Studie von IFH KÖLN und METRO AG befragt Gastronomen zur aktuellen Situation und zum Standort Innenstadt

METRO und das Institut für Handelsforschung (IFH) KÖLN stellten heute (18.08.21) eine Studie zur aktuellen Situation der Innenstadtgastronomie vor. 250 Gastronomen wurden im Juli 2021 zur aktuellen Situation, ihrer Zukunftsplanung sowie Anforderungen an den Standort Innenstadt befragt. Wir waren dabei und fassen die Ergebnisse zusammen.

Das Ergebnis: Gastronomie als Besuchermagnet muss in der Standortentwicklung stärker mitgedacht werden. Dabei sind die zentralen Anforderungen der Branche die Verfügbarkeit von Mitarbeitern, ein attraktives Standortangebot und der unbürokratische Umgang mit Behörden. Auf diese Fragen gilt es für Kommunen und Politik eine Antwort zu finden. Das Pressegespräch leitete Ivonne Julitta Bollow, METRO AG , Global Director Corporate Public Policy (Foto).

Die Debatte um die Zukunftsfähigkeit deutscher Innenstädte hat im Zuge der Monate des Lockdowns weiter an Fahrt aufgenommen. Bestehende strukturelle Herausforderungen wie ein monotones Angebot, sinkende Besucherzahlen und steigende Leerstände wurden durch die Schließungen massiv verschärft. Das IFH KÖLN und METRO AG widmen sich in ihrer aktuellen Studie #Innenstadtinitiative den Bedürfnissen kleiner und mittelständischer Gastronomiebetriebe. 250 Gastronomen wurden im Juli 2021 zu aktuellen Herausforderungen, ihrer Zukunftsplanung sowie Anforderungen an den Standort Innenstadt befragt.

Ziel der Studie ist es, erste Ansätze zu politischem Handeln in der Stadt- und Quartiersentwicklung aufzuzeigen. „Nach den umfänglichen Analysen ist nun die Zeit des Handelns. Das Gebot der Stunde für alle lokal handelnden Akteure: Gemeinsam die Attraktivität der Städte steigern und neue Funktionen bedienen. Im Schulterschluss mit Kommune, Handel aber auch mit neuen Partnern wie Kultur, Handwerk und Bildung gilt es für Gastronomen, jetzt aktiv mitzuwirken, um neue Innenstadtkonzepte zu realisieren“, sagt Boris Hedde (Foto), Innenstadtexperte und Geschäftsführer des IFH KÖLN.

Ergebnis: Gastronomie als Wegbereiter für Innenstadtbelebung

Orte zum Ausgehen sind ein zentraler Faktor für die Innenstadtentwicklung, denn sie haben einen positiven Effekt auf die Atmosphäre des Standortes und steigern die Verweildauer von Besuchern. Altersübergreifend sind die Motive für einen Besuch in den Innenstädten weiterhin das kulinarische Erlebnis, das Ausgehen und der Einkaufsbummel. Um Innenstädte zukunfts- fähig zu machen, müssen Gastronomieunternehmen in der Stadtentwicklung deshalb stärker mitgedacht werden. „Die Ergebnisse der Studie zeigen, lebendige Innenstädte sind ohne Gastronomie nicht zu machen. Dafür muss die Politik Wegbereiter sein. Die klaren Anforderungen in den Standortfaktoren, wie unter anderem der Vergabe von Mietstandorten an die Unternehmer müssen vereinfacht werden, um so den kleinen Unternehmen eine Chance zu geben. Die Branche hat die Zukunft fest im Blick und dies ist eine Chance für alle Akteure,“ so Ivonne Julitta Bollow, Global Director Public Policy der METRO AG.

Standortvergabe und Fachkräftemangel als größte Herausforderungen der Innenstadtgastronomie

Aktuell beurteilen rund 60 % der Gastronomen die Lage mittelmäßig bis sehr schlecht. Dennoch schaut die Branche motiviert in die Zukunft. Er- schwert werden die Zukunftsplanungen durch die Suche nach geeignetem und qualifiziertem Personal (71 %) und den Umgang mit Behörden (52 %).

Ein weiteres Problem in den Augen vieler Gastronomen ist die Vergabe von Standorten. Ein Großteil der Befragten kritisiert, dass die Mieten für attraktive Standorte zu hoch sind (46 %). Auch die intransparente Vergabe „unter der Hand“ ist ein Problem für Gastronomen (43 %). Eine aktive Förderung der Politik von gezielter Nutzungsmischung und Umnutzung auf Seiten der Mieter kann Abhilfe schaffen, um auch kleinen Gastronomiebetrieben attraktive Standorte zu bieten. Es sind gerade die inhabergeführten, kleinen Restaurants und Cafés, die eine Innenstadt zum Leben erwecken. Ebenso kann eine städtische Vergabeplattform von Gastroflächen Transparenz über den lokalen Immobilienmarkt bieten.

Standort- und Quartiersentwicklung als wichtige Faktoren für die Zukunft

Sauberkeit und Ambiente (69 %), Anzahl potenzieller Kundschaft im Einzugsgebiet (68 %) sowie ÖPNV-Anbindung (66 %) und gute Erreichbarkeit für Zulieferer (63 %) – die Rahmenbedingungen der Umgebung spielen bei der Standortwahl eine wichtige Rolle. Hier ist die Politik gefordert, vielfältige Mobilitätskonzepte für Besucher zu schaffen und das städtische Ambiente zu fördern. Dazu braucht es saubere Fußgängerzonen, intakte Gebäude und Fassaden, ausreichend Grünflächen und mehr Lebendigkeit in den Innenstädten.

Um besonders jungen und innovativen Projekten eine Chance in Innenstädten zu bieten, aber auch den Austausch zwischen Betrieben und Bürokratie zu unterstützen, kann ein städtischer Gastro-Beauftragter Abhilfe leisten. Für 61 % der Befragten sind einfache gesetzliche Rahmenbedingungen und Genehmigungsverfahren sehr wichtig. Als Schnittstelle zwischen Gastronomie und Politik wird der konstante Dialog sichergestellt, Verwaltung und Behörden unterstützt und zeitgleich bei Neugründung und Vernetzung innerhalb der Stadtgesellschaft vermittelt.

Düsseldorfer Podcastszene: Tops und Flops

Die Düsseldorfer Podcastszene boomt! Christoph Sochart, auch Podcaster (Foto; Quelle: Frank Wiedemeier), hat hineingeschnuppert und bringt uns heute eine subjektiv-kommentierte Übersicht einiger (nicht aller) Sendungen aus und für unsere Stadt.

  • Thema lokale Entscheider: Im Podcast „Der Baas trifft“ der Düsseldorfer Jonges (der sicherlich bekannteste Heimatverein in der Landeshauptstadt) spricht Wolfgang Rolshoven mit Düsseldorfer Persönlichkeiten. Unterstützt wird er dabei von Moderator Christian Herrendorf. Der Journalist (früher RP und WZ, heute Viernull) entwickelt den Gesprächsleitfäden. Produzent ist Thorsten Runte. Suche: der baas
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  • Thema Nachhaltigkeit: Wie können wir unsere Wälder schützen? Was ist „Grüne Mode“? Warum kann man Bier aus Brotresten machen und was soll das bringen? Im Henkel-Podcast „Fritz for Future“ trifft Moderatorin Janine Steeger (Foto unten; Quelle: Instagram) Menschen, „die zeigen, wie es gehen kann – nachhaltig wirtschaften, gründen, denken.“ Die „Grüne Janine“, wie sie sich selbst nennt, ist Journalistin, Moderatorin und Medientrainerin: „Mich treibt die Frage um, wie wir in Zukunft leben müssen, um den Planeten zu retten. Dabei ist es mir wichtig Lösungen zu präsentieren und andere Menschen für einen Futurelifestyle zu begeistern, ohne dabei belehrend zu sein.“ Suche: fritz for future

  • Thema Nachhaltigkeit: Einen wirklich sehr schönen Podcast zum Thema Nachhaltigkeit hat die Düsseldorfer Agentur mehrplus ins Leben gerufen. Mit seinen Aktivitäten in diesem Bereich orientiert sich Agenturchef Michael Schüssler an den Zielen der »Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung« der Vereinten Nationen: „Als Unternehmen wollen wir einen Beitrag zur Umsetzung leisten. Denn viele kleine Schritte führen dazu, das gemeinsame Ziel zu erreichen.“ Der Podcast ist nur ein Baustein seiner Initiative „the balcony“. Wer mehr erfahren möchte, ist hier richtig: https://thebalcony.de/books/
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  • Thema Digitalisierung: Der wohl älteste Podcast in diesem Themenbereich sind die „Digitalen Vorreiter“ von Vodafone. Hier gehts es um Geschichten aus Unternehmen, die den „digitalen Wandel geschafft“ haben. Der Podcast wird produziert von OMR, einem bekannten deutschen Podcast-Anbieter, und moderiert von Christoph Burseg. Der Schleswig-Holsteiner ist kein Journalist, aber ein anerkannter Insider und Unternehmensberater in den Bereichen E-Commerce und Marketing. Dies hört man dem Podcast auch an: Nicht-Experten haben teilweise Schwierigkeiten den Inhalten zu folgen, da Fachbegriffe und Abkürzungen häufig eingesetzt werden, aber nicht immer erklärt werden. Schade. Wer wissen, wie die Zukunft aussehen wird, beispielsweise im Themenbereich „Künstliche Intelligenz“, ist hier richtig. Suche: digitale vorreiter
  • Thema Digitalisierung: Ebenfalls lange auf dem Markt ist der Podcast der Sparkasse. In #digidus findet immer ein Expertengespräch statt – in der Regel Unternehmensvertreter aus unserer Stadt und aus mittelständischen Unternehmen, Kunden der Sparkasse. Die Interviewten sind in der Regel keine Promis, aber das ist auch gut so. So gibts spannende Insights aus den Düsseldorfer Betrieben, meistenteils klare und offene Worte, weil kein Börsenkurs davon abhängt. Umso spannender sind die sehr unterschiedlichen Folgen. Suche: #digidus.

  • Thema Digitalisierung: Jüngstes Baby im Digi-Bereich ist der Podcast der „Digitalen Stadt“ mit „Mr. Vodafone“ Stephan Schneider. Er spricht regelmäßig mit Digitalisierungsexperten aus NRW. Da Stefan auch ein Digi-Experte und gut vernetzt ist, sind die Stimmen oft neu, beispielsweise Vodafone-Innovationschef Michael Reinartz, oder Dr. Anke Diehl, Transformationschefin des Essener Uni-Klinikums. Stefan Schneider (Foto oben; Quelle: Bernd Schaller), Vorsitzender der „Digitalen Stadt Düsseldorf“: „Wir vertiefen Themen, die in unseren anderen Formaten nur oberflächlich behandelt werden können oder gänzlich zu Kurz kommen. Bei Themen der Digitalisierung, Zukunftsfähigkeit und Nachhaltigkeit gehen wir in die Tiefe und werden konkret.“ Suche: digikonkret
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  • Thema Technik: Der Verein der Ingenieure in Düsseldorf (VDI) hat mit „Technik aufs Ohr“ einen Podcast entwickelt, der sich mit den Themen Mobilität der Zukunft, Umwelt- und Nachhaltigkeitsaspekte, Künstliche Intelligenz und der nächste Schritt auf der Karriereleiter beschäftigt und die Interessen und Themen des Ingenieur-Alltags aufgreift. Also, durchaus speziell und fokussiert, aber als „Normalsterblicher“ kann man auch hin und wieder etwas verstehen, denn die Gastgeber geben sich die größte Mühe, Fachchinesisch zu übersetzen. Das geht allerdings auch nicht immer, um den Redefluss der Wissenschaftler nicht zu stören. Host sind VDI-Pressesprecher Marco Dadomo (früher LTU und 4ohren) und Schalke-Fan Sarah Janczura (Foto oben; Quelle: Instagram), Content-Managerin bei ingenieur.de. Immer donnerstags, alle zwei Wochen, erscheint eine neue Folge. Suche: technik aufs ohr
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  • Thema Sport: War Cristiano Ronaldos Anti-Cola-Provokation richtig oder falsch? Sind 400.000 Euro Siegprämie pro Spieler irrwitzig oder angemessen?. „Sportbusiness“ ist der kurzweilige Podcast der IST-Hochschule. Unterhaltsam kommentieren Professor Gerhard Nowak und Student Lennart (Foto unten; Quelle: Instagram) die Sportnews der Woche, weltweit. Gerhard Nowak, Dekan des Fachbereichs Sport & Management an der IST-Hochschule, sagt. „Wir kombinieren in unserem wöchentlichen Podcast Fakten, Meinungen und Hintergrundwissen. Und das in lockerer und entspannter Atmosphäre.“ Suche: sportbusiness


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  • Thema Karriere: Karriere, so erfährt die/der Hörer/in in dieser Sendung, geht auch anders. Karriere bedeutet nicht unbedingt “höher, schneller, weiter”. Cathrin Eggers und Laura Fritz-Wilde sind vom Gegenteil überzeugen. Beide bringen jahrelange und umfassende Erfahrung im Bereich HR, Personalmanagement und Recruiting mit. Suche: karriere geht auch anders.
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  • Thema Livestyle: Der Podcast „rheingeredet“ ist eine Reihe zum Thema Lifestyle. Hier geht es ums Essen & Trinken, um Schönheits-OP’s, Kunst und vieles mehr. Verantwortlich für den Podcast zeichnet „Mr. Düsseldorf“ (Eigenwerbung) Timo Beck. Meine Lieblingsfolge ist mit EX-RP-Chefredakteur Michael Bröcker (heute „the pioneer“/Berlin) über Lakritzschnaps und die Zukunft der Rheinischen Post. Teilweise sehr lustig. Suche: rheingeredet
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  • Thema Düsseldorf und NRW; tagesaktuell: Der „Aufwacher“ der Rheinischen Post ist der wohl bekannteste Podcast aus Düsseldorf. Jeden Morgen gibts die neusten Informationen und News aus Düsseldorf und NRW. Wer allerdings vor dem Hören die RP gelesen hat, erfährt nur teilweise Neues. Spannend wird es für den RP-Leser, wenn die Autoren die „Geschichte hinter der Geschichte“ erzählen, bewerten und eigene Erfahrungen einfließen lassen. Prima auch die tagesaktuellen Lokalnews aus der Redaktion unserer Antenne Düsseldorf. Suche: aufwacher
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  • Thema Medien: „Was mit Medien. Das Medienmagazin.“ ist ein wöchentliches Audio-Medienmagazin, welches der freie Journalist Daniel Fiene (Foto oben; Quelle: Instagram) aus Düsseldorf mit Sebastian Pähler (in der Szene bekannt als „Herr Pähler“) seit 2004 zusammen moderiert. Woche für Woche sprechen die Beiden über die Hintergründe der wichtigsten Medienthemen der Woche. Die neue Sendung erscheint immer am Freitag als Podcast und läuft auch im Radio: DRadioWissen. Suche: was mit medien
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  • Thema „Die Woche in Düsseldorf „: Der Düsseldorf-Podcast „Rheinpegel“ der Rheinischen Post erscheint einmal in der Woche. Zwei Podcaster aus den Redaktionen der RP und Antenne Düsseldorf greifen die wichtigsten Themen der Woche auf und nehmen sich die Zeit in die Tiefe zu gehen. Dafür braucht man Zeit, aber man erfährt oft auch Hintergründe und persönliche Erfahrungen, die so nicht in der Zeitung stehen bzw. im Radio zu hören sind. Suche: rheinpegel
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  • Thema Unternehmenskommunikation: Werbeleute schwätzen nur. Dieses Vorurteil greift die Düsseldorfer Agentur vom Hoff mit ihrem Podcast „Agenturgeschwätz“ auf. Hier dreht sich alles um Unternehmensreputation. Senior-Beraterin Sarah Hübner und Beraterin Katharina Tielsch sprechen regelmäßig mit Gästen aus der Branche über den Ruf von Unternehmen und wie man diesen aufbauen und managen kann. Der Podcast ist auch Werbung in eigener Sache, aber das ist natürlich auch legitim und wird auch nicht verschwiegen. Suche: agenturgeschwätz
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  • Thema Wirtschaft: In „Gründerzeit“, eine Sendung der Rheinischen Post, beschäftigt sich Journalist und Buchautor Florian Rinke mit Startups aus NRW. Insofern ist dieser Podcast genau genommen kein reiner „Düsseldorfer“ Podcast. Gelegentlich kommen auch Düsseldorfer zu Wort, beispielsweise Thomas Griesel von hellofresh. Teilweise arbeitet der Podcast mit Gründer-Fachsprache und Abkürzungen, die leider nicht immer erläutert werden. Schade. Suche: gründerzeit
  • Thema Wirtschaft: Träger von „Wirtschaft Düsseldorf unplugged“ ist die Wirtschaftsförderung, der Köln/Düsseldorfer Rotondaclub und die IHK. Der Podcast besteht aus einem 1:1-Gespräch zwischen einem Moderator und einem Düsseldorfer „Gestalter und Macher“, erscheint donnerstags und dauert durchschnittlich 45 Minuten. Meine Lieblingsfolgen: Teekanne-Chef Frank Schübel, Henkel-Kommunikatorin Yvonne Gottschlich, Vodafone-Chef Hannes Ametsreiter. Der Podcast ist nicht werbefrei und die Zuhörerschaft wird gedutzt, was ich persönlich nicht so mag. Dieser Podcast scheint Vorbild gewesen zu sein für den neuen Podcast der IHK Niederrhein, zumindest ähneln sich beide in dem einen oder anderen Aspekt. Aber, es schadet ja nicht, wenn positive Beispiele voneinander lernen. Suche: düsseldorf unplugged + rheingehört

  • Thema Wirtschaft/in eigener Sache: Unser Podcast „Düsseldorfer Wirtschaft“ gibts seit März 2020. Er ist ein Corona-Baby, magazinartig aufgebaut und unterscheidet sich auch deshalb von den meisten Pods aus Düsseldorf. Auf dem Programm stehen Kollegengespräche zu tagesaktuellen Themen, knackige Expertentalks, die Meldungen aus der Düsseldorfer Wirtschaft, Termine der kommenden, Podcasttipps, Impulse von der Entscheidern aus den Unternehmen („Die letzten Worte“) und vieles mehr. Die Folgen erscheinen immer freitags um 8 Uhr, sind werbefrei und können aufgrund der späten Produktionszeiten auf tagesaktuelle Ereignisse reagieren. Produzent ist Frank Wiedemeier, (Foto oben; Quelle: Webseite) ein Digitalexperte im Themenbereich der Kommunikation. Suche: düsseldorfer wirtschaft

Es gibt noch sehr viel mehr Podcasts aus unserer Stadt. Aber, damit soll es heute erst mal gut sein. Vielleicht gibts ja eine zweite Folge zu diesem Thema. Auf jeden Fall greifen wir dieses Thema demnächst in unserem eigenen Podcast auf:  die „Düsseldorfer Wirtschaft“ gibts immer freitags dort, wo es gute Podcasts gibt :-))

Stand: 13.08.2021

Neue IW-Studie: Beschäftigungspläne der Unternehmen in diesem Jahr

Insbesondere Unternehmen, die positiv von der Corona-Krise betroffen waren, blicken in dieser Hinsicht optimistisch auf das Jahr 2021. Für die Gesamtentwicklung ist es erfreulich, dass vor allem große Unternehmen einen Anstieg ihrer Arbeitskräftenachfrage erwarten. Unternehmen, in denen ein Betriebsrat existiert und der Anteil älterer Beschäftigter überdurchschnittlich hoch ist, blickten zum Befragungszeitpunkt pessimistischer in die Zukunft. Zur Anpassung verwenden die Unternehmen eine Vielzahl von Instrumenten. Unbefristete Einstellungen spielen dabei trotz aller Unsicherheiten über die weitere wirtschaftliche Entwicklung eine wichtige Rolle. Maßnahmen zur Anpassung der Arbeitszeit stehen in einem weniger engen Zusammenhang zur Anpassung des Arbeitsvolumens. Hier spielen – zum Beispiel bei der Entwicklung der Überstunden – möglicherweise strukturelle Faktoren eine größere Rolle. Flexible Erwerbsformen werden überwiegend komplementär genutzt. Hinweise darauf, dass ihr verstärkter Einsatz mit einer geringeren Bedeutung von unbefristeten Neueinstellungen verbunden wäre, ergeben sich nicht.

LINK!

Live: Für Frauen, die sich für MINT-Berufe interessieren

Herzliche Einladung an alle Frauen, die sich für MINT-Berufe interessieren: Quereinsteigerinnen, Wiedereinsteigerinnen, angehende Auszubildende! Sie alle sind richtig bei unserem diesjährigen FRAUENFORUM 2021 „Frauen verändern Wirtschaft“. Kostenfrei, online, kurzweilig und informativ. Jetzt anmelden:

www.frauenveraendernwirtschaft.de

Nach dem Bahnstreik: wie geht es nun weiter?

Der Bahnstreik ist vorbei. Die Züge sollen so schnell wie möglich wieder rollen. Die Bahn konnte aufgrund des Streiks nur jeden vierten Fernzug und etwa 40 Prozent aller Regionalzüge anbieten. Auf vielen Strecken kam es zu Zugausfällen und teilweise stark überfüllten Zügen.

Ist der Streik jetzt vorbei, oder gibt es weitere Zugausfälle? Weiterlesen hier!

Bahn streikt: Schäden in Höhe von bis zu 100 Millionen Euro pro Tag

Im Tarifkonflikt mit der Deutschen Bahn greift die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) zum äußersten Mittel: Streik! Gerade für den Güterverkehr kommt der Konflikt zu einem ungünstigen Zeitpunkt: Die gebuchten Trassenkilometer lagen im vergangenen Juni wieder auf dem Stand von 2018 – die Branche hat sich also gerade erst von dem Einbruch im Pandemiejahr 2020 erholt.
Chemie- und Stahlindustrie besonders betroffen
Seit dem letzten großen GDL-Streik im Jahr 2015 werden mehr Güter auf der Schiene transportiert, gleichzeitig ist der Marktanteil der DB Cargo gesunken – 2019 lag er bei rund 44 Prozent. Die Unternehmen, die auf Lieferungen über die Schiene angewiesen sind, müssen nun mit Lieferproblemen rechnen. Wie hoch die Kosten letztendlich sein werden, hängt vor allem von der Dauer des Streiks ab. Da selten zeitkritische Güter mit der Bahn transportiert werden, dauert es etwa drei bis vier Tage, bis die Unternehmen die Streikfolgen deutlich zu spüren bekommen. Sollte das der Fall sein, zeigen Erfahrungswerte früherer GDL-Streiks, dass die täglichen Schäden bei Unternehmen bis zu 100 Millionen Euro betragen können. Spüren wird das vor allem die Chemieindustrie, da sie nicht nur große Mengen transportiert, sondern teilweise per Gesetz verpflichtet ist, die Schiene zu nutzen. Auch die Stahlindustrie ist stark auf den Schienengüterverkehr angewiesen.
Fahrdienstleiter könnten Situation verschlimmern
Bei dieser Rechnung gibt es im Gegensatz zum Jahr 2015 aber eine große Unbekannte: Seit Ende 2020 sind auch Mitarbeiter aus anderen Berufsgruppen, etwa die Fahrdienstleiter, in der GDL organisiert. Diese steuern und überwachen den Betrieb auf der Schiene und sind daher essenziell für einen reibungslosen Verkehr. Es ist zwar unwahrscheinlich, dass bereits ein Großteil dieser Beschäftigten in der Gewerkschaft organisiert ist. Sollte es dennoch zu größeren Ausfällen der Fahrdienstleiter kommen, droht die Kostenrechnung weiter anzusteigen. „Ohne Fahrdienstleiter geht gar nichts mehr“, sagt IW-Verkehrsexperte Thomas Puls. „Weder Bahnen von Wettbewerbern könnten fahren noch Notfallfahrpläne realisiert werden.“ Mögliche Folgen eines solchen Ausfalls haben Fahrgäste 2013 in Mainz zu spüren bekommen: Weil rund die Hälfte der 15 Fahrdienstleiter entweder krank oder im Urlaub war, kam es in der Stadt zum Totalausfall des Schienennetzes.

Ungeimpfte anders behandeln? „Klar!“, sagt die FAZ – auch Professor Hüther rät, dass sich möglichst viele Erwachsenen impfen lassen sollten

Jens Spahn will den Druck auf Ungeimpfte erhöhen. Selbst mit Test sollen sie an einigen Angeboten dann nicht mehr teilnehmen können. Mehr als 410.000 Menschen wurden in Düsseldorf bereits gegen das Coronavirus geimpft. Trotzdem haben zahlreiche Menschen noch keinen oder zumindest keinen vollständigen Impfschutz erhalten.

Mittlerweile haben die Düsseldorfs Narren erklärt in der kommenden Session ausschließlich Geimpfte und Genesene in Räume und Säle lassen. Ein negativer Corona-Test wird dann nicht akzeptiert. Die Verantwortlichen sprechen von der „2G Variante“.

Viele Organisationen und Entscheider in unserer Stadt appellieren, sich impfen zu lassen, darunter auch die Düsseldorfer Arbeitgeberverbände. In diesem Zusammenhang erklärte unser Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller: Mit einer Impfung kann jeder einen Beitrag leisten. Geimpfte schützen nicht nur sich selbst, sondern auch andere und tragen daher dazu bei, das Infektionsgeschehen einzudämmen. Bei niedrigen Inzidenzwerten wiederum fallen Einschränkungen des öffentlichen Lebens, die auch Wirtschaft, Handel und Gastronomie betreffen. Daher bringen wir mittlerweile mit mobilen Pop-up-Impfstellen die Impfung zu den Menschen vor Ort. Ich appelliere an die bisher noch nicht geimpften Bürgerinnen und Bürger, dieses niedrigschwellige Angebot auch anzunehmen.

Die Herdenimmunität gilt als fast unerreichbar. Umso wichtiger ist es, so viele Erwachsene wie nötig zu impfen, sagte unlängst Professor Michael Hüther, Direktor des Instituts der Deutschen Wirtschaft. Er plädiert für kostenpflichtige Tests, Impfkampagnen und teilweise Impfpflichten. Michael Hüther: Impfen ist der beste Schutz gegen Infektion. In kritischen Berufen, insbesondere im Gesundheits- und Bildungssektor, sollte der Gesetzgeber eine Impfpflicht einführen, weil wir es hier mit schutzbedürftigen Personen zu tun haben. Kinder können sich noch nicht impfen lassen, kranke und alte Menschen haben trotz Impfung eine höhere Wahrscheinlichkeit für einen schweren Krankheitsverlauf. Mit Impfkampagnen könnten die über 18-Jährigen gezielt angesprochen werden, beispielsweise in Schulen, Universitäten, Sportvereinen oder beim Wehr- und Ersatzdienst. Eine generelle Impfpflicht sollte der Gesetzgeber allerdings je nach weiterem Verlauf der Pandemie nicht von vornherein ausschließen.

Sehr deutlich kommentiert die Frankfurter Allgemeine Zeitung das Geschehen. Wörtlich schreibt dort Redakteur Reinhard Müller: Der Staat darf und muss Druck ausüben. Das ist kein Apartheid-Regime, sondern schlicht demokratisch beschlossene und rechtsstaatliche Notwendigkeit zum Schutz des Einzelnen und der Gemeinschaft. reiheit hat keine Voraussetzungen. Aber wer von anderen etwas verlangt, muss bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Das war schon immer so: Wer in exotische Länder reisen möchte, muss an der Grenze die erforderlichen Impfungen nachweisen können. Wer Veranstaltungen besucht, muss Regeln und Hausordnungen befolgen. Wer frei einen Beruf wählt, muss dessen Anforderungen erfüllen. So kann eine Muslima, deren Glauben ihr das Tragen einer Burka vorschreibt, nicht als deutsche Beamtin vor die Bürger treten. Und wer in Kindertagesstätten arbeitet, muss gegen Masern geimpft sein.

Professor Hüther hat auch bereits Ideen, wie man Menschen motivieren kann, sich impfen zu lassen: Zum jetzigen Zeitpunkt sind – abgesehen von den genannten Berufsgruppen – kluge Anreize der bessere Weg. Ab Anfang September, wenn alle Erwachsenen ein Impfangebot hatten, sollten Schnelltests kostenpflichtig sein. Wer dann etwa ungeimpft eine Veranstaltung besuchen möchte, muss vorher einen PCR-Test machen und die Kosten dafür aus der eigenen Tasche zahlen. Außerdem ist zu erwägen, Impfunwillige bei einer Covid-Erkrankung an den Behandlungskosten zu beteiligen. Wer sich dem Solidarprinzip entzieht, sollte es selbst nicht oder nur eingeschränkt in Anspruch nehmen können.

Interessierte können neben dem Impfzentrum, das weiterhin an den Öffnungstagen (Montag, Mittwoch, Freitag, Samstag und Sonntag) ohne Termin in der Merkur Spiel-Arena besucht werden kann, sich an unterschiedlichen Standorten in der Stadt impfen lassen. Die dezentralen Impfstellen am Hauptbahnhof, Bertha-von-Suttner-Platz, im U-Bahnhof Heinrich-Heine-Allee und am Flughafen Düsseldorf, Terminal A, Ankunftsebene, sind täglich von 10 bis 19 Uhr geöffnet. In Ergänzung dazu setzt die Stadt Düsseldorf ein mobiles Impfteam an verschiedenen, gut zugänglichen Orten in den Stadtteilen ein – beispielsweise vor Supermärkten, Baumärkten und an zentralen Ortsplätzen. Wo das Impfteam Halt macht, erfahren Interessierte unter: www.corona.duesseldorf.de/impfen

Impfen? Sehr deutlich wird Saskia Esken, Bundesvorsitzende der SPD, in der Rheinischen Post: Wir kennen die möglichen Langzeitfolgen der Covid-Erkrankung und wissen, dass die Impfung die Symptome deutlich mildert. Wer sich also mit Langzeitfolgen auseinandersetzt, sollte erst Recht zu der Überzeugung gelangen, sich impfen zu lassen. Insofern fehlt mir für Impfgegner mittlerweile das Verständnis, und ich kann nur für mehr Offenheit gegenüber einer Impfung werben. Impfen ist ein solidarischer Akt, der Leben retten kann. Screenshot: Rheinische Post vom 07. August 2021

Deutlich mehr Insolvenzen in Düsseldorf – auch „stille Heimgänger“ verschwinden vom Markt

Trauriger Rekord: 166 Firmenkonkurse gab’s in der Jahreshälfte 2021 in unserer Stadt. Durch die Corona-Politik konnte aber bislang Schlimmeres verhindert werden. Deshalb könne man nicht von einem normalen Insolvenzgeschehen sprechen, sagt Creditreform. In Düsseldorf gab es die meisten Unternehmensinsolvenzen im Bereich der  Dienstleistungen und im Handel – letzterer mit ansteigendem Trend. Auch im Gastronomiesektor ist der Trend leicht ansteigend Im Rhein-Kreis-Neuss sank die Zahl der Insolvenzen.

Chris Proios von der Initiative „Konjunkturforschung Regional“ betonte in einem Journalistengespräch, dass es über die Insolvenz-Statistik hinaus auch kleinere Unternehmen gebe, die eigentlich noch ausreichende Mittel hätten, aber keine Zukunft für ihr Geschäft mehr sähen: „Die so genannten stillen Heimgänger verschwinden vom Markt, ohne dass Insolvenztatbestände vorliegen. Dieses Phänomen ist schwer zu quantifizieren, ist aber an vielen Stellen in der Region durch Leerstand und den Wegfall gewohnter Einkaufsstätten zu sehen.“

Ein interessanter bundesweiter Trend: Mehr als jedes zweite insolvente Unternehmen in Deutschland war älter als 10 Jahre. Damit setzte sich der Trend fort, wonach für viele Insolvenzkandidaten das Aus nicht als junges, sondern erst als etabliertes Unternehmen kommt.

Alle Infos zu diesem Text gibt es hier!

Neue Nachwuchskräfte für ElectronicPartner

Der August hat begonnen und das bedeutet Zuwachs für ElectronicPartner. In diesem Jahr begrüßt die Verbundgruppe sechs Auszubildende in der Zentrale und zwei am Logistikstandort Augsburg.

„Wir bieten jungen Menschen eine qualifizierte Ausbildung flankiert durch intensive, persönliche Betreuung. Unser Ziel ist es, ihnen eine optimale Grundlage für ihre berufliche Zukunft zu geben und wir freuen uns, wenn sie diese ebenfalls bei uns sehen“, erklärt ElectronicPartner Vorstand Karl Trautmann. In Düsseldorfer starten sechs neue Auszubildende in den Bereichen Groß- und Außenhandelsmanagement, Marketingkommunikation sowie Fachinformatik für Anwendungsentwicklung und Systemintegration. Am Standort Augsburg beginnen zwei künftige Fachlageristen ihre Laufbahn.

Sie alle haben nicht nur mit ihren Bewerbungsschreiben überzeugt, sondern auch bei den Vorstellungsgesprächen per Videokonferenz. „Besondere Zeiten erfordern ein besonderes Vorgehen – das gilt auch für unseren Recruiting-Prozess. Wir haben diesen bereits vor über einem Jahr neu strukturiert und setzen inzwischen komplett auf Vorstellungsgespräche per Video-Call“, erklärt Timo Stockem, Leiter des Bereichs Personal bei ElectronicPartner. „Dennoch war es uns wichtig, die neuen Azubis vor Ausbildungsbeginn einmal nach Düsseldorf einzuladen, damit sie sich die Zentrale ansehen und die Abteilungen sowie die Ausbilder kennenlernen konnten“, ergänzt er.

Die Resonanz auf die Ausschreibungen war schon zu Beginn des Bewerbungsprozesses sehr groß, vor allem IT-Berufe sind aktuell gefragt. Die Verbundgruppe freut sich besonders, in diesem Bereich seit langem auch wieder eine weibliche Auszubildende begrüßen zu können.

Bevor es mit der Ausbildung inhaltlich losgeht, erhalten die Berufsstarter die Gelegenheit, ElectronicPartner und die Menschen im Unternehmen kennenzulernen. Dies geschieht unter anderem in Schulungen und durch Teambuilding-Maßnahmen. Gleich in der ersten Woche erwarten die Auszubildenden drei Einführungstage mit Workshops, IT-Schulungen sowie einem Rundgang mit den Azubi-Paten.

„In der Folgezeit unterstützen wir die jungen Mitarbeiter dabei, eigene Ideen aktiv einzubringen, die Ausbildung selbst mitzugestalten und eigenverantwortlich an Projekten zu arbeiten“, so Timo Stockem. „Dazu gehört beispielsweise die ElectronicPartner Jahresveranstaltung. Bei der ersten virtuellen Messe im April 2021 waren unsere Auszubildenden mittendrin und haben eigenständig einen Großteil der digitalen Messestände ‚aufgebaut‘. Auch unser Neuzugang kann sich auf spannende Herausforderungen freuen“, fasst er zusammen.

ElectronicPartner freut sich über sechs neue Auszubildende in der Zentrale und zwei am Lagerstandort Augsburg. Während die Nachwuchskräfte in Bayern erst im September starten, erwartete die Düsseldorfer Azubis schon jetzt ein spannender Einstieg.

Rheinmetall: Rekordergebnis im ersten Halbjahr – Konzernumsatz wächst um rund 9%

Der Düsseldorfer Rheinmetall-Konzern untermauert seine strategische Neuaufstellung mit einem deutlichen Zuwachs beim Umsatz im ersten Halbjahr 2021 und einem neuen Rekordwert für ein erstes Halbjahr beim operativen Ergebnis. Vor allem dank einer deutlichen Erholung im Geschäft mit zivilen Produkten gelingt es dem Technologiekonzern, das operative Ergebnis gegenüber dem Vorjahr fast zu verdoppeln.

Gleichzeitig verzeichnet Rheinmetall auch im Geschäft mit den militärischen Kunden in Deutschland wie auch im Ausland wichtige Erfolge. Bei militärischen Fahrzeugen wurden im ersten Halbjahr wichtige Großaufträge im Wert von fast zwei Milliarden Euro akquiriert.

Erstmals legt Rheinmetall nach der strategischen Neuorientierung vom Jahresanfang nun Halbjahreszahlen vor, die nach der Aufhebung der bisherigen Spartentrennung die neue Struktur mit fünf Divisionen abbilden. Rheinmetall fokussiert sich in der neuen Aufstellung verstärkt auf zukunftsfähige Technologien und Geschäftsfelder mit großem Potenzial für eine nachhaltige Wertsteigerung. Das bisher betriebene Geschäft mit Klein- und Großkolben wird nicht fortgeführt und befindet sich in einem Verkaufsprozess.

Armin Papperger, Vorstandsvorsitzender der Rheinmetall AG: „Unser sehr gutes operatives Ergebnis zeigt, dass wir mit unserer Neuaufstellung als integrierter Technologiekonzern auf dem richtigen Weg sind. Wir sind in den Märkten erfolgreich und wir haben unsere Kosten gut im Griff. Beim operativen EBIT haben wir einen neuen Höchstwert für ein erstes Halbjahr erreicht. Das stimmt uns sehr zuversichtlich für die kommenden Monate und für das gesamte Geschäftsjahr 2021.“

Rheinmetall Konzern

Rheinmetall hat den Konzernumsatz im ersten Halbjahr 2021 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 210 MioEUR oder 8,9% auf 2.582 MioEUR gesteigert (Vorjahr: 2.372 MioEUR). Währungsbereinigt betrug das Umsatzwachstum 9,3%. Der Umsatzanstieg im Konzern resultiert im Wesentlichen aus der deutlichen Erholung der weltweiten Märkte.

Beim operativen Ergebnis verzeichnete der Rheinmetall-Konzern im ersten Halbjahr 2021 eine signifikante Verbesserung. Mit 191 MioEUR hat sich das Ergebnis – gemessen am Vorjahreswert von 96 MioEUR – nahezu verdoppelt. Neben der positiven Umsatzentwicklung resultierte diese Verbesserung insbesondere aus Kostensenkungsmaßnahmen, die das Management bereits im Jahr 2020 eingeleitet hat, um den negativen Auswirkungen der Corona-Pandemie entgegenzuwirken. Die operative Ergebnismarge hat sich gegenüber dem Vorjahr ebenfalls deutlich von 4,1% auf 7,4% verbessert.

Entsprechend positiv entwickelte sich auch das Ergebnis je Aktie für die fortgeführten Aktivitäten. Es stieg von 0,32 EUR im Vergleichszeitraum des Vorjahres auf nunmehr 2,50 EUR.

Der operative Free Cashflow hat sich im ersten Halbjahr 2021 um 342 MioEUR auf -46 MioEUR verbessert. Diese positive Entwicklung resultiert im Wesentlichen aus der Ergebnissteigerung sowie aus einem vergleichsweise geringen Aufbau von Working Capital.

Vehicle Systems

Der Umsatz in der Division Vehicle Systems, die im Bereich der militärischen Rad- und Kettenfahrzeuge tätig ist, lag im ersten Halbjahr 2021 mit 870 MioEUR um rund 4% unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Dies ist insbesondere auf das Auslaufen eines Projekts im Bereich der taktischen Fahrzeuge zurückzuführen. Dank drei neuer Großaufträge ist der Auftragseingang der Division gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 1.425 MioEUR auf 1.973 MioEUR stark gestiegen. Besonders ins Gewicht fällt hier ein Auftrag aus Großbritannien zur Modernisierung der Kampfpanzerflotte der Armee mit einem Volumen von rund 770 MioEUR, der im zweiten Quartal eingebucht wurde. Hinzu kamen Großaufträge der Bundeswehr über neue Pionierpanzer sowie über die Modernisierung von Puma-Schützenpanzern mit einem Gesamtvolumen von rund 800 MioEUR.

Damit erreichte der Auftragsbestand der Division zum 30. Juni 2021 mit 10,5 MrdEUR einen Rekordwert.

Das operative Ergebnis ist aufgrund des Umsatzrückgangs und des Produktmixes im ersten Halbjahr 2021 von 84 MioEUR im Vorjahreszeitraum um 19 MioEUR auf 65 MioEUR zurückgegangen. Die operative Marge belief sich auf 7,5%, nachdem sie im Vorjahreszeitraum 9,3% betragen hatte.

Weapon and Ammunition

Die Division Weapon and Ammunition erzielte mit ihren Aktivitäten bei Waffensystemen und Munition im ersten Halbjahr 2021 einen Umsatz von 471 MioEUR und übertraf damit den Vergleichswert des Vorjahres um 6%. Dieser Zuwachs resultiert im Wesentlichen aus höheren Munitionslieferungen an einen internationalen Kunden. Der Auftragseingang blieb mit 429 MioEUR hinter dem hohen Vergleichswert des ersten Halbjahres 2020 (624 MioEUR) zurück, der durch einen großen Einzelauftrag zur Lieferung von Artillerie-Treibladungen positiv beeinflusst war. Der Auftragsbestand belief sich zum Ende des ersten Halbjahres am 30. Juni 2021 auf 2,7 MrdEUR (30. Juni 2020: 2,4 MrdEUR).

Das operative Ergebnis der Division verbesserte sich im ersten Halbjahr 2021 von 15 MioEUR im Vorjahr um 32 MioEUR auf 47 MioEUR. Diese Ergebnissteigerung war maßgeblich durch den Umsatzanstieg und einen positiven Produktmixeffekt beeinflusst. Die operative Marge lag bei 10,0% (Vorjahr: 3,4%).

Electronic Solutions

Die Division Electronic Solutions, die Lösungen im Bereich der Verteidigungselektronik entwickelt und produziert, blieb mit einem Umsatz von 362 MioEUR um 9% hinter dem Wert des ersten Halbjahres 2020 zurück. Dies leitet sich im Wesentlichen aus dem Auslaufen eines Projekts im Bereich der Soldatensysteme für die Bundeswehr ab. Eine Aufwärtsentwicklung gab es beim Auftragseingang, er stieg von 426 MioEUR um 18 MioEUR auf 444 MioEUR. Dies entspricht einem Zuwachs von 4% gegenüber dem Vergleichswert des Vorjahres. Der Auftragsbestand der Division lag zum 30. Juni 2021 bei 2,4 MrdEUR (30. Juni 2020: 2,2 MrdEUR).

Trotz des Umsatzrückgangs erreichte das operative Ergebnis der Division aufgrund eines besseren Produktmixes mit 29 MioEUR das Niveau des Vorjahres. Die operative Marge verbesserte sich leicht von 7,3% im Vorjahreszeitraum auf 8,0% im ersten Halbjahr 2021.

Sensors and Actuators

Der Umsatz der Division Sensors and Actuators, die mit Komponenten und Regelsystemen zur Emissionsreduzierung und zum Thermomanagement aktiv ist, erhöhte sich um rund ein Drittel und erreichte 697 MioEUR im ersten Halbjahr 2021. Nach 521 MioEUR im Vorjahreszeitraum ist dies ein Zuwachs um 34%. Der Anstieg resultierte im Wesentlichen aus den im Vergleich zum pandemie-belasteten Vorjahreszeitraum wieder deutlich erhöhten Kundenabrufen. Gegenläufige Effekte ergaben sich im zweiten Quartal 2021 allerdings aus der weltweiten Verknappung von Elektronikkomponenten, die zu Produktionseinschränkungen bei wichtigen Kunden führten.

Das Booked Business für das erste Halbjahr 2021 – also das künftige Umsatzpotenzial aus Kunden-projekten basierend auf schriftlichen Vereinbarungen und Rahmenverträgen – blieb mit 951 MioEUR leicht unter dem Vorjahresvergleichswert von 982 MioEUR. Von den Beauftragungen entfielen je rund die Hälfte auf neue Projekte sowie auf Verlängerungen bzw. Volumenerhöhungen bei laufenden Projekten.

Das operative Ergebnis der Division verbesserte sich im ersten Halbjahr 2021 im Vorjahresvergleich deutlich von -16 MioEUR auf 51 MioEUR. Dies entspricht einem Zuwachs von 67 MioEUR. Diese Ergebnissteigerung ist zum einen auf das Umsatzwachstum und zum anderen auf die im Zuge der Corona-Pandemie eingeführten Maßnahmen zur Kostensenkung zurückzuführen. Entsprechend erhöhte sich die operative Marge auf 7,3%, nach -3% im Vorjahreszeitraum.

Materials and Trade

Auch die Division Materials and Trade, die Gleitlager und Strukturbauteile liefert und das weltweite Aftermarket-Geschäft betreibt, hat ihren Umsatz im ersten Halbjahr 2021 um rund ein Drittel steigern können. Das Geschäftsvolumen der Division erhöhte sich auf 320 MioEUR, nach 243 MioEUR im ersten Halbjahr 2020. Der Zuwachs beträgt damit 32% gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Das Booked Business wuchs im ersten Halbjahr 2021 auf 327 MioEUR und verzeichnete damit einen Anstieg um 18% gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Anteil neuer Kundenprojekte am gebuchten Geschäft lag bei über 90%.

Das operative Ergebnis der Division hat sich mit 27 MioEUR im ersten Halbjahr 2021 gegenüber dem durch die COVID19-Krise belasteten Vorjahreszeitraum deutlich erhöht. Im ersten Halbjahr 2020 belief es sich auf 3 MioEUR. Die operative Marge stieg auf 8,5% (Vorjahr: 1,2%).

Ausblick für 2021 wird bestätigt

Vor dem Hintergrund der nach wie vor bestehenden Unsicherheiten im makroökonomischen Umfeld und im Hinblick auf die Situation auf den Beschaffungsmärkten bestätigt Rheinmetall die in der Quartalsmitteilung zum ersten Quartal 2021 an die neue Berichtsstruktur angepasste Prognose für das Geschäftsjahr 2021.

Für das Gesamtjahr 2021 erwartet Rheinmetall demzufolge ein operatives Umsatzwachstum für die fortgeführten Aktivitäten zwischen 7% und 9% (Pro-forma-Umsatz 2020: 5.406 MioEUR). Bei der operativen Ergebnisrendite prognostiziert Rheinmetall für die fortgeführten Aktivitäten eine Renditespanne zwischen 9% und 10% (Pro-forma-Ergebnisrendite 2020: 8,4%).