Elektrifizierungsstrategie: Rheinmetall startet mit US-Spezialisten Joint Venture für E-Mobility und Green Energy

Der Düsseldorfer Technologiekonzern Rheinmetall gründet im Zuge seiner Elektrifizierungsstrategie mit dem amerikanischen Start-up-Unternehmen PolyCharge America, Inc. ein Joint Venture zur Produktion, Entwicklung und Vermarktung von DC-Link Kondensatoren. Dahinter steht die Zielsetzung, in den stark wachsenden Märkten der Elektromobilität und Industrieanwendungen sowie der dafür benötigten Subsysteme und Komponenten künftig mit innovativen Produkten vertreten zu sein.

Das neue Joint Venture-Unternehmen Rheinmetall PolyCharge GmbH steht unter mehrheitlicher Führung Rheinmetalls (75%). Die verbleibenden 25% der Anteile hält PolyCharge. In dieser Konstellation stellt sich Rheinmetall insbesondere im Bereich der Automobilzulieferung und auch bei seinen militärischen Kunden für den steigenden Bedarf an Komponenten für E-Mobility und Green Energy auf.

Bei dem in Entwicklung befindlichen „Rheinmetall PowerPack“-System für batterieelektrisch angetriebene Fahrzeuge (BEV) spielen hochentwickelte DC-Link-Kondensatoren von PolyCharge eine wichtige Rolle. Rheinmetall verspricht sich für die neue PowerPack-Lösung verbesserte Effizienz und Reichweiten und damit Marktchancen mit großem Wachstumspotenzial.

In der engen operativen Partnerschaft mit PolyCharge sichert sich das Rheinmetall-Joint Venture das exklusive Recht an der Produktion und Vermarktung von DC-Link-Kondensatoren mit der speziellen NanoLam-Technologie in Europa.

Um die enge Kooperation mit PolyCharge zu untermauern, wurde gleichzeitig ein Anteilserwerb durch Rheinmetall in Höhe von rund 13% an der in Tucson, AZ ansässigen US-Gesellschaft getätigt. Hinsichtlich des Finanzvolumens der Transaktion haben die beiden Vertragspartner Stillschweigen vereinbart.

„Die Gründung des Joint Ventures ist ein weiterer wichtiger Schritt im Rahmen unserer Transformationsstrategie und bietet den Kunden im automobilen und industriellen Sektor zukünftig Spitzentechnologie für die Elektrifizierung,“ so Rene Gansauge, CEO Division Sensors and Actuators. “Die hochmoderne NanoLam-Technologie ermöglicht es uns, ein Produkt anzubieten, das gegenüber herkömmlichen Lösungen wesentlich kleiner und leichter ist und bei höheren Temperaturen arbeiten kann. Dies stellt einen deutlichen technologischen Vorteil dar und garantiert, dass Rheinmetall PolyCharge gut positioniert ist, um dem wachsenden Bedarf an diesen Technologien zu begegnen.“

Steven Yializis, Chief Operating Officer PolyCharge America: „Die Diversifizierung der Produktionsbasis von PolyCharge ist von entscheidender Bedeutung für den Übergang zur Großserienproduktion von NanoLam-Kondensatoren für die Automobil-, Luftfahrt- und Industriemärkte. Die technische Tiefe, das Anwendungs-Know-how und die starke Präsenz von Rheinmetall in Europa machen den Konzern zu einem idealen Partner, der eine schnelle Expansion in diesem wichtigen und wachsenden Markt ermöglicht.“

Die neuen PolyCharge-Kondensatoren mit NanoLam-Technologie basieren auf Submikrometer-dünnen, dielektrischen Polymerschichten, die eine optimierte Kühlung und eine verbesserte Performance ermöglichen.

PolyCharge ist ein technologisch führender Anbieter dieser Komponenten, deren wesentlicher Vorteil die thermische Stabilität, Lebensdauer und Leistungsdichte ist.

Angesiedelt werden die Aktivitäten des Mehrheits-Joint Ventures künftig bei der Rheinmetall-Division Sensors and Actuators, welche die Elektrifizierungsstrategie des Konzerns vorantreibt und Weiterentwicklungen für den Beyond-Automotive- und industriellen Bereich umsetzt.

PolyCharge: Ein Unternehmen mit zukunftsweisender Kondensatortechnologie

PolyCharge ist ein amerikanisches Unternehmen, das von Sigma Technologies gegründet wurde, um seine innovative NanoLam-Technologie zu vermarkten. Am Hauptsitz und Produktionsstandort in Tucson, AZ (USA) beschäftigt das Unternehmen 15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

PolyCharge bietet mit seiner Produktpalette zukunftsentscheidende Lösungen für den Bereich der Elektromobilität und der erneuerbaren Energien sowie für Medizin-, Luft- und Raumfahrt- sowie Industrieanwendungen.

Mercedes-Benz erlebt starke Nachfrage, Absatz bei High-End-Modellen und Elektroautos auf Höchststand

In der Factory 56 im Mercedes-Benz Werk Sindelfingen rollt ab sofort die Elektro-Limousine Mercedes-AMG EQS 53 4MATIC+ (Stromverbrauch kombiniert (WLTP*): 23,4–21,1 kWh/100 km, CO2-Emissionen kombiniert: 0 g/km, elektrische Reichweite WLTP: 529-586 km) vom Band. *Stromverbrauch und Reichweite wurden auf Grundlage der VO 2017/1151/EU ermittelt.;Stromverbrauch kombiniert (WLTP*): 23,4–21,1 kWh/100 km, CO2-Emissionen kombiniert: 0 g/km, elektrische Reichweite WLTP: 529-586 km*
The Mercedes-AMG EQS 53 4MATIC+ (combined electrical consumption (WLTP*): 23,4–21,1 kWh/100 km, combined CO2 emissions: 0 g/km, electric range WLTP: 529-586 km) electric sedan starts to leave the production line at Factory 56 in the Mercedes-Benz Sindelfingen plant. * Power consumption and range were determined on the basis of Regulation 2017/1151/EU.;Combined electrical consumption (WLTP*): 23,4–21,1 kWh/100 km, combined CO2 emissions: 0 g/km, electric range WLTP: 529-586 km*

Die Nachfrage nach Fahrzeugen von Mercedes-Benz ist ungebrochen hoch. Für das Jahr 2021 vermeldet das Unternehmen neue Absatzrekorde bei Mercedes-Maybach, Mercedes-AMG und bei der  G-Klasse – ein Beleg für die Stärke der wertvollsten Luxusmarke im Automobilsektor.

Die Auslieferungen von elektrischen Mercedes-Benz Pkw und Plug-in-Hybrid-Modellen belaufen sich auf den Rekordwert von 227.458 Einheiten (+69,3 %), davon 48.936 rein batterieelektrische Pkw (BEV) der Marke Mercedes-EQ (+154,8 %). Inklusive smart und Mercedes-Benz Vans wurden sogar mehr als 99.000 batterieelektrische Fahrzeuge ausgeliefert. Seit der Verkaufsfreigabe des EQS im August 2021 sind bereits 16.370 Bestellungen für das vollelektrische Flaggschiff eingegangen. Die Markteinführung des EQS in den beiden größten Märkten – den Vereinigten Staaten und China – erfolgte dabei erst im Dezember, sodass mit einer dynamischen Entwicklung der Auftragseingänge zu rechnen ist.

Insgesamt übergab Mercedes-Benz Cars von Januar bis Dezember 2.093.476 Pkw (- 5,0 %) an die Kundinnen und Kunden. Die Nachfrage nach Mercedes-Benz Pkw und Vans ist in allen Segmenten und in allen Regionen sehr hoch. Allerdings bremste der branchenweite Mangel an Halbleitern die Auslieferung von neuen Fahrzeugen stark aus. Für das vierte Quartal des Jahres 2021 ergibt sich daher ein Absatzrückgang von 24,7 %.

Britta Seeger, Mitglied des Vorstandes der Daimler AG und Mercedes-Benz AG, verantwortlich für Vertrieb: „In einem herausfordernden Jahr 2021 haben Maybach, AMG und die G-Klasse neue Absatzrekorde erzielt. Der Auftragseingang für den EQS – das Elektroauto mit der größten Reichweite auf dem Markt – ist sehr vielversprechend. Und mit dem Produktionsstart des ersten vollelektrischen AMG im Dezember eröffnen wir ein neues Kapitel für unser elektrisches Flaggschiff. Diese starke globale Nachfrage nach all unseren Marken gibt Mercedes-Benz Rückenwind auf dem Weg in ein neues, elektrisches Zeitalter.“

Mercedes-Benz unternimmt jede Anstrengung, um sicherzustellen, dass neue Fahrzeuge nach der Bestellung möglichst bald an die Kundinnen und Kunden ausgeliefert werden können. Die Auftragseingänge werden bei der Einplanung der knappen Halbleiter-Kapazitäten für die Fahrzeugproduktion berücksichtigt. Die Situation bei der Versorgung mit Halbleitern bleibt jedoch volatil und es ist davon auszugehen, dass sie Produktion und Absatz in den bevorstehenden Quartalen weiterhin beeinflussen wird.

Bei den Auslieferungen der Mercedes-Benz S-Klasse ergibt sich ein Plus von 40 % auf insgesamt 87.064 Einheiten, wovon 35,5 % in China verkauft wurden. Die G-Klasse klettert mit 41.174 Fahrzeugen auf ein neues Allzeit-Hoch. Mercedes-AMG vermeldet mit 145.979 Einheiten (+16,7 %) ebenfalls einen Rekordwert. Mercedes-Maybach setzte die Rekordmarke von 15.730 Fahrzeugen (+ 50,7 %) ab und profitierte dabei von der hohen Nachfrage in China, wo pro Monat durchschnittlich mehr als 900 Mercedes-Maybach Fahrzeuge verkauft wurden.

Absatz von Mercedes-Benz Pkw nach Regionen und Märkten

In der Region Asien/Pazifik verkaufte Mercedes-Benz zwischen Januar und Dezember 1.009.763 Fahrzeuge (-1,6 %). Davon entfallen 758.863 Einheiten (-2 %) auf China. In Europa kam Mercedes-Benz auf einen Absatz von 696.136 Fahrzeuge (-11,2 %), davon 213.105 in Deutschland. In der Region Nordamerika wurden 318.456 Pkw (+0,3 %) an unsere Kundinnen und Kunden ausgeliefert, davon 276.102 (+0,4 %) in den Vereinigten Staaten.

Gemäß interner Berechnungen erwartet Mercedes-Benz, seine Ziele bei den durchschnittlichen Neufahrzeug-Flottenemissionen für das Jahr 2021 in Europa zu erreichen (inkl. Europäische Union, Norwegen und Island). Für das Jahr 2022 erwartet das Unternehmen eine weitere Reduktion bei Emissionen, da der Hochlauf von vollelektrischen und Plug-in-Hybrid-Fahrzeugen weiter an Fahrt gewinnt.

Mercedes-Benz Vans: Absatzplus im gewerblichen Segment für das Jahr 2021

Dank des starken ersten Halbjahres wurden 2021 insgesamt 334.210 gewerblich positionierte Mercedes-Benz Vans verkauft. Das ist ein Plus von 2,6 % im Vergleich zum Vorjahr, insbesondere aufgrund der Zuwächse in China (+11,3 %) und den Vereinigten Staaten (+4,8 %). In Europa zeigte sich der spanische Markt im Jahr 2021 besonders stark und wuchs um 23,2 %. In den USA war der Sprinter einmal mehr ein Erfolgstreiber, dort hat Mercedes-Benz Vans im Gesamtjahr 53.472 Einheiten (Sprinter und Metris) abgesetzt.

Mercedes-Benz Vans konnte im vierten Quartal 2021 die hohe Nachfrage aufgrund des Halbleitermangels nur mit Verzögerung bedienen. Im gewerblich orientierten Segment steht für das vierte Quartal ein Minus von 12,9 % zu Buche, verglichen mit dem Vorjahresquartal, das aufgrund von Nachholeffekten nach dem Beginn der COVID-19-Pandemie sehr stark ausgefallen war. Weltweit wurden im vierten Quartal 90.532 Einheiten von Sprinter, Vito und Citan ausgeliefert. Für die Region Europa sowie für die USA und Kanada ist der Absatz im vierten Quartal jeweils gesunken. In China hingegen ergibt sich im Vergleich zum Vorjahresquartal ein Absatzplus von 10,1 %.

Im gewerblichen Bereich wurden im vergangenen Jahr insgesamt 9.000 vollelektrische Transporter abgesetzt. Damit verdoppelte sich diese Zahl im Vergleich zu 2020, entsprechend steigt auch der Anteil von elektrischen Modellen an den verkauften Einheiten im gewerblichen Sektor. Der eVito Kastenwagen wird nach seinem Marktstart im Dezember weitere Kundinnen und Kunden für den Umstieg auf elektrischen Antrieb begeistern: Er kommt nun mit einer zusätzlichen Batterie-Variante und kann serienmäßig mit Gleichstrom schnellgeladen werden.

Klaus Rehkugler, verantwortlich für den Vertrieb von Mercedes-Benz Vans (dazu gehört auch das Düsseldorfer Sprinter-Werk): „2021 haben wir bei Mercedes-Benz Vans ein bemerkenswertes Ergebnis eingefahren – und das, obwohl wir mit einigen pandemiebedingten Herausforderungen umgehen mussten. Die Kundennachfrage nach unseren Produkten ist durchgängig hoch, die Zahl der Aufträge für unsere vollelektrischen Vans steigt sowohl im gewerblichen als auch im privaten Bereich weiter an. Hinzu kommt, dass wir im vierten Quartal in Europa den Marktstart des neuen Citan als Kastenwagen und Kombi gefeiert haben und er direkt im Anschluss zum ‚International Van of the Year 2022‘ gewählt wurde.“

Nordrhein-westfälische Metall- und Elektroindustrie in gemischter Stimmungslage zum Jahreswechsel

Die Unternehmen der nordrhein-westfälischen Metall- und Elektroindustrie zeichnen zum Jahreswechsel 2021/22 ein gemischtes Stimmungsbild mit Licht und Schatten. Während die Betriebe die aktuelle Lage überwiegend positiv einschätzen, sind die Erwartungen für die nächsten Monate jedoch spürbar verhaltener. Dies ist das Ergebnis einer am Dienstag in Düsseldorf vorgelegten aktuellen Konjunkturumfrage des Verbandes der Metall- und Elektro-Industrie Nordrhein-Westfalen (METALL NRW) zum Jahreswechsel 2021/2022, an der 455 Betriebe mit fast 140.000 Beschäftigten des bedeutendsten Industriezweigs des Landes teilgenommen haben. Für Zuversicht sorgten gut gefüllte Auftragsbücher, die Auftragslage werde so gut eingeschätzt wie seit Jahren nicht mehr. Völlig unsicher sei indes, ob die hohen Ordereingänge angesichts der unabsehbaren Auswirkungen von Pandemie und Lieferkettenproblemen auch tatsächlich abgearbeitet werden könnten. Die Produktion der Unternehmen habe das Vorkrisenniveau immer noch nicht erreicht. Zusätzlich setze die Unternehmen das transformationsbedingt enorme Veränderungstempo massiv unter Druck.

Der Präsident von METALL NRW, Arndt G. Kirchhoff, bezeichnete die Ergebnisse der Umfrage seines Verbandes als „ein gemischtes Stimmungsbild einer heterogenen Branche in höchst unsicheren Zeiten“. Er freue sich über die gegenüber dem Vorjahr eindeutig verbesserte Auftragslage. Ausdrücklich positiv bewerte er auch die trotz Industrie-Rezession und Corona stabile Lage bei Beschäftigung und Ausbildung in den M+E-Branchen. Diese Freude werde allerdings getrübt durch eine extrem hohe Volatilität, erhebliche Versorgungsengpässe und vor allem durch zum Teil absurde Aufschläge bei Rohstoff-, Energie-, Import- und Erzeugerpreisen. „Die Unternehmen trauen dem Braten noch nicht, dazu ist die Unsicherheit zu groß. Und das macht mir schon Sorgen“, betonte Kirchhoff. Die vielen Bestellungen aus dem In- und Ausland seien für die Unternehmen zwar eine gute Nachricht. Doch die massiven Materialengpässe verhinderten eine entsprechende Auslastung der Produktion und schmälerten die Umsätze. Über alle Branchen, Betriebsgrößen und Regionen hinweg sei fast jeder M+E-Betrieb in Nordrhein-Westfalen von Versorgungs- und Lieferproblemen betroffen. Vorprodukte, Rohstoffe und Materialien seien entweder gar nicht, nicht in der benötigten Menge, nicht in der benötigten Zeit oder nur zu deutlich gestiegenen Preisen verfügbar. „Diese Lage erleben wir schon seit einigen Monaten und wird uns aus heutiger Sicht noch weit in das Jahr 2022 hinein begleiten“, erklärte Kirchhoff.

Mit Blick auf die Investitionen zeichne sich nach Worten des NRW-Metallarbeitgeberpräsidenten ein hoher Bedarf ab. Allerdings zeigten die Ertragserwartungen einen geringeren Handlungsspielraum an. Die gute Auftragslage werde zwar früher oder später auch umsatzwirksam, allerdings würden die zu erzielenden Margen spürbar durch höhere Beschaffungskosten geschmälert.

Deutscher Außenhandel legt deutlich zu, Risiken bleiben

„Zum Jahresende legt der deutsche Außenhandel nochmals nach und liegt nun deutlich über Vorkrisenniveau. Obwohl das für den gesamten Außenhandel gilt, sind die Zahlen für die Importe besonders beeindruckend: Zum zweiten Mal in Folge wurde bei den Einfuhren der höchste Monatswert in der Außenhandelsstatistik gemessen. Und dennoch muss man die Zahlen auch realistisch einordnen.“ Dies erklärt Dr. Dirk Jandura, Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), heute in Berlin zur Entwicklung des deutschen Außenhandels.

Zuvor hatte das Statistische Bundesamt die Außenhandelszahlen für November 2021 bekannt gegeben. Demnach wurden Waren im Wert von 125,7 Milliarden Euro exportiert. Damit sind die Exporte im Vorjahresvergleich um 12,1 Prozent gestiegen. Mit einem Warenwert von 113,7 Milliarden Euro sind auch die deutschen Importe gestiegen, im Vorjahresvergleich um 19,3 Prozent. Die Außenhandelsbilanz schloss damit im November mit einem Überschuss von 12,0 Milliarden Euro ab.

„Die guten Werte im Außenhandel basieren auf der Qualität der Produkte und der Erfahrung der deutschen Unternehmen auf den Weltmärkten. Unsere Wirtschaft profitiert von einem möglichst freien Welthandel. Allerdings muss man auch einen gewissen Nachhol- und auch Preiseffekt berücksichtigen, der die Zahlen in die Höhe treibt. Viele wirtschaftliche Entwicklungen machen sich erst mit einer gewissen Verzögerung bemerkbar. Ein Teil davon ist sicher die gute Corona-Lage des Sommers, die sich erst jetzt, zum Jahresende, an den Zahlen ablesen lässt“, betont Jandura.

„Die Risiken der letzten Monate bleiben aber leider unverändert bestehen. Wir können nicht davon ausgehen, dass sich der Außenhandel auch in den kommenden Monaten so prächtig entwickelt, auch wenn das natürlich zu wünschen wäre. Die Probleme in der Logistik, die Lieferengpässe bei Rohstoffen und Vorprodukten, hohe Energiepreise und nicht zuletzt auch die ungewisse Pandemieentwicklung bleiben Faktoren, die die Aufwärtsbewegung stoppen können. Auch wenn viele dieser Probleme kurz- oder mittelfristig durch den Markt geregelt werden, sind die deutschen Unternehmen auf gute Rahmenbedingungen angewiesen. Sie brauchen politischen Rückenwind, nicht Gegenwind. Noch immer greift der Staat regulatorisch zu viel in das Marktgeschehen ein, beispielsweise in der Steuer- und Handelspolitik. Stattdessen brauchen wir eine Außenhandelsstrategie, die insbesondere die kleinen Unternehmen wieder stärkt“, so Jandura abschließend.

Düsseldorfer Konjunkturmonitor 2022

Die Corona-Pandemie und ihre Folgen bremsen die Konjunktur im ersten Halbjahr 2022 vorerst teilweise ab. Die von der Unternehmerschaft Düsseldorf befragten Unternehmen sind für 2022 „vorsichtig optimistisch“.

Während die Betriebe die aktuelle Lage überwiegend positiv einschätzen, sind die Erwartungen für die nächsten Monate jedoch spürbar verhaltener. Die Corona-Pandemie und ihre Folgen bremsen die Euphorie für eine positive Konjunktur im 1. Halbjahr 2022 vorerst teilweise ab.

Für Zuversicht sorgen gut gefüllte Auftragsbücher, die Auftragslage werde so gut eingeschätzt wie seit Jahren nicht mehr. Völlig unsicher ist indes, ob die hohen Ordereingänge angesichts der unabsehbaren Auswirkungen von Pandemie und Lieferproblemen auch tatsächlich in Umsätze umgesetzt werden können.

Allerdings hat die Produktion der Unternehmen das Vorkrisenniveau immer noch nicht erreicht. Als ausdrücklich positiv ist zu bewerten, dass eine stabile Lage bei der Beschäftigung und Ausbildung gegeben ist. Diese Freude ist allerdings natürlich eingetrübt durch eine extrem hohe Volatilität, erhebliche Versorgungsengpässe und vor allem enorme Preisaufschläge auf Rohstoffe, Energie, Import und Erzeugerpreise. Hier kommen doch gewisse Sorgen bei den Unternehmen auf.

Der „Düsseldorfer Konjunkturmonitor“ findet in Wirtschaftskreisen seit 19 Jahren große Beachtung, weil er in die Zukunft weist und eine hohe Treffsicherheit erzielt.

AKTUELLE SITUATION

Aktuelle Geschäftslage

Die aktuelle Geschäftslage wird von 94 % der befragten Unternehmen mit „unverändert“ und „gut“ beantwortet gegenüber dem Jahr 2020, wo es noch 87 % waren. Erfreulicherweise ist die Bewertung einer schlechten Geschäftslage von 13 % auf 6 % zurückgegangen.

Auftragslage aktuell

Auch bei der aktuellen Auftragslage wird die Situation mit 91 % der befragten Unternehmen mit befriedigend und gut beurteilt. Nur noch 9 % beurteilt die Situation schlecht. In 2020 waren es noch 13 %.

Ertragslage aktuell

Die Ertragslage aktuell wird von 88 % als befriedigend und gut bewertet. So waren es im Jahre 2020 nur 80 %. Auch ist die Ertragslage nur von 12 % als schlecht beurteilt worden gegenüber 20 % im Jahre 2020.

Arbeitsmarkt

Die positive Entwicklung und die stabile Lage bei der Beschäftigung in den Betrieben ist erfreulich. 73 % der befragten Unternehmen halten den Beschäftigungsstand unverändert oder planen Neueinstellungen. Lediglich 6 % haben Entlassungen vorgenommen. Erstaunlich bei dieser Erhebung ist, dass es einen enormen Zuwachs an Eigenkündigungen gegeben hat. Im Vergleich zu 2020 waren es 10 %, nunmehr sind es 21 %. Dies spiegelt den Beschäftigungsmarkt wider. Es ist ein Arbeitnehmermarkt.

SITUATION IN DEN KOMMENDEN SECHS MONATEN

Geschäftserwartungen

Bei den Geschäftserwartungen für die nächsten 6 Monate überwiegt die verhaltene Stimmung in den Unternehmen. 68 % erwartet die Situation als unverändert gegenüber 37 % in 2020. Lediglich 12 % gegenüber 27 % in 2020 planen mit besseren Geschäften, allerdings auch nur 20 % gegenüber 36 % bewerten die Geschäftserwartungen mit schlechter.

Auftragslage

Zwar ist das Vorkrisenniveau noch nicht erreicht, jedoch zeigen 74 % der Befragten eine unveränderte oder bessere Auftragslage gegenüber 63 % in 2020. Auch ist die Bewertung einer schlechten Auftragslage lediglich von 26 % gegenüber 35 % im Vorjahr angegeben worden. Hier wird deutlich, dass eine verhaltene Erwartung aufgrund der Pandemie und der Lieferkettenproblematik vorliegt.

Arbeitsmarkt

Bei der Beschäftigungssituation in den kommenden sechs Monaten planen 41 % einen gleichbleibenden Beschäftigungsstand und 44 % Neueinstellungen gegenüber 37 % im Jahre 2020. Hier wird deutlich, dass die Unternehmen Beschäftigung anbieten und freie Arbeitsplätze nicht besetzt bekommen. Entlassungen planten in 2021 12 % gegenüber Null Entlassungen im Jahre 2020. Dies ist schon eine erhebliche Abweichung und macht die Spreizung innerhalb der Unternehmen deutlich. Eigenkündigungen werden mit 3 % gegenüber 10 % im Vorjahr einkalkuliert.

Ausbildungsmarkt

Beim Ausbildungsmarkt zeigt sich wiederum ein äußerst positiver Trend. 62 % der befragten Unternehmen erwartet eine unveränderte Ausbildungsplatzsituation in ihrem Unternehmen und sogar 29 % erwartet eine Zunahme. Dies bedeutet, dass 91 % der Unternehmen eine unveränderte oder zunehmende Ausbildungssituation erwartet. Gegenüber 2020 ist eine Abnahme mit 9 % äußerst gering, da sie in 2020 noch mit 30 % beurteilt wurde. Insgesamt ein sehr gutes Zeichen für die jungen Menschen in unserer Region.

Kurzarbeit

Natürlich war Kurzarbeit im Jahr 2021 ein maßgebliches Instrument, der Pandemie zu begegnen. 35 % der Unternehmen haben in 2021 das Instrument der Kurzarbeit gewählt, um Beeinträchtigungen ihrer Produktion oder ihrer Geschäfte abzufedern. 65 % hat keine Kurzarbeit durchgeführt.

Für das Jahr 2022 hat lediglich 6 % der Unternehmen noch Kurzarbeit geplant, wobei es bei 23 % noch nicht absehbar ist. Dieser Anteil ist gegenüber dem Jahr 2020 leicht gestiegen. Der Großteil der Unternehmen – 71 % – plant keine Kurzarbeit gegenüber 53 % im Vorjahr.

Homeoffice/ mobiles Arbeiten

Die Unternehmen in Düsseldorf und Umgebung haben ohnehin schon frühzeitig begonnen, mobiles Arbeiten zu ermöglichen. Dies zeigt auch die Umfrage für das Jahr 2021. Dort wurde von 73 % der Unternehmen mobiles Arbeiten angeboten. Lediglich 21 % der Unternehmen konnte kein mobiles Arbeiten anbieten oder es war nicht erforderlich. Dies wird insbesondere deutlich in Produktionsunternehmen, wo die Arbeit vor Ort erbracht werden muss.

Für 2022 plant 68 % nach wie vor mobiles Arbeiten, wobei weitere 9 % noch nicht absehen kann, inwieweit dies erforderlich ist. 23 % der Unternehmen hat es nicht geplant.

Geplante Investitionen

Bei den geplanten Investitionen ist festzustellen, dass 82 % der befragten Unternehmen eine unveränderte oder steigende Investitionsbereitschaft angibt. Dies ist ein erheblicher Zuwachs gegenüber dem Jahr 2020 in Höhe von 77 %. Auch ist die sinkende Investitionsbereitschaft von 21 % auf 18 % zurückgegangen. Auch dies zeigt einen verhaltenen Optimismus bzw. eine Investitionsbereitschaft, da in den vergangenen beiden Jahren doch erhebliche Zurückhaltung zu verspüren war.

Fazit

Der Düsseldorfer Konjunkturmonitor 2022 ergibt einen verhaltenen Optimismus. Industrie- und Dienstleistungsbereiche sind bei der optimistischen Ausgangssituation am stärksten ausgeprägt. In der Industrie dominiert möglicherweise die Erwartung, dass die aktuellen Zuliefer- und Produktionsprobleme im Laufe der kommenden Monate überwunden werden können. Die Auftragslage ist insgesamt gut und wenn die Pandemie oder Lieferkettenproblematik keine Einschränkungen mehr bieten sollte, könnte diese hohe Auftragslage dazu führen, dass die Aufträge in 2022 abgearbeitet werden können.

So lange das Impftempo anhält und die Pandemie keine gravierenden Auswirkungen mehr beim Ausfall der Beschäftigten mit sich bringt, dürfte sich die Wirtschaft insgesamt trotz Lieferengpässe im 1. Halbjahr erholen. Viele Aufträge müssen in 2022 noch abgearbeitet werden und es kommt ein weiteres Plus von 24 % hinzu. Dies wird auch zu weiteren Neueinstellungen führen. Bundesweit ist das Angebot an freien Stellen mittlerweile um 200.000 angestiegen, was die positive Dynamik bestätigt. Die Erwartungen bei den Investitionen zeichnen einen hohen Bedarf ab. Die gute Auftragslage werde früher oder später umsatzwirksam zu Buche schlagen, jedoch ist zu berücksichtigen, dass die zu erzielenden Margen durch anziehende Rohstoffpreise spürbar geschmälert werden könnten.

+ Weiterführende Infos unter: www.konjunkturmonitor.de

+ Und so berichtete unsere ANTENNE: https://www.antenneduesseldorf.de/artikel/2021-lief-fuer-duesseldorfer-wirtschaft-besser-1181548.html

Fotos: W. Meyer

Mercedes-Benz Vans: Elektrifizierende Pläne für die Reisemobilbranche

Die Sparte Mercedes‑Benz Vans, zu der auch das Düsseldorfer Sprinter-Werk zählt, hat sich in den vergangenen Jahren verstärkt mit der kompakten ‚hauseigenen‘ Marco Polo Camperfamilie im Reisemobilmarkt etabliert; ebenso als erfolgreicher Basisfahrzeuglieferant für Reisemobilhersteller weltweit – und dass über das gesamte Vans Portfolio hinweg. Nun geht die Marke mit Stern den nächsten Schritt und nähert sich dem Zukunftsthema der Stunde – der elektrischen und somit lokal emissionsfreien Zukunft der Reisemobilbranche. Der Austausch mit Endkunden und Branchenexperten sowie die Zusammenarbeit mit anderen Herstellern nimmt dabei zunächst eine zentrale Rolle ein. Einer der ersten marktreifen eCamper basiert auf dem batterie-elektrischen EQV. Der Umbau stammt von der Schweizer Firma Sortimo Walter Rüegg AG, ist bereits im Zweirechnungsgeschäft erhältlich und umfasst u.a. ein Aufstelldach, eine Schlafeinheit für den Fond und ein Küchenmodul für den Kofferraum. Klaus Rehkugler, Leiter Vertrieb und Marketing Mercedes‑Benz Vans: „Der Reisemobilmarkt ist für Mercedes-Benz Vans von strategischer Bedeutung. Wir wollen hier weiterwachsen und eine Vorreiterrolle in puncto Innovationen und Nachhaltigkeit einnehmen. Für uns ist klar: Die Zukunft ist elektrisch, auch in der Reisemobilbranche!“

Aus- und Weiterbildung wird auf dem Düsseldorfer Arbeitsmarkt immer wichtiger

Nur mit einer guten Ausbildung können wir die Arbeitslosenzahlen auf Dauer senken – das betont Birgitta Kubsch-von Harten, die Vorsitzende der Geschäftsführung der Düsseldorfer Agentur für Arbeit. Schon jetzt seien 80 Prozent der offenen Stellen für Fachkräfte ausgeschrieben. Hilfstätigkeiten werden in Zukunft immer stärker automatisiert werden, warnt die Leiterin der Agentur für Arbeit. Unternehmen sollten deshalb schon jetzt gegensteuern und Mitarbeiter ausbilden, die bisher keine Ausbildung haben. Besonders dringend werden aktuell Fachkräfte in Handwerksberufen gesucht. Aber auch in der Pflege wird der Bedarf an Fachkräften in den nächsten Jahren weiter steigen. Aktuell sind in Düsseldorf 23.911 Menschen arbeitslos gemeldet, das ist eine Quote von 6,9 Prozent.

Quellen: Antenne Düsseldorf u.a.

Mehr Infos

SPIE aus Ratingen nächster Großmieter im EUREF-Campus – Fertigstellung 2024

SPIE Deutschland & Zentraleuropa, eine Tochtergesellschaft der SPIE Gruppe, wird 2024 den derzeit entstehenden EUREF-Campus Düsseldorf beziehen. SPIE Deutschland & Zentraleuropa verlagert damit seinen Unternehmenssitz auf den größten klimaneutralen Campus in Nordrhein-Westfalen und schafft zugleich eine moderne und kreative Arbeitsumgebung für die Mitarbeitenden sowie eine Innovations- und Digitalisierungsplattform für die Entwicklung klimaneutraler und nachhaltiger Lösungen für die Energie- und Mobilitätswende.

Der EUREF-Campus Düsseldorf wird der neue klimaneutrale Unternehmenssitz von SPIE Deutschland & Zentraleuropa und unterstützt die Wachstums- und Nachhaltigkeitsziele des Unternehmens: „Dienstleistungen für eine kohlenstofffreie Wirtschaft sind das Kerngeschäft von SPIE. Deshalb verstehen wir uns als Teil der Lösung für eine nachhaltige Zukunft. Der Umzug auf den EUREF-Campus Düsseldorf unterstreicht wie kaum ein anderer Ort diese Ausrichtung von SPIE. Wir versprechen uns hier viele Möglichkeiten des Austauschs und der Zusammenarbeit mit starken Partnern, die sich wie wir für die Energie- und Mobilitätswende einsetzen. Zugleich bieten wir für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine einzigartige Umgebung, um zu arbeiten, sich zu vernetzen und sich wohlzufühlen – aber auch SPIE ganz neu zu entdecken und für die Zukunft zu gestalten“, sagt Markus Holzke, Geschäftsführer / CEO von SPIE Deutschland & Zentraleuropa. Reinhard Müller, Vorstandsvorsitzender der EUREF AG, der nach dem EUREF-Campus Berlin nun den zweiten Campus seiner Art in Düsseldorf realisiert: „Mit dem EUREF-Campus Düsseldorf entsteht ein weiterer Campus, der zeigt, dass die Energiewende machbar und bezahlbar ist. Der Campus in Düsseldorf wird ein echter Zukunftsort und gibt Raum für die Ideen von Unternehmen, Start-ups, Wissenschaft und Forschung.“

Innovationsplattform für Mobilität, Energiewende und Klimaschutz

„Mit unserer Ausrichtung als Multitechnik-Dienstleister sind wir breit aufgestellt und bieten in vielen Bereichen Lösungen für den Klimaschutz: Wir begleiten den Wandel hin zu einer nachhaltigen Mobilität. Als führender Anbieter im technischen Facility Management bieten wir Lösungen für die Energieoptimierung von Gebäuden, Anlagen und Infrastrukturen. Wir sind führender Anbieter im Bereich der Übertragungs- und Verteilnetze und damit wichtiger Partner für Projekte, die den Anteil erneuerbarer Energien im Energiemix erhöhen. Außerdem wollen wir bei der Zukunftstechnologie Wasserstoff eine führende Position einnehmen“, sagt Dr. André Schimmel, CSO und Mitglied der Geschäftsleitung von SPIE Deutschland & Zentraleuropa. „Auf dem EUREF-Campus finden wir zahlreiche Gleichgesinnte und ein Netzwerk aus großen und kleinen Unternehmen, die die Energie- und Mobilitätswende gestalten. Aus bisherigen Partnerschaften – wie z.B. der ARENA2036 in Stuttgart – wissen wir, wie inspirierend ein Ort der gelebten Zusammenarbeit für die Entwicklung neuer Ideen und innovativer Lösungen ist“, so Dr. André Schimmel weiter.

Innovative und inspirierende Arbeitswelt

Mit dem Umzug auf dem EUREF-Campus Düsseldorf setzt SPIE Deutschland & Zentraleuropa ein Statement für eine innovative und inspirierende Arbeitsumgebung: „Der Campus bietet viele Möglichkeiten für den gemeinsamen Austausch und die Entwicklung neuer Ideen. Mit offen angelegten Räumen stehen die Menschen und ihre Interaktion im Mittelpunkt. Wir schaffen flexible Lösungen für eine moderne und smarte Arbeitswelt. Eine Arbeitswelt, die das mobile Arbeiten attraktiv mit den Tagen des gemeinsamen Präsenzaustauschs kombiniert und viel Flexibilität unterstützt“, sagt Bianca Stöhr, Leiterin People, Culture & CSR und Mitglied der Geschäftsleitung von SPIE Deutschland & Zentraleuropa.

Technischer Betrieb des Campus durch SPIE

„Ganz besonders freut uns natürlich, dass wir als SPIE den EUREF-Campus Düsseldorf nicht nur beziehen, sondern als Multitechnik-Dienstleister auch den technischen Betrieb der Gebäude sicherstellen“, sagt Rainer Hollang, Leiter des Geschäftsbereichs Efficient Facilities und Mitglied der Geschäftsleitung von SPIE Deutschland & Zentraleuropa. SPIE wird das technische Facility Management am Campus mit einer Fläche zur Eröffnung in 2024 von 36.000 Quadratmetern und mit Fertigstellung des zweiten Bauabschnitts in 2025 um weitere 27.000 Quadratmeter verantworten. Der EUREF-Campus Düsseldorf ist ein Gebäudekomplex mit technisch hohem Anspruch und einem innovativen Energiekonzept: Dank einer hochtechnisierten Energiezentrale und der Nutzung von erneuerbaren Energien wird das Campusgelände CO2-neutral versorgt.

Am Flughafen entsteht zur Zeit der neuen EUREF Campus. Ab 2024 sollen etwa 2.500 Mitarbeiter auf mehr als 80.000 m2 aus Unternehmen, Start-ups und der Wissenschaft auf dem Campus zu den Themen Energie, Mobilität, Umweltschutz und Nachhaltigkeit forschen. Großmieter sind unter anderem Spie sowie Schneider Electric. Der Campus soll komplett klimaneutral sein. Eine große Freifläche bekommt ein Glasdach mit Solarmodulen, und an den Fassaden sollen Algen wachsen, die Sauerstoff produzieren. Fotoquelle: EUREF Campus

Anziehende Dynamik am Büromarkt Düsseldorf

• Nach Analysen von Aengevelt Research erzielte der Büromarkt in der Region Düsseldorf (inkl. Neuss, Ratingen, Erkrath etc.) im Gesamtjahr 2021 einen Büroflächenumsatz (inkl. Eigennutzer) von rd. 324.500 m². Gegenüber dem Vorjahr 2020 (284.000 m²) bedeutet dies eine Steigerung um 14 %. Im Vergleich zum Dekadenmittel (Ø 2011-2020: 387.000 m²) sind es 16 % weniger. Von den rd. 324.500 m² entfallen rd. 280.200 m² auf das Düsseldorfer Stadtgebiet und knapp 44.300 m² auf das Umland.

• Am Ende des zweiten Coronajahres werden die Anzeichen für eine Erholung am Düsseldorfer Büromarkt deutlicher. Nach einem schwachen ersten Halbjahr 2021 mit insgesamt 112.500 m² für die Region Düsseldorf (Stadtgebiet: 96.000. m²; Umland: rd. 16.500 m²) zog das dritte Quartal kräftig an und erreichte mit rd. 105.200 m² (Stadtgebiet: 91.000. m²; Umland: rd. 14.200 m²) nahezu das Umsatzniveau des gesamten ersten Halbjahres 2021. Das Vorjahresquartal (3. Quartal 2020: rd. 58.000 m²) wurde sogar um rd. 81 % übertroffen.

Auch das vierte Quartal konnte dieses Niveau halten und sogar noch leicht übertreffen. Mit rd. 106.800 m² (Stadtgebiet: 93.200 m²; Umland: 13.600 m²) konnte das beste Quartalsergebnis des Jahres 2021 erzielt werden. Das Vorjahresquartal (4. Quartal 2020: rd. 42.800 m²) wurde um bemerkenswerte 150 % überboten. Das Vorkrisenniveau konnte bisher zwar noch nicht erreicht werden (Q4 2019: 130.000 m²), doch der Bürovermietungsmarkt in Düsseldorf gewinnt nach den schwachen Corona-Quartalen (Q2 2020 – Q2 2021) wieder an Fahrt.

• Für das Gesamtjahr 2021 wurde von Aengevelt Research aufgrund der Pandemie zum Ende des 1. Halbjahres zunächst ein Büroflächenumsatz um 275.000 m² prognostiziert. Dies wären 47 % weniger als im Rekord-Vorjahr 2019 gewesen und läge rd. 29 % unter dem Dekadenmittel. Diese Prognose wurde indessen um knapp 50.000 m² übertroffen.

Dazu Matthias Brinkmann, Senior Analyst von Aengevelt Research: „Besonders die ersten beiden Quartale 2021 waren von einer schwachen Umsatzdynamik geprägt. Das erste Halbjahr wies kaum großflächige Abschlüsse jenseits der 1.000 m²-Marke auf. Großabschlüsse über 5.000 m² konnten in der ersten Jahreshälfte überhaupt nicht erzielt werden. Umso mehr freut uns die positive Entwicklung im zweiten Halbjahr. Die Vermietungsleistung zog sowohl im dritten als auch im vierten Quartal deutlich an. Die (zeitlichen) Rückstellungen von Expansions-Plänen und die pandemiebedingte Unsicherheit der Mieter reduzierten sich im Jahresverlauf merklich. Entsprechend wurden in den beiden Quartalen Q3 und Q4 2021 auch wieder Mietverträge über 5.000 m² kontrahiert, einige überschritten dabei sogar die 10.000 m²-Marke. Mit über 25.000 m² ist die Anmietung der AOK (Eigennutzer) im TONIQ II einer der prägnantesten Deals des Jahres.“

• Die letzten beiden Quartale 2021 haben gezeigt, dass der Düsseldorfer Büromarkt auch während der immer noch vorherrschenden Pandemie solide Flächenumsätze erzielen kann. Entsprechend erwartet Aengevelt Research ungeachtet weiterer möglicher zukünftiger Einschränkungen im Zuge der Pandemie für 2022 einen anziehenden Büroflächenumsatz um 370.000 m², der über dem Niveau von 2020 und 2021 liegt und sich weiter an das Dekadenmittel annähert.

Leichter Anstieg der Angebotsreserve.

• 2019 reduzierte sich die kurzfristig verfügbare Angebotsreserve (bezugsfähig innerhalb von drei Monaten) deutlich um 110.000 m² von 730.000 m² auf 620.000 m² Bürofläche. Die Leerstandsquote sank von 7,8% auf 6,6 %. Aufgrund des noch starken ersten Quartals 2020 (121.000 m²) konnte ein weiterer Abbau der Angebotsreserve beobachtet werden. Ende des vergangenen Jahres pendelte sich die Angebotsreserve bei rd. 600.000 m² ein, so dass sich die Leerstandsquote nochmals auf 6,4 % verringerte.

• Im 1. Halbjahr 2021 stieg die Angebotsreserve bis Ende Juni moderat von 600.000 m² auf rd. 630.000 m² an. Dieser Trend setzte sich auch im dritten und vierten Quartal 2021 fort: Die Angebotsreserve erhöhte sich erneut geringfügig auf 650.000 m² in Q3 und stellt sich zum Ende des Jahres 2021 auf rd. 670.000 m².

• Entsprechend stieg die Leerstandsquote von 6,4 % auf rd. 7,2 % bei einem Büroflächenbestand von aktuell rd. 9,3 Mio. m² in der Region Düsseldorf (Stadtgebiet:7,6 Mio. m²; Umland: rd. 1,7 Mio. m²).

• Für das Jahr 2022 prognostiziert Aengevelt Research dann wieder eine moderate Reduzierung der Angebotsreserve auf rd. 650.000 m².

Weiterhin moderate Büroflächenfertigstellung.

• 2021 wurden insgesamt knapp 98.500 m² neue Bürofläche fertiggestellt. Dieser Wert übertrifft das Vorjahresniveau (2020: rd. 90.000 m²; 2019: rd. 88.000 m²) geringfügig und liegt 17 % über dem 10 Jahres-Mittel (Ø 2011-2020: rd. 84.000 m² p.a.).

• Aufgrund der in Summe weiterhin moderaten Fertigstellungsvolumina zeichnet sich laut Matthias Brinkmann indessen zumindest mittelfristig keine deutliche quantitative und insbesondere qualitative Erhöhung des Büroflächenangebots in Düsseldorf ab. Damit bestehe weiterhin ein Mangel an modernen, nachfragegerechten und unter ESG-Kriterien nachhaltigen Büroflächen.

Stabiles Mietpreisniveau mit Steigerungstendenzen in der Spitze.

• Die gewichtete Spitzenmiete in Düsseldorf stellt sich Ende 2021 konstant auf EUR 28,50/m² (Q1-Q3 2021: EUR 28,50/m²; 2020: EUR 28,50/m²).

• Die mittlere Miete in Citylagen verbleibt ebenfalls auf einem konstanten Mietniveau von EUR 21,90/m².

• „Zwar belastet die COVID-19-Krise noch immer den Büromarkt. Allerdings ist ein erhöhtes Marktgeschehen zu erkennen. Aufgrund der anziehenden Dynamik und der geringen Verfügbarkeit markt- und nachfragegerechter Büroflächen ist indessen kein nennenswerter Rückgang des Mietpreisniveaus zu erwarten. Vielmehr erwarten wir bis Ende 2022 sogar eine leichte Erhöhung der Spitzenmiete auf EUR 29,00/m²“, so Matthias Brinkmann.

unternehmer nrw: Tanja Nackmayr zum 1. Januar 2022 zur neuen stellvertretenden Hauptgeschäftsführerin berufen

Neue stellvertretende Hauptgeschäftsführerin der Landesvereinigung der Unternehmensverbände Nordrhein-Westfalen (unternehmer nrw) ist mit Wirkung zum 1. Januar 2022 Tanja Nackmayr (46), bisher Geschäftsführerin Arbeitsmarkt- und Bildungspolitik des Verbandes. unternehmer nrw ist der Zusammenschluss von 129 Verbänden mit 80.000 Betrieben und drei Millionen Beschäftigten und Mitglied der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA). Die Organisation vertritt zudem die Interessen des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) als dessen Landesvertretung. Präsident der Spitzenorganisation der nordrhein-westfälischen Wirtschaft ist der Unternehmer Arndt G. Kirchhoff (66), Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Jurist Johannes Pöttering (44).

Nackmayr, 1975 in Berlin geboren, absolvierte nach dem Abitur ein Studium der Politikwissenschaft an der Universität Passau, dem Heidelberg College (USA) und der Freien Universität Berlin, das sie 2001 mit dem Diplom abschloss. Danach arbeitete sie bis 2012 bei der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) in Berlin, zuletzt als stellvertretende Leiterin der Abteilung Bildung / Berufliche Bildung. Im Jahr 2012 wechselte Nackmayr zur Landesvereinigung der Unternehmensverbände Nordrhein-Westfalen (unternehmer nrw) und wurde 2016 zur Geschäftsführerin berufen.