Ernst & Young: Mehrheit rechnet für 2024 mit Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage in Deutschland

Henrik Ahlers, Vorsitzender der Geschäftsführung bei EY

Kein Ende des Krisenmodus in Sicht? Mehr als die Hälfte der Verbraucherinnen und Verbraucher (54 Prozent) rechnet für 2024 mit einer weiteren Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage in Deutschland. Von einer Verbesserung gehen nur 15 Prozent aus, 31 Prozent rechnen mit einer gleichbleibenden Situation. Das sind Ergebnisse einer Studie der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY. Basis der Studie ist eine repräsentative Umfrage unter mehr als 1.000 Verbraucherinnen und Verbrauchern in Deutschland. EY sitzt im GAP15 in Düsseldorf.

Ihre eigene finanzielle und wirtschaftliche Lage bewerten die Befragten zwiegespalten. Die gute Nachricht: Die Zufriedenheit mit der eigenen Finanzsituation hat sich in den vergangenen zwölf Monaten nicht weiter verschlechtert – ein Viertel (25 Prozent) der Verbraucherinnen und Verbraucher hierzulande bewertet die eigene finanzielle Situation positiv, 23 Prozent negativ. Die schlechte Nachricht: Die Zufriedenheit ist damit unverändert auf dem niedrigsten Niveau seit der Finanzkrise 2008.

Henrik Ahlers, Vorsitzender der Geschäftsführung bei EY: „Die Kosten für Lebensmittel, Heizung und zahlreiche Dienstleistung sind 2023 noch einmal deutlich gestiegen. Für viele Menschen in Deutschland wird der Krisenmodus zum neuen Normalzustand. Was allerdings Hoffnung machen kann: Aktuell sinkt die Inflation wieder stärker. Damit stieg die Kaufkraft der Verbraucherinnen und Verbraucher im vergangenen Quartal erstmals wieder, die Löhne legten stärker zu als die Verbraucherpreise.“

Die Hälfte der Menschen schränkt sich stark oder sehr stark ein – nur noch die Hälfte blickt optimistisch in die Zukunft

Allerdings: Viele Menschen in Deutschland haben in den vergangenen Jahren deutliche Einbußen beim verfügbaren Einkommen hinnehmen müssen. Insgesamt gibt mehr als ein Drittel (35 Prozent) an, dass sie sich beispielsweise beim Griff ins Supermarktregal sehr stark oder stark einschränken müssen. Bei den Frauen sagen dies 39 Prozent, bei den Männern sind es 30 Prozent. Insgesamt haben sogar neun von zehn Befragten ihr Einkaufsverhalten aufgrund der Inflation verändert. Den Rotstift setzen die Menschen dabei vor allem bei größeren Einzelanschaffungen wie Autos, Küchen und Möbeln an (57 Prozent). Etwas mehr als die Hälfte (51 Prozent) will die Ausgaben bei Unterhaltungselektronik zurückfahren, beim Renovieren zu sparen geben 43 Prozent der Befragten an.

Immerhin: Der Anteil der Befragten, die insgesamt eher optimistisch in die Zukunft blicken, ist im Vergleich zum Vorjahr leicht – von 44 auf 49 Prozent – gestiegen. Damit sind die Pessimisten mit einem Anteil von 51 Prozent allerdings immer noch leicht in der Überzahl. Zum Vergleich: Ende 2019, also vor dem Ausbruch der Pandemie, lag der Anteil der Optimisten noch bei 75 Prozent, also erheblich höher. Ahlers: „Die Vielzahl an schweren Krisen, die sich in den vergangenen Jahren abgelöst bzw. überlappt haben, hat Spuren hinterlassen. Es ist zwar wichtig, realistisch auf den Zustand der Welt zu schauen und damit umzugehen. Aber wir müssen auch aufpassen, dass wir Deutschen nicht zur depressiven Nation werden und Chancen und positive Entwicklungen aus dem Blick verlieren.“

Zwar seien die derzeitigen Herausforderungen, mit denen Deutschland konfrontiert sei, groß, aber – so Ahlers weiter: „Jammern hilft nicht, wir haben es in vielerlei Hinsicht selbst in der Hand, wie gut es uns hierzulande in der kommenden Dekade geht.“ Der Weg sei dabei klar: „Wir müssen entrümpeln, und mehr Innovationen wagen.“ Deutschland sei nicht der kranke Mann Europas, betont Ahlers: „Aktuell sind wir mit Sicherheit kein Wachstumsmotor und Innovationstreiber mehr. Dies kann sich allerdings wieder ändern, wenn wir unsere Hausaufgaben machen und die Baustellen in den Bereichen Bildung, Infrastruktur und Digitalisierung endlich in den Griff kriegen.“ Es werde zwar auf vielen Ebenen über die Notwendigkeit von Transformation und Innovation gesprochen, „allerdings scheinen wir in Deutschland den Mut zu echter Veränderung nicht aufzubringen, weil wir immer noch dazu neigen, uns auf alten Lorbeeren auszuruhen“, so Ahlers.

Gefühlte Arbeitsplatzsicherheit ist gestiegen

Trotz der aktuellen Krisenstimmung bei vielen Menschen: Um ihren Arbeitsplatz machen sich nach wie vor relativ wenige Bundesbürgerinnen und -bürger akute Sorgen. Mehr als die Hälfte (52 Prozent) hält ihren Job für sehr sicher, mehr als ein weiteres Drittel (37 Prozent) beurteilt die Jobsicherheit als „eher sicher“. Damit schätzen fast neun von zehn Beschäftigten hierzulande ihren Arbeitsplatz insgesamt als sicher ein. Sorgen machen sich die Menschen hierzulande aber trotzdem: Vor allem über die Auswirkungen der Flüchtlingskrise (59 Prozent, plus vier Prozentpunkte) und Kriege im Ausland (wie im Vorjahr 58 Prozent).

Ahlers: „Angesichts unsicherer Konjunkturprognosen fahren die Unternehmen aktuell auf Sicht – und werden sich bei Neueinstellungen verständlicherweise zurückhalten. Eine aus Sicht der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wenig erfreuliche Entwicklung.“ Wie sich technische Entwicklungen – allen voran Künstliche Intelligenz – auf den Arbeitsmarkt auswirken werden, sei ebenfalls nicht absehbar, so Ahlers weiter. „Dass trotzdem die Arbeitsplatzsicherheit des Großteils der Angestellten hierzulande enorm hoch und im Vergleich zum Vorjahr sogar gestiegen ist, ist ein positives Signal und kann gar nicht hoch genug bewertet werden – auch weil dies eine wichtige Grundvoraussetzung für sozialen Frieden in unserem Land und die Zustimmung zu unserer demokratischen Verfassung ist. Umso wichtiger ist es, dass wir mit den notwendigen Änderungen und Reformen nicht erst dann beginnen, wenn die Arbeitslosenzahlen in die Höhe gehen, sondern die Transformation unseres Landes jetzt beherzt angehen.“

„Räum-Deinen-Schreibtisch-auf-Tag“: Mit 5S in fünf Schritten zu einem ordentlichen Arbeitsplatz

Am 8. Januar 2024 steht der “ Räum-Deinen-Schreibtisch-auf-Tag “ an.* Ein Anlass, den Arbeitsplatz zu sortieren und mit frischem Elan ins neue Jahr zu starten. Zum Aufräumen hat sich weltweit für Büroangestellte in Unternehmen und im Homeoffice die aus Japan stammende 5S-Methode bewährt. Der Experte erklärt, wie es funktioniert.

5S steht für: Sortiere aus, Stelle ordentlich hin, Säubere, Sauberkeit bewahren und Selbstdisziplin üben. „5S ist eine zuverlässige Methode aus der Produktion zur Organisierung von Arbeitsplätzen und Steigerung der Produktivität. Sie kann auch im Büro oder im Homeoffice genutzt werden“, so Ralph Conrad, wissenschaftlicher Mitarbeiter am ifaa – Institut für angewandte Arbeitswissenschaft in Düsseldorf.

So funktionierts

Schritt 1: Sortiere aus. Was wird benötigt und was nicht? Durchforsten Sie Schreibtisch, Schränke und Ablagen und schauen Sie, was entsorgt werden kann. Damit verschaffen Sie sich einen räumlichen Überblick und reduzieren Ablenkungen am Arbeitsplatz.

Schritt 2:Stelle ordentlich hin. Nach dem Sortieren folgt das Systematisieren. Ein klar strukturierter Arbeitsplatz fördert die Effizienz und sorgt dafür, dass benötigte Gegenstände leicht zu finden sind. Die Anwendung von Ablage- und Ordnungssystemen erleichtert den Arbeitsalltag.

Schritt 3: Säubere. Ein sauberer Arbeitsplatz trägt nicht nur zum Wohlbefinden bei, sondern verbessert auch die Sicherheit und verhindert Verluste von Dokumenten oder Materialien. Am „Räum-Deinen-Schreibtisch-auf-Tag“ ist es Zeit, Staub zu wischen, Oberflächen zu reinigen und damit frisch ins neue Jahr zu starten.

Schritt 4: Sauberkeit bewahren. Es gilt den aufgeräumten Zustand beizubehalten. „Nutzen Sie klare Richtlinien und Standards für die Organisation am Arbeitsplatz, um langfristig Ordnung und Effizienz zu gewährleisten,“ rät der Experte.

Schritt 5: Selbstdisziplin üben. Auch wenn es manchmal schwerfällt: Selbstdisziplin ist der Schlüssel zur langfristigen Aufrechterhaltung eines aufgeräumten Arbeitsplatzes. Dazu gehören regelmäßige Aufräumgewohnheiten.

Großer Nutzen innerhalb kurzer Zeit

Unternehmen, die die 5S-Methode einführen, profitieren von einer gesteigerten Produktivität, verbesserten Arbeitsabläufen und einem positiven Arbeitsumfeld. Der „Räum-Deinen-Schreibtisch-auf-Tag “ bietet eine hervorragende Gelegenheit, diese Vorteile zu nutzen und das Jahr mit einem organisierten und effizienten Büro zu beginnen. Eine aufgeräumte Umgebung fördert auch die Kreativität und Zufriedenheit am Arbeitsplatz.

Weitere Informationen zur Methode:

https://www.arbeitswissenschaft.net/angebote-produkte/ifaa-lexikon/5s-5a

*eine Initiative aus den USA („National Clean off Your Desk Day“, der immer auf den zweiten Montag im Januar fällt),

Konjunktur: Betriebe gehen mit vorsichtiger Zuversicht ins neue Jahr – fast 60% hoffen auf eine „“gleichbleibende“ oder sogar „bessere“ Geschäftslage – dennoch bleiben die Problemlagen groß

Präsident Arndt Kirchhoff

59% der Unternehmen in der nordrhein-westfälischen Metall- und Elektroindustrie hoffen in den kommenden sechs Monaten auf gleichbleibende und bessere Geschäfte. Der Rest (41%) befürchten schlechtere Geschäfte. Dies ist das Ergebnis einer Umfrage des Arbeitgeberverbandes Metall NRW. Die Zahlen sind zwar schlechter als im Vorjahr, aber es gibt in den Betrieben dennoch Anzeichen einer vorsichtigen Zuversicht. Wir fassen die Ergebnisse nachfolgend zusammen.

Von Christoph Sochart

Etwas über die Hälfte der Unternehmen bleiben bei den Geschäftserwartungen zuversichtlich. Der Trend bei den Aufträgen ist ähnlich: 58% rechnen im Inland mit einer gleichbleibenden bzw. besseren Auftragslage – auf das Ausland bezogen sagen dies 71%. Mit einer schlechteren Auftragslage rechnen 42% (Inland) bzw. 29% (Ausland). Der Präsident von METALL NRW, Arndt G. Kirchhoff, bezeichnete die Ergebnisse der Umfrage seines Verbandes gleichwohl „mehr als ernüchternd“. Sie seien nicht nur Ausdruck der größtenteils hausgemachten strukturellen Krise des Industriestandorts Deutschland. Immer sichtbarer werde, dass die Wettbewerbsfähigkeit des Landes auf dem Spiel stehe. Die Zeit für einen wirtschaftspolitischen Kurswechsel sei mehr als reif.

Geschäftslage:

62% der Unternehmen in NRW bezeichnen die aktuelle Geschäftslage als „gut“ bzw. „befriedigend“. Im Vorjahr sagten dies noch 84%. Als „schlecht“ bezeichnen 38% (Vorjahr: 16%) die aktuelle Lage. 59% der befragten Betriebe schätzen die Geschäftslage in den kommenden sechs Monaten als „gleichbleibend“ oder „besser“ ein (Vorjahr 61%). 41% befürchten eine schlechtere Geschäftsflage, fast unverändert gegenüber dem Vorjahr.

Auftragslage:

Fast jedes zweite Unternehmen sagt, dass die aktuelle Auftragslage inlandsbezogen „schlecht“ ist (47%). Auslandsbezogen sagen dies 42%. Im Vorjahr sagten dies nur 21% bzw. 22%. 53% der Unternehmen bezeichnen die Auftragslage als „gut“ oder „befriedigend“ im Inland, im Ausland 58%.

58% der Unternehmen hoffen in den kommenden sechs Monaten auf eine „gleichbleibende“ oder sogar „gute“ Auftragslage im Inland (Vorjahr: 62%). Zu 42% schätzen die Unternehmen die zukünftige Auftragslage im Inland als „schlecht“ ein – bezogen auf das Ausland sagt dies nur jede dritte Unternehmen. 71% erhoffen sich in 2024 eine gleichbleibende bis bessere Auftragslage im Ausland.

Ertragslage:

65%  aller Betriebe sagen, ihre Ertragslage sei „gut“ oder „befriedigend“ (Vorjahr: drei Viertel). 35% erklären in der Befragung, die Ertragslage sei „schlecht“. Im Vorjahr sagten dies nur 26%. Die Ertragserwartungen in den kommenden sechs Monaten bezeichnen 46% als „schlecht“ (Vorjahr: 45%), mehr als die Hälfte der Unternehmen (54%) als „gleichbleibend“ oder sogar „besser“ (Vorjahr: 55%).

Entwicklung der Beschäftigung:

Bei 58% der befragten Unternehmen bleibt die Zahl der Arbeitsplätze in den kommenden sechs Monaten in 2024 unverändert und 15% planen sogar mehr Menschen ein. Für die vergangenen sechs Monate sagten dies allerdings noch 25%.

19% der Betriebe rechnen mit Entlassungen (letzte sechs Monate waren es nur 15%) und sogar 33% rechnen in den ersten Monaten mit Kurzarbeit, 8% mit Mehrarbeit. In den letzten sechs Monaten waren es nur 22% mit Kurzarbeit und 13% rechneten mit Mehrarbeit.

Ausbildung:

Die Betriebe stehen weiterhin zur Ausbildung! 72% werden ihre Zahlen nicht verändern, 14% sogar erhöhen. 14% rechnen aber auch mit einer Abnahme.

Investitionen:

Fast 60% der Betriebe werden gleichbleibend oder sogar steigend im Inland investieren (Ausland: 67%). Ihre Inventionen zurückfahren im Inland werden 41% (Vorjahr: 27%), im Ausland 33% (23%).

Monitor zum neuen Jahr 2024: Was kommt, was bleibt, was verändert sich?

Das Redaktionsteam der Unternehmerschaft Düsseldorf hat sorgfältig Reports ausgewertet und in Gesprächen mit Expertinnen und Experten, sowohl intern als auch extern, angereichert. Im Folgenden präsentieren wir einen Monitor für das Jahr 2024, basierend auf verschiedenen Quellen und Fachanalysen.

Von Christoph Sochart

Kirchensteuer: Inflation frisst Mehreinnahmen auf

Die Kirchensteuereinnahmen stehen unter Druck, da sie inflationsbereinigt 2023 fünf Prozent geringer ausfallen als im Vorjahr. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) prognostiziert, dass die anhaltende Austrittswelle und der demografische Wandel die Kirchenfinanzen weiter beeinträchtigen werden. Die Zahl der Gläubigen sank laut Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland bis Jahresende um 900.000, schreibt pioneer. Die demografische Alterung verschärft die Situation, da Rentner im Durchschnitt weniger Kirchensteuer zahlen. Der Negativtrend könnte sich zwischen 2024 und 2028 etwas abschwächen, wenn die Löhne die Inflation einholen und steuerfreie Inflationsausgleichsprämien auslaufen. Die IW-Forscher prognostizieren, dass die Einnahmen bis 2028 wieder auf 11,7 Milliarden Euro steigen könnten.

Mittelstand weiter unter Druck

Eine Umfrage des Bundesverbandes der mittelständischen Wirtschaft (BVMW) zeigt, dass über 84 Prozent der mittelständischen Unternehmen eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage in Deutschland in den letzten 12 Monaten verzeichneten. Etwa 43 Prozent der Befragten gaben an, dass sich die Lage ihres eigenen Unternehmens im vergangenen Jahr verschlechtert hat. Für 2024 rechnen rund 40 Prozent mit einer weiteren Verschlechterung. Besonders kleine und mittlere Unternehmen leiden unter Bürokratie, neuen Umweltauflagen, Fachkräftemangel und Unsicherheiten im Handel mit China, schreibt pioneer.

Streit um den Bundeshaushalt verunsichert die Unternehmen

Obwohl 2024 eigentlich ein Jahr der Erholung für die deutsche Wirtschaft sein könnte, bleibt die Lage schlecht. Die deutschen Unternehmen werden weiterhin mit einer schrumpfenden Wirtschaft konfrontiert sein. Der Streit um den Bundeshaushalt verunsichert die Unternehmen zusätzlich, viele halten Investitionsentscheidungen zurück. Modellrechnungen des IW zeigen, dass über 20 Milliarden Euro an Staatsausgaben wegfallen könnten, was das BIP um rund ½ Prozent drücken würde. Im schlimmsten Fall könnte sogar ein Rückgang von einem Prozent eintreten.

Deutsches Wirtschaftsmodell unter Druck

Das deutsche Exportmodell stagniert weiterhin aufgrund geopolitischer Unsicherheiten. Die Industrie wird 2024 im vierten Jahr in Folge stagnieren, nachdem sie bereits seit 2018 kaum Wachstum verzeichnen konnte. Seit zwei Jahren erhalten Unternehmen weniger Aufträge aus dem Ausland, was zu Zurückhaltung bei Investitionen führt. Die Bautätigkeit bleibt auch 2023 unter dem Niveau von 2019 aufgrund hoher Bauzinsen und Kosten. Die Dienstleistungswirtschaft zeigt hingegen eine leichte Aufwärtsbewegung. Die Inflation wird 2024 voraussichtlich nicht mehr über drei Prozent steigen, was den privaten Haushalten wieder etwas mehr finanziellen Spielraum verschafft.

Nur Deutschlands Wirtschaft schrumpft

Die Arbeitslosigkeit wird voraussichtlich auf sechs Prozent steigen, während andere große Länder wie die USA, Frankreich und China ein Wachstum verzeichnen. Die Bundesregierung wird kritisiert, die finanzpolitische Unsicherheit belaste die Unternehmen. IW-Direktor Michael Hüther betont die Notwendigkeit von finanzpolitischen Impulsen und Reformen, um die deutsche Wirtschaft zu stabilisieren.

Geschätzter durchschnittlicher Strompreis für beispielhafte Unternehmen dieser Branchen im Jahr 2023 in Euro je Megawattstunde

Weiterer Produktionsrückgang wegen der hohen Industriespreise

Die deutsche Industrie steht vor ernsten Herausforderungen aufgrund geopolitischer Entwicklungen und der Transformation zur Klimaneutralität. Der Bundesverfassungsgerichtsbeschluss zum aktuellen Bundeshaushalt erfordert eine grundlegende Prüfung aller Ausgaben. Unternehmen sind verunsichert, was die Unterstützung ihrer Transformationsbemühungen betrifft. Infrastrukturinvestitionen und Unterstützung der Industrie bei der Umstellung von Gas auf teureren Strom und grünen Wasserstoff werden als notwendig erachtet. >> Wie sich die Energiekrise und die hohe Inflationsrate auf das Wirtschaftsleben in Deutschland auswirken, beleuchtet dieses Dossier (bitte hier klicken)

Unternehmensinsolvenzen in Deutschland

Immobilienwirtschaft rutscht in die Rezession

Die Immobilienbranche in Düsseldorf erlebt zahlreiche Pleiten von Bauprojekten und Unternehmen. Die Winterbefragung 2023 im Rahmen des ZIA-IW-Immobilienstimmungsindex zeigt, dass die Branche in die Rezession rutscht. Die Geschäftslage und Erwartungen sind negativ, und die Branche blickt mit großen Sorgenfalten in die Zukunft. Einzig die Aussicht auf ein voraussichtlich stabileres Gesamtumfeld gibt Hoffnung für das Jahr 2024.

Fachkräftemangel begrenzt das Wachstum

Der Fachkräftemangel verschärft sich, und die bisherige Form der Zuwanderung reicht nicht aus. Die Deutsche Industrie- und Handelskammer meldet rund zwei Millionen offene Stellen. Die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter wird bis 2030 um 3,9 Millionen schrumpfen. Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger fordert eine verbesserte Willkommenskultur für Fachkräfte aus dem Ausland. Er warnt vor einem Wohlstandsverlust Deutschlands aufgrund des Fachkräftemangels.

So viel Prozent der 16.387 KI-Stellenanzeigen entfielen in Deutschland im ersten Quartal 2023 auf diese Einsatzbereiche

Künstliche Intelligenz wird zum Treiber der Wirtschaft

Dr. Jörg Herbers, CEO der Aachener Inform, betont, dass die Akzeptanz von Künstlicher Intelligenz mit ihrer Verbreitung und Reife zunehmen wird. Trends für 2024 sind eine intuitive Nutzung, generative Integration, Mensch-KI-Interaktion und die Ausweitung auf neue Bereiche. KI wird integraler Bestandteil von Softwareprodukten, spielt eine kollaborative und unterstützende Rolle im Zusammenspiel mit dem Menschen. Es wird erwartet, dass KI-Technologien in den Bereichen Sprache, Bild- und Tonverarbeitung vermehrt eingesetzt werden. >> Immer mehr Unternehmen in Deutschland wollen Fachkräfte mit KI-Expertise einstellen. In welchen Bereichen besonders viele Spezialisten gesucht werden, zeigt eine Studie des IW für das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz. Darüber lesen Sie mehr HIER!

In unserer 135. Podcastfolge blicken wir gemeinsam mit Rechtsanwalt Alexander Jarre auf ein bewegtes Arbeitsjahr zurück und wagen einen Ausblick auf arbeitsrechtliche Entwicklungen im kommenden Jahr. Von wegweisenden Gerichtsentscheidungen bis hin zu neuen Gesetzen – RA Jarre gibt Einblicke in die arbeitsrechtliche Bilanz des Jahres. HIER KLICKEN, UM ZU HÖREN!

Entgelt-Benchmarks: Orientierung für die richtige Höhe der Vergütung

Der Personalkostenanteil am Gesamtumsatz liegt über alle Betriebsgrößen und Branchen bei ca. 27 %.* „Damit stehen die Betriebe vor der Herausforderung, einerseits durch Entgelte möglichst attraktiv zu sein und andererseits die Grenzen betriebswirtschaftlicher Möglichkeiten nicht zu überschreiten“, so Andreas Feggeler, wissenschaftlicher Experte des ifaa – Institut für angewandte Arbeitswissenschaft in Düsseldorf. Bei jeder zu besetzender oder zu haltendender Arbeitsstelle stellt sich die Frage „Wieviel muss und wieviel kann bezahlt werden?“.

Das Angebot der Vergleichsdaten ist groß

Begeben sich Unternehmen auf die Suche nach aussagekräftigen Vergleichsdaten zu den Entgelthöhen für Arbeitsaufgaben, bietet sich eine Vielzahl von Möglichkeiten im Netz und bei zahlreichen Anbietern. Es gibt sehr große Unterschiede bei Qualität und Preis. Zu beachten: Online-Portale sind schnell verfügbar, aber sie basieren oft auf Selbsteinschätzungen und bergen damit die Gefahr den tatsächlich gestellten Arbeitsanforderungen und -inhalten nicht zu entsprechen. Zudem variieren die Entgelte auf den verschiedenen Angebotsseiten im erheblichen Maße und stellen so eine große Herausforderung für die Gewinnung verlässlicher Erkenntnisse dar.

Zuverlässig sind die kostenlosen Daten zum Beispiel der Bundesagentur für Arbeit (BA) oder die Veröffentlichungen der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder. Diese Umfragen werden als Grundlage für volkswirtschaftliche und sozioökonomische Analysen durchgeführt. Die Daten der BA werden aus dem Meldeverfahren zur Sozialversicherung generiert. Bei den Daten, die Destatis veröffentlicht, ist der Schwerpunkt der Wünsche Verbesserung der Datengrundlage zur Evaluierung des gesetzlichen Mindestlohns und die jährliche Analyse des (un-)bereinigten Gender Pay Gaps. Gleichzeitig sollen diverse Verordnungen auf europäischer und nationaler Ebene erfüllt werden.

Verlässliche und gesicherte Daten bieten Orientierung

Die Arbeitgeberverbände der Metall- und Elektroindustrie bieten bereits seit vielen Jahren in Kooperation mit dem ifaa den Mitgliedsunternehmen Unterstützung bei der Frage nach der richtigen Höhe für definierte Arbeitsaufgaben an. Bei den Angeboten wird mit großer Sorgfalt Wert auf einen der wichtigsten Schlüssel gelegt: Die zuverlässige Vergleichbarkeit der Arbeitsaufgaben mit Kenntnis der Grundlage der herangezogenen Daten, deren Quellen und Qualitäten. Wegen der vorhandenen langjährigen Expertise finden Betriebe hier verlässliche Partner nicht nur bei den richtigen Entgelthöhen, sondern auch bei Fragen zur gesamten Entgeltsystematik.

* Quelle: Destatis, Stand 11. Juli 2022

 

Weitere Informationen unter:

https://www.arbeitswissenschaft.net/angebote-produkte/broschueren/default-bc5313d90e53df3b942988da99f78979

https://www.arbeitswissenschaft.net/themenfelder/entgelt-und-verguetung/

https://www.arbeitswissenschaft.net/angebote-produkte/zahlendatenfakten/azv-zdf-benchmarking

Rheinmetall erhält Auftrag von einem renommierten europäischen Bestandskunden über Abgasklappen

Der Düsseldorfer Technologiekonzern Rheinmetall hat von einem Bestandskunden aus dem Segment Nutzfahrzeuge einen weiteren Auftrag zur Lieferung einer sechsstelligen Anzahl von Abgasklappen erhalten. Dieser an die bestehende Kundenbeziehung und die bereits laufende kundenspezifische Produktion anknüpfende Auftrag hat einen Gesamtwert in Höhe eines niedrigen zweistelligen MioEUR-Betrags.

Die beiden Konzerne verbindet eine seit mehr als zehn Jahren erfolgreiche Zusammenarbeit. Rheinmetall beliefert den Kunden bereits heute als Tier1-Lieferant mit Abgasklappen. Die aktuelle Beauftragung bezieht sich auf den japanischen Markt für leichte Nutzfahrzeuge mit Dieselantrieb. Die bereits laufende Produktion der Ventile für den Hersteller wird nun bis zum Ende des Jahres 2026 fortgeführt. Der Vertrag umfasst auch die Lieferung von Ersatzteilen in einem Umfang von 10% des Auftragswertes.

Abgasklappen sind für die Regelung der Abgasrückführrate von entscheidender Bedeutung. Die weiter fortschreitende Verschärfung der Abgasnormen zwingt die Hersteller im Bereich Nutzfahrzeuge zu einer nachhaltigen Reduzierung der Partikel- und Schadstoffemissionen.

Rheinmetall ist Systempartner bei allen Fragen der genauen Regelung der Abgasrückführrate, unabhängig davon ob Diesel- oder Ottomotoren, ob Pkw, Nutzfahrzeug oder Industriemotor. Das Kompetenzportfolio reicht auch über Hochdruck- und Niederdruck-Abgasrückführungssysteme, Kaltseiten- oder Heißseitenaufbau, „smart“ oder „non-smart“ sowie Metall- oder Kunststoffgehäuse. Die Produkte werden individuell auf die Bedürfnisse der Kunden abgestimmt.

Das Marktsegment der dieselbetriebenen Nutzfahrzeuge wird trotz der hohen Bedeutung einer modernen emissionsfreien Mobilität noch für einen langen Zeitraum eine hohe Nachfrage generieren. Rheinmetall unterstreicht mit diesem Auftrag seine Expertise als kompetenter Partner im globalen Fahrzeugbau entlang der gesamten Modellvarianten, nicht nur im Bereich moderner Fahrzeuge, die rein elektrisch angetrieben werden, sondern auch weiterhin im Bereich der klassischen Antriebe.

Zahl der Insolvenzen steigt

Hohe Energiepreise, steigende Zinsen, schwache Konjunktur – in Deutschland müssen sich wieder mehr Unternehmen dem Kostendruck beugen und Insolvenz anmelden. Die vermehrten Pleiten treffen dabei alle Branchen.

Für die deutsche Wirtschaft folgt derzeit eine Krise auf die andere. Zuerst mussten die Unternehmen mit der Coronapandemie zurechtkommen – und dabei teils lange Schließungen und Kurzarbeit überstehen. Anschließend führte der Ukraine-Krieg zu radikal steigenden Energiepreisen. Und nun schwächelt die Konjunktur – unter anderem aufgrund des stark gestiegenen Zinsniveaus infolge der hohen Inflation.

Nicht jedes Unternehmen konnte diese Masse an Herausforderungen bewältigen, die Zahl der Firmenpleiten wird 2023 daher deutlich über dem Niveau des Vorjahres liegen (Grafik):

Rund 17.400 Unternehmen in Deutschland werden bis Ende des Jahres einen Antrag auf Insolvenz gestellt haben.

Unternehmensinsolvenzen in Deutschland

Im Vergleich zu 2022 bedeutet das ein Plus von knapp 20 Prozent. Damit ist 2023 das zweite Jahr in Folge mit einer steigenden Zahl an Unternehmensaufgaben – zu berücksichtigen ist dabei die ausgesetzte Insolvenzpflicht in den Coronajahren. Und auch für die nahe Zukunft ist aufgrund der kraftlosen Konjunktur mit einem weiteren Anstieg zu rechnen.

Zuvor zeigte der Trend lange in die andere Richtung: Gingen in den Jahren 2003 und 2004 jeweils noch mehr als 39.000 Firmen pleite, sanken bis auf einen Ausschlag nach der Banken- und Finanzkrise im Jahr 2009 die Insolvenzen hierzulande sukzessive bis 2020. Insofern stellt die aktuelle Entwicklung auch eine Normalisierung dar.

In allen untersuchten Wirtschaftsbereichen steigen die Insolvenzen 2023 in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr.

Ein Phänomen, das bereits aus früheren Krisen bekannt ist: In diesem Jahr mussten vor allem größere Unternehmen verstärkt Insolvenz anmelden. So stieg die Zahl der gesamtwirtschaftlich relevanten Firmenpleiten im Juli 2023 um 44 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, im August waren es 40 Prozent. Diese Entwicklung wirkt sich auch auf die Forderungsausfälle aus:

Im ersten Halbjahr 2023 betrugen die Gläubigerforderungen aus Unternehmensinsolvenzen rund 13,9 Milliarden Euro – das waren fast 70 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Nicht nur monetär sind Insolvenzen großer Betriebe schmerzhaft – sobald das Insolvenzverfahren eröffnet ist, müssen viele Beschäftigte um ihren Job fürchten. Bis Ende Juni zählte das Statistische Bundesamt 115 Großinsolvenzen. Darunter fallen alle Betriebe mit 100 oder mehr Mitarbeitern. In der Summe waren dort 58.300 Beschäftigte tätig. Traditionell betreffen die größeren Insolvenzfälle häufig die Industrie und den Handel, weil es in diesen Branchen deutlich mehr solcher Großbetriebe gibt.

Grundsätzlich sind nicht alle Wirtschaftszweige in Deutschland gleichermaßen anfällig für Unternehmensaufgaben. Überdurchschnittlich häufig betroffen sind das Baugewerbe, der Handel und der Dienstleistungssektor. Bezogen auf den generellen Anstieg in diesem Jahr sticht derzeit aber kein Sektor hervor (Grafik):

In allen untersuchten Wirtschaftsbereichen steigen die Insolvenzen 2023 im Vergleich zum Vorjahr.

Unternehmensinsolvenzen in Deutschland

Am stärksten zugelegt – sowohl absolut als auch prozentual – haben die Pleiten im Bereich Handel, Gastgewerbe und Verkehr. Dicht dahinter rangieren die wirtschaftsnahen Dienstleistungen.

Auch wenn Insolvenzen die Beteiligten auf eine schwere Probe stellen, so sind sie für eine dynamische Volkswirtschaft nicht ausschließlich negativ zu bewerten. Unternehmensaufgaben sind Teil des Strukturwandels. So werden Ressourcen und Personal in schrumpfenden Sektoren frei, die in aufstrebenden Wirtschaftsbereichen benötigt werden. Dies gilt in Deutschland besonders für knappe Fachkräfte.

Wichtig für diesen Wandel sind innovative Gründungen. Die Bundesregierung sollte daher die in den vergangenen drei Jahren breit gestreuten staatlichen Hilfen zurückfahren und stattdessen zielgerichtet Firmengründer unterstützen. Einfache und schnelle staatliche Genehmigungsverfahren, Bürokratieabbau und eine investitionsfreundliche Unternehmensbesteuerung sind nur einige Maßnahmen, die der Unternehmenslandschaft in Deutschland guttun würden.

Hohe Strompreise belasten deutsche Industrie, sagt unser Institut

Die Unternehmen der einzelnen Industriezweige in Deutschland zahlen für Strom unterschiedlich viel. Über alle Branchen hinweg sind die Strompreise aber deutlich höher als in wichtigen Konkurrenzländern.

Nach wie vor ist die Industrie ein starker Pfeiler der deutschen Wirtschaft – sie steuert mehr als ein Fünftel der gesamtwirtschaftlichen Bruttowertschöpfung bei. Rechnet man die von ihr abhängigen Dienstleistungsbereiche hinzu, geht sogar fast jeder dritte in Deutschland erwirtschaftete Euro auf die Industrie zurück.

Die ist seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine allerdings in Teilen massiv unter Druck: Die durch den Krieg ausgelöste Energiekrise hat vor allem jene Industriebranchen hart getroffen, die in hohem Umfang Energiegüter verbrauchen. Die Folge:

Die Produktion der energieintensiven Industrien in Deutschland lag zuletzt um fast 20 Prozent unter dem Niveau von Anfang 2022, also vor Kriegsbeginn.

Zwar entlastet der deutsche Staat viele Industrieunternehmen je nach Branche und Energieintensität bereits mit Maßnahmen wie einer reduzierten Stromsteuer. Die Regelungen begünstigen die Betriebe in den einzelnen Branchen jedoch sehr unterschiedlich, sodass die Industriestrompreise stark variieren – um teils mehr als 100 Euro je Megawattstunde.

In vielen Industriebranchen zahlen Unternehmen in Deutschland deutlich mehr für Strom als beispielsweise ihre Konkurrenten in China oder den USA.

Vor allem aber sind die Strompreise hierzulande trotz der staatlichen Unterstützung deutlich stärker gestiegen als im Ausland. Im Jahr 2019 kostete Strom für die meisten industriellen Verbraucher in Deutschland oft noch ähnlich viel wie in wichtigen Konkurrenzländern. Aktuell sieht dies ganz anders aus (Grafik):

Geschätzter durchschnittlicher Strompreis für beispielhafte Unternehmen dieser Branchen im Jahr 2023 in Euro je Megawattstunde

Im Fahrzeugbau etwa zahlen Unternehmen in Deutschland mit 190 Euro je Megawattstunde gut doppelt so viel für Strom wie ihre Wettbewerber in China und fast dreimal so viel wie vergleichbare Firmen in den USA.

Aber auch gegenüber der Konkurrenz aus Spanien hat Deutschland in mehreren Industriebranchen das Nachsehen – für die hiesigen Autohersteller beispielsweise beträgt der Kostennachteil fast 60 Euro je Megawattstunde.

Die Bundesregierung hat vor Kurzem ein Strompreispaket angekündigt, um gegen weiter steigende Energiekosten der Industriefirmen anzugehen. Doch bis auf die Stromsteuersenkung stehen alle angedachten Maßnahmen angesichts der unsicheren Haushaltslage derzeit auf der Kippe. Ein geplanter milliardenschwerer Zuschuss zu den Netzentgelten wurde bereits gestrichen. Die Wettbewerbssituation der deutschen Industriebetriebe dürfte sich daher vorerst kaum verbessern.

Gute Vorsätze fürs neue Jahr: Warum Alterssimulation die Motivation zum Durchhalten steigern kann

Einer der beliebtesten Vorsätze zum neuen Jahr lautet: Mehr Bewegung! Allein 5 der TOP 10 Vorsätze haben mit dem Wunsch nach körperlicher Gesundheit zu tun*. „Mehr Sport treiben“, „gesünder ernähren“, „abnehmen“, „mit dem Rauchen aufhören“ und „weniger Alkohol trinken“ sind Vorsätze, die zu einem gesünderen Lebensstil führen und damit zur Gesundheit bis ins hohe Alter beitragen sollen. „Zum Durchhalten könnte eine Simulation, wie sich der Körper und die Sinne im Alter verändern, ein effektiver Anreiz sein,“ so Nora Johanna Schüth vom ifaa – Institut für angewandte Arbeitswissenschaft. Die Expertin bietet Workshops an, in denen mit Hilfe eines Alterssimulationsanzugs körperliche Beschwerden, die mit dem Alter auftauchen können, erlebbar werden.

Nora Johanna Schüth vom ifaa

„Auch für Unternehmen lohnt es sich, die erhöhte Bereitschaft ihrer Beschäftigten zur Gesunderhaltung zu nutzen und es ihnen vielleicht sogar noch ein bisschen leichter zu machen,“ betont Schüth. Werden Beschäftigte bei ihren guten Vorsätzen unterstützt, kann das ihre Motivation zur Umsetzung und zum Durchhalten fördern. „Warum es sich lohnt, fit und gesund zu bleiben“ könnte ein Motto sein, das von verschiedenen Präventionsangeboten zum Beispiel im Rahmen eines freiwilligen betrieblichen Gesundheitsmanagements flankiert wird. Eine spannende Möglichkeit, den Wunsch nach körperlicher Fitness und Gesunderhaltung zu erhöhen, bietet GERT, der GERontologische Testanzug. Mit GERT erleben Beschäftigte hautnah, wie sich körperliche Beschwerden im Alter anfühlen können. Das macht ihn zu einem Präventionsinstrument, das sowohl den Wunsch nach körperlicher Fitness erhöhen, das Verständnis für ältere Kolleginnen und Kollegen, als auch für das Altern generell sensibilisieren kann.

Der Alterssimulationsanzug GERT besteht aus einzelnen Komponenten, die am Körper getragen werden. Verschiedene Brillen machen erlebbar, wie unterschiedliche Augenkrankheiten das Sehen beeinträchtigen. Bandagen und Manschetten demonstrieren Gelenkversteifungen oder -schmerzen. Schwerhörigkeit wird durch einen speziellen Kopfhörer simuliert und eine Weste mit Gewichten verdeutlicht, wie wichtig ein gesunder und trainierter Rücken ist.

Die Alterssimulation kann damit nicht nur Impulse für einen gesünderen Lebensstil allgemein geben, sondern auch die Bereitschaft zur Wahrnehmung von (betrieblichen) Präventionsangeboten und Vorsorgeuntersuchungen erhöhen.

Weitere Informationen finden Sie unter: https://www.arbeitswissenschaft.net/angebote-produkte/veranstaltungen/praevention-mit-gert

Weniger Menschen kaufen bevorzugt im Onlinehandel

Nach ei­nem star­ken An­stieg des On­line-Shop­pings wäh­rend der Co­ro­na-Pan­de­mie keh­ren die Deut­schen ver­mehrt in den sta­tio­nä­ren Ein­zel­han­del zu­rück. Der An­teil der­je­ni­gen, die min­des­tens die Hälf­te ih­rer Ein­käu­fe on­line er­le­di­gen, ist von ei­nem Drit­tel 2022 auf 26 Pro­zent ge­sun­ken. 18- bis 39-Jäh­ri­ge bil­den hier die Aus­nah­me, sie kau­fen wei­ter­hin deut­lich mehr on­line ein als Per­so­nen ab 40 Jah­ren. Dies sind Er­geb­nis­se der re­prä­sen­ta­ti­ven „Di­gi­tal­stu­die 2023“ der Post­bank.

Im Schnitt tä­ti­gen die Deut­schen drei von zehn Ein­käu­fen im In­ter­net, was eben­falls ei­nen Rück­gang im Ver­gleich zu den Vor­jah­ren dar­stellt, 2021 wa­ren es noch bei­na­he vier von zehn. Die Haupt­grün­de für den di­gi­ta­len Ein­kauf sind die be­que­me Lie­fe­rung nach Hau­se (64 Pro­zent), die güns­ti­gen Prei­se und die grö­ße­re Aus­wahl (je­weils 53 Pro­zent). 34 Pro­zent der jün­ge­ren On­line-Käu­fer*in­nen schät­zen zu­dem die Be­quem­lich­keit des Kaufs per App. Bei den ab 40-Jäh­ri­gen sind dies nur 18 Pro­zent.

Ge­gen den On­line-Kauf spricht aus Sicht der Deut­schen der Wunsch, die Wa­re vor dem Kauf se­hen und an­fas­sen (39 Pro­zent) so­wie so­fort mit­neh­men zu kön­nen (37 Pro­zent). 35 Pro­zent wol­len auch den ört­li­chen Ein­zel­han­del un­ter­stüt­zen.

„Das Ein­kaufs­ver­hal­ten nor­ma­li­siert sich wie­der nach En­de der Co­ro­na-Be­schrän­kun­gen und der Nach­ho­lef­fekt spielt dem Ein­zel­han­del in die Kar­ten. Ge­ra­de für die Jün­ge­ren ist je­doch On­line-Shop­ping nicht mehr weg­zu­den­ken. Wie beim Ban­king er­freu­en sich hier ent­spre­chen­de Apps wach­sen­der Be­liebt­heit“, sagt Tho­mas Brosch, Lei­ter Di­gi­tal­ver­trieb der Post­bank.

Deut­sche er­war­ten mehr Nach­hal­tig­keit beim On­line-Ein­kauf

Wie im Vor­jahr spielt für die Men­schen in Be­zug auf das On­line­shop­ping der Um­welt­schutz ei­ne gro­ße Rol­le: So be­für­wor­ten 83 Pro­zent ein ge­setz­li­ches Ver­bot der Re­tou­ren-Ver­nich­tung und 79 Pro­zent be­vor­zu­gen An­bie­ter, die nach­hal­ti­ge Ver­pa­ckung ver­wen­den. Zu­dem be­stellt knapp die Hälf­te der On­line-Käu­fer*in­nen nur noch Pro­duk­te, die sie vor­aus­sicht­lich nicht zu­rück­schi­cken müs­sen.