Eine Unternehmensnachfolge der besonderen Art: diese Geschichte sollten Sie lesen

Eine Nachfolge der besonderen Art: In Kerpen bei Köln hat kürzlich ein EP:Fachhändler einen Euronics-Standort übernommen – samt Mitarbeitern. Die ehemaligen Inhaber Ruth und Klaus Hellenthal freuen sich, in Niklas Geuer einen engagierten Nachfolger für ihr Unternehmen gefunden zu haben, der in die Zukunft des Standorts investieren wird. EP sitzt in Düsseldorf.

Rund 37 Jahre lang fanden Kunden bei Euronics Hellenthal auf 140 Quadratmetern alles vom Mixer bis zum Fernseher sowie umfassenden Service – und das sollte nun vorbei sein? Für das eigene Lebenswerk einen geeigneten Nachfolger zu finden, ist nicht leicht, erst recht nicht im heutigen Elektronikfachhandel. Umso glücklicher war Familie Hellenthal über das große Interesse von Niklas Geuer, Inhaber eines EP:Fachgeschäfts im nur gut zehn Kilometer entfernten Frechen. „Nach intensiven Gesprächen wurde schnell klar, dass die Chemie zwischen uns stimmt“, erinnert sich Klaus Hellenthal. Für ihn und seine Ehefrau stand vor allem eins im Fokus: Dass die Kunden auch in Zukunft an gewohnter Stelle Elektronikprodukte und Service in bester Qualität erhalten. Genau das und noch mehr wird Niklas Geuer mit seinem Team umsetzen.

Der 32-jährige Familienvater ist gelernter Betriebswirt und hat bereits vor einigen Jahren die Leitung des elterlichen Fachgeschäftes in Frechen übernommen. Dieses führt er nun in fünfter Generation. Für das über hundertjährige unternehmerische Engagement wurde EP:Geuer zuletzt 2019 mit dem IFU Wirtschaftspreis ausgezeichnet. Auf einer Verkaufsfläche von 400 Quadratmetern präsentiert sich der Händler als Vollsortimenter mit Schwerpunkt auf Weißer Ware. „Wir legen großen Wert auf Langlebigkeit und nachhaltigen Umgang mit Elektronik. Deshalb setzen wir auf Qualitätsmarken wie zum Beispiel Miele, deren Produkte wir durch eine Herstellerautorisierung auch in unserer eigenen Werkstatt reparieren dürfen“, erklärt Niklas Geuer. Von Leistungen wie diesen und vielen weiteren Vorteilen profitieren künftig auch die Kunden in Sindorf.

Mit der Übernahme des ehemaligen Euronics Standortes schlägt Niklas Geuer das nächste Kapitel für sein Familienunternehmen auf. Er freut sich über diese Herausforderung, die neuen Mitarbeiter, noch mehr Kunden und ist überzeugt, dass er die Erfolgsgeschichte fortschreiben wird: „Die Geschäftsphilosophie der beiden Unternehmen ist sich sehr ähnlich. Werte wie Zuverlässigkeit und Qualitätsanspruch haben bei Familie Hellenthal ebenso Tradition wie bei uns. Vorteile ergeben sich für die Kunden vor allem durch noch mehr geballtes Fachwissen und mehr Mitarbeiter im Service – insgesamt ist unser EP:Geuer Team nun 22 Mann bzw. Frau stark.“ Um den Übergang optimal zu gestalten unterstützen Ruth und Klaus Hellenthal noch einige Zeit im Geschäft. „Ich bin den beiden wirklich dankbar für diesen weichen und harmonischen Übergang. Das hilft mir, unser Angebot und unseren Service noch stärker am Bedarf der Kunden vor Ort auszurichten“, sagt Niklas Geuer und fasst zusammen: „Das ganze Projekt ist für alle Beteiligten ein echter Gewinn!“

Inhaber Niklas Geuer freut sich über den zweiten Standort und die erfolgreiche, harmonische Übernahme von Geschäft und Mitarbeitern.

Außenhandelsverband NRW wählt neuen Vorstand

Mit einem neu gewählten Vorstand wurde im Außenhandelsverband Nordrhein-Westfalen (AHV NRW e. V.) der Generationsübergang planmäßig vollzogen. Die Jahresmitgliederversammlung hat am 06.09.2021 Herrn Axel Hebmüller, Jahrgang 1967, einstimmig zum neuen Vorsitzenden gewählt.

Theo-Heinz Nientimp, Jahrgang 1954, stand nach einer zehnjährigen Amtszeit für eine Wiederwahl nicht mehr zur Verfügung. Axel Hebmüller ist seit 1995 geschäftsführender Gesellschafter der Hebmüller Verwaltung GmbH, Hebmüller SRS Technik GmbH und der Hebmüller Handel GmbH mit Sitz in Kaarst. „In den zehn Jahren seiner Tätigkeit als Vorsitzender hat Herr Nientimp den Außenhandelsverband Nordrhein-Westfalen (AHV NRW e. V.) erfolgreich weiterentwickelt.

Mit seinem persönlichen Engagement wurden die richtigen Knöpfe gedrückt, mit denen sich aus dem Mitgliederkreis heraus eine Netzwerkkultur entwickelt hat, die seinesgleichen sucht“, so Herr Hebmüller nach seiner Wahl zum neuen Vorsitzenden. „Wir haben einen klaren Satzungsauftrag, der besagt, dass wir unsere Mitgliedsunternehmen in allen Fragen des Außenhandels beraten und die gemeinsamen Interessen gegenüber Dritten wahrzunehmen und zu vertreten haben, wo immer auch gefordert.

Hierzu zählen auch Zukunftsthemen, wie z.B. Digitalisierung im Außenhandel. Jedoch werden wir uns verstärkt dem Thema Nachwuchsförderung widmen“, sagte Herr Hebmüller abschließend. Zum ersten Stellvertreter des Vorsitzenden wurde Herr Henry Nientimp, thenex GmbH gewählt. Frau Katja Eckmann-Pohl, Eckmann Handelsgesellschaft mbH, wurde zur zweiten Stellvertreterin des Vorsitzenden gewählt. Weitere Mitglieder des Vorstandes sind Herr Frank Wiedenmaier, Teepack Spezialmaschinen GmbH und Herr Frank Gessner, Commerzbank AG.

Podcasttipps für den heutigen Tag

Die Stimme der Wirtschaft unserer Stadt: Haben Sie unseren Podcast „Düsseldorfer Wirtschaft“ schon gehört mit den Düsseldorfer Unternehmern Michael Schüssler (mehrplus) und Alexander Fils vom gleichnamigen Kunstverlag. Sie hören die Folge in unserer Mediathek: https://unternehmerschaft.wigadi.de/podcast/

Außerdem empfehlen wir Ihnen die heutige Ausgabe des Podcasts von „Steingarts Morning Briefing“ aus Berlin mit einem Gespräch von ChR Michael Bröcker (früherer ChR der Rheinischen Post) mit NRW-Unternehmerpräsident Arndt G. Kirchhoff. Im Interview spricht Herr Kirchhoff über die Erwartungen der Wirtschaft an die Politik, wie die Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandorts Deutschland erhalten bleiben kann. Überdies setzt er sich kritisch mit den Wahlprogrammen der Parteien auseinander.

https://www.thepioneer.de/originals/steingarts-morning-briefing/podcasts/deutschland-muss-ein-industrieland-bleiben

Die neue IAA startet am Dienstag – alle Höhepunkte

Was wird uns in Zukunft bewegen?

Die IAA MOBILITY 2021 findet vom 07. bis 12. September in München statt. Damit ist die IAA Mobility die erste internationale Großveranstaltung in Deutschland nach den Lockdown-Beschränkungen. Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel wird die IAA MOBILITY am 7. September eröffnen. Zu den Aussteller gehören auch Mitgliedsunternehmen der Unternehmerschaft Düsseldorf.

„Mobilität ist eines der zentralen Themen der Gesellschaft. Die IAA MOBILITY findet statt, weil die Menschen überall auf der Welt nach besseren Lösungen für ihre Mobilitätsbedürfnisse suchen und die Unternehmen dafür viele neue Lösungen entwickelt haben, die sie international präsentieren wollen. Lösungen auf dem Weg zur Klimaneutralität stehen im Mittelpunkt. Dass die IAA MOBILITY unter den aktuell geltenden Corona-Regeln stattfindet, ist bereits jetzt ein großer Erfolg für die Veranstaltung“, erklärt VDA-Präsidentin Hildegard Müller.

Die IAA MOBILITY präsentiert die Zukunft der Mobilität zum Anfassen und Mitreden. Mehr als 1.000 Aussteller und Redner präsentieren Innovationen und Konzepte. Insgesamt sind über 700 Aussteller vertreten, darunter Automarken, Fahrradmarken, wichtige Player der Tech-Branche sowie alle wichtigen Unternehmen der Zulieferindustrie. Im Rahmen der IAA werden mehr als 100 Weltpremieren vorgestellt. Das neue Konzept der IAA MOBILITY ist so attraktiv, dass sich im ersten Jahr zudem schon über 70 Marken aus der Fahrradbranche angemeldet haben.

Transformation zur klimaneutralen Mobilität

Die IAA MOBILITY 2021 stellt die Transformation zur klimaneutralen Mobilität als eine der wichtigsten weltweiten Herausforderungen in den Mittelpunkt. VDA-Präsidentin Müller erklärt: „Das Bekenntnis zur klimaneutralen Mobilität steht. Unser Ziel ist es, die Transformation zu einer Erfolgsgeschichte für die deutsche Automobilindustrie und damit den Standort Deutschland zu machen.

Keine andere Veranstaltung auf der ganzen Welt bringt die verschiedenen Mobilitätsformen so eng zusammen. Und keine andere Veranstaltung der Welt lädt in diesem Umfang ein zur Debatte über den richtigen Weg hin zur klimaneutralen Mobilität. Das ist global einzigartig und eine riesige Chance.“

Mit der IAA MOBILITY 2021 hat die Mobilität der Zukunft in München ein neues Zuhause gefunden: „Wir zeigen, was morgen sein wird. Deshalb steht die IAA MOBILITY 2021 sehr richtig unter dem Motto: ‚What will move us next‘“, so Müller.

Klaus Dittrich, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe München und Co-Veranstalter der IAA MOBILITY: „Unser Anspruch ist: München mit der IAA MOBILITY zu einem globalen Zentrum der Mobilität der Zukunft werden zu lassen. Und das mit einem attraktiven neuen Konzept: Wir binden die gesamte Stadt in diese Veranstaltung ein. Und lassen alle, die sich dafür interessieren, an dem Erlebnis „Zukunft der Mobilität“ teilnehmen. Das ist in dieser Form nicht nur in Deutschland einmalig, sondern weltweit.“

Dittrich weiter: „Der Dialog mit allen, auch mit den Kritikern, und die Suche nach einer guten gemeinsamen Lösung sind das Prinzip unserer Demokratie und Fundament für eine gesellschaftlich akzeptierte Transformation. Die offen geführte, kontroverse und vor allem friedliche Debatte, ist daher eine zentrale Komponente der IAA MOBILITY in München.“

„Jeder Dialog über die Zukunft der Mobilität muss die Lebensrealitäten und Wünsche der Menschen in städtischen und in ländlichen Räumen einbeziehen. Wir freuen uns auf die Debatte, gerade auch, weil wir Menschen mit ganz unterschiedlichen Meinungen und Standpunkten erwarten. Wer für neues Denken wirbt, muss auch selbst offen sein für das Neue“, so Müller.

Als Grundregel für den Einlass zur IAA MOBILITY gilt das 3G-Prinzip als bereits bewährte und erprobte Maßnahme für Besucher und Aussteller: Geimpft, genesen oder getestet. Müller: „Wir sind uns sicher, mit einem durchdachten und abgestimmten Hygiene- und Sicherheitskonzept eine erfolgreiche und sichere IAA MOBILITY durchzuführen.“

Formate und Angebote auf der IAA MOBILITY

Auf dem ‚IAA MOBILITY Summit‘ in den Münchner Messehallen tauschen sich Fachbesucher und Experten aus aller Welt über innovative Mobilitätslösungen und Weltneuheiten aus. Neben namhaften Fahrzeugherstellern präsentieren sich Zulieferbetriebe, über 75 Startups sowie führende Unternehmen aus der Tech- und IT-Industrie.

„Long Covid“ nimmt in unserer Stadt zu

In die Düsseldorfer Uniklinik kommen immer mehr Menschen, die eine Coronainfektion überstanden und trotzdem noch Beschwerden haben. Long Covid heißt das. Auch Menschen, die nur leichte Krankheitsverläufe hatten sind davon betroffen, so ein Sprecher der Uniklinik. Einige Patient*innen sind scheinbar wieder vollkommen gesund und dann treten neue Symptome auf, die vermutlich im Zusammenhang mit Corona stehen. Bei anderen bilden sich die Beschwerden gar nicht erst komplett zurück. In Düsseldorf sind laut eines Sprechers der Uniklinik aktuell etwa 1.000 Menschen von Long Covid betroffen. Sie sind zwischen 20 und 60 Jahre alt. Sie leiden häufig unter Müdigkeit, Atemnot, Brustschmerzen, Vergesslichkeit und Geschmacks- und Geruchsstörungen. Grundsätzlich können aber mehr als 200 verschiedene Symptome auftreten. Um Long Covid besser zu erforschen, hat jetzt eine Long-Covid-Ambulanz eröffnet. Hier sollen die Patient*innen bestmöglich versorgt werden. Außerdem dient die Ambulanz als Schnittstelle zwischen Klinik und Wissenschaft. Quelle: Antenne Düsseldorf

Über 2.500 neue Azubis in der Stadt

Über 2.500 junge Menschen in Düsseldorf haben jetzt mit ihrer Berufsausbildung begonnen. Die meisten von ihnen in dieser Woche zum 1. September. Grundsätzlich gibt es in unserer Stadt mehr Azubi-Plätze als Bewerber. Hunderte Jugendliche suchen aber auch noch eine geeignete Stelle. Zusammengefasst kann man sagen: Es gibt dieses Jahr etwas weniger Ausbildungsplätze als zuletzt. Über 1.000 Stellen für Azubis sind aber noch frei. Das Ausbildungsangebot in Düsseldorf ist vielfältig. In der freien Wirtschaft haben zum Beispiel bei Henkel 138 Nachwuchskräfte angefangen. Bei den Stadttöchtern Rheinbahn und Flughafen sind es zusammen 42, bei der Feuerwehr 20. Und bei der Düsseldorfer Polizei gibt es seit dieser Woche 143 Berufsanfänger. Fast 500 Nachwuchskräfte (Vorjahr: 447) beginnen zudem eine Ausbildung oder ein Studium bei der Stadt Düsseldorf. Quelle: Antenne Düsseldorf

Herzlich Willkommen! Unsere Ausbilderin Lisa Marie Fitzner (2.v.l.) begrüßte heute unseren neuen Auszubildenden und unseren neuen Praktikanten. Tim Schipperges (2.v.r.) möchte gerne in den kommenden drei Jahren das Handwerk des Bürokaufmanns bei uns erlernen. Max Pfeiffer (r.) ist unser neuer Praktikant. Er ist sechs Monate bei uns und studiert Marketing an der Fontys Venlo University of Applied Sciences. Dort studiert auch Caprice Larrard (l.), die ihr Online-Praktikum bei uns beendet hat.

Berufsorientierung-Kalender 2021/2022 geht an den Start

Getreu dem Motto „Auch Gutes kann man noch verbessern“ hat die Kommunale Koordinierung Düsseldorf ihren Schüler- und Lehrerkalender überarbeitet und optimiert. Neben einem vorsichtig modernisierten Design stand auch die Nutzerfreundlichkeit im Vordergrund. Aufgelistet werden die wichtigsten Termine im Bereich der „Beruflichen Orientierung“. Der Kalender ist ein reines Printprodukt und wird in der Regel in Lehrer- und Klassenzimmern platziert. So sind alle Schülerinnen und Schüler und alle Lehrkräfte an weiterführenden Schulen bestens informiert. Ezgi Yildiz, Mitarbeiterin der Stiftung Pro Ausbildung und des Kompetenzzentrum Berufliche Orientierung, zeigt uns ein Exemplar des Kalenders, der in diesen Stunden an alle weiterführenden Schulen verschickt wird

Kommentar zum Lokführerstreik: Viel Lärm um wenig

Die Lokführergewerkschaft GDL hat als Reaktion auf die gescheiterten Tarifverhandlungen zu einer dritten Streikwelle aufgerufen. Der Konfrontationskurs der GDL zahlte sich bislang kaum aus: Die konkurrierende EVG erreichte in den vergangenen Jahren ähnlich hohe Löhne, musste dafür aber längst nicht so aggressiv auftreten.
Wer in diesen Tagen eine Reise mit dem Zug geplant hat, braucht viel Geduld: Die Lokführergewerkschaft GDL bestreikt neben Güterzügen auch den Personenverkehr im Nah- und Fernverkehr. Es geht um 3,2 Prozent mehr Lohn und um 600 Euro Corona-Prämie, aber auch um Einfluss im Unternehmen. Neue IW-Berechnungen zeigen nun, wie aggressiv die GDL im Vergleich zu der konkurrierenden Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG verhandeln und streiken muss, um ihre Ziele zu erreichen. Nach Angaben der Deutschen Bahn kommen beide Gewerkschaften auf ein vergleichbares Lohnniveau: Die GDL erreichte seit 2007 Lohnsteigerungen von insgesamt 48,1 Prozent, die EVG kommt sogar auf 50,5 Prozent.
Wer in diesen Tagen eine Reise mit dem Zug geplant hat, braucht viel Geduld: Die Lokführergewerkschaft GDL bestreikt neben Güterzügen auch den Personenverkehr im Nah- und Fernverkehr. Es geht um 3,2 Prozent mehr Lohn und um 600 Euro Corona-Prämie, aber auch um Einfluss im Unternehmen. Neue IW-Berechnungen zeigen nun, wie aggressiv die GDL im Vergleich zu der konkurrierenden Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG verhandeln und streiken muss, um ihre Ziele zu erreichen. Nach Angaben der Deutschen Bahn kommen beide Gewerkschaften auf ein vergleichbares Lohnniveau: Die GDL erreichte seit 2007 Lohnsteigerungen von insgesamt 48,1 Prozent, die EVG kommt sogar auf 50,5 Prozent.
Konfliktfreudige GDL
Allerdings tritt die GDL im Vergleich zur EVG deutlich lauter und aggressiver auf. Seit 2007 verhandelte sie in zehn Tarifrunden im Durchschnitt 9,6 Monate, während die EVG in insgesamt 14 Runden schon nach 5,8 Monaten fertig war. Beide Gewerkschaften beschränkten sich nicht auf Verhandlungen, sondern drohten auch mit Streiks, brachen Verhandlungen ab oder riefen zu Warnstreiks auf. Die GDL ging sogar noch weiter: Sie rief mehrfach zur Urabstimmung auf und führte vier unbefristete Streiks, während die EVG auf die maximale Eskalation verzichtete und bei völlig festgefahrenen Verhandlungen auf die Schlichtung setzte. Überträgt man die Eskalationsstufen in ein Punktesystem, summieren sich die verschiedenen Konflikthandlungen der GDL je Konflikt im Durchschnitt auf 23,7 und bei der EVG auf 6,4 Punkte. Damit muss die GDL 1,6-mal so lange verhandeln und fast viermal so viel Krawall machen wie die EVG, um zu vergleichbaren Lohnabschlüssen zu kommen. Eine positive Streikrendite sieht anders aus.
Kampf um die Vorherrschaft
Natürlich ist nicht auszuschließen, dass auch die EVG von dem aggressiven Auftreten der GDL profitieren konnte, beispielsweise, weil die Deutsche Bahn der EVG mehr Zugeständnisse gemacht hat, um ihre Beschäftigten möglichst gleich zu behandeln, unabhängig davon, wo sie organisiert sind. Und es gehört natürlich auch zur Wahrheit, dass die GDL als kleinere Gewerkschaft immer wieder um ihren Status als Tarifverhandlungspartner kämpft – es geht also nicht nur um Lohnprozente, Arbeitszeiten oder Beschäftigungspakte. Im laufenden Konflikt hat sich die GDL jedoch ohne Not in die Bredouille gebracht. Hätte sie 2020 nicht die Schlichtung platzen lassen, hätte der 2015 vereinbarte Tarifvertrag zur Regelung von Grundsatzfragen, der Ende 2015 auslief und der GDL ihren Status im Konzern sicherte, rechtzeitig verlängert werden können. Die GDL wollte aber mehr, lehnte den Schlichterspruch ab und landete unweigerlich in einem unbefristeten Arbeitskampf. Man darf gespannt sein, wie hoch dessen Rendite am Ende ausfällt.
Dr. Hagen Lesch
Institut der Deutschen Wirtschaft

Was treibt Claus Weselsky? Lokführerstreik – Machtkampf der GDL – massiver Eingriff in den Alltag von Millionen von Menschen

Es geht schon wieder los: Verspätungen, ausfallende Züge, lange Gesichter. Tagung platzen, Meetings können nicht stattfinden, Termine müssen abgesagt werden, tausende Pendler stehen wieder morgens und abends im Stau. Die Lokführer streiken zum dritten Mal für die Rekorddauer von fünf (!) Tagen. Erst nach fünf Tagen, Dienstagvormittag um 2 Uhr, soll der Spuk ein Ende haben.

Und das alles nur, weil die GDL mehr Mitglieder haben möchte und glaubt in Konkurrenz zur größten Gewerkschaft, der EVG, zu stehen. Auf die Forderungen ist der Bahn-Vorstand weitestgehend eingegangen. Am Verhandlungstisch könnten die letzten Fragen geklärt werden. Das alles rechtfertigt jedenfalls nicht einen so massiven Eingriff in den Alltag von Millionen von Menschen.

Die Bahn versucht 25% aller Fernzüge fahren zu lassen. Und der Regionalverkehr? „70 Prozent des Angebotes an S-Bahnen und Regionalzügen werden wir aufrechthalten“, sagt eine Sprecherin des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR), der Rheinischen Post. Außerdem fahren alle Privatbahnen. Mittlerweile hat die Bahn ein neues Angebot vorgelegt. Es beinhalte eine Corona-Prämie von bis zu 600 Euro und eine Laufzeit des Tarifvertrags von 36 Monaten, melden die Medien.

Die GDL hat im übrigen nicht nur der Bahn den Kampf angesagt, sondern auch dem Deutschen Bundestag. Vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschen­rechte in Straßburg klagt sie gegen das Tarifeinheits­gesetz (TEG). Das Gesetz schreibt vor, dass in Unternehmen mit konkurrierenden Gewerkschaften nur noch der Tarifvertrag der jeweils größeren zur Anwendung kommt. „Ein Betrieb – ein Tarifvertrag” – so die Grundregel.

„Die eigentliche Zielsetzung des TEG – eine Minimierung der Konflikte – wurde ins Gegenteil verkehrt, weil die schwächere Gewerkschaft nur dann eine Chance hat, zur Mehrheitsgewerkschaft zu werden, wenn sie extrem mobilisiert und polarisiert und damit versucht, die stärkere Gewerkschaft aus dem Feld zu schlagen”, sagte der Kasseler Politikprofessor Wolfgang Schroeder dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Eine Lösung des Konfliktes sei auch wegen des „Machtwillens aller beteiligten Akteure” schwierig.

Enden wir mit einem Zitat eines Journalisten aus dem Berliner Netzwerk RND: “ (…) stößt einem auch hier das Vorgehen der Lokführerinnen und Lokführer übel auf: als heilloser egozentrischer Exzess einer gut abgesicherten Berufsgruppe in einem der wohlhabendsten Länder der Welt.“

In diesem Sinne müssen auch wir durch diesen unsinnigen Streik. Wir ärgern uns, sind sauer und vertrauen auf Dienstag, wenn auch dieser Spuk vorbei ist. Als nächste Eskalationsstufe wäre dann nur noch ein unbefristeter Streik denkbar.

https://www.reisereporter.de/artikel/13945-streik-bei-der-deutschen-bahn-das-muessen-reisende-jetzt-wissen

Quellen: u.a. RND, GDL, Deutsche Bahn

Düsseldorf: der neue Sprinter ist da!

Neuer Motor, neues Getriebe, neues Allradsystem: Mit einem umfassenden Technik-Update sorgt Mercedes-Benz zum September 2021 dafür, dass die Large Van Ikone Sprinter mehr Fahrkomfort denn je bietet – und das auf nahezu jedem Terrain.

Im Mittelpunkt der Aktualisierung steht der aus dem Pkw-Portfolio von Mercedes-Benz bekannte, besonders kraftvolle und effiziente 2,0-Liter-Diesel OM 654. Der Vierzylinder ist in kürze in bis zu vier Leistungsstufen bestellbar. Ebenfalls aus dem Pkw-Programm der Marke mit Stern übernimmt der Sprinter dann in allen Varianten das komfortable 9G-TRONIC Automatikgetriebe, ergänzend zum 6-Gang-Schaltgetriebe. Als dritte technische Neuheit folgt für den Sprinter 4×4 im September der Verkaufsstart eines neuen Allradantriebs mit Torque-on-Demand-System. Er ersetzt das bisherige zuschaltbare System. Zu diesen Zugewinnen an Fahrkomfort kommt ab diesem Monat zudem ein Plus an Ergonomie und Sicherheit – dank Speed Delivery Door.

Dr. Ulf Zillig, Leiter Entwicklung Mercedes-Benz Vans: „In der jüngsten Evolutionsstufe des Sprinter steckt dank umfassendem Technik-Update so viel Pkw-Fahrkomfort wie noch nie. Und das nicht nur auf Autobahn- und Überlandfahrten oder im Stadtverkehr, selbst auf unbefestigten Wegen bietet der Sprinter jetzt ein besonders entspanntes Fahrgefühl und damit auch mehr Sicherheit. So gelingt ihm erneut, was die Baureihe schon immer ausgezeichnet hat: Er setzt einmal mehr neue Standards für das Transportersegment der Large Vans!“

Kraftvoll und emissionsarm: 2,0-Liter-Diesel in bis zu vier Leistungsstufen

Nachdem der kraftvolle Vierzylinder-Diesel OM 654 im Sprinter bislang ausschließlich für den Kastenwagen und das Fahrgestell mit Hinterradantrieb erhältlich war, bietet Mercedes-Benz das Aggregat ab September als alleinigen Verbrennungsmotor für alle Versionen an, inklusive der neuen Allradvariante.[1] Der nach der Schadstoffnorm Euro VI-E bzw. Euro 6d eingestufte OM 654 ist – je nach gewählter Antriebs- und Karosserievariante – in bis zu vier Leistungsstufen mit 84 kW/114 PS, 110 kW/150 PS, 125 kW/170 PS und 140 kW/190 PS bestellbar.

Im Vergleich zum Vorgängeraggregat weist der aus dem Mercedes-Benz Pkw-Programm überführte Vierzylinder einen verbesserten Geräusch- und Schwingungskomfort auf. Neben der höheren Laufruhe und Durchzugskraft ist es im Fahrzeug deshalb angenehm leise, und störende Geräusche sind reduziert. Die Kombination von Aluminium-Block und Stahlkolben, Stufenmulden-Brennverfahren und NANOSLIDE® Zylinderbeschichtung zur Verringerung der innermotorischen Reibung ermöglicht zusammen mit der Mehrwege-Abgasrückführung und der motornahen Abgasnachbehandlung zudem geringe Verbräuche und niedrige Emissionen. Durch die motornahe Anordnung arbeitet die Abgasnachbehandlung bei geringem Wärmeverlust und unter günstigen Bedingungen.

Für noch schnellere Gangwechsel: 9G-TRONIC Automatikgetriebe ersetzt 7G-TRONIC PLUS

Als weiteres ‚Carryover‘ aus dem aktuellen Pkw-Programm kombiniert Mercedes-Benz im Sprinter den 2,0‑Liter‑Diesel mit dem komfortablen 9G‑TRONIC Automatikgetriebe. Die moderne Kraftübertragung ersetzt die bisherige 7G-TRONIC PLUS. Ihre neun Gänge halten zusammen mit der ausgeprägten Overdrive-Charakteristik die Motordrehzahlen in jeder Fahrsituation möglichst niedrig, wodurch der Kraftstoffverbrauch sowie das Vibrations- und Geräuschniveau weiter merklich sinken. Optimierte Hydraulikelemente ermöglichen zudem schnelle und kaum merkliche Schaltvorgänge fast ohne Zugkraftunterbrechung. Mit ‚Drive Select‘ und Schaltpaddles am Lenkrad kann der Fahrer manuell in das aktuelle Schaltprofil eingreifen. Weiteres Plus: Trotz zwei zusätzlicher Gänge benötigt die 9G-TRONIC Automatik ebenso wenig Bauraum wie der Vorgänger 7G‑TRONIC PLUS.

Unverändert im Programm bleibt die manuelle Schaltung mittels 6-Gang-Schaltgetriebe.

Traktionsstark auch abseits der Straße: Der neue Allradantrieb

Wie bisher ist der Sprinter in seinen geschlossenen und offenen Baumustern nicht nur mir Vorder- und Hinterradantrieb bestellbar, sondern auch mit Allradantrieb – und das zum September mit einem völlig neuen System, ebenfalls in Teilen entlehnt aus dem aktuellen Baukasten der Mercedes-Benz Cars. Anders als beim zuschaltbaren Vorgängersystem, das im 4×4-Modus 35 Prozent des Drehmoments an die Vorder- und 65 Prozent an die Hinterachse leitete, kann dieses die Antriebsmomente situationsabhängig und ohne Zutun des Fahrers vollvariabel zwischen Vorder- und Hinterachse verteilen (Torque-on-Demand). Für die Momentenverteilung sorgt eine in das Verteilergetriebe integrierte elektronisch geregelte Lamellenkupplung. Ist im normalen Fahrbetrieb die Lamellenkupplung offen, treibt ausschließlich die Hinterachse das Fahrzeug an. Bei geschlossener Kupplung kommt die Vorderachse ins Spiel. Das sorgt für eine hohe Traktion und souveränes Fahrverhalten. Weiterer Vorteil gegenüber dem vorherigen zuschaltbaren Allradantrieb: Zusätzlich zum höheren Komfort durch die automatische Momentenverteilung arbeitet das neue System deutlich leiser.

Sobald die Fahrsituation es erfordert, wird der Antriebsmoment an die Vorderachse geleitet. Wird dieser nicht mehr benötigt – beispielsweise bei starken Bremsmanövern mit ABS-Eingriff – wird der vordere Antriebsstrang abgeschaltet und das Moment auf null reduziert. Bei drohendem Unter- oder Übersteuern unter Last wird zunächst das Antriebsmoment so verteilt, dass sich das Fahrzeug stabilisiert. Erst wenn diese Maßnahmen nicht zu einer Beruhigung führen, greifen die an das 4×4-System angepassten Regelsysteme ESP oder 4ETS ein.

Der neue Sprinter 4×4 ist standardmäßig in Kombination mit dem 140 kW/190 PS starken OM 654 Motor und 9G-TRONIC Automatikgetriebe erhältlich – und das bis zu einer Gewichtsklasse von 5,5 Tonnen zGG.

Speed Delivery Door erleichtert Arbeit von Paketboten

Zu den Zugewinnen an Fahrkomfort kommt beim Sprinter ab diesem Monat ein weiteres Plus an Ergonomie und Sicherheit. So bietet Mercedes-Benz für den vielseitigen Transporter das innovative Schiebetürsystem ‚Speed Delivery Door‘ ab Werk an. Hierbei handelt es sich um eine automatische, sensorgesteuerte Doppelschwingtür auf der Beifahrerseite, die auf Wunsch die seitliche Schiebetüre zum Laderaum ersetzt.

Eine Lichtschranke erkennt den Fahrer, sobald dieser vom Fahrersitz aus den Laderaum betritt. Die Speed Delivery Door wird daraufhin automatisch entriegelt und geöffnet. Das spart Zeit und entlastet den Fahrer, denn dieser kann das Fahrzeug mit den Paketen in der Hand ohne weitere Handgriffe verlassen und die Tür schließt sich hinter ihm automatisch. Das Absetzen und erneute Anheben der Ware wie bei konventionellen Schiebetüren üblich entfällt. Eine automatische Verriegelung lässt sich als zusätzliche Option mitbestellen.

Weiterer Vorteil für mehr Sicherheit: von innen ist die Speed Delivery Door durchsichtig. Der Fahrer hat deshalb vor dem Ausstieg Einsicht auf den Fußweg. Das Kollisionsrisiko mit Passanten, insbesondere Radfahrern, kann dadurch reduziert werden.