten? Die „Elec­tri­city Bench“ zeigt wie es geht. Beglei­tet wer­den die Expo­nate durch inter­ak­tive Auf­ga­ben­stel­lun­gen und Hin­ter­grund­in­fos auf Tablets.

Der „Beru­feS­cout“ auf dem manns­ho­hen Touch-Moni­tor erklärt wich­tige Inhal­te zu den M+E‑Berufen und zeigt das Aus­bil­dungs­an­ge­bot sowie freie Lehr­stel­len von Unter­neh­men in der Regi­on. Die zwei­te Fahr­zeu­ge­bene bie­tet Raum für tie­fer­ge­hen­den Berufs­kun­de­un­ter­richt. Eine eigens für die Info­Trucks ent­wi­ckelte mul­ti­me­diale Welt­neu­heit ist die Ant­wort auf das sich ver­än­dernde Infor­ma­ti­ons– und Medi­en­nut­zungs­ver­hal­ten der Schüler/innen: Auf einem 1,5 Qua­drat­me­ter gro­ßen Mul­ti­touchta­ble läuft eine ani­mierte 3D-Soft­ware­an­wen­dung und lädt bis zu sechs Besu­cher gleich­zei­tig auf eine inter­ak­tive Erkun­dungs­reise durch ein vir­tu­el­les M+E‑Unternehmen ein. Schü­le­rin­nen und Schü­ler ler­nen hier spie­le­risch und intui­tiv Arbeits­plätze und Beru­fe aus der M+E‑Industrie ken­nen. Sie kön­nen am Pro­duk­ti­ons­pro­zess eines Autos mit­wir­ken und typi­sche Auf­ga­ben­stel­lun­gen erledigen.

Ein erfah­re­nes zwei­köp­fi­ges päd­ago­gi­sches Bera­ter­team beglei­tet die Schul­klas­sen wäh­rend ihres Besuchs im Info­Truck. Sie wer­den dabei häu­fig unter­stützt von Aus­bil­dern und Aus­zu­bil­den­den aus den Betrie­ben der Regi­on, die pra­xis­nah aus ihrem Arbeits­all­tag berich­ten. Nicht sel­ten ent­ste­hen dabei kon­krete Kon­takte zwi­schen den Jugend­li­chen und den Unternehmen.

Foto-Sli­de­show: www.duesseldorfmetall.de

(Quel­le: Metall NRW/Düsseldorf Metall)

NRW-Metallarbeitgeber fordert IG Metall zu mehr Realismus auf

Die nord­rhein-west­fä­li­schen Metall­ar­beit­ge­ber haben die IG Metall davor gewarnt, die Tarif­run­de 2015 schon zu Beginn der Ver­hand­lun­gen durch „dog­ma­ti­sche Ziel­set­zun­gen“ zu erschwe­ren. Der Prä­si­dent und Ver­hand­lungs­füh­rer des Ver­ban­des der Metall- und Elek­tro-Indus­trie Nord­rhein-West­fa­len (METALL NRW), Arndt G. Kirch­hoff, erklär­te am Don­ners­tag nach der ers­ten Ver­hand­lung für die rund 700.000 Beschäf­tig­ten die­ses Indus­trie­zweigs in NRW, Ele­men­te zur Dif­fe­ren­zie­rung und Fle­xi­bi­li­sie­rung hät­ten in den ver­gan­ge­nen Jah­ren viel zur Akzep­tanz des Flä­chen­ta­rif­ver­tra­ges in den Mit­glieds­un­ter­neh­men bei­getra­gen. „Ich kann nicht ver­ste­hen, war­um die IG Metall in Nord­rhein-West­fa­len den tarif­po­li­ti­schen Werk­zeug­kas­ten geschlos­sen hal­ten will. Das ist im Übri­gen auch unrea­lis­tisch“, sag­te Kirch­hoff. Wer schon im Vor­feld von Ver­hand­lun­gen Tabus set­ze, erschwe­re das Schnü­ren eines trag­fä­hi­gen Gesamt­pa­ke­tes. Je star­rer ein Abschluss ver­ein­bart wer­de, des­to mehr stell­ten Mit­glieds­un­ter­neh­men die Tarif­bin­dung in Frage.

Als „völ­lig fal­sches Signal“ kri­ti­sier­te der Metall­ar­beit­ge­ber­prä­si­dent die Ankün­di­gung der Gewerk­schaft von Warn­streiks bereits vor Auf­nah­me der Gesprä­che und ohne Vor­la­ge eines Arbeit­ge­ber-Ange­bots. „Offen­sicht­lich lie­gen die Streik­plä­ne schon in der Schub­la­de, wenn schon deren Auf­takt mit Zeit- und Orts­an­ga­be genannt wird“, beton­te Kirch­hoff. Dies sei nicht der sach­li­che Stil, den er in den letz­ten Jah­ren von der IG Metall in Nord­rhein-West­fa­len gewohnt sei. Er for­der­te die Gewerk­schaft auf, zunächst seri­ös zu ver­han­deln anstatt schon jetzt mit Eska­la­ti­ons­stu­fen zu drohen.

Eine Lösung der Tarif­run­de 2015 sei ohne­hin schon „außer­ge­wöhn­lich schwie­rig“. Mit ihrem For­de­rungs­pa­ket zu Ein­kom­men,  Bil­dungs- und Alters­teil­zeit habe die Gewerk­schaft die Tarif­ge­sprä­che wie schon im Jahr 2012 über­frach­tet. Vor allem die For­de­rung nach einer von den Unter­neh­men finan­zier­ten per­sön­li­chen Bil­dungs­teil­zeit lehn­te Kirch­hoff ab. Per­so­nal­ent­wick­lung sei ein­deu­tig eine Auf­ga­be des Unter­neh­mens. Dazu gehö­re auch die betrieb­lich not­wen­di­ge Wei­ter­bil­dung. „Das machen wir umfas­send, inves­tie­ren Jahr für Jahr vier Mil­li­ar­den Euro und das reicht auch völ­lig aus“, erklär­te der Arbeitgeberpräsident.

Düsseldorfer Konjunkturmonitor — alle Ergebnisse

Zum neun­ten Mal befrag­te die Unter­neh­mer­schaft Düs­sel­dorf 550 Unter­neh­men aus den Berei­chen Han­del, Dienst­leis­tun­gen und Indus­trie. Wie sehen unse­re Betrie­be das Jahr 2015? Wel­che Aus­wir­kun­gen haben die Kri­sen und Krie­ge die­ser Welt auf die Düs­sel­dor­fer Wirt­schaft? Die Ergeb­nis­se gibt es ab dem 9. Janu­ar 2015, 11 Uhr, unter http://www.konjunkturmonitor.de

Veranstaltungskalender 1. Halbjahr 2015

Damit Sie als Unter­neh­men auch in Zukunft opti­mal auf­ge­stellt sind, benö­ti­gen Sie aus­ge­bil­de­te und moti­vier­te Mit­ar­bei­ter. Wir unter­stüt­zen Ihre Mit­ar­bei­ter dabei in deren fort­lau­fen­der Wei­ter­bil­dung. Spe­zi­el­le Semi­na­re bie­ten sowohl Füh­rungs­kräf­ten als auch Mit­ar­bei­tern aus den unter­schied­lichs­ten Berei­chen und Bran­chen die Mög­lich­keit, sich den wach­sen­den Her­aus­for­de­run­gen im Arbeits­um­feld zu stel­len und ihre Grund- und Fach­kennt­nis­se zu erweitern.

Die Semi­na­re bie­ten für die Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer zudem eine gute Platt­form, um eige­ne Erfah­run­gen und Infor­ma­tio­nen unter­ein­an­der auszutauschen.

Die För­de­rung von zukünf­ti­gen Fach­kräf­ten liegt uns auch 2015 beson­ders am Her­zen. Rund um das The­ma „Azu­bi-Mar­ke­ting“ bie­ten wir Semi­na­re und Work­shops für Aus­zu­bil­den­de: u.a. Zeit­ma­nage­ment und Pro­jekt­ma­nage­ment. Höhe­punk­te sind unse­re „Azu­bi­ta­ge — Ein­füh­rungs­ta­ge für Aus­zu­bil­den­de“ in Düs­sel­dorf, Köln und Gelsenkirchen.

Durch unse­re Ver­bands­ko­ope­ra­tio­nen kön­nen wir vie­le Ter­mi­ne an drei Stand­or­ten, näm­lich in Düs­sel­dorf, Köln und Gel­sen­kir­chen anbie­ten. Sie wäh­len ein­fach den Ort, der für Sie am güns­tigs­ten liegt.

Die Ver­an­stal­tungs­ka­len­der ste­hen hier für Sie zum Down­load bereit:

1Halbjahr2015_DUS

1Halbjahr2015_WIGADI

1Halbjahr2015_AGV_Emscher

5,5 Prozent mehr Lohn sind realitätsfern”

 

Arndt G. Kirch­hoff, Ver­hand­lungs­füh­rer Metall NRW in der aktu­el­len Tarif­run­de, in der Rhei­ni­schen Post vom 25.11.2014

Herr Kirch­hoff, wie lau­fen Ihre Geschäfte?

Kirch­hoff Grund­sätz­lich ist welt­weit die Geschäfts­la­ge in der Auto­mo­bil­in­dus­trie gut. Davon pro­fi­tiert auch mein Unter­neh­men. Aber je nach­dem, für wel­ches Modell oder in wel­che Regi­on man lie­fert, kann die Situa­ti­on extrem durch­wach­sen sein.

Das müs­sen Sie genau­er erklären.

Kirch­hoff Es gibt Pro­blem­märk­te wie Russ­land. Da lie­gen die Geschäf­te sank­ti­ons- und kri­sen­be­dingt 15 bis 20 Pro­zent zurück. Ins­ge­samt muss man sagen, dass von den BRIC-Staa­ten Bra­si­li­en, Russ­land, Indi­en und Chi­na ein­zig Chi­na noch als Markt inter­es­sant ist. Dort haben wir in die­sem Jahr wie­der ein zwei­stel­li­ges Wachs­tum. Auch die USA, Zentral‑, Ost- und gro­ße Tei­le West­eu­ro­pas funk­tio­nie­ren gut. Aller­dings machen uns Ita­li­en und Frank­reich Sor­gen. Bei­de haben beim The­ma Staats­schul­den ihre Haus­auf­ga­ben ver­säumt. Das schlägt sich im gerings­ten Auto­ab­satz in Euro­pa nieder.

Könn­te das nicht Zufall sein?

Kirch­hoff Nein, denn die­je­ni­gen, die har­te Refor­men durch­ge­führt haben, Spa­ni­en, Por­tu­gal, Grie­chen­land, Irland, haben alle ein zwei­stel­li­ges Plus beim Autoabsatz.

Was bedeu­tet die wirt­schaft­li­che Lage für die anste­hen­de Tarifrunde?

Kirch­hoff Bezo­gen auf die Auto­in­dus­trie ist das Bild ganz dif­fe­ren­ziert. Es gibt die­je­ni­gen, denen die Son­ne lacht, vie­le Mar­ken haben einen guten Lauf. Ande­re wie­der­um müs­sen Wer­ke schlie­ßen oder bean­tra­gen Kurzarbeit.

Bei der letz­ten Tarif­run­de muss­ten Sie eine zwei­stu­fi­ge Erhö­hung von 3,4 Pro­zent und 2,2 Pro­zent hin­neh­men. Wie vie­le Unter­neh­men waren davon überfordert?

Kirch­hoff Nimmt man noch den Abschluss von 2012 dazu, kommt man auf Lohn­stei­ge­run­gen von weit über zehn Pro­zent. Das trifft unse­re Unter­neh­men unter­schied­lich stark. Die­je­ni­gen, die in der Wert­schöp­fungs­ket­te am Anfang und am Ende ste­hen, haben in der Regel weit weni­ger Per­so­nal­kos­ten als die klas­si­schen Zulie­fe­rer, die bis zu 75 Pro­zent der Arbeits­leis­tung erbrin­gen. Für eini­ge sind solch hohe Abschlüs­se existenzgefährdend.

Die For­de­rungs­emp­feh­lung des IG-Metall-Vor­stands beträgt 5,5 Pro­zent. Begrün­dung: Der Pro­duk­ti­vi­täts­zu­wachs lie­ge bei 1,5 Pro­zent, die Ziel­in­fla­ti­on bei zwei Pro­zent. Hin­zu kommt eine nebu­lö­se „zusätz­li­che Ver­tei­lungs­kom­po­nen­te“ von zwei Pro­zent. Aus Ihrer Sicht schlüssig?

Kirch­hoff Was sich da als For­de­rung abzeich­net, ist völ­lig rea­li­täts­fern. Die Infla­ti­on liegt seit drei Quar­ta­len bei 0,8 Pro­zent. Ich wage mal den Tipp, dass sie bis Jah­res­en­de allen­falls bei einem Pro­zent lie­gen wird. Der Pro­duk­ti­vi­täts­zu­wachs wird bei unse­ren ener­gie­in­ten­si­ven Betrie­ben von den hohen Ener­gie­kos­ten auf­ge­zehrt. Von der Umver­tei­lungs­kom­po­nen­te müs­sen wir gar nicht erst sprechen.

Was wäre denn Ihrer Mei­nung nach eine rea­lis­ti­sche Zahl?

Kirch­hoff Es gibt ja der­zeit nur die For­de­rungs­emp­feh­lung. Wir war­ten jetzt den Beschluss ab. Dann hören Sie Kon­kre­tes von unse­rer Seite.

Wer­den Sie ver­su­chen, eine lan­ge Lauf­zeit durchzusetzen?

Kirch­hoff Das The­ma wird zwar erst sehr spät in den Tarif­ver­hand­lun­gen auf­ge­ru­fen, aber klar ist: Im Sin­ne der Pla­nungs­si­cher­heit ist das eine sehr inter­es­san­te Variante.

Die Gewerk­schaft ver­langt eine von den Arbeit­ge­bern mit­fi­nan­zier­te Bil­dungs­teil­zeit. Laut IG Metall ent­schei­det bis­lang nur die Erst­qua­li­fi­ka­ti­on über die beruf­li­che Ent­wick­lung. Stimmt das?

Kirch­hoff Das ist Blöd­sinn. Mei­ne Bran­che gibt Jahr für Jahr acht Mil­li­ar­den Euro für Aus- und Wei­ter­bil­dung aus. Das ist auch erfor­der­lich. Wenn sie eine Erst­qua­li­fi­ka­ti­on ein­mal erwor­ben haben, dau­ert es beim heu­ti­gen Fort­schritt nur zwei bis drei Jah­re, bis neue Maschi­nen und Pro­zes­se eine Nach­schu­lung erfor­dern. Wer sei­ne Mann­schaft nicht auf Stand hält, droht die Wett­be­werbs­fä­hig­keit zu verlieren.

Dann spricht nichts gegen einen ver­bind­li­chen Anspruch.

Kirch­hoff Wir befürch­ten, dass wir dann über Wei­ter­bil­dungs­maß­nah­men reden, die nicht dem Betrieb nüt­zen. Das darf nicht passieren.

Aber die IG Metall wird kei­ne Häkel­kur­se für die Mit­ar­bei­ter verlangen.

Kirch­hoff Viel­leicht nicht so etwas Absur­des, aber der Ver­dacht liegt nahe, dass sie auch über nicht-betriebs­not­wen­di­ge, aber viel­leicht wün­schens­wer­te Wei­ter­bil­dungs­gän­ge spre­chen will. Das wäre dann aber ganz klar kein The­ma der Unter­neh­men. Bei uns gibt es nur betriebs­na­he Wei­ter­bil­dung — und das ist voll­kom­men ausreichend.

Die IG Metall beklagt, dass es zu wenig Zeit für die Wei­ter­bil­dung gibt.

Kirch­hoff Zeit für Wei­ter­bil­dung zu schaf­fen, gehört zu den Über­le­gun­gen, die wir mit der Gewerk­schaft gemein­sam anstel­len. Wir haben nach der letz­ten Tarif­run­de Gesprä­che zum The­ma Lebens­ar­beits­zeit auf­ge­nom­men. Da geht es neben Wei­ter­bil­dung auch um Zeit für Pfle­ge und Erzie­hung. Es war aber ver­ab­re­det, dass die­se Gesprä­che nichts mit der nächs­ten Tarif­run­de zu tun haben. Dass die IG Metall jetzt anders als bespro­chen einen Teil doch in die Run­de packt, ist ärger­lich. Aber nicht alles, was sie auf den Tisch legt, muss auch zu einer Ver­ein­ba­rung führen.

Könn­te das ein­sei­ti­ge Vor­ge­hen der IG Metall zum Abbruch aller Gesprä­che über die Lebens­ar­beits­zeit-The­men führen?

Kirch­hoff Nein, dafür ist das zu wich­tig. Vor dem Hin­ter­grund des demo­gra­fi­schen Wan­dels und des Fach­kräf­te­man­gels müs­sen wir als Arbeit­ge­ber attrak­tiv bleiben.

Neben der Bil­dung soll auch über eine Neu­re­ge­lung der Alters­teil­zeit gespro­chen werden.

Kirch­hoff Das bie­ten wir ja bereits an. Wenn einer nicht mehr kann, dann muss er auch frü­her aus­schei­den dür­fen. Das Gros der über 60-Jäh­ri­gen will aber sogar län­ger arbei­ten. Viel­leicht nicht Vollzeit.

Heißt das, Sie haben Sym­pa­thien für die Arbeits­zeit­ver­kür­zung für Älte­re, wie sie gera­de die IG BCE in der Che­mie­bran­che fordert?

Kirch­hoff Sowas machen wir doch schon längst. Dafür benö­ti­gen wir aber kei­ne tarif­ver­trag­li­chen Rege­lun­gen. Das lässt sich indi­vi­du­ell klären.

Die IG Metall will durch­set­zen, dass Beschäf­tig­te mit belas­ten­den Tätig­kei­ten eine sechs­jäh­ri­ge Alters­teil­zeit neh­men kön­nen. Das müss­ten Sie doch als ver­ant­wor­tungs­vol­ler Unter­neh­mer unterschreiben.

Kirch­hoff Das ist über­haupt nicht ange­mes­sen. Noch ein­mal: Es ist immer eine indi­vi­du­el­le Fra­ge, wann jemand nicht mehr kann. Außer­dem mal ein Gegen­vor­schlag: Man kann doch auch ein­fach nach einem ande­ren Arbeits­platz schau­en. Kein Mensch sagt, dass der Beschäf­tig­te immer das­sel­be machen muss. Da gibt es doch Uralt­mo­del­le: Im Berg­bau hat man kei­nen älte­ren Kum­pel bis zur Ren­te unter Tage gelassen.

Alters­teil­zeit, Bil­dungs­teil­zeit und Ent­gelt, was ist der kri­tischs­te Punkt?

Kirch­hoff Schwie­rig ist die Ent­gelt­fra­ge. Für die Alters­teil­zeit müs­sen wir ein ver­nünf­ti­ges Modell fin­den. Das The­ma Bil­dungs­zeit gehört in die Gesprä­che über eine lebens­pha­sen­ori­en­tier­te Arbeitszeit.

Rech­nen Sie mit Streiks ab dem 28. Janu­ar, wenn die Frie­dens­pflicht endet?

Kirch­hoff Um das zu beur­tei­len, ist es ein biss­chen früh.

Sie sind erst­mals Ver­hand­lungs­füh­rer. Wie groß ist der Respekt vor der Aufgabe?

Kirch­hoff Ich bin schon lan­ge im Tarif­ge­schäft, aller­dings erst­mals in die­ser Rol­le. Ich ken­ne und schät­ze alle han­deln­den Personen.

Wie sehr wün­schen Sie es dem IG-Metall-Bezirks­chef von NRW, Knut Gies­ler, dass er den Pilot­ab­schluss hinbekommt?

Kirch­hoff (lacht) Fra­gen Sie ihn doch mal, wie viel Lust er dazu hat.

100-Tages-Bilanz des neuen Düsseldorfer OBs

Der neue Ober­bür­ger­meis­ter Tho­mas Gei­sel besuch­te ges­tern abend (11.10.2014) die Unter­neh­mer­schaft Düs­sel­dorf. Im Indus­trie­club Düs­sel­dorf dis­ku­tier­ten 30 Unter­neh­mer über aktu­el­le wirt­schafts­po­li­ti­sche Fra­gen der Stadt. Unser Bild zeigt den OB im Gespräch mit Dr. Andre­as Bruns (Vor­sit­zen­der der Unter­neh­mer­schaft Düs­sel­dorf und Hen­kel-Werks­lei­ter) und RA Micha­el Grü­te­ring, Haupt­ge­schäfts­füh­rer der Unter­neh­mer­schaft (von links). Fotos: Paul Esser

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düsseldorfmetall startet pünktlich zur Tarifrunde neue Webseite

Der Düs­sel­dor­fer Arbeit­ge­ber­ver­band der Metall- und Elek­tro­in­dus­trie ver­han­delt aktu­ell mit der IG Metall künf­ti­ge Ent­gel­te und Arbeits­be­din­gun­gen. Außer­dem nennt er sich ab sofort “düs­sel­dorf metall”. Dies sind die Grün­de, war­um der Ver­band mit einer relaunch­ten Sei­te ins Inter­net geht. Unter www.duesseldorfmetall.de sind ab sofort alle tages­ak­tu­el­len Tarif­in­fos, Pod- und Video­casts zu lesen, zu hören und zu sehen. Außer­dem gibt es alle Ter­mi­ne, alle Ansprech­part­ner, alle Dienst­leis­tungs­fel­der sowie Anfahrt­tipps zur Geschäftsstelle.

EP: startet mit neuer Kampagne ins Jahr 2015

Ab Janu­ar 2015 star­tet Elec­tro­nic­Part­ner eine neue Kam­pa­gne, mit der die EP:Markenhändler gezielt als „local hero“ und ers­ter Ansprech­part­ner vor Ort posi­tio­niert wer­den. „Mein Ser­vice macht den Unter­schied“ ist das aus dem Mar­ken­c­laim („Unser Ser­vice macht den Unter­schied“) ver­dich­te­te Kam­pa­gnen-Mot­to, mit dem der Händ­ler in direk­ten Dia­log mit sei­nen Kun­den tritt. Um die­se Bot­schaft auf­merk­sam­keits­stark zu ver­brei­ten, steht den EP:Markenhändlern seit Beginn des Jah­res das viel­schich­ti­ge 360-Grad-Mar­ke­ting­kon­zept zur Verfügung.

Der Look unse­rer Kam­pa­gne ist auf­ge­räumt und klar. Die Zufrie­den­heit der EP:Kunden steht als posi­ti­ves Grund­ge­fühl im Vor­der­grund. Den emo­tio­na­len Augen­blick der soeben erleb­ten Bera­tungs- und Ser­vice­leis­tung haben wir durch die Mimik unse­rer Kun­den-Tes­ti­mo­ni­als fest­ge­hal­ten“, erläu­tert Hel­ga Zim­mer­mann, Lei­te­rin Mar­ke­ting Elec­tro­nic­Part­ner. Cha­rak­te­ris­tisch ist für die Moti­ve ein Dia­log­mus­ter zwi­schen Kun­de und Händ­ler. Auf das Feed­back eines Kun­den „Auf den Punkt bera­ten. Klas­se!“ ant­wor­tet der Händ­ler bei­spiels­wei­se „Weil ich weiß, was Sie erwarten“.

,Mein Ser­vice macht den Unter­schied‘ gibt ein emo­tio­na­les Ver­spre­chen und die Garan­tie, dass jeder ein­zel­ne Händ­ler mit sei­nem Namen für per­sön­li­chen Ser­vice ein­steht“, erklärt Hel­ga Zim­mer­mann. „In Zei­ten von ‚schnell und bil­lig‘ ist das ein star­kes State­ment der Mar­ke EP:.“

BGL Mitgliederversammlung zeigt Trends im Bildergeschäft

Die BGL-Mit­glie­der (Bun­des­ver­band der Pho­to-Groß­la­bo­ra­to­ri­en), die sich Ende Novem­ber zu ihrer Mit­glie­der­ver­samm­lung tra­fen, sind durch­aus zufrie­den mit der Geschäfts­ent­wick­lung 2014. Dabei macht sich ein erfreu­li­cher Trend zu hoch­wer­ti­gen Pro­duk­ten bemerk­bar. Zudem haben die BGL-Mit­glie­der „bes­ser per­formt“ als der Markt: Sie ver­zeich­ne­ten im Q3 einen Zuwachs von aber­mals 12 % (Men­ge) bei den Foto­bü­chern und gehen zuver­sicht­lich ins immer wich­ti­ger wer­den­de Q4 (Weih­nachts­ge­schäft). Was bei Kalen­dern selbst­ver­ständ­lich ist, gilt auch für die Gruß­kar­ten – so wer­den rund die Hälf­te aller Foto-Gruß­kar­ten in die­sem Quar­tal gefertigt.

Den Sta­tus quo und aktu­el­le Trends erläu­ter­te Tors­ten Ziehl (Fuji­film Ima­ging Ger­ma­ny) anhand von Future-Source-Zah­len: Wäh­rend das ana­lo­ge und digi­ta­le Bil­der­ge­schäft nicht nur der BGL-Mit­glie­der mit Stan­dard­for­ma­ten wei­ter rück­läu­fig ist, legen die weit umsatz­stär­ke­ren Foto­bü­cher Euro­pa­weit und in Deutsch­land aber­mals zu: 8,9 Mio. Exem­pla­re im Wert von 255 Mio. Euro sol­len bis Ende des Jah­res hier­zu­lan­de ver­kauft wor­den sein. Dabei gewin­nen ins­be­son­de­re das For­mat A3 und die qua­dra­ti­schen For­ma­te an Bedeu­tung. Bei den Foto­bü­chern hier­zu­lan­de errei­chen die BGL-Mit­glieds­un­ter­neh­men nach eige­nen Anga­ben geschätzt rund 75 % Markt-Anteil.

Auch das Geschäft mit Foto-Mehr­wert­pro­duk­ten gewinnt aber­mals. Im Trend lie­gen Gruß­kar­ten und Can­vas-Pro­duk­te (dar­un­ter Bil­der hin­ter Acryl­glas, auf Alu-Dibond oder auf Keil­rah­men). Letz­te­re sind neben den Kalen­dern im deut­schen Pho­to-Mer­chan­di­se-Markt die umsatz­stärks­ten Segmente.

Auf der Mit­glie­der­ver­samm­lung des BGL wur­de Dr. Rolf Hol­lan­der (Cewe) erneut und ein­stim­mig für wei­te­re 3 Jah­re zum Vor­stands-Vor­sit­zen­den gewählt.