43% der Betriebe nutzen Online-Bewerbungsverfahren – 17% nutzen One-Klick-Bewerbung – 16% verwenden Bewerbungs-Apps – Tipps vom Düsseldorfer Experten Matthias Wiesmann

Heute noch eine Seltenheit: eine Bäckerei bewirbt Bewerbungen in 2 Minuten per Voice und Smartphone-Verfahren. Screenshot: Unternehmerschaft Düsseldorf

Die meisten Unternehmen bevorzugen heute Bewerbungen per Email. Laut einer Umfrage des Branchenverbandes BITKOM sind es 99% aller Betriebe. Gleichzeitig ermöglichen drei Viertel (73 Prozent) weiterhin die Einreichung einer klassischen Bewerbungsmappe auf Papier.

43 Prozent bieten die Bewerbung via Online-Tool an, indem Interessierte durch den Prozess geführt werden. Gerade einmal 17 Prozent setzen auf eine One-Klick-Bewerbung in Business-Netzwerken. Dabei müssen viele relevante Informationen nicht noch einmal neu eingegeben werden, da sie automatisch aus dem eigenen Profil übertragen werden. 16 Prozent der Unternehmen verwenden Bewerbungs-Apps auf dem Smartphone.

Das sind Ergebnisse einer repräsentativen Befragung von 853 Unternehmen aller Branchen im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. „Zu viele Unternehmen setzen noch auf Bewerbungsverfahren wie vor 20 Jahren. Der Wettbewerb um die besten Fachkräfte beginnt bereits mit einem niedrigschwelligen Bewerbungsprozess“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder.

8 von 10 Unternehmen (80 Prozent) finden Bewerberinnen und Bewerber mit Hilfe von Stellenangeboten, häufiger genannt werden nur Initiativbewerbungen (95 Prozent). Zwei Drittel (64 Prozent) setzen auf Übernahmen aus Praktika. Fast jedes zweite Unternehmen (47 Prozent) nutzt die Ansprache auf Karrieremessen, 32 Prozent suchen über Headhunter und 28 Prozent rekrutieren neue Beschäftigte über Active Sourcing, also durch die gezielte Suche und Ansprache auf Social Media oder in Business-Netzwerken wie LinkedIn oder Xing. Ein Fünftel (21 Prozent) übernimmt Beschäftigte aus Projekten oder aus Tätigkeiten als Freelancer. So gut wie keine Rolle spielen hingegen Bootcamps oder Crash-Kurse, die digitale Kompetenzen vermitteln. Nur jedes hundertste Unternehmen (1 Prozent) findet dort neue Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter.

Matthias Wiesmann, Geschäftsführer „die personalisten“

Zu den Ergebnissen haben wir unser Mitglied Matthias Wiesmann, Geschäftsführer „die personalisten“, befragt. Das Unternehmen hat vier Standorte in Düsseldorf, Münster, Frankfurt und Gummersbach und verarbeitet jährlich Bewerbungen in fünfstelliger Anzahl. Matthias Wiesmann gegenüber unserer Redaktion: „Der größte Teil sind heute niederschwellig und unkompliziert einzureichende Bewerbungen. Entweder per einfacher Übersendung ausschließlich eines Lebenslaufs auf dem eigenen Karriereportal oder über angeschlossene Stellenbörsen und Social-Media-Kanäle, die ihrerseits 1-Click-Bewerbungen ermöglichen. Dabei gilt: Je einfacher, desto erfolgreicher, denn viele Bewerber nutzen mittlerweile mobile Endgeräte für die Bewerbung. Die Zeiten von Bewerbungsmappen und verschachtelten Bewerbungsportalen sind definitiv vorbei.“

Terminhinweis: Das Recruiting in der digitalen Welt ist auch Thema der Work & Culture am 7. März 2024. Die Konferenz zur digitalen Arbeitswelt des Bitkom findet im Rahmen der zweitägigen TRANSFORM in der Station Berlin statt. Darüber hinaus geht es um Fachkräftesicherung, New Work & New Leadership, Künstliche Intelligenz in der Arbeitswelt, Nachhaltigkeit & Corporate Digital Responsibility sowie Gleichstellung und Diversität. Dazu kommen digitale Vordenkerinnen und Vordenker, HR-Führungskräfte, Startups, Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zusammen. Alle Informationen unter www.work-culture.de.

ifo: Ökonomen erwarten 2024 weltweit weniger Inflation

Quelle: ifo institut

Wirtschaftsexpertinnen und -experten aus aller Welt erwarten einen Rückgang der Inflationsraten in den kommenden Jahren. Das geht hervor aus dem Economic Experts Survey, einer vierteljährlichen Umfrage des ifo Instituts und des Instituts für Schweizer Wirtschaftspolitik. Demnach wird die Inflationsrate im Jahre 2024 weltweit 5,0 Prozent erreichen, im kommenden Jahr dann 4,4 Prozent und 2027 noch 3,6 Prozent. In Deutschland werden für dieses Jahr 3,4 Prozent erwartet, in Österreich 4,8 und in der Schweiz 2,0 Prozent. „Im Vergleich zum vorherigen Jahr sind die Inflationserwartungen für dieses Jahr deutlich geringer“, sagt ifo-Forscher Niklas Potrafke.

In Westeuropa (3,1 Prozent) und Nordamerika (3,2 Prozent) liegen die Inflationserwartungen für 2024 deutlich unter dem weltweiten Durchschnitt. Hier sind die Inflationserwartungen für 2024 im Vergleich zur Umfrage im letzten Quartal um 0,2 und 0,1 Prozentpunkte gesunken. Für das Jahr 2027 erwarten die Expertinnen und Experten noch 2,1 Prozent Inflation für Westeuropa und 2,4 Prozent für Nordamerika.

Zu den Regionen mit besonders hohen Inflationserwartungen zählen Südamerika (29,1 Prozent) und weite Teile Afrikas. An der Umfrage vom 7. bis zum 21. Dezember 2023 teilgenommen haben 1.431 Expertinnen und Experten aus 124 Ländern.

Reales Minus im Einzelhandel

Foto: Deichmann

Der Einzelhandel in Deutschland hat nach einer Schätzung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im Jahr 2023 real (preisbereinigt) 3,1 % weniger Umsatz und nominal (nicht preisbereinigt) 2,4 % mehr Umsatz erwirtschaftet als im Jahr 2022. Im Vergleich zu 2021, als der bisher höchste Umsatz seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 1994 erzielt wurde, sank der reale Jahresumsatz 2023 voraussichtlich um 3,8 %. Während der Corona-Pandemie im Jahr 2020 hatte der deutsche Einzelhandel, unter anderem getragen durch den Internet- und Versandhandel, einen hohen realen Umsatzzuwachs von 4,8 % erzielt, 2021 war der Umsatz nochmals um real 0,6 % gestiegen. Im Gegensatz hierzu war die reale Umsatzentwicklung 2022 und 2023 aufgrund der hohen Preissteigerungen rückläufig. Damit lagen die realen Umsätze im Jahr 2023 noch 1,6 % über dem Vor-Corona-Niveau des Jahres 2019.

Weihnachtsgeschäft im November 2023: Umsatz real 2,4 % niedriger als im Vorjahresmonat

In den vergangenen Jahren hat sich ein Teil des Weihnachtsgeschäfts durch Sonderaktionen wie den „Black Friday“ oder den „Cyber Monday“ in den November vorverlagert. Im November 2023 setzten die Einzelhandelsunternehmen nach vorläufigen Ergebnissen kalender- und saisonbereinigt allerdings real 2,5 % und nominal 2,6 % weniger um als im Oktober 2023, in dem das größte reale Umsatzplus seit über einem Jahr erzielt worden war (revidiert +1,3 % zum Vormonat und +0,2 % zum Vorjahresmonat). Im Vorjahresvergleich sank der reale Umsatz im November 2023 gegenüber November 2022 um 2,4 %, nominal stieg er allerdings um 0,1 %. Die Differenz zwischen den nominalen und realen Ergebnissen spiegelt das gestiegene Preisniveau im Einzelhandel wider, wobei sich der Preisauftrieb in der zweiten Jahreshälfte 2023 deutlich verlangsamte.

Reale Umsätze im Lebensmitteleinzelhandel auf niedrigstem Niveau der vergangenen Jahre

Die Auswirkungen des höheren Preisniveaus zeigten sich besonders im Einzelhandel mit Lebensmitteln. Nachdem die realen Umsätze in diesem Bereich im Dezember 2022 auf einen Tiefstand gesunken waren, bewegten sie sich im Jahresverlauf 2023 in etwa auf dem im Vergleich zu den Corona-Jahren niedrigen Niveau des Jahres 2015. Im November 2023 ging der Umsatz im Lebensmitteleinzelhandel gegenüber dem Vormonat real um 0,5 % und nominal um 0,1 % zurück. Damit lag der reale Umsatz um 1,9 % über dem Tiefstand vom Dezember 2022. Im Vergleich zum Vorjahresmonat November 2022 ging der reale Umsatz im November 2023 um 0,7 % zurück, während der nominale Umsatz um 4,3 % stieg.

Umsatzentwicklung im Einzelhandel mit Nicht-Lebensmitteln sowie im Internet- und Versandhandel ebenfalls deutlich rückläufig

Der reale Umsatz im Einzelhandel mit Nicht-Lebensmitteln sank im November 2023 um 3,6 % gegenüber dem Vormonat und um 3,1 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Im Internet- und Versandhandel ging der reale Umsatz im November um 2,8 % zum Vormonat zurück und lag damit um 3,5 % unter dem Niveau des Vorjahresmonats November 2022. Im Gegensatz hierzu erzielte der Einzelhandel mit Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren im November 2023 mit einem realen Plus von 2,0 % zum Vormonat und 2,6 % zum Vorjahresmonat einen deutlichen Zuwachs. Bereits im Oktober 2023 waren die realen Umsätze der Branche besonders stark gestiegen (+5,0 % zum Vormonat und +6,3 % zum Vorjahresmonat, revidiertes Ergebnis).

Weitere Informationen:

Weitere Ergebnisse bietet auch die Themenseite „Groß- und Einzelhandel“ im Internetangebot des Statistischen Bundesamtes. Tabellen mit aktuellen Ergebnissen zum Umsatz und zur Beschäftigung im Einzelhandel bietet auch die Themenseite „Konjunkturindikatoren“.

Das Statistische Bundesamt berücksichtigt verspätete Mitteilungen der befragten Erhebungseinheiten und aktualisiert deshalb monatlich die ersten nachgewiesenen Ergebnisse. Die Revisionstabellen geben Auskunft über die Auswirkungen der Aktualisierungen auf die Ergebnisse.

Der Einzelhandelsumsatz ist auch im Dashboard Deutschland (www.dashboard-deutschland.de) verfügbar. In diesem Datenportal bündelt das Statistische Bundesamt hochaktuelle Indikatoren der amtlichen Statistik und weiterer Datenanbieter zu den Themen Wirtschaft und Finanzen sowie Gesundheit und Mobilität. Mit dem „Pulsmesser Wirtschaft“ steht dort auch ein Tool zur Konjunkturbeobachtung in Echtzeit bereit.

Globale Automobilzuliefererstudie: bis 2030 massive Herausforderungen für Autoindustrie – Marktwachstum durch neue Technologien von über 30 Prozent bis 2030 erwartet

Wachstumspotenzial der Automobilzuliefererindustrie je nach Segment. Quelle: ots

Seit Tagen spricht man in der Autoindustrie nur noch von den aktuellen Ergebnissen der „Global Automotive Supplier Study 2023“, für die 600 Automobilzulieferer durch die Unternehmensberatung Roland Berger und die Investmentbank Lazard analysiert wurden. Die viel beachtete Studie prognostiziert sehr große Veränderungen in den Themenbereichen der regionalen Aufstellung sowie der Komponenten- und Kundenportfolios. Wir haben uns die konkreten Ergebnisse angeschaut.

Und, wenn dies nicht schon genug wäre, ist von einer Spaltung der im betreffenden Segment aktiven Unternehmen in zwei Lager die Rede: Auf der einen Seite stehen neue, hochprofitable Firmen, die vor allem die Themen Batterie, Halbleiter und Software besetzen. Sie treten in Konkurrenz zu klassischen Zulieferern, die ihr angestammtes Portfolio aus den Feldern Industrie und Konsumgüter erweitern müssen.

Dabei wachsen sie im Automobilbereich stark und erzielen über alle Geschäftsfelder hinweg sehr hohe EBIT-Margen. Sind es 2022 im Batteriesegment noch ca. 10 Prozent, erzielten Unternehmen im Halbleiter-Geschäft ca. 30 Prozent und bei Software sogar ca. 35 Prozent EBIT-Marge. Auf der anderen Seite stehen die traditionellen Automobilzulieferer.

Die Rekordergebnisse aus dem letzten Jahrzehnt sind hier passé. Die neue Normalität sind EBIT-Margen von 5 Prozent oder weniger (4,6% in 2022). Das zeigt die neueste Publikation „Global Automotive Supplier Study 2023“ von der Unternehmensberatung Roland Berger und der Investmentbank Lazard, die 600 Automobilzulieferer analysiert.

„Im Vergleich schneiden die neuen Konkurrenten mit innovativen Hard- und Software-Lösungen deutlich besser ab“, unterstreicht Felix Mogge, Partner bei Roland Berger. „Das liegt nicht nur am jeweiligen Produkt, sondern auch daran, dass sie flexibel auf Marktentwicklungen sowie Kundenanforderungen reagieren und Kapital in für sie attraktive Wachstumssegmente investieren können.“

Neue Technologien sorgen für Wachstum

Neben diesen neuen Konkurrenten zählen asiatische Zulieferer momentan zu den Gewinnern im Markt. Sie wachsen zum einen mit ihren Automobilherstellern aus Fernost durch den Anstieg lokaler Produktionszahlen. Zum anderen profitieren sie stark von der Elektrifizierung des Antriebsstrangs sowie der Digitalisierung – Technologien, auf die sich Hersteller in Asien bereits länger konzentrieren und die dort stärker nachgefragt werden als in anderen Regionen. Auch global dürften asiatische OEMs zukünftig Marktanteile gewinnen und ihre Zulieferer mitziehen.

Insgesamt bleibt der Zulieferermarkt ein Wachstumsgeschäft, jedoch mit anderen Komponenten, bei anderen Kunden und für andere Zulieferer als heute. Bis 2030 wird er um mehr als 30 Prozent auf insgesamt 1,3 Billionen US-Dollar zulegen, was einem jährlichen Wachstum von 4 Prozent entspricht. Hersteller mechanischer Standardkomponenten und von Technologien rund um den Verbrennungsmotor werden in diesem Zeitraum hingegen deutlich über 10 Prozent des heutigen Marktvolumens einbüßen.

„Zulieferer aus Europa und den USA sollten sich zunehmend an den neuen, schnell wachsenden Herstellern von batterieelektrischen Fahrzeugen aus Asien ausrichten“, sagt Christian Kames, Automobilexperte und Co-Head DACH bei Lazard Financial Advisory. „Um im globalen Wettbewerb zu bestehen, werden ein ausreichender finanzieller Spielraum sowie die Größe des Unternehmens immer wichtiger. Daher ist mit einer Zunahme von M&A-Transaktionen und strategischen Kooperationen zu rechnen.“

Drei Erfolgskriterien für Zulieferer – innovativ, flexibel, international

Besonders traditionelle Zulieferer aus Europa und Nordamerika investieren momentan insgesamt zu wenig, um notwendige Innovationen zu fördern. Ihnen setzen Volumenschwankungen, fehlende Skaleneffekte bei der Produktion, hohe Rohstoff- und Energiepreise, der Preisdruck der Hersteller, Fachkräftemangel sowie steigende Zinsen zu.

Um gegenüber der asiatischen Konkurrenz bestehen zu können, sind allerdings ebendiese Investitionen in Innovationen erfolgsentscheidend. Denn nur mithilfe einer internationalen und auf Innovation ausgerichteten Strategie können Unternehmen ihr Geschäftsmodell flexibel an neue Technologien anpassen. „Viele Zulieferer benötigen dezidierte Leistungsprogramme, um ihre Margen zu stabilisieren und das Unternehmen gegen zukünftige Unsicherheiten abzusichern“, empfiehlt Mogge. „Sie sollten alle Aktivitäten, jedoch spezifisch im Hinblick auf Produktportfolio, Produktionsstandorte und Lieferkettenstrukturen, überdenken.“

Die Studie können Sie hier herunterladen: https://ots.de/vtivtD

Ernst & Young: Mehrheit rechnet für 2024 mit Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage in Deutschland

Henrik Ahlers, Vorsitzender der Geschäftsführung bei EY

Kein Ende des Krisenmodus in Sicht? Mehr als die Hälfte der Verbraucherinnen und Verbraucher (54 Prozent) rechnet für 2024 mit einer weiteren Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage in Deutschland. Von einer Verbesserung gehen nur 15 Prozent aus, 31 Prozent rechnen mit einer gleichbleibenden Situation. Das sind Ergebnisse einer Studie der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY. Basis der Studie ist eine repräsentative Umfrage unter mehr als 1.000 Verbraucherinnen und Verbrauchern in Deutschland. EY sitzt im GAP15 in Düsseldorf.

Ihre eigene finanzielle und wirtschaftliche Lage bewerten die Befragten zwiegespalten. Die gute Nachricht: Die Zufriedenheit mit der eigenen Finanzsituation hat sich in den vergangenen zwölf Monaten nicht weiter verschlechtert – ein Viertel (25 Prozent) der Verbraucherinnen und Verbraucher hierzulande bewertet die eigene finanzielle Situation positiv, 23 Prozent negativ. Die schlechte Nachricht: Die Zufriedenheit ist damit unverändert auf dem niedrigsten Niveau seit der Finanzkrise 2008.

Henrik Ahlers, Vorsitzender der Geschäftsführung bei EY: „Die Kosten für Lebensmittel, Heizung und zahlreiche Dienstleistung sind 2023 noch einmal deutlich gestiegen. Für viele Menschen in Deutschland wird der Krisenmodus zum neuen Normalzustand. Was allerdings Hoffnung machen kann: Aktuell sinkt die Inflation wieder stärker. Damit stieg die Kaufkraft der Verbraucherinnen und Verbraucher im vergangenen Quartal erstmals wieder, die Löhne legten stärker zu als die Verbraucherpreise.“

Die Hälfte der Menschen schränkt sich stark oder sehr stark ein – nur noch die Hälfte blickt optimistisch in die Zukunft

Allerdings: Viele Menschen in Deutschland haben in den vergangenen Jahren deutliche Einbußen beim verfügbaren Einkommen hinnehmen müssen. Insgesamt gibt mehr als ein Drittel (35 Prozent) an, dass sie sich beispielsweise beim Griff ins Supermarktregal sehr stark oder stark einschränken müssen. Bei den Frauen sagen dies 39 Prozent, bei den Männern sind es 30 Prozent. Insgesamt haben sogar neun von zehn Befragten ihr Einkaufsverhalten aufgrund der Inflation verändert. Den Rotstift setzen die Menschen dabei vor allem bei größeren Einzelanschaffungen wie Autos, Küchen und Möbeln an (57 Prozent). Etwas mehr als die Hälfte (51 Prozent) will die Ausgaben bei Unterhaltungselektronik zurückfahren, beim Renovieren zu sparen geben 43 Prozent der Befragten an.

Immerhin: Der Anteil der Befragten, die insgesamt eher optimistisch in die Zukunft blicken, ist im Vergleich zum Vorjahr leicht – von 44 auf 49 Prozent – gestiegen. Damit sind die Pessimisten mit einem Anteil von 51 Prozent allerdings immer noch leicht in der Überzahl. Zum Vergleich: Ende 2019, also vor dem Ausbruch der Pandemie, lag der Anteil der Optimisten noch bei 75 Prozent, also erheblich höher. Ahlers: „Die Vielzahl an schweren Krisen, die sich in den vergangenen Jahren abgelöst bzw. überlappt haben, hat Spuren hinterlassen. Es ist zwar wichtig, realistisch auf den Zustand der Welt zu schauen und damit umzugehen. Aber wir müssen auch aufpassen, dass wir Deutschen nicht zur depressiven Nation werden und Chancen und positive Entwicklungen aus dem Blick verlieren.“

Zwar seien die derzeitigen Herausforderungen, mit denen Deutschland konfrontiert sei, groß, aber – so Ahlers weiter: „Jammern hilft nicht, wir haben es in vielerlei Hinsicht selbst in der Hand, wie gut es uns hierzulande in der kommenden Dekade geht.“ Der Weg sei dabei klar: „Wir müssen entrümpeln, und mehr Innovationen wagen.“ Deutschland sei nicht der kranke Mann Europas, betont Ahlers: „Aktuell sind wir mit Sicherheit kein Wachstumsmotor und Innovationstreiber mehr. Dies kann sich allerdings wieder ändern, wenn wir unsere Hausaufgaben machen und die Baustellen in den Bereichen Bildung, Infrastruktur und Digitalisierung endlich in den Griff kriegen.“ Es werde zwar auf vielen Ebenen über die Notwendigkeit von Transformation und Innovation gesprochen, „allerdings scheinen wir in Deutschland den Mut zu echter Veränderung nicht aufzubringen, weil wir immer noch dazu neigen, uns auf alten Lorbeeren auszuruhen“, so Ahlers.

Gefühlte Arbeitsplatzsicherheit ist gestiegen

Trotz der aktuellen Krisenstimmung bei vielen Menschen: Um ihren Arbeitsplatz machen sich nach wie vor relativ wenige Bundesbürgerinnen und -bürger akute Sorgen. Mehr als die Hälfte (52 Prozent) hält ihren Job für sehr sicher, mehr als ein weiteres Drittel (37 Prozent) beurteilt die Jobsicherheit als „eher sicher“. Damit schätzen fast neun von zehn Beschäftigten hierzulande ihren Arbeitsplatz insgesamt als sicher ein. Sorgen machen sich die Menschen hierzulande aber trotzdem: Vor allem über die Auswirkungen der Flüchtlingskrise (59 Prozent, plus vier Prozentpunkte) und Kriege im Ausland (wie im Vorjahr 58 Prozent).

Ahlers: „Angesichts unsicherer Konjunkturprognosen fahren die Unternehmen aktuell auf Sicht – und werden sich bei Neueinstellungen verständlicherweise zurückhalten. Eine aus Sicht der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wenig erfreuliche Entwicklung.“ Wie sich technische Entwicklungen – allen voran Künstliche Intelligenz – auf den Arbeitsmarkt auswirken werden, sei ebenfalls nicht absehbar, so Ahlers weiter. „Dass trotzdem die Arbeitsplatzsicherheit des Großteils der Angestellten hierzulande enorm hoch und im Vergleich zum Vorjahr sogar gestiegen ist, ist ein positives Signal und kann gar nicht hoch genug bewertet werden – auch weil dies eine wichtige Grundvoraussetzung für sozialen Frieden in unserem Land und die Zustimmung zu unserer demokratischen Verfassung ist. Umso wichtiger ist es, dass wir mit den notwendigen Änderungen und Reformen nicht erst dann beginnen, wenn die Arbeitslosenzahlen in die Höhe gehen, sondern die Transformation unseres Landes jetzt beherzt angehen.“

„Räum-Deinen-Schreibtisch-auf-Tag“: Mit 5S in fünf Schritten zu einem ordentlichen Arbeitsplatz

Am 8. Januar 2024 steht der “ Räum-Deinen-Schreibtisch-auf-Tag “ an.* Ein Anlass, den Arbeitsplatz zu sortieren und mit frischem Elan ins neue Jahr zu starten. Zum Aufräumen hat sich weltweit für Büroangestellte in Unternehmen und im Homeoffice die aus Japan stammende 5S-Methode bewährt. Der Experte erklärt, wie es funktioniert.

5S steht für: Sortiere aus, Stelle ordentlich hin, Säubere, Sauberkeit bewahren und Selbstdisziplin üben. „5S ist eine zuverlässige Methode aus der Produktion zur Organisierung von Arbeitsplätzen und Steigerung der Produktivität. Sie kann auch im Büro oder im Homeoffice genutzt werden“, so Ralph Conrad, wissenschaftlicher Mitarbeiter am ifaa – Institut für angewandte Arbeitswissenschaft in Düsseldorf.

So funktionierts

Schritt 1: Sortiere aus. Was wird benötigt und was nicht? Durchforsten Sie Schreibtisch, Schränke und Ablagen und schauen Sie, was entsorgt werden kann. Damit verschaffen Sie sich einen räumlichen Überblick und reduzieren Ablenkungen am Arbeitsplatz.

Schritt 2:Stelle ordentlich hin. Nach dem Sortieren folgt das Systematisieren. Ein klar strukturierter Arbeitsplatz fördert die Effizienz und sorgt dafür, dass benötigte Gegenstände leicht zu finden sind. Die Anwendung von Ablage- und Ordnungssystemen erleichtert den Arbeitsalltag.

Schritt 3: Säubere. Ein sauberer Arbeitsplatz trägt nicht nur zum Wohlbefinden bei, sondern verbessert auch die Sicherheit und verhindert Verluste von Dokumenten oder Materialien. Am „Räum-Deinen-Schreibtisch-auf-Tag“ ist es Zeit, Staub zu wischen, Oberflächen zu reinigen und damit frisch ins neue Jahr zu starten.

Schritt 4: Sauberkeit bewahren. Es gilt den aufgeräumten Zustand beizubehalten. „Nutzen Sie klare Richtlinien und Standards für die Organisation am Arbeitsplatz, um langfristig Ordnung und Effizienz zu gewährleisten,“ rät der Experte.

Schritt 5: Selbstdisziplin üben. Auch wenn es manchmal schwerfällt: Selbstdisziplin ist der Schlüssel zur langfristigen Aufrechterhaltung eines aufgeräumten Arbeitsplatzes. Dazu gehören regelmäßige Aufräumgewohnheiten.

Großer Nutzen innerhalb kurzer Zeit

Unternehmen, die die 5S-Methode einführen, profitieren von einer gesteigerten Produktivität, verbesserten Arbeitsabläufen und einem positiven Arbeitsumfeld. Der „Räum-Deinen-Schreibtisch-auf-Tag “ bietet eine hervorragende Gelegenheit, diese Vorteile zu nutzen und das Jahr mit einem organisierten und effizienten Büro zu beginnen. Eine aufgeräumte Umgebung fördert auch die Kreativität und Zufriedenheit am Arbeitsplatz.

Weitere Informationen zur Methode:

https://www.arbeitswissenschaft.net/angebote-produkte/ifaa-lexikon/5s-5a

*eine Initiative aus den USA („National Clean off Your Desk Day“, der immer auf den zweiten Montag im Januar fällt),

Konjunktur: Betriebe gehen mit vorsichtiger Zuversicht ins neue Jahr – fast 60% hoffen auf eine „“gleichbleibende“ oder sogar „bessere“ Geschäftslage – dennoch bleiben die Problemlagen groß

Präsident Arndt Kirchhoff

59% der Unternehmen in der nordrhein-westfälischen Metall- und Elektroindustrie hoffen in den kommenden sechs Monaten auf gleichbleibende und bessere Geschäfte. Der Rest (41%) befürchten schlechtere Geschäfte. Dies ist das Ergebnis einer Umfrage des Arbeitgeberverbandes Metall NRW. Die Zahlen sind zwar schlechter als im Vorjahr, aber es gibt in den Betrieben dennoch Anzeichen einer vorsichtigen Zuversicht. Wir fassen die Ergebnisse nachfolgend zusammen.

Von Christoph Sochart

Etwas über die Hälfte der Unternehmen bleiben bei den Geschäftserwartungen zuversichtlich. Der Trend bei den Aufträgen ist ähnlich: 58% rechnen im Inland mit einer gleichbleibenden bzw. besseren Auftragslage – auf das Ausland bezogen sagen dies 71%. Mit einer schlechteren Auftragslage rechnen 42% (Inland) bzw. 29% (Ausland). Der Präsident von METALL NRW, Arndt G. Kirchhoff, bezeichnete die Ergebnisse der Umfrage seines Verbandes gleichwohl „mehr als ernüchternd“. Sie seien nicht nur Ausdruck der größtenteils hausgemachten strukturellen Krise des Industriestandorts Deutschland. Immer sichtbarer werde, dass die Wettbewerbsfähigkeit des Landes auf dem Spiel stehe. Die Zeit für einen wirtschaftspolitischen Kurswechsel sei mehr als reif.

Geschäftslage:

62% der Unternehmen in NRW bezeichnen die aktuelle Geschäftslage als „gut“ bzw. „befriedigend“. Im Vorjahr sagten dies noch 84%. Als „schlecht“ bezeichnen 38% (Vorjahr: 16%) die aktuelle Lage. 59% der befragten Betriebe schätzen die Geschäftslage in den kommenden sechs Monaten als „gleichbleibend“ oder „besser“ ein (Vorjahr 61%). 41% befürchten eine schlechtere Geschäftsflage, fast unverändert gegenüber dem Vorjahr.

Auftragslage:

Fast jedes zweite Unternehmen sagt, dass die aktuelle Auftragslage inlandsbezogen „schlecht“ ist (47%). Auslandsbezogen sagen dies 42%. Im Vorjahr sagten dies nur 21% bzw. 22%. 53% der Unternehmen bezeichnen die Auftragslage als „gut“ oder „befriedigend“ im Inland, im Ausland 58%.

58% der Unternehmen hoffen in den kommenden sechs Monaten auf eine „gleichbleibende“ oder sogar „gute“ Auftragslage im Inland (Vorjahr: 62%). Zu 42% schätzen die Unternehmen die zukünftige Auftragslage im Inland als „schlecht“ ein – bezogen auf das Ausland sagt dies nur jede dritte Unternehmen. 71% erhoffen sich in 2024 eine gleichbleibende bis bessere Auftragslage im Ausland.

Ertragslage:

65%  aller Betriebe sagen, ihre Ertragslage sei „gut“ oder „befriedigend“ (Vorjahr: drei Viertel). 35% erklären in der Befragung, die Ertragslage sei „schlecht“. Im Vorjahr sagten dies nur 26%. Die Ertragserwartungen in den kommenden sechs Monaten bezeichnen 46% als „schlecht“ (Vorjahr: 45%), mehr als die Hälfte der Unternehmen (54%) als „gleichbleibend“ oder sogar „besser“ (Vorjahr: 55%).

Entwicklung der Beschäftigung:

Bei 58% der befragten Unternehmen bleibt die Zahl der Arbeitsplätze in den kommenden sechs Monaten in 2024 unverändert und 15% planen sogar mehr Menschen ein. Für die vergangenen sechs Monate sagten dies allerdings noch 25%.

19% der Betriebe rechnen mit Entlassungen (letzte sechs Monate waren es nur 15%) und sogar 33% rechnen in den ersten Monaten mit Kurzarbeit, 8% mit Mehrarbeit. In den letzten sechs Monaten waren es nur 22% mit Kurzarbeit und 13% rechneten mit Mehrarbeit.

Ausbildung:

Die Betriebe stehen weiterhin zur Ausbildung! 72% werden ihre Zahlen nicht verändern, 14% sogar erhöhen. 14% rechnen aber auch mit einer Abnahme.

Investitionen:

Fast 60% der Betriebe werden gleichbleibend oder sogar steigend im Inland investieren (Ausland: 67%). Ihre Inventionen zurückfahren im Inland werden 41% (Vorjahr: 27%), im Ausland 33% (23%).

Monitor zum neuen Jahr 2024: Was kommt, was bleibt, was verändert sich?

Das Redaktionsteam der Unternehmerschaft Düsseldorf hat sorgfältig Reports ausgewertet und in Gesprächen mit Expertinnen und Experten, sowohl intern als auch extern, angereichert. Im Folgenden präsentieren wir einen Monitor für das Jahr 2024, basierend auf verschiedenen Quellen und Fachanalysen.

Von Christoph Sochart

Kirchensteuer: Inflation frisst Mehreinnahmen auf

Die Kirchensteuereinnahmen stehen unter Druck, da sie inflationsbereinigt 2023 fünf Prozent geringer ausfallen als im Vorjahr. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) prognostiziert, dass die anhaltende Austrittswelle und der demografische Wandel die Kirchenfinanzen weiter beeinträchtigen werden. Die Zahl der Gläubigen sank laut Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland bis Jahresende um 900.000, schreibt pioneer. Die demografische Alterung verschärft die Situation, da Rentner im Durchschnitt weniger Kirchensteuer zahlen. Der Negativtrend könnte sich zwischen 2024 und 2028 etwas abschwächen, wenn die Löhne die Inflation einholen und steuerfreie Inflationsausgleichsprämien auslaufen. Die IW-Forscher prognostizieren, dass die Einnahmen bis 2028 wieder auf 11,7 Milliarden Euro steigen könnten.

Mittelstand weiter unter Druck

Eine Umfrage des Bundesverbandes der mittelständischen Wirtschaft (BVMW) zeigt, dass über 84 Prozent der mittelständischen Unternehmen eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage in Deutschland in den letzten 12 Monaten verzeichneten. Etwa 43 Prozent der Befragten gaben an, dass sich die Lage ihres eigenen Unternehmens im vergangenen Jahr verschlechtert hat. Für 2024 rechnen rund 40 Prozent mit einer weiteren Verschlechterung. Besonders kleine und mittlere Unternehmen leiden unter Bürokratie, neuen Umweltauflagen, Fachkräftemangel und Unsicherheiten im Handel mit China, schreibt pioneer.

Streit um den Bundeshaushalt verunsichert die Unternehmen

Obwohl 2024 eigentlich ein Jahr der Erholung für die deutsche Wirtschaft sein könnte, bleibt die Lage schlecht. Die deutschen Unternehmen werden weiterhin mit einer schrumpfenden Wirtschaft konfrontiert sein. Der Streit um den Bundeshaushalt verunsichert die Unternehmen zusätzlich, viele halten Investitionsentscheidungen zurück. Modellrechnungen des IW zeigen, dass über 20 Milliarden Euro an Staatsausgaben wegfallen könnten, was das BIP um rund ½ Prozent drücken würde. Im schlimmsten Fall könnte sogar ein Rückgang von einem Prozent eintreten.

Deutsches Wirtschaftsmodell unter Druck

Das deutsche Exportmodell stagniert weiterhin aufgrund geopolitischer Unsicherheiten. Die Industrie wird 2024 im vierten Jahr in Folge stagnieren, nachdem sie bereits seit 2018 kaum Wachstum verzeichnen konnte. Seit zwei Jahren erhalten Unternehmen weniger Aufträge aus dem Ausland, was zu Zurückhaltung bei Investitionen führt. Die Bautätigkeit bleibt auch 2023 unter dem Niveau von 2019 aufgrund hoher Bauzinsen und Kosten. Die Dienstleistungswirtschaft zeigt hingegen eine leichte Aufwärtsbewegung. Die Inflation wird 2024 voraussichtlich nicht mehr über drei Prozent steigen, was den privaten Haushalten wieder etwas mehr finanziellen Spielraum verschafft.

Nur Deutschlands Wirtschaft schrumpft

Die Arbeitslosigkeit wird voraussichtlich auf sechs Prozent steigen, während andere große Länder wie die USA, Frankreich und China ein Wachstum verzeichnen. Die Bundesregierung wird kritisiert, die finanzpolitische Unsicherheit belaste die Unternehmen. IW-Direktor Michael Hüther betont die Notwendigkeit von finanzpolitischen Impulsen und Reformen, um die deutsche Wirtschaft zu stabilisieren.

Geschätzter durchschnittlicher Strompreis für beispielhafte Unternehmen dieser Branchen im Jahr 2023 in Euro je Megawattstunde

Weiterer Produktionsrückgang wegen der hohen Industriespreise

Die deutsche Industrie steht vor ernsten Herausforderungen aufgrund geopolitischer Entwicklungen und der Transformation zur Klimaneutralität. Der Bundesverfassungsgerichtsbeschluss zum aktuellen Bundeshaushalt erfordert eine grundlegende Prüfung aller Ausgaben. Unternehmen sind verunsichert, was die Unterstützung ihrer Transformationsbemühungen betrifft. Infrastrukturinvestitionen und Unterstützung der Industrie bei der Umstellung von Gas auf teureren Strom und grünen Wasserstoff werden als notwendig erachtet. >> Wie sich die Energiekrise und die hohe Inflationsrate auf das Wirtschaftsleben in Deutschland auswirken, beleuchtet dieses Dossier (bitte hier klicken)

Unternehmensinsolvenzen in Deutschland

Immobilienwirtschaft rutscht in die Rezession

Die Immobilienbranche in Düsseldorf erlebt zahlreiche Pleiten von Bauprojekten und Unternehmen. Die Winterbefragung 2023 im Rahmen des ZIA-IW-Immobilienstimmungsindex zeigt, dass die Branche in die Rezession rutscht. Die Geschäftslage und Erwartungen sind negativ, und die Branche blickt mit großen Sorgenfalten in die Zukunft. Einzig die Aussicht auf ein voraussichtlich stabileres Gesamtumfeld gibt Hoffnung für das Jahr 2024.

Fachkräftemangel begrenzt das Wachstum

Der Fachkräftemangel verschärft sich, und die bisherige Form der Zuwanderung reicht nicht aus. Die Deutsche Industrie- und Handelskammer meldet rund zwei Millionen offene Stellen. Die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter wird bis 2030 um 3,9 Millionen schrumpfen. Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger fordert eine verbesserte Willkommenskultur für Fachkräfte aus dem Ausland. Er warnt vor einem Wohlstandsverlust Deutschlands aufgrund des Fachkräftemangels.

So viel Prozent der 16.387 KI-Stellenanzeigen entfielen in Deutschland im ersten Quartal 2023 auf diese Einsatzbereiche

Künstliche Intelligenz wird zum Treiber der Wirtschaft

Dr. Jörg Herbers, CEO der Aachener Inform, betont, dass die Akzeptanz von Künstlicher Intelligenz mit ihrer Verbreitung und Reife zunehmen wird. Trends für 2024 sind eine intuitive Nutzung, generative Integration, Mensch-KI-Interaktion und die Ausweitung auf neue Bereiche. KI wird integraler Bestandteil von Softwareprodukten, spielt eine kollaborative und unterstützende Rolle im Zusammenspiel mit dem Menschen. Es wird erwartet, dass KI-Technologien in den Bereichen Sprache, Bild- und Tonverarbeitung vermehrt eingesetzt werden. >> Immer mehr Unternehmen in Deutschland wollen Fachkräfte mit KI-Expertise einstellen. In welchen Bereichen besonders viele Spezialisten gesucht werden, zeigt eine Studie des IW für das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz. Darüber lesen Sie mehr HIER!

In unserer 135. Podcastfolge blicken wir gemeinsam mit Rechtsanwalt Alexander Jarre auf ein bewegtes Arbeitsjahr zurück und wagen einen Ausblick auf arbeitsrechtliche Entwicklungen im kommenden Jahr. Von wegweisenden Gerichtsentscheidungen bis hin zu neuen Gesetzen – RA Jarre gibt Einblicke in die arbeitsrechtliche Bilanz des Jahres. HIER KLICKEN, UM ZU HÖREN!

Entgelt-Benchmarks: Orientierung für die richtige Höhe der Vergütung

Der Personalkostenanteil am Gesamtumsatz liegt über alle Betriebsgrößen und Branchen bei ca. 27 %.* „Damit stehen die Betriebe vor der Herausforderung, einerseits durch Entgelte möglichst attraktiv zu sein und andererseits die Grenzen betriebswirtschaftlicher Möglichkeiten nicht zu überschreiten“, so Andreas Feggeler, wissenschaftlicher Experte des ifaa – Institut für angewandte Arbeitswissenschaft in Düsseldorf. Bei jeder zu besetzender oder zu haltendender Arbeitsstelle stellt sich die Frage „Wieviel muss und wieviel kann bezahlt werden?“.

Das Angebot der Vergleichsdaten ist groß

Begeben sich Unternehmen auf die Suche nach aussagekräftigen Vergleichsdaten zu den Entgelthöhen für Arbeitsaufgaben, bietet sich eine Vielzahl von Möglichkeiten im Netz und bei zahlreichen Anbietern. Es gibt sehr große Unterschiede bei Qualität und Preis. Zu beachten: Online-Portale sind schnell verfügbar, aber sie basieren oft auf Selbsteinschätzungen und bergen damit die Gefahr den tatsächlich gestellten Arbeitsanforderungen und -inhalten nicht zu entsprechen. Zudem variieren die Entgelte auf den verschiedenen Angebotsseiten im erheblichen Maße und stellen so eine große Herausforderung für die Gewinnung verlässlicher Erkenntnisse dar.

Zuverlässig sind die kostenlosen Daten zum Beispiel der Bundesagentur für Arbeit (BA) oder die Veröffentlichungen der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder. Diese Umfragen werden als Grundlage für volkswirtschaftliche und sozioökonomische Analysen durchgeführt. Die Daten der BA werden aus dem Meldeverfahren zur Sozialversicherung generiert. Bei den Daten, die Destatis veröffentlicht, ist der Schwerpunkt der Wünsche Verbesserung der Datengrundlage zur Evaluierung des gesetzlichen Mindestlohns und die jährliche Analyse des (un-)bereinigten Gender Pay Gaps. Gleichzeitig sollen diverse Verordnungen auf europäischer und nationaler Ebene erfüllt werden.

Verlässliche und gesicherte Daten bieten Orientierung

Die Arbeitgeberverbände der Metall- und Elektroindustrie bieten bereits seit vielen Jahren in Kooperation mit dem ifaa den Mitgliedsunternehmen Unterstützung bei der Frage nach der richtigen Höhe für definierte Arbeitsaufgaben an. Bei den Angeboten wird mit großer Sorgfalt Wert auf einen der wichtigsten Schlüssel gelegt: Die zuverlässige Vergleichbarkeit der Arbeitsaufgaben mit Kenntnis der Grundlage der herangezogenen Daten, deren Quellen und Qualitäten. Wegen der vorhandenen langjährigen Expertise finden Betriebe hier verlässliche Partner nicht nur bei den richtigen Entgelthöhen, sondern auch bei Fragen zur gesamten Entgeltsystematik.

* Quelle: Destatis, Stand 11. Juli 2022

 

Weitere Informationen unter:

https://www.arbeitswissenschaft.net/angebote-produkte/broschueren/default-bc5313d90e53df3b942988da99f78979

https://www.arbeitswissenschaft.net/themenfelder/entgelt-und-verguetung/

https://www.arbeitswissenschaft.net/angebote-produkte/zahlendatenfakten/azv-zdf-benchmarking

Rheinmetall erhält Auftrag von einem renommierten europäischen Bestandskunden über Abgasklappen

Der Düsseldorfer Technologiekonzern Rheinmetall hat von einem Bestandskunden aus dem Segment Nutzfahrzeuge einen weiteren Auftrag zur Lieferung einer sechsstelligen Anzahl von Abgasklappen erhalten. Dieser an die bestehende Kundenbeziehung und die bereits laufende kundenspezifische Produktion anknüpfende Auftrag hat einen Gesamtwert in Höhe eines niedrigen zweistelligen MioEUR-Betrags.

Die beiden Konzerne verbindet eine seit mehr als zehn Jahren erfolgreiche Zusammenarbeit. Rheinmetall beliefert den Kunden bereits heute als Tier1-Lieferant mit Abgasklappen. Die aktuelle Beauftragung bezieht sich auf den japanischen Markt für leichte Nutzfahrzeuge mit Dieselantrieb. Die bereits laufende Produktion der Ventile für den Hersteller wird nun bis zum Ende des Jahres 2026 fortgeführt. Der Vertrag umfasst auch die Lieferung von Ersatzteilen in einem Umfang von 10% des Auftragswertes.

Abgasklappen sind für die Regelung der Abgasrückführrate von entscheidender Bedeutung. Die weiter fortschreitende Verschärfung der Abgasnormen zwingt die Hersteller im Bereich Nutzfahrzeuge zu einer nachhaltigen Reduzierung der Partikel- und Schadstoffemissionen.

Rheinmetall ist Systempartner bei allen Fragen der genauen Regelung der Abgasrückführrate, unabhängig davon ob Diesel- oder Ottomotoren, ob Pkw, Nutzfahrzeug oder Industriemotor. Das Kompetenzportfolio reicht auch über Hochdruck- und Niederdruck-Abgasrückführungssysteme, Kaltseiten- oder Heißseitenaufbau, „smart“ oder „non-smart“ sowie Metall- oder Kunststoffgehäuse. Die Produkte werden individuell auf die Bedürfnisse der Kunden abgestimmt.

Das Marktsegment der dieselbetriebenen Nutzfahrzeuge wird trotz der hohen Bedeutung einer modernen emissionsfreien Mobilität noch für einen langen Zeitraum eine hohe Nachfrage generieren. Rheinmetall unterstreicht mit diesem Auftrag seine Expertise als kompetenter Partner im globalen Fahrzeugbau entlang der gesamten Modellvarianten, nicht nur im Bereich moderner Fahrzeuge, die rein elektrisch angetrieben werden, sondern auch weiterhin im Bereich der klassischen Antriebe.