Mercedes-Benz Vans übergibt 150 eSprinter an DPD

Der Mercedes‑Benz eSprinter ist ein Spezialist für den lokal emissionsfreien Transport auf der berühmten „letzten Meile“. Nach dem seit 2020 erfolgten Einsatz erster Fahrzeuge im Rahmen eines Pilotprojektes hat der Logistikdienstleister DPD jetzt weitere 150 eSprinter in seine Flotte aufgenommen. Damit erfolgt ein weiterer Schritt in Richtung eMobilität und Nachhaltigkeit in der KEP-Branche, die besonders für den lokal emissionsfreien Transport in Ballungsgebieten von wachsender Bedeutung ist. Der eSprinter wird bekannterweise in Düsseldorf an der Rather Straße gefertigt.

Der batterie-elektrische Mercedes‑Benz eSprinter ist lokal emissionsfrei unterwegs und eignet sich bestens für den gewerblichen Einsatz in urbanen Räumen. Dort überwiegen in der Regel planbare Zustelltouren mit vielen Stopps. Gerade bei Touren, in denen der Anteil an Paketen für private Empfänger besonders hoch ist, kann der eSprinter so seine Stärken ausspielen. Die Batterien der eSprinter werden in der Regel direkt an den Depots geladen. Die Touren sind dabei so geplant, dass eine zusätzliche Aufladung im Laufe der Zustellung nicht erforderlich ist. Seit Anfang 2020 bezieht DPD deutschlandweit nur noch Ökostrom aus regenerativen Quellen. Die Fahrzeuge werden an den Depotstandorten in Hamburg, Essen und Nürnberg zum Einsatz kommen.

„Wir sind sehr stolz darauf, unsere Elektroflotte um 150 eSprinter zu erweitern und diese aktiv in der urbanen Zustellung einzusetzen. Der Einsatz von leistungsstarken E-Transportern ist für uns ein wichtiger Baustein unserer Zielsetzung, Transportemissionen kontinuierlich zu reduzieren. Wir freuen uns, mit Mercedes-Benz einen Anbieter gefunden zu haben, der uns elektrisch betriebene Fahrzeuge anbieten kann, die Nachhaltigkeit und Effizienz gleichermaßen vereinen“, sagt Sarah Keller, Group Manager Corporate Delivery Management bei DPD Deutschland.

Steffen Lucas, Head of Sales and Marketing Mercedes‑Benz Vans Europe & Geschäftsleitung Vertrieb Transporter und Vans Deutschland: „Mit dem eSprinter haben wir ein Fahrzeug in unserem Portfolio, welches sich hervorragend für die Anforderungen der Kurier-, Express- und Paketdienstbranche eignet. Deshalb freue ich mich, dass sich DPD für unseren eSprinter entschieden hat und sich ab sofort noch mehr DPD Fahrerinnen und Fahrer sowie deren Kunden von den vielen Vorteilen des lokal emissionsfreien Fahrens mit Transportern von Mercedes-Benz Vans überzeugen können.“

Der Mercedes-Benz eSprinter – lokal emissionsfreier Lieferprofi für die Stadt

Der eSprinter Kastenwagen mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 3.500 Kilogramm in Hochdach­ausführung besitzt in der an DPD übergebenen Variante eine nutzbare Batteriekapazität von 47 kWh mit einer Reichweite von 128‑158 km[1], und einer maximalen Zuladung von 849 Kilogramm. Für Flexibilität sorgt die integrierte Schnellladefunktion, dank der die Batterie innerhalb von ca. 25 Minuten von 10 Prozent auf 80 Prozent nachgeladen werden kann[2]. Das Ladevolumen von 11 m³ ist uneingeschränkt nutzbar, da die Batterien im Unterboden verbaut sind. Der Elektroantrieb treibt die Vorderräder an und leistet 85 kW mit einem Drehmoment von bis zu 295 Nm.

Großhandel bleibt starkes Rückgrat der deutschen Wirtschaft

„Der Großhandel zeigt in 2021 erneut seine Verlässlichkeit und bleibt starkes Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Trotz der Pandemie konnte er weiter zulegen und die in der Sommer-Erholungsphase gestiegene Nachfrage bedienen. Aber wo Licht ist, ist auch Schatten: 2021 ist geprägt von steigenden Preisen infolge von Lieferengpässen bei Rohstoffen wie Mineralöl, Metallen und Holz sowie den immer noch gestörten Lieferketten. Angesichts des Krieges in der Ukraine und seiner Folgen wird dieser Trend anhalten und sich infolge der Sanktionen gegen Russland noch ausweiten. Wir rechnen weiterhin nicht mit einem Konjunktureinbruch, aber die Konjunkturprognosen vom Jahreswechsel 2021/22 sind nicht mehr haltbar.“ Dies erklärte Dr. Dirk Jandura, Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistung (BGA) anlässlich der Vorstellung der Entwicklung des Großhandelsumsatzes 2021.

Nach den Berechnungen des Statistischen Bundesamtes hat der Großhandel 2021 nominal 10,1 Prozent und real 2,1 Prozent mehr verkauft als im Vorjahr 2020. Im Dezember 2021 steigen die Umsätze zwar um 12,1 Prozent nominal, es wurde aber real 0,3 Prozent weniger verkauft. Der Produktionsverbindungshandel legte 2021 nominal um 14,4 Prozent, real aber nur um 1,4 Prozent zu, der Konsumgütergroßhandel nominal um 5,0 Prozent, real um 2,5 Prozent.

„Das ist eine moderne Kriegsführung, daran werden wir uns gewöhnen müssen.“

Der Bielefelder Konfliktforscher Professor Andreas Zick rechnet nach dem Ende des Ukraine-Russland-Krieges nur noch mit einem „kalten Frieden“ in Europa – analog zur Zeit des Kalten Krieges. Zick ist in unserer Stadt bereits häufiger als Experte und Referent aufgetreten und hat einen guten Ruf.

In einem Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ sagte der Direktor des Instituts für Interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung (IKG): „Was wir erreichen können, ist nur ein kalter Frieden, kein Frieden, wie er vorher mal war.“ Europa werde dann in einem Zustand mit ständigen Kontrollen und einem unheimlich großen Maß an Misstrauen leben müssen. Zick sagte: „Das ist ein Rückfall in Zeiten des Kalten Krieges. Vielleicht war das vorher ja auch ein trügerischer Frieden, weil der Westen die Besetzung der Krim viel zu harmlos interpretiert hat.“

Dazu kommen aus Zicks Sicht weitere Bedrohungen. „Wir haben die Fragen aus den 1980er-Jahren der atomaren Bedrohung wieder auf dem Tisch“, sagte der Konfliktforscher. Dazu komme die Besetzung von Atomanlagen als eine Waffe und der Informationskrieg sowie eine Geopolitik, die eng mit Geschichtspolitik verwoben sei: „Das ist eine moderne Kriegsführung, daran werden wir uns gewöhnen müssen.“

Zick plädierte in der aktuellen Situation für eine einheitliche europäische Friedensmission, die über die sicher notwendigen Sanktionen hinausdenke: „Wir brauchen neue Formen, eine neue Agenda, die Stärkung der Demokratie und neue Kontrollgremien.“ Eine solche Friedensmission müsse einen umfassenden Friedensplan erstellen, der an der Stärkung der Zivilgesellschaft orientiert sei.

Quelle: ots

Russland war 2021 größter Handelspartner unserer Seehäfen

Die aktuellen Sanktionen gegen Russland dürften sich auch auf den Seeverkehr Deutschlands auswirken. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, war die Russische Föderation von Januar bis November 2021 mit rund 24,1 Millionen Tonnen wichtigster Handelspartner der deutschen Seehäfen. Danach folgten Schweden (23,7 Millionen Tonnen) und die Volksrepublik China (20,2 Millionen Tonnen). Zur Einordnung: Von Januar bis November 2021 wurden in den deutschen Seehäfen insgesamt 265,3 Millionen Tonnen im Warenverkehr umgeschlagen. Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum 2020, der stark von den Auswirkungen der Corona-Pandemie geprägt war, ist dies ein Anstieg um 5,2 %.

Fossile Energieträger (insbesondere Kohle und Rohöl) sind wichtige Handelsgüter deutscher Seehäfen. Insgesamt wurden von Januar bis November 2021 rund 28,6 Millionen Tonnen dieser fossilen Energieträger in deutschen Häfen empfangen, wobei 31,0 % des Empfangs auf Kohle und 68,3 % auf Rohöl entfielen. Mehr als ein Drittel (37,7 %) davon kamen aus der Russischen Föderation, die mit 10,8 Millionen Tonnen auf Platz 1 der wichtigsten Handelspartner für fossile Energieträger der deutschen Seehäfen lag. Auf den weiteren Plätzen folgten die Vereinigten Staaten mit 4,8 Millionen Tonnen und das Vereinigte Königreich mit 3,1 Millionen Tonnen.

Knapp 90 % des Warenumschlags mit Russland entfallen auf den Güterempfang

Im Seehandel Deutschlands mit der Russischen Föderation hat der Empfang von Gütern mit 89,2 % (21,5 Millionen Tonnen) den größten Anteil am Warenumschlag. Neben fossilen Energieträgern wie Kohle und Rohöl (10,8 Millionen Tonnen) wurden vor allem Kokerei- und Mineralölerzeugnisse (5,4 Millionen Tonnen) aus der Russischen Föderation empfangen. Aus deutschen Seehäfen in die Russische Föderation geliefert wurden von Januar bis November 2021 rund 2,6 Millionen Tonnen Güter. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Rückgang um 10,0 %.

Ukraine: 70 % des Umschlagvolumens waren Erzeugnisse der Land- und Forstwirtschaft, Fischerei

Die Schwarzmeerhäfen der Ukraine sind wichtige Teile der Infrastruktur des Landes. Das Umschlagvolumen der deutschen Seehäfen mit der Ukraine lag von Januar bis November 2021 bei rund 636 000 Tonnen und damit um 4,3 % über dem Wert des entsprechenden Vorjahreszeitraums. Dabei handelt es sich nahezu ausschließlich um Wareneingänge. Wichtigste Handelsgüter der Ukraine mit den deutschen Seehäfen waren mit einem Anteil von 70,3 % die Erzeugnisse der Land- und Forstwirtschaft, Fischerei wie beispielsweise Getreide. Die Ukraine gilt als Kornkammer Europas. Danach folgten mit einem Anteil von 20,7 % Erze, Steine und Erden sowie sonstige Bergbauerzeugnisse.

Arbeitgeber: „Zur Sicherstellung unserer Energieversorgung darf es keine Denkverbote geben“

Der brutale Überfall Russlands auf die Ukraine hat nach Auffassung der nordrhein-westfälischen Unternehmer die energiepolitischen Spielregeln für die Versorgungssicherheit Deutschlands binnen weniger Tage grundlegend verändert. Der Präsident der Landesvereinigung der Unternehmensverbände Nordrhein-Westfalen (unternehmer nrw), Arndt G. Kirchhoff, schrieb in einem am Dienstag veröffentlichten Beitrag für den NRW-Wirtschaftsblog „Klartext im Westen“ (www.wirtschaftsblog.nrw), allen sei bewusstgeworden, dass die auf umfangreiche Lieferungen von Öl, Gas und Kohle aus Russland aufbauende Energieversorgung des Landes nun schnellstmöglich breiter aufgestellt werden müsse. „Der künftige Energie-Mix in Deutschland muss jetzt neu austariert werden“, so Kirchhoff. Er begrüße, dass die Politik gegenwärtig sämtliche Optionen prüfe, um die Versorgungssicherheit mit Energie zu jeder Sekunde zu gewährleisten. „Ich unterstütze das mit Nachdruck. Es darf dabei keine Denkverbote geben“, schrieb Kirchhoff.

Nach Überzeugung des NRW-Unternehmerpräsidenten haben sich durch den von Russland angezettelten Krieg gegen die Ukraine die strategischen Rahmenbedingungen fundamental verändert. Dem müsse sich Deutschland bei seiner Energie- und Mobilitätswende stellen. In den Planungen für den Weg zur Klimaneutralität spiele Gas als Brückentechnologie eine absolut zentrale Rolle. Gleichzeitig müsse allen bewusst sein, dass Deutschland bis auf weiteres nicht über genügend Erneuerbare Energien verfügen werde. Versorgungslücken müssten daher unbedingt vermieden werden. „Die Frage des ‚Wie‘ muss nun sorgfältig und mit der notwendigen Sachlichkeit geprüft werden“, betonte Kirchhoff. Er stelle weder die Klimaziele noch die Energiewende in Frage. Überhitzte Debatten und die Infragestellung von Jahreszahlen, die noch weit in der Zukunft lägen, seien nicht zielführend. Vielmehr gelte es, sich auf die unmittelbar anstehenden Entscheidungen zur Sicherung der Energieversorgung zu konzentrieren. Nachdrücklich wies Kirchhoff dabei auf die Bedeutung wettbewerbsfähiger Energiepreise für Wohlstand und Arbeitsplätze hin. „Beides – Versorgungssicherheit und Energiepreise – muss immer zusammen gedacht werden“, sagte der NRW-Unternehmerpräsident.

Düsseldorfer Tage der Beruflichen Orientierung 2022

Die Berufsfelderkundungen der DTBO finden in diesem Jahr vom 01.-06.04. statt. Trotz der aktuellen Coronalage sind bereits über 2000 Angebote für Düsseldorfer Schülerinnen und Schüler ab der 8. Klasse im Portal verfügbar. Mit dabei sind zahlreiche Präsenzangebote und auch viele digitale Veranstaltungen.

Nun ist die zweite Buchungsphase für Schülerinnen und Schüler gestartet und sie können noch bis zum 16.03. Angebote buchen.

Viele hilfreiche Informationen und Unterlagen zur Vor- und Nachbereitung der Berufsfelderkundungen gibt es auf der begleitenden Website www.berufsorientierungstage.de

Speziell für Lehrkräft haben wir ein Padlet mit Unterrichtsmaterialien zur Vor- und Nachbereitung erstellt. Mit Hilfe des Padlets sind die Jugendlichen sowohl auf digitale als auch auf Präsenzangebote bestens vorbereitet: https://padlet.com/kaoadus/aiby413g8qeym5f4

Persönliche Infos erhalten bei Ezgi Yildiz unter 0211.6690822 und yildiz@unternehmerschaft.de.

Virtuell geordert – bei der dritten digitalen Messe von ElectronicPartner

„Wissen, Trends, Hintergründe“ – unter diesem Motto lud ElectronicPartner vom 18. Februar bis 4. März 2022 erneut zur virtuellen Jahresveranstaltung ein. „Die hohen Teilnehmerzahlen bei den Workshops und das große Ordervolumen zeigen, dass unser Konzept funktioniert“, freut sich Friedrich Sobol, Vorstand ElectronicPartner.

Zahlreiche Hersteller waren innerhalb der hauseigenen B2B-Plattform INFONET mit digitalen Messeständen präsent und sorgten fünfzehn Tage lang für eine abwechslungsreiche Mischung aus aktuellen Produkthighlights, Messeangeboten und Hersteller-Workshops. Kompakt und prägnant gab es auf jedem virtuellen Stand die wichtigsten Key-Facts zu allen Neuheiten, oft mit lebendigen Bewegtbildern untermauert.

Ein umfassender Messekatalog mit allen Angeboten gab den Mitgliedern bereits vor der Veranstaltung die Möglichkeit, ihre Einkäufe zu planen, damit mehr Zeit für den Besuch der digitalen Plattform und die Teilnahme an Webinaren blieb. Die Nachfrage bei den Workshops, egal ob Warenschulungen oder Präsentation der Produktneuheiten, war besonders hoch. Die Messebesucher hatten sich schon im Vorfeld zahlreich zu den Terminen angemeldet, hinzu kamen viele Kurzentschlossene, die sich spontan einwählten. Unternehmer oder Mitarbeiter, die aufgrund ihres Tagesgeschäfts einzelne Termine verpasst haben, konnten vom On-Demand-Programm profitieren.

Mit der virtuellen Jahresveranstaltung ist ElectronicPartner in sein neues Event-Konzept für das Jahr 2022 gestartet. Die Messe hat einen klaren Fokus auf Ware sowie attraktive Angebote gelegt, damit sich alle Mitglieder frühzeitig bevorraten konnten und optimal auf die kommenden Monate vorbereitet sind. Als nächstes folgt der ElectronicPartner Kongress am 29. und 30. April in Düsseldorf, der sich vor allem an die EP:Markenhändler und MEDIMAX Franchisepartner richtet. Ein umfassendes Programm aus Workshops, Vorträgen, Ausstellungen und Abendveranstaltung garantiert über anderthalb Tage zahlreiche attraktive Möglichkeiten für Wissenstransfer, regen Austausch und Networking. „Wir haben in den vergangenen zwei Jahren gesehen, dass wir virtuell viel umsetzen können und eine große Anzahl an Mitgliedern erreichen. Aber uns ist ebenso bewusst geworden, dass gerade in herausfordernden Umbruchzeiten intensiver, persönlicher Austausch unersetzbar wichtig ist. Dafür wollen wir mit unserem Kongress eine Plattform schaffen. Und ich freue mich schon jetzt auf dieses Wiedersehen“, sagt der Vorstand.

Den physischen Wissenstransfer setzt die Verbundgruppe auch im Rahmen verschiedener Regionaltagungen im Laufe des Jahres gezielt fort. Abgerundet wird der Veranstaltungskalender von ElectronicPartner durch das Branchenhighlight Anfang September: die IFA in Berlin. „Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir in diesem Jahr endlich wieder unsere Mitglieder im Palais unterm Funkturm begrüßen können und eine tolle Internationale Funkschau erleben“, ist Friedrich Sobol überzeugt.

VDI: Kernkraftwerke: Laufzeitverlängerung nicht einfach und schnell umsetzbar

Im Zusammenhang mit der Ukraine-Krise und den daraus resultierenden Risiken hinsichtlich der Versorgungssicherheit mit Energie in Deutschland empfiehlt der Düsseldorfer Verein Deutscher Ingenieure (VDI), den Ausbau der Erneuerbaren Energien und von Energieeffizienz massiv zu beschleunigen.

Kurzfristig sollten mit Hilfe von Erdgas aus anderen Ländern die Gasspeicher aufgefüllt und bereits in Reserve befindliche Kohlekraftwerke für einen überschaubaren Übergangszeitraum genutzt werden. Diese Empfehlung erfolgt vor dem Hintergrund, dass derzeit über eine Verlängerung des Betriebs der drei noch aktiven Kernreaktoren Isar 2, Emsland und Neckarwestheim über den 31.12.2022 hinaus diskutiert wird.

„Aufgrund der aktuellen geopolitischen Lage ist die Versorgungssicherheit auf einer kurzfristigen Zeitschiene bis nächsten Winter mit Hilfe von Alternativen zu russischen Energieimporten zu gewährleisten. Die Laufzeitverlängerung der deutschen KKW ist dafür keine Option,“ so die Einschätzung des Vorsitzenden der VDI-Gesellschaft Energie und Umwelt, Dr. Jochen Lambauer.

Aus Sicht des VDI muss die Frage der Versorgungssicherheit aufgrund der derzeitigen geopolitischen Situation zwar tatsächlich dahingehend gelöst werden, dass Deutschland bis spätestens nächsten Winter unabhängiger von russischen Energieimporten sein muss. Allerdings würde eine Verlängerung des Betriebs der drei Kernkraftwerke eine Herausforderung in technischer, organisatorischer und regulatorischer Hinsicht darstellen, da:

  • die Betreiber die Reaktoren so gefahren haben, dass die Brennelemente bei einem Betrieb über die vorgesehene Laufzeit ausgetauscht werden müssen. Für die Beschaffung und Einsatzplanung neuer Brennelemente benötigt man unter normalen Umständen 18 bis 36 Monate.
  • die Personalplanungen im Hinblick auf das Ende der Laufzeit am 31.12.2022 so gestaltet wurden, dass über Regelungen zu Vorruhestand und Altersteilzeit bereits jetzt und insbesondere nach diesem Termin ein signifikanter Teil des Betriebs- und Schichtpersonals abgebaut werden. Inwieweit und bis wann vertragliche Änderungen oder Personalverschiebungen aus anderen Anlagen einschließlich notwendiger Aus- und/oder Weiterbildung möglich sind, wäre zu klären.
  • die für einen sicheren Betrieb über den 31.12.2022 hinaus notwendigen Anlagenrevisionspläne erst ausgearbeitet werden müssen und zurückgestellte nicht- sicherheitsrelevante Prüfungen, Instandhaltungsarbeiten sowie Um- und Nachrüstprojekte nachgeholt werden müssen.
  • die für die technischen Arbeiten notwendigen Dienstleister und Lieferanten ihrerseits im Hinblick auf den Stichtag 31.12.2022 ihre Kapazitäten entsprechend reduziert haben bzw. planen, diese zu reduzieren.

Quelle: ots

Brauchen wir Putins Öl und Gas? Eine Analyse

Seit nunmehr über einer Woche dauert Putins Krieg in der Ukraine an. Um Russland finanziell schwer zu treffen, steht auch ein Importstopp für Gas zur Debatte. Der würde nicht nur Russland schwer treffen, sondern auch die europäische Gasversorgung.

Erdgas spielt für Deutschlands Energieversorgung eine wichtige Rolle: Rund 75 Prozent der deutschen Importe aus Russland sind mineralische Brennstoffe, zu denen auch Gas gehört. Über die Hälfte unseres Importbedarfs decken wir über russische Lieferungen ab. Auch andere Länder in Europa sind stark von russischen Gaslieferungen abhängig, Italien beispielsweise importiert ähnliche Anteile russischen Gases – bei einigen Staaten im Osten Europas wie Finnland oder Bulgarien ist es sogar noch mehr.

Die Abhängigkeit besteht auf beiden Seiten: Fossile Rohstoffe sind die zentrale Einnahmequelle für Russland, bei Gas, Öl und Steinkohle gehört das Land zu den größten Exportländern der Welt. Rund drei Viertel der Gasexporte gehen dabei auf den europäischen Kontinent – die Bundesrepublik ist mit knapp 25 Prozent der wichtigste Kunde Russlands. Um die Sanktionen gegen Putin weiter zu verschärfen, wird daher auch ein Importstopp seitens der EU-Mitglieder diskutiert, Russland würde dieser Schritt hart treffen. Doch wie würde es um die Versorgungssicherheit in Europa stehen?

Der Großteil des Gases wird über Pipelines nach Europa transportiert, neben Russland etwa aus Norwegen, Algerien oder Aserbaidschan. Flüssiggas (LNG), das per Schiff importiert und an dafür vorgesehenen Terminals wieder in Gasform umgewandelt wird, wird seit einigen Jahren wichtiger. 2020 lag der LNG-Anteil an den europäischen Importen bei 26 Prozent. Boykottiert die EU nun russische Lieferungen, so müsste Europa weitaus größere Mengen des flüssigen Gases beziehen. Rein theoretisch hätten die freien Pipeline- und LNG-Kapazitäten im Jahr 2020 ausgereicht, um das russische Gas zu kompensieren (Grafik 3). Doch das Problem liegt im Detail: Unklar ist etwa, ob die über Pipelines angeschlossenen Länder wie Norwegen und Algerien sowie die Exporteure von LNG, etwa Katar, Australien oder die USA, imstande wären, die benötigten Mengen zu liefern. Auch die Lage der europäischen LNG-Terminals erschwert das Vorhaben.

In Spanien gibt es die größten Kapazitäten für Flüssiggas – gemeinsam mit Frankreich kommen die beiden Länder auf 60 Prozent der gesamten europäischen Kapazitäten. Doch es fehlt an Infrastruktur, um das Gas in größeren Mengen in andere EU-Mitgliedsstaaten zu transportieren. Besonders im Südosten Europas fehlt es zudem an eigenen LNG-Terminals, Speichern und Transportmöglichkeiten, um russische Gaslieferungen ersetzen zu können. Hier würde ein Importstopp als erstes zu spüren sein.

Schätzungen gehen davon aus, dass mit den aktuellen europäischen LNG-Kapazitäten rund 40 Prozent des Gasbedarfs gedeckt werden könnten. Sollten alle angekündigten oder sich im Bau befindlichen LNG-Projekte realisiert werden, könnten bis zu 65 Prozent bedient werden. In Deutschland sollen beispielsweise zwei Terminals in Brunsbüttel und Wilhelmshaven entstehen, über ein weiteres Terminal in Stade wird noch diskutiert. Diese Werte beziehen sich allerdings nur auf die maximale Importkapazität der EU. Die Weiterverteilung ist aufgrund der Limitierung der Transportinfrastruktur nicht ohne weiteres in diesem Ausmaß möglich.

Kurzfristig könnte Europa einen Importstopp nur unzureichend kompensieren. Doch ein zügiger Ausbau der Flüssiggasterminals reduziert zumindest mittel- bis langfristig die Abhängigkeit von Russland. Weil die Terminals außerdem auch für den Wasserstoffimport geeignet sind, können sie sogar ein wichtiger Baustein der Energiewende werden. Langfristig liegt der entscheidende Hebel für die Unabhängigkeit von russischen Gasimporten im Ausbau erneuerbarer Energien.

Quelle: Institut der Deutschen Wirtschaft

Geschäftsklimaindex der deutschen Kleinstunternehmen rutscht weiter ab

Die pandemiebedingten Einschränkungen belasten die Lage der Kleinunternehmen in Deutschland, schreibt das Düsseldorfer Handelsblatt. Ihre Geschäftslage hat sich den dritten Monat in Folge verschlechtert. Der Geschäftsklimaindex, den das Ifo-Institut gemeinsam mit dem Website-Entwickler Jimdo erhebt, ist auf minus 4,4 Punkte abgerutscht. Eine Million Existenzen seien bedroht, heißt es. Damit werden die Kleinstunternehmen zunehmend von der Gesamtwirtschaft abgekoppelt, wo sich die Lage weiter verbessert. Der entsprechende Ifo-Geschäftsklimaindex ist zuletzt auf plus 24,8 Punkte gestiegen. Grund für die schlechte Lage der Kleinunternehmen ist weiter der Dienstleistungsbereich.  Hier sei die fehlende Nachfrage das treibende Problem, sagte der Leiter der Ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe.

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Quelle: Handelsblatt