Tarifkonflikte spitzen sich zu: Zähe Verhandlungen im Großhandel, Eskalation im Einzelhandel – schwierige Vorzeichen für die Metallindustrie

Lena, Mitarbeiterin der Arbeitgeberverbände in Düsseldorf, schaut sich das neue Infomaterial im Rahmen der kommenden Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie an. Foto: Christoph Sochart

(cs) Die Tariflandschaft in Deutschland bleibt angespannt. Während im nordrhein-westfälischen Groß- und Außenhandel auch die vierte Verhandlungsrunde ohne Ergebnis endete, verschärft sich der Konflikt im Einzelhandel erheblich. Gleichzeitig richten sich die Blicke bereits auf die anstehenden Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie, die vor dem Hintergrund eines anhaltenden Beschäftigungsabbaus unter besonders schwierigen wirtschaftlichen Vorzeichen beginnen werden.

Groß- und Außenhandel NRW: Annäherung ohne Abschluss

In Düsseldorf kamen Arbeitgeber und Gewerkschaft zur vierten Tarifverhandlung für den Groß- und Außenhandel in Nordrhein-Westfalen zusammen. Beide Tarifparteien stiegen zügig in rund vierstündige Sondierungsgespräche ein, um Möglichkeiten für einen Tarifabschluss auszuloten.

Trotz intensiver Bemühungen beider Seiten konnte jedoch keine Einigung erzielt werden. Nach Angaben der Arbeitgeber verliefen die Gespräche in einer sachlichen, ruhigen und konstruktiven Atmosphäre. Ein gemeinsames Ergebnis sei jedoch an den weiterhin deutlich auseinanderliegenden Positionen gescheitert.

Aus Sicht der Arbeitgeber hält die Gewerkschaft ver.di unverändert an Entgelterhöhungen fest, deren finanzielles Volumen angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Lage für die Unternehmen nicht tragbar sei. Der nächste Verhandlungstermin wurde für den 31. August 2026 vereinbart.

Einzelhandel: Verhandlungen ausgesetzt, Streits eskalieren

Noch deutlich konfliktgeladener präsentiert sich die Lage im Einzelhandel. Die Arbeitgeber haben die laufenden Tarifverhandlungen in Bayern, Rheinland-Pfalz, dem Saarland sowie Berlin-Brandenburg vorerst abgesagt.

Als Begründung führen sie an, der ver.di-Bundesvorstand habe eine zuvor in Baden-Württemberg erzielte Verständigung unterlaufen. „Unter diesen Voraussetzungen sehen wir derzeit keine Grundlage für zielführende Verhandlungen in Bayern“, erklärte Verbandssprecher Bernd Ohlmann.

Ver.di weist diesen Vorwurf zurück. Eine Sprecherin betonte, es gebe keinen entsprechenden Beschluss des Bundesvorstands. Zudem sei der in Baden-Württemberg erreichte Sondierungsstand aus Sicht der Gewerkschaft nicht ausreichend, um in den Tarifgebieten zu einem Abschluss zu kommen.

Der bayerische ver.di-Verhandlungsführer Thomas Gürlebeck sprach von einem „Skandal“ und kündigte eine Ausweitung der Warnstreiks an. Bereits in den vergangenen Wochen hatten bundesweit zahlreiche Beschäftigte die Arbeit zeitweise niedergelegt.

Inhaltlich liegen beide Seiten ebenfalls noch deutlich auseinander. Ver.di fordert eine Entgelterhöhung von sieben Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Arbeitgeber bieten bislang 3,5 Prozent bei einer Laufzeit von 24 Monaten an. Sie verweisen darauf, bereits in der zweiten Verhandlungsrunde ein deutlich verbessertes Angebot vorgelegt zu haben, um ihre Bereitschaft zu einem Tarifabschluss trotz der historisch schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Branche zu unterstreichen.

Metall- und Elektroindustrie: Tarifrunde vor schwieriger Ausgangslage

Mit Sorge blickt die Industrie zudem auf die im Frühherbst beginnende Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben sich zuletzt weiter verschlechtert.

Nach den aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes waren im Mai 2026 noch 3,736 Millionen Menschen in der Metall- und Elektroindustrie beschäftigt. Das sind 100.800 Beschäftigte beziehungsweise 2,6 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Saisonbereinigt gingen gegenüber April weitere 5.700 Arbeitsplätze verloren. Damit setzt sich der Beschäftigungsabbau seit nahezu zweieinhalb Jahren ununterbrochen fort.

Seit 2019 hat die Branche insgesamt rund 327.000 Arbeitsplätze verloren – ein Rückgang um acht Prozent. Gleichzeitig ist die Produktion im selben Zeitraum um rund 15 Prozent gesunken.

Gesamtmetall-Hauptgeschäftsführer Oliver Zander bezeichnete die Entwicklung als dramatisch. Jeder verlorene Arbeitsplatz bedeute weniger Wohlstand, geringere Zukunftsperspektiven, sinkende Steuereinnahmen und zusätzlichen Druck auf die Sozialversicherungen. Ursache seien vor allem hohe Standortkosten und übermäßige Bürokratie, die Investitionen in Deutschland zunehmend unattraktiv machten. Zander forderte deshalb umfassende Reformen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandorts Deutschland.

Tarifherbst mit hohem Konfliktpotenzial

Die Entwicklungen in den verschiedenen Branchen zeigen ein einheitliches Bild: Gewerkschaften verweisen auf den Nachholbedarf bei den Einkommen und fordern deutliche Lohnsteigerungen, während Arbeitgeber angesichts einer schwachen Konjunktur, hoher Kosten und rückläufiger Beschäftigung vor einer Überforderung der Unternehmen warnen.

Ob im Groß- und Außenhandel, im Einzelhandel oder in der Metall- und Elektroindustrie – die Tarifauseinandersetzungen dürften die Arbeitsbeziehungen in den kommenden Monaten maßgeblich prägen. Vieles spricht dafür, dass der Tarifherbst 2026 zu den konfliktträchtigsten der vergangenen Jahre werden könnte.

Was bedeutet Künstliche Intelligenz für meine eigene berufliche Zukunft?

(cs) Was bedeutet KI eigentlich für meine eigene Zukunft im Beruf? Diese Frage beschäftigt derzeit viele Menschen. Vielleicht sogar mehr als jede andere Frage rund um Künstliche Intelligenz.

Vor einigen Tagen laß ich einen Kommentar meines Bildungs- Kollegen Josef Buschbacher aus einem Workshop zum Thema KI und Zukunft der Arbeit. Es wurde diskutiert, analysiert, prognostiziert. Wie werden sich Berufe verändern? Welche Branchen werden besonders betroffen sein? Welche Fähigkeiten werden künftig gefragt sein?

Doch manchmal bleibt am Ende eines Tages nicht die große Theorie hängen, sondern ein einziger Gedanke.

Ein Gedanke, der alles auf den Punkt bringt.

Als die Diskussion vielleicht wieder einmal in Richtung „Welche Jobs wird KI ersetzen?“ ging, stellte Josef eine Gegenfrage:

„Was bedeutet das eigentlich für meine eigene Beschäftigungsfähigkeit?“

Seine Antwort darauf war bemerkenswert klar.

Er sagte sinngemäß:

Wir sollten weniger über Jobs sprechen und viel mehr über Tätigkeiten.

Denn ein kompletter Beruf verschwindet selten über Nacht. Was sich verändert, sind die einzelnen Aufgaben, aus denen ein Beruf besteht.

Dieser Perspektivwechsel hat bei mir etwas ausgelöst.

Statt über abstrakte Zukunftsszenarien nachzudenken, richtet sich der Blick plötzlich auf den eigenen Arbeitsalltag.

Josef schlug eine einfache Übung vor:

Schreibe die 20 wichtigsten Tätigkeiten deiner Rolle auf und ordne sie drei Kategorien zu.

Automatisierbar.
Alles, was wiederholbar, regelbasiert, digital und mit überschaubarem Risiko verbunden ist.

Augmentierbar.
Aufgaben, bei denen KI unterstützen, vorbereiten, analysieren oder beschleunigen kann – während der Mensch weiterhin prüft, entscheidet und Verantwortung trägt. (PS: „augmentierbar“ bedeutet bezogen auf KI: Ein System ist augmentierbar, wenn seine Fähigkeiten durch zusätzliche Daten, Werkzeuge oder Module erweitert werden können.)

Menschlich differenzierend.
Beziehungsgestaltung. Vertrauen. Kreativität. Strategie. Konfliktlösung. Empathie. Kontextverständnis. Genau die Dinge also, die Menschen nicht nur erledigen, sondern verkörpern.

Je länger ich darüber nachgedacht habe, desto mehr erkannte ich, wie treffend dieser Ansatz ist.

In meinem eigenen Arbeitsumfeld sehe ich bereits heute, wie KI viele Aufgaben schneller und effizienter macht. Recherchen dauern deutlich kürzer (auch wenn man alle Aussagen überprüfen sollte). Texte entstehen schneller. Analysen werden unterstützt. Prozesse werden vereinfacht.

Und trotzdem wird gleichzeitig etwas anderes immer wichtiger:

Menschen, die Orientierung geben.

Menschen, die Verantwortung übernehmen.

Menschen, die unterschiedliche Perspektiven zusammenbringen.

Menschen, die Vertrauen schaffen.

Vielleicht ist das die eigentliche Botschaft hinter der KI-Debatte.

Nicht die Frage, welche Arbeit verschwindet.

Sondern die Frage, welche Arbeit an Bedeutung gewinnt.

Deshalb nehme ich aus diesem Workshop vor allem drei Gedanken mit:

➡️ Was automatisierbar ist, sollten wir verstehen und – wenn möglich – selbst automatisieren lernen.

➡️ Was augmentierbar ist, sollten wir mithilfe von KI besser, schneller und wirkungsvoller machen.

➡️ Was uns als Menschen einzigartig macht, sollten wir bewusst stärken und weiterentwickeln.

Die entscheidende Frage lautet daher aus meiner Sicht nicht:

„Ist mein Job sicher?“

Sondern:

„Welche Teile meiner Arbeit übernimmt die Technologie – und welche machen mich als Menschen künftig noch wertvoller?“

Diese Perspektive verändert alles.

Sie nimmt der Diskussion die Angst und gibt ihr eine Richtung.

Vielen Dank an Josef Buschbacher für diesen starken Denkanstoß. Er erinnert uns daran, dass Zukunft nicht einfach geschieht. Zukunft wird von Menschen gestaltet, die bereit sind zu lernen, Verantwortung zu übernehmen und Veränderung aktiv mitzugestalten.

Wie würdet ihr eure eigenen Aufgaben einordnen? Was ist bei euch automatisierbar, was augmentierbar – und was bleibt zutiefst menschlich?

Quelle: unser Bildungs-BLOG unter www.kompetenzzentrum-duesseldorf.de

Ohne Zuwanderung geht dem Arbeitsmarkt die Luft aus

(cs) Der deutsche Arbeitsmarkt steht vor einem tiefgreifenden Wandel – und die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Seit 2024 wird das Beschäftigungswachstum ausschließlich von ausländischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern getragen. Während immer mehr Deutsche altersbedingt aus dem Berufsleben ausscheiden, sorgen Arbeits- und Fachkräfte aus dem Ausland dafür, dass Unternehmen überhaupt noch genügend Personal finden.

Der Grund dafür ist der demografische Wandel. Die Babyboomer verabschieden sich nach und nach in den Ruhestand, gleichzeitig rücken deutlich weniger junge Menschen nach. Das verändert den Arbeitsmarkt nachhaltig. Innerhalb von zehn Jahren ist die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter mit deutscher Staatsangehörigkeit um rund 3,9 Millionen gesunken. Gleichzeitig wuchs die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter mit ausländischer Staatsangehörigkeit um etwa 3,4 Millionen. Ohne Zuwanderung wäre das Arbeitskräftepotenzial in Deutschland bereits heute deutlich kleiner.

Besonders sichtbar wird dieser Trend bei der Beschäftigung. Zwischen 2014 und Mitte 2025 entfielen 43 Prozent des Beschäftigungswachstums auf Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus Drittstaaten. Weitere 26 Prozent kamen aus den Mitgliedstaaten des Europäischen Wirtschaftsraums und der Schweiz. Deutsche Beschäftigte trugen nur noch rund ein Drittel zum Beschäftigungsaufbau bei.

Seit dem vergangenen Jahr hat sich die Entwicklung weiter zugespitzt: Neue Jobs entstehen praktisch nur noch durch ausländische Beschäftigte. Die Zahl der deutschen Erwerbstätigen stagniert oder geht aufgrund der Altersstruktur sogar zurück.

Nach Einschätzung der Bundesagentur für Arbeit zeigt sich darin vor allem eines: Deutschland ist zunehmend auf Erwerbsmigration angewiesen. „Die Demografie verändert den Arbeitsmarkt. Die Zahl der deutschen und EU-Beschäftigten sinkt bereits. Vor allem Beschäftigte aus Drittstaaten stabilisieren den Arbeitskräftebedarf der Unternehmen“, betont BA-Vorständin Vanessa Ahuja.

Eine wichtige Rolle spielen dabei auch Geflüchtete. Ihre Integration in den Arbeitsmarkt schreitet spürbar voran. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten aus den wichtigsten Herkunftsländern von Geflüchteten hat sich innerhalb der vergangenen fünf Jahre mehr als verdoppelt. Für die Bundesagentur ist das nicht nur ein Erfolg der Integrationspolitik, sondern auch ein wichtiger Beitrag zur Sicherung von Fachkräften und zum gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Gleichzeitig steigt die Erwerbsbeteiligung insgesamt. Sowohl Deutsche als auch ausländische Staatsangehörige arbeiten heute häufiger als noch vor einigen Jahren. Allerdings konzentrieren sich die Beschäftigungszuwächse bei deutschen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zunehmend auf ältere Jahrgänge. Die jüngeren Generationen werden dagegen immer stärker durch Zuwanderung geprägt.

Auch in den Unternehmen macht sich diese Entwicklung bemerkbar. Während deutsche Beschäftigte vor allem in hochqualifizierten Berufen zulegen, schließen ausländische Fach- und Arbeitskräfte zunehmend Lücken bei Fachkräften und Helfertätigkeiten. In sogenannten Engpassberufen hat sich ihr Anteil seit 2014 sogar von sieben auf rund 14 Prozent verdoppelt.

Regional zeigen sich deutliche Unterschiede. In Westdeutschland tragen deutsche und ausländische Beschäftigte gemeinsam zum Beschäftigungsaufbau bei. In vielen ostdeutschen Regionen dagegen wären steigende Beschäftigungszahlen ohne internationale Arbeitskräfte kaum noch möglich. Dort federt Zuwanderung die Folgen des demografischen Wandels besonders stark ab.

Zwar hat die schwache Konjunktur das Beschäftigungswachstum zuletzt gebremst, insbesondere in der Industrie. An der grundsätzlichen Entwicklung ändert das jedoch wenig. Der demografische Wandel bleibt die zentrale Herausforderung des deutschen Arbeitsmarktes – und Zuwanderung entwickelt sich immer mehr zu einem entscheidenden Faktor für Wachstum, Wohlstand und die Sicherung von Fachkräften.

Die Reiselust bleibt ungebrochen: Düsseldorfer Flughafen steuert auf Rekordsommer zu – Tipps für Ihre Anreise zum Flughafen

Foto: Flughafen

(cs) Wer in den kommenden Wochen den Düsseldorfer Flughafen betritt, sollte Zeit mitbringen. Zum Start der Sommerferien in Nordrhein-Westfalen rechnet der Airport mit einem der verkehrsreichsten Reisezeiträume des Jahres. Mehr als 3,4 Millionen Passagiere werden zwischen dem 17. Juli und 1. September erwartet. Rund 23.000 Starts und Landungen sind in den Ferien geplant – ein deutliches Zeichen dafür, dass die Lust aufs Reisen trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten ungebrochen ist.

Besonders an den Wochenenden wird das Terminal an seine Kapazitätsgrenzen stoßen. Bereits für das erste Ferienwochenende prognostiziert der Flughafen mehr als 220.000 Reisende. Als stärkster Reisetag gilt nach aktuellem Stand der 19. Juli, an dem rund 79.000 Passagiere abgefertigt werden sollen.

„Die Reiselust ist auch in diesem schwierigen Jahr ungebrochen“, sagt Flughafenchef Lars Redeligx. Gemeinsam mit Airlines, Sicherheitsdiensten und weiteren Partnern habe sich der Airport intensiv auf die Hauptreisezeit vorbereitet. Ziel sei es, den Urlaub bereits am Flughafen angenehm beginnen zu lassen – unter anderem mit einem erweiterten Gastronomieangebot, neuen Geschäften und der erst kürzlich eröffneten DUS Rhein Lounge mit Blick auf das Vorfeld.

Mallorca und Antalya bleiben Spitzenreiter

Die beliebtesten Reiseziele liegen auch in diesem Sommer am Mittelmeer. Besonders gefragt sind Palma de Mallorcaund Antalya. Während der Ferien starten mehr als 830 Flüge nach Mallorca und über 660 Verbindungen in die türkische Urlaubsregion.

Auch klassische Sonnenziele wie Heraklion, Hurghada, Korfu, Rhodos, Malaga, Ibiza, Kos, Olbia, Faro sowie die Kanarischen Inseln gehören zu den gefragtesten Destinationen. Insgesamt stehen den Reisenden mehr als 160 Ziele ab Düsseldorf zur Auswahl.

Eine besondere Rolle spielt weiterhin die Türkei. Mit über 2.000 geplanten Abflügen zu 23 Zielen ist sie das am stärksten vertretene Land im Sommerflugplan. Neben den Metropolen Istanbul, Ankara und Izmir werden zahlreiche Städte angeflogen, die vor allem für Familienbesuche von Bedeutung sind. Auch Verbindungen in den Kosovo, nach Marokko, Tunesien oder in den Nahen Osten profitieren traditionell vom Reiseverkehr zu Verwandten und Freunden.

Airlines erweitern ihr Angebot

Zur Hauptreisezeit bauen zahlreiche Fluggesellschaften ihre Kapazitäten aus. Eurowings nimmt mit Kayseri ein neues Ziel in den Flugplan auf und bietet insgesamt mehr als 100 Destinationen ab Düsseldorf an. Zusätzlich kehren saisonale Verbindungen wie Palermo, Marrakesch und Kütahya/Zafer zurück.

Auch andere Airlines erhöhen ihre Frequenzen: Condor fliegt häufiger nach Sardinien und Samos, Turkish Airlinesstockt die Verbindungen nach Istanbul auf, während Corendon und SunExpress ihr Angebot in die türkischen Ferienregionen erweitern.

Ebenso wächst das Streckennetz Richtung Nordafrika. Royal Air Maroc, Nouvelair, Nesma Airlines und Nile Air erhöhen ihre Flugzahlen nach Marokko, Tunesien und Ägypten. Darüber hinaus bleibt auch die Golfregion gut erreichbar. Emirates verbindet Düsseldorf wieder zweimal täglich mit Dubai – darunter eine Verbindung mit dem Airbus A380. Auch Etihad Airways und Qatar Airways setzen auf zusätzliche Kapazitäten.

Gut vorbereitet auf den Ferienansturm

Um den erwarteten Andrang möglichst reibungslos zu bewältigen, hat der Flughafen gemeinsam mit Airlines, Sicherheitsdienstleistern und der Bundespolizei umfangreiche Vorbereitungen getroffen. Gleichzeitig appelliert der Airport an die Reisenden, selbst zu einem entspannten Reisebeginn beizutragen.

Empfohlen werden der Online-Check-in sowie eine frühzeitige Information über die Öffnungszeiten von Check-in und Gepäckaufgabe. Für die Sicherheitskontrolle können Passagiere kostenlos vorab ein Zeitfenster reservieren. Zudem wächst das Angebot für die automatische Gepäckaufgabe: Bereits 15 Airlines bieten inzwischen den sogenannten Self Bag Drop an, weitere Gesellschaften sollen folgen.

Auch bei der Anreise rät der Flughafen zu guter Planung. Wer mit dem Auto anreist, sollte seinen Parkplatz vorab reservieren. Bahnreisende werden gebeten, mögliche Fahrplanänderungen zu berücksichtigen. Beim Handgepäck gilt weiterhin: Nur das Nötigste mitnehmen. Powerbanks, Akkus und E-Zigaretten gehören grundsätzlich ins Handgepäck und dürfen nicht im aufgegebenen Koffer transportiert werden.

Gut durch den Sommer: So schützen Sie sich an heißen Tagen

(cs) Hohe Temperaturen belasten den Körper – besonders ältere Menschen, Kinder und Menschen mit Vorerkrankungen. Mit einigen einfachen Maßnahmen lässt sich das Risiko jedoch deutlich reduzieren. Die Verbraucherzentrale NRW gibt hilfreiche Tipps für einen sicheren Umgang mit Hitze.

Die ersten Hitzetage des Sommers haben gezeigt, wie belastend extreme Temperaturen sein können. Was für viele lediglich unangenehm ist, kann für besonders gefährdete Menschen schnell gesundheitliche Folgen haben. Ältere Menschen, Pflegebedürftige, chronisch Kranke, Schwangere sowie Säuglinge und Kinder reagieren besonders empfindlich auf Hitze. Umso wichtiger ist es, Warnzeichen frühzeitig zu erkennen und den Alltag an die hohen Temperaturen anzupassen.

Warnsignale ernst nehmen

Hitze belastet den Kreislauf und kann den Flüssigkeitshaushalt des Körpers aus dem Gleichgewicht bringen. Erste Anzeichen sind häufig Müdigkeit, Schwäche, Schwindel, Kopfschmerzen oder Konzentrationsprobleme. Auch Unruhe oder Verwirrtheit können Hinweise darauf sein, dass der Körper mit der Hitze kämpft.

Kommen Symptome wie starke Blässe, Übelkeit, Muskelkrämpfe, Herzrasen oder ausbleibendes Schwitzen hinzu, kann bereits eine ernsthafte Hitzeerkrankung vorliegen. Betroffene sollten sofort in eine kühle Umgebung gebracht und mit Getränken versorgt werden. Verschlimmern sich die Beschwerden oder treten Bewusstseinsstörungen auf, muss umgehend der Notruf 112 verständigt werden.

Besonders gefährdete Menschen unterstützen

Nicht jeder Mensch verträgt hohe Temperaturen gleich gut. Gerade ältere Menschen verspüren häufig weniger Durst und schwitzen weniger als jüngere Personen. Dadurch steigt das Risiko einer Dehydrierung erheblich. Pflegebedürftige oder alleinlebende Menschen sollten deshalb regelmäßig besucht oder kontaktiert werden. Oft reicht schon eine kurze Nachfrage, ob ausreichend getrunken wurde oder Hilfe benötigt wird.

Auch Menschen mit chronischen Erkrankungen sollten während Hitzeperioden besonders aufmerksam auf ihren Gesundheitszustand achten, da sich bestehende Beschwerden verschlechtern können.

Ausreichend trinken – aber mit Bedacht

An heißen Tagen benötigt der Körper deutlich mehr Flüssigkeit als gewöhnlich. Empfehlenswert sind Wasser, ungesüßte Tees oder verdünnte Saftschorlen. Wer etwas Abwechslung möchte, kann sein Wasser mit Minze, Gurke, Zitrone oder Beeren aromatisieren.

Auf alkoholische Getränke sollte möglichst verzichtet werden, da sie den Flüssigkeitshaushalt zusätzlich belasten. Auch stark gezuckerte Getränke sind weniger geeignet.

Für Menschen mit Herz- oder Nierenerkrankungen gilt jedoch eine wichtige Ausnahme: Sie sollten ihre Trinkmenge nicht eigenständig erhöhen, sondern sich mit ihrer behandelnden Arztpraxis oder dem Pflegedienst abstimmen.

Leichte Kost entlastet den Körper

Schwere Mahlzeiten belasten den Organismus zusätzlich. Bei hohen Temperaturen sind mehrere kleine, leichte Mahlzeiten über den Tag verteilt angenehmer als große Portionen.

Ideal sind frische Salate, gedünstetes Gemüse, wasserreiches Obst, Rohkost oder leichte Suppen. Sie versorgen den Körper gleichzeitig mit Flüssigkeit und wichtigen Nährstoffen.

Wohnung möglichst kühl halten

Damit sich Wohnräume nicht unnötig aufheizen, empfiehlt es sich, früh morgens oder nachts zu lüften. Tagsüber sollten Fenster und Türen möglichst geschlossen bleiben. Rollläden, Jalousien oder Vorhänge helfen zusätzlich, die Sonneneinstrahlung zu reduzieren.

Wer Termine oder Spaziergänge plant, sollte möglichst die kühleren Morgen- oder Abendstunden nutzen. Leichte, helle Kleidung, eine Kopfbedeckung und Sonnenschutz tragen ebenfalls dazu bei, den Körper vor Überhitzung zu schützen.

Medikamente nicht vergessen

Hohe Temperaturen können auch die Wirkung von Medikamenten beeinflussen. Manche Arzneimittel verändern das Durstgefühl, die Schweißproduktion oder den Kreislauf. Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, sollte deshalb in der Arztpraxis oder Apotheke nachfragen, ob während einer Hitzewelle Besonderheiten zu beachten sind.

Ebenso wichtig ist die richtige Lagerung. Einige Medikamente müssen kühl aufbewahrt oder sogar im Kühlschrank gelagert werden. Ein Blick in die Packungsbeilage oder eine Rücksprache mit der Apotheke schafft hier Sicherheit.

Gut vorbereitet durch heiße Tage

Extreme Hitze wird in den Sommermonaten immer häufiger. Umso wichtiger ist es, auf sich selbst und auf andere zu achten. Wer ausreichend trinkt, seinen Tagesablauf anpasst und Warnsignale ernst nimmt, kann das Risiko gesundheitlicher Probleme deutlich verringern. Ein kurzer Anruf bei älteren Angehörigen oder Nachbarn kann dabei manchmal ebenso wichtig sein wie ein Glas Wasser.

Tipp: Die Verbraucherzentrale NRW bietet am 16. Juli ein kostenfreies Onlineseminar zum Thema „Hitzeschutz und Pflege“ an. Dort erhalten Interessierte praktische Hinweise, wie besonders gefährdete Menschen sicher durch heiße Sommertage begleitet werden können: https://join.next.edudip.com/de/webinar/hitzeschutz-und-pflege/2528950

Zukunft zum Einsteigen: Rheinbahn testet teleoperierte Shuttle-Fahrzeuge am Flughafen Düsseldorf

von links: Lars Redeligx, Vorsitzender der Geschäftsführung des Flughafens Düsseldorf, Annette Grabbe, Vorständin der Rheinbahn, Win Neidlinger, Geschäftsführer der MIRA GmbH. Foto: Rheinmetall

Innovative Mobilität unter realen Bedingungen: Seit dem 13. Juli 2026 erproben die Rheinbahn, Rheinmetall mit ihrer Tochtergesellschaft MIRA sowie der Flughafen Düsseldorf gemeinsam den Einsatz teleoperierter Shuttle-Fahrzeuge im öffentlichen Straßenverkehr. Das Projekt soll zeigen, welches Potenzial die Technologie für den öffentlichen Nahverkehr der Zukunft bietet.


Von Christoph Sochart


Wie kann der öffentliche Nahverkehr auch künftig zuverlässig, wirtschaftlich und flexibel bleiben? Eine mögliche Antwort wird derzeit am Düsseldorfer Flughafen getestet. Dort verkehren bis zum 28. August 2026 erstmals teleoperierte Shuttle-Fahrzeuge im öffentlichen Straßenverkehr. Die Fahrzeuge fahren auf der Strecke zwischen dem Flughafenbahnhof und dem Terminalbereich und werden aus einem Leitstand auf dem EUREF-Campus fernüberwacht und bei Bedarf teleoperiert.

Der Flughafen Düsseldorf bietet für den Praxistest ideale Bedingungen. Unterschiedlichste Verkehrsteilnehmende – vom E-Scooter über Busse und Pkw bis hin zum größten Passagierflugzeug der Welt, dem Airbus A380 – treffen hier auf engem Raum aufeinander. Genau diese komplexen Verkehrsbedingungen machen den Standort zu einem geeigneten Testfeld für neue Mobilitätslösungen.

Praxiserfahrung für die Mobilität von morgen

Im Mittelpunkt des Testbetriebs steht die Frage, wie sich teleoperierte Fahrzeuge im täglichen Verkehr bewähren. Untersucht werden unter anderem die Betriebssicherheit, die Stabilität der Systeme, die Integration in bestehende Verkehrsabläufe sowie die Akzeptanz bei Fahrgästen und Fahrpersonal.

Teleoperation gilt als wichtiger Entwicklungsschritt auf dem Weg zu stärker automatisierten Mobilitätsangeboten. Die während des Projekts gewonnenen Erkenntnisse sollen dabei helfen, den möglichen Einsatz solcher Fahrzeuge künftig im öffentlichen Personennahverkehr oder auch bei internen Betriebsabläufen – beispielsweise auf Betriebshöfen – realistisch bewerten zu können.

„Der öffentliche Nahverkehr steht vor großen Herausforderungen. Deshalb prüfen wir gezielt Technologien, die uns dabei helfen können, Mobilitätsangebote langfristig verlässlich und wirtschaftlich zu gestalten“, erklärt Annette Grabbe, Vorständin der Rheinbahn. Gleichzeitig betont sie, dass technologische Innovation nur gemeinsam mit den Mitarbeitenden gelingen könne: „Wir wollen neue Technologien gemeinsam mit unseren Fahrerinnen und Fahrern erproben, Erfahrungen sammeln und Berührungsängste durch eigenes Erleben abbauen.“

Auch Win Neidlinger, Geschäftsführer der MIRA GmbH, sieht großes Potenzial in der Technologie: „Teleoperation trägt dazu bei, den öffentlichen Nahverkehr trotz zunehmenden Fahrpersonalmangels langfristig leistungsfähig zu halten und neue Mobilitätsangebote wirtschaftlich zu ermöglichen.“

Für den Flughafen Düsseldorf ist das Projekt ein weiterer Schritt in Richtung intelligenter Mobilität. „Mit unserem SkyTrain verfügen wir bereits über langjährige Erfahrungen mit vollautomatischen Systemen. Nun untersuchen wir, wie teleoperierte Fahrzeuge künftig unsere Verkehrs- und Logistikprozesse sinnvoll ergänzen können“, sagt Lars Redeligx, Vorsitzender der Geschäftsführung des Flughafens Düsseldorf.

Sicherheit steht an erster Stelle

Während der gesamten Testphase befindet sich zusätzlich eine Begleitperson im Shuttle, die jederzeit eingreifen kann. Die Fahrzeuge werden zwar aus dem Leitstand auf dem EUREF-Campus überwacht und gesteuert, dennoch hat die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmenden jederzeit höchste Priorität.

Mitfahren ausdrücklich erwünscht

Wer die Zukunft der Mobilität selbst erleben möchte, kann den Testbetrieb kostenlos nutzen. Die Shuttle-Fahrzeuge verkehren montags bis freitags zwischen 10 und 12 Uhr sowie zwischen 13 und 15 Uhr im Abstand von etwa 30 bis 40 Minuten.

Haltepunkte befinden sich an:

  • Flughafen Bahnhof (EUREF-Campus)
  • Mündelheimer Weg
  • Lichtenbroich Quartier
  • Flughafen Halle 7
  • Flughafen Terminal B/C

Darüber hinaus besteht im Juli die Möglichkeit, während der Betriebszeiten den Leitstand auf dem EUREF-Campus zu besuchen und die Teleoperation live zu erleben.

Forschung für den ÖPNV der Zukunft

Der Testbetrieb ist Teil des Forschungsprojekts PoQuaSIA, das im Rahmen der europäischen Initiative 8ra durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert wird. Ziel des Projekts ist die Entwicklung einer sicheren und leistungsfähigen digitalen Infrastruktur für sicherheitskritische Anwendungen wie die Teleoperation von Fahrzeugen.

Gemeinsam wollen die Projektpartner herausfinden, welchen Beitrag teleoperierte Fahrzeuge künftig leisten können, um den öffentlichen Nahverkehr nachhaltig weiterzuentwickeln und auch unter veränderten Rahmenbedingungen zuverlässig zu gestalten.


Die Rheinbahn – Mobilität für die Region

Seit ihrer Gründung im Jahr 1896 verbindet die Rheinbahn Menschen und Orte in Düsseldorf und der Region. Mit mehr als 3.700 Mitarbeitenden aus über 60 Nationen, rund 320 Stadt- und Straßenbahnen, etwa 475 Bussen sowie 138 Linien sorgt das Unternehmen täglich dafür, dass über 580.000 Fahrgäste sicher und zuverlässig ihr Ziel erreichen. Auf einem rund 570 Quadratkilometer großen Bediengebiet werden mehr als 1.700 Haltestellen angefahren – und täglich symbolisch drei Mal die Erde umrundet.

25 Jahre Berufswahlsiegel: Düsseldorfer Erfolgsmodell wird zum größten Schulprojekt Deutschlands

Alle Fotos: C. Weber

(cs) Vor 25 Jahren nahm in Düsseldorf eine Erfolgsgeschichte ihren Anfang: Im Jahr 2000 wurde das Berufswahlsiegel für Düsseldorf und den Südkreis Mettmann ins Leben gerufen. Ziel war es, Schulen auszuzeichnen, die ihre Schülerinnen und Schüler in besonderer Weise auf den Übergang von der Schule in Ausbildung, Studium und Beruf vorbereiten.

Heute ist das Berufswahlsiegel mit rund 1.800 zertifizierten Schulen bundesweit das größte Qualitätsprojekt im Bereich der Beruflichen Orientierung. Dieses Jubiläum wird am 1. Juli 2026 im Rahmen der diesjährigen Zertifizierungsfeier auf dem Vodafone Campus in Düsseldorf gefeiert.

Seit einem Vierteljahrhundert organisiert die Stiftung Pro Ausbildung der Unternehmerschaft Düsseldorf das Berufswahlsiegel in Düsseldorf. Das Gütesiegel würdigt Schulen, die Berufliche Orientierung als festen Bestandteil ihrer Schulentwicklung verstehen und ihre Schülerinnen und Schüler systematisch auf ihren weiteren Lebensweg vorbereiten.

Jede zweite Schule in Düsseldorf trägt das Berufswahlsiegel, dass alle drei Jahre durch eine lokale Jury neu geprüft wird.

Jubiläumsfeier am 1. Juli auf dem Vodafone Campus – LVR-Gerricus-Schule erhält Berufswahlsiegel

In diesem Jahr wird die Düsseldorfer LVR-Gerricus-Schule mit dem Berufswahlsiegel ausgezeichnet. Bürgermeister Josef Hinkel überreicht die Auszeichnung an Schülerinnen und Schüler sowie das Kollegium der Schule.

Darüber hinaus erhalten die Kopernikus-Realschule Langenfeld und die Bettine-von-Arnim-Gesamtschule Langenfeld das Berufswahlsiegel. Hier überreicht Sven Lucht, stellvertretender Bürgermeister Stadt Langenfeld, die Auszeichnungen.

Warum das Berufswahlsiegel?

Das Berufswahlsiegel steht für eine qualitativ hochwertige Berufliche Orientierung und bringt Schulen zahlreiche Vorteile:

  • Es ermöglicht eine fundierte Bestandsaufnahme der vorhandenen Angebote.
  • Es unterstützt Schulen bei der Weiterentwicklung ihrer Konzepte und Strukturen.
  • Es stärkt die Qualitätsentwicklung und die strategische Schulentwicklung.
  • Es sorgt für öffentliche Anerkennung und Wertschätzung der geleisteten Arbeit.
  • Es fördert die Zusammenarbeit mit Unternehmen, Institutionen und Eltern.
  • Es eröffnet Zugang zu einem starken Netzwerk und Fortbildungsangeboten der SIEGEL-Akademie.

Vor allem profitieren die Schülerinnen und Schüler. Sie erhalten eine fundierte Vorbereitung auf ihre berufliche Zukunft, individuelle Unterstützung bei ihrer Berufswahl, sammeln frühzeitig Praxiserfahrungen und gewinnen Einblicke in unterschiedliche Berufsfelder.

Das 25-jährige Jubiläum zeigt eindrucksvoll, wie aus einer Düsseldorfer Initiative ein bundesweites Erfolgsmodell geworden ist. Das Berufswahlsiegel steht heute mehr denn je für Qualität, Engagement und starke Partnerschaften zwischen Schulen, Wirtschaft und Gesellschaft.

Noch mehr Fotos:

Immenser Kostendruck setzt Metall- und Elektroindustrie unter Druck – Düsseldorfer Unternehmen schlagen Alarm

Entwicklung wichtiger Kostenfaktoren in der Metall- und Elektro-Industrie in Deutschland und international

(cs) Die anhaltende Rezession in Deutschland trifft die Metall- und Elektroindustrie mit voller Wucht. Steigende Arbeits- und Energiekosten, hohe Unternehmenssteuern sowie ein wachsender Bürokratieaufwand verschärfen den Druck auf die Betriebe und gefährden zunehmend den Industriestandort Deutschland. Wie uns das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) mitteilt, ist die Branche seit Jahren mit einer Kombination aus schwacher Konjunktur und strukturellen Wettbewerbsnachteilen konfrontiert.

Die Industrie gilt als tragende Säule der deutschen Wirtschaft, doch ihre Bedeutung nimmt spürbar ab. Der Anteil des Verarbeitenden Gewerbes an der Bruttowertschöpfung ist im Jahr 2025 auf den niedrigsten Stand seit der Finanzkrise 2009 gefallen. Besonders betroffen ist die Metall- und Elektroindustrie, die mit rund vier Millionen Beschäftigten etwa 14 Prozent des deutschen Bruttoinlandsprodukts erwirtschaftet. Zwischen 2018 und 2024 sank die Produktion der Branche im Durchschnitt um 2,3 Prozent pro Jahr, während die Beschäftigung jährlich um 0,3 Prozent zurückging.

Nach Angaben des Instituts der deutschen Wirtschaft gerät die Branche von mehreren Seiten unter Druck. Zum einen schwächt die stockende Globalisierung das Exportgeschäft. Höhere Zölle, neue Handelshemmnisse und die staatlich geförderte Konkurrenz aus China erschweren den Unternehmen den Wettbewerb auf den internationalen Märkten.

Zum anderen steigen die Kosten am heimischen Standort kontinuierlich. Vor allem die Arbeitskosten haben sich deutlich erhöht, ohne dass entsprechende Produktivitätszuwächse erzielt wurden. Dadurch sind die Lohnstückkosten seit 2022 erheblich gestiegen. Hinzu kommen hohe Strompreise: Während deutsche Industriebetriebe im Jahr 2024 rund 25 Cent pro Kilowattstunde zahlten, lagen die Stromkosten für Unternehmen in den USA bei lediglich gut sieben Cent.

Auch bei den Unternehmenssteuern sieht das IW erheblichen Nachholbedarf. Deutschland zählt weiterhin zu den Hochsteuerländern. Im internationalen Vergleich der Industrie- und Schwellenländer landet die Bundesrepublik lediglich auf den hinteren Plätzen, während wichtige Wettbewerber wie die USA ihre Unternehmenssteuern in den vergangenen Jahren deutlich gesenkt haben.

Ein weiterer Belastungsfaktor bleibt die Bürokratie. Immer mehr Unternehmen sehen umfangreiche Berichtspflichten, langwierige Genehmigungsprozesse und zusätzliche Regulierung als Investitionshemmnis. Deutschland liegt hier deutlich über dem Niveau vieler anderer europäischer Staaten und der USA.

Diese Entwicklung spüren auch zahlreiche Unternehmen in Düsseldorf. Viele Betriebe aus der Metall- und Elektrobranche berichten von einem ähnlich immensen Kostendruck wie im bundesweiten Durchschnitt. Steigende Personal- und Energiekosten, langwierige Verwaltungsverfahren sowie wachsende regulatorische Anforderungen erschweren Investitionen und belasten die Wettbewerbsfähigkeit. Gerade exportorientierte Unternehmen in der Region sehen sich zunehmend gezwungen, Investitionsentscheidungen zu überdenken oder Produktionskapazitäten ins Ausland zu verlagern.

Nach Einschätzung des Instituts der deutschen Wirtschaft besteht daher dringender Handlungsbedarf. Um einer fortschreitenden Deindustrialisierung entgegenzuwirken, fordert das IW unter anderem niedrigere Lohnnebenkosten, einen konsequenten Bürokratieabbau, schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren sowie faire Wettbewerbsbedingungen gegenüber staatlich subventionierten Konkurrenten aus dem Ausland. Nur durch umfassende Reformen könne der Industriestandort Deutschland langfristig wieder an Wettbewerbsfähigkeit gewinnen.

Entwicklung von Arbeitskosten, Produktivität und Lohnstückkosten in der Metall- und Elektro-Industrie in Deutschland; 2015 = 100

Closing erfolgt: Rheinmetall übernimmt Mehrheitsbeteiligung an DOK-ING – strategische Akquisition im Bereich unbemannter und autonomer Systeme 

(ud) Der Düsseldorfer Technologiekonzern Rheinmetall hat die Übernahme der Mehrheitsbeteiligung an DOK-ING, Kroatien, erfolgreich abgeschlossen und weitet sein Portfolio durch einen Zukauf im Bereich der unbemannten Fahrzeuge wie geplant aus. Das Unternehmen firmiert von nun an unter dem Namen „Rheinmetall Unmanned Vehicles d.o.o.“. Zuvor war im März dieses Jahres in Zagreb der mehrheitliche Einstieg Rheinmetalls beim kroatischen Innovationszentrum DOK-ING, das auf den Bereich unbemannter Fahrzeuge spezialisiert ist, unter Vertrag genommen worden. Rheinmetall erwirbt 51% des Unternehmens, der Gründer und bisherige Alleineigentümer des Unternehmens, Vjekoslav Majetić, behält 49% der Anteile. Zur Höhe des Kaufpreises wurde Stillschweigen vereinbart.

Aus der Kombination von Rheinmetalls Knowhow im Bereich der taktischen Fahrzeuge und DOK-INGs Fähigkeiten bei unbemannten Fahrzeugen erwächst eine Kompetenz mit erheblichen Zukunftspotentialen. Basis der gemeinsamen Aktivitäten ist die neu entwickelte modulare, schwere Hybrid-Plattform Komodo von DOK-ING, die eine Nutzlast von über 8,5 Tonnen hat. Rheinmetall steuert verschiedene Funktionsmodule und Ausrüstungssätze bei, darunter solche für direktes und indirektes Feuer, Minenräumen und -legen, Aufklärungssensorik, Logistik, etc.. Durch den Zusammenschluss zweier führender europäischer Anbieter sollen anspruchsvolle Projekte realisiert und neue Standards gesetzt werden, um den Weg für unbemannte Bodensysteme zu ebnen, die für die Serienfertigung und den Einsatz bereit sind.

„Nun kann in Kroatien unser Kompetenzzentrum im Bereich der unbemannten und autonomen Fahrzeuge für militärische Anwendungen entstehen, mit dem wir in dieser neuen Aufstellung eine starke Marktposition im Segment der unbemannten Kampf- und Kampfunterstützungsfahrzeuge erreichen wollen. Wir sehen hier einen wachsenden Zukunftsmarkt und schaffen gleichzeitig ein Standbein im EU- und NATO-Partnerstaat Kroatien, einem hochinteressanten Kundenland“, betont Dr. Björn Bernhard, CEO der Rheinmetall-Division Vehicle Systems Europe, noch einmal anlässlich der behördlichen Freigabe.

DOK-ING hat eine starke Marktposition im Bereich der unbemannten Minenräumung an Land und bei Einsätzen in risikoreichen Umgebungen. Seit seiner Gründung hat das Unternehmen rund 500 Plattformen an Kunden in über 40 Staaten ausgeliefert. Unbemannte Minenräumlösungen von DOK-ING erweisen sich aktuell besonders in der Ukraine als sehr effektiv im Einsatz.

Vjekoslav Majetić, der DOK-ING 1991 gegründet hat, unterstreicht noch einmal seine Aussage anlässlich der Vertragsunterzeichnung im März: „Mit diesem Schritt bleiben die Entwicklung, die technische Exzellenz und die Kernkompetenzen von DOK-ING in Kroatien. Durch den Zusammenschluss mit Rheinmetall gelingt es, die Produktionskapazitäten zu erweitern, die Entwicklung von unbemannten Spezialsystemen der nächsten Generation zu beschleunigen und unsere langfristige Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Damit wird die Rolle Kroatiens innerhalb der europäischen Verteidigungs- und Technologielandschaft gestärkt.“

DOK-ING und Rheinmetall planen die Entwicklung einer Vielzahl von Lösungen für Kampf- und Kampfunterstützungsoperationen. Dazu gehört ein Projekt für ein unbemanntes bewaffnetes Unterstützungssystem (bekannt als „Wingman“), das zusammen mit Kampfpanzern und Schützenpanzern für Aufklärungs- und Feuerunterstützungszwecke eingesetzt werden soll. Diese Systeme werden auch zusammen mit bestehenden Rheinmetall-Produkten wie dem Kampfpanzer Panther KF51, dem Bergungspanzer Büffel/Buffalo und dem gepanzerten Pionierfahrzeug Kodiak eingesetzt werden.

Die Rheinmetall AG mit Sitz in Düsseldorf ist ein integrierter Technologiekonzern. Das 1889 gegründete Unternehmen ist als führendes internationales Systemhaus der Verteidigungsindustrie aktiv in den Domänen Land, Luft, See und Weltraum. Die Ausrichtung auf Nachhaltigkeit ist integraler Bestandteil der Rheinmetall-Strategie. Mit seinen aktuell rund 44.000 Beschäftigten an rund 180 Standorten weltweit erzielte das Unternehmen, das seit März 2023 im DAX40 notiert ist, im Geschäftsjahr 2024 einen Umsatz von 9,8 Milliarden Euro.

DOK-ING ist ein technologieorientiertes Unternehmen, das sich auf die Entwicklung und Herstellung fortschrittlicher unbemannter Systeme für den Einsatz in gefährlichen und risikoreichen Umgebungen spezialisiert hat. Zu seinem Kernportfolio gehören ferngesteuerte und zunehmend autonome Plattformen, die humanitäre und militärische Minenräumung, militärische Ingenieursarbeiten, CBRN-Einsätze und den Schutz kritischer Infrastrukturen unterstützen. Die Lösungen des Unternehmens basieren auf modularen und skalierbaren Architekturen, die eine schnelle missionsspezifische Konfiguration für Minenräumung, IED-Entsorgung, Wegräumung, Brandbekämpfung und andere komplexe operative Anforderungen ermöglichen. Mit einem starken Bekenntnis zu Sicherheit, Zuverlässigkeit und operativer Exzellenz liefert DOK-ING praxiserprobte Systeme, die den Schutz der Streitkräfte verbessern und die Gefährdung von Menschen reduzieren und damit Streitkräften, Zivilschutzbehörden und spezialisierten Sicherheitsdienstleistern weltweit dienen.

200. Podcastfolge: Zwischen Druck und Aufbruch – Wie zukunftsfähig ist Düsseldorfs Mittelstand?

Alle Fotos: Frank Wiedemeier

Ein besonderes Jubiläum in besonderem Ambiente: Im Forum der Stadtsparkasse Düsseldorf haben wir die 200. Live-Episode unseres Podcasts „Düsseldorfer Wirtschaft“ aufgezeichnet – gleichzeitig als Doppelfolge in Kooperation mit dem Podcast „#DIGI DUS“ der Stadtsparkasse Düsseldorf.


Von Christoph Sochart


Seit mittlerweile sechs Jahren beleuchtet die „Düsseldorfer Wirtschaft“ gemeinsam mit dem gleichnamigen Radiomagazin auf Antenne Düsseldorf die wirtschaftlichen Entwicklungen unserer Stadt. Zum Jubiläum stand ein Thema im Mittelpunkt, das viele Unternehmen derzeit bewegt: „Zwischen Druck und Aufbruch – Wie zukunftsfähig ist Düsseldorfs Mittelstand?“

Mittelstand zwischen Herausforderungen und Chancen

Bereits zu Beginn wurde deutlich: Die aktuelle Lage vieler Unternehmen ist von einer besonderen Gemengelage geprägt. Steigende Kosten, Fachkräftemangel, Digitalisierung und Nachhaltigkeitsanforderungen sorgen für Druck. Gleichzeitig eröffnen neue Technologien, innovative Geschäftsmodelle und die hohe Attraktivität des Wirtschaftsstandortes Düsseldorf neue Chancen.

Genau zwischen diesen beiden Polen – Druck und Aufbruch – bewegte sich die Diskussion des Abends.

Fachkräfte bleiben die größte Zukunftsfrage

Mit einer Keynote eröffnete Sibylle Stippler vom Institut der Deutschen Wirtschaft die Veranstaltung. Ihre zentrale Botschaft: Düsseldorf startet aus einer starken Position. Die Stadt ist wirtschaftlich leistungsfähig, dynamisch und attraktiv für junge Menschen. Entscheidend werde jedoch sein, diese Stärke künftig in langfristige Bleibeperspektiven für Fachkräfte, Familien und Unternehmensnachfolgen zu übersetzen.

Besonders deutlich machte sie, dass der Fachkräftemangel längst kein Randthema mehr ist. Vor allem beruflich qualifizierte Fachkräfte fehlen zunehmend – etwa im Handwerk, in technischen Berufen sowie in Gesundheits- und Pflegeberufen. Weiterbildung, Ausbildung und die gezielte Integration von Quereinsteigern seien deshalb keine Zusatzaufgaben mehr, sondern ein zentraler Bestandteil unternehmerischer Wettbewerbsfähigkeit.

Unternehmer berichten aus der Praxis

Im ersten Panel diskutierten Kathrin Grüne (Dillenberg GmbH), Mark Sethe (Schulz & Sohn), Markus Schüssler (mehr+) und Christian Kim (Bion Analytics) über ihre Erfahrungen aus dem Unternehmensalltag.

Deutlich wurde dabei, wie unterschiedlich die Auswirkungen aktueller Herausforderungen je nach Branche ausfallen. Während steigende Energie- und Materialkosten weiterhin eine große Rolle spielen, beschäftigen viele Unternehmen vor allem Fragen rund um Investitionen und Zukunftsplanung.

Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten herrschte Einigkeit darüber, dass notwendige Investitionen nicht dauerhaft aufgeschoben werden dürfen. Gerade in Zeiten des Wandels seien Mut und strategische Weitsicht entscheidend, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.

KI ist angekommen – der Kulturwandel folgt

Ein weiterer Schwerpunkt der Diskussion war die Rolle von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz im Mittelstand.

Christian Kim berichtete aus der Praxis, wie KI-gestützte Automatisierung bereits heute Finanz- und Reportingprozesse effizienter gestaltet. Gleichzeitig wurde deutlich, dass die größte Herausforderung häufig nicht die Technologie selbst ist. Vielmehr gehe es darum, Mitarbeitende mitzunehmen, Kompetenzen aufzubauen und konkrete Anwendungsfälle zu identifizieren.

Die Diskussion zeigte: KI wird zunehmend als Werkzeug verstanden, das Zeit spart, Prozesse verbessert und neue Möglichkeiten eröffnet. Der eigentliche Erfolgsfaktor bleibt jedoch die Bereitschaft von Unternehmen, Veränderungen aktiv zu gestalten.

Nachhaltigkeit als wirtschaftliche Chance

Auch das Thema Nachhaltigkeit spielte eine wichtige Rolle. Die Unternehmer waren sich einig, dass nachhaltiges Handeln längst nicht mehr ausschließlich regulatorische Anforderungen erfüllt. Vielmehr entstehen daraus neue Geschäftschancen, Effizienzgewinne und Wettbewerbsvorteile.

Besonders hervorgehoben wurde, dass nachhaltige Entscheidungen dann erfolgreich sind, wenn sie wirtschaftliche Vernunft und gesellschaftliche Verantwortung miteinander verbinden.

Was der Mittelstand jetzt braucht

Im zweiten Panel diskutierten Dr. Stefan Dahm von der Stadtsparkasse Düsseldorf, Theresa Winkels von der Wirtschaftsförderung Düsseldorf sowie erneut Sibylle Stippler über die notwendigen Rahmenbedingungen für die Zukunft des Mittelstands.

Dabei standen insbesondere Finanzierungsmöglichkeiten, die Zusammenarbeit zwischen etablierten Unternehmen und Start-ups sowie die Rolle von Wirtschaftsförderung und Netzwerken im Fokus.

Ein zentrales Fazit: Zukunftsfähigkeit entsteht nicht durch Einzelmaßnahmen. Fachkräftesicherung, Digitalisierung, Investitionen, Unternehmensnachfolge und nachhaltiges Wirtschaften hängen unmittelbar zusammen. Erfolgreich werden jene Unternehmen sein, die diese Themen ganzheitlich betrachten und konsequent angehen.

Druck oder Aufbruch?

Mit dieser Frage begann die Veranstaltung – und sie stand auch am Ende der Diskussion.

Die Antworten der Gäste machten deutlich: Der Druck ist spürbar. Gleichzeitig überwiegt bei vielen Unternehmen der Wille, Veränderungen aktiv zu gestalten. Düsseldorf verfügt über starke Unternehmen, engagierte Unternehmerinnen und Unternehmer sowie ein leistungsfähiges Netzwerk aus Wirtschaft, Wissenschaft und Institutionen.

Die 200. Folge der „Düsseldorfer Wirtschaft“ hat gezeigt: Die Herausforderungen sind groß. Die Chancen aber ebenso.

Wir bedanken uns bei allen Gästen, Partnern, unserem Produzenten Frank Wiedemeier (Streamboxstudios) und Besucherinnen und Besuchern für einen inspirierenden Tag und freuen uns auf die nächsten Folgen der „Düsseldorfer Wirtschaft“.


Ab dem 1. Juli 2027, 05.55 Uhr,  gibt es diese Folge hier zu hören!