Unternehmensverbände fordern wirksame Entlastungen bei Energiepreisen

Die nordrhein-westfälischen Unternehmer haben die Politik in Bund und Land eindringlich aufgefordert, „wirklich alles zu tun, damit unsere Wirtschaft stark bleibt“. Dies sei die zentrale Voraussetzung dafür, sich auch künftig gegenüber den Autokratien dieser Welt erfolgreich behaupten zu können. „Nur mit einer starken Wirtschaft werden wir sozialpolitisch, gesellschaftspolitisch und auch sicherheitspolitisch in Zukunft stark sein können“, erklärte der Präsident der Landesvereinigung der Unternehmensverbände Nordrhein-Westfalen (unternehmer nrw), Arndt G. Kirchhoff, auf dem Unternehmertag seiner Organisation am Mittwoch in Düsseldorf. Er appellierte zugleich an die Politik, die Unternehmen auf den globalen Märkten nicht allein zu lassen. Deutschland müsse den Menschen überall auf der Welt immer wieder aufs Neue beweisen, „dass sie in unserem Gesellschafts- und Wirtschaftssystem ein besseres Leben haben“. Kirchhoff warb auch für ein neues Miteinander „mit unseren Freunden in der Welt“. Die europäische Politik müsse schleunigst einen neuen Anlauf für ein umfassendes Freihandelsabkommen mit den USA nehmen.

Mit Blick auf die Energiepreiskrise forderte Kirchhoff die Politik dringend zu wirksamen Entlastungen für die Wirtschaft auf. Die Unternehmen benötigten wettbewerbsfähige Energiepreise, sonst verlöre Deutschland seine industrielle Basis und damit die Grundlage für Arbeitsplätze und Zukunftsinvestitionen im Land. „Bei allem Respekt vor der Krisenpolitik der Bundesregierung: Was wir hier erleben, ist bislang noch völlig unzureichend“, sagte Kirchhoff. Angesichts der drohenden Gasmangellage warnte der NRW-Unternehmerpräsident vor Tabus und Denkverboten in der Energiepolitik. Die Beschleunigung der Energiewende sei zwar völlig richtig, um Deutschland bei der Energieversorgung unabhängiger zu machen. „Das allein wird aber kurzfristig nicht reichen“, so Kirchhoff. Daher müssten Kohlekraftwerke noch schneller aus der Reserve ans Netz und die Laufzeit der Kernkraftwerke mindestens im Streckbetrieb verlängert werden. Die teuren Gaskraftwerke hingegen müssten umgehend weitestmöglich raus aus der Stromerzeugung. „Es gilt unbedingt einen Blackout aus humanitären und wirtschaftlichen Gründen zu vermeiden. Und auch: Weil es sonst ein Sieg für Putin wäre“, betonte Kirchhoff.

Als „völlig unverständlichen Anachronismus im Zeitalter der Digitalisierung“ bezeichnete Kirchhoff das neue Nachweisgesetz von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil. Das Gesetz solle vordergründig Arbeitsbedingungen transparenter machen, dessen detaillierte Regelungen aber zwängen Unternehmen in die Rückkehr zur Zettelwirtschaft. Trotz der hochgradig angespannten Wirtschaftslage schraube der Arbeitsminister unverdrossen an neuen sozialpolitischen und bürokratischen Belastungen für die Unternehmen. Und gleichzeitig füge der wiederholte staatliche Eingriff beim Mindestlohn der Tarifautonomie schweren Schaden zu. Auch die sozialen Sicherungssysteme in Deutschland seien angesichts der demografischen Entwicklung in der gegenwärtigen Verfassung nicht zukunftsfest. „Umso unverständlicher ist die parteiübergreifende Ablehnung weiter Teile der deutschen Politik, über eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit auch nur nachzudenken“, erklärte der NRW-Unternehmerpräsident.

Von der neuen schwarz-grünen Landesregierung erwarten die nordrhein-westfälischen Unternehmer in dieser Legislaturperiode zentrale Weichenstellungen für eine erfolgreiche Transformation. „Die kommenden fünf Jahre sind entscheidend für die Zukunftsfähigkeit des Landes“, betonte Kirchhoff. Ohne eine massive Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren werde allerdings der Umbau Nordrhein-Westfalens zum ersten klimaneutralen Industrieland Europas nicht klappen. „Der Landesregierung muss klar sein, dass der Umbau des Landes an dieser Frage scheitern kann“, sagte Kirchhoff. Aufgrund der Ressortverteilung im Landeskabinett hätten die Grünen mit der Zuständigkeit für Wirtschaft, Energie, Klima, Umwelt und Verkehr nun eine besondere Verantwortung für zentrale Infrastrukturbereiche des Landes. Sie seien für NRW existenziell, weil sich dort der Erfolg des notwendigen grundlegenden Strukturwandels entscheide. Erwiesen sich die Grünen hier als Pacemaker, brächte ihnen dies viel Vertrauen der Unternehmer zurück. Dies sei in der rot-grünen Regierungszeit zwischen 2010 und 2017 verloren gegangen, als das Land unter einer zu oft bremsenden grünen Wirtschafts- und Umweltpolitik massiv gelitten habe.

Hoffen auf Regen

Der Rheinpegel bei Düsseldorf sinkt und sinkt. Leittragende sind neben den Schiffern und ihren Familien selbst unser Hafen in Düsseldorf und auch die Betriebe, die ihre Güter auf dem transportieren, beispielsweise unsere Unternehmen der chemischen Industrie und der Metall- und Elektroindustrie.

Wer in diesen Tagen am Rhein spazieren geht, dem fällt es besonders auf. Der Rheinpegel sinkt und sinkt. Grund sind die Sommerhitze und der ausbleibende Regen. Auch, wenn die eigentliche Fahrrinne noch nicht betroffen ist, so schränkt das Niedrigwasser dann doch die Schifffahrt extrem ein. Das betrifft auch die Kohle, die seit dem Krieg besonders wichtig geworden ist. Aber, auch andere Dinge sind betroffen, wie Getreide, Chemikalien und Mineralien. Das Problem: wegen des niedrigen Wasserstands fahren die Schiffe derzeit mit weniger als der Hälfte der üblichen Ladungsmenge.

Das Niedrigwasser ist allerdings kein neues Problem. Bereits 2018 war das Niedrigwasser rekordverdächtig tief. – damals entstand ein wirtschaftlicher Schaden von rund 5 Milliarden Euro.

Ähnliche konjunkturelle Einbrüche könnte es in diesem Jahr geben, sollte der Wasserstand des Rheins den Transport großer Gütermengen verhindern. Leittragende sind neben den Schiffern und ihren Familien selbst unser Hafen in Düsseldorf und auch die Betriebe, die ihre Güter auf dem transportieren, beispielsweise unsere Unternehmen der chemischen Industrie und der Metall- und Elektroindustrie.

Problematisch ist das Niedrigwasser auch, das haben wir gestern im Rahmen einer Veranstaltung in Düsseldorf diskutiert, da die geringeren Transportmengen auf bereits angespannte Lieferketten treffen. Und eine eingeschränkte Produktion treibt letztlich die Preise in Höhe, denn: die Betriebe können auf Straße und Schiene ausweichen – aber diese Transportwege sind erheblich teurer.

Außerdem stellt sich die Frage, wer beispielsweise die Züge und LKWs fahren soll – auch hier herrscht einer extremer Fachkräftemangel.

So hoffen wir weiter auf Regen: in Düsseldorf, NRW und Deutschland.

Jetzt kommt die „große Arbeiterlosigkeit“ – die Unternehmerschaft Düsseldorf unterstützt mit dem eigenen Expertenteam „Fachkräftesicherung“

Nein, es ist kein Schreibfehler. Den Begriff „Arbeitslosigkeit“ kennen wir alle. „Arbeiterlosigkeit“ ist eine neue Wortschöpfung und ist ein anderes Wort für „Fachkräftemangel“24.

Derzeit haben die Unternehmen die größten Probleme damit, Personal mit Berufsausbildung oder Fortbildungsabschluss zu finden. Trotz der Auswirkungen der Corona-Pandemie besteht nach wie vor in vielen Berufen Fachkräftemangel. So gab es im Dezember 2020 insgesamt fast 200 Engpassberufe: hier gibt es weniger qualifizierte Arbeitslose als offene Stellen gab. Der demografische Wandel wird die Engpässe künftig weiter verstärken. Um Unternehmen bei der Fachkräftesicherung zu unterstützen, arbeiten wir als Unternehmerschaft Düsseldorf mit unseren eigenen Expertinnen und Experten sowie allen wichtigen Unterstützungspartnern zusammen, beispielsweise auch mit dem „Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung“ unseres Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW).

In Workshops, Seminaren und Vorträgen begleiten wir die Betriebe bei diesem Thema. Hier einige Tipps für unsere Unternehmen:

  • EMPLOYER BRANDING: Stärken Sie Ihre Arbeitgebermarke, beispielsweise durch neue bzw. familienfreundliche Arbeitszeiten, schöne und praxisnahe Arbeitsumgebenheiten, Möglichkeiten des mobilen Arbeitens, sinngebende Tätigkeiten und nachhaltige Jobs. Wir begleiten Sie gerne mit Experten und Workshops. Zudem starten wir eine neue „Green Edition“-Plattform.
  • NEUE ZIELGRUPPEN ANSPRECHEN: Gestalten Sie Ihre Teams heterogener. Denken Sie auch an Geringqualifizierte, Einwanderer, Mütter und Väter, „wiedereinsteigende“ Frauen und Männer, Alleinerziehende, ältere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Quereinsteiger. Wir begleiten Sie gerne mit Experten und Workshops.
  • PRODUKTIVITÄT ERHÖHEN: Optimieren Sie Ihre Arbeitsprozesse und setzen Sie Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter effektiv und an den richtigen Stellen ein. Automatisieren Sie sich wiederholende Tätigkeiten. Wir arbeiten mit Start-Ups zusammen, die beispielsweise entsprechende Software-Programme entwickeln. Wir begleiten Sie gerne mit Experten und Workshops.

So sieht es mit dem Fachkräftemangel in NRW aus: LINK!

Berufliche Orientierung in Düsseldorf: erfolgreicher „Thementag 2022“

Nach der zwangsbedingten Coronapause gab es in diesem Jahr wieder einen „Thementag 2022“ für die Klassenlehrerinnen und -lehrer – gemacht von der Kommunalen Koordinierung der Landeshauptstadt Düsseldorf und unterstützt von der Stiftung Pro Ausbildung der Unternehmerschaft Düsseldorf.

In Vorträgen und Workshops wurden die „Standardelemente“ der Beruflichen Orientierung vorgestellt und interaktiv besprochen, beispielsweise der Berufswahlpass, die Berufsfelderkundungen, Praktika und Praxisphasen sowie die schulische Begleitung.

Hauptakteure in diesem Bereich sind neben den Koordinatorinnen und Koordinatoren für Berufliche Orientierung (StuBo’s) vor allem auch die Klassenlehrerinnen und -lehrer. Sie motivieren die Schülerinnen und Schüler sich mit ihrem Weg in die Arbeits- und Berufswelt intensiv zu beschäftigen. Dabei werden sie von den Expertinnen und Experten in unserer Stadt begleitet, beispielsweise der Unternehmerschaft Düsseldorf, der HWK und IHK, der Agentur für Arbeit und der Kreishandwerkerschaft. Auch diese waren am Thementag dabei, stellten ihre Angebote vor und konnten auch direkt angesprochen werden.

Der Tag begann mit einem Impulsvortrag von Professor Thorsten Bührmann zum Thema „Warum Berufsorientierung immer wichtiger wird“. Diesen Vortrag und alle Materialien finden Sie in Kürze auf der Seite der Kommunalen Koordinierung.

Wir danken den Kolleginnen und Kollegen, die diesen Tag möglich gemacht haben: Schulamtsdirektor Uwe Schorscher, Gregor Nachtwey, Christiane Stedeler-Gabriel, Andre Odenthal, Milena Pape, Ute Scheid, Renate Kiszkiel, Ezgi Yildiz, Claudia Abels, Katja Breuer, Eva Christen, Christina Moeser und Christoph Sochart.

Den Vortrag von Herrn Professor Bührmann finden Sie auch hier: https://www.youtube.com/watch?v=FriiCAOqdRI

Ausbildungskampagne #NRWirtschaftBildetAus

Mit der Ausbildungskampagne #NRWirtschaftBildetAus macht unternehmer nrw auch in diesem Sommer darauf aufmerksam, wie wichtig Ausbildung für die Wirtschaft ist. Auch der NRW-Wirtschaftsblog nimmt daher das Thema „Ausbildung“ in den Fokus. „Die verschiedenen Ausbildungsmöglichkeiten, Förderungen und Hilfen für Auszubildende bieten in meinen Augen fantastische Möglichkeiten für die individuelle Karriere“, schreibt die Vorsitzende des Ausschusses Kultur und Bildungim EU-Parlament, Sabine Verheyen MdEP, im aktuellen Beitrag für Klartext im Westen.
Die Ministerin für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen, Dorothee Feller, schreibt im Blog der Vorwoche über die Zukunft der Ausbildung. Vier Punkte seien dafür wesentlich: Berufsorientierung, Durchlässigkeit von beruflicher und akademischer Bildung, Digitalisierung und Internationalisierung.

Zum Blog

Neue Zahlen Gastgewerbe NRW: Umsätze steigen – Existenzsorgen auch

Die Umsätze steigen, die Existenzsorgen auch. So lässt sich laut Hotel- und Gaststättenverband die derzeitige Lage der Gastro- und Hotelbranche beschreiben. Höheren Umsätzen stehen deutlich gestiegene Kosten gegenüber, heißt es. Die Umsätze in den Restaurants und Gaststätten in Düsseldorf hätten noch nicht das Vor-Corona-Niveau von 2019 erreicht. Wie geht es den Hotels, den Kneipen, den Bars in unserer Stadt? Der Hotel- und Gaststättenverband hatte Anfang August eine Umfrage gestartet. Sorgen machen vor allem die unsichere Energieversorgung und die Personalknappheit. So stiegen die durchschnittlichen Kosten für Gas im Juli gegenüber dem Juli des Vorjahres um 55 Prozent, für Strom um 42 Prozent und für Lebensmittel um 25 Prozent. Der Branchenverband fordert die Politik deswegen auf, die Energieversorgung zu sichern und die Kostenexplosion bei Strom und Gas zu begrenzen.

Trotz zuletzt gestiegener Umsätze während der Pandemiezeit wächst der Druck in Gastronomie und Hotellerie. Der Hauptgrund: Den höheren Umsätzen stehen deutlich gestiegene Kosten gegenüber. Zudem ist das Vor-Corona-Niveau von 2019 noch lange nicht erreicht. Die unsichere Energieversorgung und die Personalknappheit setzen dem Gastgewerbe außerdem zu. Der DEHOGA NRW fordert alle staatlichen Anstrengungen, die Energieversorgung zu sichern und die Kostenexplosion bei Gas und Strom zu begrenzen. Von zentraler Bedeutung bleibt zudem die Geltung der reduzierten Mehrwertsteuer auf Speisen über 2022 hinaus.

Der Druck auf das Gastgewerbe zwischen Rhein und Weser lässt nach zweieinhalb Jahren Corona-Pandemie nicht nach, auch wenn der angekündigte Ausschluss von Lockdowns mehr Planungssicherheit für kommenden Herbst und Winter verspricht. „Die Umsätze nähern sich nominal zwar dem Vor-Corona-Niveau an. Die massiven Kostensteigerungen, vor allen Dingen bei Gas, Strom und Lebensmitteln sowie die deutlich gestiegenen Löhne bedeuten aber real deutliche Einschnitte in den Betriebsergebnissen. Die Existenzsorgen wachsen wieder“, beschreibt Patrick Rothkopf, Präsident DEHOGA Nordrhein-Westfalen, die Lage im Gastgewerbe und verweist auf offizielle Zahlen von IT NRW und eigene Erhebungen des DEHOGA NRW (Deutscher Hotel- und Gaststättenverband).

  • Nach IT NRW stiegen die Umsätze im Vergleich zum Vorjahres-Juni und auch zum Vormonat Mai, allerdings lagen sie real – also unter Berücksichtigung der Preisentwicklung – immer noch signifikante 12,2 Prozent unter denen von Juni 2019. Das reale Umsatzminus in der ersten Jahreshälfte im Vergleich zu 2019 addiert sich auf hohe 22,2 Prozent!
  • In einer Umfrage des DEHOGA* unter Gastronomen und Hoteliers in NRW zeigt sich das toxische Potenzial der Kostenexplosion, deren Ende nicht absehbar ist: So stiegen die durchschnittlichen Kosten für Gas im Juli gegenüber dem Juli des Vorjahres um 55 Prozent, für Strom um 42 Prozent, für Lebensmittel um 25 Prozent, für Personal um 18 Prozent und für Getränke um 16 Prozent.

„Deutlich höhere Kosten, preissensible Gäste, die unsichere Entwicklung: Das ist eine äußerst brisante Mischung. Vielleicht gibt es Ende des Jahres gar kein Gas mehr? Wie lange brennen Herde und Öfen noch? Die Verunsicherung in der Branche ist mit Händen zu greifen“, stellt Rothkopf fest und bezieht sich auf ein weiteres Umfrageergebnis, nach dem 62,7 Prozent der Befragten (sehr) starke Sorge haben, wegen der Gaskrise in Herbst/Winter den Betrieb zumindest stark einschränken zu müssen.

Energiesicherheit und Energiepreise im Fokus
Der DEHOGA NRW geht davon aus, dass der Staat das Gastgewerbe, wo nötig, unterstützen muss, damit Restaurants, Cafés, Discos, Caterer oder Hotels Herbst und Winter überleben. „Die letzten Jahre hat uns Corona zugesetzt, jetzt sind es die hohen Energiepreise, die die Betriebe nicht werden stemmen können“, bekräftigt Rothkopf. „Wir erwarten, dass der Staat alle Hebel in Bewegung setzt, die Energiesicherheit zu gewährleisten und dafür zu sorgen, dass Energie auch für Unternehmen bezahlbar bleibt.“

7% müssen bleiben
Zentral bleibt darüber hinaus die Forderung, die Fortdauer der reduzierten Mehrwertsteuer auf Speisen jetzt zu beschließen“, bekräftigt der DEHOGA-Präsident und appelliert dabei auch an die Landesregierung, die sich genau dafür im Koalitionsvertrag ausgesprochen hat: „Die Gastronomie steht unter extremem Kostendruck. Wir können die Preise nicht so anpassen, wie es notwendig wäre, ohne unsere Gäste zu überfordern, die ja auch mit Inflation und Unsicherheit konfrontiert sind. Wären ab Januar 2023 aber wieder 19 Prozent zu zahlen, hätte das katastrophale wirtschaftliche Auswirkungen für die Betriebe und würde die Inflation weiter beschleunigen. Dauerhafte sieben Prozent auf Speisen zeigen aber auch die Wertschätzung für die „öffentlichen Wohnzimmer‘ der Gesellschaft“. „Diese Maßnahme ist leider nicht allein die Lösung für alle existierenden Probleme: Sie ist „nur“ die erst einmal wichtigste Voraussetzung für eine vitale und überlebensfähige Gastronomie in NRW. Deshalb brauchen wir die Verlängerung – jetzt!“, so Rothkopf abschließend.

Mit Material von Antenne Düsseldorf und DEHOGA

Trotz historischem Niedrigwasser im Rhein: Ford-Transportschiffe fahren weiter Seehäfen an

Ein Transportschiff auf dem Rhein bei Düsseldorf bringt in Köln produzierte Ford Fiesta Modelle zum Seehafen in Antwerpen.

Nur noch zwei Zentimeter fehlten am Dienstagmorgen in Köln zum historischen Niedrigwasserrekord. Im Oktober 2018 lag der Pegelstand des Rheins hier bei 69 Zentimeter – der niedrigste je gemessene Wert. Nun sind es 71 Zentimeter.

Für die Ford-Logistiker ist der aktuelle Wasserstand des Rheins eine wichtige Größe. Rund 40 Prozent der in Köln produzierten Ford Fiesta Modelle werden auf dem Rhein abtransportiert. Sie gelangen auf fünf Transportschiffen, die jeweils rund 500 Ford Fiesta laden können, zu den Seehäfen nach Antwerpen in Belgien und Vlissingen in den Niederlanden. Hier werden die Fiesta-Einheiten auf große Containerschiffe verladen, um europäische Märkte zu beliefern, aber auch weit entfernte Ziele wie Australien, Hong Kong oder Taiwan anzusteuern. Etwa Dreiviertel der Fiesta-Produktion ist für den Export in 49 Länder bestimmt.

Der Rhein ist also ein überaus wichtiger Transportweg für Ford und war auch einer der Hauptgründe, warum sich der Firmengründer Henry Ford 1930 entschied, sein neues Werk in Köln zu bauen. Was bedeutet der historisch niedrige Wasserstand in diesen heißen Sommertagen nun für den Kölner Automobilhersteller? „Die Auswirkungen halten sich für uns in Grenzen“, sagt Christian Weingärtner, Geschäftsführer Marketing und Verkauf der Ford-Werke GmbH. „Unsere Logistik ist gut vorbereitet.“

Bereits in der vorvergangenen Woche, als der Rheinpegel in Köln unter die Marke von einem Meter sank, begannen die Ford-Logistiker, ihre Schiffsladungen anzupassen. Sie reduzierten die transportierten Fiesta um 30 bis 40 Einheiten pro Schiff und verringerten so den Tiefgang der Frachter. Der Wasserstand in der Fahrrinne des Rheins liegt ohnehin um einen Meter höher als der jeweils angegebene Pegelstand. Bei einem Rheinpegel von 70 Zentimeter muss die Ladung der Ford-Transportschiffe um bis zu 30 Prozent reduziert werden, also um bis 150 Einheiten. „Wir laden weniger, erhöhen dafür aber die Frequenz der Fahrten“, erklärt Weingärtner. „Unsere Prozesse sind sehr stabil, und wir können unsere Kunden in Europa und darüber hinaus weiterhin auf gewohnten Transportwegen beliefern.“

Aufgrund des niedrigen Rheinpegels muss Ford also nicht auf zusätzlichen Lkw- oder Zugtransport ausweichen. Das wird aller Wahrscheinlichkeit nach auch so bleiben. Denn aufgrund von topografischen Begebenheiten ist von Köln rheinabwärts ein Pegel von deutlich unter 70 Zentimetern aus Sicht der Ford-Logistiker fast ausgeschlossen.

Die Bauteile, die Ford zur Fiesta-Produktion benötigt, kommen nicht per Schiff nach Köln. Entsprechend hat der Wasserstand des Rheins auch keine Auswirkung auf die Teileversorgung in der Fertigung. Auch wenn die Abläufe bei Ford vom Niedrigwasser des Rheins nur geringfügig betroffen sind, hofft Geschäftsführer Weingärtner in den nächsten Tagen vor allem auf eins: „Dass es mal wieder richtig regnet.“

Premiere im KAP 1: „Düsseldorfer Gespräche“ rund um die Thematik Arbeitsmarkt, Transformation und Strukturwandel

In der Frankenstadt haben die „Nürnberger Gespräche“ eine lange Tradition. Hier diskutieren zweimal im Jahr Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis aktuelle und drängende Probleme des Arbeitsmarktes. Die Veranstaltung wird von der Bundesagentur für Arbeit, unter Federführung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), und der Stadt Nürnberg ausgerichtet.

Analog dazu fanden jetzt in unserer Stadt erstmalig die „Düsseldorfer Gespräche“ statt, gemacht von der Regionaldirektion für Arbeit NRW und dem IAB. Im KAP 1, der neuen Zentralbibliothek der Landeshauptstadt, trafen sich Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter sowie die Vertreter der Agentur für Arbeit und der Regionalagentur für Arbeit NRW. Auf dem Podium diskutierten IAB-Expertinnen und -experten mit Thorsten Wittake, Chef der Regionalagentur NRW, NRW-Ministerin Ina Scharrenbach und unser Oberbürgermeister Dr. Stefan Keller. Auch Michael Grütering, Hauptgeschäftsführer der Unternehmerschaft, war dabei und diskutierte mit.

Im Fokus der Veranstaltungen standen die bekannten Themen der „Düsseldorfer Wirtschaft“:

+ Digitalisierung

+ Fachkräftemangel

+ Strukturwandel

Die gute Nachricht vorweg: der Arbeitsmarkt bleibt aufnahmefähig. Es sei allerdings eine „Frage der Matchings“, wie und wo die Person, die sich verändern will und muss, einen neuen Job findet. Dieser individuelle Prozess müsse von passenden Weiterbildungsangeboten ausreichend flankiert werden.

Ministerin Ina Scharrenbach verwies darauf, dass der Mittelstand kaum oder keine eigenen Personalabteilungen hätte, um im Blick zu behalten, wo es welche Angebote und Förder- und Weiterbildungsmöglichkeiten gäbe.

Die Ministerin, aber auch Thorsten Wittake verwiesen auf die lokalen Netzwerke wie Arbeitgeberverbände, Agentur für Arbeit und andere Oeganisationen der Wirtschaft

Fazit:

Die Fragen und Herauforderungen sind sehr komplex und das ist auch der Grund dafür, dass die Antworten nicht immer sehr einfach sind.

Dies zeigt ja auch die Diskussion im Strukturwandel in Gelsenkirchen, wo wir als Arbeitgeberverbände einen weiteren Standort haben und auch den Podcast „GE:wirtschaft“ produzieren.

Eine andere Thematik an diesem Tag war die Integrationspolitik und in diesem Zusammenhang: wie integrieren wir die vielen vielen Einwanderer in den Arbeitsmarkt? Wir haben allein in NRW 180.000 Kriegsflüchtlinge in NRW. Rund 6.000 sind es in Düsseldorf und täglich kommen 30 hinzu.

Michael Grütering, Hauptgeschäftsführer der Düsseldorfer Unternehmerschaft, erklärte in der Diskussion, man müsse noch mehr in und für die Berufliche Orientierung tun.

Er hätte Erfahrungen sammeln können mit Programmen der Langzeitarbeitslosigkeit in Gelsenkirchen und Düsseldorf und festgestellt: die Thematik der Langarbeitslosen sei ein Reparaturbetrieb.

Und er betonte, dass wir noch mehr Ressourcen in die Berufliche Orientierung stecken müssten – auch um langfristig die Langzeit-Arbeitslosigkeit präventiv zu reduzieren.

Herr Wittake begrüßte es, noch mehr in der Berufsorientierung zu investieren und plädierte für ein Fach „Berufsorientierung“. In diesem Zusammenhang erwähnte Herr Wittake positiv unsere Girls & Boys Academy. Davon müsste es mehr geben.

Wir suchen Sie als Vorbild für die Girls‘ & Boys‘ Academy Düsseldorf

Junge Mädchen entscheiden sich oftmals eher für soziale und Jungen für handwerklich, technische Berufsfelder und orientieren sich dabei an längst überholte Rollenbilder. Schade, denn so schränken sie ihre Berufswahl ein!

Und das wollen wir ändern – gemeinsam mit Ihnen!

Mit Schülerinnen und Schülern der siebten Klasse begeben wir uns nämlich auf eine zweiwöchige Entdeckungsreise bei der sie ihre Stärken erkunden, Geschlechterklischees hinterfragen und berufliche Vorbilder kennenlernen. Unser Ziel ist es, das Berufswahlspektrum junger Menschen zu erweitern und somit dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Das funktioniert jedoch nur mit Ihnen als Vorbild für die jungen Menschen und Arbeitnehmer von morgen!

Für das kommende Schuljahr 2022-23 suchen wir nach interessierten Unternehmen, die sich an der beruflichen Zukunftsplanung junger Schülerinnen und Schüler engagieren möchten. Geplant ist, Sie im Betrieb zu besuchen, damit die Schülerinnen und Schüler einen Eindruck von Ihrem Unternehmen, Ihren Ausbildungsmöglichkeiten und von Ihrem Arbeitsalltag erhalten. Die Schülerinnen und Schüler werden Sie nach dem Besuch immer mit Ihren Berufen und Ihrem Angebot verbinden!

Von September 2022 bis Mai 2023 suchen wir daher noch nach interessierten Unternehmen, die ihre Türen öffnen und uns einen persönlichen Einblick in die Berufe geben.

Können Wir Sie dafür gewinnen? Dann stimmen Sie gerne mit uns verschiedene Termine ab!

Ansprechpartnerin des Projektes „Girls & Boys Academy“ ist Ilka Hüsges, 0211 66908 32, huesges@unternehmerschaft.de.

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Homepage: www.stiftung-proausbildung-academy.de.

Frisch aus der Druckerei: Der Kalender für Berufliche Orientierung für unsere Stadt

Trotz aller Digitalisierung bleibt der gedruckte Kalender mit vielen Terminen aus dem Themenbereich der Beruflichen Orientierung ein „Lieblingskind“ in unseren Schulen. Gerade kamen die Exemplare aus der Druckerei und werden nun an unsere Schulen geschickt. Ausgehängt wird der Kalender in der Regel in den Klassenzimmern, im Berufsorientierungsbüro, dem „BOB“ und auch im Lehrerzimmer. Viele Organisationen haben im Kalender ihre Termine eingetragen, aber die Macher des kostenfreien Produkts, die Kommunale Koordinierung der Landeshauptstadt, haben Platz gelassen für die individuelle Termine der Klassen und Stufen unserer Schulen. Wer kein Exemplar „abbekommen“ hat, der kann sich gerne melden unter info@kommunale-koordinierung.com. Im Übrigen gibts alle Termine auch online im Netz unter www.kommunale-koordinierung.com.

Unser Bild zeigt unsere Kollegin Ezgi Yildiz vor unserer Geschäftsstelle in Düsseldorf.