Tarifverhandlungen in der chemischen Industrie: der Zeitdruck steigt!

Matthias Bürk Foto: Ivgenia Möbus

(cs) Die Chemie-Tarifrunde steuert auf eine entscheidende Phase zu – doch eine Lösung ist weiter nicht in Sicht. Auch die zweite bundesweite Verhandlungsrunde ist ohne Ergebnis geblieben. Für rund 1.700 Betriebe mit etwa 585.000 Beschäftigten bedeutet das: Verlängerung statt Abschluss. Während die Branche mit hohen Energiekosten, Produktionsrückgängen und Stellenabbau ringt, prallen die Vorstellungen von Arbeitgebern und Gewerkschaft hart aufeinander. Die nächste Chance auf einen Durchbruch bietet sich am 24. und 25. März im rheinland-pfälzischen Bad Breisig – dann geht der Tarifkonflikt in die dritte Runde.

Die Auseinandersetzung zwischen dem Arbeitgeberverband Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) und der Gewerkschaft Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE) steht unter schwierigen Vorzeichen. Die Chemie- und Pharmabranche – nach Automobil- und Maschinenbau die drittgrößte Industriebranche Deutschlands – kämpft mit hohen Energiekosten, schwacher Nachfrage und anhaltendem Wettbewerbsdruck.

Arbeitgeber fordern „Atempause“

Aus Sicht der Arbeitgeber haben sich die Rahmenbedingungen grundlegend verändert. BAVC-Verhandlungsführer Matthias Bürk spricht von einer Branche im Krisenmodus: Nach einem Produktionseinbruch von rund 20 Prozent, historisch niedriger Auslastung und Stellenabbau gebe es „keine Zuwächse, die wir verteilen können“. Stattdessen gehe es darum, die Lasten der Krise fair zu verteilen.

Mit dem Tarifabschluss 2024 seien die Unternehmen bereits in Vorleistung gegangen. Nun brauche es eine „tarifpolitische Atempause“, um die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland zu stärken. Ein „Weiter so“ sei angesichts der wirtschaftlichen Lage keine Option. Man werde jedoch weiter konstruktiv an einem Kompromiss arbeiten.

BAVC-Verhandlungsführer Matthias Bürk: „In der Industrie haben sich die Rahmenbedingungen für Tarifpolitik fundamental verändert. Anders als über Jahrzehnte gewohnt, gibt es derzeit keine Zuwächse, die wir verteilen können. Im Gegenteil: Im Zentrum der Verhandlungen steht, wie wir die Lasten der Krise fair verteilen. Nachdem die Arbeitgeber mit dem Tarifabschluss 2024 massiv in Vorleistung gegangen sind, ist es nun vor allem an der IGBCE, sich zu bewegen. Die Unternehmen brauchen jetzt eine tarifpolitische Atempause, um sich so gut wie möglich neu aufzustellen.“

Gewerkschaft pocht auf Kaufkraft und Jobsicherheit

Die IGBCE weist das Arbeitgeberangebot als unzureichend zurück. Es sei „noch zu weit von den Sorgen und der Lebensrealität der Beschäftigten entfernt“, erklärte IGBCE-Verhandlungsführer Oliver Heinrich. Die Gewerkschaft fordert eine spürbare Erhöhung der Einkommen für Tarifbeschäftigte und Auszubildende sowie verbindliche Instrumente zur Beschäftigungssicherung.

Branche zwischen Krise und Gewinnzonen

Die wirtschaftliche Lage der Branche ist gespalten. Während Teile der Pharmaindustrie wachsen, leidet die klassische Chemieproduktion unter hohen Energiepreisen und schwacher Industriekonjunktur. Große Unternehmen haben Sparprogramme aufgelegt und Stellenabbau angekündigt, teilweise wurden Anlagen geschlossen.

Nach Angaben des Branchenverbands Verband der Chemischen Industrie (VCI) setzte die Chemie- und Pharmaindustrie 2025 rund 220 Milliarden Euro um. Doch die Zahlen verdecken die strukturellen Probleme in energieintensiven Bereichen. Bürk betont: „Wir müssen weiter verhandeln, um den Graben von beiden Seiten zuzuschütten. Am Ende brauchen wir einen Tarifabschluss, mit dem unsere Branche wettbewerbsfähiger wird.“ Nun gelte es, kühlen Kopf zu bewahren. „Wir werden weiter konstruktiv an einem Kompromiss arbeiten. Beide Seiten sind in der Pflicht, für Fortschritte in den Verhandlungen zu sorgen.“

Graben bei Kernfrage der Wettbewerbsfähigkeit

Im Kern dreht sich der Konflikt um die Frage, welchen Beitrag die Tarifparteien zur Wiedergewinnung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit leisten sollen. Die Arbeitgeber setzen auf Lohnzurückhaltung und flexible Lösungen. Die Gewerkschaft verweist auf profitable Teilbranchen und geplante Dividenden und fordert eine Beteiligung der Beschäftigten an wirtschaftlichen Erfolgen.

Ob in Bad Breisig der Durchbruch gelingt? Klar ist: Die Tarifrunde 2026 wird zur Richtungsentscheidung für einen Industriezweig, der zwischen Transformationsdruck und globalem Wettbewerb um seine Zukunft ringt. Der aktuelle Tarifvertrag läuft Ende Februar aus – der Zeitdruck steigt.

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Screenshot

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Geschäftsklima der Metall- und Elektroindustrie unverändert im Rezessionsbereich

Oliver Zander Foto: Gesamtmetall

(ud) Das vom ifo-Institut für Gesamtmetall monatlich erhobene Geschäftsklima für die Unternehmen der Metall- und Elektro-Industrie (M+E-Industrie) blieb im Februar 2026 unverändert bei minus 10 Punkten (Januar: minus 10 Punkte). Die aktuelle Lage wurde mit minus 14 Punkten kaum besser als im Januar (minus 16 Punkte) bewertet.

Die Erwartungen für das kommende Halbjahr gaben sogar leicht auf minus 6 Punkte nach (Januar: minus 5 Punkte). Damit befinden sich die zentralen Stimmungsindikatoren für die mit knapp 3,8 Millionen Beschäftigten größte deutsche Industriebranche unverändert im Rezessionsbereich. Lichtblicke gab es zwar durch verbesserte Produktions- und Exportpläne. Allerdings bewerteten die M+E-Unternehmen ihre Auftragsbestände mehrheitlich weiter sehr negativ.

Gesamtmetall-Hauptgeschäftsführer Oliver Zander: „Die Stimmung der M+E-Unternehmen ist unverändert schlecht. Der Stabilisierung fehlt es an Breite, da die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts weiter massiv unter Druck steht. Die Bundesregierung muss das Reformtempo deutlich erhöhen. Die sofortige Stabilisierung der Sozialabgaben und dann deren baldige Absenkung auf 40 Prozent sind unverzichtbar. Zudem brauchen die Unternehmen eine wirkliche Entlastung von Bürokratie, insbesondere indem der deutsche Sonderweg im Lieferkettengesetz endlich verlassen und das Bundestariftreuegesetz gestoppt wird. Stattdessen müssen Verabredungen aus dem Koalitionsvertrag, z. B. die Einführung der Wochenarbeitszeit ohne Tarifvorbehalt und die Absicherung der Vertrauensarbeitszeit ohne Arbeitszeitaufzeichnung, endlich kommen. Hier muss die Bundesarbeitsministerin endlich liefern. Denn ohne eine stabile Wirtschaft gibt es auch keine stabile Regierung.“

Düsseldorfer IST-Hochschule für Management zur beliebtesten Fernhochschule gewählt

An der Erkrather Straße wird gefeiert. Foto: IST

(cs) Haben Sie sich während der Winterolympiade manchmal die Lebensläufe unserer Spitzensportler angeschaut oder in ihre Insta-Profile geblinzelt? Dann ist Ihnen vermutlich aufgefallen, dass einige von Ihnen an der Düsseldorfer IST-Hochschule, einem Mitglied unserer Unternehmerschaft, studieren oder studierten. Beispielsweise Rennrodlerin und Olympiasiegerin Julia Taubitz.

Und jetzt gibt es an der Erkrather Straße, dem Sitz der IST-Hochschule, etwas zu feiern: Beim renommierten FernstudiumCheck-Award hat die IST-Hochschule für Management den 1. Platz belegt. Damit zählt sie offiziell zu den beliebtesten und bestbewerteten Fernstudienanbietern Deutschlands.

Grundlage der Auszeichnung sind mehr als 12.000 Bewertungen, die im Kalenderjahr 2025 auf der Plattform abgegeben wurden. Berücksichtigt wurden ausschließlich geprüfte und veröffentlichte Erfahrungsberichte von Studierenden. Der Award zeichnet Fernhochschulen und Fernstudienanbieter aus, die besonders häufig weiterempfohlen und positiv bewertet werden.

Doch damit nicht genug: Auch beim Portal Fernstudium Direkt sicherte sich die Hochschule 2026 erneut eine Spitzenplatzierung. Dort wurde sie mit dem 2. Platz als „Exzellenter Anbieter“ ausgezeichnet.

„Diese Auszeichnungen basieren auf den echten Bewertungen unserer Studierenden und sind damit ein direktes Feedback zu deren Zufriedenheit“, erklärt Katrin Gessner-Ulrich, Präsidentin der IST-Hochschule. Besonders gewürdigt würden demnach die qualitativ hochwertigen Studienangebote sowie die persönliche und freundliche Betreuung.

Serie von Auszeichnungen

Die aktuellen Ehrungen reihen sich in eine ganze Serie weiterer Preise ein, die die Düsseldorfer Hochschule in den vergangenen Monaten erhalten hat. So wurde sie unter anderem beim PLUS X AWARD als eine der „Besten Fernschulen Deutschlands“ ausgezeichnet.

Beim „Deutschen Bildungsaward 2025/2026“, vergeben von ntv und dem Deutsches Institut für Service-Qualität, erhielt sie ebenfalls eine Ehrung. Hinzu kommen die Auszeichnung „Beste Anbieter Weiterbildung 2025/26 – Kategorie Duales Studium“ des stern sowie – bereits zum siebten Mal in Folge – das Siegel „TOP Anbieter für Weiterbildung 2026“ des Focus.

Für Gessner-Ulrich sind die wiederholten Auszeichnungen Freude und Verpflichtung zugleich: „Wir bedanken uns herzlich bei allen Studierenden für ihr Vertrauen und ihre Bewertungen. Sie sind uns Ansporn, unseren Studierenden auch weiterhin ein modernes, flexibles und praxisnahes Studium sowie eine verlässliche Betreuung auf hohem Niveau zu bieten.“

Die IST-Hochschule bietet Studiengänge unter anderem in den Bereichen Sport & Management, Tourismus & Hospitality, Fitness & Gesundheit sowie Kommunikation & Wirtschaft an und setzt dabei konsequent auf flexible Fernstudienmodelle.

Premiere an unserem Flughafen: Teileröffnung der neuen Lounge

Geglückte Teileröffnung: Die Airport-Geschäftsführer Pradeep Pinakatt und Lars Redeligx (oben) begrüßten die ersten Gäste der neuen DUS Rhein Lounge. Fotos: Flughafen Düsseldorf / Frederic Scheidemann

(cs) Die Flughafen-Geschäftsführer Lars Redeligx und Pradeep Pinakatt eröffneten jetzt im Flugsteig B die neue „DUS Rhein Lounge“. Insgesamt investiert der Airport rund sieben Millionen Euro in die Modernisierung seiner Loungebereiche.

„Schon jetzt ist unsere neue Rhein Lounge ein Ort, der ein völlig neues Flughafenerlebnis bietet“, sagte Redeligx bei der Eröffnung. Der Anspruch: „Destination of Excellence“ – Qualität bis ins Detail, starker Service und eine sichtbare Verankerung in der Region.

320 Quadratmeter mit Rheinblick-Atmosphäre

Zunächst ist die obere Ebene der Lounge zugänglich – rund 320 Quadratmeter von insgesamt geplanten 935 Quadratmetern. Helle, warme Farben, klare Linien und hochwertige Materialien prägen das Bild. Besonders ins Auge fallen die komfortablen Möbel des Designers Walter Knoll, die sowohl Rückzugsorte zum Arbeiten als auch kommunikative Bereiche schaffen.

Kunst und Gestaltung greifen immer wieder das Leitmotiv des Rheins auf. Die Räume wirken offen, zugleich strukturiert. Licht- und Akustikkonzept sorgen für eine angenehme Atmosphäre – fernab vom Trubel des Terminals.

Kulinarik ohne klassisches Buffet

Auch beim gastronomischen Konzept geht der Flughafen neue Wege. Statt Selbstbedienungsbuffet erwartet die Gäste eine kuratierte Auswahl von rund 20 Speisen. Vier Linien strukturieren das Angebot: „Green Corner“, „Heimatliebe“, „Fernweh“ und „Aktion“. Vegetarische und laktosefreie Optionen sind selbstverständlich integriert.

Per QR-Code können Gäste die digitale Karte direkt am Platz aufrufen und sich durch Menüempfehlungen leiten lassen. Der Service bringt die Speisen an den Tisch – ein Konzept, das eher an ein modernes Restaurant als an eine klassische Flughafenlounge erinnert.

Terrasse mit Vorfeldblick als neuer Hotspot

Ein besonderes Highlight soll im Frühjahr folgen: Mit den ersten warmen Sonnenstrahlen öffnet die 130 Quadratmeter große Terrasse mit freiem Blick aufs Vorfeld. Schon jetzt wird sie intern als einer der künftigen Instagram-Hotspots der Stadt gehandelt.

Im Sommer steht dann die vollständige Eröffnung an – inklusive der 485 Quadratmeter großen Fläche auf der unteren Ebene.

Zugang ab 49 Euro

Der Zugang zur DUS Rhein Lounge kostet 49 Euro pro Person und kann direkt über die Website des Flughafens gebucht werden. Auch verschiedene Airlines wie Air France, KLM oder Condor haben die Lounge in ihre Tarifmodelle integriert. Zudem ist sie Teil verschiedener Priority-Pass-Programme. Wer im Premium-Parkbereich P1 parkt, erhält den Loungezugang inklusive.

Neu in unserem Bildungs-BLOG: Warum wir immer noch kein Pflichtfach Technik an unseren Schulen haben

Foto: zdi düsseldorf

(cs) Deutschland versteht sich als Industrienation, als Exportweltmeister, als Hightech-Standort. Doch ausgerechnet bei der systematischen technischen Bildung in den Schulen leistet sich das Land eklatante Defizite. Für das Gelingen des Geschäftsmodells der deutschen Wirtschaft ist die Verfügbarkeit gut ausgebildeter Fachkräfte im technischen Bereich von zentraler Bedeutung – und dennoch fehlt ein flächendeckendes Pflichtfach Technik an weiterführenden Schulen. Die entscheidende Frage lautet nicht mehr, ob wir Technikunterricht verpflichtend einführen sollten – sondern warum wir es uns immer noch leisten, darauf zu verzichten. In unserem Bildungs-BLOG suchen wir nach Antworten (hier bitte klicken!)

Unternehmer schlagen Alarm: „Sieben Jahre ohne Wachstum“

Screenshot: Johannes Pöttering/Instagram

(cs) „Die Lage ist dramatisch.“ Arndt G. Kirchhoff, Präsident der Landesvereinigung der Unternehmensverbände Nordrhein-Westfalen, findet klare Worte in der traditionellen Aschermittwochs-Pressekonferenz in Düsseldorf. Die Wirtschaft in Deutschland steckt in einer schweren Krise. Seit 2019 ist die Wirtschaft real nicht mehr gewachsen. Das sagen die Unternehmer in Nordrhein-Westfalen.

Industrie in NRW besonders betroffen

Nach Angaben der Unternehmer sind die Investitionen seit 2018 um elf Prozent gesunken. In Nordrhein-Westfalen sei die Industrieproduktion seitdem um 20 Prozent zurückgegangen. Auch die Zahl der Arbeitsplätze in der Industrie sei um sechs Prozent gesunken. Monatlich verliere die NRW-Industrie mehr als 2.800 Stellen. Kirchhoff sagt: Das sei kein normales Konjunktur-Problem. Es sei ein Politik-Problem. Deutschland habe viele Jahre wirtschaftlichen Aufschwung nicht genutzt, um wichtige Reformen umzusetzen. Jetzt zeigten sich die Folgen.

Arnd Kirchhoff. Screenshot: Johannes Pöttering/Instagram

Forderung nach Reformen in Berlin und Brüssel

Die Unternehmer fordern schnelle und tiefgreifende Reformen – in Düsseldorf, Berlin und Brüssel. Mit Blick auf Europa betont Kirchhoff: Die Europäische Union müsse geschlossen auftreten, gerade in schwierigen Zeiten. Er verweist auf die Handelspolitik des früheren US-Präsidenten Donald Trump. Nur ein starkes Europa könne auf Zölle oder Drohungen angemessen reagieren. Kritisch äußerte sich Kirchhoff zum Abstimmungsverhalten im Europäischen Parlament beim geplanten Handelsabkommen mit den Mercosur-Staaten. Auch die AfD griff er scharf an. Sie habe mit ihrem Verhalten deutschen Interessen geschadet und zeige eine europafeindliche Haltung.

Kritik an der Sozialpolitik

In Berlin richtet Kirchhoff seinen Appell an SPD und CDU sowie an die CSU. Er fordert Reformen in der Kranken- und Rentenversicherung. Jedes Jahr gingen rund 400.000 Menschen mehr in Rente, als neu in den Arbeitsmarkt einträten. Das sei einfache Mathematik, sagt er. Zugleich kritisiert er die Debattenkultur in der Sozialpolitik:
„Hört auf mit der Klassenkampf-Rhetorik“, fordert Kirchhoff. Viele Vorschläge würden reflexartig empört zurückgewiesen. Das helfe nicht weiter.

Screenshot: Johannes Pöttering/Instagram

Streit um Erbschaftsteuer und Unternehmenssteuern

Besonders kritisch sieht Kirchhoff einen Vorschlag aus der SPD zur Reform der Erbschaftsteuer. Er warnt: Davon wären vor allem Familienunternehmen betroffen. Gerade diese Betriebe seien wichtig für Arbeitsplätze und Wertschöpfung. Deutschland sei ohnehin ein Hochsteuerland. Deshalb begrüßt Kirchhoff den Vorschlag von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche, die Körperschaftsteuer schneller zu senken.

Warnung vor frühem Wahlkampf in NRW

Mit Blick auf die Landtagswahl 2027 in Nordrhein-Westfalen warnt Kirchhoff davor, jetzt schon in den Wahlkampfmodus zu gehen. Angesichts der schwierigen Wirtschaftslage müsse die Politik sich auf Reformen konzentrieren. Positiv bewertet er Schritte zum Bürokratieabbau, etwa Vereinfachungen im Planungsrecht und bei Bauvorschriften. Zugleich kritisiert er neue Regelungen wie das geplante Tarifentgeltsicherungsgesetz. Das schaffe zusätzliche Bürokratie.

Infrastruktur als Schlüssel

Auch bei Verkehr und Infrastruktur sieht Kirchhoff Handlungsbedarf. Brücken, Straßen, Kanäle und Schleusen müssten schneller saniert und ausgebaut werden. Er begrüßt, dass zusätzliche Mittel in die Infrastruktur fließen sollen. Gleichzeitig fordert er, dass der Bund mehr Geld in wichtige Verkehrswege im Westen Deutschlands investiert.

Das wird jetzt wichtig

Die Unternehmer in Nordrhein-Westfalen sehen Deutschland in einer tiefen Strukturkrise. Sie fordern weniger Bürokratie, niedrigere Steuern, Reformen bei Sozialversicherungen und eine starke europäische Wirtschaftspolitik. Präsident Kirchhoff macht deutlich: Ohne grundlegende Reformen drohten weitere Arbeitsplatzverluste – und ein weiterer Verlust an Wettbewerbsfähigkeit.

Quelle: unternehmer nrw

Nordrhein-Westfalen plant neues Zentrum für Verteidigungstechnologie

Screenshot: Rheinmetall Instagram

(cs) Unser Bundesland reagiert auf die veränderte Sicherheitslage in Europa. Das Land will mehr für die eigene Verteidigungsfähigkeit tun. Dafür plant es ein neues Technologie- und Entwicklungszentrum: das Production Launch Centre Defence (PLCD). Mit diesem Zentrum übernimmt Nordrhein-Westfalen Verantwortung in einer Zeit, die oft als „Zeitenwende“ bezeichnet wird. Gemeint ist: Deutschland und Europa müssen sich besser schützen können.

Was ist das Ziel?

Das PLCD soll Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Start-ups enger zusammenbringen. Gemeinsam sollen sie neue Technologien für die Sicherheit und Verteidigung entwickeln. Dabei geht es zum Beispiel um Anforderungen der Bundeswehr und der NATO. Wichtig ist: Im Mittelpunkt stehen konkrete Projekte. Es geht nicht nur um Forschung im Labor, sondern um Lösungen, die schnell genutzt und produziert werden können.

Was sagt die Landesregierung?

Mona Neubaur, stellvertretende Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen, sagt: Die Zeitenwende sei kein Schlagwort, sondern ein klarer Auftrag zu handeln. Wer Frieden sichern wolle, müsse auch in Verteidigung investieren. Innovationen aus Forschung und Industrie müssten schneller einsatzbereit werden. Nordrhein-Westfalen habe starke Unternehmen, gute Forschung und viele Fachkräfte. Mit dem PLCD solle Europa technologisch unabhängiger und widerstandsfähiger werden.

Wer macht mit?

Das Zentrum wird vom Wirtschaftsministerium des Landes geplant – gemeinsam mit Partnern aus der Industrie.

Zu den ersten Kernpartnern gehören:

  • Rheinmetall

  • Mubea

  • Lockheed Martin

Diese Unternehmen haben zusammen mit Ministerin Neubaur am Rande der Münchener Sicherheitskonferenz eine Absichtserklärung unterschrieben.

Stimmen aus der Industrie

Der Vorstandschef von Rheinmetall, Armin Papperger, erklärt: Das neue Zentrum soll helfen, schneller von der Entwicklung zur Serienproduktion zu kommen. Nordrhein Westfalen könne sich so als wichtiger Standort für Verteidigungstechnologie in Europa etablieren.

Auch Dennis Goege von Lockheed Martin betont: Die Zusammenarbeit stärke die Industrie in Europa und den USA. Das helfe auch der Bundeswehr und der NATO.

Felix Muhr von Mubea sagt: Die Initiative unterstütze Unternehmen dabei, Innovationen schneller für die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie nutzbar zu machen – jetzt und in Zukunft.

Was bedeutet das für Nordrhein-Westfalen?

Für das Land bringt das Projekt:

  • neue Investitionen

  • mehr Hightech-Arbeitsplätze

  • bessere Chancen für Start-ups und mittelständische Unternehmen

  • stärkere internationale Sichtbarkeit

Das PLCD soll eine offene Plattform sein. Auch kleine und mittlere Unternehmen sollen leichter an sicherheitsrelevanten Projekten teilnehmen können. Nordrhein-Westfalen will seine industrielle Stärke nutzen, um die Verteidigungsfähigkeit Deutschlands und Europas zu stärken. Mit dem Production Launch Centre Defence entsteht ein neues Zentrum, das Forschung, Wirtschaft und Sicherheit enger verbinden soll. Ziel ist mehr Sicherheit – und zugleich neue wirtschaftliche Chancen für das Land.

Podcast-Episode 194: Warum „Personal Branding“ für uns immer wichtiger wird und was ein „gutes Foto“ damit zu tun hat

Foto: CS

(cs) Heute sprechen wir in unserer neusten Podcast-Episode über ein Thema, das oft mit Influencern und Social Media in Verbindung gebracht wird – aber in Wahrheit uns alle betrifft: Personal Branding. Oder anders gesagt: Der Mensch als Marke.
Denn ganz gleich, ob Unternehmerin, Führungskraft, Mitarbeiter oder Auszubildende – wir alle wirken. Mit unserer Haltung, unserer Kommunikation, unserer Präsenz. Und genau daraus entsteht eine persönliche Marke. Nicht künstlich konstruiert, sondern authentisch gelebt.
Gerade für Unternehmen ist das spannender denn je: Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind nicht nur Teil des Betriebs – sie verkörpern unsere Werte, unsere Kultur und unsere Markenidentität. Sie sind Botschafter nach innen und außen. Und die Frage ist: Wie sichtbar, wie klar und wie professionell treten wir dabei eigentlich auf?
Ein entscheidender Faktor dabei ist die visuelle Kommunikation – insbesondere professionelle Fotografie. Bilder transportieren Persönlichkeit in Sekundenbruchteilen. Sie schaffen Vertrauen, Nähe und Wiedererkennung. Ein starkes Porträt kann Kompetenz ausstrahlen, Haltung zeigen und Geschichten erzählen – noch bevor das erste Wort gesprochen ist.
Wie also gelingt authentisches Personal Branding?
Wo liegt die Grenze zwischen Inszenierung und Echtheit?
Und warum ist professionelle Fotografie weit mehr als „nur ein schönes Bild“?
Darüber sprechen wir heute mit unserem Gast: Kommunikationsexperte Frank Wiedemeier. Er begleitet seit vielen Jahren Unternehmen und Persönlichkeiten dabei, ihre Marke klar zu positionieren und sichtbar zu machen.
Überall da, wo Sie Ihre Lieblings-Podcasts hören und hier: www.unternehmerschaft.de/podcast

Durchbruch in Düsseldorf für die Seasnake: Schweden kauft neues Waffensystem

 

(cs) Schweden hat ein neues Waffensystem für seine Marine bestellt. Es geht um die „Seasnake 30“ des Düsseldorfer Unternehmens Rheinmetall. Für das Unternehmen ist das ein wichtiger Erfolg: Zum ersten Mal kauft ein Mitglied der NATO dieses System.

Acht Systeme für schnelle Boote

Schweden hat acht Waffensysteme vom Typ „Seasnake 30“ bestellt. Sie sollen auf neuen schnellen Militärbooten eingesetzt werden. Diese Boote heißen Combat Boat 90. Der Auftrag hat einen Wert von rund 63 Millionen Euro. Er wurde im Februar 2026 gebucht. Das erste System soll bis Februar 2028 geliefert werden.

Im Vertrag ist noch mehr enthalten:

  • spezielle Airburst-Munition (explodiert in der Luft),

  • Übungsmunition im Kaliber 30 Millimeter,

  • Ersatzteile,

  • Service und Wartung.

Der Vertrag läuft in diesem Bereich vier Jahre. Außerdem kann Schweden später bis zu 29 weitere Systeme bestellen.

Was kann die Seasnake 30?

Die „Seasnake 30“ ist ein modernes, fernbedienbares Geschütz für Schiffe. Das bedeutet: Soldaten müssen nicht direkt an der Waffe stehen.

Das System hat:

  • Kameras für den Tag,

  • Infrarot-Sensoren für die Nacht,

  • einen Laser, der die Entfernung misst.

Die Waffe erkennt Ziele automatisch und kann mehrere Ziele gleichzeitig verfolgen. Die Kanone schafft bis zu 1.100 Schuss pro Minute. Besonders wichtig ist die sogenannte Airburst-Funktion. Dabei explodiert die Munition in der Luft. Das ist zum Beispiel nützlich, um Drohnen abzuwehren. Außerdem ist die Seasnake 30 kompakt gebaut und schwer zu erkennen. Das kann im Einsatz ein Vorteil sein.

Bedeutung für Rheinmetall und die NATO

Mit dem Auftrag aus Schweden erreicht Rheinmetall einen wichtigen Schritt. Die Seasnake 30 wird zum ersten Mal bei einem NATO-Mitglied eingesetzt. Für Schweden ist das ebenfalls bedeutend. Das Land ist erst seit Kurzem Mitglied der NATO und baut seine Verteidigung weiter aus. Der Auftrag zeigt: Schweden setzt auf moderne Technik für seine Marine. Und Rheinmetall stärkt seine Rolle als wichtiger Partner für die Verteidigung auf See.