Davon könnte auch unsere Wirtschaft profitieren: Baustart für neues Forschungsgebäude an der HHU

Interessante Grundsteinlegung an der HHU: Rektorin Steinbeck, Staatssekretär Günnewig und BLB-(Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW) Chefin Willems gaben sich ein Stelldichein auf dem Gelände des neuen PEAC, dem „Plant Environmental Adaptation Center“, kurz PEAC. 2024 soll das neue Forschungszentrum fertig sein, hofft Frau Steinbeck.

Am PEAC sollen die genetischen Eigenschaften untersucht werden, die es Pflanzen ermöglichen, sich an sehr verschiedene und oftmals auch ungünstige Umweltbedingungen anzupassen. Im Fokus stehen dabei Mechanismen, die es Pflanzen erlauben, etwa Hitze, Dürre, Überflutungen oder den Befall mit Krankheitserregern (Pathogenen) – alles in allem Folgen, die durch den Klimawandel in der nahen Zukunft zu erwarten sind – zu trotzen.

Dazu Prof. Dr. Rüdiger Simon vom Institut für Entwicklungsgenetik, Projektsprecher der HHU-Biologie, der auch den Förderantrag koordinierte: „Im PEAC werden genetisch präzise definierte Versuchspflanzenpopulationen – sowohl Modellpflanzen als auch relevante Nutzpflanzen – verschiedenartigen, aber präzise steuerbaren und dynamisch variierbaren Umweltbedingungen ausgesetzt. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Biologie, Mathematik, Informatik und den Datenwissenschaften arbeiten hier eng zusammen, um die zugrundeliegenden Gene nicht nur zu identifizieren, sondern ihre Funktionen mechanistisch zu verstehen.“

Prof. Dr. Peter Kleinebudde, Dekan der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät, ergänzt: „Der langfristige Forschungsansatz ‚Phänotypische Plastizität und Vorhersagen‘ nimmt deutschlandweit eine herausragende Position ein. PEAC ist als Forschungseinrichtung einzigartig in Europa und wird die wissenschaftliche Profilbildung unserer Fakultät und der HHU als Ganzes stärken.“

Rektorin Prof. Dr. Anja Steinbeck betont: „Die Forscherinnen und Forscher des PEAC werden einer zentralen gesellschaftlichen Aufgabe unserer Zeit begegnen, der Ernährungssicherung für eine wachsende Weltbevölkerung. Ich bin sehr froh, dass die HHU in einer gemeinsamen Anstrengung dieses wichtige Forschungsprojekt eingeworben hat. Besonders danke ich sowohl dem Bundesforschungsministerium als auch dem NRW-Ministerium für Kultur und Wissenschaft, dass sie den Bau dieses Gebäudes durch ihre Förderung ermöglichen.“

Dr. Dirk Günnewig, Staatssekretär im Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, sagt: „Die HHU ist aufgrund ihrer breiten Expertise in der Pflanzenforschung national wie international als ausgewiesenes Zentrum der Pflanzenwissenschaften angesehen – nicht zuletzt durch das Exzellenzcluster für Pflanzenforschung CEPLAS. Mit dem neuen Forschungsbau PEAC baut die Hochschule ihre bestehende Führungsrolle auf diesem Forschungsgebiet weiter aus. Die Landesregierung trägt gerne zu diesem bund-länder-geförderten Bauprojekt bei, das den exzellenten Wissenschaftsstandort Nordrhein-Westfalen weiter stärken wird.“

Das Gebäude hat eine Nutzfläche von knapp 1.900 Quadratmetern, darin sind Labore, 17 hochspezialisierte Pflanzenanzuchtkammern (Phytotrone) und ein Forschungsgewächshaus mit acht Kompartimenten untergebracht. Bauherr ist der BLB NRW. Dessen Geschäftsführerin Gabriele Willems sagt anlässlich der Grundsteinlegung: „Mit dem PEAC errichten wir einen hochtechnisierten, einzigartigen Forschungsneubau. Wir sind stolz darauf, dass wir als Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes Nordrhein-Westfalen den Raum für zukunftsorientierte Forschung schaffen und so für ideale Bedingungen für die Forscherinnen und Forscher hier an der HHU sorgen.“

Eine Besonderheit von PEAC ist der extrem hohe Technisierungsgrad, der erforderlich ist, um in den Phytotronen und den Gewächshäusern ganzjährig viele verschiedene Umgebungsszenarien zu simulieren. In ihnen können zum Beispiel die zukünftigen Umweltbedingungen in Deutschland, aber auch in Südfrankreich oder Norwegen hergestellt werden.

Eine große Herausforderung in der Planung war, über die Gebäudetechnik einen besonders ressourcenschonenden Betrieb zu realisieren. Dazu Dr. Sönke Biel, Dezernent Gebäudemanagement der HHU: „Die Ingenieurinnen und Ingenieure des BLB NRW, der HHU und der externen Büros haben bei der Planung des PEAC Neuland betreten, weil das Gebäude in seiner Art einmalig ist.“

Zum Gebäude

Das PEAC bietet rund 600 Quadratmeter Labor- und 200 Quadratmeter Büroflächen, 17 Phytotronkammern mit einer Gesamtfläche von 375 Quadratmetern und das rund 250 Quadratmeter große Forschungsgewächshaus auf dem Dach. Der Bau entsteht im Süden des Campus auf einer Fläche zwischen dem Parkplatz P1 und den Gebäuden der Physik und des Universitätsrechenzentrums ZIM.

Im Jahr 2018 befürwortete der Wissenschaftsrat den Bau aufgrund des dort zu bearbeitenden überregional bedeutsamen Forschungsanliegens, daraufhin erfolgte auch die eigentliche Förderentscheidung durch Bund und Land Nordrhein-Westfalen. Die Kosten werden durch Fördermittel des Bundesforschungsministeriums und des Landes Nordrhein-Westfalen sowie durch einen Eigenanteil der HHU gedeckt. Im Jahr 2024 soll das PEAC in Betrieb gehen.

Text/Foto: HHU (W.Meyer/A.Claußen/ots/cs)

Ukraine-Krieg verschärft bestehende Belastungen

Die fünfte Corona-Welle wirkt weiterhin und wirft weite Schatten auf die deutsche Wirtschaft. In dieser angespannten Situation ist die nächste ökonomische Krise besonders gefährlich. Der Russland-Ukraine-Krieg schafft neue und verschärft bestehende ökonomische Belastungen, wie eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt.

Putins Angriffskrieg dauert bereits einen Monat an – mit schwerwiegenden Folgen auch auf ökonomischer Ebene. Diese sind nur in Umrissen abzusehen, denn die deutsche Wirtschaft sieht sich mit gleich zwei Krisen konfrontiert. Zusätzlich zum Russland-Ukraine-Krieg dürfen die Folgen der Corona-Pandemie in der aktuellen Debatte nicht außer Acht gelassen werden. Die Wirtschaft hat sich von den dadurch entstandenen Schäden noch lange nicht erholt.

Wirtschaftsleben weiterhin stark belastet

Der Krieg in der Ukraine setzt auf ein unsicheres Wirtschaftsumfeld auf: Seit dem starken Wirtschaftseinbruch im zweiten Quartal 2020 befindet sich Deutschland in einem pandemiebedingtem „Stop-and Go“. Im Vergleich zu 2019 sackte das reale Bruttoinlandsprodukt zu diesem Zeitpunkt um elf Prozent ab. Zwar erholte sich die Wirtschaft zeitweise, doch immer neue Infektionswellen trübten die Aussicht auf andauernde Erholung. In vielen Branchen bleiben die Produktionsprozesse bis heute gestört – unter anderem weil Mitarbeiter und Vorleistungen fehlen. Insgesamt verlor die deutsche Wirtschaft nach IW-Berechnungen allein bis Ende letzten Jahres 340 Milliarden Euro Wertschöpfung. Das Wirtschaftswachstum hat bisher nicht ausgereicht, um die Einbußen wieder wettzumachen – ohne zusätzliche Belastungen durch den Ukraine-Krieg.  Der Weg zur ökonomischen Normalität zieht sich weiter in die Länge.

Erholung noch nicht in Sicht

Der Einmarsch Russlands in die Ukraine hat in kurzer Zeit die politischen und ökonomischen Rahmenbedingungen für deutsche Unternehmen nochmals drastisch verändert. „Die bestehenden Probleme in den globalen Zuliefernetzwerken werden verschärft und Produktionseinbußen gegenüber einer ungestörten Wirtschaftswelt erhöhen sich“, sagt IW-Ökonom Michael Grömling. Zusätzliche Belastungen entstehen etwa durch höhere Kosten für Vorleistungen, Rohstoffe und Energie. Fast vier von fünf Betrieben rechnen kurzfristig mit starken und mittleren negativen Auswirkungen auf ihre Geschäftstätigkeit allein aufgrund höherer Energiekosten, hat eine IW-Befragung unter 1.660 Unternehmen ergeben. Mittelfristig steigt dieses Risiko weiter an.

Krieg zwingt Logistikbranche in die Knie

„Es wird im Augenblick sehr schwer. Uns schwinden die LKW-Fahrer aus der Ukraine und u.a. Polen und die Energiepreise steigen ins Unermessliche“. Carsten Taucke, Präsidiumsmitglied des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen e.V. (BGA), ist sauer. „Es muss dringend etwas getan werden“.

Carsten Taucke (Screenshot: CS)  im Pressegespräch am Mittwoch: „Die hohen Energiepreise zwingen die Logistikbranche in die Knie. Insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen sind nicht mehr in der Lage, die steigenden Diesel- und Gaspreise zu stemmen. Die beschlossene Senkung der Mineralölsteuer ist ein erster richtiger Schritt. Allerdings ist die Entlastung auf drei Monate befristet. Das reicht nicht aus. Die Wirtschaft braucht grundsätzlich bezahlbare Energiepreise! Um die Versorgung der Bevölkerung nicht zu gefährden, muss eine Insolvenzwelle in der Transportbranche abgewendet werden“.

Der Vorsitzende des BGA-Verkehrsausschusses beschreibt die Situation wie folgt: „Wir tragen die Sanktionen aus Überzeugung mit. Dennoch sind sie ein zusätzlicher Belastungsfaktor. Die Auswirkungen des Krieges auf die deutsche Wirtschaft sind bislang kaum absehbar. Energiekosten und Einkaufspreise steigen massiv. Logistik-, Finanzierungs- und Versicherungsprobleme nehmen zu. Es kommt zu ganz konkreten Lieferausfällen, z. B. bei Holz, Stahl und Aluminium.“

Zum beschlossenen Lieferkettengesetz positioniert sich Taucke klar: „Dass in knapp neun Monaten zahlreiche Unternehmen mit neuen Auskunfts- und Dokumentationspflichten belastet werden, ist angesichts der aktuellen Lage offen gesprochen absurd. Es wäre besser, auf das Gesetz zu verzichten oder aber den Start zu verschieben. Das gilt im Übrigen auch für das geplante europäische Lieferkettengesetz.“

„Die Sanktionen beeinflussen die Lieferketten in einer Region, die für den Transport zwischen Asien und Europa entscheidend ist. Das führt zu erheblichen Kostenerhöhungen durch das Ausweichen auf alternative Routen oder Transportmittel. Und durch die steigenden Energiepreise. So ist der World Container Index in dieser Woche noch 67 % höher als vor einem Jahr. In Folge des Krieges in der Ukraine gehe ich von einer weiteren Steigerung der Frachtraten aus“, betont der Verkehrs- und Logistikexperte.

Taucke weiter: „Auf den seit längerem akuten Personalmangel in der Logistik gibt es bislang keine Antworten. Wir müssen schnell gemeinsame Lösungen finden, denn der LKW-Fahrer ist nach wie vor die Stütze der Logistikbranche. Viele Fahrer stammen aus der Ukraine und Russland. Die Ausfälle können wir nicht ersetzen. In Deutschland fehlen aktuell ca. 60.000 bis 80.000 Berufskraftfahrer.“

Mittwoch: Sondersendung zu den „Düsseldorfer Tagen der Beruflichen Orientierung“

Auch unser Stadtsender Antenne Düsseldorf berichtet über die „Düsseldorfer Tage der Beruflichen Orientierung“. Das Reporterteam hat dazu u.a. Stimmen eingefangen von unserem Stadtdirektor und von der operativen Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit Düsseldorf, Ana Wettin (Foto). Die Sendung läuft nach den 19-Uhr-Weltnachrichten auf UKW und im Livestream. Moderation: Dennis Lieske

www.antenneduesseldorf.de

Podcast-Sonderfolge zu den „Düsseldorfer Tagen der Beruflichen Orientierung 2022“

In unserer Stadt finden in dieser Woche die „Düsseldorfer Tage zur Beruflichen Orientierung“ statt. Zum neunten Mal besuchen die Düsseldorfer Schülerinnen und Schüler diesen Kennenlernevent und schauen sich Ausbildungsberufe in 80 Unternehmen an. Dabei gibt es die unterschiedlichsten Betriebsfelder, unter anderem IT, Logistik und Produktion, aber auch soziale oder naturwissenschaftliche Berufe. Jugendliche aus 24 Schulen unserer Stadt sind in diesem Jahr dabei. Unsere 87. Podcastfolge hören Sie überall dort, wo es Podcasts gibt, also auf ApplePodcast, Spotify, GooglePodcast, Anchor und im Netz hier!

Im Bild sehen wir Schüler im Gespräch bei Konecranes in Benrath. Foto: W. Meyer

Chemiepartner vereinbaren Brücken-Lösung

Hans Oberschulte

Die Tarifvertragsparteien der chemischen Industrie, der Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) und die IG BCE, haben die derzeit laufende Tarifrunde mit einer „Brücken-Regelung“ bis zum Oktober 2022 ausgesetzt. Hintergrund hierfür sei die wachsende Unsicherheit aufgrund des Krieges in der Ukraine und seiner Folgen für die Wirtschaft.

Wesentliches Element dieser Brücken-Regelung ist eine Einmalzahlung („Brückenzahlung“) in Höhe von 1.400 Euro, die den Beschäftigten bis Ende Mai 2022 auszuzahlen ist. Bei wirtschaftlichen Schwierigkeiten (Verlust in 2021; Nettoumsatzrendite unter 3 Prozent für 2021 oder voraussichtlich für 2022) wird die Zahlung auf 1.000 Euro gekürzt. Neben weiteren Vereinbarungen u. a. in den Themenfeldern Ausbildung und Mobiles Arbeiten, hat man sich auf die Entwicklung eines Sozialpartnermodells zur betrieblichen Altersvorsorge verständigt, das bis zum 30. Juni 2022 tariflich geregelt werden soll.

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Foto: BAVC

Stadtdirektor eröffnet „Düsseldorfer Tage der Beruflichen Orientierung 2022″

Da sind „sie“ wieder: die Düsseldorfer Tage der Beruflichen Orientierung (DTBO). Mittlerweile findet diese Erfolgsgeschichte zum neunten Mal in der Landeshauptstadt statt – und selbst in den schlimmsten Corona- Wirren gab es keinen Ausfall. Vom 01. bis 06. April 2022 wird Düsseldorf zum größten Klassenzimmer der Stadt.

Die Schülerinnen und Schüler gehen auf Erkundungstour durch unsere Betriebe, lernen Ausbildungsberufe, Berufsfelder, Unternehmen und Menschen kennen, die diese Berufe erlernen oder auch schon ausüben. Insgesamt werden bei diesem Kennenlernevent, und dies ist NRW-weit ein Rekord, rund 3.600 analoge und digitale Termine angeboten.

Das Programm der diesjährigen DTBO wurden bei der Firma Konecranes in Benrath vorgestellt. Dort erkundeten am Freitag (01.04.) fünfzehn Schülerinnen und Schüler die gewerblich-technische und kaufmännische Berufswelt.

Insgesamt beteiligen sich über 80 Unternehmen, 24 Schulen und rund 1.300 Schülerinnen und Schüler in 11 unterschiedlichen Berufsfeldern (z.B. in den Bereichen Produktion, Fertigung, IT, Logstik, Soziales und Naturwissenschaften) an den Beruflichen Orientierungstagen.

Gemacht werden die DTBO von der Kommunalen Koordinierung der Landeshauptstadt (www.kommunale-koordinierung.com) und vom Kompetenzzentrum Berufliche Orientierung (www.kompetenzzentrum-duesseldorf.de), eine Initiative der Agentur für Arbeit, der Landeshauptstadt und der Düsseldorfer Wirtschaft.

Aktueller Terminhinweis: Im Rahmen der DTBO wird eine virtuelle Betriebserkundungen für Eltern und Jugendliche angeboten am 06. April 2022, 18.30 Uhr. Diesmal stellen die Ausbildungsbotschafter der Stadtwerke, Auszubildende des 2. und 3. Lehrjahres ihre Ausbildungsberufe vor. Sie erklären auch die Ausbildungsabläufe und geben Tipps für die Bewerbung. Ein Berufsberater ergänzt mit praxisnahen Hinweisen. Außerdem wird erläutert, wie dieses Onlinemeeting mit dem Berufswahlpass nachbereitet werden kann. Informationen und Anmeldungen unter www.kommunale-koordinierung.com.

Interessierte erhalten weitere Informationen unter www.berufsorientierungstage.de.


Zitat Ana Wettin (Geschäftsführerin operativ, Agentur für Arbeit Düsseldorf)

Die „Düsseldorfer Tage der Berufsorientierung“ sind eine Besonderheit in der Landeshauptstadt und seit vielen Jahren für Jugendliche von herausragender Bedeutung. Das umfassende und attraktive Angebot ist eine große Chance für die Düsseldorfer Jugendlichen und Unternehmen, denn nichts geht über persönliches Erleben direkt vor Ort in einem Unternehmen. Zum einen können sich die Schülerinnen und Schüler in verschiedenen Berufen ausprobieren, zum anderen haben die Unternehmen die Möglichkeit frühzeitig ihr Unternehmen vorzustellen und sich so Nachwuchskräfte zu sichern. Dafür bedanken wir uns herzlich beim Kompetenzzentrum Berufliche Orientierung und bei allen beteiligten Düsseldorfer Organisationen und Unternehmen. Ich wünsche allen Teilnehmenden erfolgreiche Düsseldorfer Tage der Beruflichen Orientierung.

 

Zitat Burkhard Hintzsche (Stadtdirektor Landeshauptstadt)

Unsere Schnuppertage sind mittlerweile eine feste Einrichtung in Düsseldorf. Bei diesem „Kennenlernevent“ können sich Schülerinnen und Schüler ein Bild von ihrem möglichen zukünftigen Beruf machen. Das ist wichtig, denn nur dann können sie später eine gute Entscheidung treffen. Die Berufliche Orientierung in unserer Stadt ist sehr gut aufgestellt. Alle Beteiligten arbeiten eng zusammen. Trotzdem bleibt es eine Herausforderung, dass die Informationen auch bei den Jugendlichen ankommen. Deshalb binden wir verstärkt auch die Eltern ein. Im Rahmen der Berufsorientierungstage findet im Rahmenprogramm die zweite „virtuelle Betriebserkundungen für Eltern und ihre Kinder“ statt. Die Premiere vor zwei Wochen war bereits erfolgreich.

 

Heribert Barlage (Geschäftsführer der Konecranes GmbH)

Wir bieten mit unserer Ausbildung spannende Perspektiven in gefragten Industrieberufen. Wir bilden junge Frauen und Männer für den eigenen Bedarf aus und investieren regelmäßig in Fort- und Weiterbildung. Das Umfeld ist kollegial, vielfältig und teamorientiert. Mit unserer Hafentechnik sind wir nicht nur Schrittmacher in der Technologieentwicklung, sondern auch beim Klimaschutz mit unseren emissionsarmen und langlebigen Hafenkranen und Containertransportern.

 

Zitat Michael Grütering (Hauptgeschäftsführer, Düsseldorfer Arbeitgeberverbände)

Was in der Vergangenheit besonders für die potenziellen Auszubildenden eine große Gelegenheit darstellte, ist heute umso wichtiger für die Unternehmen. Nicht erst die vergangene Konjunkturumfrage hat gezeigt, dass der Fachkräftemangel derzeit eines der wohl größten Risiken für unsere Betriebe ist. Gerade auch die Pandemie hat das noch einmal verstärkt. Da hilft nur: ausbilden, ausbilden, ausbilden.

 

Zitat Dr. Christian Henke (Geschäftsführer Handwerkskammer)

In einen Beruf hineinschnuppern, einen realen Betrieb erleben und richtige Menschen kennenlernen – das ist Berufsorientierung deluxe. Besser geht es nicht und deshalb sind die DTBO so wichtig für die Schülerinnen und Schüler unserer Stadt.

 

Zitat Clemens Urbanek (Geschäftsführer IHK)

Die Schnupperpraktika ab Klasse 8 sind ein wichtiger Baustein im Berufsorientierungsprozess der jungen Menschen. Durch die Pandemie war in den letzten beiden Jahren kaum Praktika für Schülerinnen und Schüler möglich und wir freuen uns sehr, dass unsere IHK-Unternehmen nun wieder verstärkt Möglichkeiten im Betrieb vor Ort anbieten können, denn digitale Angebote zur Berufsorientierung sind wichtig, können aber das Machen und Erleben in einem Beruf nicht ersetzen.

 

Zitat Torsten Spengler (Geschäftsführer Kreishandwerkerschaft Düsseldorf)

Das Düsseldorfer Handwerk unterstützt seit vielen Jahren die Düsseldorfer Tage der Berufsorientierung. Durch die Schnuppertage können Schüler die interessanten Ausbildungsberufe im Düsseldorfer Handwerk kennenlernen. Diese sollten danach durch Praktika in Handwerksbetrieben ergänzt werden. Dadurch können Schüler und Ausbildungsbetriebe zusammenfinden, um einen Ausbildungsvertrag abzuschließen. Das Handwerk ist für alle Schulklassen und alle Schüler offen und wird auch in den nächsten Jahren, durch den verstärkten Fachkräftemangel, auf neue Auszubildende dringend angewiesen sein.


Gesehen wurden u.a.:

+ Burkhard Hintzsche, Stadtdirektor der Landeshauptstadt Düsseldorf

+ Ana Wettin, Geschäftsführerin operativ der Agentur für Arbeit Düsseldorf

+ Michael Grütering, Hauptgeschäftsführer Düsseldorfer Arbeitgeberverbände

+ Clemens Urbaneck, Geschäftsführer IHK

+ Dr. Christian Henke, Geschäftsführer HWK

+ Thorsten Spengler, Kreishandwerkerschaft

+ Martin Wloczyk, Werksleiter Konecranes
+ Gregor Nachtwey, Leiter der Kommunalen Koordinierung der Landeshauptstadt

+ Roland Niemanns, Leiter der Berufsberatung der Agentur für Arbeit
+ Christoph Sochart, Geschäftsführer Unternehmerschaft Düsseldorf

+ Sina Schmeil, Konecranes, gewerblich-technische Auszubildende

+ UND 15 Schülerinnen und Schüler auf Erkundungstour bei Konecranes

Auch die RP berichtete ausführlich. Screenshot: CS

Chemie-Präsident warnt vor dem STOP vom russischen Erdgas

Der Vorstandsvorsitzende des Evonik-Konzerns, Christian Kullmann, hat vor drastischen Folgen eines möglichen russischen Energielieferstopps für die deutsche Volkswirtschaft gewarnt. „Die Situation ist ernst“, sagte der Manager, der auch Präsident des Verbandes der chemischen Industrie (VCI) ist, auf WDR5. Die deutsche Industrie und besonders die chemische Industrie müssten sich im Fall eines russischen Energie-Embargos „auf ein drastisches, auf ein dramatisches Szenario“ vorbereiten. Dann könne die Volkswirtschaft „nicht überleben“. Deshalb setzt Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck die Frühwarnstufe des Notfallplans Gas in Kraft. Ein Krisenteam bewertet jetzt ständig die Situation. Derweil bleibt Kullmann in Sorge: „Wenn wir von der Energieversorgung abgeklemmt werden sollten, dann stehen wir hier innerhalb von wenigen Tagen still“, so Kullmann.  Hier hören Sie seinen Beitrag.

Arbeitsmarkt: Frühjahrsbelebung in Düsseldorf

„Mit der einsetzenden Frühjahrsbelebung sinkt in Düsseldorf die Arbeitslosigkeit weiter. Dabei profitieren besonders Jugendliche von der Entwicklung“, kommentiert Birgitta Kubsch-von Harten, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Düsseldorf, die frisch eingetroffenen Arbeits- und Ausbildungsmarktzahlen. Der Arbeitsmarkt konkurriere dabei um gut ausgebildete junge Menschen. Die Ausbildung sei nach wie vor der stärkste Hebel, die passenden Fachkräfte der Zukunft zu gewinnen.

Ausbildungsmarkt
Ende März zieht die Bundesagentur für Arbeit turnusmäßig Halbjahresbilanz für die Ausbildungsvermittlung. In den ersten sechs Monaten des Ausbildungsjahres 2021/2022 wurden dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service Düsseldorf insgesamt 2.909 Ausbildungsstellen gemeldet. Dies entspricht einem Minus von 140 Ausbildungsplätzen im Vergleich zum Vorjahresmonat (- 4,6 Prozent). Gleichzeitig haben sich im selben Zeitraum 2.461 junge Düsseldorferinnen und Düsseldorfer bei der Berufsberatung als Bewerber*innen für Ausbildungsstellen registrieren lassen. Das sind 177 junge Menschen weniger, die sich für eine Ausbildung zum Start im Sommer interessieren, als vor einem Jahr im Monat März (-6,7 Prozent). Auf 100 betriebliche Berufsausbildungsstellen kommen in Düsseldorf 86 Bewerberinnen und Bewerber. Von den gemeldeten Ausbildungsstellen sind aktuell noch 2.039 Ausbildungsstellen unbesetzt. 1.450 Bewerberinnen und Bewerber suchen Zurzeit noch eine Ausbildungsstelle oder eine Alternative.

„Der Fachkräftebedarf bei den Düsseldorfer Unternehmen ist groß. Die Gewinnung von Nachwuchskräften und deren Ausbildung ist immer die beste Investition in die Zukunft“, betont Birgitta Kubsch-von Harten (Foto). „Die Unternehmen können die jungen Menschen entsprechend ihres individuellen Fachkräftebedarfs bestmöglich qualifizieren und frühzeitig in die Unternehmenskultur integrieren.“ Der gemeinsame Arbeitgeber-Service von Arbeitsagentur und Jobcenter unterstütze neben der passgenauen Vermittlung bei der Bewerbung der freien Ausbildungsstellen durch Online-Infoveranstaltungen, Bewerbertage und vielem mehr.

Jugendliche können die Berufs- und Studienberatung unkompliziert entweder telefonisch, per Videoberatung oder in einem persönlichen Gespräch in Anspruch nehmen. Die Berufsberaterinnen und -berater bieten zudem regelmäßig Sprechstunden an den Düsseldorfer Schulen an. Sie begleiten die Jugendlichen bei dem gesamten Weg von der ersten Orientierung bis hin zur Einmündung in eine Ausbildung oder ein Studium.
Berufs- und Studienberatung der Agentur für Arbeit Düsseldorf

Arbeitslosigkeit
Die Arbeitslosigkeit ist von Februar auf März um 597 Frauen und Männer gesunken (-2,5 Prozent). 23.572 Menschen sind in Düsseldorf aktuell arbeitslos, 4.996 Personen weniger als im März 2021 (-17,5 Prozent). Die Arbeitslosenstatistik umfasst sowohl die arbeitslosen Menschen, die Arbeitslosengeld aus der Arbeitslosenversicherung erhalten (SGB III) als auch jene, die Leistungen der Grundsicherung beziehen (SGB II). Während Arbeitslose des Rechtskreises SGB III in den Arbeitsagenturen beraten werden, erhalten arbeitslose Menschen des Rechtskreises SGB II Unterstützung im Jobcenter. Im März 2022 waren 7.039 Personen aus dem Rechtskreis SGB III arbeitslos gemeldet. Dies waren 3.595 Männer und Frauen weniger als noch vor einem Jahr (-33,8 Prozent). Im Rechtskreis SGB II gab es im März 16.533 arbeitslose Menschen, 1.401 Frauen und Männer weniger als vor einem Jahr im März (-7,8 Prozent).

Die Arbeitslosenquote beträgt aktuell 6,8 Prozent. Im Februar lag sie bei 7,0 Prozent, vor einem Jahr bei 8,3 Prozent. Im März waren 1.374 unter 25-Jährige arbeitslos. Die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen nahm im Vergleich zum Vormonat um 34 (-2,4 Prozent) und zum Vorjahresmonat um 501 Personen ab (-26,7 Prozent). Die Arbeitslosenquote bei der Gruppe der Jugendlichen liegt aktuell bei 4,8 Prozent. Vor einem Monat betrug sie 5,0 Prozent, vor einem Jahr 6,3 Prozent.

10.537 Männer und Frauen sind aktuell länger als ein Jahr arbeitslos. Das sind 308 Personen weniger als im Februar (-2,8 Prozent) und 624 Personen oder 5,6 Prozent weniger als im März vor einem Jahr.

Unterbeschäftigung
Regelmäßig weist die Bundesagentur für Arbeit die Unterbeschäftigung aus. Die gesamte Unterbeschäftigung einschließlich der Zahl der gemeldeten Arbeitslosen betrug im März 31.575 Personen. Die Unterbeschäftigungsquote, die unter anderem auch die Personen umfasst, die sich in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen befinden, liegt aktuell bei 9,0 Prozent. Vor einem Monat betrug sie 9,1 Prozent, vor einem Jahr 10,5 Prozent.

Arbeitskräftenachfrage
Im März wurden der Agentur für Arbeit Düsseldorf 1.320 neue sozialversicherungspflichtige Stellen zur Besetzung gemeldet, 81 Stellen (6,6 Prozent) mehr als im Vormonat und 167 Stellen mehr als im März 2021 (14,5 Prozent). 5.749 Arbeitsstellen stehen aktuell insgesamt für die Vermittlung zur Verfügung. Im Vergleich zum Vormonat sind das 105 Stellen mehr (1,9 Prozent) und 1.809 Stellen mehr als im März 2021 (45,9 Prozent).

Die meisten freien Stellen finden Arbeitssuchende derzeit in den Berufsbereichen Gesundheit, Soziales, Lehre und Erziehung (1.325 offene Stellen),  bei den Kaufmännischen Dienstleistungen, Handel, Vertrieb und Tourismus (987 offene Stellen) sowie Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit (936 offene Stellen).

Unterstützung für geflüchtete Menschen aus der Ukraine
Bei vielen der geflüchteten Menschen aus der Ukraine geht es aktuell noch nicht so sehr um die Aufnahme einer Arbeit. Sie benötigen vielmehr Unterstützung in humanitären Fragen sowie Schutz und Sicherheit. Für Menschen, die sich über den Arbeitsmarkt in Deutschland informieren möchten, hat der gemeinsame Integration Point der Agentur für Arbeit und des Jobcenters Düsseldorf ein breites Beratungs- und Unterstützungsangebot. Er ist die erste Anlaufstelle für Menschen mit Fluchthintergrund aus Düsseldorf, die eine Arbeit aufnehmen möchten. Hier finden geflüchtete Menschen Unterstützung, um sich auf dem deutschen Arbeitsmarkt zurecht zu finden, den Erwerb von Sprachkompetenzen zu erlangen und eine ausbildungsadäquate berufliche Perspektive zu entwickeln.

Hoher Stellenwert von Ausbildung in NRW-Betrieben, aber erneut weniger Bewerberinnen und Bewerber

Als „starkes Signal der Unternehmen für die Ausbildung“ haben die NRW-Unternehmensverbände die aktuellen Zahlen zum Ausbildungsmarkt in Nordrhein-Westfalen bezeichnet. Der Markt sei in den nächsten Monaten zwar noch stark in Bewegung, „die Tendenz bei den gemeldeten Ausbildungsplätzen ist jedoch erfreulich“, betonte der Hauptgeschäftsführer der Landesvereinigung der Unternehmensverbände Nordrhein-Westfalen (unternehmer nrw), Johannes Pöttering, am Donnerstag in Düsseldorf. Positiv sei das Plus von 7,4 Prozent bei der Zahl der betrieblichen Ausbildungsplätze – und das trotz weiterhin nicht einfacher Rahmenbedingungen für die Betriebe. „Die Zahlen belegen den nach wie vor hohen Stellenwert der Ausbildung für die Unternehmen in unserem Land“, erklärte Pöttering. Allerdings sei die Bewerberzahl mit einem Minus von 3,2 Prozent erneut ein weiteres Mal zurückgegangen. „Diese Entwicklung dürfte die Besetzungsprobleme auf dem Ausbildungsmarkt weiter verschärfen“, meinte Pöttering.

Gegenwärtig gebe es nach Worten Pötterings deutlich mehr Ausbildungsplätze (91.060) als Bewerber (78.930). „Unsere Botschaft an die Jugendlichen im Land ist daher klar: Die Chancen auf Ausbildung sind hervorragend – sie gilt es zu ergreifen“, erklärte Pöttering. Schnupperpraktika in den Betrieben könnten bei der Berufsorientierung helfen und zugleich Unternehmen mit möglichen Kandidaten zusammenzubringen. Die Bereitschaft der Betriebe zur Ausbildung sei ungebrochen groß. Viele Unternehmer machten sich allerdings große Sorgen, mangels Bewerber nicht ausbilden zu können. Dann fehlten künftig Fachkräfte, die „nicht nur unsere Unternehmen, sondern auch wir als Gesellschaft dringend brauchen“, so Pöttering. Daher gilt es, die Attraktivität von Ausbildung auch gesellschaftlich noch viel stärker zu verankern.